{"id":2056,"date":"2020-10-15T12:07:31","date_gmt":"2020-10-15T10:07:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/?p=2056"},"modified":"2020-10-15T12:07:33","modified_gmt":"2020-10-15T10:07:33","slug":"die-eigene-gehaltsvorstellung-formulieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lehrcare.de\/en\/die-eigene-gehaltsvorstellung-formulieren\/","title":{"rendered":"Die eigene Gehaltsvorstellung formulieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das gew\u00fcnschte Gehalt zu beziffern, f\u00e4llt den meisten Bewerberinnen und Bewerbern schwer. Recruiting-Experte Dr. J\u00f6rg K\u00f6bke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Personalberatung LehrCare, zeigt auf, wie sich Lehrkr\u00e4fte auf Stellensuche Schritt f\u00fcr Schritt an ihren eigenen tragf\u00e4higen Gehaltswunsch ann\u00e4hern k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo finden Lehrkr\u00e4fte Anhaltspunkte \u00fcber realistische Gehaltsvorstellungen?<\/strong><br>Schulen in Freier Tr\u00e4gerschaft orientieren sich in der Regel am TVL, auch wenn dieser f\u00fcr jene nicht bindend ist. Das hei\u00dft, Bewerbende sollten sich gem\u00e4\u00df ihrer Qualifikation und einschl\u00e4gigen Berufserfahrung selbst entsprechend einstufen. Manche Schulen orientieren sich auch am TV\u00f6D oder an Tarifen, die f\u00fcr den Tr\u00e4ger in anderen Bereichen gelten, wie zum Beispiel AVR Caritas. Diese Tarife wiederum orientieren sich auch h\u00e4ufig am TVL. Man hat dann eine realistische Einsch\u00e4tzung seines Gehalts. Der Rest ist Verhandlungssache. Relevant ist nat\u00fcrlich auch, ob 12 oder 13 Monatsgeh\u00e4lter gezahlt werden und ob es vom Tr\u00e4ger sonstige Leistungen gibt, wie beispielsweise Fahrkostenzusch\u00fcsse, Boni oder \u00c4hnliches. Beamte, die sich auf eine Planstelle bei einer freien Schule bewerben oder \u00fcber eine Beurlaubung dort arbeiten m\u00f6chten, sollten darauf achten, ob es eine Ausgleichszahlung f\u00fcr ihre Pensionsanspr\u00fcche und die Beihilfe zur privaten KV gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Argumente (z.B. Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen) untermauern Gehaltsw\u00fcnsche?<\/strong><br>Alle relevanten. Bewirbt man sich zum Beispiel mit 2. Staatsexamen f\u00fcr das Grundschul-Lehramt an einer Montessori-Grundschule und verf\u00fcgt bereits \u00fcber ein Montessori-Diplom, hat man ein gutes Argument. Unterrichtet man Mangelf\u00e4cher, etwa Mathematik und Physik, kann man, auch wenn man aufgrund der Berufserfahrung vielleicht analog TVL 13, Stufe 2 eingestuft werden w\u00fcrde, gegebenenfalls die 3 fordern. Soll man an der Schule zus\u00e4tzliche Funktionen \u00fcbernehmen, sollte sich dies im Gehalt oder durch Erm\u00e4\u00dfigungsstunden bemerkbar machen. Kandidat*innen, die zum Beispiel schon \u00fcber Erfahrung als Fachbereichsleitung verf\u00fcgen, haben ein gutes Argument, ihre Forderungen durchzusetzen. Gibt es mehrere Jobangebote, k\u00f6nnen Bewerbende auch offen ansprechen, dass sie bei Schule X in eine h\u00f6here Stufe eingestuft werden w\u00fcrden, aber lieber bei der Schule, mit der sie gerade sprechen, arbeiten m\u00f6chten und fragen, was bzw. ob man da was machen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist von online verf\u00fcgbaren Gehaltsrechnern oder dem Entgeltatlas der Arbeitsagentur zu halten?<\/strong><br>Ich w\u00fcrde prinzipiell immer einen <a href=\"https:\/\/oeffentlicher-dienst.info\/tv-l\/allg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Online-Tarifrechner <\/a>zu Rate ziehen, auch wegen der Sonderzahlungen. Bei TVL sollte zum Beispiel das 13. Monatsgehalt in H\u00f6he von 60\/100 Ber\u00fccksichtigung finden. Diese Tarifrechner gibt es auch im Internet. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnen sich Kandidat*innen versehentlich selbst \u201eaus dem Rennen schie\u00dfen\u201c, wenn sie beim Gehaltswunsch dramatisch danebenliegen?<\/strong><br>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sie das. Zun\u00e4chst einmal w\u00fcrde ich auf keinen Fall selbst das Thema aufs Tapet bringen, zumindest nicht beim ersten Kennenlernen. Das erweckt den Eindruck, dass alles andere nicht so wichtig ist und es einem nur ums Geld geht. Wird man dann gefragt oder kommt das Thema auf, empfehle ich ansonsten, sich maximal eine Stufe h\u00f6her einzusch\u00e4tzen als Qualifikation und Erfahrung dies zulassen. Ferner ist es empfehlenswert, sich selbst eine Untergrenze zu setzen, die man mindestens erreichen will, die man dem k\u00fcnftigen Arbeitgeber aber nicht mitteilt. Einigt man sich dann mindestens auf diese, obwohl man mehr gefordert hat, ist das Ziel erreicht, ohne dass man gro\u00df ins Diskutieren oder Verhandeln kommt. Das kann schnell unangenehm werden. Wir selbst haben f\u00fcr die \u00fcber uns ausgeschriebenen Vakanzen in der Regel \u00fcbrigens Gehaltsangaben des Tr\u00e4gers vorliegen und k\u00f6nnen daher hinsichtlich einer realistischen Einsch\u00e4tzung im konkreten Fall beraten. So manchem\/r der\/die zu niedrig lag, haben wir so schon zu einer besseren Verg\u00fctung geholfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche sonstigen Tipps geben Sie zum Thema Gehaltsverhandlung?<\/strong>    Sich im Kolleginnenkreis umzuh\u00f6ren, kann nie schaden. Des Weiteren rate ich dazu, beim Gehalt nie eine Marge anzugeben, z. B. \u201ezwischen 3.500 und 4.000 Euro Monatsbrutto\u201c, denn dann fangen die Verhandlungen bei 3.500 an. Stattdessen sollten Bewerber*innen immer sagen, \u201eround about\u201c oder VHB und eine konkrete Summe angeben und ein wenig pokern, aber eben nicht zu viel, also z. B. 3.750 Euro zu fordern, wenn man mindestens 3.500 haben m\u00f6chte. Auch empfehle ich, das Bruttojahresgehalt anzugeben und nicht das Monatsgehalt, damit auch das ggf. gezahlte 13. Monatsgehalt, freiwillige Boni etc. ber\u00fccksichtigt sind. Was gar nicht geht: Nettobetr\u00e4ge angeben oder sagen: \u201eIch brauche so und so viel zum Leben.\u201c Stattdessen immer von der Qualifikation und Berufserfahrung ausgehen und, wenn n\u00f6tig, die Vorstellungen mit Fach- und Sachargumenten begr\u00fcnden. Erreicht man sein Zielgehalt beim Einstieg in den neuen Job \u00fcbrigens nicht, m\u00f6chte oder muss die Stelle aber trotzdem antreten, empfehle ich zu versuchen, das Gehalt unter der Bedingung zu akzeptieren, dass nach der Probezeit bzw. nach dem ersten Besch\u00e4ftigungsjahr die Gehaltsanpassung nach oben erfolgt oder doch zumindest nochmals offen dar\u00fcber gesprochen wird. Im positiven Fall kann man dann auf das Erreichte verweisen und hat damit ein gutes Argument f\u00fcr eine Gehaltserh\u00f6hung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gew\u00fcnschte Gehalt zu beziffern, f\u00e4llt den meisten Bewerberinnen und Bewerbern schwer. 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