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Extremismus und Radikalisierung – Wissenswertes für Lehrkräfte

Der Mikrokosmos Schule kann in verschiedenster Form mit religiös motiviertem Extremismus konfrontiert werden. Lehrerinnen und Lehrer sollten daher zum einen wissen, wie sie potenziell konfliktträchtige Themen im Unterricht behandeln können und zum anderen, welche Haltung sie selbst einnehmen sollten. Darüber hinaus gilt es, mögliche Radikalisierungstendenzen in der Schülerschaft bzw. bei einzelnen Schülerinnen und Schülern zu erkennen und angemessen zu handeln. Folgende Quellen und Anlaufstellen helfen Lehrkräften dabei, sich zu informieren.

Beratungsstellen

Beratungsstelle Radikalisierung im BAMF
Die im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angesiedelte Beratungsstelle kann mittels telefonischer Beratung helfen, abzuklären, ob und inwiefern sich eine Person aus dem Umfeld der/des Ratsuchenden radikalisiert.

Beratungsnetzwerk Grenzgänger
Die Informations- und Beratungsstelle Grenzgänger unterstützt Familien, Institutionen und Akteure (Lehrkräfte, Fachkräfte der Sozialen Arbeit), die mit dem Thema des religiös begründeten Extremismus konfrontiert sind.

Regional ansässige Beratungsstellen
Eine umfangreiche Seite der Bundeszentrale für politische Bildung listet auch regional tätige Anlaufstellen auf.

Weiterführende Literatur

Eine sehr gute, fundierte Einführung in das Thema gibt die Publikation „Herausforderung Salafismus – Schule und religiös begründeter Extremismus“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Heft kann online bestellt werden.

Der Sammelband „Radikaler Islam im Jugendalter“, herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut, beinhaltet Aufsätze zu Erscheinungsformen, Ursachen und Kontexten. Die Publikation ist online als PDF erhältlich.

Die wohl umfangreichste Literatursammlung, auch zu begleitenden Themen wie Prävention oder sicherheitsbehördlichen Aspekten, liefert die „Literaturliste Gewaltorientierter Islamismus“, herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut.

Nicht zuletzt umfassen auch die Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtextremismus sowie zur Gewaltprävention einige Ansätze, die sich auf Extremismus übertragen lassen.

Radikalisierung von Jugendlichen: Nicht vorverurteilen, aber wachsam sein

Wo hört streng konservative Religionsausübung auf – und fängt eine extreme bis radikale Haltung an? Gibt es überhaupt „sichere“ Anzeichen für eine beginnende Radikalisierung von Jugendlichen? Oder kann sich diese auch völlig im Verborgenen vollziehen? Und welche Positionen müssen Schule und Kollegium hier einnehmen? Die Handreichung „Integration fördern, Radikalisierung erkennen“ gibt hilfreiche Tipps abseits gängiger Klischees. Herausgegeben wurde die Schrift von der NGO European Foundation for Democracy (EFD).

 

Im Gespräch bleiben

Ein Fazit der Broschüre vorweg: Gespräche allein sind keine ausreichende präventive Maßnahme. Doch ohne Gespräche kann Prävention nicht zielgerichtet ablaufen. Dabei geht es bei den Gesprächen weniger darum, als Lehrkraft unmittelbar über sensible Themen, wie etwa Religionsausübung, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Auslegung des Koran etc. zu sprechen, sondern mittels Kommunikation einen Zugang zur Lebenswelt der Jugendlichen zu erhalten und zu konsolidieren: Welche Freundschaften und Freizeitbeschäftigungen pflegt der/die Jugendliche? Welche Position hat er oder sie innerhalb der Klasse? Wie sieht der familiäre Background aus? Gibt es Anzeichen, dass sich der/die Jugendliche von Freunden, der Familie oder vertrauten Beschäftigungen abwendet?

 

Typische Konflikte im Schulalltag

Ein Schlüssel für die Bewältigung von Alltagskonflikten in der Schule sehen die Verfasser der Broschüre in klärenden Gesprächen mit den Eltern. Dabei kann unter anderem auch in Erfahrung gebracht werden, ob beispielsweise eine strenge religiöse Haltung direkt vom Elternhaus ausgeht oder ob der bzw. die Jugendliche sich ggf. selbst eine strenge Auslegung angeeignet hat – etwa, um daraus Stärke zu generieren oder sich abzugrenzen. Vielfach können Kompromisse geschlossen werden.

 

Was tun im Extremfall?

Verdichten sich Anzeichen einer tatsächlichen Radikalisierung oder befürwortet ein Schüler/eine Schülerin offen Gewalt und Terror, ist entschlossenes, aber besonnenes Handeln gefragt. Der Ratgeber listet im Anhang zahlreiche Beratungs- und Kriseninterventionsstellen auf, an die sich Lehrkräfte oder die Schulleitung wenden können.

 

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