Artikel-Schlagworte: „Bildungspolitik“

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

Ganztagsschulen: Zwischenbilanz eines Erfolgsmodells

Ganztagsschulplätze sind begehrt – und knapp. Denn die Nachfrage übersteigt das Angebot derzeit noch deutlich. Wie die 2. JAKO-O-Bildungsstudie belegt, wünschen sich rund 70 % aller befragten Eltern für ihr Kind ein ganztägiges Schulangebot. In den östlichen Bundesländern sind es gar 89 %. Doch die Realität zeigt: Nur 26 % der befragten Eltern bzw. Kinder besuchen aktuell eine Ganztagsschule. Ist das Erfolgsmodell ins Stocken gekommen? Oder ist es an der Zeit für einige Neujustierungen?

 

Rasanter Anstieg der Ganztagsquote

Ein Blick zurück zeigt: Die Verbreitung von Ganztagsschulen hat in den letzten Jahrzehnten enorm an Fahrt aufgenommen. Während in den 1970er-Jahren nur 0,4 % aller Schülerinnen und Schüler in der alten Bundesrepublik ganztägig beschult wurden, waren es im Jahr 2002/2003 bereits 10 % in der Primarstufe und Sekundarstufe I. Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf das „Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB), mit dem der Bund von 2003 bis 2007 den Ganztags-Ausbau aktiv förderte. Seither hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht: 2011/2012 nahmen bereits rund 31 % der bundesdeutschen Schülerinnen und Schüler am Ganztagsbetrieb teil. Eine Aufgliederung dieser Quote nach Schularten zeigt: Am weitesten verbreitet ist das Ganztagsmodell in Gesamtschulen. Hier betrug die Ganztagsquote im genannten Zeitraum 74 %, gefolgt von Förderschulen (46 %), Hauptschulen (37 %) und Orientierungsstufen (36 %). Deutlich weniger Kinder (27 %) besuchen ganztägige Grundschulen, Ganztagsgymnasien (25 %), freie Waldorfschulen (22 %) oder Realschulen (16 %).

 

Und wie bewährt sich das Modell?

Doch Quantität sollte in punkto Ganztagsschule keinesfalls über Qualität gestellt werden. So beschäftigt Bildungsforscher vor allem auch die Frage, wie sich der Ganztagsbetrieb in der Praxis bewährt und wie die Schülerinnen und Schüler mit diesem Modell zurechtkommen. Hierfür entscheidend ist die Unterteilung in die zwei Motoren für den Ausbau von Ganztagsschulen: Zum einen soll das Ganztagsmodell Erziehungsberechtigten das Vereinbaren von Erziehung und Erwerbstätigkeit erleichtern, zum anderen hat der Ganztagsbetrieb das Ziel, Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Schichten eine bessere Teilhabe am Bildungsbetrieb zu ermöglichen. Wie insbesondere die „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) zeigt, stellen Ganztagsschulen eine entscheidende Erleichterung für die Vereinbarung von Familie und Erwerbstätigkeit dar. Dies gilt insbesondere für Familien mit Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren.

Die Frage nach der besseren Förderung bildungsferner Schichten durch den Ganztagsbetrieb ist hingegen weitaus schwieriger zu beantworten. So konnte bislang nicht eindeutig belegt werden, dass Ganztagsbeschulung die Chancenungleichheit in punkto Bildung reduziert. Wenn überhaupt, lässt sich, so ein weiteres Fazit der JAKO-O-Bildungsstudie, durch den Ganztagsbetrieb ein Zugewinn an kognitiver Förderung bildungsbenachteiligter Schülerinnen und Schüler feststellen. Eine signifikante Verbesserung schulischer Leistungen wurde indes nicht belegt.

 

Wohin soll die weitere Entwicklung führen?

Trotz ambivalenter Resultate zur Effektivität der ganztägigen Beschulung wird das Modell Ganztag jedoch weithin akzeptiert und für ausbaufähig empfunden. Ein wesentliches Argument hierfür ist die Tatsache, dass der Ganztagsbetrieb es Lehrkräften ermöglicht, einzelne Schülerinnen oder Schüler von anderen Seiten kennenzulernen, nämlich beispielsweise hinsichtlich ihres Sozial- und Freizeitverhaltens oder ihres Engagements. Der Einblick in derlei Kompetenzen eröffnet sich Lehrkräften im Unterricht nur eingeschränkt. Auch im Hinblick auf die wachsende Bedeutung der Inklusion im Schulbetrieb erscheint der weitere Ausbau von Ganztagsangeboten sinnvoll. Denn insbesondere Sozialpädagogen sind sich darin einig, dass Inklusion im Ganztagsbetrieb am besten funktioniert.

Nicht zuletzt sollen vor allem auch die Schülerinnen und Schüler von einer sich verändernden Schulkultur profitieren – nämlich indem sich Schule langsam aber stetig von dem Bild des „Lernkerkers“ loslöst und zu einem positiv besetzten Ort wird, der mehr ist als nur Schule. Nach derzeitiger Einschätzung zahlreicher Schul- und Bildungsforscher ist am ehesten die gebundene Form der Ganztagsschule, also die obligatorische Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler am Ganztagsangebot, dazu geeignet, die angepeilten Ziele zu ermöglichen.

Lehrergesundheit: Den Blick auf die Gesunderhaltung richten!

Mit PISA-Schock, G 8, Ganztagsdebatte und Inklusion sind nur einige der gesamtgesellschaftlich bekannten Faktoren genannt, die den Lehrerberuf derzeit vor immense neue Herausforderungen stellen. Gleichzeitig ist die Zahl der Frühpensionierungen sowie der Burnout-Fälle unter Lehrkräften in den letzten Jahren in ungeahnte Höhen geklettert. Doch es liegt auf der Hand, dass gerade jetzt leistungsfähige und nicht etwa überforderte Lehrer nötig sind, um die Umwälzungen in Sachen Schule mitzutragen. Bildungsforscher treibt daher immer mehr die Frage um, inwiefern diese beiden Entwicklungen zusammenhängen. Abzulesen ist dies auch an der steigenden Zahl der Studien, die sich mit Wohl und Wehe des Lehrerberufs auseinandersetzen. Sie alle ranken sich um die zentrale Frage: „Welche Faktoren sind es, die Lehrer besonders belasten?“

 

Eine Studie erweitert den Blickwinkel

Ob ihrer Vielschichtigkeit von herausragender Bedeutung ist insbesondere die Studie „Was hält Lehrer und Lehrerinnen gesund – die Bedeutung von Ressourcen, subjektiver Bewertung und Verarbeitung von Belastung für die Gesundheit von Lehrern und Lehrerinnen“ (Elke Döring-Seipel / Heinrich Dauber, 2010). Denn als eine der ersten wissenschaftlichen Analysen überhaupt nähert sie sich dem Thema Lehrerbelastung auf drei Ebenen und fragt:

  1. Welche Faktoren tragen am meisten zur Belastung von Lehrern bei?
  2. Gibt es subjektive Unterschiede beim Empfinden von Belastungen und welche sind die hierfür verantwortlichen Parameter?
  3. Welche Faktoren tragen zur Gesunderhaltung bei?

Für neue Erkenntnisse und Aufsehen in der Fachwelt sorgte die Analyse besonders aufgrund der dritten Betrachtungsebene. Denn anders als viele der vorhergegangenen Studien fokussiert sie nicht auf die defizitorientierte Frage „Was macht krank?“, sondern richtet den Blick auf die Erforschung derjenigen Faktoren, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten – und zwar auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen.

Als wissenschaftlicher Unterbau diente den Autoren hierfür der salutogenetische Ansatz nach Aaron Antonovsky. Im Gegensatz zur Pathogenese, der Entstehung von Krankheiten, erforscht die Salutogenese die Entstehung bzw. Erhaltung von Gesundheit. Unabdingbar für Gesundheit ist nach Antonovsky dabei das sogenannte Kohärenzgefühl, das eine „stimmige Verbundenheit“ sowohl im Inneren, als auch im sozialen Gefüge beinhaltet. Übertragen auf den Lehrerberuf bedeutet dies, dass eine Lehrkraft in ihrem Wirken nur dann auf Dauer gesund und leistungsfähig bleiben kann, wenn eine Reihe von salutogenen Faktoren erfüllt werden. Hierzu gehört beispielsweise Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte, ausreichende Kommunikation, das Erkennen von Sinn im täglichen Tun sowie ein Mindestmaß an Entscheidungsfreiheit. Eine im salutogenen Sinne gesunde Person sollte in der Lage sein, eventuelle Defizite zu erkennen – und zu beheben.

 

Was können Lehrkräfte daraus folgern?

Doch wie können Lehrerinnen und Lehrer Defizite selbst beheben? Schließlich lässt sich das Erkennen von Sinn im eigenen Handeln oder das Angenommensein im Kollegenkreis nicht per Knopfdruck herstellen.

Die Studie kommt hier zu einem entscheidenden, wenn auch nicht gänzlich überraschenden Fazit: Unter Berücksichtigung aller vorhandenen belastenden Faktoren attestiert sie dem Lehrerberuf zwar ein „gewisses gesundheitliches Gefährdungspotenzial“, weist jedoch Annahmen zurück, Lehrkräfte seien diesem schutzlos ausgeliefert. Denn die Schädigung durch belastende Faktoren nimmt, so die Studie, in dem Maße ab, in dem eine Lehrkraft über individuelle Ressourcen und Kompetenzen verfügt, mit eben jenen Belastungen umzugehen. Überspitzt ausgedrückt: Nicht jede Person ist tatsächlich für den Lehrerberuf geeignet.

Die Konsequenz hieraus gibt gleichzeitig eine Marschrichtung vor, in die sich künftige Bemühungen entwickeln sollten: Es mangelt vor allem an sachgemäßer Aufklärung und Information. Lehramts-Studierende wissen oft zu wenig über den Beruf, den sie ansteuern. Mitunter haben sie auch eine enorme Menge an Idealen verinnerlicht, die sie in ihrem späteren beruflichen Tun verwirklichen wollen. Der Praxisschock beim ersten „Schuleinsatz“ ist so vorprogrammiert. Daher sollten künftige Bemühungen verstärkt über den schulischen Alltag aufklären und auch nicht ausblenden, dass ein hohes Maß an salutogener Handlungsweisen nötig ist, um langfristig in dem Beruf glücklich zu werden.

 

Tipp zum Weiterlesen: Studie „Auf unsere Lehrerinnen und Lehrer kommt es an“, 2012 herausgegeben vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen.

Teufelskreis Mobbing: Prävention muss erste Maßnahme sein

Neben der Arbeitsstelle ist die Schule Hauptschauplatz von Mobbing-Fällen. Eine Studie der Leuphana-Universität Lüneburg spricht gar von über 30 % aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland, die bereits Erfahrungen mit Schikane oder „Fertigmachen“ in der Schule erlebt haben. Jeder Zehnte sei zudem bereits einmal Opfer von Gewalt gewesen. Hierzu zählt die Studie Raufereien oder Schlägereien auf dem oder rund um das Schulgelände.

Insbesondere die schulpsychologischen Beratungsstellen der einzelnen Bundesländer reagieren hierauf und informieren über schulspezifische Programme und Maßnahmen zur Bewältigung von Mobbing. Doch beginnt der Handlungsbedarf schon weitaus früher, nämlich bei der Prävention. Denn das Einschalten von Instrumenten zur Mobbing-Bewältigung erfordert zunächst stets das Eingeständnis: „Ja, an unserer Schule gibt es Mobbing“. Genau dieser Schritt ist es, den Lehrkräfte – und nicht zuletzt auch Schulleiter – oftmals scheuen. Denn viel zu oft wird das Aufkommen von Mobbing noch mit einem Versagen von Lehr- oder Führungskräften in Verbindung gebracht.

 

„Wie konnte es dazu kommen?“

Werden Lehrkräfte mit Mobbing in einer ihrer Klassen konfrontiert, beginnt vor allem das Umfeld oft, Fragen nach der Ursache zu stellen. Doch Mobbing deutet nicht zwangsläufig auf grundlegende Unterrichtsmängel hin. Noch weniger bemerkt eine Lehrkraft automatisch, wenn eine Schülerin oder ein Schüler unter Mobbing leidet. Denn es ist ein Prozess, den eine Gruppe immer wieder von alleine „befeuert“ und der nur in einem System aus Stillschweigen und Mitläufertum funktioniert.

Doch die Auseinandersersetzung mit Mobbing ist kräftezehrend und für Lehrkräfte ohne sozialpädagogische oder psychologische Zusatzausbildung oft nicht zu leisten. Die Folge: Eine Schule mit positivem Klima, gesunden Strukturen und funktionierender Kommunikation sieht weniger Bedarf für Mobbing-Prävention als eine Schule, in der es ohnehin schon „brodelt“. Doch gerade Prävention gilt mittlerweile als der nachhaltigste Weg, Mobbing zu verhindern. Bewährt hat sich hierfür eine Dreiteilung der Maßnahmen in die Schulebene, die Klassenebene und die persönliche Ebene.

 

 

Praxistipps Mobbing-Prävention

Umfangreiche Anti-Mobbing-Kampagnen an Schulen – oftmals durch Einbeziehung externer Fachleute – sind zwar ein guter Weg, Schüler auf Dauer zu einem Umdenken zu bringen. Jedoch sind sie für viele Schulen zu aufwendig bzw. zu zeit- oder kostenintensiv. Doch sind nicht nur professionelle Anti-Mobbing-Maßnahmen wirksam, sondern vor allem grundlegende Einstellungen und kleine Schritte, die jede Schule auch mit eigenen Ressourcen beherzigen und auf die Beine stellen kann:

 

Nichts unter den Teppich kehren: Das Vorkommen von Mobbing darf niemals unter den Teppich gekehrt werden, nur um die Reputation zu schützen. Langfristig hilft gegen Mobbing nur offene Kommunikation.

Auf dem Laufenden bleiben: Wichtig ist, sich selbst über die Gesetzeslage zu informieren: Welche Mobbing-Handlungen gelten bereits als Straftat und müssen dementsprechend geahndet werden?

Offen sein für Weiterbildungen: Es gibt unzählige Fortbildungen in Sachen Konfliktmanagement, Mobbing-Prävention, Mediation etc.

Kontaktstelle einrichten: Möglicherweise ist die Einrichtung einer Mobbing-Anlaufstelle an der Schule sinnvoll. Dies kann eine Person aus dem Kollegium, ein Schüler/Schülerin oder aber eine externe Person sein.

Mediation: Eine Streitschlichter- bzw. Mediations-AG an der Schule ist ein besonders nachhaltiges Mittel, um Mobbing einzudämmen. Denn es ermutigt auch Außenstehende dazu, bei Mobbing zu intervenieren.

Eigene Grenzen kennen und wahren: Lehrkräfte stoßen dann an ihre Grenzen, wenn massive psychische Störungen vorliegen, entweder beim Opfer oder bei einem Haupt-Mobbing-Täter. Dann ist die Konsultation eines Schulpsychologen unbedingt erforderlich.

„Lehrkräfte – die zentralen Erfolgsmotoren für guten Unterricht“: John Hattie rüttelt die Bildungswelt durcheinander

Seit einigen Monaten geistert ein Name durch die Bildungs- und Schulpolitik, der aufrüttelt und als wegweisend gilt: John Hattie, Initiator der bahnbrechenden Hattie-Studie. Ende Januar erwartet die Fachwelt nun mit Spannung die deutsche Übersetzung seines viel gepriesenen Buches „Visible Learning for Teachers“, zu deutsch schlicht „Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen“. Doch was genau ist die Maxime des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie? Und lohnt es sich, sich mit seinen Studienergebnissen näher auseinanderzusetzen?

 

Meilenstein der Bildungsforschung: Die „Hattie-Studie“

Welche Faktoren begünstigen Lerneffekte? Auf diese einfache und dennoch extrem komplexe Frage lässt sich die Studie prinzipiell herunterbrechen. Zusammengefasst hat Hattie die Ergebnisse seiner Studie in dem Buch „Visible Learning“ (deutsch: „Lernen sichtbar machen“). In der Fachwelt wird die Hattie-Studie bereits als Meilenstein der empirischen Bildungsforschung gelobt.

Das Besondere an Hatties Arbeit ist deren Konzeption als Meta-Studie. Hattie zieht seine Schlussfolgerungen aus der Auswertung von über 50.000 Einzelstudien zum Lernverhalten von Schülerinnen und Schülern. Er bezieht dafür verschiedenste Einflussfaktoren für das Gelingen – oder Ausbleiben – von Lernerfolgen ein, wie etwa Ganztagskonzept, Sitzenbleiben, Hausaufgaben, Klassengröße, Klassenzusammensetzung, finanzielles Budget, Lernstrategien, Lehrerausbildung, Unterrichtsgestaltung etc. Insgesamt 138 solcher Einflussfaktoren für Lernerfolg hat Hattie hierbei identifizieren können. Geleitet wurde er dabei immer von seiner Ausgangsfrage „What works best“? Durch das Extrahieren von Gelingensfaktoren für den Unterricht kommt Hattie zur Schlussfolgerung: Lehrkräfte und die Art der Unterrichtsgestaltung sind die zentralen Erfolgsmotoren für guten Unterricht – und dementsprechende Lernerfolge.

Doch trotz aller Euphorie ist Vorsicht angesagt. Kritiker weisen darauf hin, dass sich Hatties Erkenntnisse, basierend auf Gegebenheiten des angelsächsischen Bildungssystems, nur begrenzt auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen. Zudem muss auch den von Hattie als wenig einflussreich identifizierten Einflussfaktoren eine angemessene Aufmerksamkeit entgegengebracht werden.

 

Umsetzung im Klassenzimmer: „Visible Learning for Teachers“

Anknüpfend an seine Studie, brachte John Hattie schließlich 2011 das eher praxisorientierte Buch„Visible Learning for Teachers“ heraus, das nun Ende Januar 2014 in der deutschen Übersetzung „Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen“ erscheinen wird. Darin liefert er die zu seinen Studienergebnissen passenden Unterrichtsmethoden. Er gibt interessierten Lehrkräften somit ein Praxisbuch an die Hand, mit dem sie konsequent die von Hattie identifizierten unterrichtlichen Erfolgsmethoden anwenden können. Neben Übungen, Checklisten und Szenarien geht das Buch auch auf adäquate Unterrichtsvorbereitung und -evaluation ein.

 

Und nun? Alle bisherigen Studien Humbug?

Erfreut, aber auch ein wenig überrumpelt schaut das deutsche Schul- und Bildungswesen nun auf den Erfolg von Hatties Studie: „Waren denn alle bisherigen Studien vergebens?“ fragt sich manch ein Bildungsforscher. Und manch ein Lehrer grübelt: „Kann ich den Lernerfolg in meinem Unterricht wirklich durch ein paar Tricks und Kniffe gewährleisten?“

Fest steht: Eine Gebrauchsanweisung für guten Unterricht, nachhaltigen Lernerfolg und gelingende Konzepte kann und wird es nicht geben. Doch lohnt es, sich mit Hatties Erkenntnissen näher auseinanderzusetzen und sie – gerade vor dem Hintergrund deutschen Bildungsreformeifers – einer ernsthaften Erwägung zu unterziehen. Eine Einschätzung hierzu liefert auch Michael Felten in der ZEIT.

 

 

Hattie, John: Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen

Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von „Visible Learning for Teachers“

Übersetzt und überarbeitet von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer

ISBN: 978-3-8340-1300-2

Ca. 350 Seiten, kt., 28,00 Euro

Schneider Verlag Hohengehren

PISA 2013: „In Deutschland bewegt sich was. Doch was fangen wir damit an?“

Am 3. Dezember 2013 wurden die Ergebnisse der 5. PISA-Studie (Datenerhebung 2012) vorgestellt. Das Erfreuliche: Erstmals liegt Deutschland in allen getesteten Fachbereichen, also Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz, über dem Durchschnitt der teilnehmenden Länder und bewegt sich somit stetig auf die Spitzengruppe zu. Doch bei aller Freude: Das Ergebnis bedarf einer genaueren Betrachtung. Denn inwiefern die deutlich besseren Ergebnisse auf die Wirksamkeit der seit dem PISA-Schock 2001 durchgeführten Bildungsreformen zurückzuführen sind, und inwiefern das durch neue Methoden angeeignete Wissen tatsächlich nachhaltig in den Köpfen verankert sein kann, bleibt nach wie vor ungeklärt.
Und so nehmen Bildungsforscher die neuesten PISA-Resultate zwar wohlwollend zur Kenntnis, beschäftigen sich aber derweil schon mit weitergehenden Fragen: Zum einen, wie es in Sachen Bildungsstand um die Binnendifferenzierung innerhalb Deutschlands steht. Denn regionale Gefälle kann keine PISA-Studie abbilden. Zum zweiten bedarf nach wie vor einer näheren Untersuchung, welche Rolle Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund für die PISA-Ergebnisse spielen. Daraus ableitend ergibt sich schließlich die Frage, ob Ranglisten à la PISA noch zeitgemäß sind, oder ob eine punktgenaue Bildungsförderung – zumindest in Deutschland – nicht anderer Instrumente bedarf.

Ländervergleich: Sezieren der PISA-Ergebnisse
Eine der bildungspolitischen Konsequenzen aus dem PISA-Debakel im Jahr 2000 war die Einführung von Bildungsstandards für die einzelnen Bundesländer. Doch keine Reform ohne entsprechendes Monitoring. Und so sezieren seit 2009 die vom Berliner Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) durchgeführten Ländervergleiche zur zentralen Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards die Bildungslage in Deutschland, indem sie die PISA-Ergebnisse um die bundeslandspezifische Dimension bereichern. Und hierbei traten auch im Befragungsturnus 2012 teils gravierende Disparitäten zutage: Die Leistungen der Schüler vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften variieren von Bundesland zu Bundesland teils erheblich. Ganz besonders fällt hierbei das starke Ost-West-Gefälle auf. So lagen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg unangefochten über dem Bundesdurchschnitt, während Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen in allen getesteten Fächern das Schlusslicht bildeten – und damit weit unter den Durchschnitt liegen.
Schlüssige Erklärungen für dieses signifikante Auseinanderklaffen gibt es derweil kaum. Manchen Bildungsforschern zufolge sei das starke Abschneiden der neuen Bundesländer auf die zu DDR-Zeiten traditionell stark mathematisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung der einstigen Polytechnischen Oberschulen zurückzuführen. Doch dieser Erklärungsansatz ist vor allem eines: sehr vage.

Stigma soziale Benachteiligung
Auch in Sachen Bildungsgerechtigkeit haben die neuesten PISA-Statistiken wohltuende Ergebnisse geliefert. Denn die gute Nachricht lautet: Deutschland ist nicht länger trauriger Anführer in Sachen soziale Ungerechtigkeit bei Bildungsfragen. Zwar sind noch immer alarmierende 15 % aller in Deutschland lebenden Schülerinnen und Schüler akut benachteiligt. Doch zeigt sich, dass es hier einen gegenläufigen Trend gibt. So hat sich die schulische Leistung von Kindern aus armen oder Migrantenfamilien laut PISA 2012 deutlich gebessert.
Was die Studie jedoch nicht geliefert hat, ist ein Hinweis auf den Verbleib derjenigen Schülerinnen und Schüler, die nach wie vor ein Leistungsniveau deutlich unter Hauptschulabschluss-Qualifizierung vorweisen. Unklar bleibt folglich auch – und dies ist ein weiteres Manko der PISA-Studie – wie diese Jugendlichen erreicht und adäquat gefördert werden können.

Ist PISA noch zeitgemäß?
Keine Frage: PISA hat alarmiert, wachgerüttelt und aktiviert; wie sich jetzt zeigt, auch mit Erfolg. Denn die eindeutigen Verbesserungen der deutschen Testergebnisse können nicht vom Himmel gefallen sein. Dennoch muss die Frage gestellt werden, wohin die PISA-Reise künftig gehen soll. Was kann Schule mit den Resultaten anfangen? Wo können weitere Reformen ansetzen? Und welche Herausforderungen werden uns in näherer und fernerer Zukunft erwarten?
So ist und bleibt einer der Hauptkritikpunkte an der PISA-Studie ihre Defizitorientiertheit. Denn für Deutschland gültige Studien, die den Erfolg und die Wirksamkeit von Unterricht messen – und auf diese Weise eine Marschrichtung vorgeben, liegen bislang nicht vor.

Kleine Klassen, offener Unterricht? Alles egal! Auf den/die Lehrer/-in kommt es an! (Hattie-Studie)

Die bahnbrechende Metaanalyse „Visible Learning“ (2008) des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie erscheint unter dem Titel „Lernen sichtbar machen“ bald auf Deutsch (übersetzt und überarbeitet von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer). Die sog. „Hattie-Studie“ gilt als die umfangsreichste Darstellung der weltweiten Unterrichtsforschung. Nachdem Hattie 15 Jahre lang 800 Metaanalysen und damit 50.000 Einzelstudien untersuchte, an denen mehr als 250 Mio. Schüler/-innen beteiligt waren, kommt er zu einem ganz simplen Ergebnis: Kleine Klassen und offener Unterricht bringen nichts! Auf den/die Lehrer/-in Lehrer kommt es an! In seinem zweiten Buch, „Visible Learning for Teachers“ (2012), beschreibt Hattie „eine Pädagogik der permanenten Selbstreflexion“.

In den letzten Tagen wurde, ausgelöst durch einen Artikel in der ZEIT, viel über Hatties Studienergebnisse diskutiert. Aus gegebenem Anlass wollen wir an dieser Stelle einige Artikel und Webseiten aufführen, sodass Sie sich schnell einen Überblick über die Rezeption der Studienergebnisse in einschlägigen Print- und Onlinemedien machen können.

Hattie-Studie: Ich bin superwichtig! (ZEIT): Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.

www.visiblelearning.de: Die deutschsprachige Plattform zu Hatties Studie vom Institut für angewandtes Schulmanagement (IfaS). Hier finden Sie ein vollständiges Interview mit John Hattie, sowie Buchbesprechungen, Videos, Vorträge  und Gastbeiträge.

„Mit den Augen der Lernenden“ – Schwerpunkt der Zeitschrift Bildung Bewegt (13/2011): Die Erkenntnisse aus John Hatties Metastudie “Visible Learning” werden in Deutschland zunehmend auch in den Landesinstituten rezipiert. Die Zeitschrift Bildung Bewegt, die vom Amt für Lehrerbildung in Hessen herausgegeben wird, widmete das Schwerpunktthema der Ausgabe Nr. 13/2011 den Implikationen der Hattie-Studie. Ein sehr informativer Artikel mit Graphiken und vielen Erklärungen.

www.visiblelearningplus.com: Auf der Website von Hatties privatem Institut „Visible Learning Plus“ werden professionelle Entwicklungen für Lehrer/-innen vorgestellt, die helfen sollen, Innovationen in der Lernumgebung zu schaffen. Das Institut betreibt die Erhebung, Analyse, Interpretation und Verwendung von Informationen über den Fortschritt der Schüler/-innen und wie Leistungen des Lehrens und Lernens verbessert werden können.

„Mit den Augen der Lernenden“ – Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Ulrich Steffens: Ulrich Steffens, der seit 30 Jahren die Qualität von Schulen untersucht. Als Leiter der Arbeitseinheit Schulqualität im hessischen Institut für Qualitätsentwicklung hat er sich intensiv mit der Studie „Visible Learning“ des Direktors des Melbourne Education Research Institute, John Hattie, auseinandergesetzt.

Frontalunterricht macht klug (FAZ): Forscher des Münchener Ifo-Instituts haben herausgefunden, dass moderner Frontalunterricht immer noch am besten ist! Leistungsvergleichstests haben gezeigt, dass mehr Frontalunterricht auch bessere Ergebnisse bringt. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Hattie-Studie. Ist der moderne Methodenmix bald out?

Lernerfolg steigern – Aussagen der Hattie Studie anschaulich dargestellt: Im Blog „Lernmix – Perspektiven für berufliche Bildung“ gibt es eine geniale Übersicht der Ergebnisse der Hattie Studie, gestaltet als interaktives Poster.

„Hattie Studie: Auf der Suche nach dem Gral“: Ein kritischer Beitrag zur Methode und den Ergebnissen der Hattie-Studie von Prof. Ralf Lankau.

„Die Hattie Studie: Der heilige Gral der Didaktik?“:  Ein ebenfalls kritischer Beitrag zur Methode der Hattie-Studie von Hans Brügelmann. Er verweist darauf, dass jede (Unterrichts-) Situation ein neuer Fall ist und somit einer eigenen Einschätzung der Lehrkraft bedarf. Die Durchschnittsbefunde aus (Meta-)Metanalysen könnten dafür hilfreiche Hypothesen liefern – aber keine Vorschriften sein.

„Was ist das Wichtigste beim Lernen? Folgerungen aus der Hattie-Studie“: Ulrich Steffens und Dieter Höfer vom Institut für Qualitätsentwicklung in Wiesbaden setzen sich in losen Folgen mit möglichen Folgerungen aus der Hattie-Studie auseinander. Bisher erschienen Teil 1: Die Lehrperson im Zentrum der Betrachtungen und Teil 2: „Basisdimensionen“ des Unterrichtens.

 

Wiener Germanist kritisiert “Frühenglisch”

Englisch ist zwar nur für gut 13 Prozent aller EU-Bürger Muttersprache, aber für 59 Prozent ist es inzwischen eu-weit die erste Fremdsprache. In Österreich lernen inzwischen sogar 97,4 Prozent der Kinder an Volksschulen (= Grundschulen)  die Sprache der Angelsachsen. Schließlich hat sie sich zur internationalen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kommunikationssprache entwickelt. Der Wiener Germanist Hans Jürgen Krumm leugnet zwar die Bedeutung von Englisch als Fremdsprache nicht, kritisiert aber den Unterricht in Frühenglisch (= Englisch in der Grundschule). Die Kinder würden dabei etwas lernen, was sie im Alltag nicht brauchen und nicht benutzen. Das sei ein „schlechter Start ins Lernen“.

Englisch würde erst wichtig werden, meint Krumm, wenn die Kinder ins „Computer- und Pop-Musik-Alter“ kommen. Bis dahin sollten sie doch lieber die Sprache des Nachbarlandes oder die Sprache einer ortsansässigen Minderheit erlernen. Das sei nicht nur „eine nette Geste“, sondern eine Sprache, die im unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder auch tatsächlich vorkomme. Darüber hinaus warnt Hans Jürgen Krumm vor dem Verschwinden der Mehrsprachigkeit innerhalb der EU, wenn alle nur noch Englisch sprechen. „Einsprachigkeit bedeutet Abhängigkeit, bedeutet Dominanz der einen Gruppe und ihrer Sprache über die andere„, meint der Wiener Germanist.

Mehr dazu: http://diepresse.com/home/bildung/schule/pflichtschulen/679247/Erste-Fremdsprache-Englisch-nicht-immer-sinnvoll?from=suche.intern.portal

Schneewittcheneffekt: Schul-Aus infolge Sparpläne

Die Sparpläne der Brandenburger Landesregierung im Bildungsbereich werfen erste Schatten voraus. Die Hoffbauer gGmbH, die im Land Brandenburg 35 Bildungseinrichtungen betreibt, und auf Hermannswerder in Potsdam eine neue Oberschule errichten wollte, hat diese Pläne nun zurückgezogen. Die Verträge mit etwa 50 Eltern wurden gekündigt; die 4 bereits eingestellten Lehrer an andere Schulen umgesetzt. Nun müssen die Eltern der Kinder, die ab 2011/12 an der neuen Schule lernen wollten, kurzfristig andere Schulen für ihre Kinder suchen.

Grund für das Aus dieser Schule sind laut Frank Hohn, Geschäftsführer der Hoffbauer gGmbH, die geplanten Einsparmaßnahmen im Bildungsbereich, von denen vor allem die Privatschulen betroffenen seien. So würden die Schulen bis zu einem Drittel weniger Geld erhalten und sähen sich dadurch gezwungen, das Schulgeld derart zu erhöhen, wie es nicht mehr vertretbar sei. Frank Hohn wertet daher die Einsparmaßnahmen als politisches Signal der rot-roten Landesregierung gegen die Schulen in freier Trägerschaft und spricht von einem „Schneewittcheneffekt„: „Wer schöner ist als man selbst, dem wird nach dem Leben getrachtet.“

Mehr dazu: http://www.pnn.de/potsdam/502664

Hart, aber herzlich – Das Konzept der sozialwirksamen Schule

Das Konzept der „sozialwirksamen Schule“ geht auf Dr. Werner H. Hopf, München, zurück. Es hat zum Ziel, vor allem anderen erst einmal Bedingungen für einen guten Unterricht herzustellen, was heutzutage an vielen Schulen schwer genug ist. Lehrkräfte sollen so von Disziplinproblemen entlastet und so auch vor dem Ausbrennen geschützt werden. Die Evaluierung von Schulen, die dem Konzept folgen, ergab eine Zunahme des Verantwortungs- und Gemeinschaftsgefühls und der Dimension „Wärme und Miteinander“ sowie eine deutliche Verminderung aller Arten von körperlicher und psychischer Gewalt. Klingt ganz interessant, findet das LehrCare-Team.

Mehr dazu: http://www.sozialwirksame-schule.de

Kategorien