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Gewalt gegen Lehrkräfte – was können Betroffene tun?

Die Zahl der gewalttätigen Angriffe auf Lehrkräfte hat in den letzten Jahren zugenommen. Ausübende sind dabei nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern vermehrt auch Erziehungsberechtigte. Um die sich mehrenden Meldungen dieser Art mit Zahlen zu untermauern, hat der Verband Bildung und Erziehung e.V. 2017 eine bundesweite Studie in Auftrag gegeben.

Fazit: Von den insgesamt 1.200 befragten Schulleiterinnen und Schulleitern bestätigten 48 Prozent, dass es in den letzten fünf Jahren an ihrer Schule Fälle von psychischer Gewalt gab. Dazu zählen direkte Beschimpfungen, Bedrohungen, Beleidigungen oder Belästigungen. Von gewaltvollen Handlungen über das Internet berichteten 20 Prozent der Schulleitungen.

Doch welche Maßnahmen sind bei derlei tätlichen Angriffen zu ergreifen bzw. wohin können sich betroffene Lehrkräfte und/oder Schulleitungen wenden?

Die Seite „Polizei Dein Partner“ fasst Hintergrundinformationen und Tipps zum Thema Prävention zusammen. Dabei geht das Portal speziell auch auf das Thema Gewalt an der Schule sowie auf die Situation von Lehrerinnen und Lehrern ein.

Der Verein Bundesarbeitsgemeinschaft Lehrer gegen Mobbing besteht seit 1996 und kann mittlerweile durch reichhaltige Erfahrungen Betroffene in aktuellen Problemsituationen professionell beraten und begleiten. Auf der Website des Vereins finden sich neben ersten Anmerkungen zum Thema Mobbing gegen Lehrkräfte wertvolle Hinweise zu Fortbildungen, Links und Medien sowie wichtige Ansprechpartner.

Tresselt.de ist ein Online-Infoportal für Lehrer, Lehramtsanwärter und Schulleiter. In ausführlichen Artikeln berät und informiert es über schulrelevante Themen, unter anderem auch über das Thema Gewalt.

Die kostenlos downloadbare Broschüre „Das Tabu brechen – Gewalt gegen Lehrkräfte, herausgegeben 2017 vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), informiert ganz konkret über die notwendigen Schritte nach einem gewaltvollen Übergriff.

Die Bezirksregierung Münster hat den Ratgeber „Gewalt gegen Lehrkräfte“ herausgegeben. Durch ausgewählte Fallbeispiele sollen Lehrkräfte Anregungen bekommen, welche Reaktionen in bestimmten kritischen Situationen hilfreich sein könnten.

Gewaltprävention – zehn Maßnahmen und Projekte

Mit welchen Formen von Gewalt sind Schulen konfrontiert und wie kann sinnvolle Prävention aussehen? Diese Frage erörterten im Herbst 2018 über 50 Experten auf einer Fachtagung im nordrhein-westfälischen Schulministerium. Die Essenz des Kongresses wurde nun in einem 10-Punkte-Präventionsplan zusammengefasst und Mitte Mai in Nordrhein-Westfalen als „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“ vorgestellt.

Die zehn Punkte

  1. Beobachten und evaluieren: Um künftig schneller und effizienter auf Gewaltphänomene reagieren zu können, sollen mittels eines wissenschaftlichen Forschungsauftrags Daten zu Gewaltvorkommen und -ursachen an Schulen erhoben und Präventionsmaßnahmen evaluiert werden.
  2. Aufstockung des Schulpsychologischen Dienstes: Zusätzliche Stellen für Schulpsychologen und -psychologinnen sowie für sozialpädagogische Fachkräfte werden geschaffen.
  3. Rechtssituation klären: Es werden neue, klarere Richtlinien für die Meldepflicht einzelner Straftaten (z.B. antisemitische Straftaten) im schulischen Umfeld erstellt.
  4. Stärkung der Schulleitungen: Das Thema „Gewalt im Umfeld von Schulen“ wird noch stärker als bisher in die Aus- und Fortbildungen von Schulleitungen aufgenommen.
  5. Beratung und Begleitung: Durch neu entstehende schulische Teams sowie durch von Externen durchgeführte Programme (z.B. „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“) werden die Schulen gestärkt.
  6. Themenwoche: Im Frühjahr 2020 und im Frühjahr 2022 ist die Durchführung einer „Woche für Demokratie und Respekt“ geplant.
  7. Weitergabe von Materialien: Schulen erhalten 2020 einen Notfallordner (gedruckt sowie digital) mit Handlungsempfehlungen für Krisen- und Notfallsituationen.
  8. Fortbildung: Lehr- und Fachkräfte werden im Sinne dieses Aktionsplans geschult und weitergebildet.
  9. Beratungstelefon: Lehrerinnen und Lehrern steht künftig das kostenfreie Beratungstelefon „Sprech:ZEIT 24/7“ zur Verfügung.
  10. Austausch und Weiterentwicklung: Der Austausch aller am Schulleben Beteiligten sowie die Weiterentwicklung des Aktionsplans wird gefördert.

Weitere Informationen

Faktenblatt zum „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“
Kurse des Bundesverband Gewaltprävention
Polizeiliche Kriminalprävention zu Gewalt an Schulen

Informationsseiten der Länder

Baden-Württemberg: Gewaltprävention an Schulen
Bayern: Konflikte, Gewalt, Gewaltprävention
Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg
Bremen: Portal „Gewaltprävention“
Hamburg: Beratungsstelle Gewaltprävention
Hessen: Portal „Gewaltprävention“
Mecklenburg-Vorpommern: Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule
Niedersachsen: Portal „Gewaltprävention“
Nordrhein-Westfalen: Gewaltprävention in NRW
Rheinland-Pfalz: Gewalt- und Extremismusprävention
Saarland: Fachgebiet „Prävention und Erziehung
Sachsen: Themenfeld Gewaltprävention
Sachsen-Anhalt: Maßnahmen zur Gewalt- und Suchtprävention
Schleswig-Holstein: Professionelle Gewaltprävention an Schulen in Schleswig-Holstein
Thüringen: Gewaltprävention

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