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15 nützliche Schul- und Lern-Apps (Stand: August 2018)

Neben Apps zur Unterrichtsvorbereitung und fachlichen Weiterbildung gibt es eine stetig wachsende Zahl von Applikationen zum Einsatz im Unterricht. Großer Beliebtheit erfreuen sich nicht zuletzt auch Apps zur Selbstorganisation und zum Zeitmanagement für Lehrkräfte. Hier eine Auswahl 15 aktuell empfehlenswerter Anwendungen fürs Smartphone.

 

Canva

Poster, Karten, Flyer, Infografiken, Broschüren und Schaubilder selbst erstellen. Viele Gestaltungs- und Layout-Möglichkeiten.

 

Trello

Konzipiert als Projektmanagement-Tool können mit dieser App Abläufe organisiert, Listen erstellt und komplexe Projekte gemanagt werden. Auch für Teams geeignet.

 

Padlet

Anwendung zum Sammeln von Informationen, Notizen, Texten, Bildern etc. und zum Organisieren an sogenannten Pinnwänden. Spezielle Anpassungen für die gesamte Schule möglich.

 

Edkimo

Hilfreiche App zum strukturierten Einholen von Feedback – von Schülerinnen und Schülern, Eltern, dem Kollegium oder Kooperationspartnern.

 

Evernote

Evernote speichert alles, was man sonst in ein Notizbuch oder auf herumfliegende Zettel notiert – vom Einkaufszettel über Urlaubsplanung bis hin zu Fotoalben. Verknüpfte Endgeräte können in Echtzeit synchronisiert werden.

 

Explain Everything

Mit „explaineverything.com“ lassen sich unkompliziert digitale Präsentationen und „Folien“ sowie kurze Lehrvideos erstellen.

 

Cam Scanner

Diese App ermöglicht das Einscannen von Dokumenten, Bildern etc. und das Umwandeln in pdfs.

 

Duolingo

App zum spielerischen Erlernen von Fremdsprachen. Wie bei Videospielen müssen Lernende kleine Aufgaben bzw. Level absolvieren und dürfen dabei nicht ihre „Leben“ verlieren. Die deutschsprachige Version ermöglicht das Erlernen der Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch.

 

Quizlet

Mit der App Quizlet lassen sich digital Karteikarten zu individuellen Themenbereichen erstellen. Zudem gibt es zahlreiche Anregungen für die Verwendung im Unterricht.

 

Teacherstudio

Teacherstudio ist ein Organisationstool für den Arbeitsalltag von Lehrkräften: Es bietet Raum für Dokumentationen, Sitzpläne, Schülerverwaltung, Kalender und vieles mehr.

 

Seesaw

Hiermit können Schülerinnen und Schülern ein digitales Portfolio erstellen und so ihren Lernfortschritt dokumentieren. Auch geeignet zum Austausch mit Eltern.

 

Lehrerapp

App zur Verwaltung von (auch sensiblen) Daten, zur Schüler- und Notenverwaltung, Termin- und Stoffplanung, zum Festhalten von Fehlzeiten, Adressen und sonstigen verwaltungsbezogenen Informationen.

 

Brainyoo

Lern- und Karteikarten selbst erstellen, Eselsbrücken bauen und Wissen abfragen und vertiefen. Mit verschiedenen multimedialen Möglichkeiten.

 

Goconqr

Mit Goconqr können Lerninhalte sortiert, gebündelt und mit anderen Lernenden geteilt werden. Dient dem langfristigen Wissensaufbau und der Archivierung von Lerninhalten.

 

Wunderlist

Wunderlist ist eine Art „zweites Gedächtnis“. Hier können Listen, Planungen, Ideen, Termine, Adressen und alle sonstigen Informationsschnipsel zentral gespeichert und abgerufen werden.

 

Podcasts für Lehrer (Stand: Juni 2018)

Ob zur fachlichen Weiterbildung, aus privatem Interesse oder zur Vorbereitung und Einbindung in den Unterricht: Podcasts, also fortlaufende, abonnierbare und auf dem Smartphone abspielbare Audio-Beiträge, sind auch im schulischen Umfeld eine praktische und zeitgemäße Form der Mediennutzung.
Zum einen existieren mittlerweile zahlreiche von Lehrkräften produzierte Podcasts, zum anderen kann die Produktion von Podcasts auch Bestandteil des Unterrichts sein. Nicht zuletzt dienen Podcasts vielen Lehrkräften auch als Medium der Fort- und Weiterbildung.

 

Podcasts von Lehrkräften (Auswahl)

Locker Lehrer: Der Untertitel „Der positive Lehrerpodcast“ verrät es: Hier geht es um Nützliches, Hilfreiches, Unterstützendes und Anregendes rund um den Lehrerberuf: von Weihnachtsgeschenkideen über Tipps zur Elternarbeit bis hin zu Durchhalteparolen fürs Referendariat.

Der Referendarsflüsterer: Der Name lässt es vermuten: Dieser Podcast richtet sich an Referendare und will diese durch den Irrgarten der ersten Zeit in der Schule begleiten.

Unterrichtsfreie Zeit: Dieser Podcast (und auch gleichnamiges Blog) wird betrieben von Lehrerin Jenny, die sich selbst als „Organisationsfreak“ bezeichnet. Schwerpunkt hier daher: Zeitmanagement, Selbst- und Unterrichtsorganisation

Schulsprecher: Dieser Podcast geht in die Tiefe und behandelt in jeweils recht ausführlichen Episoden grundlegende Fragen der Lehrertätigkeit: Wie funktioniert Leistungsbewertung? Welches ist die Rolle von Lehrern? Wie „tickt“ unser Bildungssystem?

Frau Bachmayer packt aus! Frau Bachmayer und Herr Krautmann sind zwar fiktive Namen, die dahinterstehenden Lehrkräfte existieren jedoch real – und sie reden Tacheles über all das, was sonst nur hinter den verschlossenen Türen der Lehrerzimmer diskutiert wird.

Vorbild-Schule: In diesem Podcast kommen engagierte Lehrerinnen und Lehrer zur Sprache, die aus ihrer Schule eine Vorbildschule machen möchten. Jede Episode widmet sich einem Interviewpartner und dessen Ansätzen.

Für die gezielte Suche nach Podcasts – auch nach Themenbereichen und Stichworten – empfiehlt sich das Portal podcast.de. Es liefert zudem einen Einblick in die Funktionsweise von Podcasts. Überdies geben die meisten Rundfunkanstalten, TV-Sender sowie Magazine und Zeitungen mittlerweile eigene Podcast-Reihen heraus.

 

Bildungsteilhabe von Flüchtlingen: Informationssammlung für Lehrkräfte

Wie sehen die Regelungen zur Schulpflicht von Flüchtlingskindern aus? Wo gibt es Unterrichtsmaterialien zum Thema Flucht? Wie lauten die Bestimmungen zum Zugang zum Arbeitsmarkt von Flüchtlingen?

Rechtslage zur Schulpflicht

Ein Recht auf Schulbesuch haben grundsätzlich alle Flüchtlingskinder. Die Frage der Schulpflicht von Flüchtlingskindern ist Ländersache und festgeschrieben in den jeweiligen Schulgesetzen. Während in Berlin Flüchtlingskinder ohne Aufenthaltsrecht bzw. Duldung noch nicht der Schulpflicht unterliegen, besteht in den meisten anderen Ländern die Verpflichtung zum Schulbesuch auch ohne geklärten Aufenthaltsstatus.

Jedoch haben die einzelnen Länder unterschiedliche Bestimmungen zum Beginn der Schulpflicht – mit Rücksicht auf eventuelle durch die Flucht erlittene Traumata sowie im Hinblick auf Unklarheiten bzgl. des festen Aufenthaltsortes. Nähere Informationen zu länderspezifischen Regelungen gibt eine Übersichtsseite des Deutschen Bildungsservers.

 

Unterrichtsmaterialien zum Thema Flucht und Migration

Fundierte Materialien für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse enthält eine Zusammenstellung des UNHCR Kostenlos zum Download oder per Post erhältlich.

 

Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Politische Bildung Online (BAG) bietet mehrere Themenseiten sowie einen Überblick der Berichterstattung zum Thema.

 

Das Hilfswerk Misereor hat mehrere Materialien sowie Musterstunden zum Thema Flucht konzipiert. Diese sind zugeschnitten für den Unterricht der Fächer Erdkunde, Politik, Sozialwissenschaft, katholische Religion und Ethik in der Sekundarstufe I.

 

Einen globalen Blick auf das Thema Migration –über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus – richtet das Grundlagendossier Migration der Bundeszentrale für politische Bildung.

 

Sehr umfangreich aufgestellt und angereichert durch Zeitzeugen-Interviews ist das Portal „The Unwanted“.

 

Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge

Das komplexe Thema Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge befindet sich in Anbetracht der aktuell hohen Flüchtlingszahlen in Europa im Wandel. Es mehren sich Stimmen, die aus Gründen der Integration eine Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt fordern. Der Deutsche Bildungsserver gibt einen Überblick über rechtliche Aspekte, Hintergründe sowie Projekte in einzelnen Bundesländern.

Allgemeine Informationen über mögliche Zugänge zu Bildungsangeboten für Flüchtlinge gibt auch die Broschüre „Recht auf Bildung für Flüchtlinge“.

 

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

Inklusion in Deutschland: Warten auf die Analyse

Mit der 2008 in Kraft getretenen Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen verpflichteten sich 138 Länder, darunter auch die EU-Staaten, die Lebenssituation von behinderten Menschen zugunsten einer selbstverständlichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die Implementierung von inklusiver Bildung, gekennzeichnet vor allem durch die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern.

 

 

Fragenkatalog beschlossen

Doch die Praxis zeigt: Die Umsetzung gestaltet sich schwierig – und ist vor allem langwierig. Regelmäßige Überprüfungen durch Gremien der Vereinten Nationen, sogenannte Staatenprüfungen, überwachen daher die in der BRK geforderten Prozesse und fordern von den Regierungen der einzelnen Länder regelmäßige Zwischenbilanzen. Nachdem 2013 Österreich unter die Lupe genommen wurde, steht für September 2014 die Staatenprüfung Deutschlands an, für die aktuell der Fragenkatalog beschlossen wurde. In diesem nimmt die Begutachtung der im Bildungsbereich umgesetzten Maßnahmen eine zentrale Stellung ein. Allen voran wird die Bundesregierung aufgefordert werden, Zahlen zu nennen, die die tatsächliche Inklusionsrate zwischen 2008 und 2014 offenlegen.

 

 

„Im Bildungsbereich ein Entwicklungsland“

Nach Überzeugung der Juristin Prof. Dr. Theresia Degener, Mitglied des VN-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, liefern die österreichischen Ergebnisse bereits einen „Vorgeschmack“ auf die Resultate, mit denen bei der Überprüfung Deutschlands gerechnet wird. Denn zwischen Deutschland und Österreich gibt es in punkto Bildungssystem mehrere Parallelen. So verfügen beispielsweise beide Länder über selektive Schulsysteme samt stark ausgebauten Sonderschulnetzen. Diese Zweiteilung in allgemeinbildende Schulen und solche mit speziellen Förderungsangeboten festigt jedoch segregierende Tendenzen, statt sie aufzuheben. Denn, so klärt Theresia Degener in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf, während andere europäische Länder eine Inklusionsquote behinderter Schülerinnen und Schülern in Regelschulen von über 80 % haben, liegt dieser Wert in Deutschland bei mageren 16 – 20 %. Degener: „Im Bildungsbereich ist Deutschland ein Entwicklungsland“.

Digitales Lehren und Lernen: „Quo vadis, Schulbuch?“

Online-Medien, E-Books, Apps, Wikis und andere digitale Lösungen halten immer mehr Einzug in den Schüler- und Lehrer-Alltag. Doch können sie gedruckte Schulbücher eines Tages ersetzen? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile gedruckter und digitaler Medien? Welche elektronischen Angebote sind beispielsweise für die Unterrichtsvorbereitung hilfreich? Und welche Lösungen wären in Zukunft wünschenswert? Um diesen und verwandten Fragen nachzugehen, hat die Universität Augsburg 2013 im Rahmen des Forschungsprojektes „Bildungsmedien online“ eine bundesweite Umfrage unter rund 900 Lehrkräften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte nutzt Online-Inhalte, um das in gedruckten Schulbüchern enthaltene Wissen um aktuelle Fakten, Zahlen, Grafiken, Abbildungen oder Videos zu ergänzen. Schulbücher sind zwar nach wie vor hoch anerkannt und werden gegenüber Online-Materialien als höherwertig angesehen. Doch dienen sie mittlerweile vielen Lehrkräften eher als ein roter Faden durch die Vorgaben des Lehrplans als ein Medium, das alle Unterrichtsinhalte abdeckt.

 

Bücher liefern „geprüfte Qualität“

Die Suche im Internet hat ihre Tücken: Eine Recherche nach für den Unterricht verwertbaren Online-Inhalten geschieht bislang zumeist nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Anders gesagt: Von einer systematischen Nutzung kann noch keine Rede sein. Dies liegt zum einen daran, dass es eine schier unübersehbare Fülle an geeigneten Materialien gibt, die jedoch permanent neu entstehen – und wieder verschwinden können. Zudem existiert kein zentrales Portal, das fach- und jahrgangsübergreifend Materialien für Lehrkräfte bündelt. Auch ein Austausch der Pädagogen untereinander kann so nicht stattfinden.

Zwischen dem Endverbraucher-Wunsch nach aktuellen, den Unterricht bereichernden Materialien und der Realität in punkto Online-Lernmedien klafft somit eine große Lücke. Dies belegen auch die Bildungszahlen 2014, herausgegeben vom Verband Bildungsmedien: 2011 wünschten sich demnach 70 % der Deutschen die schnelle Einführung digitaler Schulbücher. Im Jahr 2013 jedoch hatten sich nur 0,06 % der Deutschen einen (kostenlosen und anonymen) Account zum Ausprobieren digitaler Schulbücher zugelegt.

Dies zeigt: Auch wenn Online-Bildungsmedien zahlreiche Vorteile haben, ist die Schwellenangst offenbar hoch. Ein Grund mag die Undurchschaubarkeit der Anbieter sein. Endverbraucher denken hier – verständlicherweise – noch in alten Kategorien: Lerninhalte die in Buchform erscheinen, haben einen langen Entstehungsprozess durchlaufen, denn sie sind mindestens durch Autoren- und Verlagsredaktionshände gegangen. Renommierte Verlagsnamen tun ihr Übriges, Büchern zu Seriosität und Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Anders ist es jedoch bei online publizierten Inhalten. Hier gibt es nicht automatisch eine „Kontrollinstanz“ und in vielen Fällen auch keinen Verlag, der mit seinem Namen für die Qualität der Inhalte bürgt.

 

„Selbst ist der Lehrer“

Wie sehr sich viele Lehrkräfte an der zeitaufwendigen Suche nach Materialien im Internet stören, zeigt eine Initiative zweier Pädagogen in Berlin. Frustriert von der immer wieder notwendigen Suche nach aktuellen Materialien für den Biologieunterricht kamen sie auf die Idee, eine lehrplankonforme zentrale Plattform, ein „digitales Schulbuch“ für Unterrichtsmaterialien zu gründen. Nach dem Vorbild der Online-Enzyklopädie Wikipedia sollte es frei zugänglich, umsonst und für jeden nutzbar sein. Die beiden Lehrer sammelten also Materialien im Netz, schrieben einige Artikel selbst, vernetzten und machten auf ihr Projekt aufmerksam. Das Ergebnis war bahnbrechend: Als der „Schulbuch-O-Mat“ online ging, konnte er bereits in der ersten Woche über 1.300 Downloads verzeichnen. Auf die Frage, was der Nachteil von Schulbüchern im Vergleich zu digitalem Lehr- und Lernmaterial sei, antworten die beiden Pädagogen im ZEIT-Interview: „Da werden die alten Strukturen überhaupt nicht losgelassen, es ist der immer gleiche Saft, immer wieder aufgefrischt.“ Zudem seien die Herstellungskosten für Bücher hoch und ressourcenintensiv – bei einer relativ kurzen Halbwertszeit des gedruckten Buches. Der Schulbuch-O-Mat hingegen lebt von der Interaktion vieler Nutzer, die die Inhalte selbst auch editieren, ergänzen oder aktualisieren können.

 

Quo vadis?

Bleibt die Frage nach der Zukunft des Schulbuchs: Wie die Augsburger Studie zeigt, ist der Wunsch nach digitalen Medien und Inhalten ohne Zweifel vorhanden. Dennoch ist der Schritt zu einem rein digitalen Schulbuch bei einem Großteil der Lehrerschaft mit Schwellenängsten behaftet. Zum Teil ist dies sicher auch einer Hemmung vor technischen Innovationen geschuldet. Eine der diesbezüglich spannendsten Fragen der nächsten Jahre wird daher sein, ob es den renommierten Schulbuchverlagen gelingt, ihre gute Reputation dazu zu nutzen, auch bei Online-Inhalten zu überzeugen.

 

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 8: Konfessionelle Schulen (katholisch)

Konfessionelle Schulen zeichnen sich durch ihre enge Anlehnung an eine Glaubensrichtung aus – in Deutschland also hauptsächlich an die katholische oder die evangelische Konfession. 2011 besuchten hierzulande etwa 442.000 Schülerinnen und Schüler eine konfessionelle Schule, von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien. Auf katholische Schulen entfielen hierbei rund 327.000 Schülerinnen und Schüler, auf evangelische ca. 115.000.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Je nach Träger der spezifischen Schule können die Anforderungen an Lehrkräfte katholischer Schulen stark variieren. So haben beispielsweise Ordensschulen andere Anforderungen als Schulen in Trägerschaft von Stiftungen. Unabdingbar ist neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation eine ausgeprägte Identifizierung mit der katholischen Ausrichtung.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da sich Katholische Schulen eng am staatlich vorgegebenen Lehrplan orientieren, bewegen sich die Möglichkeiten der inhaltlichen Unterrichtsgestaltung innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. Jedoch gibt es für Lehrkräfte umso mehr Möglichkeiten, sich pädagogisch bzw. gestalterisch einzubringen. Einen Überblick über den Erziehungsauftrag Katholischer Schulen gibt ein Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Viele freie Katholische Schulen verfügen darüber hinaus über ein dezidiertes Schulprofil, für dessen Erarbeitung bzw. Umsetzung sich Lehrkräfte engagieren können.

 

Entstehung

Etwa anderthalb Jahrtausende lang waren in Mitteleuropa Kirchen und andere Religionsgemeinschaften die einzigen Träger von Bildungseinrichtungen. Erst in den letzten Jahrhunderten verbreiteten sich staatliche Schulen in größerem Maße. Heute sind in Deutschland konfessionelle Schulen gegenüber staatlichen Schulen in der Minderzahl. 2009 waren insgesamt 325.000 Schüler an katholischen und 2007 rund 115.000 Schüler an evangelischen Schulen eingeschrieben. Unter den Schulen in freier Trägerschaft stellen die katholischen Schulen damit den größten Anteil dar. Eine Ausnahmeregelung gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind konfessionelle Schulen als staatliche Schulen in der Trägerschaft von politischen Gemeinden.

 

Umsetzung in die Praxis

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Qualitätskriterien für Katholische Schulen festgelegt, in denen unter anderem Empfehlungen für die Punkte Erziehungsauftrag, Unterrichtsgestaltung, Lehrkräfte und Elternarbeit ausgesprochen werden. Diese können als Grundlage für die Praxis Katholischer Schulen gesehen werden. Das Papier verdeutlicht darüber hinaus, dass Katholische Schulen einen hohen Anspruch an die Schulqualität haben, dass jedoch die Palette möglicher Ausgestaltungsformen sehr breit ist. Dies liegt nicht zuletzt auch an regionalen bzw. länderspezifischen Eigenarten.

 

Status

Katholische Schulen in freier Trägerschaft sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und vermitteln als solche die Inhalte der Bildungspläne der öffentlichen Schulen. Sie ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern staatlich anerkannte Abschlüsse, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft erhalten katholische Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Bei den Elternbeiträgen achten konfessionelle Schulen in besonderem Maße auf die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. So gibt es an vielen Schulen reduzierte Schulgelder. Eine zusätzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden.

 

Weitere Informationen

Der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) informiert auf seiner Website über katholische Schulen in Deutschland. Katholische Religionslehrer/-innen und sonstige Lehrkräfte, die sich für eine Tätigkeit in einer katholischen Schule interessieren, finden zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien auf dem Religionspädagogischen Portal der katholischen Kirche in Deutschland.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 6: Montessori-Schulen

Rund 1.000 Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland arbeiten nach der reformpädagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch „Kinderhäuser“ genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterführende Schulen) zählen sowohl Schulen in freier Trägerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Trägerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Trägerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterführenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst werden die Prinzipien der Montessori-Pädagogik in dem Satz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich möglichst frei entfalten und für sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterstützung durch Erzieher bzw. Lehrkräfte, erfahren aber durch eigenständiges Erarbeiten eine Stärkung ihrer Persönlichkeit.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Pädagogen, die an Montessori-Schulen tätig werden möchten, benötigen eine dezidierte Montessori-Ausbildung, die in der Regel nach der staatlichen Lehramts- bzw. Erzieher-Ausbildung in Montessori-Ausbildungsorganisationen absolviert wird. Unabhängig von der Ausbildung sollten an Montessori-Schulen interessierte Lehrkräfte über fundierte Beobachtungs- und Problemlösungsfähigkeiten verfügen, da diese für den pädagogischen Alltag unverzichtbar sind. Eine wohlwollende Haltung gegenüber der Montessori-Pädagogik wird vorausgesetzt.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da die Zahl der Montessori-Schulen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, stellen Montessori-Schulen immer mehr ein Betätigungsfeld mit Zukunft dar.

 

Entstehung

Die Montessori-Pädagogik fußt auf dem Gedankengut der Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870 – 1952), die ab Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Lehren in sogenannten Montessori-Ausbildungskursen weitergab. In Deutschland fanden diese großen Anklang und es entstanden schon vor 1920 mehrere Montessori-Kinderhäuser und -Schulen. 1925 wurde die Deutsche Montessori Gesellschaft gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten alle Montessori-Einrichtungen geschlossen werden, erlebten aber nach 1945 eine rasche Renaissance. Seit den 1980er-Jahren erfreuen sich Montessori-Einrichtungen ungebrochen wachsender Beliebtheit. Gerade die Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft ist in den letzten 20 Jahren rasant angestiegen. So waren beispielsweise im Montessori Landesverband Bayern bei seiner Gründung 1985 fünf Montessori-Schulträger organisiert, heute sind es 80.

 

Umsetzung in die Praxis

Ein entscheidendes Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit, die neben dem Fachunterricht gleichberechtigter Teil des Stundenplans ist. Die Freiarbeit gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich denjenigen Lerninhalten zuzuwenden, für die sie sich am meisten interessieren. Auch beim Fachunterricht können die Kinder und Jugendlichen in gewissem Maße entsprechend ihrer Interessen wählen. Feste Lehrpläne, Noten oder Klausuren gibt es an Montessori-Schulen nicht. Die meisten Montessori-Schulen sind Ganztagsschulen, sodass überdies auch das gemeinsame Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung fester Bestandteil des Tagesablaufs sind.

 

Status

Private Montessori-Grundschulen sind generell staatlich genehmigte Ersatzschulen. Bei den weiterführenden Montessori-Schulen ist der Status unterschiedlich: Teils sind es Ergänzungsschulen, an denen kein staatlich anerkannter Abschluss abgelegt werden kann. Neben diesen entstehen jedoch immer mehr Montessori-Oberschulen (MOS), an denen Schülerinnen und Schüler auch das Abitur ablegen können.

 

Finanzierung

Die Finanzierung des Besuchs einer Montessori-Schule hängt eng mit deren Status (s.o.) zusammen. Staatliche Schulen mit Montessori-Zweig sind anderen staatlichen Schulen gleichgestellt. Der Montessori-Fokus ist bei diesen lediglich ein pädagogischer, nicht aber ein konzeptioneller Schwerpunkt.

Montessori-Schulen mit dem Status „staatlich genehmigte Ersatzschule“ erhalten wie alle freien Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

 

Weitere Informationen

Der Montessori-Dachverband Deutschland (MDD) informiert über Inhalte der Montessori-Pädagogik sowie über Montessori-Einrichtungen.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 5: Schulen für Hochbegabte

Als hochbegabt gilt, wer über einen Intelligenzquotienten von 130 oder höher verfügt. Zum Vergleich: Einen IQ von 100 erreichen ca. 50 % der Bevölkerung, ein IQ von 115 attestiert bereits die Fähigkeit zu Bestleistungen. In Deutschland geht man von ca. 360.000 hochbegabten Kindern aus. De facto können Schülerinnen und Schüler mit besonderer Begabung ihre Fähigkeiten jedoch nur dann voll entfalten, wenn sie gezielt gefördert werden. In „normalen“ Schulen fallen Hochbegabte daher nicht zwangsläufig durch herausragende Leistungen auf – im Gegenteil: Oft führt die Unterforderung im Unterricht zu innerer Abkehr oder gar zur Auflehnung gegen die Schule. Nicht selten sind hochbegabte Kinder daher auch verhaltensauffällig. Um Kinder mit Hochbegabung ganzheitlich fördern zu können, sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland mehrere private Schulen für Hochbegabte entstanden.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Hochbegabte Kinder entwickeln ihre herausragenden Fähigkeiten in den unterschiedlichsten Feldern, wie beispielsweise im logisch-mathematischen, kreativ-künstlerischen, sprachlichen, musikalischen, sportlichen oder sozialen Bereich. Lehrkräfte an Privatschulen für Hochbegabte benötigen daher ein besonders fundiertes Wissen in ihrem Fachbereich und die Bereitschaft, sich kontinuierlich intensiv weiterzubilden. Darüber hinaus sind Einfühlungsvermögen, Geduld und Empathie unerlässlich.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Lehrkräften, die sich zur intensiven Betreuung und Förderung Begabter berufen fühlen, bieten sich besonders an privaten Schulen für Hochbegabte zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten. Von Vorteil ist einschlägige Erfahrung in der Arbeit mit Begabten und/oder eine entsprechende Weiterbildung. Am Internationalen Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF) können Lehrkräfte unter anderem das Weiterbildungsstudium „Specialist in gifted Education“ absolvieren. Dieses schließt mit dem sogenannten ECHA-Diplom ab (European Council for High Ability). Das Studium liefert zum einen Hintergrundwissen zu den Themen Intelligenz, Motivation, Kreativität und individuelle Förderung und führt Lehrkräfte zum anderen praktisch in die optimale Begleitung von Hochbegabten ein. Ein weiterer Fokus liegt auf der Diagnostik von Hochbegabung. Neben dem ECHA-Diplom können Lehrkräfte am ICBF auch Abschlüsse zum ECHA-Coach sowie zum Beratungslehrer absolvieren.

 

Entstehung

Die Förderung Hochbegabter steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Von einer systematischen, gezielten Förderung kann erst seit den frühen 1980er-Jahren die Rede sein. Da staatliche Schulen auf die Bedürfnisse von Kindern mit besonderer Begabung nur sehr eingeschränkt eingehen können, haben sich in Deutschland einige Privatschulen dieser Aufgabe verschrieben.

 

Umsetzung in die Praxis

Privatschulen für Hochbegabte existieren in zwei unterschiedlichen Modellen: Einige Schulen nehmen ausschließlich hochbegabte Schülerinnen und Schüler auf und unterrichten diese in relativ kleinen Klassen. An anderen Privatschulen lernen sowohl „normal“ begabte als auch hochbegabte Kinder und Jugendliche. Allerdings werden dort für Hochbegabte eigene Klassen und/oder Fördergruppen unterhalten. Generell gehen Schulen für Hochbegabte über die regulären Lehrpläne hinaus und fördern ihre Schülerinnen und Schüler so individuell wie möglich. Wie dies im Einzelnen in die Praxis umgesetzt wird, variiert von Schule zu Schule.

 

Status

Die Abschlüsse von privaten Schulen für Hochbegabte sind in Deutschland anerkannt, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten private Schulen für Hochbegabte staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. (DGhK) informiert über Hintergründe zur Hochbegabung sowie über regionale und überregionale Beratungsmöglichkeiten. Informationen zu Weiterbildungen für Lehrkräfte liefert das Internationale Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF).

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 4: Bilinguale Schulen

Bilinguale Schulen haben das Ziel, interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Gleichzeitig bereiten sie die Schülerinnen und Schüler auf den globalisierten Arbeitsmarkt vor. Sie wenden sich an Kinder aus zweisprachigen Elternhäusern ebenso wie an Kinder, die zunächst nur eine der beiden Unterrichtssprachen beherrschen. Die in den meisten Bilingualen Schulen praktizierte Fremdsprache ist Englisch, daneben gibt es aber auch Schulen, die als zweite Sprache Spanisch, Französisch oder Russisch anbieten. Es werden vielfach ausländische, das heißt muttersprachliche Lehrkräfte eingesetzt. Private Bilinguale Schulen zielen oft auf Schüler mit hoher Leistungsbereitschaft ab.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation sind für potenzielle Lehrkräfte an Bilingualen Schulen hervorragende Kenntnisse in der jeweils vorherrschenden Fremdsprache vonnöten. Besonders für Muttersprachler mit entsprechender pädagogischer Qualifikation gibt es sehr gute Einstellungschancen. Didaktische Erfahrungen mit bilingualem Unterricht sind von Vorteil.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Bilinguale Schulen bieten den Lehrkräften zunächst einmal die gleichen pädagogischen Möglichkeiten wie „normale“ Schulen. Die mehrsprachige Erziehung nach dem Immersionsprinzip, das heißt ohne separaten Sprachunterricht in der jeweiligen schuleigenen Fremdsprache, bietet jedoch viele weitere Möglichkeiten, da hier der Zugang oft intuitiv, geradezu „mit Händen und Füßen“, geschaffen wird. Auch interkulturelle Barrieren können die Lehrkräfte hier abbauen helfen.

 

Umsetzung in die Praxis

In Bilingualen Schulen findet ein Großteil des Unterrichts in der nicht-deutschen Sprache statt. Wie groß dieser Anteil letztendlich ist und welche Fächer betroffen sind, hängt von der jeweiligen Ausrichtung der Schule ab. Dieses „Learning by Doing“ ermöglicht es den Kindern, von Beginn an Sprachpraxis zu sammeln. Erst an weiterführenden Bilingualen Schulen wird der Spracherwerb „verwissenschaftlicht“, also durch eigentlichen Sprachunterricht ergänzt. Die weiteren organisatorischen Details von Bilingualen Schulen unterscheiden sich von Schule zu Schule, jedoch wird oft eine ausgeprägte Schulkultur mit starkem Engagement der Lehrkräfte und auch der Eltern gepflegt.

 

Status

Die Abschlüsse von Bilingualen Schulen sind in Deutschland anerkannt, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt. Weiterführende Bilinguale Schulen bieten häufig auch den International Baccalaureate an, einen Abschluss, der ein späteres Studium im Ausland vereinfacht. Weiterführende Bilinguale Schulen sind fast ausschließlich Gymnasien.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten Bilinguale Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Das Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen informiert detailliert über Struktur, Möglichkeiten und Grenzen des Bilingualen Unterrichts.

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