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2016 ist wieder PISA-Jahr: Wissenswertes zur neuen Runde

Im Dezember 2016 werden die Ergebnisse der neuesten PISA-Tests präsentiert, für die im April/Mai 2015 die Daten erhoben wurden. In Deutschland nahmen daran an gut 250 Schulen mehr als 10.000 Schüler teil. Deutschland hat sich zwar nach dem PISA-Schock im Jahr 2000 erfolgreich aus den untersten Rängen der Bildungs-Evaluation herausgearbeitet, liegt jedoch nach wie vor bestenfalls im Mittelfeld der weltweit 70 teilnehmenden Länder bzw. Regionen.

 

Neu 2016: Auch „weiche Faktoren“ zählen

Da PISA-Kritiker oft die Eindimensionalität der Erhebungen und eine reine Fokussierung auf Leistung bemängelten, bezieht PISA 2016 erstmals „weiche Faktoren“ mit ein: Neben Mathematik und Lesekompetenz werden nämlich in dieser Runde auch das Wohlbefinden von Schülern sowie ihre soziale Kompetenz ergründet. Schließlich sind soziale und emotionale Kompetenzen entscheidend für späteren Lernerfolg. Überdies sehen die „PISA-Macher“ der OECD gemeinschaftliches Problemlösen, also die produktive Zusammenarbeit im Team, als eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Nicht zuletzt fußt diese Erweiterung der Parameter auch auf der Bemühung, die vielfach kritisierte enge Verbindung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen aufzuweichen. Eine weitere Neuerung der Test-Runde 2015/2016: Erstmals finden die Tests computerbasiert statt.

 

Deutschland im Aufwärtstrend?

Nach dem alarmierend schlechten Abschneiden Deutschlands im Jahr 2000 hat sich viel getan: Zwischen 2003 und 2009 fand eine messbare kontinuierliche Steigerung des Leistungsniveaus der deutschen Schülerinnen und Schüler statt. Seit 2009 stagnieren die Fortschritte jedoch. Deutschland liegt nach wie vor im Mittelfeld. Zu den weltweiten Spitzenreitern gehören unter anderem Shanghai, Singapur, Hongkong und Korea.

  • Im Prüfungssegment Mathematik kletterte Deutschland von 490 auf 514 Punkte und näherte sich damit dem europäischen PISA-Spitzenreiter Finnland (519 Punkte) an. Der Abstand zu asiatischen Ländern wie beispielsweise Japan (536 Punkte) ist aber dennoch groß.
  • In punkto Lesekompetenz stieg die deutsche Formkurve von 484 auf zuletzt 508 Punkte. Zum Vergleich: Finnland erreichte zuletzt 524, Japan 538 Punkte.
  • In den Naturwissenschaften stieg die deutsche Kurve von 487 auf 524 Punkte an. (Finnland: 545; Japan: 547 Punkte).

 

Prognose für Deutschland?

Auch bei PISA 2015/2016 wird sich nach Einschätzung der OECD-Experten an der Spitzenposition der asiatischen Länder wohl kaum etwas ändern. Mit Spannung erwartet wird das Abschneiden Deutschlands, gerade im Hinblick auf die momentane Einbindung von Flüchtlingen ins deutsche Bildungssystem. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Andrang nicht zwangsläufig negative Auswirkungen mit sich bringen muss. So berichtet PISA-Chefkoordinator Andreas Schleicher: „Deutschland ist doch ein schönes Gegenbeispiel. Hier ist die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund schon in den letzten Jahren größer geworden, und trotzdem haben sich die Leistungen bei PISA verbessert. In den Flüchtlingen steckt enormes Potenzial. Die Frage ist, ob Deutschland die Ressourcen für diese Herausforderung bereitstellt.“

 

Die Stiftung Warentest

Produkttests und Qualitätssiegel gibt es in Deutschland zuhauf. Und die Deutschen wollen tatsächlich gerne wissen, was das Objekt der Begierde taugt, bevor sie es kaufen. Ob das nun Bio-Butter, ein neuer Staubsauger oder Software ist. Natürlich schwankt die Qualität der Tests dabei ebenso wie die der Produkte und Dienstleistungen. Vor allem Portale, bei denen Laien Produkte bewerten, werden von Fachseite immer wieder kritisiert, man denke nur an die Amazon-Kundenrezension und ihr Sternchensystem. Tradition und verbriefte Qualität hingegen – und deswegen auch das höchste Ansehen – hat die Stiftung Warentest. Sie wird oft als die bedeutendste Verbraucherschutz-Einrichtung Deutschlands bezeichnet. Ihre Tätigkeit wird sogar von öffentlicher Seite so wichtig eingeschätzt, dass die Bundesregierung das Stiftungskapital bis 2012 um 50 Millionen Euro erhöhen will.

Für Lehrerinnen und Lehrer bietet die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit den Verbraucherschutz-Verbänden mehrere interessante Möglichkeiten, das Thema Konsum, Produktqualität und Verbraucherschutz im Unterricht einfließen zu lassen. Unter www.test.de/schule erhalten Pädagogen eine erste Übersicht.

Jugend testet

Am interessantesten, aber auch am aufwendigsten ist das Projekt Jugend testet. Denn hier sind Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren aufgerufen, selbst aktiv Produkte zu testen. Einzelpersonen, aber auch Gruppen oder ganze Schulklassen sind zugelassen. Die Tester sind in der Gestaltung völlig frei: Sie können Produkte oder Dienstleistung selbst wählen und auch die Kriterien festlegen, die erfüllt werden sollten. Besonders spannend ist die konkrete Testgestaltung und Dokumentation. Hier ist auch die Hilfe z.B. durch begleitende Lehrkräfte erlaubt.

Der folgende Film erklärt das Prinzip von Jugend testet nochmals ausführlich und zeigt einige erfolgreiche Beispiele:

Eine Jury bewertet anschließend die eingesandten Arbeiten nach Originalität des Themas, Nutzwert und Systematik der Untersuchung sowie Verständlichkeit der Präsentation. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise sowie Reisen nach Berlin. Anmelden könnt Ihr Eure Schüler-Gruppen bis zum 15. Dezember 2010 für den laufenden Wettbewerb auf der Webseite Jugend testet. Die Testergebnisse müssen dann bis zum 15. Februar 2011 vorliegen. Aktuelles gibt es auch auf der zugehörigen Facebook-Seite.

Besuch bei den Testern

Insbesondere für Berliner Schulklassen (ab 9. Klassenstufe) ist der Besuch bei den Testern reizvoll. Da es in Berlin am Lützowplatz allerdings leider keine Labore zu besichtigen gibt, handelt es sich (fast nur) um eine Gesprächsveranstaltung. Durch Beteiligung der Schüler, eigene kleine Tests oder Filmsequenzen versuchen die Mitarbeiter der Stiftung jedoch, die Arbeit der Stiftung so anschaulich wie möglich zu machen. Um den Besuch vorzubereiten, erhaltet Ihr als Lehrerinnen und Lehrer vorab Materialien für den Unterricht. Für die Terminabsprache solltet Ihr außerdem einen Vorlauf von vier Wochen einplanen. Zur Anmeldung geht es hier.

Unterrichtsmaterialien und Klassensätze der test

Schließlich stellt Euch die Stiftung Warentest zahlreiche kostenlose Materialien für den Unterricht zum Thema Verbraucherschutz und bewusst-kritischer Einkauf zur Verfügung. Welche Themen und Klassenstufen dabei angesprochen werden und was für Multimedia-Inhalte zum Download bereit stehen, erfahrt Ihr auf der Übersichtsseite. Den speziellen Schülerkalender mit Tipps & Tricks rund um den Verbraucherschutz erhaltet Ihr ebenfalls online als PDF und könnt ihn gegebenenfalls noch als Klassensatz bestellen.

Für die höheren Klassenstufen (ab 10. Klasse) gibt es eigentlich noch das Projekt Jugend + Finanztest. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Jahr lang die Zeitschrift Finanztest, sondern Ihr als Lehrkräfte werdet von den Finanztestern in einem Seminar auch noch richtig auf Euren Job vorbereitet. Nach LehrCare-Informationen kann das Projekt dieses Schuljahr leider nicht durchgeführt werden, soll aber 2011/12 wieder initiiert werden.

Lehrer-Newsletter & Erfahrungsberichte

Wer sofort Bescheid wissen will, wenn es etwas Neues für Lehrerinnen und Lehrer gibt, der kann sich einfach beim Stiftung Warentest-Lehrer-Newsletter anmelden. Und wer immer noch nicht so recht weiß, ob das etwas für ihn oder seine Klasse ist, kann sich einen Film mit Lehrer-Interviews bzw. -Erfahrungsberichten ansehen (etwa bis zur Hälfte der Seite runter-scrollen).

Noch in Hinweis zu guter Letzt: In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift hat die Stiftung Warentest E-Book-Reader unter die Lupe genommen. Lehrerinnen und Lehrer werden dieses Thema in naher Zukunft sicherlich nicht nur im Deutschunterricht ansprechen müssen. Deshalb hier das kurze Test-Fazit, den ausführlichen Test gibt es im Heft oder online (gebührenpflichtig):

Wer seine Bücher elektronisch lesen will, hat die Qual der Wahl. 10 von 15 E-Book-Readern, die die Stiftung Warentest jetzt zum ersten Mal getestet hat, sind „gut“. Am besten abgeschnitten haben die beiden Lesegeräte Bookeen Cybook Opus für 222 Euro und Iriver Story für 261 Euro. Der günstigste „gute“ Reader ist der Sony Reader Pocket Edition für 172 Euro. Der Kindle DX von Amazon war in der Untersuchung nur „befriedigend“. 1

Das LehrCare-Fazit

Ein gesundes Verhältnis zu Konsum und Werbung kann Schülerinnen und Schülern schon früh beigebracht werden. Die Stiftung Warentest hat dies mittlerweile erkannt und bietet Lehrerinnen und Lehrern sehr gute Unterstützung für den Job im Klassenzimmer. Je nach Zeitbudget können mehr oder weniger aktive Projekte zum Thema Verbraucherschutz behandelt werden. In jedem Fall wird das Engagement bei Schülerinnen und Schülern gefordert.

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