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Praktikum – so holen Sie das Beste raus

Egal ob vor, während oder nach dem Studium: Sinn und Zweck eines Praktikums ist es, einen repräsentativen Einblick in den Alltag einer Arbeitsumgebung zu bekommen. Im günstigen Fall ergänzt das Praktikum das bereits theoretisch erworbene Wissen.

Besonders bei angehenden Lehrkräften sind Praxiseinheiten wichtig, tragen sie doch dazu bei, den viel zitierten Praxisschock zu minimieren. Auch kann ein Praktikum durchaus dazu dienen, sich kritisch zu hinterfragen: Ist die Berufswahl Lehrer/Lehrerin für mich wirklich die Richtige?

Um von einem Praktikum an einer Schule tatsächlich zu profitieren, sollten Praktikanten selbst Initiative ergreifen und das Beste aus der Praxiserfahrung herausholen. Beispielsweise durch gezielte und qualifizierte Fragen.

 

Fragen rund ums Praktikum

  • Was erwarten Sie von einem guten Praktikanten – und konkret: Was erwarten Sie von mir?
  • Wer sind meine Ansprechpartner während des Praktikums?
  • Welche Aufgaben darf ich übernehmen?
  • Womit kann ich Ihre Schule entlasten, während ich bei Ihnen tätig bin?
  • Welche Tätigkeitsbereiche der Schule/des Unternehmens sollte ich Ihrer Meinung nach kennenlernen?

Fragen zum Angestelltenverhältnis im Praktikumsbetrieb

  • Welches sind entscheidende Kriterien, um bei Ihnen angestellt tätig zu sein?
  • Welche Qualitäten sollten Angestellte bei Ihnen vorweisen?
  • Wie schätzen Sie Ihren Personalbedarf in den nächsten Jahren ein?
  • Welche Werte vertritt die Schule?
  • Wie ist der Ablauf des Bewerbungs- bzw. Einstellungsverfahrens?
  • Wie ist die Haltung der Schule zum Thema Weiterbildung?
  • Wie sehen Sie die Chancen einer Einstellung nach dem Studium?

Fragen zum beruflichen Werdegang des Ansprechpartners

  • Seit wann sind Sie im Unternehmen/in der Schule tätig und wie ist Ihr Werdegang?
  • Warum haben Sie sich für diesen Arbeitgeber entschieden?
  • Bei welchem vorhergehenden Arbeitsverhältnis waren Sie unzufrieden?
  • Welche Schwerpunkte haben Sie in punkto Weiterbildung?
  • Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

 

Wegweiser durch die Krankenversicherung im Referendariat

Das Lehramtsstudium ist beendet, das Referendariat steht vor der Tür. Mit dem neuen Lebensabschnitt beginnt für Referendare auch ein neues Kapitel in punkto Krankenversicherung. Welche Versicherung hat nun zu folgen? Was ist zu Beginn des Referendariats in Sachen Krankenversicherung zu unternehmen? Wie unterschieden sich Gesetzliche (GKV) und Private Krankenversicherung (PKV)? Inwiefern verändert sich der Status als Versicherungsnehmer?

 

Veränderter Status

Referendare, oder Lehramtsanwärter, sind per definitionem Beamte auf Widerruf, da das Beamtenverhältnis jederzeit durch den Dienstherrn, also das Land, widerrufbar ist. Der Status „Beamte auf Widerruf“ endet mit dem erfolgreichen Ablegen (oder endgültigen Nicht-Bestehen) des Zweiten Staatsexamens.

Je nach Art der darauf folgenden Beschäftigung geht er dann entweder über in den Status Beamte/r auf Probe (bei Stellen, die auf eine Verbeamtung auf Lebenszeit hinführen), oder aber es folgt eine temporäre oder dauerhafte Tätigkeit als angestellter Lehrer.

 

Beihilfe – wie funktioniert sie?

Während des Referendariats sind angehende Lehrkräfte beihilfeberechtigt. Dies bedeutet, dass der Dienstherr – anders als der Arbeitgeber bei einem Angestelltenverhältnis – zwar keinen monatlichen Zuschuss zur Krankenversicherung zahlt, dass er aber entstandene Krankheitskosten durch die Beihilfe erstattet. Dieser Anteil des Dienstherrn heißt Beihilfebemessungssatz. Die Beihilfe deckt je nach familiärer Situation jedoch nur einen Teil der Krankheitskosten ab: Für Referendare ohne Kinder beträgt er in der Regel 50 % der entstandenen beihilfefähigen Krankheitskosten.

 

Die „Lücke“ versichern

Die verbleibende Versorgungslücke müssen die angehenden Lehrkräfte ab dem ersten Tag ihres Referendariats selbst durch eine beihilfekonforme Krankenversicherung schließen. Zusätzlich ist eine Pflegepflichtversicherung nachzuweisen.

 

Welche Krankenversicherung?

Grundsätzlich bleiben Referendaren bei der Wahl der Krankenversicherung zwei Optionen: Die GKV und die PKV. Wer vor Beginn des Referendariats bereits als Pflichtversicherter Mitglied in der GKV war, kann bzw. muss seinen Status dann in eine freiwillige Mitgliedschaft ändern. Freiwilliges Mitglied einer GKV kann prinzipiell werden, wer aufgrund einer Statusänderung aus der Pflichtversicherung ausscheidet, aber alle Voraussetzungen zur freiwilligen Mitgliedschaft erfüllt.

In der Praxis gestaltet sich die Mitgliedschaft in der PKV für Referendare zumeist kostengünstiger, da das Land als Arbeitgeber eben nicht den bei Angestellten üblichen Arbeitgeberanteil zahlt. Der Markt der Privaten Krankenversicherungen ist jedoch nahezu unüberschaubar. Es empfiehlt sich der Vergleich mehrer Anbieter und Tarife. Hilfreich ist die Verwendung eines unabhängigen Tarifrechners, wie beispielsweise tarifcheck24.com oder das Beamten Infoportal.

Übersicht Vor- und Nachteile GKV

Übersicht Vor- und Nachteile PKV

 

Wie geht es nach dem Referendariat weiter?

Nach Beendigung des Referendariats und Ablegen des Zweiten Staatsexamens entscheidet unter anderem die Art der nun folgenden Beschäftigung über die Art der Krankenversicherung. Folgt ein Angestelltenverhältnis, ist für die angestellten Lehrkräfte wieder die GKV zuständig. Folgt eine Verbeamtung, verbleiben die entsprechenden Lehrkräfte in der PKV – müssen jedoch den Tarif anpassen.

 

 

Buchempfehlung: Föhn mich nicht zu (Stefan Serin)

Dieses Buch werden Sie lieben oder hassen. Es gibt nichts dazwischen. Wenn Sie die Verhältnisse an deutschen Schulen eher positiv sehen, werden Sie es ablehnen und in Bausch und Bogen verdammen; wenn Sie sie kritisch sehen, werden Sie sicher im Kern zustimmen. Der Verfasser, Stefan Serin, beschreibt seine Erlebnisse als Referendar an einer Berliner Schule. Glaubt man ihm alles, was er schreibt, wird man kein Lehrer mehr werden wollen. Er bringt für seinen türkischen Schüler, der zufällig sein Nachbar ist, den Müll weg. Damit dieser im Unterricht weniger stört. Er sagt einer Schülerin, von der er denkt, dass sie ihn anhimmelt, er fände sie „total unattraktiv“. Er lästert über Kollegen und solidarisiert sich mit den Störenfrieden. Darf so jemand überhaupt Lehrer sein? Natürlich sind viele Episoden in seinem Buch überspitzt. Sehr überspitzt. Doch ein wahrer Kern steckt dahinter. Wie kann guter Unterricht heutzutage überhaupt noch gelingen? Bei all den Reformen an Schulen hat die Politik anscheinend die Lehrer vergessen, meint das LehrCare-Team. Was meinen Sie, liebe Leser. Schreiben Sie doch mal einen Kommentar.

(Stefan Serin: Föhn mich nicht zu. Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer. – Reinbek bei Hamburg, 2010 – ISBN: 978-3-499-62670-8)

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