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Schulen und Stiftungen (Teil 1): So funktioniert das Stiftungswesen

Über 22.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts existieren in Deutschland, davon agieren etwa drei Viertel im Handlungsfeld Bildung, das heißt sie fördern beispielsweise gesellschaftliche Initiativen politischer, sozialer, kultureller oder gesundheitlicher Bildung. Auch allgemeinbildende Schulen – sowohl staatliche als auch private – können mit Stiftungen kooperieren, Projekte gemeinsam gestalten oder für eigene Projekte finanzielle Fördermittel erhalten. Dabei gibt es neben regional tätigen auch einige bundesweit agierende Stiftungen.

 

Was bedeutet das für Schulen?
Erhält eine Schule eine Förderzusage durch eine Stiftung, bedeutet dies, es fließt eine konkrete Summe Geld, beispielsweise um Projekte zu realisieren, die schulische Ausstattung zu verbessern, das Kollegium weiterzubilden oder schulbezogene Schwerpunkte zu verwirklichen. Dabei gilt: Stiftungen sind grundsätzlich neutral, da sie nicht gebunden sind an Politik und/oder Wirtschaft. Dadurch unterscheiden sich Förderungen durch oder Kooperationen mit Stiftungen wesentlich von Partnerschaften beispielsweise mit Unternehmen. Von einer Öffnung hin zu Stiftungen – und damit zur Zivilgesellschaft – können Schulen sehr profitieren, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Die Anregungen und Möglichkeiten, die eine außerschulische Kooperation mit sich bringt, sind wertvolle Impulsgeber.

 

Stiftungen in Deutschland – so funktionieren sie
Grundsätzlich verfolgt jede Stiftung einen bestimmten, in ihrer Satzung festgelegten Stiftungszweck. Dieser ist Grundlage der thematischen Ausrichtung der Stiftungsarbeit sowie Richtlinie für die Auswahl von Förderzusagen. Unterschieden werden zwei Arten von Stiftungen:

Rein fördernde Stiftungen vergeben aus ihrem Stiftungsvermögen konkrete Fördermittel, zum Beispiel Preise und Stipendien an Einzelpersonen oder Fördermittel an beispielsweise Schulen, deren geplantes Projekt dem Stiftungszweck entspricht und für förderungswürdig erachtet wird.
Operativ tätige Stiftungen legen selbst entworfene Programme und Projekte gemäß der eigenen Schwerpunktsetzung auf. Es existieren auch Mischformen aus beiden Arten von Stiftungen.

 

Schulen und Stiftungen – so entsteht eine Zusammenarbeit
Interessiert sich eine Schule für eine Zusammenarbeit mit einer Stiftung, gilt es zunächst, den Förderzweck genau zu umreißen und sich auf die Suche nach einer passenden Stiftung zu begeben. Hierbei hilfreich sind folgende Stiftungs-Suchmaschinen:
Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen
Liste von Förderstiftungen beim Deutschen Stiftungszentrum
Mitglieder des Netzwerkes Stiftungen und Bildung

 

Die Antragstellung
Bei der Beantragung von Leistungen aus einem Stiftungs-Fördertopf gilt es zu unterscheiden zwischen privaten und staatlichen Schulen:
Allgemeinbildende Privatschulen bzw. deren Träger können natürliche oder juristische Personen sein, das heißt also beispielsweise eingetragene Vereine (e.V.), GmbHs, eingetragene Genossenschaften (e.G.) oder aber UGs. Für diese ist es rechtlich möglich, sich direkt bei Stiftungen um eine Förderung zu bewerben.
Staatliche allgemeinbildende Schulen dürfen aufgrund ihres Status in der Regel nicht direkt Mittel empfangen. Möglich ist es jedoch, einen Antrag über einen Förder- oder Elternverein der Schule zu stellen. Verfügt eine Schule nicht über solche, kann im Einzelfall auch die Kommune als Mittelempfänger fungieren. Darüber hinaus agiert auch die Stiftung Bildung bei Bedarf als Stellvertreter für den Mittelempfang. Kurzum: Grundsätzlich ist jede allgemeinbildende Schule in der Lage, Zuwendungen von Stiftungen zu erhalten.

 

Termine 2019: Messen, Kongresse, Versammlungen für Lehrerinnen und Lehrer

Welche überregional relevanten Termine sollten sich Lehrkräfte, Referendare und schulische Führungskräfte für 2019 im Kalender vormerken?

 

Learntec Karlsruhe: Gegliedert in die Bereiche Schule, Hochschule und Berufliche Bildung hat sich die Learntec zur führenden Messe für technologiegestützes Lernen entwickelt. Präsentiert werden unter anderem digitale Lösungen wie E-Learning, Mobile Learning, Lern-Nuggets, Gamification oder Virtual Reality. Die Messe richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen sowie alle rund ums Schulwesen Tätigen.
Termin: 29. – 31. Januar 2019 in Karlsruhe

 

Bildungsmesse Didacta: Rund 800 Aussteller aus etwa 40 Ländern werden Ende Februar zur weltweit größten Messe rund um Schule und Bildung erwartet. Die Expo findet jährlich statt, abwechselnd in den Städten Hannover, Köln und Stuttgart. Gegliedert ist sie in die Ausstellungsbereiche Frühe Bildung, Schule/Hochschule, Berufliche Bildung/Qualifizierung und Didacta Digital. Zudem gibt es rund 1.500 Vortragsangebote.
Termin: 19. – 23. Februar 2019 in Köln

 

Bitkom Bildungskonferenz: Die Konferenz beleuchtet die Möglichkeiten der digitalen Bildung (auch) vor dem Hintergrund der künstlichen Intelligenz: Wo steht Deutschland in dieser Frage? Welche Infrastruktur ist nötig und wird in der Zukunft nötig sein? Welche Kompetenzen benötigen Menschen jetzt und in der Zukunft?
Termin: 12. März 2019 in Berlin

 

Creativa Dortmund: Als „Europas größte Messe für kreatives Gestalten“ wartet die Creativa mit einer Ausstellung aller erdenklicher Bastel-, Mal-, Zeichen-, Werk- und Gestaltungsutensilien auf. Für Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher gibt es zahlreiche Workshops und Vorträge. Schulklassen können sich auf den eigens eingerichteten Aktionsflächen im kreativen Gestalten ausprobieren.
Termin: 13. – 17. März 2019 in Dortmund

 

Deutscher Schulleiterkongress: Als „größte Fachveranstaltung für Schulleitungen im gesamten deutschsprachigen Raum“ wartet der Schulleiterkongress mit Workshops, Vorträgen von Top-Speakern, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und einer Ausstellung zu neuen Produkten und Trends auf. Er richtet sich an Schulleitungen und schulische Führungskräfte sowie diejenigen Lehrkräfte, die eine Führungsposition ansteuern möchten.
Termin: 21. – 23. März 2019 in Düsseldorf

 

Fokus Bildung: Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wendet sich der Programmbereich Fokus Bildung speziell an Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher. Neben einer Ausstellung von Lehr- und Lernmedien gilt ein Schwerpunkt der Veranstaltung den Themen Vorlesen und Leseförderung. Für pädagogische Fachkräfte gibt es zahlreiche Sonderveranstaltungen.
Termin: 21. – 24. März 2019 in Leipzig

 

Online Educa Berlin (OEB): Die Online Educa Berlin bezeichnet sich selbst als internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung. Sie gilt als weltweit größtes Event für E-Learning und -Training. Neben einem großen Ausstellungsbereich gibt es ein umfangreiches Vortrags- und Workshop-Programm. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Termin: 27. – 29. November 2019 in Berlin

 

Termine 2018: Messen, Kongresse, Events für Lehrerinnen und Lehrer

Welche überregional relevanten Termine sollten sich Lehrkräfte, Referendare und schulische Führungskräfte für 2018 im Kalender vormerken?

Learntec Karlsruhe: Die Leitmesse für digitale Bildung verzeichnet stetig wachsende Besucherzahlen. Im Themenbereich Schule dreht sich alles um die Frage: „Wie funktioniert digitale Schule?“ Die Messe richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen sowie alle rund ums Schulwesen Tätigen.
Termin: 30. Januar – 1. Februar 2018 in Karlsruhe

Quelle: Deutsche Messe

Bildungsmesse Didacta: Die weltweit größte Messe rund um Schule und Bildung findet alljährlich Ende Februar statt, abwechselnd in den Städten Hannover, Köln und Stuttgart. Gegliedert ist sie in die Ausstellungsbereiche Frühe Bildung, Schule/Hochschule, Berufliche Bildung/Qualifizierung und Didacta Digital. Zudem gibt es rund 1.500 Vortragsangebote.
Termin: 20. – 24. Februar 2018 in Hannover

Bildungskongress: Der Kongress für Bildungsmedien informiert Lehrkräfte, Bildungsträger und schulische Führungskräfte über Trends in der Bildungsmedienentwicklung. Neben Vorträgen und Workshops gibt es eine umfassende Ausstellung. Motto 2018: „Print und digital – Unterricht heute und morgen gestalten“.
Termin: 10. März 2018 in Köln

Deutscher Schulleiterkongress: Workshops, Vorträge von Top-Speakern, Erfahrungsaustausch und das Informieren über neue Produkte und Trends stehen im Fokus des 7. DSLK. Er richtet sich an Schulleitungen und schulische Führungskräfte sowie diejenigen Lehrkräfte, die eine Führungsposition ansteuern möchten.
Termin: 8. – 10. März 2018 in Düsseldorf

Deutscher Lehrertag: Der Deutsche Lehrertag findet alljährlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt und spricht gezielt auch junge bzw. angehende Lehrkräfte an. Veranstalter sind der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie der Verband Bildungsmedien e.V. Auf dem Programm stehen Vorträge zu aktuellen Themen der Schul- und Bildungspolitik sowie praxisbezogene Workshops.
Termin: 15. März 2018 in Leipzig

Bitkom Bildungskonferenz:
„Digitale Bildung ist keine Kür, sie ist Pflicht – für Teilhabe, für einen sicheren Job und für ein selbstbestimmtes Leben.“, so der Ansatz der Konferenz. Ziel der Veranstaltung ist es daher, das deutsche Bildungswesen – bzw. seine Akteure – in Sachen Digitalisierung fit zu machen. Dafür bringt die Konferenz Bildungspraktiker, Politiker und interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen.
Termin: 19. März 2018 in Berlin

fraMediale: Die Medienmesse und Fachtagung fraMediale wendet sich sowohl an Lehrende, als auch an Bildungswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Medienpädagoginnen und -pädagogen. Das diesjährige Motto lautet: „Schnittstellen – Interfaces des Digitalen“. Die Veranstaltung versteht sich als Brücke zwischen medienpädagogischer Forschung und der Medienbildungspraxis in Schulen und Hochschulen.
Termin: 19. September 2018 in Frankfurt am Main

Online Educa: Die Online Educa Berlin bezeichnet sich selbst als internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung. Sie gilt als weltweit größtes Event für E-Learning und -Training.
Termin: 5. – 7. Dezember 2018 in Berlin

 

2016 ist wieder PISA-Jahr: Wissenswertes zur neuen Runde

Im Dezember 2016 werden die Ergebnisse der neuesten PISA-Tests präsentiert, für die im April/Mai 2015 die Daten erhoben wurden. In Deutschland nahmen daran an gut 250 Schulen mehr als 10.000 Schüler teil. Deutschland hat sich zwar nach dem PISA-Schock im Jahr 2000 erfolgreich aus den untersten Rängen der Bildungs-Evaluation herausgearbeitet, liegt jedoch nach wie vor bestenfalls im Mittelfeld der weltweit 70 teilnehmenden Länder bzw. Regionen.

 

Neu 2016: Auch „weiche Faktoren“ zählen

Da PISA-Kritiker oft die Eindimensionalität der Erhebungen und eine reine Fokussierung auf Leistung bemängelten, bezieht PISA 2016 erstmals „weiche Faktoren“ mit ein: Neben Mathematik und Lesekompetenz werden nämlich in dieser Runde auch das Wohlbefinden von Schülern sowie ihre soziale Kompetenz ergründet. Schließlich sind soziale und emotionale Kompetenzen entscheidend für späteren Lernerfolg. Überdies sehen die „PISA-Macher“ der OECD gemeinschaftliches Problemlösen, also die produktive Zusammenarbeit im Team, als eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Nicht zuletzt fußt diese Erweiterung der Parameter auch auf der Bemühung, die vielfach kritisierte enge Verbindung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen aufzuweichen. Eine weitere Neuerung der Test-Runde 2015/2016: Erstmals finden die Tests computerbasiert statt.

 

Deutschland im Aufwärtstrend?

Nach dem alarmierend schlechten Abschneiden Deutschlands im Jahr 2000 hat sich viel getan: Zwischen 2003 und 2009 fand eine messbare kontinuierliche Steigerung des Leistungsniveaus der deutschen Schülerinnen und Schüler statt. Seit 2009 stagnieren die Fortschritte jedoch. Deutschland liegt nach wie vor im Mittelfeld. Zu den weltweiten Spitzenreitern gehören unter anderem Shanghai, Singapur, Hongkong und Korea.

  • Im Prüfungssegment Mathematik kletterte Deutschland von 490 auf 514 Punkte und näherte sich damit dem europäischen PISA-Spitzenreiter Finnland (519 Punkte) an. Der Abstand zu asiatischen Ländern wie beispielsweise Japan (536 Punkte) ist aber dennoch groß.
  • In punkto Lesekompetenz stieg die deutsche Formkurve von 484 auf zuletzt 508 Punkte. Zum Vergleich: Finnland erreichte zuletzt 524, Japan 538 Punkte.
  • In den Naturwissenschaften stieg die deutsche Kurve von 487 auf 524 Punkte an. (Finnland: 545; Japan: 547 Punkte).

 

Prognose für Deutschland?

Auch bei PISA 2015/2016 wird sich nach Einschätzung der OECD-Experten an der Spitzenposition der asiatischen Länder wohl kaum etwas ändern. Mit Spannung erwartet wird das Abschneiden Deutschlands, gerade im Hinblick auf die momentane Einbindung von Flüchtlingen ins deutsche Bildungssystem. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Andrang nicht zwangsläufig negative Auswirkungen mit sich bringen muss. So berichtet PISA-Chefkoordinator Andreas Schleicher: „Deutschland ist doch ein schönes Gegenbeispiel. Hier ist die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund schon in den letzten Jahren größer geworden, und trotzdem haben sich die Leistungen bei PISA verbessert. In den Flüchtlingen steckt enormes Potenzial. Die Frage ist, ob Deutschland die Ressourcen für diese Herausforderung bereitstellt.“

 

Digitale Agenda der Bundesregierung: Was bedeutet das für Schulen?

Was bedeutet die Digitalisierung für die Zukunft von Bildung, Gesellschaft und Wirtschaft? Wie werden sich Arbeitsplätze verändern? Welche Kompetenzen benötigen Menschen hierzulande, um den Anforderungen jetzt und künftig gewachsen zu sein?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen verpflichtete sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode, sich durch die Erarbeitung einer Digitalen Agenda umfassend mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Das Ziel ist hoch gesteckt: Deutschland soll zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 in Europa werden. Die knapp 40 Seiten starke „Digitale Agenda 2014 – 2017“  wurde am 20. August 2014 in Berlin vorgestellt. Ein korrespondierendes Online-Portal visualisiert die Kernpunkte des Strategiepapiers.

Unterteilt ist die Initiative in insgesamt sieben Handlungsfelder:

–          Digitale Infrastrukturen

–          Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten

–          Innovativer Staat

–          Digitale Lebenswelten in der Gesellschaft gestalten

–          Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur und Medien

–          Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft

–          Europäische und internationale Dimension der digitalen Agenda

 

Stellenwert von Bildungsthemen in der Digitalen Agenda

Neben Strategien zur digitalen Wirtschaft, digitalem Arbeiten und zu Sicherheitsaspekten der „digitalen Revolution“ enthält das Papier auch Ansätze und Ausblicke zu digitalen Nutzungsmöglichkeiten im Bildungsbereich. Zentrales Anliegen der Agenda ist es, das Bildungssystem in einer Weise zu gestalten, dass es Menschen bestmöglich auf Anforderungen und Möglichkeiten einer digitalen Gesellschaft vorbereitet. Dies schließt neben Forschung und beruflicher Bildung auch und vor allem die schulische Bildung mit ein. Konkrete Maßnahmen soll eine Strategie „Digitales Lernen“ liefern, die sich aus Bund, Ländern und relevanter Akteure aus dem Bildungsbereich zusammensetzt. Zentraler Bestandteil wird hierbei die planmäßige Stärkung der Medienkompetenz z.B. in Schulen sein.

 

Was bedeutet das für Schulen?

Digitale Kompetenzen sind zu einer elementaren Anforderung für das Bestehen in unserer Wissensgesellschaft geworden. Vor diesem Hintergrund ist es für Schulen von entscheidender Bedeutung, diese Kompetenzen zu lehren. Dazu gehören

–          Heranführung und Nutzung digitaler Medien im Unterricht

–          Vermitteln von Zugängen zu bildungsrelevanten Online-Inhalten

–          Heranführen an IT-Themen und Hinführen talentierter junger Menschen zu diesbezüglichen Berufsfeldern bzw. Studienfächern

Des Weiteren will sich die Bundesregierung für Kostenfreiheit von digitalen Online-Lernmitteln einsetzen und somit den freien Zugang zu bildungsrelevanten Inhalten (Stichwort: OpenEducational Resources) im Internet gewährleisten.

 

Reaktionen auf die Digitale Agenda

Einer der größten Kritikpunkte an der Digitalen Agenda ist der Mangel an konkreten Vorschlägen. Insbesondere im Handlungsfeld Bildung lässt das Papier verbindliche Zusagen für die Umsetzung vermissen.  Eine informative Übersicht über Standpunkte und Forderungen seitens der Privatschulen gibt das aktuelle Positionspapier des Verbands Deutscher Privatschulen (VDP) .

 

Die zentralen Forderungen des VDP:

Qualifizierungsoffensive für Lehrkräfte: Die Vermittlung medienpädagogischer Inhalte muss stärker in den Ausbildungscurricula für Lehrkräfte verankert werden.

Förderung der Infrastrukturentwicklung: Staatliche und freie Schulen müssen gleichermaßen mit digitalen Geräten und entsprechender Software ausgestattet werden.

Urheberrecht digitaler Lernmedien: Die Nutzung zahlreicher Online-Inhalte im Unterricht bewegt sich noch zu oft in einer rechtlichen Grauzone. Nötig ist hier eine klare Rechtslage und die Förderung von sogenannten Open Educational Resources (OER).

Profilschulen „IT/Digital“: Begrüßt wird die Schaffung sogenannter Profilschulen IT/Digital.

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

Inklusion in Deutschland: Warten auf die Analyse

Mit der 2008 in Kraft getretenen Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen verpflichteten sich 138 Länder, darunter auch die EU-Staaten, die Lebenssituation von behinderten Menschen zugunsten einer selbstverständlichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die Implementierung von inklusiver Bildung, gekennzeichnet vor allem durch die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern.

 

 

Fragenkatalog beschlossen

Doch die Praxis zeigt: Die Umsetzung gestaltet sich schwierig – und ist vor allem langwierig. Regelmäßige Überprüfungen durch Gremien der Vereinten Nationen, sogenannte Staatenprüfungen, überwachen daher die in der BRK geforderten Prozesse und fordern von den Regierungen der einzelnen Länder regelmäßige Zwischenbilanzen. Nachdem 2013 Österreich unter die Lupe genommen wurde, steht für September 2014 die Staatenprüfung Deutschlands an, für die aktuell der Fragenkatalog beschlossen wurde. In diesem nimmt die Begutachtung der im Bildungsbereich umgesetzten Maßnahmen eine zentrale Stellung ein. Allen voran wird die Bundesregierung aufgefordert werden, Zahlen zu nennen, die die tatsächliche Inklusionsrate zwischen 2008 und 2014 offenlegen.

 

 

„Im Bildungsbereich ein Entwicklungsland“

Nach Überzeugung der Juristin Prof. Dr. Theresia Degener, Mitglied des VN-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, liefern die österreichischen Ergebnisse bereits einen „Vorgeschmack“ auf die Resultate, mit denen bei der Überprüfung Deutschlands gerechnet wird. Denn zwischen Deutschland und Österreich gibt es in punkto Bildungssystem mehrere Parallelen. So verfügen beispielsweise beide Länder über selektive Schulsysteme samt stark ausgebauten Sonderschulnetzen. Diese Zweiteilung in allgemeinbildende Schulen und solche mit speziellen Förderungsangeboten festigt jedoch segregierende Tendenzen, statt sie aufzuheben. Denn, so klärt Theresia Degener in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf, während andere europäische Länder eine Inklusionsquote behinderter Schülerinnen und Schülern in Regelschulen von über 80 % haben, liegt dieser Wert in Deutschland bei mageren 16 – 20 %. Degener: „Im Bildungsbereich ist Deutschland ein Entwicklungsland“.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 8: Konfessionelle Schulen (katholisch)

Konfessionelle Schulen zeichnen sich durch ihre enge Anlehnung an eine Glaubensrichtung aus – in Deutschland also hauptsächlich an die katholische oder die evangelische Konfession. 2011 besuchten hierzulande etwa 442.000 Schülerinnen und Schüler eine konfessionelle Schule, von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien. Auf katholische Schulen entfielen hierbei rund 327.000 Schülerinnen und Schüler, auf evangelische ca. 115.000.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Je nach Träger der spezifischen Schule können die Anforderungen an Lehrkräfte katholischer Schulen stark variieren. So haben beispielsweise Ordensschulen andere Anforderungen als Schulen in Trägerschaft von Stiftungen. Unabdingbar ist neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation eine ausgeprägte Identifizierung mit der katholischen Ausrichtung.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da sich Katholische Schulen eng am staatlich vorgegebenen Lehrplan orientieren, bewegen sich die Möglichkeiten der inhaltlichen Unterrichtsgestaltung innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. Jedoch gibt es für Lehrkräfte umso mehr Möglichkeiten, sich pädagogisch bzw. gestalterisch einzubringen. Einen Überblick über den Erziehungsauftrag Katholischer Schulen gibt ein Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Viele freie Katholische Schulen verfügen darüber hinaus über ein dezidiertes Schulprofil, für dessen Erarbeitung bzw. Umsetzung sich Lehrkräfte engagieren können.

 

Entstehung

Etwa anderthalb Jahrtausende lang waren in Mitteleuropa Kirchen und andere Religionsgemeinschaften die einzigen Träger von Bildungseinrichtungen. Erst in den letzten Jahrhunderten verbreiteten sich staatliche Schulen in größerem Maße. Heute sind in Deutschland konfessionelle Schulen gegenüber staatlichen Schulen in der Minderzahl. 2009 waren insgesamt 325.000 Schüler an katholischen und 2007 rund 115.000 Schüler an evangelischen Schulen eingeschrieben. Unter den Schulen in freier Trägerschaft stellen die katholischen Schulen damit den größten Anteil dar. Eine Ausnahmeregelung gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind konfessionelle Schulen als staatliche Schulen in der Trägerschaft von politischen Gemeinden.

 

Umsetzung in die Praxis

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Qualitätskriterien für Katholische Schulen festgelegt, in denen unter anderem Empfehlungen für die Punkte Erziehungsauftrag, Unterrichtsgestaltung, Lehrkräfte und Elternarbeit ausgesprochen werden. Diese können als Grundlage für die Praxis Katholischer Schulen gesehen werden. Das Papier verdeutlicht darüber hinaus, dass Katholische Schulen einen hohen Anspruch an die Schulqualität haben, dass jedoch die Palette möglicher Ausgestaltungsformen sehr breit ist. Dies liegt nicht zuletzt auch an regionalen bzw. länderspezifischen Eigenarten.

 

Status

Katholische Schulen in freier Trägerschaft sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und vermitteln als solche die Inhalte der Bildungspläne der öffentlichen Schulen. Sie ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern staatlich anerkannte Abschlüsse, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft erhalten katholische Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Bei den Elternbeiträgen achten konfessionelle Schulen in besonderem Maße auf die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. So gibt es an vielen Schulen reduzierte Schulgelder. Eine zusätzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden.

 

Weitere Informationen

Der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) informiert auf seiner Website über katholische Schulen in Deutschland. Katholische Religionslehrer/-innen und sonstige Lehrkräfte, die sich für eine Tätigkeit in einer katholischen Schule interessieren, finden zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien auf dem Religionspädagogischen Portal der katholischen Kirche in Deutschland.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 6: Montessori-Schulen

Rund 1.000 Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland arbeiten nach der reformpädagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch „Kinderhäuser“ genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterführende Schulen) zählen sowohl Schulen in freier Trägerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Trägerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Trägerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterführenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst werden die Prinzipien der Montessori-Pädagogik in dem Satz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich möglichst frei entfalten und für sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterstützung durch Erzieher bzw. Lehrkräfte, erfahren aber durch eigenständiges Erarbeiten eine Stärkung ihrer Persönlichkeit.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Pädagogen, die an Montessori-Schulen tätig werden möchten, benötigen eine dezidierte Montessori-Ausbildung, die in der Regel nach der staatlichen Lehramts- bzw. Erzieher-Ausbildung in Montessori-Ausbildungsorganisationen absolviert wird. Unabhängig von der Ausbildung sollten an Montessori-Schulen interessierte Lehrkräfte über fundierte Beobachtungs- und Problemlösungsfähigkeiten verfügen, da diese für den pädagogischen Alltag unverzichtbar sind. Eine wohlwollende Haltung gegenüber der Montessori-Pädagogik wird vorausgesetzt.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da die Zahl der Montessori-Schulen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, stellen Montessori-Schulen immer mehr ein Betätigungsfeld mit Zukunft dar.

 

Entstehung

Die Montessori-Pädagogik fußt auf dem Gedankengut der Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870 – 1952), die ab Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Lehren in sogenannten Montessori-Ausbildungskursen weitergab. In Deutschland fanden diese großen Anklang und es entstanden schon vor 1920 mehrere Montessori-Kinderhäuser und -Schulen. 1925 wurde die Deutsche Montessori Gesellschaft gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten alle Montessori-Einrichtungen geschlossen werden, erlebten aber nach 1945 eine rasche Renaissance. Seit den 1980er-Jahren erfreuen sich Montessori-Einrichtungen ungebrochen wachsender Beliebtheit. Gerade die Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft ist in den letzten 20 Jahren rasant angestiegen. So waren beispielsweise im Montessori Landesverband Bayern bei seiner Gründung 1985 fünf Montessori-Schulträger organisiert, heute sind es 80.

 

Umsetzung in die Praxis

Ein entscheidendes Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit, die neben dem Fachunterricht gleichberechtigter Teil des Stundenplans ist. Die Freiarbeit gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich denjenigen Lerninhalten zuzuwenden, für die sie sich am meisten interessieren. Auch beim Fachunterricht können die Kinder und Jugendlichen in gewissem Maße entsprechend ihrer Interessen wählen. Feste Lehrpläne, Noten oder Klausuren gibt es an Montessori-Schulen nicht. Die meisten Montessori-Schulen sind Ganztagsschulen, sodass überdies auch das gemeinsame Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung fester Bestandteil des Tagesablaufs sind.

 

Status

Private Montessori-Grundschulen sind generell staatlich genehmigte Ersatzschulen. Bei den weiterführenden Montessori-Schulen ist der Status unterschiedlich: Teils sind es Ergänzungsschulen, an denen kein staatlich anerkannter Abschluss abgelegt werden kann. Neben diesen entstehen jedoch immer mehr Montessori-Oberschulen (MOS), an denen Schülerinnen und Schüler auch das Abitur ablegen können.

 

Finanzierung

Die Finanzierung des Besuchs einer Montessori-Schule hängt eng mit deren Status (s.o.) zusammen. Staatliche Schulen mit Montessori-Zweig sind anderen staatlichen Schulen gleichgestellt. Der Montessori-Fokus ist bei diesen lediglich ein pädagogischer, nicht aber ein konzeptioneller Schwerpunkt.

Montessori-Schulen mit dem Status „staatlich genehmigte Ersatzschule“ erhalten wie alle freien Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

 

Weitere Informationen

Der Montessori-Dachverband Deutschland (MDD) informiert über Inhalte der Montessori-Pädagogik sowie über Montessori-Einrichtungen.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 5: Schulen für Hochbegabte

Als hochbegabt gilt, wer über einen Intelligenzquotienten von 130 oder höher verfügt. Zum Vergleich: Einen IQ von 100 erreichen ca. 50 % der Bevölkerung, ein IQ von 115 attestiert bereits die Fähigkeit zu Bestleistungen. In Deutschland geht man von ca. 360.000 hochbegabten Kindern aus. De facto können Schülerinnen und Schüler mit besonderer Begabung ihre Fähigkeiten jedoch nur dann voll entfalten, wenn sie gezielt gefördert werden. In „normalen“ Schulen fallen Hochbegabte daher nicht zwangsläufig durch herausragende Leistungen auf – im Gegenteil: Oft führt die Unterforderung im Unterricht zu innerer Abkehr oder gar zur Auflehnung gegen die Schule. Nicht selten sind hochbegabte Kinder daher auch verhaltensauffällig. Um Kinder mit Hochbegabung ganzheitlich fördern zu können, sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland mehrere private Schulen für Hochbegabte entstanden.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Hochbegabte Kinder entwickeln ihre herausragenden Fähigkeiten in den unterschiedlichsten Feldern, wie beispielsweise im logisch-mathematischen, kreativ-künstlerischen, sprachlichen, musikalischen, sportlichen oder sozialen Bereich. Lehrkräfte an Privatschulen für Hochbegabte benötigen daher ein besonders fundiertes Wissen in ihrem Fachbereich und die Bereitschaft, sich kontinuierlich intensiv weiterzubilden. Darüber hinaus sind Einfühlungsvermögen, Geduld und Empathie unerlässlich.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Lehrkräften, die sich zur intensiven Betreuung und Förderung Begabter berufen fühlen, bieten sich besonders an privaten Schulen für Hochbegabte zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten. Von Vorteil ist einschlägige Erfahrung in der Arbeit mit Begabten und/oder eine entsprechende Weiterbildung. Am Internationalen Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF) können Lehrkräfte unter anderem das Weiterbildungsstudium „Specialist in gifted Education“ absolvieren. Dieses schließt mit dem sogenannten ECHA-Diplom ab (European Council for High Ability). Das Studium liefert zum einen Hintergrundwissen zu den Themen Intelligenz, Motivation, Kreativität und individuelle Förderung und führt Lehrkräfte zum anderen praktisch in die optimale Begleitung von Hochbegabten ein. Ein weiterer Fokus liegt auf der Diagnostik von Hochbegabung. Neben dem ECHA-Diplom können Lehrkräfte am ICBF auch Abschlüsse zum ECHA-Coach sowie zum Beratungslehrer absolvieren.

 

Entstehung

Die Förderung Hochbegabter steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Von einer systematischen, gezielten Förderung kann erst seit den frühen 1980er-Jahren die Rede sein. Da staatliche Schulen auf die Bedürfnisse von Kindern mit besonderer Begabung nur sehr eingeschränkt eingehen können, haben sich in Deutschland einige Privatschulen dieser Aufgabe verschrieben.

 

Umsetzung in die Praxis

Privatschulen für Hochbegabte existieren in zwei unterschiedlichen Modellen: Einige Schulen nehmen ausschließlich hochbegabte Schülerinnen und Schüler auf und unterrichten diese in relativ kleinen Klassen. An anderen Privatschulen lernen sowohl „normal“ begabte als auch hochbegabte Kinder und Jugendliche. Allerdings werden dort für Hochbegabte eigene Klassen und/oder Fördergruppen unterhalten. Generell gehen Schulen für Hochbegabte über die regulären Lehrpläne hinaus und fördern ihre Schülerinnen und Schüler so individuell wie möglich. Wie dies im Einzelnen in die Praxis umgesetzt wird, variiert von Schule zu Schule.

 

Status

Die Abschlüsse von privaten Schulen für Hochbegabte sind in Deutschland anerkannt, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten private Schulen für Hochbegabte staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. (DGhK) informiert über Hintergründe zur Hochbegabung sowie über regionale und überregionale Beratungsmöglichkeiten. Informationen zu Weiterbildungen für Lehrkräfte liefert das Internationale Centrum für Begabungsforschung Münster (ICBF).

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