{"id":1141,"date":"2014-04-11T11:04:09","date_gmt":"2014-04-11T09:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/?p=1141"},"modified":"2014-04-11T13:38:34","modified_gmt":"2014-04-11T11:38:34","slug":"privatschulen-mit-besonderen-paedagogischen-schwerpunkten-teil-6-montessori-schulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lehrcare.de\/en\/privatschulen-mit-besonderen-paedagogischen-schwerpunkten-teil-6-montessori-schulen\/","title":{"rendered":"Privatschulen mit besonderen p\u00e4dagogischen Schwerpunkten Teil 6: Montessori-Schulen"},"content":{"rendered":"<p>Rund 1.000 Schulen und Kindertagesst\u00e4tten in Deutschland arbeiten nach der reformp\u00e4dagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch \u201eKinderh\u00e4user\u201c genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterf\u00fchrende Schulen) z\u00e4hlen sowohl Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Tr\u00e4gerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Tr\u00e4gerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterf\u00fchrenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst werden die <a href=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/en\/blog\/montessori-schulen-in-freier-tragerschaft\/\" target=\"_blank\">Prinzipien der Montessori-P\u00e4dagogik<\/a> in dem Satz: \u201eHilf mir, es selbst zu tun.\u201c Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich m\u00f6glichst frei entfalten und f\u00fcr sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterst\u00fctzung durch Erzieher bzw. Lehrkr\u00e4fte, erfahren aber durch eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten eine St\u00e4rkung ihrer Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Anforderungen an Lehrkr\u00e4fte<\/b><\/p>\n<p>P\u00e4dagogen, die an Montessori-Schulen t\u00e4tig werden m\u00f6chten, ben\u00f6tigen eine dezidierte <a href=\"http:\/\/www.montessori-deutschland.de\/montessori-ausbildung.html\" target=\"_blank\">Montessori-Ausbildung<\/a>, die in der Regel nach der staatlichen Lehramts- bzw. Erzieher-Ausbildung in <a href=\"http:\/\/www.montessori-deutschland.de\/fileadmin\/freigabe\/dachverband\/PDFs\/Ausbildung_Broschuere_2014_v9.pdf \" target=\"_blank\">Montessori-Ausbildungsorganisationen <\/a> absolviert wird. Unabh\u00e4ngig von der Ausbildung sollten an Montessori-Schulen interessierte Lehrkr\u00e4fte \u00fcber fundierte Beobachtungs- und Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeiten verf\u00fcgen, da diese f\u00fcr den p\u00e4dagogischen Alltag unverzichtbar sind. Eine wohlwollende Haltung gegen\u00fcber der Montessori-P\u00e4dagogik wird vorausgesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Entfaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte<\/b><\/p>\n<p>Da die Zahl der Montessori-Schulen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, stellen Montessori-Schulen immer mehr ein Bet\u00e4tigungsfeld mit Zukunft dar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Entstehung<\/b><\/p>\n<p>Die Montessori-P\u00e4dagogik fu\u00dft auf dem Gedankengut der \u00c4rztin und Reformp\u00e4dagogin <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Montessori\" target=\"_blank\">Maria Montessori<\/a> (1870 \u2013 1952), die ab Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Lehren in sogenannten Montessori-Ausbildungskursen weitergab. In Deutschland fanden diese gro\u00dfen Anklang und es entstanden schon vor 1920 mehrere Montessori-Kinderh\u00e4user und -Schulen. 1925 wurde die Deutsche Montessori Gesellschaft gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs mussten alle Montessori-Einrichtungen geschlossen werden, erlebten aber nach 1945 eine rasche Renaissance. Seit den 1980er-Jahren erfreuen sich Montessori-Einrichtungen ungebrochen wachsender Beliebtheit. Gerade die Anzahl von Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft ist in den letzten 20 Jahren rasant angestiegen. So waren beispielsweise im <a href=\"http:\/\/www.montessoribayern.de\/\" target=\"_blank\">Montessori Landesverband Bayern<\/a> bei seiner Gr\u00fcndung 1985 f\u00fcnf Montessori-Schultr\u00e4ger organisiert, heute sind es 80.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Umsetzung in die Praxis<\/b><\/p>\n<p>Ein entscheidendes Element der Montessori-P\u00e4dagogik ist die Freiarbeit, die neben dem Fachunterricht gleichberechtigter Teil des Stundenplans ist. Die Freiarbeit gibt den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit, sich denjenigen Lerninhalten zuzuwenden, f\u00fcr die sie sich am meisten interessieren. Auch beim Fachunterricht k\u00f6nnen die Kinder und Jugendlichen in gewissem Ma\u00dfe entsprechend ihrer Interessen w\u00e4hlen. Feste Lehrpl\u00e4ne, Noten oder Klausuren gibt es an Montessori-Schulen nicht. Die meisten Montessori-Schulen sind Ganztagsschulen, sodass \u00fcberdies auch das gemeinsame Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung fester Bestandteil des Tagesablaufs sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Status<\/b><\/p>\n<p>Private Montessori-Grundschulen sind generell staatlich genehmigte Ersatzschulen. Bei den weiterf\u00fchrenden Montessori-Schulen ist der Status unterschiedlich: Teils sind es Erg\u00e4nzungsschulen, an denen kein staatlich anerkannter Abschluss abgelegt werden kann. Neben diesen entstehen jedoch immer mehr Montessori-Oberschulen (MOS), an denen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch das Abitur ablegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Finanzierung<\/b><\/p>\n<p>Die Finanzierung des Besuchs einer Montessori-Schule h\u00e4ngt eng mit deren Status (s.o.) zusammen. Staatliche Schulen mit Montessori-Zweig sind anderen staatlichen Schulen gleichgestellt. Der Montessori-Fokus ist bei diesen lediglich ein p\u00e4dagogischer, nicht aber ein konzeptioneller Schwerpunkt.<\/p>\n<p>Montessori-Schulen mit dem Status \u201estaatlich genehmigte Ersatzschule\u201c erhalten wie alle freien Schulen staatliche Zusch\u00fcsse, deren H\u00f6he je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeitr\u00e4gen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft gibt eine entsprechende <a href=\"http:\/\/privatschulen.de\/images\/stories\/PDF\/vdp_flyer_freie_schulen_web.pdf\" target=\"_blank\">Brosch\u00fcre <\/a>des Verbands deutscher Privatschulverb\u00e4nde (VDP).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<p>Der <a href=\"\/en\/www.montessori-deutschland.de\/\" target=\"_blank\">Montessori-Dachverband Deutschland (MDD)<\/a> informiert \u00fcber Inhalte der Montessori-P\u00e4dagogik sowie \u00fcber Montessori-Einrichtungen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 1.000 Schulen und Kindertagesst\u00e4tten in Deutschland arbeiten nach der reformp\u00e4dagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch \u201eKinderh\u00e4user\u201c genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterf\u00fchrende Schulen) z\u00e4hlen sowohl Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Tr\u00e4gerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Tr\u00e4gerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterf\u00fchrenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst wird die Montessori-Maxime in dem Satz: \u201eHilf mir, es selbst zu tun.\u201c Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich m\u00f6glichst frei entfalten und f\u00fcr sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterst\u00fctzung durch Erzieher bzw. 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