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Elternarbeit erfolgreich gestalten

Der Widerspruch ist gravierend: Spitzenreiter unter den vielfältigen Belastungsfaktoren von Lehrkräften ist, so berichten Lehrerinnen und Lehrer immer wieder, die Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Doch paradoxerweise ist schulische Elternarbeit gleichzeitig eines der Themen, die weder in Studium noch weiterführender Lehrer-Ausbildung jemals gezielt vermittelt werden. Der Spiegel-Artikel „Kampfplatz Schule“ spricht gar von dem „am meisten vernachlässigten Thema des Bildungswesens“ und bescheinigt angehenden Lehrkräften einen regelmäßigen Praxisschock, wenn es an Auseinandersetzungen mit Eltern geht. Es ist folglich nicht verwunderlich, dass das Zusammentreffen mit Eltern für viele Lehrerinnen und Lehrer zu einem der am schwierigsten zu bewältigenden Themen des Schulalltags gehört. Erschwert wird die Kommunikation bzw. die Zusammenarbeit mit Eltern/Erziehungsberechtigten zusätzlich immer mehr durch die Aufweichung „klassischer“ Familienkonstellationen.

Dieser Mangel an Routine im Umgang mit Erziehungsberechtigten, gepaart mit dem ohnehin vollgepackten „To-do-Pensum“ vor allem junger Lehrkräfte, bringt eine logische Konsequenz mit sich: Der Kontakt mit Eltern bleibt auf ein Minimum beschränkt – und findet somit oftmals hauptsächlich anlässlich negativer Umstände oder Vorkommnisse statt. Eine Tatsache, die die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert, aus Sicht der Lehrkräfte jedoch mehr als verständlich ist.

 

Elternarbeit – warum überhaupt?

Befragt man Lehrkräfte zur Häufigkeit von Elternkontakten, wiederholt sich eine Aussage konstant: Zu Eltern leistungsstarker Schülerinnen und Schüler besteht durchweg ein quantitativ und qualitativ besserer „Draht“ als zu Eltern von Schülerinnen und Schülern mit schulischen Problemen. Der Grund ist so banal wie naheliegend: Ausnahmslos alle Eltern hören über die Leistungen ihres Kindes lieber Lob, statt Beschwerden. Ebenso zeigen sich auch eher solche Eltern bereit, sich für die Schule und das außerschulische Leben zu engagieren, deren Kinder problemlos „mitschwimmen“. Und so treten diejenigen Eltern, deren Kinder in der Schule eher als „schwierig“ oder „problematisch“ gelten, schnell in eine Rückzugsspirale. Sie als Lehrkraft zu erreichen, wird immer schwieriger.

Einer der Hauptgründe, Elternarbeit systematisch zu betreiben, und nicht nur auf dringende Besprechungen wegen akuter Notfälle zu beschränken, ist daher, dieses Missverhältnis auszugleichen. Denn natürlich sollten gerade diejenigen Eltern möglichst nahe am Schulleben ihres Kindes teilhaben, deren Sprösslinge es in der Schule nicht immer leicht haben. Nur auf diese Weise kann es Schule gelingen, sich Eltern von „schwierigen“ Schülern auch einmal positiv, entgegenkommend und einladend zu nähern. Doch wie kann der Kontakt solide und für alle Seiten gewinnbringend gestaltet werden?

 

Elternarbeit: Ja, aber systematisch!

Auch wenn sich mittlerweile zahlreiche Lehrkräfte ihrer Aufgabe, Eltern gezielt einzubinden, mehr als bewusst sind, so fehlt es in der Praxis doch an Anleitungen über eine gelingende Umsetzung. Denn mit einer baldigen Aufnahme des Themas Elternarbeit in die Curricula der Lehramtsausbildung ist derzeit nicht zu rechnen. Hervorzuheben ist vor diesem Hintergrund eine jüngst erschienene Ausarbeitung der Vodafone Stiftung Deutschland. In dem Papier „Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit – Ein Kompass für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus“, erarbeitet von einem Team aus Lehrkräften, Wissenschaftlern und Bildungspolitikern, wird deutlich gemacht, wie vor allem die offene und Willkommen heißende Haltung der Schule dazu beiträgt, Eltern zur Zusammenarbeit zu gewinnen. Das Papier steht im Netz kostenlos zum Download bereit.

Komplikationen im Schulalltag: Eltern gegen Lehrer/-innen?

Eltern haben hohe Ansprüche an die Schule und die Lehrer/-innen ihres Kindes und empfinden Pädagogen/-innen oft als streng und ungerecht. Lehrer/-innen hingegen sehen Eltern zuweilen als Versager/-innen in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder oder übermotivierte Anwälte ihrer Kinder.

In allen Schulen, ob staatlich oder in freier Trägerschaft, ist eine gute und erfolgreiche Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern/-innen entscheidend für das Schulklima und den Erfolg der Schule und der Schüler/-innen. In diesem Magazinbeitrag widmen wir uns deshalb dem Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer/-innen. Im Folgenden geben wir eine Auswahl aktueller Beiträge, Interviews, Artikel und Literaturtipps weiter, die Sie als Elternteil oder Lehrer/-in nutzen können, um sich über das Lehrer-Eltern-Verhältnis und erprobte positive Kommunikationswege zu informieren.

»Das ist nicht machbar« – »Doch!«: Ein Streitgespräch zwischen einer Mutter und einem Schulleiter (ZEIT ONLINE)

Eltern nörgeln. Lehrer nerven. Und jeder weiß besser, wie Schule funktionieren sollte. Lesen Sie in diesem Streitgespräch zwischen Isabell Zacharias, ehemalige Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, und Josef Kraus, Schulleiter und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, welche Ansprüche und Missverständnisse zwischen Eltern und Lehrer/-innen aufeinander prallen und wie Lösungswege in der Zusammenarbeit gefunden werden können.

Raushalten und Mitmischen. Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was vernünftige Eltern und gute Lehrer ausmacht (ZEIT ONLINE)

In diesem Artikel erfahren Sie,  mit welchen Fragen sich Schulforscher im Hinblick auf das Lehrer-Eltern-Verhältnis beschäftigen. Laut Jan-Martin Wiarda sind sich alle einig: “ Es ist etwas in Gang gekommen in den letzten Jahren, die Rollenmuster verändern sich. Was früher von einem Lehrer erwartet wurde, gilt nicht mehr; und was einst normales Elternverhalten war, wird von heutigen Pädagogen misstrauisch beäugt.“ Der Artikel zeigt, wie Wissenschaftler/-innen nun versuchen herauszufinden, welche Stärken und Fähigkeiten ein/-e gute/-r Lehrer/-in braucht und was wiederum gute Eltern ausmacht.

Wenn Eltern Ärger mit Lehrern haben, gehen sie zum Elternsprechtag. Oder zu einem Anwalt. (ZEIT ONLINE)

Eltern, die gegen Lehrer/-innen vor Gericht ziehen,  sind kein Massenphänomen, aber doch entdecken immer mehr Anwälte diese Zielgruppe für sich. Warum nach Meinungsverschiedenheiten und halbherzigen Schlichtungsversuchen ein Anwalt eingeschaltet wird und ob dies zu den erwarteten Erfolgen führt, zeigt ein Artikel von Linda Tutmann über den Eltern-Anwalt Alexander Münch. Dass die Kommunikation zwischen Lehrern/-innen und Eltern immer öfter in juristischen Auseinandersetzungen gipfelt, hat Eva Hampl bereits 2010 festgestellt. Sie fragt in ihrem Beitrag, ob die Eltern zu sensibel, im Recht oder überkritisch sind.

Elternabend – Tipps und Links zur Durchführung und Vorbereitung (Lehrerfreund.de)

In dem ausführlichen Artikel des Portals Lehrerfreund.de finden Sie nicht nur Tipps und Checklisten zur Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden, sondern wertvolle Links zu Materialien und Methoden, wie Sie mit Eltern ins Gespräch kommen können.

Elternsprechtag: Was Lehrer/-innen von Eltern erwarten (Elternwissen.com)

Lesen Sie in diesem Beitrag von Annette Holl, was Lehrer/-innen beim Elternsprechtag von Eltern erwarten. So können Sie beim nächsten Elternsprechtag Missverständnisse von vornherein vermeiden und das Lehrergespräch erfolgreich gestalten. Am Ende des Artikels finden Sie eine wertvolle Check-Liste für Lehrergespräche.

Eltern-Lehrer-Gespräch und Elternabend (prof-kurt-singer.de)

Wie Sie den Lehrer-Eltern-Kontakt gut pflegen, lesen Sie in einem Vortrag inkl. Checklisten von Prof. Kurt Singer.

Studie: Erwartungen an Lehrer/-innen aus der Sicht von Eltern (ifd-allensbach.de)

Unter dem Titel: „Schul- und Bildungspolitik in Deutschland 2011. Ein aktuelles Stimmungsbild der Bevölkerung und der Lehrer.“ verbirgt sich eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach über Erwartungen und Selbsteinschätzungen von Eltern und Lehrern/-innen, die oft deckungsgleich sind, bei manchen Themen aber stark auseinander gehen.

Professionell Gespräche mit Eltern führen

Dr. Wolfgang Hissnauer hat einen Leitfaden zur Kommunikation mit Eltern für Lehrerinnen und Lehrer zusammengestellt, der aufzeigt, wie Elterngespräche gelingen, vom Anspruch beider Seiten her gesehen zielgerichtet, konstruktiv, von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein können, zum Wohle der Schülerinnen und Schüler verlaufen und ein nachhaltig gutes Verhältnis zu Eltern aufgebaut werden kann.

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