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Messen, Kongresse, Versammlungen: Wichtige Termine für Lehrerinnen und Lehrer 2017

Ob Fortbildungsmaßnahme, Spezialisierung, Qualifizierung oder Erfahrungsaustausch: Welche überregional bedeutenden Termine können oder sollten sich Lehrkräfte, Referendare und schulische Führungskräfte für 2017 im Kalender vormerken?

 

Learntec Karlsruhe: E-Learning und Lernen mit IT sind die Kernthemen der Karlsruher Messe. Darüber hinaus werden hier auch Themen wie Datensicherheit, digitale Lehrmaterialien und schulische Netzwerke visualisiert. Für Lehrkräfte sowie alle anderen schulischen Akteure gibt es eine eigene Sonderschau, das Forum school@learntec.

Termin: 24. – 26. Januar 2017 in Karlsruhe

 

Didacta: Die Bildungsmesse didacta ist die weltweit größte Ausstellung in Sachen Schule und Bildung. Sie findet alljährlich Ende Februar statt, abwechselnd in den Städten Hannover, Köln und Stuttgart. Gegliedert ist die Messe in die Ausstellungsbereiche Frühe Bildung, Schule/Hochschule, Berufliche Bildung/Qualifizierung und Bildung und Technologie.

Termin: 14. – 18. Februar 2017 in Stuttgart

 

Bildungsmedien-Kongress: Der Kongress, veranstaltet vom Verband Bildungsmedien e.V., informiert Lehrkräfte, Bildungsträger und schulische Führungskräfte auf kompakte Weise über Trends in Sachen Bildungsmedienentwicklung. Neben Vorträgen und Workshops gibt es eine umfassende Ausstellung. Motto 2017: „Unterricht in der digitalen Welt“.

Termin: 11. März 2017 in Köln

 

Deutscher Schulleiterkongress: Der alljährlich im Düsseldorfer Kongresszentrum stattfindende DSLK hat sich als wichtiges Forum für Schulleitungen und schulische Führungskräfte etabliert. Geboten werden Vorträge, Workshops und Praxisforen sowie eine Ausstellung.

Termin: 23. – 24. März 2017 in Düsseldorf

 

Deutscher Lehrertag: Auf dem Deutschen Lehrertag treffen sich Lehrkräfte zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung. Die Tagung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Veranstalter sind der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie der Verband Bildungsmedien e.V. Auf dem Programm des Deutschen Lehrertags stehen Vorträge zu aktuellen Themen der Schul- und Bildungspolitik sowie praxisbezogene Workshops.

Termin: 23. März 2017 in Leipzig

 

fraMediale: Die Medienmesse und Fachtagung fraMediale findet alle anderthalb Jahre an der Frankfurt University of Applied Sciences statt. Sie versteht sich als Brücke zwischen medienpädagogischer Forschung und der Medienbildungspraxis in Schulen und Hochschulen. Ihr Ziel ist die sinnvolle und lernförderliche Integration digitaler Medien in Bildungseinrichtungen.

Termin: 29. März 2017 in Frankfurt am Main

 

Online Educa: Die Online Educa Berlin bezeichnet sich selbst als internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung. Sie gilt als weltweit größtes Event für E-Learning und -Training.

Termin: 6. – 8. Dezember 2017 in Berlin

 

Bewerbungsgespräch für Lehrkräfte: Auf diese Fragen sollten Sie gefasst sein

 

Motivation und Einstellung zum Beruf

  • Warum haben Sie den Lehrerberuf gewählt?
  • Was war Ihr Beweggrund für eine Bewerbung auf diese Stelle?
  • Wie sieht Ihr pädagogisches Leitbild aus?
  • Wie würden Sie sich als Lehrkraft charakterisieren?
  • Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit?
  • Welche Erfahrungen haben Sie im Referendariat sammeln können?
  • Welche Bestandteile der Lehrtätigkeit sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
  • Worin sehen Sie die Hauptaufgabe eines Klassenlehrers?
  • Was erwarten Sie von der Schulleitung?
  • Was tun Sie für ein gutes Zusammenarbeiten im Team?
  • Wie sieht für Sie gelungene Elternarbeit aus?
  • Wie würden Sie Eltern in den Unterricht bzw. den Schulalltag einbeziehen?
  • Worauf legen Sie als Pädagoge/erzieherische Fachkraft besonders wert?

Handeln in ausgewählten Situationen

  • Wie gehen Sie mit ständig im Unterricht störenden Schülerinnen und Schülern um?
  • Wie begegnen Sie Schülern, die regelmäßig zu spät zum Unterricht kommen?
  • Wie greifen Sie ein, wenn Sie Streitigkeiten, Aggressionen oder gar Gewalt zwischen Schülern bemerken?
  • Wie reagieren Sie auf Mobbing im Kollegium?
  • Wie fördern Sie interkulturelle Kompetenz und Begegnung in der Klasse/der Schule?
  • Wie könnten Sie mit Vertretern anderer Fächern kooperieren?
  • Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie? Haben Sie Erfahrungen mit „offenen“ Unterrichtsformen?
  • Was könnten Sie fachfremd unterrichten?
  • Welche AG könnten Sie ggf. an unserer Schule anbieten?
  • Welche Kenntnisse haben Sie in digitalen Medien bzw. im Internet? Wie setzen Sie diese ein?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Inklusion sammeln können?
  • Welche Lehrerfortbildung würde Sie interessieren?

Bei Lehrkräften aus dem Fachbereich Sprachen

  • Kennen Sie Maßnahmen zur Leseförderung? Welche?
  • Wie könnten Sie eine Theater-AG aufbauen?
  • Wie fördern Sie lese-rechtschreibschwache Schülerinnen und Schüler?
  • Wie sieht für Sie eine handlungsorientierte Förderung der (fremdsprachlichen) Sprachkompetenzen aus?
  • Haben Sie Erfahrungen mit Kooperationen zu Partnerschulen in anderen Ländern? Wie würden Sie solche Partnerschaften aufbauen?

Bei Lehrkräften aus den MINT-Fächern

  • Wie wecken Sie das Interesse an Ihrem Fach bei den Schülerinnen und Schülern?
  • Wie könnten Sie mit ihren Schülern/innen am PC/digitalen Medien arbeiten?
  • Kennen sie Konzepte zur Einbindung von Smartphones in den Unterricht?
  • Welche Folgerungen ziehen Sie aus den neuesten Leistungsstudien der verschiedenen Länder?
  • Halten Sie es für notwendig Mädchen in Ihrem Fach besonders zu fördern? Wenn ja, wie?

Bei Lehrkräften aus den künstlerischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern

  • Haben Sie bereits Kunstausstellungen o.Ä. in der Schule organisiert oder einen Chor/ein Orchester geleitet?
  • Wo sehen Sie die Relevanz des Fachs Religion in der heutigen Zeit?
  • Verfügen Sie über Erfahrungen mit Schulgottesdiensten?
  • Welchen Beitrag können Sie mit Ihrem Fach zu unserem pädagogischen Leitbild leisten?

Verbeamtete Lehrkräfte an Privatschulen: Rechtslage und Wissenswertes

Beamte behalten bei einer Tätigkeit an Privatschulen ihren Beamtenstatus bei, wenn sie der Privatschule zugewiesen wurden. Diese Regelung fußt auf § 20 des Beamtenstatusgesetzes (BeamtStG), einem Bundesgesetz, das die beamtenrechtliche Stellung der Beamten der Länder und Kommunen regelt.

 

Welche Rechtsquellen sind relevant?

Als Rechtsquellen relevant sind die jeweiligen Beamtenstatus-/Besoldungs- und Schulgesetze des betreffenden Bundeslandes:

  • Landesversorgungsgesetze bei Fragen zur Anerkennung bei der Pension
  • Landesbeamtengesetze bei Fragen zu Abordnungen und Beurlaubungen
  • Privatschulgesetze für privatschulspezifische Fragen

Für manche Privatschultypen (z.B. Katholische Schulen in freier Trägerschaft in NRW oder Baden-Württemberg) existieren spezifische Regelungen, zu erfragen bei den jeweiligen Trägern. Ebenso gibt es für Waldorfschulen zum Teil im Laufe der Jahre gewachsene Besonderheiten. Genaueres teilt der Bund der Freien Waldorfschulen mit.

 

Ist eine dauerhafte Zuweisung möglich?

Zwar ist eine dauerhafte Zuweisung nicht möglich, wohl aber die Verlängerung der Zuweisung.

 

Gibt es die Möglichkeit, unter Beibehaltung der Bezüge eine Planstelle an einer Privatschule zu besetzen?

Prinzipiell ist ein solches Vorgehen nicht vorgesehen. Jedoch existiert in den meisten Bundesländern ein Vertrag zwischen Kultusministerium und Privatschulen, in dem geregelt ist, dass das Geld weiter vom Land kommt, die Privatschulen aber die Besoldung, einen Teil des Ruhegehaltes und ggf. Sonderzahlungen an das Kultusministerium zahlen. Auf diese Weise behält der Beamte seine Bezüge, aber die Privatschule zahlt an den Staat.

 

Was geschieht mit bereits erworbenen Pensionsansprüchen?

Bleibt der Beamtenstatus über eine Beurlaubungslösung gewahrt, gilt dies auch für die Versorgungsansprüche. Falls für den Privatschuldienst ein Ausscheiden aus dem Beamtendienst erfolgt oder erforderlich wird, findet eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung statt. Hierbei werden dann Beträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nachgezahlt und zwar in der Form, als sei der Versicherte schon seit jeher Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung gewesen. Weitere Auskünfte hierzu erteilt u. a. die Deutsche Rentenversicherung.

 

Was geschieht mit der Beihilfe zur Krankenkasse?

Beihilfe zu einer Krankenkasse kann nicht gewährt werden, denn Beihilfe ist immer an beamtenrechtliche Dienstbezüge gekoppelt, also: Beamtenstatus = Beihilfe. Im Angestelltenverhältnis gibt es ggf. einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung, abhängig von der Einkommenshöhe. Unter Umständen sind Krankenkostenübernahmen bzw. -zuschüsse auch für Angestellte möglich. Dies fällt dann jedoch unter privatrechtliche Vereinbarungen und hat nichts mit Beamtenrecht zu tun.

 

Wie kommt eine Lehrkraft bzw. ein Schulleiter wieder zurück in die öffentliche Schule?

Sie muss sich bei einer öffentlichen Schule wieder bewerben bzw. die Zuweisung auslaufen lassen.

 

Wer erteilt weiterführende Informationen?

Auskunft geben die landesspezifischen Schulämter oder Kultusministerien. Gewerkschaftsmitglieder können sich an die Landesverbände ihrer jeweiligen Fachgewerkschaft wenden.

 

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

So setzen Lehrkräfte das heimische Arbeitszimmer steuerlich ab

Die steuerliche Absetzbarkeit eines Arbeitszimmers im eigenen Zuhause ist ein Zankapfel im deutschen Steuerrecht. Eine Grundsatzentscheidung (Az.: GrS 1/14) des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27.1.2016 soll nun Klarheit verschaffen – auch für das heimische Büro von Lehrkräften. Im Wesentlichen teilt der BFH Arbeitnehmergruppen in punkto Absetzbarkeit des Arbeitszimmers in drei Gruppen ein:

  1. Arbeitnehmer, die komplett von zu Hause aus arbeiten und im häuslichen Arbeitszimmer ihren Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit haben. Diese Arbeitnehmer können alle Kosten für das Arbeitszimmer komplett absetzen. Hierunter fallen Berufsgruppen wie Journalisten, Redakteure, Schriftsteller, Steuerberater, Künstler.
  2. Arbeitnehmer, die nur einzelne Tätigkeiten ihrer Berufstätigkeit von zu Hause aus erledigen, da sie sich beim Arbeitgeber entweder einen Arbeitsplatz mit einem Kollegen oder einer Kollegin teilen, oder da ihnen in einem bestimmten Bereich ihres Berufs kein Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zur Verfügung steht. Arbeitnehmer, auf die diese Arbeitsbedingungen zutreffen, wie zum Beispiel Lehrer, Außendienstmitarbeiter oder Dozenten, können maximal 1.250 Euro im Jahr absetzen.
  3. Wird das häusliche Arbeitszimmer sowohl beruflich als auch privat genutzt, sind keine Kosten absetzbar.

Was ist neu?

Mit dem Grundsatzurteil stellte der BFH vor allem eine bislang strittige Frage klar: Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Raum ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird. Nicht absetzbar sind beispielsweise Durchgangszimmer oder abgeteilte Arbeitsecken in einem anderen Zimmer der Wohnung. Folglich sollten im Arbeitszimmer auch kein Gästebett, kein Fernseher oder Kühlschrank stehen. Wohn-Accessoires wie Blumen, Bilder oder eine bequeme Sitzgelegenheit sind erlaubt.

 

Welche Kosten sind absetzbar?

  • Miete und Nebenkosten (anteilig)
  • Reinigungskosten
  • Ausstattung (z.B. Schreibtisch, Stuhl, Regale, Bücherschrank)
  • Renovierung
  • Abschreibungen, Betriebskosten
  • Hausratversicherung (anteilig)
  • Umzugskosten

Wichtig: Der absetzbare Betrag von 1.250 Euro ist keine Pauschale, sondern ein Höchstbetrag. In der Steuererklärung dürfen nur die tatsächlichen jährlichen Arbeitszimmerkosten angegeben werden, auch wenn sie unter 1.250 Euro liegen.

 

Statusfeststellungsverfahren für Honorarkräfte an Privatschulen

Generell ermittelt ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren, ob eine erwerbstätige Person, deren Art der Erwerbstätigkeit nicht genau klassifiziert werden kann, selbstständig tätig oder abhängig beschäftigt ist. Des Weiteren wird daraus gefolgert, ob aufgrund der Beschäftigungsart Sozialversicherungspflicht besteht und ob dadurch Beitrags(nach)forderungen der Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung existieren. Durchgeführt wird die Statusfeststellung von der Deutschen Rentenversicherung mithilfe eines Statusfeststellungsantrags.

 

Warum eine Statusprüfung?

Wenn man sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und einen Antrag auf Leistung an die Sozialversicherungsträger stellt (z.B. Arbeitslosengeld, Erwerbsminderungsrente), kommt es nicht selten vor, dass diese ihre Leistungen verweigern, da sie der Meinung sind, dass kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt bzw. vorlag.

 

Statusabgrenzung bei Lehrkräften

Für Lehrkräfte gibt es mehrere mögliche Arten der Beschäftigung. Neben einem regulären Anstellungsverhältnis existieren befristete Verträge als auch Beschäftigungen auf Honorarbasis.

 

Kriterien zur Abgrenzung der Beschäftigungsarten

Merkmale, die für die Annahme einer Angestelltentätigkeit sprechen (Auswahl):

  • Kontrolle bzw. Einflussnahme durch den Schulträger auf Unterrichtsinhalte und -gestaltung
  • Durchführung von Klassenarbeiten und anderen Leistungsüberprüfungen
  • Recht des Schulträgers, die Lehrkraft zu außerunterrichtlichen Arbeiten (z.B. Teilnahme an Konferenzen, Abhalten von Sprechstunden, Pausenaufsicht) zu verpflichten
  • Verbindliche und für einen längeren Zeitraum festgelegte Stundenpläne
  • Urlaubszeiten bzw. freie Tage sind an die Schulferien gebunden
  • Verpflichtung der Lehrkraft, eigene Verhinderungen der Schulleitung zu melden
  • Verpflichtung der Lehrkraft, ausgefallene Lehrkräfte zu vertreten
  • Arbeitsplatz im Lehrerzimmer unterscheidet sich nicht von dem der anderen angestellten Lehrkräfte

Merkmale, die gegen die Annahme einer Angestelltentätigkeit sprechen (Auswahl):

  • Der Unterricht zielt nicht auf die Erlangung eines bestimmten Abschlusses bzw. einer konkreten Bildungsreife ab.
  • Bei der Unterrichtserteilung müssen weder Gesetze, noch Verordnungen oder sonstige staatliche Vorschriften beachtet werden.
  • Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen regeln nicht im Einzelnen die Unterrichtsinhalte.
  • Die Lehrkraft unterliegt keiner Weisung hinsichtlich Methodik oder Didaktik.
  • Es besteht keine Pflicht zu Leistungskontrollen, wie etwa Klassenarbeiten oder Tests.
  • Die Lehrkraft übernimmt keine Erziehungsaufgaben.
  • Die Lehrkraft kann nicht zum Abhalten von Vertretungsstunden herangezogen werden.
  • Die Teilnahme der Lehrkraft an Konferenzen erfolgt gegen Zahlung eines zusätzlichen Honorars.

 

Konsequenzen bei Beschäftigung unter „falschem“ Status

Wird eine Lehrkraft an einer Lehranstalt als Honorarkraft geführt, obwohl per o.a. Definitionen ein Anstellungsverhältnis vorliegt, hat die Schule bzw. die Lehranstalt die entsprechenden Konsequenzen zu tragen:

Im Falle eines (auch stillschweigend gegründeten) Arbeitsverhältnisses

  • greift das Arbeitsrecht mit all seinen Schutzgesetzen (Kündigungsschutz, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall)
  • sind vom Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

 

Bewerben an Privatschulen (Teil 4): Hintergrundwissen zur Personalentwicklung an Privatschulen

Im Gegensatz zu staatlichen Schulen sind Schulen in freier Trägerschaft Arbeitgeber mit der Verpflichtung, sich selbst um die Personalentwicklung zu kümmern. Gleichwohl sind Privatschulen nur teilweise vergleichbar mit „normalen“ Wirtschaftsunternehmen, denn auch wenn sie dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb unterstehen und Budgetverantwortung haben, stehen sie doch in einem besonderen Bezug zu den staatlichen bzw. landesspezifischen Vorgaben der Bildungsministerien. Damit bewegen sich Privatschulen in einem besonderen Spannungsfeld zwischen Autonomie und Gebundenheit.

 

Personalentwicklung ist Qualitätsentwicklung

Personellen Entwicklungsprozessen kommt gerade an Privatschulen eine besondere Bedeutung zu, denn noch mehr als in staatlichen Einrichtungen sind dort Lehrpersonen dazu aufgerufen, sich mitsamt ihrer gesamten Persönlichkeit in das Schulleben einzubringen. Dazu können besondere (außerschulische) Fertigkeiten ebenso gehören wie spezifische pädagogische Ansätze oder aber ethische und/oder religiöse Grundeinstellungen. Und mehr noch: Wie aktuelle Erkenntnisse der Bildungsforschung, beispielsweise die Hattie-Studie, zeigen, sind in erster Linie die Lehrkräfte für Lernerfolge der Schüler – und damit für ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der Schule – verantwortlich. Um jedoch als Lehrkraft optimale Arbeit leisten zu können, ist eine intakte, gut organisierte Arbeitsumgebung zwingend notwendig. Folglich gibt es an Schulen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Personal- und Qualitätsentwicklung.

 

Instrumente der Personalentwicklung

Wer sich in einem Bewerbungsverfahren für eine Stelle an einer Privatschule befindet (oder dies plant), sollte sich als Vorbereitung auf die Bewerbung einen Überblick über die Personalentwicklung an der jeweiligen Schule verschaffen. Auch im Vorstellungsgespräch zeugt es von Interesse und Kompetenz, in punkto Personalplanung konkrete Fragen zu stellen.

 

  • Eng zusammen mit der personellen Entwicklung einer Schule hängt die Schulentwicklungsplanung, der „Fahrplan“ für die nächsten Jahre: Welche Schülerzahlen sind zu erwarten? Will sich die Schule vergrößern? Ist eine Verlagerung/Vertiefung von Schwerpunkten vorgesehen? Und vor allem: Welche bildungspolitischen Entwicklungen erfordern personelle Konsequenzen (z.B. Ganztag, Inklusion)?

 

  • Eine weitere entscheidende Rolle spielt in der schulischen Personalentwicklung das Schulprogramm. Stehen strukturelle Veränderungen an, muss die Schule hierfür in punkto Personal rechtzeitig die Weichen stellen.

 

  • Auch die Fortbildungsplanung ist eng verknüpft mit personellen Fragen, sowohl inhaltlich („Welche Fortbildungsmaßnahmen sind nötig?“) als auch zeitlich („Wann muss welche Fortbildung abgeschlossen sein, um mit dem neu erworbenen Wissen arbeiten zu können?“).

 

Die Frage der Befristung

Eine Vielzahl der Anstellungen in Privatschulen beginnen zunächst als befristete Arbeitsverhältnisse – mit der Option, die Befristung in eine Entfristung umzuwandeln. Im Bewerbungsgespräch sollten Bewerberinnen und Bewerber das Thema Befristung offen ansprechen und sich nach den Aussichten für eine Entfristung erkundigen. Nicht zu vergessen: Ein Grund für befristete Arbeitsverhältnisse ist auf Arbeitgeberseite oft der Wunsch, dadurch eine „verlängerte Probezeit“ zu erlangen. Von einer solchen ausgedehnten Erprobungsphase profitieren nicht zuletzt auch beide Seiten.

Bewerben an Privatschulen: Das Vorstellungsgespräch (Teil 3)

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste große Hürde im Bewerbungsverfahren an einer privaten Schule genommen. Nun gilt es, sich bestmöglich auf das Job-Interview vorzubereiten. Im Gegensatz zur Bewerbung bei einer staatlichen Schule bedeutet die Bewerbung bei einer privaten Schule, sich bei einem (auch) wirtschaftlich denkenden Arbeitgeber vorzustellen. Zwar spielen auch dort Fächerkombination und Notendurchschnitt bei der Entscheidung für oder gegen einen Bewerber eine Rolle, jedoch haben andere Faktoren mitunter mehr Gewicht. Dazu zählen neben der Aussagekraft der Bewerbungsunterlagen beispielsweise die konkreten Kompetenzen, die Berufserfahrung, die pädagogischen Grundeinstellungen sowie das Auftreten im persönlichen Gespräch. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Schule in freier Trägerschaft ist somit schärfer auf die Persönlichkeit der sich bewerbenden Person fokussiert und darauf, ob diese zur Schule passt oder nicht.

 

Ablauf und Reihenfolge

Je nachdem wo und wie breit gestreut eine Schule die Stelle ausschreibt, ist davon auszugehen, dass sie mehrere Bewerbungen erhält und diese systematisch auswertet. Wer zu einem Gespräch eingeladen wird, hat grundsätzlich schon einmal das Interesse des Arbeitgebers geweckt. Verläuft das Gespräch zur beidseitigen Zufriedenheit, wird entweder ein weiteres Gespräch anberaumt, oder aber eine Hospitation vereinbart. Bietet die Schule zunächst keine Hospitation an, sollten Bewerber dennoch danach fragen. Denn nur so erhalten sie die Chance, den Alltag in der Schule kennenzulernen.

 

Grundsätzlich gilt: Viel stärker als staatliche Schulen identifizieren sich Schulen in freier Trägerschaft mit ihrem Profil – sei es pädagogischer, inhaltlicher oder aber konfessioneller Art. Bewerber sollten sich daher sehr gut über das Profil informieren und schon im Vorhinein abwägen, ob sie tatsächlich zu diesem passen. In jedem Fall wird das Schulprofil auch im Vorstellungsgespräch eine große Rolle spielen.

Da Bewerbungsverfahren an Schulen in freier Trägerschaft – anders als an öffentlichen Schulen – keinen strengen Reglementierungen unterworfen sind, lässt sich der Verlauf eines Vorstellungsgesprächs nicht im Detail vorhersagen. Bewerber können sich daher an allgemeinen Empfehlungen für Vorstellungsgespräche orientieren. Hierfür ist es sinnvoll, einen Katalog potenzieller Fragen zusammenzustellen und für sich selbst zu beantworten:

 

Fragen zu Motivation und Beweggründen

Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?

Warum möchten Sie an einer Privatschule tätig werden?

Was erwarten Sie von Kolleginnen und Kollegen bzw. von der Schulleitung?

Was waren Ihre Beweggründe für die Wahl des Lehrerberufs?

Welche Bestandteile unseres Schulprogramms/pädagogischen Konzepts sprechen Sie an? Welche nicht?

Wie haben Sie sich über unsere Schule informiert?

 

Fachliche Fragen

Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit?

Was war in beruflicher Hinsicht Ihr größter Erfolg bzw. Misserfolg?

Wie beziehen Sie Eltern in die Unterrichtsarbeit und in das Schulgeschehen ein?

Wie reagieren Sie auf regelmäßig störende Schülerinnen und Schüler?

Wie gehen Sie mit sich prügelnden oder verbal attackierenden Schülerinnen und Schülern um?

Wie sieht für Sie die optimale Förderung für ausländische Mitschüler aus?

Wie können Sie mit Vertretern anderer Fächer kooperieren?

Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie?

Durch welche AGs oder außerschulische Aktivitäten könnten Sie unsere Schule bereichern?

Wie stellen Sie eine funktionierende Kommunikation mit den Eltern her?

 

Fragen zur persönlichen Einstellung

Wie würden Sie sich als Lehrer/-in charakterisieren?

Welche Persönlichkeitsmerkmale einer Lehrperson sind Ihrer Ansicht nach besonders wichtig?

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Worauf legen Sie in Ihrer Funktion als Erzieher/-in besonders wert?

Wie reagieren Sie auf Mobbing-Situationen?

Wie stehen Sie zu Lehrerfortbildungen? An welcher Maßnahme würden Sie gerne teilnehmen?

 

Auch Wünsche und Forderungen artikulieren

Ein Vorstellungsgespräch an einer privaten Schule ist kein einseitiges „Unter-die-Lupe-nehmen“. Auch Bewerber können (und sollten!) in einem Gespräch ihre Wünsche und Forderungen klar äußern. Neben der Thematisierung des Gehalts sollte beispielsweise auch über Urlaubstage, eventuelle Sondervergütungen, Aufstiegsmöglichkeiten, die Ausstattung des Fachbereiches oder aber die Arbeitsplätze im Schulgebäude gesprochen werden. Sehr wahrscheinlich werden einige dieser Punkte bereits in der Stellenausschreibung erwähnt. Nehmen Sie diese Angaben dann als Grundlage und wägen Sie vor dem Gespräch ab, über welche Punkte Sie mit der Schule noch verhandeln möchten.

Bewerben an Privatschulen: Bewerbungsunterlagen (Teil 2)

Bevor Bewerbungsunterlagen angefertigt werden, ist es unabdingbar, sich umfassend über die potenzielle neue Arbeitsstätte zu informieren.

Standardmäßig gehören zu einer Bewerbung

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Examens- bzw. Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • weitere Qualifikationsnachweise wie z.B. Fortbildungen
  • ggf. Qualifikationsprofil
  • ggf. Arbeitsproben

 

Bewerben per E-Mail oder per Post?

Gibt der Ausschreibungstext vor, auf welchem Wege die Bewerbung erwünscht ist, müssen sich Bewerber unbedingt an diese Vorgabe halten. Ist keine Präferenz angegeben, liegt die Entscheidung im Ermessen des Bewerbers. Im Zweifelsfall gilt: Diejenige Form wählen, für die man bei der Erstellung eher eine sichere Hand hat.

 

Bewerbungen per Post müssen nicht nur einwandfrei aufbereitet, sondern auch schlüssig gegliedert und gut handhabbar sein. Ungünstige Heftungen oder fehlende Unterteilungen der einzelnen Bestandteile erschweren die Begutachtung. Zu bedenken ist auch, dass schriftliche Unterlagen aus Kostengründen meist nicht zurückgesandt werden.

 

Bei Bewerbungen per E-Mail gilt: Keinesfalls einzelne Dokumente oder gar einzelne Seiten schicken. Im Idealfall werden alle Bestandteile der Bewerbung in einem Dokument (z.B. pdf) zusammengefasst. Möglich ist auch, zunächst Anschreiben und/oder Lebenslauf zu senden (da Personalverantwortliche sich dies zuerst ansehen) und dann Examens- und Arbeitszeugnisse in einem weiteren Dokument zusammenzufügen. Unabdingbar ist eine eindeutige Benennung der

Dokumente (z.B. „S. Müller_Bewerbung“ oder „S. Müller_Arbeitszeugnisse“). Doch bedenken Sie stets: Die Datenmenge sollte nur so groß sein, dass der Empfänger sie problemlos empfangen und handhaben kann.

 

Das Anschreiben

Ein Anschreiben darf nicht länger als eine Seite sein und muss auf die in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen eingehen, ohne diese zu wiederholen. Stattdessen gilt es, konkret zu werden: „Als Lehrerin mit langjähriger Berufserfahrung insbesondere in der Sek. II bin ich es gewohnt, selbstständig zu arbeiten. Da wir an unserer Schule die Unterrichtsreihen für die Oberstufe stets gemeinsam mit den Fachkollegen planen, habe ich auch die Arbeit in einem gut funktionierenden Team kennen- und schätzen gelernt.“

Aus dem Anschreiben muss in jedem Fall hervorgehen, warum Sie sich gerade auf diese Stelle bei diesem konkreten Arbeitgeber bewerben. Was reizt Sie an der Position? Was gefällt Ihnen am Schulprofil? Warum können gerade Sie diese Aufgabe am besten erfüllen? Ihre persönliche Lebenssituation, z.B. dass Sie sowieso gerade in die betreffende Stadt ziehen, interessiert dagegen zunächst nicht. Falls verlangt, sollten Sie eine Angabe zu Ihrem gewünschten Gehalt machen.

 

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte maximal drei Seiten lang sein. Unabdingbar ist eine klare Gliederung, etwa nach Ausbildung und Berufserfahrung, sowie Lückenlosigkeit. Bewerber, die beispielsweise seit sechs Monaten arbeitssuchend sind, können diese Phase etwa „berufliche Neuorientierung“ nennen. Ein Foto ist mittlerweile keine Pflicht mehr, wird von vielen Arbeitgebern jedoch noch sehr geschätzt. Wenn Sie sich für die Beigabe eines Fotos entscheiden, muss dieses jedoch professionell aufgenommen und gut platziert sein. Besonders wichtig ist die Erwähnung derjenigen Fakten, die für die Position relevant sind, wie z. B. Auslandserfahrung, Praktika oder das exakte Niveau Ihrer Sprachkenntnisse. Umfasst der Lebenslauf bereits mehrere Stationen, kann bei den weniger relevanten Tätigkeiten (z.B. den nebenberuflichen Tätigkeiten während des Studiums) gekürzt werden. Nicht bestandene oder abgebrochene Stationen sollten erwähnt werden, ggf. mit dem Zusatz „abgebrochen“.

Neuester Standard für die zeitliche Gliederung eines Lebenslaufs ist:

 

„2000 – 2003 Lehrkraft Heinrich-Heine-Schule Wiesbaden

Klassenleitung 3., 4. und 6. Klasse, Fachbereichsleitung Erdkunde (seit 2002)“

 

Nicht aber:

 

„08/2000 – 07/2003 Lehrkraft Heinrich-Heine-Schule Wiesbaden“

 

 

Arbeitszeugnisse

Sofern vorhanden, sind Arbeitszeugnisse unabdingbar. In der Regel genügen die Zeugnisse der letzten drei Arbeitgeber. Sind Bewerber noch nicht im Besitz qualifizierter Arbeitszeugnisse (beispielsweise nach dem Referendariat), sollten dienstliche Beurteilungen aus der Ausbildungszeit oder Praktikumszeugnisse bzw. Zeugnisse aus nebenberuflichen Tätigkeiten beigelegt werden. Durch diese kann der potenzielle Arbeitgeber sehen, wie einzelne Leistungen beurteilt wurden.

Da dies gerade im öffentlichen Dienst oft nicht üblich ist, verfügen viele Lehrerinnen und Lehrer nicht über Arbeitszeugnisse. Ausgestellte Dienstzeugnisse weichen zudem oftmals von der üblichen Zeugnissprache ab. Trotzdem empfiehlt es sich, auch nachträglich noch ein Zeugnis zu beantragen. Ist dennoch keines zur Hand, so bietet es sich nach US-amerikanischem Muster an, Referenzen zu nennen. Das sind namentlich und mit Adresse (E-Mail-Adresse, Telefonnummer) genannte ehemalige Arbeitgeber, die Sie zuvor autorisiert haben, über Sie auf Anfrage Auskunft zu geben. Doch Vorsicht: Bei öffentlichen Arbeitgebern kann es hier rechtliche Bedenken geben.

 

Fortbildungen

Fortbildungsbereitschaft sollte ggf. schon im Anschreiben erwähnt werden, insbesondere dann, wenn diese Bereitschaft in der Ausschreibung ausdrücklich gewünscht wird. Unter Umständen – und im Hinblick auf ein möglicherweise folgendes Vorstellungsgespräch – ist es sinnvoll, sich bereits über geeignete Fortbildungen zu informieren. Ansonsten gehört eine Auflistung der relevanten Fortbildungen in den Lebenslauf. Das Einreichen von Belegen ist nur dann sinnvoll, wenn es nicht zu viele sind.

 

Qualifikationsprofil

Diese Seite könnte auch heißen: „Was Sie sonst noch über mich wissen sollten“ und dient dazu, sich über eine zusätzliche Darstellung der Kompetenzen nochmals zu profilieren. Doch Vorsicht: Die genannten Punkte dürfen nicht bereits in Lebenslauf oder Anschreiben Gesagtes wiederholen.

 

Arbeitsproben

Auch hier muss ein eindeutiger Bezug zur Stellenausschreibung oder Stelle vorhanden sein. Ein Beispiel für eine sinnvolle Arbeitsprobe ist etwa ein Zeitungsartikel, in dem über ein Unterrichtsprojekt von Ihnen berichtet wird. Doch Achtung: Die Erwähnung von akademischen, kulturellen oder anderweitigen Erfolgen ist nicht zwangsläufig auch für die angestrebte Stelle relevant. Hier gilt es, den Nutzen gut abzuwägen.

Bewerben an Privatschulen: Vorbereiten und Informieren (Teil 1)

Anschreiben, Lebenslauf, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse sind obligatorische Bestandteile einer Bewerbung. Doch bis diese optimal verfasst, gestaltet und auf den potenziellen Arbeitgeber in spe zugeschnitten sind, bedarf es einiger vorbereitender Schritte und Entscheidungen. Dazu gehört neben einem exakten Interpretieren der Stellenausschreibung vor allem auch die Informationsbeschaffung über die potenzielle Arbeitsstätte.

 

Voraussetzungen für die Arbeit an Privatschulen

Generell gilt: Lehrkräfte können sich an Schulen in freier Trägerschaft bewerben, wenn sie über eine fachliche und pädagogische Eignung verfügen. Eine volle staatliche Lehrerausbildung ist nicht verpflichtend, jedoch gern gesehen. Denn nach Artikel 7 Absatz 4 des Grundgesetzes darf die wissenschaftliche Ausbildung der Lehrkräfte an Privatschulen nicht hinter denen an öffentlichen Schulen zurückstehen. Je nach Art der Schule in freier Trägerschaft benötigen potenzielle Lehrkräfte jedoch bestimmte Zusatzausbildungen, wie beispielsweise eine Waldorflehrer-Ausbildung. Daher ist es in einem ersten Schritt unerlässlich, sich genau über die Anforderungen der Schule zu informieren.

 

Die Stellenausschreibung

Entscheidende Informationen über die Anforderungen an potenzielle Bewerber sollte zunächst bereits die Stellenausschreibung enthalten. Diese ist daher genau zu lesen und mit den eigenen Qualifikationen abzugleichen. Umgekehrt müssen auch die vom potenziellen Arbeitgeber genannten Angebote kritisch hinterfragt werden: „Ist es wirklich das, was ich suche und leisten kann?“

 

Informieren über den möglichen Arbeitgeber

Selbstverständlich gehört zur Vorbereitung einer Bewerbung das Studieren der Homepage der entsprechenden Schule. Ist die Schule in einem Verband oder einer Trägervereinigung organisiert, sollten Bewerber auch deren Websites intensiv betrachten und sich innerhalb des pädagogischen Konzepts selbst „verorten“: „Welche Bestandteile des Konzeptes passen besonders/gar nicht zu mir?“ und „Verfüge ich in dieser speziellen pädagogischen Richtung schon über Erfahrungen?“ Sehr wertvoll sind, sofern verfügbar, auch Meinungen und Erfahrungen Dritter.

 

Allgemeine Informationen über Vorteile und Eigenschaften von Privatschulen gibt auch der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). Da gerade Schulen in freier Trägerschaft über ein fundiertes Schulprogramm verfügen und oft bestens vernetzt sind, ist es ratsam, sich auch über die Region und eventuelle Kooperationen zu informieren. Wichtig: Wie alle Arbeitgeber möchten auch Schulen gerne hören, warum man gerade bei ihnen arbeiten möchte. Es ist daher wichtig, hierfür Argumente zu finden. Und nicht zuletzt: Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird das Thema Gehalt thematisiert werden. Es kann nur von Vorteil sein, sich hiermit bereits in der Bewerbungsphase auseinanderzusetzen.

 

Das Telefonat vorab

Eine Möglichkeit, sich zusätzlich vorzubereiten bzw. sich bei dem potenziellen Arbeitgeber bereits „einen Namen zu machen“, ist ein Telefonat vorab. Ziel eines solchen Gespräches ist, etwas zu erfahren, das man als Bewerber im späteren Anschreiben verwerten kann, z. B. indem man über ein Telefonat den konkreten Ansprechpartner herausfindet, oder erfährt, worauf dieser in punkto Qualifikation besonderen Wert legt. Gelingt dies, hebt man sich als Bewerber in jedem Fall positiv von Mitbewerbern ab.

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

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