Teamarbeit unter Lehrkräften (Teil 3): Kollegiale Fallberatung

Nicht nur für unterrichts- oder planungsbezogene Fragen, sondern auch zur Konfliktlösung oder Erörterung von komplexen Problemstellungen sind schulische Teams geeignet. Bewährt hat sich hierbei die Kollegiale Fallberatung (KFB). Bei dieser erörtert und löst ein Team – etwa bestehend aus Lehrkräften – gemeinsam konkrete Problemfälle. Oft werden Fälle gebündelt und dann in einer Sitzung besprochen. Das Besondere an der Kollegialen Fallberatung sind die unterschiedlichen Rollen, die die Teilnehmenden innerhalb der Gruppe einnehmen. Es sind dies

  • der oder die Fallschildernde
  • der oder die Moderierende
  • der oder die Beratende

 

Ablauf der Beratung

Zunächst wird die Rolle des Moderators besetzt. Er oder sie benennt anschließend den oder die Fallschildernde – also diejenige Person, die für ein konkretes Anliegen Lösungsansätze sucht. Zudem benennt er oder sie einen Sekretär/eine Sekretärin, der oder die die genannten Lösungsansätze notiert und ggf. den/die Fallschildernde unterstützt.

Anschließend hört die Gruppe sich das Problem an. Nach etwa 10 Minuten spontaner Schilderung durch den/die Fallschildernde und ggf. klärenden Rückfragen durch den Moderator, sollte sich eine Schlüsselfrage herauskristallisiert haben.

Nun kommen die Berater zum Zug. Mittels verschiedener Techniken erörtern sie nun den Fall. Möglich sind beispielsweise Diskussion, Rollenspiel, Mindmap, Brainstorming oder andere Methoden. In einem Zwischen-Resümee werden Schwerpunkte genannt und Lösungstendenzen festgehalten. Anschließend sucht die Gruppe gemeinsam nach einer Lösung. Die Beratungsrunde endet mit einem Feedback des/der Fallschildernden.

Je häufiger ein Team diese Art der Problemerörterung durchführt, desto geläufiger wird das Verfahren. Es bietet sich daher an, eine regelmäßige Kollegiale Fallberatungsrunde einzuführen – und diese nicht nur im Bedarfsfall tagen zu lassen. Von Vorteil kann überdies eine möglichst heterogene Zusammensetzung, beispielsweise unterschiedliche Lehrerfahrung, Dienstgrade oder variierende persönliche Nähe bzw. Distanz der Gruppenmitglieder sein.

 

Weiterführende Informationen

  • Erläuterung der Kollegialen Fallberatung mit Hinweisen speziell für Referendarinnen und Referendare
  • DVD Kollegiale Fallberatung der LMU: Die Pädagogische Fakultät der Ludwig Maximilians Universität München hat im Rahmen der Reihe „Unterricht Mitschau“ eine DVD zur KFB herausgebracht. Diese demonstriert die Methode anhand eines konkreten nachgestellten Beispiels.
  • Bastian, Johannes, Combe, Arno & Langer, Roman: „Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen“. Beltz Verlag, 2003
  • Bennewitz, Hedda & Daneshmand, Nasim: „Kollegiale Fallberatung – wie geht das? Praxisbegleitende Kleingruppenarbeit fördert pädagogische Kompetenz“, Friedrich Jahresheft 2010 (Lehrerarbeit – Lehrer sein). S. 65-67

 

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