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Bewerbungsgespräch für Lehrkräfte: Auf diese Fragen sollten Sie gefasst sein

 

Motivation und Einstellung zum Beruf

  • Warum haben Sie den Lehrerberuf gewählt?
  • Was war Ihr Beweggrund für eine Bewerbung auf diese Stelle?
  • Wie sieht Ihr pädagogisches Leitbild aus?
  • Wie würden Sie sich als Lehrkraft charakterisieren?
  • Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit?
  • Welche Erfahrungen haben Sie im Referendariat sammeln können?
  • Welche Bestandteile der Lehrtätigkeit sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
  • Worin sehen Sie die Hauptaufgabe eines Klassenlehrers?
  • Was erwarten Sie von der Schulleitung?
  • Was tun Sie für ein gutes Zusammenarbeiten im Team?
  • Wie sieht für Sie gelungene Elternarbeit aus?
  • Wie würden Sie Eltern in den Unterricht bzw. den Schulalltag einbeziehen?
  • Worauf legen Sie als Pädagoge/erzieherische Fachkraft besonders wert?

Handeln in ausgewählten Situationen

  • Wie gehen Sie mit ständig im Unterricht störenden Schülerinnen und Schülern um?
  • Wie begegnen Sie Schülern, die regelmäßig zu spät zum Unterricht kommen?
  • Wie greifen Sie ein, wenn Sie Streitigkeiten, Aggressionen oder gar Gewalt zwischen Schülern bemerken?
  • Wie reagieren Sie auf Mobbing im Kollegium?
  • Wie fördern Sie interkulturelle Kompetenz und Begegnung in der Klasse/der Schule?
  • Wie könnten Sie mit Vertretern anderer Fächern kooperieren?
  • Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie? Haben Sie Erfahrungen mit „offenen“ Unterrichtsformen?
  • Was könnten Sie fachfremd unterrichten?
  • Welche AG könnten Sie ggf. an unserer Schule anbieten?
  • Welche Kenntnisse haben Sie in digitalen Medien bzw. im Internet? Wie setzen Sie diese ein?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Inklusion sammeln können?
  • Welche Lehrerfortbildung würde Sie interessieren?

Bei Lehrkräften aus dem Fachbereich Sprachen

  • Kennen Sie Maßnahmen zur Leseförderung? Welche?
  • Wie könnten Sie eine Theater-AG aufbauen?
  • Wie fördern Sie lese-rechtschreibschwache Schülerinnen und Schüler?
  • Wie sieht für Sie eine handlungsorientierte Förderung der (fremdsprachlichen) Sprachkompetenzen aus?
  • Haben Sie Erfahrungen mit Kooperationen zu Partnerschulen in anderen Ländern? Wie würden Sie solche Partnerschaften aufbauen?

Bei Lehrkräften aus den MINT-Fächern

  • Wie wecken Sie das Interesse an Ihrem Fach bei den Schülerinnen und Schülern?
  • Wie könnten Sie mit ihren Schülern/innen am PC/digitalen Medien arbeiten?
  • Kennen sie Konzepte zur Einbindung von Smartphones in den Unterricht?
  • Welche Folgerungen ziehen Sie aus den neuesten Leistungsstudien der verschiedenen Länder?
  • Halten Sie es für notwendig Mädchen in Ihrem Fach besonders zu fördern? Wenn ja, wie?

Bei Lehrkräften aus den künstlerischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern

  • Haben Sie bereits Kunstausstellungen o.Ä. in der Schule organisiert oder einen Chor/ein Orchester geleitet?
  • Wo sehen Sie die Relevanz des Fachs Religion in der heutigen Zeit?
  • Verfügen Sie über Erfahrungen mit Schulgottesdiensten?
  • Welchen Beitrag können Sie mit Ihrem Fach zu unserem pädagogischen Leitbild leisten?

Bewerben an Privatschulen: Das Vorstellungsgespräch (Teil 3)

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste große Hürde im Bewerbungsverfahren an einer privaten Schule genommen. Nun gilt es, sich bestmöglich auf das Job-Interview vorzubereiten. Im Gegensatz zur Bewerbung bei einer staatlichen Schule bedeutet die Bewerbung bei einer privaten Schule, sich bei einem (auch) wirtschaftlich denkenden Arbeitgeber vorzustellen. Zwar spielen auch dort Fächerkombination und Notendurchschnitt bei der Entscheidung für oder gegen einen Bewerber eine Rolle, jedoch haben andere Faktoren mitunter mehr Gewicht. Dazu zählen neben der Aussagekraft der Bewerbungsunterlagen beispielsweise die konkreten Kompetenzen, die Berufserfahrung, die pädagogischen Grundeinstellungen sowie das Auftreten im persönlichen Gespräch. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Schule in freier Trägerschaft ist somit schärfer auf die Persönlichkeit der sich bewerbenden Person fokussiert und darauf, ob diese zur Schule passt oder nicht.

 

Ablauf und Reihenfolge

Je nachdem wo und wie breit gestreut eine Schule die Stelle ausschreibt, ist davon auszugehen, dass sie mehrere Bewerbungen erhält und diese systematisch auswertet. Wer zu einem Gespräch eingeladen wird, hat grundsätzlich schon einmal das Interesse des Arbeitgebers geweckt. Verläuft das Gespräch zur beidseitigen Zufriedenheit, wird entweder ein weiteres Gespräch anberaumt, oder aber eine Hospitation vereinbart. Bietet die Schule zunächst keine Hospitation an, sollten Bewerber dennoch danach fragen. Denn nur so erhalten sie die Chance, den Alltag in der Schule kennenzulernen.

 

Grundsätzlich gilt: Viel stärker als staatliche Schulen identifizieren sich Schulen in freier Trägerschaft mit ihrem Profil – sei es pädagogischer, inhaltlicher oder aber konfessioneller Art. Bewerber sollten sich daher sehr gut über das Profil informieren und schon im Vorhinein abwägen, ob sie tatsächlich zu diesem passen. In jedem Fall wird das Schulprofil auch im Vorstellungsgespräch eine große Rolle spielen.

Da Bewerbungsverfahren an Schulen in freier Trägerschaft – anders als an öffentlichen Schulen – keinen strengen Reglementierungen unterworfen sind, lässt sich der Verlauf eines Vorstellungsgesprächs nicht im Detail vorhersagen. Bewerber können sich daher an allgemeinen Empfehlungen für Vorstellungsgespräche orientieren. Hierfür ist es sinnvoll, einen Katalog potenzieller Fragen zusammenzustellen und für sich selbst zu beantworten:

 

Fragen zu Motivation und Beweggründen

Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?

Warum möchten Sie an einer Privatschule tätig werden?

Was erwarten Sie von Kolleginnen und Kollegen bzw. von der Schulleitung?

Was waren Ihre Beweggründe für die Wahl des Lehrerberufs?

Welche Bestandteile unseres Schulprogramms/pädagogischen Konzepts sprechen Sie an? Welche nicht?

Wie haben Sie sich über unsere Schule informiert?

 

Fachliche Fragen

Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit?

Was war in beruflicher Hinsicht Ihr größter Erfolg bzw. Misserfolg?

Wie beziehen Sie Eltern in die Unterrichtsarbeit und in das Schulgeschehen ein?

Wie reagieren Sie auf regelmäßig störende Schülerinnen und Schüler?

Wie gehen Sie mit sich prügelnden oder verbal attackierenden Schülerinnen und Schülern um?

Wie sieht für Sie die optimale Förderung für ausländische Mitschüler aus?

Wie können Sie mit Vertretern anderer Fächer kooperieren?

Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie?

Durch welche AGs oder außerschulische Aktivitäten könnten Sie unsere Schule bereichern?

Wie stellen Sie eine funktionierende Kommunikation mit den Eltern her?

 

Fragen zur persönlichen Einstellung

Wie würden Sie sich als Lehrer/-in charakterisieren?

Welche Persönlichkeitsmerkmale einer Lehrperson sind Ihrer Ansicht nach besonders wichtig?

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Worauf legen Sie in Ihrer Funktion als Erzieher/-in besonders wert?

Wie reagieren Sie auf Mobbing-Situationen?

Wie stehen Sie zu Lehrerfortbildungen? An welcher Maßnahme würden Sie gerne teilnehmen?

 

Auch Wünsche und Forderungen artikulieren

Ein Vorstellungsgespräch an einer privaten Schule ist kein einseitiges „Unter-die-Lupe-nehmen“. Auch Bewerber können (und sollten!) in einem Gespräch ihre Wünsche und Forderungen klar äußern. Neben der Thematisierung des Gehalts sollte beispielsweise auch über Urlaubstage, eventuelle Sondervergütungen, Aufstiegsmöglichkeiten, die Ausstattung des Fachbereiches oder aber die Arbeitsplätze im Schulgebäude gesprochen werden. Sehr wahrscheinlich werden einige dieser Punkte bereits in der Stellenausschreibung erwähnt. Nehmen Sie diese Angaben dann als Grundlage und wägen Sie vor dem Gespräch ab, über welche Punkte Sie mit der Schule noch verhandeln möchten.

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