Nützliche Apps für Unterricht, Vorbereitung und Selfcare (Stand: November 2022)

Die Bandbreite von Apps für den Einsatz in der Schule ist gewaltig. Neben den Apps renommierter Lehrmedienverlage und Software-Hersteller existieren auch unzählige nicht kommerziell produzierte und vertriebene Anwendungen. Die folgende Aufstellung empfiehlt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit –Blogs und Portale, die verschiedene für Lehrkräfte geeignete Apps einem Praxistest unterzogen haben.

  • Sehr hilfreich ist das Portal von Digitale-Schule.net. Denn es hat die verschiedenen empfohlenen Apps thematisch sortiert – inklusive Suchfunktion.
  • Der Blog Medien | Schule | Unterricht führt verschiedene iPad-Apps auf, die vom Autor tatsächlich im Unterricht auf dem iPad Anwendung finden. Eine kurze Erläuterung verdeutlicht Sinn und Zweck der jeweiligen App.
  • Eine Auflistung eigens getesteter Tools für Planung, Organisation und Zeitmanagement (vor allem auf Schüler*innenseite) liefert Sofatutor.
  • Speziell an User von Android-basierten Geräten richtet sich die (eher kommerziell ausgerichtete) Seite 24Android.com. Sie gibt eine kurze Übersicht über die besten Android Apps für die Schule.
  • Eine riesige Datenbank voller Smartphone Apps bietet www.heise.de. Zudem gibt es hier die Möglichkeit, nach verschiedenen Kriterien bzw. Themen zu filtern.
  • Die App-Auflistung im Forum examtime ist zwar schon einige Jahre alt, sie empfiehlt jedoch noch immer auch einige ungewöhnliche digitale Hilfsmittel, wie beispielsweise die App „Too Noisy“, die die Lautstärke im Klassenraum überwacht und bei zu hohem Geräuschpegel ein Signal aussendet.
  • Das iPad Projekt der Waldschule Hatten versorgt unter dem Menüpunkt „Unsere Apps“ Lehrkräfte mit einer Zusammenstellung hilfreicher digitaler Anwendungen. Allesamt von Schüler*innen erprobt.
  • Die GEW hält eine Seite mit App-Empfehlungen speziell für die Grundschule bereit – sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte.

Energiesparen in der Schule

Wie lässt sich die Heizung regulieren? Welche Leuchtmittel befinden sich in den Lampen? Welche Geräte sind Stromfresser? Mit Fragen des Energieverbrauchs in der Schule werden Lehrkräfte in der Regel eher selten konfrontiert. Denn um die Gebäudetechnik und die Versorgung mit Heizung, Strom und Leuchtmitteln kümmern sich in der Regel die Kommunen. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es dennoch für schulisches Personal, sich in Sachen Energiesparen zu engagieren?

  • Energieberatung beauftragen: Über die Kommune (bzw. den Schulträger) kann ein*e unabhängige*r Energieberater*in beauftragt werden. Er oder sie spürt Energiefresser auf und empfiehlt Handlungsmöglichkeiten.
  • Mit der Heizungsregulierung vertraut machen: Wird die Heizung zentral geregelt oder gibt es in der Schule bzw. in einzelnen Räumen die Möglichkeit, selbst zu regeln? Alle Mitarbeiter*innen der Schule sollten mit der Heizung vertraut gemacht werden.
  • Nur Stoßlüften, keine Kippstellung: Aufgrund von Corona ohnehin ratsam: regelmäßiges Stoßlüften, idealerweise so, dass im ganzen Raum einmal Durchzug entsteht. Danach Fenster wieder schließen. Nicht kippen! Gekippte Fenster liefern nur wenig Lüftwirkung, kühlen aber die Wände stark aus.
  • Heizung früher als sonst herunterfahren: Vor Wochenenden, Ferien oder Feiertagen die Heizung schon eine Weile vor Unterrichtsende ausschalten bzw. drosseln. Selbst nach dem Ausschalten heizt sie noch eine bestimmte Zeit lang nach. Diese Nachwärme sollte noch genutzt werden.
  • Bewegungsmelder einbauen: In Fluren, Toiletten, im Keller oder anderen Räumen muss nicht permanent das Licht brennen. Abhilfe schaffen Bewegungsmelder.
  • Stand-by ausschalten: Geräte, die nicht permanent im Einsatz sind, immer komplett ausschalten. Gibt es keinen Ausschaltknopf: Stecker ziehen.
  • Licht aus nach Verlassen der Klasse: Wird ein Raum zum Unterrichtsschluss, zur Pause oder zum Raumwechsel verlassen: immer das Licht ausschalten.
  • „Energiewächter*innen nominieren: Im wöchentlichen Wechsel können in jeder Klasse zwei Energiewächter*innen ernannt werden, die sich um die Einhaltung der (vorher gemeinsam besprochenen) Energiesparmaßnahmen kümmern.

Energiesparen als Unterrichtsthema

Ob in Physik, Chemie, Wirtschaft oder Ethik: Das Thema Energiesparen lässt sich sehr gut in den Unterricht integrieren. Hier einige Websites mit Anregungen:

Kommerzielle Beratung

Einige Energieberatungen haben sich auf die Belange von öffentlichen Gebäuden und/oder Bildungseinrichtungen spezialisiert. Hier eine Auswahl:

Klassenfahrten – ein Leitfaden für Lehrkräfte (Stand: Oktober 2022)

Ob Abschlussfahrt, Bildungsausflug oder mehrtägige Exkursion: Rein rechtlich gesehen sind Klassenfahrten für Lehrkräfte Dienstreisen. Sie zu organisieren und durchzuführen, gehört zu den dienstlichen Pflichten von Lehrerinnen und Lehrern.
Wohin die Reise geht, welchen Bildungsauftrag sie erfüllen soll und welches Budget sie umfassen darf, wird je nach Schule und Klassenstufe geregelt. Für Lehrkräfte ist, vor allem, wenn sie noch über wenig Erfahrung in Sachen Klassenfahrt verfügen, wichtig zu wissen, wo genau ihre Rechte und Pflichten liegen und in welchen Gesetzesgrundlagen sie relevante Informationen finden.

Teilnahmepflicht an der Klassenfahrt?

Ein häufiger Streitfall bei anstehenden Klassenfahrten ist die Frage, ob eine Schülerin zur Teilnahme verpflichtet ist. Grundsätzlich gilt übereinstimmend in allen länderspezifischen Gesetzen: Die Teilnahme an Klassenfahrten ist Pflicht. Aus besonderen Gründen ist jedoch eine Befreiung von der Pflicht zur Teilnahme möglich. Die Entscheidungsgewalt hierüber liegt bei der Schulleitung. Von der Teilnahmepflicht befreite Schülerinnen oder Schüler haben jedoch während des Zeitraums der Klassenfahrt nicht frei, sondern müssen in einer anderen Klasse am Unterricht teilnehmen.

Aufsichtspflicht der Lehrkräfte

Der Umfang der Aufsichtspflicht richtet sich zunächst nach dem Alter der Schülerinnen und Schüler. Während Grundschulkinder lückenlos beaufsichtigt werden sollten, kann dies für ältere Kinder und in jedem Fall für Jugendliche gelockert werden. Für Unternehmungen minderjähriger Jugendlicher in Kleingruppen „auf eigene Faust“ benötigen Lehrkräfte die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.

Jugendschutzgesetz

In Sachen Alkohol- oder Tabakkonsum auf Klassenfahrten ist für Lehrkräfte das Jugendschutzgesetz bindend. Es beinhaltet darüber hinaus auch gesetzliche Regelungen für den Besuch von Gaststätten/Kneipen, Diskotheken, das Abspielen und Betätigen von Filmen und Computerspielen mit Altersfreigabe sowie die Regelungen zum Thema Glücksspiel.

Unfallschutz

Generell sind Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrten gesetzlich unfallversichert, Lehrkräfte sind auf Klassenfahrten entweder im Rahmen der beamtenrechtlichen Unfallfürsorge oder in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Lehrkräfte haben dafür Sorge zu tragen, dass Schülerinnen und Schüler jederzeit im gruppenverband befinden, oder aber dass sie – nach Genehmigung durch die Lehrkraft – von eigenmächtigen Unternehmungen zur verabredeten Zeit wieder zurück sind. Eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung heranwachsender Schülerinnen und Schüler ist Lehrern jedoch nicht zumutbar, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in einem Merkblatt festhält.

Länderspezifische Richtlinien für Schulfahrten

Baden-Württemberg: Außerunterrichtliche Veranstaltung (AuV)
Bayern: Durchführungshinweise zu Schülerfahrten
Berlin: Ausführungsvorschriften zu Veranstaltungen der Schule (AV Veranstaltungen)
Brandenburg: Verwaltungsvorschriften über schulische Veranstaltungen außerhalb von Schulen (VV-Schulfahrten – VVSchulf)
Bremen: Bremer Schulblatt
Hamburg: Richtlinien für Schulfahrten
Hessen: Hessisches Kultusministerium – Schulwanderungen und Schulfahrten
Mecklenburg-Vorpommern: Lernen am anderen Ort
Niedersachsen: Schulfahrten
Nordrhein-Westfalen: Richtlinien für Schulfahrten
Rheinland-Pfalz: Richtlinien für Schulfahrten
Saarland: Richtlinien über Schulwanderungen, Lehrfahrten, Schullandheimaufenthalte und andere außerunterrichtliche Schulveranstaltungen
Sachsen: Schulfahrten
Sachsen-Anhalt: Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten
Schleswig-Holstein: Lernen am anderen Ort
Thüringen: Verwaltungsvorschrift für die Durchführung von Wandertagen und Klassenfahrten

Unzulässige oder kritische Fragen beim Vorstellungsgespräch

Einige Fragen sind im Bewerbungsgespräch unzulässig, andere kritische Fragen wiederum in gewissen Berufsgruppen durchaus legitim. Und auf manche Fragen dürfen Bewerber*innen gar mit einer Lüge antworten. Ein Überblick.

Unzulässig:
  • Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft
  • Frage nach einer geplanten Schwangerschaft. Diese Frage darf von einer Frau auch bewusst falsch beantwortet werden, ohne dass negative Konsequenzen drohen.
  • Frage nach einer bestehenden oder geplanten Eheschließung
  • Frage nach dem bisherigen Gehalt
  • Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit
  • Frage nach Vorerkrankungen und/oder dem aktuellen Gesundheitszustand
  • Frage nach Erbkrankheiten in der Familie
  • Frage nach einer Behinderung sowie nach einer Einstufung als Schwerbehinderte*r (vgl. Benachteiligungsverbot des § 81 Abs. 2 SGB IX für Schwerbehinderte und Gleichgestellte)
  • Frage nach den Vermögensverhältnissen
  • Frage nach der ethnischen Herkunft und Kultur
In gewissen Berufen erlaubt
  • Bei sogenannten Tendenzbetrieben (z.B. Parteizentralen, parteilichen Medien oder sonstigen politisch untermauerten Betrieben) sowie (im Einzelfall) bei kirchlichen Einrichtungen ist die Frage nach der Gewerkschaftszugehörigkeit nach § 118 BetrVG zulässig.
  • Ebenfalls erlaubt bei Tendenzbetrieben ist die Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit.
  • Sofern die künftige Tätigkeit des Bewerbers oder der Bewerberin dies erfordert, darf der Arbeitgeber nach Vorstrafen fragen (z.B. Verkehrsdelikte bei Kraftfahrer*innen). Ist die Vorstrafe nicht (mehr) im Bundeszentralregister eingetragen, darf sich der Bewerber bzw. die Bewerberin als unbestraft bezeichnen
Wie reagieren auf unzulässige Fragen?

Zwar ist es naheliegend, in diesem Fall auf die Unzulässigkeit der Frage zu verweisen und die Antwort zu verweigern. Für den weiteren Verlauf des Gesprächs ist dies jedoch nicht förderlich und sollte daher vermieden werden, zumal es durchaus eine bewusste Provokation seitens des Personalers oder der Personalerin sein könnte. Zu empfehlen ist, im Falle einer unzulässigen Frage freundlich und zugewandt zu bleiben. Als Antwort eignet sich die Äußerung: „Inwieweit ist diese Frage denn relevant für die Besetzung der Stelle?“ Hiermit setzt der/die Kandidat*in das deutliche Signal: Ich weiß, dass ich hierauf nicht antworten muss, bleibe aber dennoch gesprächsbereit.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Programme und Akteure

In Anbetracht von Szenarien wie Klimawandel, Artensterben, Hunger, schwindenden Energieressourcen und rasant wachsender Weltbevölkerung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Sammelbegriff für sämtliche Bildungs- und Handlungsansätze, die Menschen dazu befähigen, die Welt nachhaltig und gerecht zu gestalten. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung konkreter Kompetenzen, sondern auch die Anleitung zu kritischem Denken. Initiiert wurde das Konzept BNE 2015 von der UNESCO. In Deutschland hat der Nationale Aktionsplan BNE die Aufgabe, BNE-Inhalte in allen Bildungsbereichen zu verankern. Folgende Programme und Akteure vermitteln BNE für Schulen und die Frühkindliche Bildung.

Nationaler Aktionsplan BNE im Wortlaut
BNE-Bericht der Bundesregierung 2021

Programme und Akteure

Eine der umfassendsten Übersichten über BNE-Aktivitäten liefert eine Datenbank auf den Seiten des Bundesbildungsministeriums. Sie listet aktuell (Stand: September 2022) insgesamt 272 BNE-Programme und Akteure auf. Die Datenbank ist durchsuchbar nach Bildungsbereich und Handlungsfeld.

Materialien, Ressourcen und Anlaufstellen für Lehrkräfte

Die KMK hält den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bereit. Das Portal „BNE in der Schule“ bündelt sämtliche Informationen zu Zielen und Möglichkeiten von BNE im Schul- und Unterrichtsrahmen. Die gemeinnützige Initiative Engagement Global informiert, berät Privatpersonen, Kommunen sowie Bildungsträger und schult zu Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsthemen.

Soft Skills: So wichtig sind die „weichen Kompetenzen“

Sie sind schwer greifbar, kaum zu überprüfen und oft schwammig formuliert. Dennoch betonen Karriereexperten die stetig zunehmende Bedeutung von Soft Skills in Bewerbungsprozessen. Der Definition nach sind Soft Skills persönliche, soziale und methodische Kompetenzen, die über reines berufsbezogenes Fachwissen hinausgehen.

Warum sind Soft Skills so wichtig?

Soft Skills verleihen dem Bewerber bzw. der Bewerberin eine eigene Note. Während „Hard Skills“ wie Zeugnisse oder Nachweise von erlangten Qualifikationen nur den Erwerb von standardisiertem Wissen bescheinigen, formen Soft Skills die Bewerberpersönlichkeit und geben ihr eine individuelle Note. Auf Pädagog*innen übertragen bedeutet dies beispielsweise: Es genügt nicht, ein fundiertes Fachwissen zu haben. Vielmehr müssen Personen in lehrenden Berufen offen, kontaktfreudig, flexibel sein und einen „Draht“ zu Kindern oder Jugendlichen haben.

Nicht nur darüber reden

Spätestens im Vorstellungsgespräch haben Bewerber*innen dann die Chance, ihre individuellen Kompetenzen zu zeigen. Hier gilt: unbedingt authentisch bleiben. Nichts kann ein Gespräch schneller ruinieren als ein schlechtes Schauspiel. Daher: Zur eigenen Persönlichkeit stehen, die uneingeschränkt positiven Kompetenzen betonen, andere vielleicht geschickt verpacken. So kann beispielsweise eine eher ruhige, weniger durchsetzungsstarke Persönlichkeit über glasklare analytische Fähigkeiten verfügen und Auseinandersetzungen auf diese Weise stets pragmatisch lösen. Entsprechend wären genau diese Fähigkeiten im Gespräch hervorzuheben.

Welche Soft Skills sind gefragt?

Selbstverständlich hängen die für einen Job vorteilhaften Soft Skills entscheidend von der zur Debatte stehenden Stelle ab. Es gibt jedoch Statistiken über die am häufigsten gefragten Kompetenzen für Arbeitnehmer.
Nach der Erfahrung von LehrCare werden folgende Soft Skills am häufigsten nachgefragt:

Kommunikations- und Sozialkompetenz

Reflektionskompentenz

Kritik- und Konfliktfähigkeit

Teamgeist

Empathie

Flexibilität

Engagement

Belastbarkeit

Eigenständige und strukturierte Arbeitsweise

Hohe Eigenverantwortung

Freude an der Arbeit

Offenheit

Kreativität

Motivation

Begeisterungsfähigkeit

Natürliche Autorität

Verlässlichkeit

Nur Leitungskräfte

Führungs- und Steuerungskompetenz

Kommunikationsfähigkeiten

Entwicklungskompetenz

Strategisches und unternehmerisches Denken und Handeln

Überzeugtes Auftreten

Organisationstalent

Tipp: Ein Kompetenztest gibt Aufschluss über die eigenen Stärken.

Bewerbungs-Anschreiben: 8 wissenswerte Fakten

Das Anschreiben gilt als „Visitenkarte“ der Bewerberin bzw. des Bewerbers. Denn es ermöglicht, Persönlichkeit zu zeigen und eigene Vorzüge in den Vordergrund zu rücken. In der freien Wirtschaft jedoch legen Personaler immer weniger Wert auf diesen Bewerbungs-Bestandteil. Denn viele Anschreiben verlieren sich in Floskeln, lesen sich zäh und sind wenig aussagekräftig. Konzerne wie Deutsche Bahn, Henkel und auch Google verzichten daher komplett auf sie. Welchen Stellenwert hat das Anschreiben bei pädagogischen Berufen? Und welche Punkte gilt es zu beachten?

  • Generell gilt: In pädagogischen Berufen ist die Bewerberinnen-Persönlichkeit von großer Bedeutung. Sofern in der Ausschreibung nicht anders erwähnt, sollten Kandidatinnen daher nicht auf ein Anschreiben verzichten und es stattdessen als Chance nutzen, sich angemessen darzustellen.
  • Wiederholungen vermeiden. Was bereits im Lebenslauf steht, muss im Anschreiben nicht wiederholt werden. Vielmehr sollte dieses Ergänzungen zum Lebenslauf liefern und im Idealfall Lust darauf machen, einen näheren Blick auf die Vita zu werfen.
  • Keine Schmeicheleien. Ein Eigentor schießen Kandidat*innen, wenn sie das Unternehmen als Ganzes zu offensiv loben. Stattdessen lieber konkrete Aspekte des potenziellen Arbeitgebers hervorheben: Schwerpunkte der Arbeit, Ausstattung, angestrebte Ziele etc.
  • Motivation muss ersichtlich sein. Egal ob es sich um die erste Stelle nach Studium oder Ausbildung handelt oder sich Bewerbende aus einer noch bestehenden Anstellung heraus bewerben: Personaler wollen erfahren, worin ihre Motivation für einen potenziellen Wechsel liegt. Diese Antwort muss das Anschreiben also liefern.
  • Nicht zu lang. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein.
  • Keine gestelzte Sprache. Die Bemühungen, kompetent und umfassend gebildet zu erscheinen, münden oft in einer unnatürlichen, gestelzten Sprache. Dies wirkt nicht nur aufgesetzt, sondern ermüdet den Leser bzw. die Leserin.
  • Augenmaß bei der Gestaltung. Beim Anschreiben haben viele Kandidat*innen den Wunsch, sich gestalterisch „auszutoben“. Doch Vorsicht: Zum einen muss das Anschreiben optisch zum Rest der Bewerbung passen, zum anderen sind zu viele Schriftarten oder gestalterische Elemente störend beim Lesen und inhaltlichen Erfassen.
  • Eigene Worte verwenden. Bei der intensiven Auseinandersetzung mit einer Stellenausschreibung und einem Unternehmen gehen schnell dessen Begrifflichkeiten in den eigenen Sprachgebrauch über. Vorsicht: Dies wirkt anbiedernd und ermüdend. Daher auf die Wahl eigener Begriffe und Formulierungen achten.

Youtube-Channels für den Einsatz in der Schule (Stand: Juli 2022)

Youtube hat sich zur zweitgrößten Suchmaschine weltweit und somit zur nach Google am häufigsten besuchten Seite entwickelt. Welche Youtube-Kanäle eignen sich für den Unterrichtseinsatz, fürs Selbstlernen oder als Empfehlung zur Prüfungsvorbereitung?

Wissen macht Ah!
„Lieblingssendung aller Klugscheißer“ nennt sich dieser Klassiker unter den Wissensformaten für Kinder. Ursprünglich als Fernsehsendung gestartet, liefert er gut recherchierte, kindgerecht aufbereitete Filme zu verschiedenen, oft naturwissenschaftlichen Themen.

Nize
„Die 20 größten, gefährlichsten, schwersten, schnellsten…“ Dieser recht reißerisch aufgemachte Kanal ist nicht wissenschaftlich noch pädagogisch fundiert, dafür aber geeignet als Auflockerung im Unterricht oder als Einführung in ein Thema.

Checker-Welt
Die drei „Checker“ Tobi, Can und Julian sind Kult! Ihre Clips behandeln mal lustige Themen, wie beispielsweise einen „Schleim-Check“, sehr oft aber auch tatsächlich schulrelevante Themen, etwa Weltreligionen, Umweltschutz oder physikalische Experimente.

Willi will’s wissen
Im Mittelpunkt jeder Folge von „Willi will’s wissen“ beantwortet Reporter Willi Weitzel eine Frage aus dem täglichen Leben, etwa: „Wer kommt Verbrechen auf die Spur?“ oder „Wie kommt der Sprung in die Schüssel?“

Sportlexicon
Auf diesem Kanal liefern die sportbegeisterten Protagonisten Nora und Josef Anleitungen, Tipps und methodische Grundlagen zu verschiedensten Sportarten. Darunter Salsaschritte, Jonglier-Anleitungen, Fußgymnastik und vieles mehr.

Lehrerschmidt
Knapp 1,4 Million Abonnenten hat dieser beliebte Kanal für Mathe, Physik und Allgemeinbildung. Sein Patentrezept: Mathematische Aufgabenstellungen, wie etwa geometrische Berechnungen, Formelumstellungen etc. sind verpackt in kleine, leicht verdaubare Lernvideos.

Mr. Wissen to go
Hier wird Allgemeinwissen rund um das aktuelle Geschehen in Politik, Gesellschaft, Kultur vermittelt – orientiert an der Lebenswelt von Kindern bzw. Jugendlichen. Manchmal kritisch, manchmal mit Meinung, manchmal provokant.

Alpha Lernen
Dieser von Journalisten der ARD betriebene Lernkanal orientiert sich an den Schulfächern und dem Stoff aus den Lehrplänen, bringt jedoch mit anschaulichen Beispielen und guter Visualisierung frischen Wind in die Lerninhalte.

Tüftelakademie
Hier kommen technikbegeisterte Bastler und ebensolche Lehrkräfte auf ihre Kosten. Denn der Kanal enthält Bastelanleitungen, Tüfteltricks sowie Ideen für die entsprechende Unterrichtsgestaltung.

Planet Schule
Dieser Kanal ist ein Gemeinschaftsprojekt von SWR und WDR und liefert unterrichtsrelevante Themen – angenehm eingängig verpackt.

Checkliste: Wissenswertes zum Probearbeitstag an der Schule

Mehr noch als an staatlichen Schulen ist an Privatschulen auch die Bewerber*innen-Persönlichkeit relevant für die Eignung für eine konkrete Stelle. Ist das Vorstellungsgespräch positiv verlaufen, beginnt die nächste Phase des Bewerbungsprozesses. Hierzu bieten viele Schulen in freier Trägerschaft die Möglichkeit eines Probearbeitstages an. Wie ist dieser rechtlich einzuordnen und was gilt es zu beachten?

  • Der Probearbeitstag dient dem näheren Kennenlernen. Er ist eine für beide Seiten unverbindliche Maßnahme.
  • Der Probearbeitstag darf nicht mit der vertraglich geregelten Probezeit verwechselt werden. Diese beginnt erst nach der Vertragsunterzeichnung und nach dem Start des Arbeitsverhältnisses.
  • Je nach Schule kann ein Probetag unterschiedliche Bezeichnungen haben. Gebräuchlich sind u.a. Kennenlerntag, Schnuppertag oder Hospitation.
  • Aus juristischer Sicht handelt es sich beim Probearbeitstag um ein sogenanntes „Einfühlungsverhältnis“. Bei diesem haben die Bewerbungskandidat*innen weder Anspruch auf Versicherungsschutz, noch auf Lohn.
  • Bewerbende sollten sich genau nach den üblichen Modalitäten für die Einfühlungstage erkundigen. Denn es besteht zwischen Schule und hospitierender Lehrkraft die Möglichkeit, einen schriftlichen Vertrag zum Einfühlungsverhältnis abzuschließen. Es empfiehlt sich jedoch, als Kandidat*in nicht auf einen solchen Vertrag zu beharren.
  • Empfehlenswert ist es hingegen, sich beim potenziellen neuen Arbeitgeber nach dessen Vorstellungen zum Probearbeitstag zu erkundigen: In welche Bereiche wird der Kandidat bzw. die Kandidatin reinschnuppern dürfen?
  • Ebenfalls wichtig: Darf bzw. soll der/die Bewerbende etwas vorbereiten? Wird es die Gelegenheit geben, sich „in Aktion“ zu präsentieren und mit Schüler*innen zu arbeiten?
  • Nicht zuletzt sollte schon vorab geklärt werden, wie der weitere Verlauf des Bewerbungsverfahrens nach dem Probearbeitstag ist. Gibt es weitere Hospitationen? Oder einen weiteren Gesprächstermin?

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

Gendern in der Schule

Als einen „Sprachwandel im Zeitraffer“ bezeichnet Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung, den aktuellen Diskurs ums Gendern. Er sieht die teils vehementen Diskussionen rund um die Abschaffung des generischen Maskulins als eine normale Ausprägung des Sprachwandels. Und dieser ist nicht neu. Schon in den 1970er-Jahren gab es erste Bestrebungen, die Sprache geschlechtersensibler zu gestalten. Für Lehrkräfte als auch für Schulen im Allgemeinen stellt sich die Frage: Welche Regelungen sind verbindlich und wer vertritt welche Position? Ein Überblick.

Warum gendern?

Ist „nicht mitgenannt“ wirklich „mitgemeint“? Auch wenn die Verwendung von Begriffen wie Steuerberater, Arzt, Gärtner oder Lehrer prinzipiell Frauen mitmeint: Die Zuhörenden assoziieren mit diesen Begriffen zunächst eine männliche Person. Denn sie blenden das aus, was nicht explizit gesagt wird. Dies belegen diverse psycholinguistische Studien, wie ein Artikel auf der Seite Quarks.de veranschaulicht.

Welche Gender-Formen gibt es?

Derzeit (Stand Juni 2022) sind verschiedene sprachliche Gender-Formen gängig, die unterschiedlich stark in die Sprache eingreifen.

Feminisierung: Zusätzlich zur generisch maskulinen Bezeichnung wird die weibliche Form genannt: „Lehrer und Lehrerinnen“ oder „Schülerinnen und Schüler“.

Feminisierung plus Auslassungszeichen oder Großschreibung: Hier werden die durch die Feminisierung entstehenden, oft sperrigen Begriffe per Bindestrich oder durch ein im Wort eingefügtes „I“ (Großbuchstabe) abgekürzt: „Lehrer/-innen“ und „Schüler/-innen“ bzw. „LehrerInnen“ und „SchülerInnen“.

Neutralisierung: Statt geschlechtsdefinierender Bezeichnungen werden neue, neutrale Begriffe verwendet, etwa „Lehrkraft“ bzw. „Lehrende“ oder „Studierende“. Ist grammatikalisch eine solche Konstruktion nicht möglich, kommen Umschreibungen zum Einsatz: „In der Politik Tätige“ oder „Mensch in der Politik“.

Gender-Zeichen: Hier wird zwischen dem männlichen Wort und der weiblichen Endung ein Sonderzeichen eingefügt, nämlich entweder Sternchen („*“), Unterstrich („_“) oder Doppelpunkt („:“). Diese Form des Genderns schließt ausdrücklich auch Personen ein, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen können.

Welche Leitlinien gelten?

Für Schulen verbindlich sind derzeit die 2016 von der KMK herausgebrachten „Leitlinien zur Sicherung der Chancengleichheit durch geschlechtersensible schulische Bildung und Erziehung“. Sie beziehen sich jedoch nicht nur auf die sprachliche Dimension, sondern auf eine allgemeine, auf Chancengleichheit und Geschlechtersensibilität basierende schulische Bildung. Die Übersichtsseite „Gender und Schule“ liefert hierzu Best-Practice-Beispiele.

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