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Freie digitale Unterrichtsmaterialien: Open Educational Resources (Stand: Oktober 2019)

Open Educational Resources (OER) sind kostenlose, online erhältliche und für jeden zugängliche Lehr- und Lernmaterialien, die aufgrund freier Lizenzen verwendet und verändert werden dürfen. Der Sammelbegriff OER umfasst neben Texten auch Bilder, Grafiken, Aufgaben, Videos bis hin zu kompletten Lehrbüchern, Kursen, Programmen oder Techniken. Entstanden ist der Begriff Open Educational Resources durch Überlegungen, wie Schwellen- und Entwicklungsländern Bildungsmedien zugänglich gemacht werden können. Seither findet er sich auch im Sprachgebrauch öffentlicher Institutionen, wie etwa der UNESCO.

Die Bemühungen um einen Zugriff benachteiligter Länder zu Bildungsressourcen wurden schließlich 2012 in der Pariser Deklaration festgehalten. Deren Ziel ist es, die UNESCO-Mitgliedsstaaten aufzufordern, über OER zu informieren und diese zu verbreiten. Eine 2013 erschienene Broschüre der UNESCO informiert ausführlich über Wesen und Funktionsweise der OER.

Eindeutige Rechtslage

Während herkömmliche, im Internet frei (und kostenlos) auffindbare Materialien nicht per se zur weiteren Verwendung gedacht sind, werden OER von den jeweiligen Urhebern unter eine spezielle Lizenz gestellt, die es anderen explizit erlaubt, diese Materialien zu nutzen und nach ihren Bedürfnissen zu verändern. Für Lehrkräfte hat dies den entscheidenden Vorteil, dass sie sich rechtlich auf sicherem Terrain bewegen – und nicht in einer Grauzone. Mit den sogenannten Creative Commons-Lizenzen zeigt ein Urherber jedoch lediglich an, dass seine Materialien frei verwendet werden dürfen. Das Urheberrecht bleibt bestehen.

Unterschiedliche Arten von Lizenzen

Insgesamt werden vier Arten von Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) unterschieden, die jeweils unterschiedliche Rechte einräumen.

  • CC BY: Auf diese Weise gekennzeichnete Materialien können frei verwendet, verändert und wieder veröffentlicht werden. Der ursprüngliche Urheber und die Quelle müssen jedoch genannt werden.
  • CC SA („share alike“): Bei dieser Kennzeichnung müssen veränderte Versionen des Ursprungsmaterials bei erneuter Veröffentlichung wieder mit derselben Lizenz veröffentlicht werden.
  • CC NC („non commercial“): Diese Lizenz verbietet die kommerzielle Nutzung des Materials.
  • CC ND („no derivates“): Material mit dieser Lizenz darf zwar weitergegeben und wieder veröffentlicht werden, Veränderungen sind allerdings nicht erlaubt.

OER suchen und finden

Die bekannteste Adresse für Wissen mit CC-Lizenz ist Wikipedia. Hier ist ausschließlich frei verfügbares Material enthalten. Zudem kann auf der Seite www.oercommons.org/ gezielt nach freien Bildungsmaterialien gesucht werden. Sie enthält jedoch zum Großteil Verweise auf englischsprachige Seiten.

Um per Google Inhalte mit CC-Lizenzen auffinden zu können, ist die Zuhilfenahme der „Erweiterten Suche“ notwendig. Hier können im Abschnitt „Ergebnisse eingrenzen“ die gewünschten Nutzungsrechte ausgewählt werden.

Auch auf YouTube ist die Suche nach Filmen mit CC-Lizenz möglich. Hierfür geben User zunächst einen Suchbegriff ein und aktivieren dann einen entsprechenden Filter (oberhalb des ersten angezeigten Videos).

OER – den Einstieg finden

Einen guten Einstieg ins Thema „OER verwenden in der Schule“ bietet die Seite OER kompakt, federführend verwaltet vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU). Neben einer Materialiensammlung inkl. Suchfunktion gibt es hier auch mehrere Erklärvideos zu OER.

Sehr fundiert, aber mit nicht ganz so engem schulischen Bezug informiert die Seite OERinfo der Informationsstelle Open Educational Resources.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung hält eine umfangreiche Informationsseite über OER parat.

OER zu einzelnen Fachgebieten

Teamarbeit unter Lehrkräften (Teil 1): Darum ist Kooperation wichtig

Auch wenn jede Lehrkraft im Klassenraum de facto ein „Einzelkämpfer“ ist, kann kollegiale Zusammenarbeit bzw. Teamarbeit sowohl den Unterricht als auch die Arbeitszufriedenheit positiv beeinflussen. Viele Schulen in Freier Trägerschaft zeichnen sich gerade durch Strukturen aus, die diese Kollegialität ermöglichen und fördern.

 

Kooperation höchst erwünscht

Rund 97 Prozent der Lehrkräfte halten es für wichtig, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und zu beraten. Immerhin 87 Prozent der Lehrkräfte erachten diesen Aufwand als lohnend. Allerdings beschränkt sich diese Kooperation oft auf die Weitergabe von Informationen oder die Empfehlung von Methoden und Materialien (77 Prozent der befragten Lehrkräfte). Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Lehrerkooperation in Deutschland“, durchgeführt 2016 von der Bertelsmann Stiftung nach einer repräsentativen Umfrage unter 1.015 Lehrkräften. Nur selten findet demnach eine komplexe Zusammenarbeit in Form von gemeinsamer Erarbeitung von Inhalten oder Methoden statt (25 Prozent). Dies liegt unter anderem auch darin begründet, dass dies zeitlich und organisatorisch nicht im Schulalltag verankert ist.

 

Als Voraussetzungen für funktionierende Teams identifiziert die Studie:

  1. Durch das Einräumen fester Team-Arbeitszeiten bekommt die Teamarbeit einen entsprechenden Stellenwert im Stunden- bzw. Arbeitsplan.
  2. Grundsätzlich kooperieren jene Lehrkräfte häufiger, bei denen eine gemeinsame Anwesenheit in der Schule auch außerhalb der Unterrichtszeiten gegeben ist.
  3. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten, kann auch die Schulleitung Einfluss auf das Maß der Kooperation der Lehrkräfte haben. Das Mittragen des Kooperationsgedankens durch die Schulleitung ist daher essentiell.
  4. Um Zuständigkeiten und Ansprechpartner zu kennen, bedarf es festgelegter Strukturen für jahrgangs- oder fachbezogene Abstimmungen.
  5. Nicht zuletzt: Auch ausreichende räumliche Kapazitäten für Team-Besprechungen sind von grundlegender Bedeutung.

 

In einigen Schulen in Freier Trägerschaft ist die kollegiale Kooperation fest im Schulprogramm verankert. Gelegentlich wird sie überdies gestützt durch institutionalisiertes gegenseitiges Hospitieren im Unterricht und/oder kollegiale Fallberatung.

 

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