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Onboarding: strukturierter Einstieg in den neuen Job

Onboarding ist mehr als nur eine umfangreiche Einarbeitung. Es ist das Anwenden von arbeitgeberspezifischen, eigens implementierten Instrumenten zur schnellen Integration neuer Mitarbeiter*innen. Dabei ist Onboarding nicht nur eine einseitig von Arbeitgeberseite an die neue Arbeitskraft herangetragene Leistung, sondern umfasst auch dessen (Re)Aktion. Bereits in der Bewerbungsphase ist es sinnvoll, sich nach Onboarding-Maßnahmen zu erkundigen und sich der eigenen Bedürfnisse in puncto Einarbeitung bewusst zu sein.

Im Schuldienst gestaltet sich das Einbinden neuer Lehrkräfte als besonders anspruchsvoll. Denn zum einen ist eine explizite Einarbeitungsphase nicht immer vorgesehen, zum anderen offenbaren sich mögliche Fragen erst „im Ernstfall“ – also wenn die Lehrkraft bereits voll im Unterricht präsent sein muss. Vor allem bei der Aufnahme junger Lehrkräfte – möglicherweise nach dem Referendariat – oder bei Kolleg*innen mit Bundeslandwechsel – und erst recht bei Quereinsteiger*innen gibt es teils massives Einarbeitungspotenzial. Bewährt hat sich ein dreistufiges Onboarding.

1. Phase: Kurz vor dem ersten Arbeitstag

  • Gibt es einen Mentor für die Einarbeitung und ist der Kontakt hergestellt?
  • Wurden die Ansprechpartner*innen für einzelne Bereiche des schulischen Alltags (fachlich, organisatorisch, technisch etc.) mitgeteilt?
  • Ist ein Arbeitsplatz im Lehrerzimmer zugewiesen?
  • Wurde eine Info-Mappe der Schule mit Unterlagen wie Terminübersicht, Namensliste des Kollegiums inkl. Fächer und Zuständigkeiten, Raumplan der Schule, Telefonliste etc. übersandt?
  • Wurden Leitbild, Schulprofil und Schulprogramm überreicht und ggf. erläutert?
  • Ist das Kollegium informiert?
  • Wurden Schlüssel, Zugangskarten etc. überreicht?

2. Phase: In den ersten Arbeitstagen

  • Sind alle anstehenden Termine bekannt?
  • Ist ein Termin für eine erste Sitzung mit dem Mentor/der Mentorin festgelegt?
  • Funktionieren Online-Zugänge, Passwörter, Chipkarten etc.?

3. Phase: In den ersten Wochen

  • Ist der neue Kollege/die neue Kollegin mit den Örtlichkeiten vertraut?
  • Wurde eine Mitarbeit in Arbeitsgruppen bzw. spezialisierten Teams angebahnt?
  • Und ganz wichtig: Gibt es einen Termin für ein erstes Feedbackgespräch? Dieses sollte frühestens nach einem Monat, spätestens jedoch nach drei Monaten, also rechtzeitig vor dem Ende der gesetzlichen Probezeit erfolgen.

Die Berufseingangsphase bei Lehrkräften: Begleitende Programme und Wegweiser

Nach geregelter Betreuung im Referendariat und Durchlaufen der starren Regularien des 2. Staatsexamens sind junge Lehrkräfte in der Berufseingangsphase (BEP), also den ersten beiden Jahren im Schuldienst, erstmals auf sich gestellt. Wie gestaltet sich diese erste Zeit im Beruf? Welche besonderen Anforderungen treten während dieser Phase auf? Und welche Unterstützungen gibt es in den einzelnen Bundesländern?

 

Baden-Württemberg: Es existiert eine Fortbildungsreihe mit dem Titel „Begleitung in der Berufseingangsphase – Erfolgreich und gesund starten in den Lehrerberuf“. Die Teilnahme an der Maßnahme ist freiwillig. Sie wird durchgeführt von der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.

 

Bayern: In Bayern sind derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase vorgesehen. Auf dem Online-Auftritt des Bayerischen Kultusministeriums können sich frisch ausgebildete Lehrkräfte über allgemeine Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte informieren.

 

Berlin: Berlin bietet Neu-Lehrkräften ein einjähriges begleitendes Programm an, bei dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in moderierten Kleingruppen zu Themen wie Selbstmanagement, Stressbewältigung, Kommunikation mit Eltern und Kollegen oder auch unterrichtsrelevanten Fragen austauschen können.

 

Brandenburg: Brandenburg sieht eine Begleitung junger Lehrkräfte durch eigens geschulte BEP-Beraterinnen und -Berater vor. Eine Informationsveranstaltung informiert die frisch examinierten Lehrkräfte über das begleitende Angebot, das u.a. kollegiale Fallberatung, Fortbildungen, Austausch in Gruppen und ggf. Supervision/Coaching umfasst.

 

Bremen: Unter dem Sammelbegriff „Startsprung“ bietet das Bremer Landesinstitut für Schule frisch examinierten Lehrkräften diverse Auftakt- und Einführungsveranstaltungen für die Berufseingangsphase an.

 

Hamburg: Neben einer verpflichtenden Begrüßungsveranstaltung nehmen neue Lehrkräfte in Hamburg optional an sogenannten BEP-Gruppen teil. Für die Teilnahme an dem halb- oder einjährigen Programm erhalten die Lehrkräfte entsprechende Entlastungsstunden an den Schulen. Zuständig ist das Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

 

Hessen: Das Land Hessen bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Über allgemeine Fortbildungen informieren die Hessische Lehrkräfteakademie sowie der Hessische Bildungsserver auf seiner Fortbildungsdatenbank.

 

Mecklenburg-Vorpommern: Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Weiterführende Informationen für angehende Lehrkräfte hält der Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern bereit.

 

Niedersachsen: Ansprechpartner für die BEP sind in Niedersachsen in den ersten drei Berufsjahren die Kompetenzzentren für regionale Lehrerfortbildung. Sie bieten verschiedene Maßnahmen für die BEP an.

 

Nordrhein-Westfalen: In NRW gibt es derzeit keine landesweit einheitlichen begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der BEP. Jedoch bieten einzelne Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung durchaus entsprechende Maßnahmen an. Eine weitere Anlaufstelle für Lehrkräfte in der BEP ist in NRW das Portal Career Counseling for Teachers (CCT).

 

Rheinland-Pfalz: Die strukturierte Einarbeitung und Begleitung von Lehrkräften in der BEP ist seit Ende November 2015 im „Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“ verankert. Über die konkrete Umsetzung macht das Gesetz keine Angaben.

 

Saarland: 2009 startete (zunächst als Pilotprojekt) die „Begleitete Berufseingangsphase an Grundschulen“. Über weitere Bildungsmaßnahmen für Lehrkräfte am Beginn ihrer Schullaufbahn informiert das Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland.

 

Sachsen: In Sachsen begleitet das Programm „Begleitete Berufseinstiegsphase“ (bBEPh)  junge Lehrkräfte in den ersten beiden Berufsjahren. Neben den Themen Selbst- und Zeitmanagement thematisiert das Programm klassische Herausforderungen im Unterrichtsalltag.

 

Sachsen-Anhalt: Für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt hält das Portal des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA) weiterführende Informationen bereit. Einen umfassenden Überblick über aktuelle Fortbildungsveranstaltungen für Berufseinsteiger im Lehramt gibt der Bildungsserver Sachsen-Anhalt.

 

Schleswig-Holstein: Das Land Schleswig-Holstein bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Weiterführende Auskünfte erhalten junge Lehrkräfte auf den Info-Seiten des Portals „Lehrer in Schleswig Holstein“.

 

Thüringen: In Thüringen ist die BEP als dritte Ausbildungsphase fester Bestandteil der Lehrerbildung. Weiterführende Informationen über begleitende Maßnahmen während der BEP gibt das Thüringer Schulportal.

 

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