{"id":107,"date":"2010-09-17T14:00:48","date_gmt":"2010-09-17T12:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/?p=107"},"modified":"2024-03-15T17:10:42","modified_gmt":"2024-03-15T16:10:42","slug":"schueler-heute-die-16-shell-jugendstudie-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lehrcare.de\/en\/schueler-heute-die-16-shell-jugendstudie-2010\/","title":{"rendered":"Sch\u00fcler heute \u2013 die 16. Shell Jugendstudie 2010"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich wollten wir von Euch wissen, was Ihr als Lehrerinnen und Lehrer \u00fcber die sogenannte <a href=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/en\/blog\/wie-ungerecht-sind-lehrer-eine-studie-sucht-antworten\/\">\u201eKevin-Studie\u201c<\/a> denkt, die Grundschulp\u00e4dagogen ungerechte bzw. subjektive Benotung vorh\u00e4lt. Heute geht es um die andere Seite im Klassenzimmer, um die Sch\u00fcler. Die <strong>Shell Jugendstudie<\/strong> ist hier seit vielen Jahren eine der wichtigsten Quellen in Deutschland. 2010 wurde sie zum 16. Mal herausgegeben.<\/p>\n<p><em>Wir w\u00fcrden nun gerne von Euch wissen, ob Ihr die Ergebnisse aus Eurer praktischen Erfahrung best\u00e4tigen k\u00f6nnt? Trifft die Shell Jugendstudie auf den Nerv oder sind Eure Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ganz anders gestrickt? <\/em> <!--more--><\/p>\n<p>Hier die wichtigsten Ergebnisse der 16. Sehll Jugendstudie 2010[ref] Die 16. Shell Jugendstudie 2010 st\u00fctzt sich auf eine repr\u00e4sentativ zusammengesetzte Stichprobe von 2.604 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren aus den alten und neuen Bundesl\u00e4ndern, die von geschulten Infratest-Interviewern zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Einstellungen und Orientierungen pers\u00f6nlich befragt wurden. Die Erhebung fand auf Grundlage eines standardisierten Fragebogens im Zeitraum von Mitte Januar bis Ende Februar 2010 statt. Im Rahmen der qualitativen Vertiefungsstudie wurden 20 Fallstudien auf der Basis von explorativen Interviews mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren durchgef\u00fchrt. Quelle: Methodik der 16. Shell Jugendstudie 2010, Quelle der Inhalte: Shell Jugendstudie 2010 [\/ref] zur Diskussion:<\/p>\n<p><strong>Bildung: Pessimismus bei sozial Schwachen und mehr Optimismus bei Sch\u00fclerinnen<\/strong><\/p>\n<p>Jugendliche, die sich unsicher sind, ihren Schulabschluss zu erreichen, blicken sehr pessimistisch in die Zukunft. Denn der Schulabschluss bleibt einer der wichtigsten der Schl\u00fcssel zum Erfolg. In Deutschland h\u00e4ngt er so stark wie in keinem anderen Land von der jeweiligen sozialen Herkunft der Jugendlichen ab. Junge Leute ohne Schulabschluss finden seltener eine qualifizierte Arbeit oder eine Ausbildung. In der Folge sind auch nur 41 Prozent der Jugendlichen aus sozial schwierigen Verh\u00e4ltnissen davon \u00fcberzeugt, sich ihre beruflichen W\u00fcnsche erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend diese \u00dcberzeugung \u00fcber alle Jugendlichen hinweg von 30 Prozent mehr Jugendlichen geteilt wird.<\/p>\n<p>Ungebrochen ist der geschlechtsspezifische Trend beim Thema Bildung: Wie sich bereits zu Beginn dieses Jahrzehnts gezeigt hatte, haben junge Frauen ihre m\u00e4nnlichen Altersgenossen bei der Schulbildung \u00fcberholt. Auch in Zukunft streben sie h\u00e4ufiger bessere Bildungsabschl\u00fcsse an.<\/p>\n<p><strong>Optimismus: Soziale Kluft wird deutlich<\/strong><\/p>\n<p>Generell werden die in Deutschland lebenden Jugendlichen seit 2006 wieder optimistischer: 59 Prozent blicken ihrer Zukunft zuversichtlich entgegen, 35 Prozent \u00e4u\u00dfern sich unentschieden und nur 6 Prozent sehen ihre Zukunft eher d\u00fcster. Wieder sch\u00e4tzen die Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien ihre Chancen schlechter ein: Hier ist nur noch ein Drittel (33 Prozent) optimistisch. Diese soziale Kluft wird auch bei der Frage nach der Zufriedenheit im Leben deutlich. W\u00e4hrend fast drei Viertel aller Jugendlichen im Allgemeinen zufrieden mit ihrem Leben sind, \u00e4u\u00dfern sich Jugendliche aus sozial schwierigen Verh\u00e4ltnissen nur zu 40 Prozent positiv.<\/p>\n<p><strong>Werte: Individuum, Gesellschaft, Familie, Religion<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-werte.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-116\" title=\"Shell Jugendstudie 2010: Werte, klicken um zu Vergr\u00f6\u00dfern\" src=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-werte-300x209.png\" alt=\"\" width=\"250\" \/><\/a>Der pers\u00f6nliche Erfolg in einer Leistungs- und Konsumgesellschaft ist f\u00fcr Jugendliche von gro\u00dfer Wichtigkeit. Flei\u00df und Ehrgeiz stehen f\u00fcr immerhin 60 Prozent der Jugendlichen hoch im Kurs, auf der anderen Seite wollen 57 Prozent ihr Leben intensiv genie\u00dfen. Optimistisch und mit ihrer Lebenssituation zufrieden, geht es ihnen nicht nur um das pers\u00f6nliche Vorankommen, sondern auch darum, ihr soziales Umfeld aus Familie, Freunden und Bekannten zu pflegen. Viele interessieren sich daf\u00fcr, was in der Gesellschaft vor sich geht.<\/p>\n<p>Die jungen Leute fordern gerade heute sozialmoralische Regeln ein, die f\u00fcr alle verbindlich sind und an die sich alle halten. Eine funktionierende gesellschaftliche Moral ist f\u00fcr sie auch eine Voraussetzung, ihr Leben eigenverantwortlich und unabh\u00e4ngig gestalten zu k\u00f6nnen. 70 Prozent finden, man m\u00fcsse sich gegen Missst\u00e4nde in Arbeitswelt und Gesellschaft zur Wehr setzen.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Familie f\u00fcr Jugendliche ist ein weiteres Mal angestiegen. Mehr als drei Viertel der Jugendlichen (76 Prozent) stellen f\u00fcr sich fest, dass man eine Familie braucht, um wirklich gl\u00fccklich leben zu k\u00f6nnen. Das bezieht sich nicht nur auf die Gr\u00fcndung einer eigenen Familie, sondern auch auf die Herkunftsfamilie. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen haben ein gutes Verh\u00e4ltnis zu ihren Eltern. Auch mit deren Erziehungsmethoden sind die meisten einverstanden. Fast drei Viertel aller Jugendlichen w\u00fcrden ihre eigenen Kinder so erziehen, wie sie selber erzogen wurden. Eigene Kinder wollen immerhin 69 Prozent der Jugendlichen, Frauen dabei \u00f6fter als M\u00e4nner (73% bzw. 65%).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-religion.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-119\" title=\"Shell Jugendstudie 2010: Religion, klicken um zu Vergr\u00f6\u00dfern\" src=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-religion-300x213.png\" alt=\"\" width=\"250\" \/><\/a>Religion spielt bei den Werten der Jugendlichen in Deutschland weiterhin nur eine m\u00e4\u00dfige Rolle. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen drei sehr verschiedenen religi\u00f6sen Kulturen: W\u00e4hrend Religion f\u00fcr junge Menschen in den neuen Bundesl\u00e4ndern zumeist bedeutungslos geworden ist, spielt sie in den alten Bundesl\u00e4ndern noch eine m\u00e4\u00dfige Rolle. Mittlerweile ist Gott nur noch f\u00fcr 44 Prozent der katholischen Jugendlichen wichtig. Ganz anders sieht es hingegen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus: Sie haben einen starken Bezug zur Religion, der in diesem Jahrzehnt sogar noch zugenommen hat.<\/p>\n<p><strong>Soziales Engagement und Interesse an der Politik liegen im Trend <\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zu den Vorjahren sind immer mehr Jugendliche sozial engagiert: 39 Prozent setzen sich h\u00e4ufig f\u00fcr soziale oder gesellschaftliche Zwecke ein. Auch hier zeigen sich soziale Unterschiede. Aktivit\u00e4t und Engagement sind bildungs- und schichtabh\u00e4ngig. Je gebildeter und privilegierter die Jugendlichen sind, desto h\u00e4ufiger sind sie im Alltag aktiv f\u00fcr den guten Zweck.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-politik.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-120\" title=\"Shell Jugendstudie 2010: Politik, klicken um zu Vergr\u00f6\u00dfern\" src=\"http:\/\/www.lehrcare.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/shell-jugendstudie-2010-politik-300x214.png\" alt=\"\" width=\"250\" \/><\/a>Auch wenn das politische Interesse bei Jugendlichen weiterhin deutlich unter dem Niveau der 1970er und 1980er Jahre liegt, ist der Anteil der politisch Interessierten im Vergleich zu 2002 und 2006 wieder leicht angestiegen. Dieser leichte Anstieg ist zum einen auf die mittleren und gehobenen Schichten und zum anderen auf die J\u00fcngeren zur\u00fcckzuf\u00fchren. Bei den 12- bis 14-J\u00e4hrigen ist das Interesse von 11 Prozent in 2002 auf mittlerweile 21 Prozent gestiegen. Und auch bei den 15- bis 17- J\u00e4hrigen gab es eine positive Trendwende: In 2002 waren in dieser Gruppe 20 Prozent politisch interessiert, heute sind es 33 Prozent. Kein Anstieg ist hingegen bei den Jugendlichen im Alter von 18 bis 25 Jahren zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Stabil bleibt die politische Selbsteinsch\u00e4tzung der Jugendlichen: Die Mehrheit ordnet sich etwas links von der Mitte ein. Auch beim Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen hat sich wenig ge\u00e4ndert: Hohe Bewertungen gab es f\u00fcr Polizei, Gerichte, Bundeswehr sowie Menschenrechts- und Umweltschutzgruppen, niedrige f\u00fcr die Bundesregierung, die Kirche, gro\u00dfe Unternehmen und Parteien. Trotz der allgemeinen Politik- und Parteienverdrossenheit sind Jugendliche durchaus bereit, sich an politischen Aktivit\u00e4ten zu beteiligen, insbesondere dann, wenn ihnen eine Sache pers\u00f6nlich wichtig ist. So w\u00fcrden 77 Prozent aller jungen Leute bei einer Unterschriftenaktion mitmachen. Immerhin 44 Prozent w\u00fcrden auch an einer Demonstration teilnehmen.<\/p>\n<p><strong>Ich bin ja schon drin: Alle sind im Internet<\/strong><\/p>\n<p>Das Freizeitverhalten der Jugendlichen unterscheidet sich je nach sozialer Herkunft. W\u00e4hrend sich Jugendliche aus privilegierten Elternh\u00e4usern verst\u00e4rkt mit Lesen und kreativen T\u00e4tigkeiten befassen und vielf\u00e4ltige soziale Kontakte pflegen, sind Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien vornehmlich mit Computer und Fernsehen besch\u00e4ftigt. Allen gemeinsam ist jedoch eines: Fast alle Jugendlichen (96 Prozent) haben mittlerweile einen Zugang zum Internet und verbringen dort im Schnitt fast 13 Stunden pro Woche.<\/p>\n<p>Bei der Art der Nutzung des Internets zeigt sich erneut eine soziale Spaltung \u2013 insbesondere bei den m\u00e4nnlichen Nutzern. Die vier verschiedenen Nutzertypen machen dies deutlich: Die Gamer (24 Prozent der Jugendlichen mit Netzzugang) \u2013 vor allem j\u00fcngere m\u00e4nnliche Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien \u2013 verbringen ihre Zeit im Netz haupts\u00e4chlich mit Computerspielen. Digitale Netzwerker (25 Prozent) \u2013 vor allem j\u00fcngere weibliche Jugendliche \u2013 nutzen vor allem die sozialen Netzwerke (Facebook, StudiVZ). F\u00fcr Funktions-User (17 Prozent) \u2013 eher \u00e4ltere weibliche Jugendliche \u2013 ist das Internet Mittel zum Zweck: Sie gebrauchen es f\u00fcr Informationen, E-Mails und Eink\u00e4ufe von zu Hause aus. Die Multi-User (34 Prozent) \u2013 eher \u00e4ltere m\u00e4nnliche Jugendliche aus den oberen Schichten \u2013 nutzen schlie\u00dflich die gesamte Bandbreite des Netzes mit all seinen Funktionalit\u00e4ten.<\/p>\n<p><strong>Zur Diskussion \u00fcber Euren Lehrer-Job und die Realit\u00e4t im Klassenzimmer laden wir wie immer hier in den Kommentaren oder in unserer Facebook Gruppe <a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/group.php?gid=152264131460784\">&#8222;Lehrer, Referendare und Lehramtsstudierende&#8220;<\/a>. <\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich wollten wir von Euch wissen, was Ihr als Lehrerinnen und Lehrer \u00fcber die sogenannte \u201eKevin-Studie\u201c denkt, die Grundschulp\u00e4dagogen ungerechte bzw. subjektive Benotung vorh\u00e4lt. Heute geht es um die andere Seite im Klassenzimmer, um die Sch\u00fcler. Die Shell Jugendstudie ist hier seit vielen Jahren eine der wichtigsten Quellen in Deutschland. 2010 wurde sie zum 16. 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