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Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland

Die Möglichkeit, an einer deutschen Schule, Hochschule oder sonstigen Bildungseinrichtung im Ausland zu unterrichten ist für viele Lehrkräfte eine wertvolle und unersetzliche Bereicherung  persönlicher als auch fachlicher Art. Die Chancen auf eine Stelle im Ausland hängen stark von persönlichen Faktoren der Bewerber ab. Dazu gehören neben der Qualifikation vor allem auch die Fächerkombination, der Status und zu einem entscheidenden Teil die persönliche Flexibilität. Nicht zuletzt spielen auch finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Denn das Gehalt kann je nach Art des Einsatzes erheblich variieren.

 

Viele Wege führen ins Ausland

Grundsätzlich haben Lehrkräfte mit Zweitem Staatsexamen und bereits absolvierter Lehrerfahrung gute Chancen bei der Bewerbung um eine Stelle im Ausland. Prinzipiell steht jedoch nicht nur examinierten Lehrerinnen und Lehrern eine Anstellung an Auslandschulen offen. Die Art der zu besetzenden Stelle wird jeweils in der Stellenausschreibung genannt. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt sich eine kurze Nachfrage bei der ausschreibenden Schule.

Unterschieden werden generell folgende Lehrmöglichkeiten:

  • Auslandsdienstlehrkraft (ADLK): Diese Lehrkräfte müssen im innerdeutschen Schuldienst fest verbeamtet oder unbefristet angestellt sein und mindestens zwei Jahre Lehrerfahrung nachweisen. Wie auch in Deutschland sind im Ausland derzeit besonders die MINT-Fächer nachgefragt. Auch Lehrkräfte, die Fachunterricht in einer Fremdsprache (beispielsweise englischsprachiger Erdkundeunterricht) unterrichten, haben gute Karten bei Auslandsbewerbungen. Generell zählt überdies die Zusatzausbildung Deutsch als Fremdsprache (DaF) als gute Voraussetzung für eine Auslandstätigkeit. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Landesprogrammlehrkraft (LPLK): Wer als LPLK eine Auslandsstelle antreten will, ist normalerweise im Landesschuldienst angestellt oder verbeamtet und wird für die Auslandstätigkeit freigestellt. Die Anzahl der LPLK-Stellen ist jedoch weitaus geringer als die der BPLK- und ADLK-Stellen.
  • Bundesprogrammlehrkraft (BPLK): Voraussetzung ist ein erfolgreich abgelegtes 2. Staatsexamen oder ein gleichwertiger Abschluss, bei verbeamteten und unbefristet angestellten Lehrkräften Gewährleistungs- bzw. Freistellungszusage des Dienstherrn bzw. Arbeitgebers. Im Gegensatz zu ADLK ist hier keine aktuelle Anstellung nötig. Bewerber können daher beispielsweise auch schon direkt nach dem Referendariat eine Stelle als BPLK antreten. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Ortslehrkraft oder Ortskraft (OLK oder OK): Prinzipiell können sich alle Lehrerinnen und Lehrer als OLK bewerben, das Zweite Staatsexamen wird aber nicht immer zwingend vorausgesetzt. OLK werden nach Landesrecht angestellt – und zwar entweder als Lehrkräfte oder als Erzieher/-innen, Sozialpädagog/-innen bzw. Mitarbeiter/-innen für den außerschulischen Bereich. Entsprechende Bewerber schließen also direkt mit der ausländischen Schule einen Arbeitsvertrag ab und verhandeln auch das Gehalt selbst. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) veröffentlicht auf ihrer Website Stellenangebote auch für OLK/OK, übernimmt jedoch nicht die Vermittlung. Auch LehrCare veröffentlicht regelmäßig Stellenangebote deutscher Schulen im Ausland.

 

Weiterführende Informationen erhalten interessierte Lehrkräfte, Referendare und sonstige pädagogische Fachkräfte bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sowie auf den Seiten der Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und -lehrer (AGAL).

Eine sehr hilfreiche Anlaufstelle ist auch der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLIA). Er verfügt über umfangreiche Informationen zum Auslandsaufenthalt und zu rechtlichen sowie organisatorischen Fragen und unterhält mehrere Regionalgruppen, in denen Mitglieder Unterstützung erfahren und sich austauschen können.

Von Deutschland in die Welt: Lehrkräfte an deutschen Schulen im Ausland

Von Kapstadt bis Caracas, von Tokio bis Toronto: Rund 1.300 deutsche Lehrerinnen und Lehrer sind weltweit an den insgesamt 141 deutschen Auslandsschulen beschäftigt – und zwar in insgesamt 72 Ländern, auf allen fünf Kontinenten. Dort unterrichten sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Gastländer 79.500 Schülerinnen und Schüler, von denen rund 20.000 deutscher Herkunft sind.

Ein Großteil der Schulen ist in privater Trägerschaft und bietet somit engagierten, interkulturell interessierten Lehrkräften die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum wertvolle Erfahrungen zu sammeln – und zwar persönlicher, als auch fachlicher Art. Auch LehrCare veröffentlicht regelmäßig Stellenangebote deutscher Schulen im Ausland.

Je nach Qualifikation, Berufserfahrung und persönlicher Flexibilität gibt es für Lehrkräfte vier verschiedene Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland.

 

Große persönliche und fachliche Bereicherung

Wer mit dem Gedanken spielt, als Lehrkraft an einer deutschen Schule im Ausland zu unterrichten, sieht sich zunächst mit unzähligen Fragen konfrontiert, gefolgt von Unsicherheiten und organisatorischem Aufwand. Für eine erste Annäherung an das Thema Auslandsschuldienst lohnt ein Blick auf die entsprechenden Seiten der GEW. Neben Tipps zur Organisation nennen diese auch die wichtigsten Motive eines Auslandsaufenthaltes – und betonen den enormen Wert der persönlichen und fachlichen Erfahrungen, die Lehrkräfte aus einem Auslandsaufenthalt ziehen können. Neben Sprachkenntnissen, interkultureller Kompetenz und neuen Zugängen zu pädagogischen Themen gehören hierzu vor allem auch persönliche Erfahrungswerte, wie etwa die Erweiterung des eigenen Horizonts, neue Motivation für den Beruf oder die Stärkung des Selbstvertrauens.

Eine weitere Anlaufstelle für einen geplanten schulischen Auslandseinsatz ist die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), eine Abteilung des Bundesverwaltungsamts Köln. Sie ist der administrative Knotenpunkt für die personelle und finanzielle Betreuung deutscher Auslandsschulen sowie für die Vermittlung von Bewerbern an ausländische Schulen. Gleichzeitig überwacht sie die pädagogische und fachliche Qualität der ausländischen Schulen, bündelt Qualifizierungsmaßnahmen und steht in engem Kontakt mit den Ministerien der Bundesländer, aber auch mit dem Auswärtigen Amt.

Eine sehr hilfreiche Adresse ist schließlich auch der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLIA). Er verfügt über umfangreiche Informationen zum Auslandsaufenthalt sowie zu rechtlichen und organisatorischen Fragen. Zudem unterhält er mehrere Regionalgruppen, in denen Mitglieder Unterstützung erfahren und sich austauschen können.

 

Welchen Status haben deutsche Auslandsschulen?

Deutschen Schülerinnen und Schülern – beispielsweise Kindern im Ausland tätiger Experten – den deutschsprachigen Schulbesuch zu ermöglichen, ist sicher einer der Hauptaspekte deutscher Schulen im Ausland. Doch eine Auslandsschule ist weit mehr als nur eine internationale „Außenstelle“, denn jede Schule im Ausland repräsentiert gleichzeitig Deutschland und die deutsche Sprache und ermöglicht intensive Begegnungen sowie nachhaltigen Austausch mit dem Gastland. Damit verwirklicht das Auslandsschulwesen entscheidende Ziele der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

 

Gute Prognosen für den Auslandsschuldienst

Über den Tellerrand schauen, sich neuen Erfahrungen öffnen und global denken sind zentrale Kompetenzen heranwachsender Generationen und in einer zunehmend vernetzten Welt von entscheidender Bedeutung. Die Interessen der Auslandsschulen gegenüber der Bundesregierung sowie anderen Stellen zu vertreten und den Austausch der deutschen Schulen auch untereinander zu ermöglichen, sind daher zentrale Aufgaben des Weltverbands deutscher Auslandsschulen (WDA).

Auch die Politik hat die Bedeutung von deutschen Auslandsschulen erkannt und Anfang 2014 das lang diskutierte Auslandsschulgesetz (ASchulG) verabschiedet. Es ist ein wichtiger Baustein für die Förderung deutscher Schulen im Ausland.

(Gastbeitrag von Christine Peter)

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