Personalberatung Beitrag

Demokratiebildung: Argumentationstrainings

Ob im Unterricht, auf dem Schulhof oder im Alltag: Wer Zeuge von abwertenden Bemerkungen, populistischen Parolen oder diskriminierenden Aussagen wird, ist oft unsicher, welche Reaktion angemessen ist. Wann lohnt es sich, nachzufragen oder zu diskutieren – und wann braucht es eine klare Grenze? Genau hier setzen Argumentationstrainings an.

Die Trainings gibt es sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler*innen. Sie vermitteln keine Sammlung vermeintlich perfekter Gegenargumente. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie diskriminierende und demokratiefeindliche Aussagen erkannt werden können und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen angemessen zu begegnen. Typische Bestandteile sind Rollenspiele, Gesprächsübungen und die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Argumentationsmustern. Zudem geht es darum, genau hinzuhören, Aussagen zu hinterfragen und Gesprächsstrategien auszuprobieren.

Das Netzwerk Argumentationstraining gegen Stammtischparolen bündelt entsprechende Inhalte, Qualitätsstandards und Akteure. Im Zentrum steht ein Trainingskonzept, das von dem Bildungswissenschaftler Prof. Klaus-Peter Hufer entwickelt wurde.

Anbieter von Argumentationstrainings

KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e. V. bietet Argumentationstrainings im Kontext Schule an. Im Mittelpunkt stehen rechtsextreme Haltungen und Parolen sowie die Frage, wie ihnen im schulischen Alltag begegnet werden kann. Die Teilnehmenden lernen unter anderem, Muster rechter Parolen zu erkennen, geeignete Strategien für den Umgang damit zu entwickeln und rechtliche Rahmenbedingungen einzuordnen. Ein Multiplikatorenansatz soll außerdem dazu befähigen, entsprechende Trainings später selbst an Schulen durchzuführen.

Geeignet für: insbesondere Lehrkräfte und pädagogisches Personal.

Der Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. bietet mit #WIeDER_SPRECHEN FÜR DEMOKRATIE ein Argumentationstraining an, das auf konkrete Gesprächssituationen ausgerichtet ist. Teilnehmende beschäftigen sich mit Vorurteilen und diskriminierenden Äußerungen, reflektieren ihre eigene Haltung und erproben Kommunikationsstrategien. Die Trainings können auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten werden.

Geeignet für: Pädagogische Fachkräfte sowie weitere Gruppen, die ihre kommunikative Handlungssicherheit stärken möchten.

Beim Argumentationstraining „Parolen-Paroli“ werden in praktischen Übungen und Rollenspielen unterschiedliche Gesprächsstrategien ausprobiert. Die Teilnehmenden beschäftigen sich außerdem mit der Wirkung von Parolen, den eigenen Wertvorstellungen und möglichen Gegenargumenten.

Geeignet für: Fachkräfte aus Schule, Jugendhilfe und Beratung.

Die Initiative Diversity Works bündelt ihre Trainings in der Diversity Works Academy. Zu den – teilweise auch online stattfindenden – Angeboten zählen u.a. Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Thematisiert werden Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus und demokratiefeindlicher Populismus. Ziel ist es, Teilnehmende darin zu unterstützen, auf entsprechende Äußerungen nicht sprachlos zu reagieren und für eine demokratische und tolerante Gesprächskultur einzutreten.

Geeignet für: unterschiedliche Zielgruppen und pädagogische Kontexte.

Das Erich-Zeigner-Haus e. V. führt u.a. das Bildungsangebot „Argumentieren gegen Rechtsextremismus“ durch. Dabei geht es neben Erscheinungsformen und Symbolen des Rechtsextremismus vor allem um konkrete Strategien für den Umgang mit rechten und menschenfeindlichen Parolen. Die Arbeit mit Alltagsbeispielen verbindet Hintergrundwissen mit praktischer Gesprächsführung.

Geeignet für: Multiplikator*innen in der politischen Bildungsarbeit.

Adolf-Bender-Zentrum für Demokratie und Menschenrechte

Im Zentrum der Arbeit des Vereins Adolf-Bender-Zentrum steht die Förderung von Demokratie und Menschenrechten, die Erinnerungsarbeit sowie das Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung. Es ist Anliegen des Vereins, Menschen jeglichen Alters Selbstwirksamkeit zu vermitteln und Möglichkeiten der Partizipation aufzuzeigen.

Geeignet für: Jugendliche, Erwachsene, pädagogische Fachkräfte und Interessierte

Darüber hinaus:

Auch kleinere regionale Anbieter, wie etwa Volkshochschulen, kommunale Integrationsstellen, Jugendverbände, Demokratiezentren und Kulturzentren bieten häufig Argumentationstrainings an. Für Schulen kann auch eine Anfrage bei Landeszentralen für politische Bildung oder regionalen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Koordinierungsstellen sinnvoll sein.

Doch was heißt das für Sie?

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