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Bewerben an Privatschulen: Das Vorstellungsgespräch (Teil 3)

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste große Hürde im Bewerbungsverfahren an einer privaten Schule genommen. Nun gilt es, sich bestmöglich auf das Job-Interview vorzubereiten. Im Gegensatz zur Bewerbung bei einer staatlichen Schule bedeutet die Bewerbung bei einer privaten Schule, sich bei einem (auch) wirtschaftlich denkenden Arbeitgeber vorzustellen. Zwar spielen auch dort Fächerkombination und Notendurchschnitt bei der Entscheidung für oder gegen einen Bewerber eine Rolle, jedoch haben andere Faktoren mitunter mehr Gewicht. Dazu zählen neben der Aussagekraft der Bewerbungsunterlagen beispielsweise die konkreten Kompetenzen, die Berufserfahrung, die pädagogischen Grundeinstellungen sowie das Auftreten im persönlichen Gespräch. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Schule in freier Trägerschaft ist somit schärfer auf die Persönlichkeit der sich bewerbenden Person fokussiert und darauf, ob diese zur Schule passt oder nicht.

 

Ablauf und Reihenfolge

Je nachdem wo und wie breit gestreut eine Schule die Stelle ausschreibt, ist davon auszugehen, dass sie mehrere Bewerbungen erhält und diese systematisch auswertet. Wer zu einem Gespräch eingeladen wird, hat grundsätzlich schon einmal das Interesse des Arbeitgebers geweckt. Verläuft das Gespräch zur beidseitigen Zufriedenheit, wird entweder ein weiteres Gespräch anberaumt, oder aber eine Hospitation vereinbart. Bietet die Schule zunächst keine Hospitation an, sollten Bewerber dennoch danach fragen. Denn nur so erhalten sie die Chance, den Alltag in der Schule kennenzulernen.

 

Grundsätzlich gilt: Viel stärker als staatliche Schulen identifizieren sich Schulen in freier Trägerschaft mit ihrem Profil – sei es pädagogischer, inhaltlicher oder aber konfessioneller Art. Bewerber sollten sich daher sehr gut über das Profil informieren und schon im Vorhinein abwägen, ob sie tatsächlich zu diesem passen. In jedem Fall wird das Schulprofil auch im Vorstellungsgespräch eine große Rolle spielen.

Da Bewerbungsverfahren an Schulen in freier Trägerschaft – anders als an öffentlichen Schulen – keinen strengen Reglementierungen unterworfen sind, lässt sich der Verlauf eines Vorstellungsgesprächs nicht im Detail vorhersagen. Bewerber können sich daher an allgemeinen Empfehlungen für Vorstellungsgespräche orientieren. Hierfür ist es sinnvoll, einen Katalog potenzieller Fragen zusammenzustellen und für sich selbst zu beantworten:

 

Fragen zu Motivation und Beweggründen

Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?

Warum möchten Sie an einer Privatschule tätig werden?

Was erwarten Sie von Kolleginnen und Kollegen bzw. von der Schulleitung?

Was waren Ihre Beweggründe für die Wahl des Lehrerberufs?

Welche Bestandteile unseres Schulprogramms/pädagogischen Konzepts sprechen Sie an? Welche nicht?

Wie haben Sie sich über unsere Schule informiert?

 

Fachliche Fragen

Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit?

Was war in beruflicher Hinsicht Ihr größter Erfolg bzw. Misserfolg?

Wie beziehen Sie Eltern in die Unterrichtsarbeit und in das Schulgeschehen ein?

Wie reagieren Sie auf regelmäßig störende Schülerinnen und Schüler?

Wie gehen Sie mit sich prügelnden oder verbal attackierenden Schülerinnen und Schülern um?

Wie sieht für Sie die optimale Förderung für ausländische Mitschüler aus?

Wie können Sie mit Vertretern anderer Fächer kooperieren?

Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie?

Durch welche AGs oder außerschulische Aktivitäten könnten Sie unsere Schule bereichern?

Wie stellen Sie eine funktionierende Kommunikation mit den Eltern her?

 

Fragen zur persönlichen Einstellung

Wie würden Sie sich als Lehrer/-in charakterisieren?

Welche Persönlichkeitsmerkmale einer Lehrperson sind Ihrer Ansicht nach besonders wichtig?

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Worauf legen Sie in Ihrer Funktion als Erzieher/-in besonders wert?

Wie reagieren Sie auf Mobbing-Situationen?

Wie stehen Sie zu Lehrerfortbildungen? An welcher Maßnahme würden Sie gerne teilnehmen?

 

Auch Wünsche und Forderungen artikulieren

Ein Vorstellungsgespräch an einer privaten Schule ist kein einseitiges „Unter-die-Lupe-nehmen“. Auch Bewerber können (und sollten!) in einem Gespräch ihre Wünsche und Forderungen klar äußern. Neben der Thematisierung des Gehalts sollte beispielsweise auch über Urlaubstage, eventuelle Sondervergütungen, Aufstiegsmöglichkeiten, die Ausstattung des Fachbereiches oder aber die Arbeitsplätze im Schulgebäude gesprochen werden. Sehr wahrscheinlich werden einige dieser Punkte bereits in der Stellenausschreibung erwähnt. Nehmen Sie diese Angaben dann als Grundlage und wägen Sie vor dem Gespräch ab, über welche Punkte Sie mit der Schule noch verhandeln möchten.

Bewerben an Privatschulen: Vorbereiten und Informieren (Teil 1)

Anschreiben, Lebenslauf, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse sind obligatorische Bestandteile einer Bewerbung. Doch bis diese optimal verfasst, gestaltet und auf den potenziellen Arbeitgeber in spe zugeschnitten sind, bedarf es einiger vorbereitender Schritte und Entscheidungen. Dazu gehört neben einem exakten Interpretieren der Stellenausschreibung vor allem auch die Informationsbeschaffung über die potenzielle Arbeitsstätte.

 

Voraussetzungen für die Arbeit an Privatschulen

Generell gilt: Lehrkräfte können sich an Schulen in freier Trägerschaft bewerben, wenn sie über eine fachliche und pädagogische Eignung verfügen. Eine volle staatliche Lehrerausbildung ist nicht verpflichtend, jedoch gern gesehen. Denn nach Artikel 7 Absatz 4 des Grundgesetzes darf die wissenschaftliche Ausbildung der Lehrkräfte an Privatschulen nicht hinter denen an öffentlichen Schulen zurückstehen. Je nach Art der Schule in freier Trägerschaft benötigen potenzielle Lehrkräfte jedoch bestimmte Zusatzausbildungen, wie beispielsweise eine Waldorflehrer-Ausbildung. Daher ist es in einem ersten Schritt unerlässlich, sich genau über die Anforderungen der Schule zu informieren.

 

Die Stellenausschreibung

Entscheidende Informationen über die Anforderungen an potenzielle Bewerber sollte zunächst bereits die Stellenausschreibung enthalten. Diese ist daher genau zu lesen und mit den eigenen Qualifikationen abzugleichen. Umgekehrt müssen auch die vom potenziellen Arbeitgeber genannten Angebote kritisch hinterfragt werden: „Ist es wirklich das, was ich suche und leisten kann?“

 

Informieren über den möglichen Arbeitgeber

Selbstverständlich gehört zur Vorbereitung einer Bewerbung das Studieren der Homepage der entsprechenden Schule. Ist die Schule in einem Verband oder einer Trägervereinigung organisiert, sollten Bewerber auch deren Websites intensiv betrachten und sich innerhalb des pädagogischen Konzepts selbst „verorten“: „Welche Bestandteile des Konzeptes passen besonders/gar nicht zu mir?“ und „Verfüge ich in dieser speziellen pädagogischen Richtung schon über Erfahrungen?“ Sehr wertvoll sind, sofern verfügbar, auch Meinungen und Erfahrungen Dritter.

 

Allgemeine Informationen über Vorteile und Eigenschaften von Privatschulen gibt auch der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). Da gerade Schulen in freier Trägerschaft über ein fundiertes Schulprogramm verfügen und oft bestens vernetzt sind, ist es ratsam, sich auch über die Region und eventuelle Kooperationen zu informieren. Wichtig: Wie alle Arbeitgeber möchten auch Schulen gerne hören, warum man gerade bei ihnen arbeiten möchte. Es ist daher wichtig, hierfür Argumente zu finden. Und nicht zuletzt: Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird das Thema Gehalt thematisiert werden. Es kann nur von Vorteil sein, sich hiermit bereits in der Bewerbungsphase auseinanderzusetzen.

 

Das Telefonat vorab

Eine Möglichkeit, sich zusätzlich vorzubereiten bzw. sich bei dem potenziellen Arbeitgeber bereits „einen Namen zu machen“, ist ein Telefonat vorab. Ziel eines solchen Gespräches ist, etwas zu erfahren, das man als Bewerber im späteren Anschreiben verwerten kann, z. B. indem man über ein Telefonat den konkreten Ansprechpartner herausfindet, oder erfährt, worauf dieser in punkto Qualifikation besonderen Wert legt. Gelingt dies, hebt man sich als Bewerber in jedem Fall positiv von Mitbewerbern ab.

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

Verdienstmöglichkeiten und Tarifverträge für Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft (Stand: II/2014)

Sollten Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft nicht von ihrem Beamtenverhältnis beurlaubt sein, werden sie in der Regel nach den Entgelttabellen des Öffentlichen Dienstes bezahlt. Grundsätzlich gilt: Das Gehalt von Lehrkräften an Schulen in freier Trägerschaft muss mindestens 75 % des vergleichbaren Gehalts nach dem jeweiligen TV-L betragen.

 

Gehalt als Lehrer – das gilt es zu beachten

Für mögliche Gehaltsverhandlungen sollten sich interessierte Lehrkräfte über die Faktoren informieren, die ihr Gehalt näher bestimmen: Dazu gehört der zuständige Tarifvertrag (TV), die Entgeltgruppe und die Stufenzuordnung innerhalb dieser Entgeltgruppe.

 

Tarifverträge

Für Lehrkräfte kommen zunächst fünf verschiedene Tarifverträge infrage:

  • TV-L „Lehrer“
  • TV-L Berlin
  • TV-H Hessen
  • TV-L allgemein a) Tarifgebiet West b) Tarifgebiet Ost
  • Spezialfall: kommunal beschäftigte Lehrer nach TVÖD

Leistungsfremde Faktoren wie Familienstand, Anzahl der Kinder oder Lebensalter bleiben unberücksichtigt – lediglich Jahressonderzahlungen sind möglich.

 

Entgeltgruppen

1. Lehrkräfte mit Lehramtsbefähigung (1. + 2. STX / „Erfüller“)
Entgeltgruppe Befähigung für das Lehramt
11 an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entspr. Jahrgangsstufen der Gesamtschulen
13 für Sonderpädagogik
13+Zulage/13*/13SR an Gymnasien und Gesamtschulen (in der Tätigkeit von Studienräten)
13+Zulage an Berufskollegs, Berufsschulen u. Ä.
2. Sogenannte „Nicht-Erfüller“ (nur 1. STX / Universitätsabschluss mit einer Regelstudienzeit von mind. 8 Semestern zu best. Unterrichtsfächern/Fachrichtungen; Seiten-/Quereinsteiger)
11 an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entspr. Jahrgangsstufen der Gesamtschulen
13 (ohne Zulage) an Gymnasien und Gesamtschulen (in der Tätigkeit von Studienräten)
13 (ohne Zulage) an Berufskollegs, Berufsschulen u. Ä.

Rechtlicher Hinweis: Jede Eingruppierung ist vorläufig und begründet keinen Vertrauensschutz und keinen Besitzstand.

Definition Erfüller/Nicht-Erfüller: Angestellte, die die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für eine Übernahme in das Beamtenverhältnis erfüllen, nennt man „Erfüller“. Darunter fallen auch Lehrkräfte mit DDR-Lehrbefähigung. Diejenigen, die sie nicht erfüllen (z.B. Seiteneinsteiger oder Kollegen mit anderen Universitätsabschlüssen), nennt man „Nicht-Erfüller“. Zu ihnen zählen auch diejenigen Lehrkräfte, für die im jeweiligen Landesrecht keine Lehrämter vorgesehen sind.

 

Stufenzuordnung

Die Entgeltgruppen sind in Stufen unterteilt. Grundsätzlich erfolgt die Zuordnung in Stufe 1, sofern keine beruflichen Vorerfahrungen vorliegen. Zeiten einer „einschlägigen Berufserfahrung“ sind bei der Stufenzuordnung zu berücksichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 2 und 3 TV-L). Dabei muss es sich um berufliche Erfahrungen in der übertragenen oder einer auf die Aufgabe bezogenen entsprechenden Tätigkeit handeln. Sie liegen vor, wenn die frühere Tätigkeit im Wesentlichen unverändert fortgesetzt wird.

Darüber hinaus bietet der TV-L die Möglichkeit, im Rahmen des Ermessens „förderliche Zeiten“ bei der Stufenzuordnung zu berücksichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 4) bzw. eine Vorweggewährung von Stufen (§ 16 Abs. 5) vorzunehmen. Für alle neu einzustellenden Lehrkräfte wird durch Erlassregelungen der Ministerien die Anrechnung förderlicher Zeiten unterschiedlich ermöglicht.

Als förderliche Zeit wird jede nachgewiesene berufliche Vorerfahrung, die bei großzügiger Auslegung für den angestrebten Lehrerberuf dienlich ist, berücksichtigt. Maximal ist eine Zuordnung in die Stufe 4 der jeweiligen Entgeltgruppe möglich, die bei einer berücksichtigungsfähigen Zeit von in der Regel sechs Jahren erreicht wird.

Die Verweildauer in den sechs Entgeltgruppen richtet sich immer nach den Berufsjahren:

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
Einstiegsstufe Nach 1 Jahr in Stufe 1 Nach 2 Jahren in Stufe 2 Nach 3 Jahren in Stufe 3 Nach 4 Jahren in Stufe 4 Nach 5 Jahren in Stufe 5
ab Einstellung nach 1 Jahr nach 3 Jahren nach 6 Jahren nach 10 Jahren

 

Jahressonderzahlungen

Zusätzlich zum monatlichen Entgelt haben Tarifbeschäftigte, die am 1. Dezember in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf eine Jahressonderzahlung (§ 20 TV-L). Sie beträgt für Beschäftigte in den Entgeltgruppen

  • E 9 bis E 11 80 v.H.
  • E 12 bis E 13 50 v.H.
  • E 14 bis E 15 35 v.H.

des monatlichen Entgelts, das jeweils in den Kalendermonaten Juli, August und September durchschnittlich gezahlt wird.

 

Entgelttabellen für Lehrkräfte

TV-L „Lehrer“

1 2 3 4 5 6
E 15Ü 5076.52 5634.77 6164.55 6512.05 6597.50
E 15 4034.04 4472.68 4637.88 5224.63 5668.97
E 14 3652.39 4051.13 4284.69 4637.88 5179.05
E13Ü 3737.83 3937.21 4284.69 4637.88 5179.05
E 13SR 3367.56 3737.83 3937.21 4324.57 4860.04
E 13 3345.96 3716.23 3915.61 4302.97 4838.44  
E 12 2998.46 3328.86 3795.97 4206.13 4735.90
E 11 2895.92 3209.24 3442.79 3795.97 4308.67
E 10 2787.69 3095.30 3328.86 3562.42 4006.76
E 9 2462.97 2730.71 2867.44 3243.41 3539.64
E 8 2305.87 2556.53 2670.45 2778.69 2898.32 2972.38
E 6 2117.89 2345.75 2459.68 2573.62 2647.67 2727.41

Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2014 – 31.12.2014

Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/lehrer?id=tv-l-lehrer-2014&matrix=1

Hinweise: Im Tarifgebiet Ost besteht weiterhin eine reduzierte Jahressonderzahlung, für Lehrer in Berlin existiert eine gesonderte Entgelttabelle. Die Entgeltstufen entsprechen den im allgemeinen Teil des TV-L beschriebenen Stufen. Für Lehrkräfte, für welche die Voraussetzungen zur Ernennung zum Studienrat erfüllt sind (E13SR) oder die nach E14 oder E15 eingruppiert sind, gelten die Tabellenwerte der allgemeinen Entgelttabelle.

 

TV-L Berlin

1 2 3 4 5 6
E 15Ü 4974.99 5522.07 6041.26 6381.81 6465.55
E 15 3953.36 4383.23 4545.12 5120.14 5555.59
E 14 3579.34 3970.11 4199.00 4545.12 5075.47
E 13SR 3300.21 3663.07 3858.47 4238.08 4762.84
E 13 3279.04 3641.90 3837.30 4216.91 4741.67  
E 12 2938.49 3262.28 3720.05 4122.01 4641.18
E 11 2838.00 3145.05 3373.93 3720.05 4222.49
E 10 2731.93 3033.39 3262.28 3491.17 3926.62
E 9 2413.71 2676.09 2810.09 3178.54 3468.85
E 8 2259.75 2505.40 2617.04 2723.11 2840.35 2912.93
E 6 2075.53 2298.83 2410.48 2522.14 2594.71 2672.86
E 5 1986.20 2198.34 2310.00 2416.06 2499.81 2555.63

Gültigkeit der Tabelle: ab 01.01.2014

Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/berlin/lehrer?id=tv-l-berlin-lehrer-2014&matrix=1

Hinweise: Die Entgeltstufen entsprechen den im allgemeinen Teil des TV-L beschriebenen Stufen. Für Lehrkräfte, für welche die Voraussetzungen zur Ernennung zum Studienrat erfüllt sind (E13SR) oder die nach E14 oder E15 eingruppiert sind, gelten die Tabellenwerte allgemeine Entgelttabelle.

 

TV-H Hessen

1 2 3 4 5 6
E 1 1565.85 1594.53 1628.94 1663.36 1749.39
E 2 1760.85 1950.14 2007.50 2064.85 2196.77 2334.43
E 2Ü 1823.96 2018.96 2093.53 2185.31 2248.41 2300.02
E 3 1909.99 2116.48 2173.84 2265.61 2340.17 2403.27
E 4 1938.67 2150.89 2294.29 2374.60 2454.88 2506.50
E 5 2041.91 2259.87 2374.60 2483.56 2569.60 2626.94
E 6 2133.68 2363.12 2477.83 2592.54 2667.12 2747.40
E 7 2173.84 2409.00 2563.86 2678.58 2770.35 2850.64
E 8 2322.96 2575.34 2690.04 2799.03 2919.48 2994.05
E 9 2483.56 2753.14 2890.80 3269.36 3567.62
E 10 2810.50 3120.23 3355.38 3590.56 4037.95
E 11 2919.48 3234.94 3470.11 3825.71 4341.93
E 12 3022.72 3355.38 3825.71 4238.69 4772.11
E 13 3372.60 3745.43 3946.18 4336.20 4875.35  
E 13Ü 3745.43 3946.18 4296.05 5196.56
E 14 3659.39 4060.89 4296.05 4651.66 5196.56
E 15 4043.68 4485.33 4651.66 5242.44 5689.83
E 15Ü 5093.32 5655.40 6188.83 6538.71 6624.75

Gültigkeit der Tabelle: 01.04.2014 – 31.12.2014

Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-h?id=tv-h-2014&matrix=1

 

Allgemeiner TV-L (Tarifgebiet West)

1 2 3 4 5 6
E 15Ü 5076.52 5634.77 6164.55 6512.05 6597.50
E 15 4034.04 4472.68 4637.88 5224.63 5668.97
E 14 3652.39 4051.13 4284.69 4637.88 5179.05
E 13Ü 3737.83 3937.21 4284.69 4637.88 5179.05
E 13 3367.56 3737.83 3937.21 4324.57 4860.04
E 12 3020.06 3350.46 3817.57 4227.73 4757.50
E 11 2917.52 3230.84 3464.39 3817.57 4330.27
E 10 2809.29 3116.90 3350.46 3584.02 4028.36
E 9 2484.57 2752.31 2889.04 3265.01 3561.24
E 8 2325.07 2575.73 2689.65 2797.89 2917.52 2991.58
E 7 2176.96 2410.52 2564.33 2678.26 2769.42 2849.15
E 6 2137.09 2364.95 2478.88 2592.82 2666.87 2746.61
E 5 2045.94 2262.41 2376.35 2484.57 2570.03 2626.99
E 4 1943.40 2154.19 2296.59 2376.35 2456.10 2507.36
E 3 1914.92 2120.00 2176.96 2268.11 2342.16 2404.82
E 2Ü 1829.47 2023.15 2097.22 2188.37 2251.03 2302.28
E 2 1766.81 1954.79 2011.77 2068.73 2199.75 2336.47
E 1 1573.13 1601.60 1635.78 1669.97 1755.42

Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2014 – 31.12.2014

Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2014&matrix=1

 

Tarifgebiet Ost

1 2 3 4 5 6
E 15Ü 5076.52 5634.77 6164.55 6512.05 6597.50
E 15 4034.04 4472.68 4637.88 5224.63 5668.97
E 14 3652.39 4051.13 4284.69 4637.88 5179.05
E 13Ü 3737.83 3937.21 4284.69 4637.88 5179.05
E 13 3367.56 3737.83 3937.21 4324.57 4860.04
E 12 3020.06 3350.46 3817.57 4227.73 4757.50
E 11 2917.52 3230.84 3464.39 3817.57 4330.27
E 10 2809.29 3116.90 3350.46 3584.02 4028.36
E 9 2484.57 2752.31 2889.04 3265.01 3561.24
E 8 2325.07 2575.73 2689.65 2797.89 2917.52 2991.58
E 7 2176.96 2410.52 2564.33 2678.26 2769.42 2849.15
E 6 2137.09 2364.95 2478.88 2592.82 2666.87 2746.61
E 5 2045.94 2262.41 2376.35 2484.57 2570.03 2626.99
E 4 1943.40 2154.19 2296.59 2376.35 2456.10 2507.36
E 3 1914.92 2120.00 2176.96 2268.11 2342.16 2404.82
E 2Ü 1829.47 2023.15 2097.22 2188.37 2251.03 2302.28
E 2 1766.81 1954.79 2011.77 2068.73 2199.75 2336.47
E 1 1573.13 1601.60 1635.78 1669.97 1755.42

Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2014 – 31.12.2014

Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/ost?id=tv-l-ost-2014

 

Weiterführende Informationen

Auf dem Portal http://oeffentlicher-dienst.info befinden sich neben umfangreichen Informationen zum Thema Gehälter auch ein Forum und eine ergiebige Linksammlung. Außerdem sind hier auch die verschiedenen Gehaltsrechner zu finden:

Digitales Lehren und Lernen: „Quo vadis, Schulbuch?“

Online-Medien, E-Books, Apps, Wikis und andere digitale Lösungen halten immer mehr Einzug in den Schüler- und Lehrer-Alltag. Doch können sie gedruckte Schulbücher eines Tages ersetzen? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile gedruckter und digitaler Medien? Welche elektronischen Angebote sind beispielsweise für die Unterrichtsvorbereitung hilfreich? Und welche Lösungen wären in Zukunft wünschenswert? Um diesen und verwandten Fragen nachzugehen, hat die Universität Augsburg 2013 im Rahmen des Forschungsprojektes „Bildungsmedien online“ eine bundesweite Umfrage unter rund 900 Lehrkräften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte nutzt Online-Inhalte, um das in gedruckten Schulbüchern enthaltene Wissen um aktuelle Fakten, Zahlen, Grafiken, Abbildungen oder Videos zu ergänzen. Schulbücher sind zwar nach wie vor hoch anerkannt und werden gegenüber Online-Materialien als höherwertig angesehen. Doch dienen sie mittlerweile vielen Lehrkräften eher als ein roter Faden durch die Vorgaben des Lehrplans als ein Medium, das alle Unterrichtsinhalte abdeckt.

 

Bücher liefern „geprüfte Qualität“

Die Suche im Internet hat ihre Tücken: Eine Recherche nach für den Unterricht verwertbaren Online-Inhalten geschieht bislang zumeist nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Anders gesagt: Von einer systematischen Nutzung kann noch keine Rede sein. Dies liegt zum einen daran, dass es eine schier unübersehbare Fülle an geeigneten Materialien gibt, die jedoch permanent neu entstehen – und wieder verschwinden können. Zudem existiert kein zentrales Portal, das fach- und jahrgangsübergreifend Materialien für Lehrkräfte bündelt. Auch ein Austausch der Pädagogen untereinander kann so nicht stattfinden.

Zwischen dem Endverbraucher-Wunsch nach aktuellen, den Unterricht bereichernden Materialien und der Realität in punkto Online-Lernmedien klafft somit eine große Lücke. Dies belegen auch die Bildungszahlen 2014, herausgegeben vom Verband Bildungsmedien: 2011 wünschten sich demnach 70 % der Deutschen die schnelle Einführung digitaler Schulbücher. Im Jahr 2013 jedoch hatten sich nur 0,06 % der Deutschen einen (kostenlosen und anonymen) Account zum Ausprobieren digitaler Schulbücher zugelegt.

Dies zeigt: Auch wenn Online-Bildungsmedien zahlreiche Vorteile haben, ist die Schwellenangst offenbar hoch. Ein Grund mag die Undurchschaubarkeit der Anbieter sein. Endverbraucher denken hier – verständlicherweise – noch in alten Kategorien: Lerninhalte die in Buchform erscheinen, haben einen langen Entstehungsprozess durchlaufen, denn sie sind mindestens durch Autoren- und Verlagsredaktionshände gegangen. Renommierte Verlagsnamen tun ihr Übriges, Büchern zu Seriosität und Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Anders ist es jedoch bei online publizierten Inhalten. Hier gibt es nicht automatisch eine „Kontrollinstanz“ und in vielen Fällen auch keinen Verlag, der mit seinem Namen für die Qualität der Inhalte bürgt.

 

„Selbst ist der Lehrer“

Wie sehr sich viele Lehrkräfte an der zeitaufwendigen Suche nach Materialien im Internet stören, zeigt eine Initiative zweier Pädagogen in Berlin. Frustriert von der immer wieder notwendigen Suche nach aktuellen Materialien für den Biologieunterricht kamen sie auf die Idee, eine lehrplankonforme zentrale Plattform, ein „digitales Schulbuch“ für Unterrichtsmaterialien zu gründen. Nach dem Vorbild der Online-Enzyklopädie Wikipedia sollte es frei zugänglich, umsonst und für jeden nutzbar sein. Die beiden Lehrer sammelten also Materialien im Netz, schrieben einige Artikel selbst, vernetzten und machten auf ihr Projekt aufmerksam. Das Ergebnis war bahnbrechend: Als der „Schulbuch-O-Mat“ online ging, konnte er bereits in der ersten Woche über 1.300 Downloads verzeichnen. Auf die Frage, was der Nachteil von Schulbüchern im Vergleich zu digitalem Lehr- und Lernmaterial sei, antworten die beiden Pädagogen im ZEIT-Interview: „Da werden die alten Strukturen überhaupt nicht losgelassen, es ist der immer gleiche Saft, immer wieder aufgefrischt.“ Zudem seien die Herstellungskosten für Bücher hoch und ressourcenintensiv – bei einer relativ kurzen Halbwertszeit des gedruckten Buches. Der Schulbuch-O-Mat hingegen lebt von der Interaktion vieler Nutzer, die die Inhalte selbst auch editieren, ergänzen oder aktualisieren können.

 

Quo vadis?

Bleibt die Frage nach der Zukunft des Schulbuchs: Wie die Augsburger Studie zeigt, ist der Wunsch nach digitalen Medien und Inhalten ohne Zweifel vorhanden. Dennoch ist der Schritt zu einem rein digitalen Schulbuch bei einem Großteil der Lehrerschaft mit Schwellenängsten behaftet. Zum Teil ist dies sicher auch einer Hemmung vor technischen Innovationen geschuldet. Eine der diesbezüglich spannendsten Fragen der nächsten Jahre wird daher sein, ob es den renommierten Schulbuchverlagen gelingt, ihre gute Reputation dazu zu nutzen, auch bei Online-Inhalten zu überzeugen.

 

Lehrkräfte-Nachwuchs: Es geht um die Attraktivität eines Berufes

Es ist eines der kniffligsten Ergebnisse der internationalen Bildungsrankings und bestätigt einen Zusammenhang, der – darin sind sich Bildungsforscher einig – in Deutschland bislang zu wenig Beachtung fand: In all jenen Ländern, die in PISA & Co. Spitzenplätze belegen, genießt der Lehrerberuf höchstes Ansehen. In Deutschland hingegen ist seine Reputation in den letzten Jahrzehnten beträchtlich gesunken. Meldungen von Überforderung, Burnout und stressbedingten Krankheiten unter Lehrkräften tun ein Übriges. Dabei zeigen Analysen, zuletzt die viel beachtete Hattie-Studie, dass den Lehrkräften bei der Vermittlung von Wissen die entscheidende Rolle zukommt. Viel mehr noch als schulische Rahmenbedingungen zu ändern und das System durch ständige Reformen zu destabilisieren, sollte alle Energie darin investiert werden, gute angehende Lehrkräfte zu finden und auszubilden. Dieses Engagement setzt bereits in einem sehr frühen Stadium ein, nämlich bei der Zulassung potenzieller Kandidaten zum Lehramtsstudium.

 

Beratung statt Praxisschock

Wer kommt für den Lehrberuf in Frage? Welche Kriterien müssen geeignete Kandidaten erfüllen? Und wie können sie gefunden werden? Diese drei zentralen Fragen stellt die Studie „Strategisches Recruitment von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern – sinnvoll und machbar?!“. Veröffentlicht wurde diese nun auf dem Portal www.monitor-lehrerbildung.de, einer Kooperation von Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Das Fazit in knappen Worten: Eine systematische Anwerbung, Beratung und Begleitung von geeigneten Kandidaten für den Lehramtsberuf ist in Deutschland bislang fast nicht existent, weder auf Universitäts- noch auf Länderebene. Dabei ist es wichtiger denn je, genügend angehende Lehrkräfte auszubilden. Denn der Bedarf an Nachwuchs ist hoch und die Überforderung vieler Junglehrer im Alltagseinsatz groß.

Eine elementare Voraussetzung, erfolgreich Kandidaten für einen Beruf anzuwerben, so ein weiteres Ergebnis der Studie, ist dessen Attraktivität. Dass der Lehrerberuf hierzulande nicht das beste Image hat, wird sich nicht ad hoc ändern lassen. Wohl aber die Wertschätzung, die Lehramtskandidaten entgegengebracht wird. Hierfür sollten Hochschulen Lehramts-Studierende willkommen heißen und ihnen ein klar strukturiertes Studienangebot mit zahlreichen Beratungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus wäre auch innerhalb des Studiums eine gewisse Flexibilität wünschenswert. Beispielsweise sollte es Lehramts-Studierenden möglich sein, hinsichtlich der angestrebten Schulform zu wechseln, oder aber auch, falls sich eine entsprechende Entwicklung abzeichnet, sich für einen anderen Berufsweg zu entscheiden.

 

Die Realität an deutschen Hochschulen

Vier Maßnahmen hat die auf Monitor Lehrerbildung veröffentlichte Studie als wirksam für ein strategisches Recruiting von Lehrkräften identifiziert:

– Projekte/Programme zur Rekrutierung von Lehramtsstudierenden

– Beratungsgespräche als Zulassungsvoraussetzung

– verpflichtende Eignungspraktika

– Eignungstests als Zulassungsvoraussetzung

Die Befragung von insgesamt 65 lehrerbildenden Hochschulen in Deutschland ergab: Keine Bildungseinrichtung führt alle vier Maßnahmen durch. Nur 17 von 65 Hochschulen (26 %) praktizieren mindestens drei der vier genannten Maßnahmen. Lediglich die Hälfte der befragten Einrichtungen verlangt vor Studienbeginn einen obligatorischen Eignungstest und nur 3 % der Hochschulen sehen ein verpflichtendes Eignungspraktikum vor. Lehramtsspezifische Auswahlgespräche oder Assessment-Center hingegen sind bislang kaum zu finden.

 

Vorreiter in Sachen Studienbegleitung

Als eine der wenigen deutschen Unis lässt beispielsweise die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität interessierte Bewerber nicht „ohne Weiteres“ auf Lehramt studieren. Stattdessen bietet sie vor und während des Studiums wiederkehrende Beratungen und Überprüfungen an. Einige von ihnen sind obligatorisch. Jedem Lehramtsstudium ist zunächst ein Orientierungsmodul vorgeschaltet, das den angehenden Studierenden erste Infos zum Studium gibt. Im Anschluss empfiehlt die Uni, das Seminar „Lehrer werden – was kommt auf mich zu?“ zu belegen. Hier werden die persönlichen Beweggründe für die Studienwahl noch einmal unter die Lupe genommen. Im Laufe des Studiums können Studierende schließlich weitere Seminare zum Thema „Eignung für den Lehrerberuf“ sowie verschiedene Studien- und Eignungsberatungen in Anspruch nehmen. Zentraler Tenor hierbei: „Sind Sie sich im Klaren darüber, welche Belastungen und Anforderungen der Lehrerberuf mit sich bringt?“.

 

Was zählt?

Doch welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind schlussendlich entscheidend für Erfolg in Sachen Lehramtsstudium? Müssen sich Schulabgänger, die sich für den Lehramtsberuf interessieren, vor harten Auswahlmaßnahmen fürchten? Und wie sehen die Kriterien aus? Manfred Prenzel, Dekan der Lehrerbildungsfakultät der Technischen Universität München drückt es im Interview mit dem didacta magazin so aus: „Grundsätzlich wollen wir jedem die Chance geben, sich im Studium zu erproben.“ Er räumt ein, dass nur in sehr seltenen Fällen Empfehlungen für eine andere Studien- und Berufswahl ausgesprochen werden. Vielmehr helfen die universitären Beratungsgespräche den Studierenden dabei, sich über die Arbeitsmodalitäten an Schulen klarzuwerden und den einen oder anderen Aspekt der Lehramts-Ausbildung zu vertiefen. Dies können kommunikative Fähigkeiten ebenso sein wie Zeitmanagement, ein selbstsicheres Auftreten oder Selbstmotivation. Auch an den immer wieder nötigen intensiven Blick in die Praxis, beispielsweise durch studienbegleitende Praktika, erinnern die Berater. Denn nur so lässt sich dauerhaft der Praxisschock vermeiden.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 8: Konfessionelle Schulen (katholisch)

Konfessionelle Schulen zeichnen sich durch ihre enge Anlehnung an eine Glaubensrichtung aus – in Deutschland also hauptsächlich an die katholische oder die evangelische Konfession. 2011 besuchten hierzulande etwa 442.000 Schülerinnen und Schüler eine konfessionelle Schule, von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien. Auf katholische Schulen entfielen hierbei rund 327.000 Schülerinnen und Schüler, auf evangelische ca. 115.000.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Je nach Träger der spezifischen Schule können die Anforderungen an Lehrkräfte katholischer Schulen stark variieren. So haben beispielsweise Ordensschulen andere Anforderungen als Schulen in Trägerschaft von Stiftungen. Unabdingbar ist neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation eine ausgeprägte Identifizierung mit der katholischen Ausrichtung.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da sich Katholische Schulen eng am staatlich vorgegebenen Lehrplan orientieren, bewegen sich die Möglichkeiten der inhaltlichen Unterrichtsgestaltung innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. Jedoch gibt es für Lehrkräfte umso mehr Möglichkeiten, sich pädagogisch bzw. gestalterisch einzubringen. Einen Überblick über den Erziehungsauftrag Katholischer Schulen gibt ein Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Viele freie Katholische Schulen verfügen darüber hinaus über ein dezidiertes Schulprofil, für dessen Erarbeitung bzw. Umsetzung sich Lehrkräfte engagieren können.

 

Entstehung

Etwa anderthalb Jahrtausende lang waren in Mitteleuropa Kirchen und andere Religionsgemeinschaften die einzigen Träger von Bildungseinrichtungen. Erst in den letzten Jahrhunderten verbreiteten sich staatliche Schulen in größerem Maße. Heute sind in Deutschland konfessionelle Schulen gegenüber staatlichen Schulen in der Minderzahl. 2009 waren insgesamt 325.000 Schüler an katholischen und 2007 rund 115.000 Schüler an evangelischen Schulen eingeschrieben. Unter den Schulen in freier Trägerschaft stellen die katholischen Schulen damit den größten Anteil dar. Eine Ausnahmeregelung gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind konfessionelle Schulen als staatliche Schulen in der Trägerschaft von politischen Gemeinden.

 

Umsetzung in die Praxis

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Qualitätskriterien für Katholische Schulen festgelegt, in denen unter anderem Empfehlungen für die Punkte Erziehungsauftrag, Unterrichtsgestaltung, Lehrkräfte und Elternarbeit ausgesprochen werden. Diese können als Grundlage für die Praxis Katholischer Schulen gesehen werden. Das Papier verdeutlicht darüber hinaus, dass Katholische Schulen einen hohen Anspruch an die Schulqualität haben, dass jedoch die Palette möglicher Ausgestaltungsformen sehr breit ist. Dies liegt nicht zuletzt auch an regionalen bzw. länderspezifischen Eigenarten.

 

Status

Katholische Schulen in freier Trägerschaft sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und vermitteln als solche die Inhalte der Bildungspläne der öffentlichen Schulen. Sie ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern staatlich anerkannte Abschlüsse, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft erhalten katholische Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Bei den Elternbeiträgen achten konfessionelle Schulen in besonderem Maße auf die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. So gibt es an vielen Schulen reduzierte Schulgelder. Eine zusätzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden.

 

Weitere Informationen

Der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) informiert auf seiner Website über katholische Schulen in Deutschland. Katholische Religionslehrer/-innen und sonstige Lehrkräfte, die sich für eine Tätigkeit in einer katholischen Schule interessieren, finden zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien auf dem Religionspädagogischen Portal der katholischen Kirche in Deutschland.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 6: Montessori-Schulen

Rund 1.000 Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland arbeiten nach der reformpädagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch „Kinderhäuser“ genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterführende Schulen) zählen sowohl Schulen in freier Trägerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Trägerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Trägerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterführenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst werden die Prinzipien der Montessori-Pädagogik in dem Satz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich möglichst frei entfalten und für sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterstützung durch Erzieher bzw. Lehrkräfte, erfahren aber durch eigenständiges Erarbeiten eine Stärkung ihrer Persönlichkeit.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Pädagogen, die an Montessori-Schulen tätig werden möchten, benötigen eine dezidierte Montessori-Ausbildung, die in der Regel nach der staatlichen Lehramts- bzw. Erzieher-Ausbildung in Montessori-Ausbildungsorganisationen absolviert wird. Unabhängig von der Ausbildung sollten an Montessori-Schulen interessierte Lehrkräfte über fundierte Beobachtungs- und Problemlösungsfähigkeiten verfügen, da diese für den pädagogischen Alltag unverzichtbar sind. Eine wohlwollende Haltung gegenüber der Montessori-Pädagogik wird vorausgesetzt.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da die Zahl der Montessori-Schulen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, stellen Montessori-Schulen immer mehr ein Betätigungsfeld mit Zukunft dar.

 

Entstehung

Die Montessori-Pädagogik fußt auf dem Gedankengut der Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870 – 1952), die ab Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Lehren in sogenannten Montessori-Ausbildungskursen weitergab. In Deutschland fanden diese großen Anklang und es entstanden schon vor 1920 mehrere Montessori-Kinderhäuser und -Schulen. 1925 wurde die Deutsche Montessori Gesellschaft gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten alle Montessori-Einrichtungen geschlossen werden, erlebten aber nach 1945 eine rasche Renaissance. Seit den 1980er-Jahren erfreuen sich Montessori-Einrichtungen ungebrochen wachsender Beliebtheit. Gerade die Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft ist in den letzten 20 Jahren rasant angestiegen. So waren beispielsweise im Montessori Landesverband Bayern bei seiner Gründung 1985 fünf Montessori-Schulträger organisiert, heute sind es 80.

 

Umsetzung in die Praxis

Ein entscheidendes Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit, die neben dem Fachunterricht gleichberechtigter Teil des Stundenplans ist. Die Freiarbeit gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich denjenigen Lerninhalten zuzuwenden, für die sie sich am meisten interessieren. Auch beim Fachunterricht können die Kinder und Jugendlichen in gewissem Maße entsprechend ihrer Interessen wählen. Feste Lehrpläne, Noten oder Klausuren gibt es an Montessori-Schulen nicht. Die meisten Montessori-Schulen sind Ganztagsschulen, sodass überdies auch das gemeinsame Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung fester Bestandteil des Tagesablaufs sind.

 

Status

Private Montessori-Grundschulen sind generell staatlich genehmigte Ersatzschulen. Bei den weiterführenden Montessori-Schulen ist der Status unterschiedlich: Teils sind es Ergänzungsschulen, an denen kein staatlich anerkannter Abschluss abgelegt werden kann. Neben diesen entstehen jedoch immer mehr Montessori-Oberschulen (MOS), an denen Schülerinnen und Schüler auch das Abitur ablegen können.

 

Finanzierung

Die Finanzierung des Besuchs einer Montessori-Schule hängt eng mit deren Status (s.o.) zusammen. Staatliche Schulen mit Montessori-Zweig sind anderen staatlichen Schulen gleichgestellt. Der Montessori-Fokus ist bei diesen lediglich ein pädagogischer, nicht aber ein konzeptioneller Schwerpunkt.

Montessori-Schulen mit dem Status „staatlich genehmigte Ersatzschule“ erhalten wie alle freien Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

 

Weitere Informationen

Der Montessori-Dachverband Deutschland (MDD) informiert über Inhalte der Montessori-Pädagogik sowie über Montessori-Einrichtungen.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 5: Schulen für Hochbegabte

Als hochbegabt gilt, wer über einen Intelligenzquotienten von 130 oder höher verfügt. Zum Vergleich: Einen IQ von 100 erreichen ca. 50 % der Bevölkerung, ein IQ von 115 attestiert bereits die Fähigkeit zu Bestleistungen. In Deutschland geht man von ca. 360.000 hochbegabten Kindern aus. De facto können Schülerinnen und Schüler mit besonderer Begabung ihre Fähigkeiten jedoch nur dann voll entfalten, wenn sie gezielt gefördert werden. In „normalen“ Schulen fallen Hochbegabte daher nicht zwangsläufig durch herausragende Leistungen auf – im Gegenteil: Oft führt die Unterforderung im Unterricht zu innerer Abkehr oder gar zur Auflehnung gegen die Schule. Nicht selten sind hochbegabte Kinder daher auch verhaltensauffällig. Um Kinder mit Hochbegabung ganzheitlich fördern zu können, sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland mehrere private Schulen für Hochbegabte entstanden.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Hochbegabte Kinder entwickeln ihre herausragenden Fähigkeiten in den unterschiedlichsten Feldern, wie beispielsweise im logisch-mathematischen, kreativ-künstlerischen, sprachlichen, musikalischen, sportlichen oder sozialen Bereich. Lehrkräfte an Privatschulen für Hochbegabte benötigen daher ein besonders fundiertes Wissen in ihrem Fachbereich und die Bereitschaft, sich kontinuierlich intensiv weiterzubilden. Darüber hinaus sind Einfühlungsvermögen, Geduld und Empathie unerlässlich.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Lehrkräften, die sich zur intensiven Betreuung und Förderung Begabter berufen fühlen, bieten sich besonders an privaten Schulen für Hochbegabte zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten. Von Vorteil ist einschlägige Erfahrung in der Arbeit mit Begabten und/oder eine entsprechende Weiterbildung. Am Internationalen Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF) können Lehrkräfte unter anderem das Weiterbildungsstudium „Specialist in gifted Education“ absolvieren. Dieses schließt mit dem sogenannten ECHA-Diplom ab (European Council for High Ability). Das Studium liefert zum einen Hintergrundwissen zu den Themen Intelligenz, Motivation, Kreativität und individuelle Förderung und führt Lehrkräfte zum anderen praktisch in die optimale Begleitung von Hochbegabten ein. Ein weiterer Fokus liegt auf der Diagnostik von Hochbegabung. Neben dem ECHA-Diplom können Lehrkräfte am ICBF auch Abschlüsse zum ECHA-Coach sowie zum Beratungslehrer absolvieren.

 

Entstehung

Die Förderung Hochbegabter steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Von einer systematischen, gezielten Förderung kann erst seit den frühen 1980er-Jahren die Rede sein. Da staatliche Schulen auf die Bedürfnisse von Kindern mit besonderer Begabung nur sehr eingeschränkt eingehen können, haben sich in Deutschland einige Privatschulen dieser Aufgabe verschrieben.

 

Umsetzung in die Praxis

Privatschulen für Hochbegabte existieren in zwei unterschiedlichen Modellen: Einige Schulen nehmen ausschließlich hochbegabte Schülerinnen und Schüler auf und unterrichten diese in relativ kleinen Klassen. An anderen Privatschulen lernen sowohl „normal“ begabte als auch hochbegabte Kinder und Jugendliche. Allerdings werden dort für Hochbegabte eigene Klassen und/oder Fördergruppen unterhalten. Generell gehen Schulen für Hochbegabte über die regulären Lehrpläne hinaus und fördern ihre Schülerinnen und Schüler so individuell wie möglich. Wie dies im Einzelnen in die Praxis umgesetzt wird, variiert von Schule zu Schule.

 

Status

Die Abschlüsse von privaten Schulen für Hochbegabte sind in Deutschland anerkannt, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten private Schulen für Hochbegabte staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. (DGhK) informiert über Hintergründe zur Hochbegabung sowie über regionale und überregionale Beratungsmöglichkeiten. Informationen zu Weiterbildungen für Lehrkräfte liefert das Internationale Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF).

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 4: Bilinguale Schulen

Bilinguale Schulen haben das Ziel, interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Gleichzeitig bereiten sie die Schülerinnen und Schüler auf den globalisierten Arbeitsmarkt vor. Sie wenden sich an Kinder aus zweisprachigen Elternhäusern ebenso wie an Kinder, die zunächst nur eine der beiden Unterrichtssprachen beherrschen. Die in den meisten Bilingualen Schulen praktizierte Fremdsprache ist Englisch, daneben gibt es aber auch Schulen, die als zweite Sprache Spanisch, Französisch oder Russisch anbieten. Es werden vielfach ausländische, das heißt muttersprachliche Lehrkräfte eingesetzt. Private Bilinguale Schulen zielen oft auf Schüler mit hoher Leistungsbereitschaft ab.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation sind für potenzielle Lehrkräfte an Bilingualen Schulen hervorragende Kenntnisse in der jeweils vorherrschenden Fremdsprache vonnöten. Besonders für Muttersprachler mit entsprechender pädagogischer Qualifikation gibt es sehr gute Einstellungschancen. Didaktische Erfahrungen mit bilingualem Unterricht sind von Vorteil.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Bilinguale Schulen bieten den Lehrkräften zunächst einmal die gleichen pädagogischen Möglichkeiten wie „normale“ Schulen. Die mehrsprachige Erziehung nach dem Immersionsprinzip, das heißt ohne separaten Sprachunterricht in der jeweiligen schuleigenen Fremdsprache, bietet jedoch viele weitere Möglichkeiten, da hier der Zugang oft intuitiv, geradezu „mit Händen und Füßen“, geschaffen wird. Auch interkulturelle Barrieren können die Lehrkräfte hier abbauen helfen.

 

Umsetzung in die Praxis

In Bilingualen Schulen findet ein Großteil des Unterrichts in der nicht-deutschen Sprache statt. Wie groß dieser Anteil letztendlich ist und welche Fächer betroffen sind, hängt von der jeweiligen Ausrichtung der Schule ab. Dieses „Learning by Doing“ ermöglicht es den Kindern, von Beginn an Sprachpraxis zu sammeln. Erst an weiterführenden Bilingualen Schulen wird der Spracherwerb „verwissenschaftlicht“, also durch eigentlichen Sprachunterricht ergänzt. Die weiteren organisatorischen Details von Bilingualen Schulen unterscheiden sich von Schule zu Schule, jedoch wird oft eine ausgeprägte Schulkultur mit starkem Engagement der Lehrkräfte und auch der Eltern gepflegt.

 

Status

Die Abschlüsse von Bilingualen Schulen sind in Deutschland anerkannt, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt. Weiterführende Bilinguale Schulen bieten häufig auch den International Baccalaureate an, einen Abschluss, der ein späteres Studium im Ausland vereinfacht. Weiterführende Bilinguale Schulen sind fast ausschließlich Gymnasien.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten Bilinguale Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Das Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen informiert detailliert über Struktur, Möglichkeiten und Grenzen des Bilingualen Unterrichts.

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