{"id":2329,"date":"2022-06-29T09:46:49","date_gmt":"2022-06-29T07:46:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/?p=2329"},"modified":"2022-06-29T09:46:52","modified_gmt":"2022-06-29T07:46:52","slug":"gendern-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lehrcare.de\/en\/gendern-in-der-schule\/","title":{"rendered":"Gendern in der Schule"},"content":{"rendered":"<p>Als einen \u201eSprachwandel im Zeitraffer\u201c <a href=\"https:\/\/deutsches-schulportal.de\/unterricht\/gendern-michael-becker-mrotzek-wir-beobachten-einen-sprachwandel-im-zeitraffer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bezeichnet Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts f\u00fcr Sprachf\u00f6rderung<\/a>, den aktuellen Diskurs ums Gendern. Er sieht die teils vehementen Diskussionen rund um die Abschaffung des generischen Maskulins als eine normale Auspr\u00e4gung des Sprachwandels. Und dieser ist nicht neu. Schon in den 1970er-Jahren gab es erste Bestrebungen, die Sprache geschlechtersensibler zu gestalten. F\u00fcr Lehrkr\u00e4fte als auch f\u00fcr Schulen im Allgemeinen stellt sich die Frage: Welche Regelungen sind verbindlich und wer vertritt welche Position? Ein \u00dcberblick.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum gendern?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ist \u201enicht mitgenannt\u201c wirklich \u201emitgemeint\u201c? Auch wenn die Verwendung von Begriffen wie Steuerberater, Arzt, G\u00e4rtner oder Lehrer prinzipiell Frauen mitmeint: Die Zuh\u00f6renden assoziieren mit diesen Begriffen zun\u00e4chst eine m\u00e4nnliche Person. Denn sie blenden das aus, was nicht explizit gesagt wird. Dies belegen diverse psycholinguistische Studien, wie ein <a href=\"https:\/\/www.quarks.de\/gesellschaft\/psychologie\/was-gendern-bringt-und-was-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"Quarks.de\">Artikel auf der Seite Quarks.de<\/a> veranschaulicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Gender-Formen gibt es?<\/h3>\n\n\n\n<p>Derzeit (Stand Juni 2022) sind verschiedene sprachliche Gender-Formen g\u00e4ngig, die unterschiedlich stark in die Sprache eingreifen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feminisierung:<\/strong> Zus\u00e4tzlich zur generisch maskulinen Bezeichnung wird die weibliche Form genannt: \u201eLehrer und Lehrerinnen\u201c oder \u201eSch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feminisierung plus Auslassungszeichen oder Gro\u00dfschreibung:<\/strong> Hier werden die durch die Feminisierung entstehenden, oft sperrigen Begriffe per Bindestrich oder durch ein im Wort eingef\u00fcgtes \u201eI\u201c (Gro\u00dfbuchstabe) abgek\u00fcrzt: \u201eLehrer\/-innen\u201c und \u201eSch\u00fcler\/-innen\u201c bzw. \u201eLehrerInnen\u201c und \u201eSch\u00fclerInnen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neutralisierung:<\/strong> Statt geschlechtsdefinierender Bezeichnungen werden neue, neutrale Begriffe verwendet, etwa \u201eLehrkraft\u201c bzw. \u201eLehrende\u201c oder \u201eStudierende\u201c. Ist grammatikalisch eine solche Konstruktion nicht m\u00f6glich, kommen Umschreibungen zum Einsatz: \u201eIn der Politik T\u00e4tige\u201c oder \u201eMensch in der Politik\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gender-Zeichen: <\/strong>Hier wird zwischen dem m\u00e4nnlichen Wort und der weiblichen Endung ein Sonderzeichen eingef\u00fcgt, n\u00e4mlich entweder Sternchen (\u201e*\u201c), Unterstrich (\u201e_\u201c) oder Doppelpunkt (\u201e:\u201c). Diese Form des Genderns schlie\u00dft ausdr\u00fccklich auch Personen ein, die sich weder dem m\u00e4nnlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Leitlinien gelten?<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Schulen verbindlich sind derzeit die 2016 von der KMK herausgebrachten \u201eLeitlinien zur Sicherung der Chancengleichheit durch geschlechtersensible schulische Bildung und Erziehung\u201c. Sie beziehen sich jedoch nicht nur auf die sprachliche Dimension, sondern auf eine allgemeine, auf Chancengleichheit und Geschlechtersensibilit\u00e4t basierende schulische Bildung. Die <a href=\"http:\/\/www.genderundschule.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"\u00dcbersichtsseite &quot;Gender und Schule&quot;\">\u00dcbersichtsseite \u201eGender und Schule\u201c<\/a> liefert hierzu Best-Practice-Beispiele.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als einen \u201eSprachwandel im Zeitraffer\u201c bezeichnet Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts f\u00fcr Sprachf\u00f6rderung, den aktuellen Diskurs ums Gendern. Er sieht die teils vehementen Diskussionen rund um die Abschaffung des generischen Maskulins als eine normale Auspr\u00e4gung des Sprachwandels. Und dieser ist nicht neu. Schon in den 1970er-Jahren gab es erste Bestrebungen, die Sprache geschlechtersensibler zu gestalten. 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