Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche hat in Deutschland in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen. Ein Motor dürfte das Ende 2025 in Australien verabschiedete Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren sein.
In der Politik wird derzeit über verschiedene Altersgrenzen diskutiert. Auf einem Parteitag sprach sich die CDU beispielsweise für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren aus. Auch aus der SPD kommen Forderungen nach strengeren Altersgrenzen oder Zugangsbeschränkungen. Zu erörtern sind jedoch noch die technische Umsetzung sowie die gesetzlichen Grundlagen eines derartigen Beschlusses.
Parallel dazu wird auch auf europäischer Ebene über Mindestalter und strengere Regeln diskutiert. Das Europäische Parlament hat bereits eine Resolution unterstützt, die ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media empfiehlt – rechtlich verbindlich ist diese Forderung jedoch nicht.
Welche Regelungen gelten bereits in Europa – und welche könnten folgen?
Spain plant ein Verbot für Minderjährige unter 16 Jahren und möchte die Social-Media-Anbieter verpflichten, Systeme zur Altersüberprüfung zu integrieren. Weitere Infos hier
In France hat Ende Januar die Nationalversammlung für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Ausgenommen von dem Verbot sollen Online-Enzyklopädien sowie bestimmte Messengerdienste sein. Weitere Infos hier
Dänemark hat schon im Dezember 2025 angekündigt, die Social-Media-Nutzung für Unter-15-Jährige zu verbieten. Diskutiert wird noch eine mögliche Ausnahmeregelung mit Zustimmung der Eltern. Ein Zeitplan für die Umsetzung liegt noch nicht vor. Weitere Infos hier
Griechenland strebt innerhalb der EU eine der strengsten Gangarten an und plant ein Verbot sozialer Medien für Jugendliche unter 15 Jahren mittels der App Kids Wallet. Diese wird in Griechenland bereits genutzt, um Alkohol- und Tabakverkauf an Kinder und Jugendliche zu unterbinden. Ein Freischalten oder Abmildern der Regelung durch die Eltern ist nicht vorgesehen. Weitere Infos hier
Austria befindet sich noch in einer öffentlichen Debatte, strebt aber ebenfalls eine Verbotsregelung nach australischem Vorbild an. Es wird diskutiert, welche Plattformen konkret von einem Verbot betroffen sein sollen. Zudem wurden Stimmen laut, die in Frage stellten, ob nach dem Erreichen der Altersgrenze nicht eine gestaffelte Freigabe der sozialen Medien stattfinden sollte. Weitere Infos hier
Tschechien schließt sich den Bestrebungen für ein Verbot an und nimmt sich bei der Gestaltung ein Beispiel an Frankreich. Ministerpräsident Petr Fiala sieht in einem Verbot eine notwendige Maßnahme, um die Souveränität über den Jugendschutz im digitalen Raum zurückzugewinnen. Weitere Infos hier
Norwegen verfügt bereits seit 2018 über eine – wenn auch lockere – Regulierung des Zugangs zu den sozialen Medien in Form einer Altersbeschränkung, die bei Kindern unter 13 Jahren gewisse Zustimmungen der Eltern benötigt. Eine Verschärfung dieser Regelung wird erwogen. Weitere Infos hier
Diese oder ähnliche Regelungen planen unter anderem auch Italien, Polen, Slowenien, Schweden, Finnland sowie weitere europäische Länder.