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Entgelte der Lehrkräfte im Öffentlichen Dienst (Stand: April 2022)

1. Tarifverträge für Lehrkräfte

Es gibt 2 Tarifverträge, die für angestellte Lehrkräfte in Frage kommen:

  1. TV-L (allg. Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder)
  2. TV-H (Hessen)

Hinweis: Seit der Tarifrunde 2019 entsprechen die Entgelttabellen des Tarifgebietes Ost denen des Tarifgebietes West.

2. Eingruppierung der Lehrkräfte

Das Entgelt nach den TV-L ergibt sich immer aus zwei verschiedenen Kategorien:

  1. der jeweiligen Entgeltgruppe (je nach Tätigkeit) und
  2. der Stufenzuordnung (je nach Berufserfahrung) innerhalb dieser Entgeltgruppe.

Leistungsfremde Faktoren wie Familienstand, Anzahl der Kinder oder Lebensalter bleiben unberücksichtigt – lediglich Jahressonderzahlungen sind möglich.

2.1 Entgeltgruppen

Beispiele für die Zuordnung zu den Entgeltgruppen

1. Lehrkräfte mit Lehramtsbefähigung (1.+2. STX/„Erfüller“)
EntgeltgruppeBefähigung für das Lehramt
E 11an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entspr. Jahrgangsstufen der Gesamtschulen
E 13für Sonderpädagogik
E 13 +Z(ulage)/13*/13SRan Gymnasien und Gesamtschulen (in der Tätigkeit von Studienräten)
E 13 + Zulagean Berufskollegs, Berufsschulen u. ä.
 
2. sog. „Nicht-Erfüller“* (nur 1. STX/Universitätsabschluss mit einer Regelstudienzeit von mind. 8 Semestern zu best. Unterrichtsfächern/Fachrichtungen; Seiten-/Quereinsteiger)
(Meist) E 11an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entspr. Jahrgangsstufen der Gesamtschulen, Sek. I im Seiteneinstieg
E 12 (ohne Zulage)an Gymnasien und Gesamtschulen (in der Tätigkeit von Studienräten), Sek. II im Seiteneinstieg
E 12 (ohne Zulage)an Berufskollegs, Berufsschulen u. ä.

–> Anmerkung: die Verweildauer auf einer Stufe ist für Nicht-Erfüller deutlich länger. An vielen Privatschulen ist es Usus, die Nicht-Erfüller 1 Stufe weiter unten einzugruppieren.

* Definition „Erfüller“/ „Nicht-Erfüller“: Angestellte, die die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für eine Übernahme in das Beamtenverhältnis erfüllen, nennt man „Erfüller“. Darunter fallen auch Lehrkräfte mit DDR-Lehrbefähigung. Diejenigen, die sie nicht erfüllen (z.B. sog. Seiten- oder Quereinsteiger (Kolleginnen mit anderen Univ.-Abschlüssen, nennt man „Nicht-Erfüller“. „Nicht-Erfüller“ sind auch diejenigen Lehrkräfte, für die im jeweiligen Landesrecht keine Lehrämter vorgesehen sind.

Hinweis zur Entgeltgruppe E 13+Zulage/E 13*/E 13SR

Für Lehrkräfte, die die „Voraussetzungen zur Ernennung zum Studienrat erfüllen“, (1.+2. STX), gilt die Entgeltgruppe E13+Zulage/E13*/E13SR. Alle Lehrkräfte, die nicht auf Studienrat studiert haben, bspw. „Lehrer“ (Sek. I), Diplomlehrer, Quer- und Seiteneinsteiger mit anderen Universitätsabschlüssen (Diplom, Magister, Bachelor), werden in die Entgeltgruppe 13 eingruppiert.

2.2 Eingruppierung von Schulleitern

Zur Eingruppierung von Schulleitern gibt es bislang keine allgemeingültigen Regelungen. Grundsätzlich gilt immer die Größe der Schule (Schülerzahl) und die Schulart als ausschlaggebend. Es konnte nicht für alle Bundesländer dazu eine Quelle im Internet gefunden werden. Auch haben nicht alle Bundesländer angestellte Schulleiter. Die folgenden Angaben zur Eingruppierung von angestellten Schulleitern beziehen sich auf Angaben in einer Antwort der Brandenburgischen Regierung auf eine kleine Anfrage. (Quelle: http://www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w5/drs/ab_1900/1974.pdf)

Schulleiter an Grundschulen: i.d.R. in E 13, E 13Z oder E 14
Schulleiter an Oberschulen: i.d.R. in E 13, E 14 oder E 14Z
Schulleiter an Gesamtschulen: i.d.R. in E 15
Schulleiter an Gymnasien: i.d.R. in E 15Ü
Schulleiter an Förderschulen: i.d.R. in E 13Z, E 14 oder E 14Z
Schulleiter an Berufs(fach)schulen: i.d.R. in E 16 (z.B. BaWü) oder E 15Z (z.B. Hamburg)

Stellvertretende Schulleiter werden je nach Schulgröße wie folgt eingruppiert:

BaWü: bis 360 Schüler E 15, ab 360 Schüler E 15+ vertragl. Zulage
Hamburg: Schulen mit großer Schülerzahl (>360 bzw. >540 Schüler)
Grundschule: E 14 (A 15)
Berufliche Schule: E 15
Gymnasium: E 15 (A 16)
Sachsen:
Grundschule: A 12, E 11-E 14 (bei mehr als 360 Schülern)
Ober- und Förderschule: E 13-15
Gymnasium: A 13-A 16, E 13-E 15, bzw. außertarifl. Gehalt, da es keine E 16 gibt

Eine Diskussion im Forum bestätigt diese Eingruppierung.

Rechtlicher Hinweis

Jede Eingruppierung ist vorläufig und begründet keinen Vertrauensschutz und keinen Besitzstand. Die Zuordnung einer Lehrkraft zu einer Entgeltgruppe erfolgt auf der Grundlage der bisherigen Richtlinien der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zur Eingruppierung der Lehrkräfte, bis eine neue Entgeltordnung zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt und in Kraft getreten ist.

2.3 Stufenzuordnung

Die Entgeltgruppen sind in Stufen unterteilt. Grundsätzlich erfolgt die Zuordnung in Stufe 1, sofern keine beruflichen Vorerfahrungen vorliegen. Zeiten einer „einschlägigen Berufserfahrung“ sind bei der Stufenzuordnung zu berücksichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 2 und 3 TV-L). Dabei muss es sich um berufliche Erfahrungen in der übertragenen oder einer auf die Aufgabe bezogenen entsprechenden Tätigkeit handeln. Sie liegen vor, wenn die frühere Tätigkeit im Wesentlichen unverändert fortgesetzt wird.
Darüber hinaus bietet der TV-L die Möglichkeit, im Rahmen des Ermessens „förderliche Zeiten“ bei der Stufenzuordnung zu berücksichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 4) bzw. eine Vorweggewährung von Stufen (§ 16 Abs. 5) vorzunehmen. Für alle neu einzustellenden Lehrkräfte wird durch Erlassregelungen der Ministerien die Anrechnung förderlicher Zeiten unterschiedlich ermöglicht.
Als „förderliche Zeit“ wird jede nachgewiesene berufliche Vorerfahrung, die bei großzügiger Auslegung für den angestrebten Lehrerberuf dienlich ist, berücksichtigt. Maximal ist eine Zuordnung in Stufe 4 der jeweiligen Entgeltgruppe möglich, die bei einer berücksichtigungsfähigen Zeit von in der Regel sechs Jahren erreicht wird.

Die Verweildauer in den sechs Entgeltgruppen richtet sich immer nach den Berufsjahren (und ist für Nicht-Erfüller, d.h. ohne 2. Staatsexamen, deutlich länger):

EGStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
E 9 – E 151 Jahr   ab Einstellungnach 1 Jahr in Stufe 1nach 2 Jahren in Stufe 2 nach 3 Jahrennach 3 Jahren in Stufe 3 nach 6 Jahrennach 4 Jahren in Stufe 4 nach 10 Jahrennach 5 Jahren in Stufe 5
E 15 Ü5 Jahre5 Jahre5 Jahre5 Jahre5 Jahre 

3. Jahressonderzahlungen

Zusätzlich zum monatlichen Entgelt haben Tarifbeschäftigte, die am 1. Dezember in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf eine Jahressonderzahlung (§ 20 TV-L). Sie beträgt für Beschäftigte in den Entgeltgruppen ab 2019

E 1 bis E 8 95 v. H.
E 9 bis E 11 80 v. H.
E 12 bis E 13 50 v. H.
E 14 bis E 15 35 v. H. des monatlichen Entgelts, das jeweils in den Kalendermonaten Juli, August und September durchschnittlich gezahlt wird.

4. Entgelttabellen

4.1. Lehrer im Beschäftigtenverhältnis (allgemeiner TV-L)

TV-L Entgelttabelle – gültig vom 01.01.2021 – 30.11.2022

Entgeltwerte mit einer Steigerung von +1,29 %, mindestens 50,- Euro bis 30.09.2021; ab 01.10.2021 – 30.11.2022 Nullrunde

Quelle: https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tv-l.html

4.2 TV-H „Lehrer“ Hessen

Tarifrunde TV-L 2021
15.10.2021 – TV-H

Im öffentlichen Dienst des Landes Hessen, das als einziges Bundesland nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist und damit über einen eigenen Tarifvertrag „TV-H“ verfügt, wird eine Tarifeinigung mit den folgenden Eckpunkten erzielt:

• 01.10.2021: Nullrunde – keine Erhöhung in den ersten 10 Monaten
01.08.2022: +2,2 %
01.08.2023: +1,8 %, mindestens 65 €
• Corona-Sonderzahlung
Dezember 2021: 500 €
März 2022: 500 €
• Einführung einer neuen Entgeltgruppe 16
• Auftrennung der Stufe 1 in die Stufen 1a und 1b
• Wahlmöglichkeit, einen Teil der Jahressonderzahlung in 2 zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln
• Beendigung des LandesTicket Hessen zum 31.12.2024
• Die Mindestlaufzeit beträgt 28 Monate – vom 01.10.2021 bis 31.01.2024

Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst des Landes Hessen
Entgelttabelle TV-H 2021 
123456
E 15Ü6153.196625.277250.187660.077760.87
E 154885.145254.555449.396141.486665.626865.59
E 144420.884757.325032.815449.396087.756270.37
E 13Ü4387.764622.935032.816087.756270.37
E 134079.564387.764622.935079.835711.465882.81
E 123665.173936.214481.804965.595590.515758.23
E 113542.893797.874067.994481.805086.565239.15
E 103413.803666.133936.214206.334730.454872.36
E 9b3048.353270.363417.843837.434179.984305.37
E 9a3048.353270.363318.823417.843837.433952.54
E 82862.613083.053203.723318.823449.073530.27
E 72690.132909.653071.083191.633288.543374.11
E 62643.662861.822981.403100.983179.523264.30
E 52537.532754.192873.792987.373077.063137.10
E 42422.182640.592790.072873.792957.483011.29
E 32391.752604.712664.512760.172837.892903.68
E 2Ü2300.462503.062580.792676.472742.242796.04
E 22233.992431.312491.112550.902688.422831.91
E 12030.722060.612096.482132.372222.05
Entgelttabelle mit Monatswerten

Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2021 – 31.07.2022
Quelle: https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-h?id=tv-h-2021&matrix=1

4.3 Richtlinien für Beschäftigte in kirchlichen und Wohlfahrts-Einrichtungen (in Anlehnung an den TVöD)

Caritas: https://www.oeffentlichen-dienst.de/kirche-wohlfahrt/avr.html

Diakonie: https://www.oeffentlichen-dienst.de/kirche-wohlfahrt/avr-verguetung.html

Paritätischer Wohlfahrtsverband: https://www.oeffentlichen-dienst.de/kirche-wohlfahrt/paritaet.html

AWO: https://www.oeffentlichen-dienst.de/kirche-wohlfahrt/tv-awo.html

5 Forum/Gehaltsrechner/Links

Auf der Seite https://forum.oeffentlicher-dienst.info/ befindet sich ein aktuelles, gut besuchtes Forum, verschiedene Gehaltsrechner und eine gute Linksammlung. Dort können bereits gestellte Fragen durchstöbert oder neue Fragen gestellt werden. Die Linksammlung kann unter https://oeffentlicher-dienst.info/links/ erreicht werden.

Gehaltsrechner TV-L:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2020

Gehaltsrechner TV-H:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-h?id=tv-h-2020

Gehaltsrechner TV-öD Bund:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2020

6 Quelle

https://oeffentlicher-dienst.info

7 Eingruppierung (von Lehrkräften) in Entgeltgruppen der TV-L

Qualifikationseckpunkte mit möglichen Berufsgruppen
EntgeltgruppeTV-L (teils TVÖD)Vergleich BeamteMögliche Berufsgruppe
E 1 – E 4Einfache Tätigkeiten, An- und UngelernteEinfacher DienstBote, Küchenhilfe, Justizhelfer
E 5 – E 8Mindestens 2- oder 3-jährige abgeschlossene AusbildungMittlerer DienstAltenpfleger und -helfer, Kinderpfleger, Ergotherapeut, Logopäde, Heilerziehungspfleger, Physiotherapeut
E 9 – E 12Bachelor- oder FachhochschulabschlussGehobener DienstDiplomingenieure, Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Sekundarstufe I und II als Quereinstieg (E11&12)
E 13 – E 15Wissenschaftliches Hochschulstudium, Uni-Diplom und -MasterHöherer DienstWissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten, Dozenten, Lehrer an Gymnasien und Förderschulen, Schulleiter

Quelle: https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgeltgruppen.html
TVÖD neu
https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka.html

Alle Angaben ohne Gewähr.

Tarifverhandlungen 2021: Hessen einigt sich auf TVL-H

Als erstes der 16 Bundesländer hat am 15. Oktober Hessen eine Einigung in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst erzielt. Hessen ist seit einigen Jahren nicht mehr Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und verfügt daher mit dem TV-H über einen eigenen Tarifvertrag. Die Eckpunkte:

  • Die Einkommen der Beschäftigten steigen zum 1. August 2022 um 2,2 Prozent und ein Jahr später nochmal um 1,8 Prozent (mindestens aber 65 Euro).
  • Neu eingeführt wird die Entgeltgruppe 16*. Führungskräfte erhalten mit dieser zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die Beschäftigten erhalten im Dezember 2021 und im März 2022 jeweils eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 500 Euro (steuer- und abgabenfrei; Auszubildende: 250 Euro).
  • Stufe 1 wird gesplittet in 1a und 1b*. So entstehen beschleunigte Aufstiegsmöglichkeiten für neu eingestellte Beschäftigte.
  • Die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten werden ausgebaut.
  • Geschaffen wurde die Wahlmöglichkeit, einen Teil der Jahressonderzahlung in zwei zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln.

Weiterführende Informationen liefert die Übersichtsseite der GEW-Hessen.

Was heißt dies für Lehrkräfte?

„Die GEW und das Land Hessen haben seit September 2020 über tarifvertragliche Regelungen zur Eingruppierung von Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften an Schulen verhandelt. Anders als in allen anderen Bundesländern galt für deren Eingruppierung ein einseitig durch das Land festgelegter Erlass. Jetzt unterschrieben die Gewerkschaften und das Land einen Tarifvertrag zur Eingruppierung der Lehrkräfte, der am 1. August 2022 in Kraft tritt. Verbesserungen gibt es insbesondere für voll ausgebildete Grundschullehrkräfte und für nicht voll ausgebildete Lehrkräfte im Bereich der Sekundarstufe I. Mehr Geld erhalten auch Beschäftigte ohne formale Lehramtsbefähigung, die seit vielen Jahren nach der Entgeltgruppe 5 oder 6 vergütet werden, obwohl sie alle Aufgaben von Lehrkräften übernehmen, zum Teil sogar als Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer eingesetzt werden. Die GEW bereitet jetzt ein umfassendes Angebot zur Information und Beratung ihrer Mitglieder vor.“ Quelle: https://www.gew-hessen.de/bildung/weiterbildung-bildungsmarkt/details-1/tarifeinigung-mit-dem-land-hessen-1

Entgelttabelle TV-H 2021 
123456
E 15Ü6153.196625.277250.187660.077760.87
E 154885.145254.555449.396141.486665.626865.59
E 144420.884757.325032.815449.396087.756270.37
E 13Ü4387.764622.935032.816087.756270.37
E 134079.564387.764622.935079.835711.465882.81
E 123665.173936.214481.804965.595590.515758.23
E 113542.893797.874067.994481.805086.565239.15
E 103413.803666.133936.214206.334730.454872.36
E 9b3048.353270.363417.843837.434179.984305.37
E 9a3048.353270.363318.823417.843837.433952.54
E 82862.613083.053203.723318.823449.073530.27
E 72690.132909.653071.083191.633288.543374.11
E 62643.662861.822981.403100.983179.523264.30
E 52537.532754.192873.792987.373077.063137.10
E 42422.182640.592790.072873.792957.483011.29
E 32391.752604.712664.512760.172837.892903.68
E 2Ü2300.462503.062580.792676.472742.242796.04
E 22233.992431.312491.112550.902688.422831.91
E 12030.722060.612096.482132.372222.05

(Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2021 – 31.07.2022)

*Die Tabelle enthält noch nicht die neu eingeführte Entgeltgruppe 16 sowie die in 1a und 1b gesplittete Gruppe 1.

Gehaltswunsch formulieren in der Bewerbung – so geht‘s

Wird in einer Stellenausschreibung explizit die Angabe eines Gehaltswunsches verlangt, so ist dies nicht nur als eine Empfehlung, sondern als unverzichtbarer Bestandteil der Bewerbung zu verstehen. Nicht selten werden Bewerbungen ohne eine solche Angabe schlichtweg aussortiert. Zudem gilt: Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen Gehaltswünsche ohnehin auf den Tisch.

Lohnende Auseinandersetzung mit dem eigenen Marktwert

Besonders für Berufseinsteiger*innen kann die Bestimmung der eigenen Gehaltsvorstellung ein lehrreicher Prozess sein. Denn es gilt, ein erstes Fazit zu ziehen: Wo stehe ich in meiner Laufbahn? Über welche Erfahrungen verfüge ich bereits? Welche zusätzlichen Qualifikationen kann ich in die Waagschale werfen? Und wie sieht meine Bewerberpersönlichkeit im Vergleich zu anderen aus? Hier ist Recherche gefragt. Folgende Anlaufstellen helfen bei einer Einschätzung:

Jobportale: Einige Jobportale liefern Durchschnittswerte zu Gehältern auf Basis von Informationen, die registrierte Nutzer*innen angegeben haben. Diese geben erste Anhaltspunkte für eine Gehaltsspanne. Besonders empfehlenswert ist beispielsweise die aktuelle Gehaltsstudie des Karrierenetzwerkes XING.

Bundesagentur für Arbeit: Auch die Bundesagentur für Arbeit stellt eine Online-Gehaltsdatenbank, den sogenannten Entgeltatlas, zur Verfügung. Abhängig von Bundesland, Altersgruppe und Geschlecht finden Bewerberinnen und Bewerber hier vor allem die Einkommensdaten der klassischen Berufe.

Verbände und Tarife: Je nach Beruf können entsprechende Verbände ergiebige Anlaufstellen in Sachen Gehaltsauskunft sein. Fällt die anvisierte Stelle in einen Tarifbereich, ist selbstverständlich die Auseinandersetzung mit den gültigen Tarifen sowie wie mit Fragen wie Eingruppierung unumgänglich. Für angestellte Lehrkräfte empfiehlt sich ein Blick auf die Gehaltsrechner für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst.

Rat von Kollegen und Freunden einholen

Haben Sie sich einer potenziellen Gehaltsmarke angenähert, sollten Sie nach Möglichkeit einmal Rücksprache mit Freunden, Bekannten oder ehemaligen Studienkolleg*innen halten. Diese befinden sich möglicherweise gerade in einer ähnlichen Situation oder verfügen gar über ähnliche Ausbildungswege und Qualifikationen.

Was genau umfasst mein Gehaltswunsch?

Üblicherweise geben Stellensuchende in ihrem Gehaltswunsch die angestrebte Jahres-Brutto-Summe an. Hinter dieser können sich auch Posten wie beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien oder vermögenswirksame Leistungen verbergen. Diese werden in der Gehaltswunschangabe zwar nicht explizit benannt, sollten aber in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Wo kommt der Gehaltswunsch hin?

Der richtige Patz für die Angabe des Gehaltswunsches ist im Bewerbungsschreiben ganz am Schluss, als vorletzten Satz, also direkt vor dem Schlusssatz. Denn selbstverständlich müssen zuvor Motivation und Qualifikationen genannt werden. Formuliert werden sollte der Gehaltswunsch kurz und knapp, in etwa: „Meine Gehaltsvorstellung beträgt…“

Verhandelt wird erst im Vorstellungsgespräch

Natürlich ist mit Angabe des eigenen Gehaltswunsches noch nicht das letzte Wort gesprochen. Denn verhandelt wird im Vorstellungsgespräch. Hier kommen dann auch noch eventuelle Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder individuelle Absprachen aufs Tapet. Mitunter gleichen diese ja auch ein eher niedrigeres Gehalt aus. Wichtig ist daher, sich bereits im Vorfeld zu überlegen, welche Zusatzleistungen interessant sein könnten. Dies ermöglicht dann auch ein schlagfertiges Reagieren, wenn der zukünftige Chef das Gehalt drücken möchte.

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