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Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 1: Demokratische Schulen/Sudbury-Schulen

Aus der demokratischen Grundidee, der „Herrschaft des Volkes“, machen Demokratische Schulen eine „Herrschaft der Schülerinnen und Schüler“. Denn die Kinder und Jugendlichen haben hier die gleichen Rechte wie die Lehrkräfte. Dies beinhaltet auch ein gleichberechtigtes Stimmrecht. Da naturgemäß die Zahl der Schülerinnen und Schüler gegenüber den Lehrkräften überwiegt, können die Schützlinge so grundlegende Entscheidungen mit treffen. Dazu gehören auch Neueinstellungen von Lehrkräften, die Aufnahme neuer Schulmitglieder sowie andere grundsätzliche Fragen zum Schulbetrieb. Hauptanliegen Demokratischer Schulen ist die Erziehung zur Eigenständigkeit und Verantwortungsübernahme. Hierbei baut die Schule auf den natürlichen Entdeckungs- und Gestaltungstrieb von Kindern und Jugendlichen. Weiterhin will die Schule Kindern eine weitestgehend freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten ermöglichen.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Einen größeren Stellenwert als anerkannte pädagogische bzw. Lehramts-Abschlüsse hat für eine Tätigkeit an Demokratischen Schulen eine entsprechende pädagogische Grundeinstellung. Verpflichtend für potenzielle Lehrkräfte ist ein nicht-direktiver Zugang zu Erziehung und Pädagogik sowie eine Identifizierung mit den Grundprinzipien Demokratischer Schulen. Lehrkräften, die sich für das Prinzip Demokratische Schule interessieren, wird empfohlen, sich direkt mit einer Schule in Verbindung zu setzen und die Anforderungen zu erfragen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Demokratische Schulen lassen Lehrkräften innerhalb der demokratischen Grundhaltung größtmöglichen Handlungsspielraum. Durch die weitgehende Loslösung von Lehrplänen können sie so individuell auf jede Schülerin/jeden Schüler eingehen. Darüber hinaus ermöglichen Demokratische Schulen den Lehrkräften ein maximales Einbringen eigener Talente, seien es musische, technische, kommunikative oder anderweitige Begabungen. Nicht zuletzt sind die Strukturen Demokratischer Schulen so angelegt, dass Lehrkräfte über die Weiterentwicklung der Schule mitbestimmen und diese mitgestalten können.

 

Entstehung

In ihren Grundzügen geht die reformpädagogische Idee der Demokratischen Schulen zurück auf die britische Summerhill Schule, 1921 gegründet vom Pädagogen A.S. Neill. Entscheidende Prägungen kamen 1968 durch die Sudbury Valley School in Massachusetts/USA auf, weswegen sich zahlreiche der heute existierenden Demokratischen Schulen auch Sudbury-Schulen nennen.

 

Umsetzung in die Praxis

Demokratische oder Sudbury-Schulen sind zumeist als Gemeinschaftsschulen angelegt und werden daher von Schülerinnen und Schülern zwischen 5 und 18 Jahren besucht. Allerdings ist beim Lernen eine Altersdurchmischung beabsichtigt. Es gibt weder feste Stundenpläne noch Klassenverbände oder fest zugeordnete Räume. Stattdessen entscheiden die Kinder und Jugendlichen täglich, an welchem Lernangebot sie teilnehmen – losgelöst vom Lehrplan. Dies kann durch Lesen, Kommunizieren, künstlerisches Betätigen, Experimentieren, Bewegen oder Organisieren eines Projekts geschehen. Lehrkräfte bieten an, Sachverhalte zu erklären oder bei Projekten zu unterstützen, die Teilnahme ist jedoch freiwillig. Auch Prüfungen und (schriftliche) Bewertungen der Schülerleistungen finden auf freiwilliger Basis statt, Noten werden generell nicht vergeben. In wöchentlichen Schulversammlungen wird basisdemokratisch über anstehende schulische Entscheidungen abgestimmt. Eine jährliche Vollversammlung legt die übergeordneten Regeln für die Schule fest. Hier haben dann auch Eltern Stimmrecht.

 

Status

In Deutschland sind Demokratische bzw. Sudbury-Schulen staatlich genehmigt, die Abschlüsse aber nicht anerkannt. Diese müssen extern an einer anderen Lehranstalt erworben werden. Es gibt eine wachsende Zahl von Initiativen zur Neugründung von Demokratischen Schulen. Sie sind meist als offene Ganztagsschulen, mitunter mit Hortbetrieb angelegt.

 

Finanzierung

Das Schulgeld hängt stark vom Alter des Kindes/Jugendlichen und vom Einkommen der Eltern ab und kann sich, je nachdem ob eine Hortbetreuung hinzukommt, zwischen monatlich 100 und 550 Euro bewegen. Manche Schulen erheben zusätzlich eine Aufnahmegebühr sowie Essensgeld. Da jede Lehranstalt in der Ausgestaltung ihrer Organisationsstruktur frei ist, empfiehlt sich der Blick auf die Websites der einzelnen Schulen.

 

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zu Demokratischen Schulen/Sudbury Schulen liefert die Seite Sudbury Schulen in Deutschland. Auf europäischer Ebene engagiert sich auch die European Democratic Education Community (Eudec) für die Etablierung demokratischer Bildung.

Von Deutschland in die Welt: Lehrkräfte an deutschen Schulen im Ausland

Von Kapstadt bis Caracas, von Tokio bis Toronto: Rund 1.300 deutsche Lehrerinnen und Lehrer sind weltweit an den insgesamt 141 deutschen Auslandsschulen beschäftigt – und zwar in insgesamt 72 Ländern, auf allen fünf Kontinenten. Dort unterrichten sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Gastländer 79.500 Schülerinnen und Schüler, von denen rund 20.000 deutscher Herkunft sind.

Ein Großteil der Schulen ist in privater Trägerschaft und bietet somit engagierten, interkulturell interessierten Lehrkräften die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum wertvolle Erfahrungen zu sammeln – und zwar persönlicher, als auch fachlicher Art. Auch LehrCare veröffentlicht regelmäßig Stellenangebote deutscher Schulen im Ausland.

Je nach Qualifikation, Berufserfahrung und persönlicher Flexibilität gibt es für Lehrkräfte vier verschiedene Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland.

 

Große persönliche und fachliche Bereicherung

Wer mit dem Gedanken spielt, als Lehrkraft an einer deutschen Schule im Ausland zu unterrichten, sieht sich zunächst mit unzähligen Fragen konfrontiert, gefolgt von Unsicherheiten und organisatorischem Aufwand. Für eine erste Annäherung an das Thema Auslandsschuldienst lohnt ein Blick auf die entsprechenden Seiten der GEW. Neben Tipps zur Organisation nennen diese auch die wichtigsten Motive eines Auslandsaufenthaltes – und betonen den enormen Wert der persönlichen und fachlichen Erfahrungen, die Lehrkräfte aus einem Auslandsaufenthalt ziehen können. Neben Sprachkenntnissen, interkultureller Kompetenz und neuen Zugängen zu pädagogischen Themen gehören hierzu vor allem auch persönliche Erfahrungswerte, wie etwa die Erweiterung des eigenen Horizonts, neue Motivation für den Beruf oder die Stärkung des Selbstvertrauens.

Eine weitere Anlaufstelle für einen geplanten schulischen Auslandseinsatz ist die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), eine Abteilung des Bundesverwaltungsamts Köln. Sie ist der administrative Knotenpunkt für die personelle und finanzielle Betreuung deutscher Auslandsschulen sowie für die Vermittlung von Bewerbern an ausländische Schulen. Gleichzeitig überwacht sie die pädagogische und fachliche Qualität der ausländischen Schulen, bündelt Qualifizierungsmaßnahmen und steht in engem Kontakt mit den Ministerien der Bundesländer, aber auch mit dem Auswärtigen Amt.

Eine sehr hilfreiche Adresse ist schließlich auch der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLIA). Er verfügt über umfangreiche Informationen zum Auslandsaufenthalt sowie zu rechtlichen und organisatorischen Fragen. Zudem unterhält er mehrere Regionalgruppen, in denen Mitglieder Unterstützung erfahren und sich austauschen können.

 

Welchen Status haben deutsche Auslandsschulen?

Deutschen Schülerinnen und Schülern – beispielsweise Kindern im Ausland tätiger Experten – den deutschsprachigen Schulbesuch zu ermöglichen, ist sicher einer der Hauptaspekte deutscher Schulen im Ausland. Doch eine Auslandsschule ist weit mehr als nur eine internationale „Außenstelle“, denn jede Schule im Ausland repräsentiert gleichzeitig Deutschland und die deutsche Sprache und ermöglicht intensive Begegnungen sowie nachhaltigen Austausch mit dem Gastland. Damit verwirklicht das Auslandsschulwesen entscheidende Ziele der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

 

Gute Prognosen für den Auslandsschuldienst

Über den Tellerrand schauen, sich neuen Erfahrungen öffnen und global denken sind zentrale Kompetenzen heranwachsender Generationen und in einer zunehmend vernetzten Welt von entscheidender Bedeutung. Die Interessen der Auslandsschulen gegenüber der Bundesregierung sowie anderen Stellen zu vertreten und den Austausch der deutschen Schulen auch untereinander zu ermöglichen, sind daher zentrale Aufgaben des Weltverbands deutscher Auslandsschulen (WDA).

Auch die Politik hat die Bedeutung von deutschen Auslandsschulen erkannt und Anfang 2014 das lang diskutierte Auslandsschulgesetz (ASchulG) verabschiedet. Es ist ein wichtiger Baustein für die Förderung deutscher Schulen im Ausland.

(Gastbeitrag von Christine Peter)

Montessori-Schulen in freier Trägerschaft

Heute gibt es in Deutschland über 400 Montessorischulen. In der Regel sind es Kindergärten und Grundschulen, seltener auch Realschulen oder Gymnasien. Was machen diese Schulen anders und welcher Philosophie folgen sie? Wie sind Montessorischulen organisiert und bedarf es einer speziellen Ausbildung als Montessori-Lehrer/-in? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Blogbeitrag beantwortet werden.

Das erste Montessori-Kinderhaus wurde bereits 1907 in Rom von Maria Montessori gegründet. Nach ihr ist diese Pädagogik benannt. Sie zählt zur Reformpädagogik. Im Kern orientiert sich die Montessori-Pädagogik unmittelbar am Kind und berücksichtigt konsequent die Bedürfnisse des Kindes.

Prinzipien der Montessori-Pädagogik

  • Prinzip der Ganzheitlichkeit: Kinder werden in ihrer Persönlichkeit geachtet und es als ganze, vollwertige Menschen gesehen
  • oberstes Credo: „Hilf mir, es selbst zu tun!“
  • selbstbestimmtes Lernen/Freiarbeit: Schüler/-innen verfolgen und vertiefen Inhalte des Unterrichts nach eigenen Interessen und lernen nicht nur irgendetwas, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes (sensible Phasen)
  • jahrgangsgemischte Klassen
  • dem Prinzip der Ganzheitlichkeit folgend wird der Einzelne nie ohne Kontext begriffen, sondern stets als Teil eines großen Ganzen – Ausdruck dessen ist das Unterrichtsfach „Kosmische Erziehung“, was Naturwissenschaften mit Elementen des Sachkundeunterrichts vereint
  • Lehrer/-innen und Erzieher/-innen greifen in das Lerngeschehen eher unterstützend und begleitend ein

Montessori-Schulen in Deutschland

Es gibt über 400 Schulen, die nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik arbeiten, davon sind etwa 300 Primarschulen und 100 weiterführende Schulen. Etwa 65% der Montessori-Schulen sind Schulen in freier Trägerschaft. Die freien Schulen sind meist reine Montessori-Schulen; an den staatlichen Schulen gibt es teilweise nur Montessori-Zweige. 10% der freien Montessori-Schulen sind Schulen in kirchlicher Trägerschaft, die anderen jeweils in Hand von Elterninitiativen. Von den Primarschulen sind weniger als 5% Förderschulen. Montessori-Schulen gibt es in allen Bundesländern; auf die Zahl der Schüler bezogen gibt es besonders viele Montessori-Schulen in Bayern und Berlin und relativ wenige im Nord Deutschlands.

Die Verwendung des Namens Montessori ist leider nicht geschützt. Es gibt also keine Instanz, die den Betrieb einer Montessori-Einrichtung verbindlich autorisiert bzw. überwacht. Interessierte Eltern, aber auch Lehrer, sollten sich vor Ort erkundigen, wie stark nach dem Montessori-Prinzip unterrichtet wird und inwieweit die Lehrpläne der Ministerien umgesetzt werden. Es gibt dennoch grundlegende Kennzeichen zur Bestimmung, ob eine Schule oder eine Kita nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik arbeitet. Am besten ist eine komplette Anstellung von Pädagogen/-innen an der Einrichtung, die einen der Ausbildungsgänge (Montessori-Diplom bzw. Montessori-Zertifikat) gemäß absolviert haben. Außerdem sollten von verschiedenen Verbänden vorgeschlagene Montessori-spezifische pädagogische Standards und Qualitätssicherungsverfahren für Einrichtungen der Elementar-/Primar-/Sekundarstufe vorhanden sein.

Verbandsarbeit

2004 gründeten die Montessori-Ausbildungsorganisationen und die Montessori-Landesverbände den Montessori Dachverband Deutschland e. V. (MDD) als Dachorganisation, um ihre Interessen auf Bundesebene zusammenzuführen. Aufgaben sind die bildungspolitische Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung, Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards und Qualitätsentwicklung von Montessori-Einrichtungen. Der MDD als Dachorganisation der Montessori-Landesverbände bietet auf seinem Portal alle Informationen für interessierte Eltern und Pädagogen/-innen an Montessori-Pädagogik, Montessori-Einrichtungen und der Montessori-Ausbildung. Die Montessori-Landesverbände vertreten die Interessen der jeweiligen Montessori-Einrichtungen, koordinieren die regionale Arbeit und informieren über Fortbildungen. Der MDD selbst ist auch Mitglied in europäischen Montessori-Dachverband, dem Montessori Europe e.V.

Montessori-Ausbildung

Die Mitarbeiter/-innen an den Montessori-Einrichtungen haben meist eine zusätzliche Montessori-Ausbildung, die in den meisten Fällen nach dem staatlichen Abschluss als Erzieher/in bzw. Lehrer/in berufsbegleitend erworben wird. Die Ausbildungskurse werden von Montessori-Ausbildungsorganisationen (Deutsche Montessori Gesellschaft e.V. , Heilpädagogische Vereinigung e.V., Montessori Bildungsakademie) veranstaltet, entweder direkt oder indirekt über lokale Träger. Laut Auskunft des MDD absolvierten in den letzten Jahren jährlich ca. 800 Pädagogen/-innen berufsbegleitende Montessori-Ausbildungen.

Grundsätzlich wird ein Diplom-Lehrgang für die Elementar- und Primarstufe angeboten. Sie werden in Zusammenarbeit mit Volkshochschulen, konfessionelle Bildungswerke, Initiativen, Arbeitskreise und Verbänden durchgeführt. Diese Lehrgänge unterliegen bestimmten Standards, die von einer Standard-Kommission aufgestellt wurden. Die Standards basieren auf einem Curriculum, das von der Association Montessori Internationale (AMI) übernommen wurde und ist auf Kinder im Alter von 3-9 Jahren ausgelegt (Kita und Grundschule). Der Lehrgang hat das Ziel, in Theorie und Praxis der Montessori-Pädagogik einzuführen und Teilnehmer/-innen  zu befähigen, im Sinne der Montessori-Pädagogik zu handeln. Die berufsbegleitende Zusatzausbildung richtet sich Erzieher-/innen, Sozialpädagogen/-innen und Lehrer/-innen und endet mit der Verleihung des Montessori-Diploms. Das nationale Montessori-Diplom gilt als ein Befähigungsnachweis, in Montessori-Kinderhäusern und Montessori-Schulen gemäß den Montessori-Prinzipien arbeiten zu können.

Außerdem gibt es Montessori-Zertifikatskurse für die Sekundarstufe, die  von der Deut­schen Montessori-Gesellschaft e.V. (DMG) und der Deutschen Montessori-Vereinigung e.V. (DMV) über Bildungsträger vor Ort angeboten werden. Sie basieren auf den Standards der Sekundarstufenausbildung.

Eine Übersicht über alle laufenden sowie zukünftigen Kurse erhält man auf den Portalen der einzelnen Ausbildungsorganisationen.

Auch Berlin will Privatschulen die Zuschüsse kürzen

Die Kürzungswelle im Bildungsbereich erreicht nun auch Berlin. Nach der rot-roten Landesregierung in Brandenburg, die jüngst beschloss, den Schulen in freier Trägerschaft die Zuschüsse um 20 Prozent zu kürzen, hat sich nun auch der rot-rote Senat in Berlin auf Einsparungen bei den Privatschulen verständigt. Im Jahr 2012 sollen 7,3 Millionen Euro eingespart werden;  im Jahr 2013 gar 10 Millionen und das, obwohl die Zahl der Schüler an diesen Schulen in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist. Von 2006 bis 2010 stieg sie um satte 25 Prozent, das heißt von etwa 20.000 auf etwa 25.000 Schüler.

Mieke Senftleben von der Berliner FDP nennt die Kürzungen demzufolge eine „Respektlosigkeit“ gegenüber den Schulen in freier Trägerschaft und Yvonne Wende von der privaten Berliner Cosmopolitan-Schule äußert sich empört, dass die Privatschulen immer noch nicht als Bereicherung und Chance für das deutsche Bildungswesen wahrgenommen werden. Sabine Schönemark wiederum sieht in den Einsparmaßnahmen eine Verschärfung der sozialen Schieflage, denn wenn die Privatschulen ihre Schulgelder infolge der Kürzungen erhöhen müssten, seien davon vor allem finanzschwächere Familien nachteilig betroffen. Will der Berliner Senat Privatschulen nur noch für Reiche, fragt LehrCare.

Mehr dazu: http://www.morgenpost.de/berlin/article1693740/Berliner-Privatschulen-wird-Foerderung-gekuerzt.html

Schneewittcheneffekt: Schul-Aus infolge Sparpläne

Die Sparpläne der Brandenburger Landesregierung im Bildungsbereich werfen erste Schatten voraus. Die Hoffbauer gGmbH, die im Land Brandenburg 35 Bildungseinrichtungen betreibt, und auf Hermannswerder in Potsdam eine neue Oberschule errichten wollte, hat diese Pläne nun zurückgezogen. Die Verträge mit etwa 50 Eltern wurden gekündigt; die 4 bereits eingestellten Lehrer an andere Schulen umgesetzt. Nun müssen die Eltern der Kinder, die ab 2011/12 an der neuen Schule lernen wollten, kurzfristig andere Schulen für ihre Kinder suchen.

Grund für das Aus dieser Schule sind laut Frank Hohn, Geschäftsführer der Hoffbauer gGmbH, die geplanten Einsparmaßnahmen im Bildungsbereich, von denen vor allem die Privatschulen betroffenen seien. So würden die Schulen bis zu einem Drittel weniger Geld erhalten und sähen sich dadurch gezwungen, das Schulgeld derart zu erhöhen, wie es nicht mehr vertretbar sei. Frank Hohn wertet daher die Einsparmaßnahmen als politisches Signal der rot-roten Landesregierung gegen die Schulen in freier Trägerschaft und spricht von einem „Schneewittcheneffekt„: „Wer schöner ist als man selbst, dem wird nach dem Leben getrachtet.“

Mehr dazu: http://www.pnn.de/potsdam/502664

Heftiger Protest gegen Sparpläne

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg will die Zuschüsse für die Privatschulen kürzen. Bisher erhielten sie nach Anerkennung 94 Prozent ihrer Personalkosten vom Staat ersetzt. Begründet werden diese Sparpläne damit, dass man die staatlichen Schulen stärken wolle. Wenn Schüler an Privatschulen abwandern, bleiben natürlich weniger für staatliche Schulen, die dann im Ernstfalle vielleicht sogar schließen müssten. Gerade in den dünnbesiedelten Regionen sei dies ein Problem. Mitunter schlösse eine staatliche Schule und kurz darauf eröffne an ihrer Stelle eine Privatschule. Wollten die Eltern, dass ihre Kinder weiterhin wohnortnah beschult werden, müssten sie nun Schulgeld zahlen.

Durch die Einsparpläne wiederum sehen sich die Eltern von Kindern an Privatschulen „bedrängt“. Sie fürchten, dass ihre Schulen das Schulgeld erhöhen müssen, um die Einnahmeverluste zu verkraften. Jetzt schon können Schulen in freier Trägerschaft oftmals ihre Lehrer nicht so bezahlen wie der öffentliche Dienst. So manch eine Schule hat daher mit einer hohen Fluktuation in ihrer Lehrerschaft zu kämpfen, denn die wollen für gleiche Arbeit auch gleichen Lohn bekommen. Verständlicherweise.

Im Land Brandenburg befinden sich derzeit 166 von 930 Schulen in freier Trägerschaft. Rund 25.000 der 272.000 Schüler lernen an einer Privatschule. 59 Grundschulen, 30 Oberschulen, 6 Gesamtschulen sowie 21 Gymnasien befinden sich in freier Trägerschaft.

Hessische Privatschulen wachsen

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der Schüler an Privatschulen gestiegen (LehrCare berichete), auch in Hessen ist diese Entwicklung zu verzeichnen. Im ausgehenden Schuljahr 2010/11 haben so viele Schüler wie nie zuvor in diesem Bundesland an einer Schule in freier Trägerschaft gelernt. Insgesamt waren es etwa 43.000 Kinder und Jugendliche an den 140 privaten Schulen, das bedeutet gut 900 bzw. 2,1 Prozent mehr als im vorangegangenen Schuljahr.

An den öffentlichen Schulen ist wiederum auch in Hessen ein Rückgang zu verzeichnen gewesen. Um ca. 9000 Schüler oder 1,5 Prozent sank ihre Zahl. Insgesamt lernen im gegenwärtigen Schuljahr 2010/11 zirka 6,5 Prozent aller hessischen Schüler an einer Schule in freier Trägerschaft.

Erstes islamisches Gymnasium Europas

Das erste islamische Gymnasium Europas wurde 1999 von Kenan Ergün in Wien gegründet. Das war möglich, weil der Islam in Österreich seit über 30 Jahren wie das Christen- und Judentum einen öffentlichen Status besitzt. Die derzeit etwa 270 muslimischen Schüler werden von mehrheitlich christlichen Lehrern unterrichtet. Die Schüler haben zumeist türkische Wurzeln oder stammen selbst bzw. ihre Eltern aus dem arabischen Raum und aus anderen „islamischen Staaten“. Die Eltern sind vorrangig Arbeiter, zur Hälfte jedoch arbeitslos.

An dem islamischen Gymnasium in Wien gibt es einen im Grunde normalen Stundenplan wie an anderen Schulen Österreichs auch. Hinzu kommen zwei Stunden islamischer Religionsunterricht. Was das Gymnasium von anderen unterscheidet, sind die islamischen Traditionen, die hier gelebt und geachtet werden. So werden alle Gebets- und Speisevorschriften des Islams eingehalten; an religiösen Feiertagen ist schulfrei und auch die obligatorischen fünf Gebete pro Tag werden abgeleistet.

Dennoch will das Privatymnasium seine Schüler auf das Leben in einer christlich geprägten (Um-)Welt vorbereiten und einen Schutzraum für das Ausleben der eigenen Identität bieten.

Mehr dazu: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-05/islam-privatschule-wien

Freie Schulen in England – eine neue Idee

Bildung ist auch in Großbritannien Dauerthema. Neben massiven Sparmaßnahmen gibt es jedoch kaum Neuerungen – außer den „free schools“ (freie Schulen), einem neuen Konzept. Es handelt sich dabei um staatliche Schulen, die von privaten Trägern gegründet und geführt werden. Staatliche Schulen in freier Trägerschaft sozusagen. Diese Schulen sollen höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden, aber auch Kindern aus sozial schwächeren Bevölkerungskreisen zugänglich sein. Drei Kerngedanken begleiten das Schulkonzept: eine strenge Disziplin, das konsequente Tragen von Schuluniformen und mehr Raum für die klassische Erziehungsarbeit. Kann das ein Modell für Deutschland sein? Was meinen Sie, liebe Blogleser und Blogleserinnen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Mehr dazu: http://diepresse.com/home/bildung/meinung/651183/Impressionen-aus-England_Sparen-staatliche-Privatschulen-fehlende?direct=651185&_vl_backlink=/home/bildung/index.do&selChannel=499

Lässt Brandenburg die Privatschulen hängen?

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg meinte es sicher gut, als sie mehr und besser bezahlte Erzieher und Lehrer versprach. Die Kassen sind jedoch auch in Brandenburg leer. Nun sind Einsparungen im Bereich der Privatschulen geplant. Nicht zum ersten Mal. Von Einschnitten bis zu 20 Prozent ist die Rede. Das bedeutet für so manche Schule oder Kindertagesstätte in freier Trägerschaft, aber auch für allerhand Gründungsinitiativen das (vorzeitige) Ende. Hennig Schluss, Leiter des evangelischen Schulvereins Oranienburg, meinte angesichts dieser Dramatik sogar, Brandenburg werde in der Bildungspolitik zu einer Art „kleinen DDR„. Das Bildungsministerium des Landes ist allerdings SPD-geführt.

Sorgen macht der Arbeitsgemeinschaft „Freie Schulen“ vor allem der ländliche Bereich. Aufgrund der oft finanzschwachen Bevölkerungsstruktur – wenn man mal vom sogenannten „Speckgürtel“ um Berlin absieht – stehen privaten Initiativen gerade hier oftmals keine großen Gelder zur Verfügung. Eine vielfältige Bildungslandschaft auch in abgelegeneren Regionen kann bei Umsetzung der Pläne wohl kaum noch gewährleistet werden. Zwar könnten Elternbeiträge erhöht und die Personaldecke ausgedünnt werden, aber eigentlich wirke gerade das kontraproduktiv und trage zum Niedergang des Privatschulwesens in Brandenburg bei. Ein breites Bündnis aus paritätischem Wohlfahrtsverband, der Arbeitsgemeinschaft „Freie Schulen“ u.a. startet deshalb im Mai nach Berliner Vorbild eine Volksinitiative „Schule in Freiheit“. LehrCare unterstützt diese Aktion und weist hiermit gerne darauf hin.

(nach: „Privatschulen in Not. Land Brandenburg spart bei der Finanzierung und steht in der Kritik“ – In: Der Tagesspiegel, 16.04.2011, Nr. 20 949, S. 13)

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