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Schneewittcheneffekt: Schul-Aus infolge Sparpläne

Die Sparpläne der Brandenburger Landesregierung im Bildungsbereich werfen erste Schatten voraus. Die Hoffbauer gGmbH, die im Land Brandenburg 35 Bildungseinrichtungen betreibt, und auf Hermannswerder in Potsdam eine neue Oberschule errichten wollte, hat diese Pläne nun zurückgezogen. Die Verträge mit etwa 50 Eltern wurden gekündigt; die 4 bereits eingestellten Lehrer an andere Schulen umgesetzt. Nun müssen die Eltern der Kinder, die ab 2011/12 an der neuen Schule lernen wollten, kurzfristig andere Schulen für ihre Kinder suchen.

Grund für das Aus dieser Schule sind laut Frank Hohn, Geschäftsführer der Hoffbauer gGmbH, die geplanten Einsparmaßnahmen im Bildungsbereich, von denen vor allem die Privatschulen betroffenen seien. So würden die Schulen bis zu einem Drittel weniger Geld erhalten und sähen sich dadurch gezwungen, das Schulgeld derart zu erhöhen, wie es nicht mehr vertretbar sei. Frank Hohn wertet daher die Einsparmaßnahmen als politisches Signal der rot-roten Landesregierung gegen die Schulen in freier Trägerschaft und spricht von einem „Schneewittcheneffekt„: „Wer schöner ist als man selbst, dem wird nach dem Leben getrachtet.“

Mehr dazu: http://www.pnn.de/potsdam/502664

Heftiger Protest gegen Sparpläne

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg will die Zuschüsse für die Privatschulen kürzen. Bisher erhielten sie nach Anerkennung 94 Prozent ihrer Personalkosten vom Staat ersetzt. Begründet werden diese Sparpläne damit, dass man die staatlichen Schulen stärken wolle. Wenn Schüler an Privatschulen abwandern, bleiben natürlich weniger für staatliche Schulen, die dann im Ernstfalle vielleicht sogar schließen müssten. Gerade in den dünnbesiedelten Regionen sei dies ein Problem. Mitunter schlösse eine staatliche Schule und kurz darauf eröffne an ihrer Stelle eine Privatschule. Wollten die Eltern, dass ihre Kinder weiterhin wohnortnah beschult werden, müssten sie nun Schulgeld zahlen.

Durch die Einsparpläne wiederum sehen sich die Eltern von Kindern an Privatschulen „bedrängt“. Sie fürchten, dass ihre Schulen das Schulgeld erhöhen müssen, um die Einnahmeverluste zu verkraften. Jetzt schon können Schulen in freier Trägerschaft oftmals ihre Lehrer nicht so bezahlen wie der öffentliche Dienst. So manch eine Schule hat daher mit einer hohen Fluktuation in ihrer Lehrerschaft zu kämpfen, denn die wollen für gleiche Arbeit auch gleichen Lohn bekommen. Verständlicherweise.

Im Land Brandenburg befinden sich derzeit 166 von 930 Schulen in freier Trägerschaft. Rund 25.000 der 272.000 Schüler lernen an einer Privatschule. 59 Grundschulen, 30 Oberschulen, 6 Gesamtschulen sowie 21 Gymnasien befinden sich in freier Trägerschaft.

Brandenburger Initiative „Schule in Freiheit“ bittet um Unterstützung

Die Brandenburger Initiative „Schule in Freiheit„, die sich gegen mehr staatliche Einmischung im Privatschulbereich und für eine bessere Finanzierung ausspricht, aber auch für die organisatorische Selbstständigkeit staatlicher Schulen (wenn sie es selber wollen), bittet um Ihre Unterstützung.  Wollen Sie sich über die Initiative informieren, finden Sie hier ein Informationsblatt http://www.schule-in-freiheit.de/fileadmin/sifr/Brandenburg/Schule-in-Freiheit-Infoblatt.pdf; wollen Sie unterschreiben (und weitere Mitstreiter werben), dann finden Sie hier das passende Dokument: http://www.schule-in-freiheit.de/fileadmin/sifr/Brandenburg/Schule-in-Freiheit-Liste-VI.pdf. Machen Sie mit!

Lässt Brandenburg die Privatschulen hängen?

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg meinte es sicher gut, als sie mehr und besser bezahlte Erzieher und Lehrer versprach. Die Kassen sind jedoch auch in Brandenburg leer. Nun sind Einsparungen im Bereich der Privatschulen geplant. Nicht zum ersten Mal. Von Einschnitten bis zu 20 Prozent ist die Rede. Das bedeutet für so manche Schule oder Kindertagesstätte in freier Trägerschaft, aber auch für allerhand Gründungsinitiativen das (vorzeitige) Ende. Hennig Schluss, Leiter des evangelischen Schulvereins Oranienburg, meinte angesichts dieser Dramatik sogar, Brandenburg werde in der Bildungspolitik zu einer Art „kleinen DDR„. Das Bildungsministerium des Landes ist allerdings SPD-geführt.

Sorgen macht der Arbeitsgemeinschaft „Freie Schulen“ vor allem der ländliche Bereich. Aufgrund der oft finanzschwachen Bevölkerungsstruktur – wenn man mal vom sogenannten „Speckgürtel“ um Berlin absieht – stehen privaten Initiativen gerade hier oftmals keine großen Gelder zur Verfügung. Eine vielfältige Bildungslandschaft auch in abgelegeneren Regionen kann bei Umsetzung der Pläne wohl kaum noch gewährleistet werden. Zwar könnten Elternbeiträge erhöht und die Personaldecke ausgedünnt werden, aber eigentlich wirke gerade das kontraproduktiv und trage zum Niedergang des Privatschulwesens in Brandenburg bei. Ein breites Bündnis aus paritätischem Wohlfahrtsverband, der Arbeitsgemeinschaft „Freie Schulen“ u.a. startet deshalb im Mai nach Berliner Vorbild eine Volksinitiative „Schule in Freiheit“. LehrCare unterstützt diese Aktion und weist hiermit gerne darauf hin.

(nach: „Privatschulen in Not. Land Brandenburg spart bei der Finanzierung und steht in der Kritik“ – In: Der Tagesspiegel, 16.04.2011, Nr. 20 949, S. 13)

http://www.facebook.com/SchuleInFreiheit

http://www.schule-in-freiheit.de

Neue Waldorfschule in Werder

Die „Freie Schule am Zernsee“ im brandenburgischen Werder tritt in diesem Jahr dem „Bund der Waldorfschulen“ bei und darf sich somit offiziell eine Waldorfschule nennen. An Waldorfschulen tanzen die Kinder nicht nur ihren Namen, wie „böse Zungen“ sagen, sondern sollen Wissen praktisch erleben und ausprobieren, wie z.B. die Keilschrift der Ägypter im Geschichtsunterricht der 5. Klasse. Diese Pädagogik geht auf Rudolf-Steiner (1861 – 1925) zurück, weswegen man sie auch „Rudolf-Steiner-Schulen“ nennt. In Deutschland gibt es weltweit die meisten Schulen dieser Art (221), gefolgt von den Niederlanden (130) und den USA (92).

Was für ein Schulkind wichtig ist, darüber ließe sich sicher herrlich streiten, aber einen Vorteil der Waldorfschule in Werder, die künftig den Namen des Dichters Christian Morgenstern tragen wird, kann niemand kleinreden: Maximal 15 Schüler lernen in einer Klasse. Dieses Beispiel sollte „Schule machen“. Im wahrsten Sinne des Wortes.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11996655/60889/Die-Freie-Schule-am-Zernsee-tritt-Verbund-bei.html

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