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Gewaltprävention – zehn Maßnahmen und Projekte

Mit welchen Formen von Gewalt sind Schulen konfrontiert und wie kann sinnvolle Prävention aussehen? Diese Frage erörterten im Herbst 2018 über 50 Experten auf einer Fachtagung im nordrhein-westfälischen Schulministerium. Die Essenz des Kongresses wurde nun in einem 10-Punkte-Präventionsplan zusammengefasst und Mitte Mai in Nordrhein-Westfalen als „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“ vorgestellt.

Die zehn Punkte

  1. Beobachten und evaluieren: Um künftig schneller und effizienter auf Gewaltphänomene reagieren zu können, sollen mittels eines wissenschaftlichen Forschungsauftrags Daten zu Gewaltvorkommen und -ursachen an Schulen erhoben und Präventionsmaßnahmen evaluiert werden.
  2. Aufstockung des Schulpsychologischen Dienstes: Zusätzliche Stellen für Schulpsychologen und -psychologinnen sowie für sozialpädagogische Fachkräfte werden geschaffen.
  3. Rechtssituation klären: Es werden neue, klarere Richtlinien für die Meldepflicht einzelner Straftaten (z.B. antisemitische Straftaten) im schulischen Umfeld erstellt.
  4. Stärkung der Schulleitungen: Das Thema „Gewalt im Umfeld von Schulen“ wird noch stärker als bisher in die Aus- und Fortbildungen von Schulleitungen aufgenommen.
  5. Beratung und Begleitung: Durch neu entstehende schulische Teams sowie durch von Externen durchgeführte Programme (z.B. „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“) werden die Schulen gestärkt.
  6. Themenwoche: Im Frühjahr 2020 und im Frühjahr 2022 ist die Durchführung einer „Woche für Demokratie und Respekt“ geplant.
  7. Weitergabe von Materialien: Schulen erhalten 2020 einen Notfallordner (gedruckt sowie digital) mit Handlungsempfehlungen für Krisen- und Notfallsituationen.
  8. Fortbildung: Lehr- und Fachkräfte werden im Sinne dieses Aktionsplans geschult und weitergebildet.
  9. Beratungstelefon: Lehrerinnen und Lehrern steht künftig das kostenfreie Beratungstelefon „Sprech:ZEIT 24/7“ zur Verfügung.
  10. Austausch und Weiterentwicklung: Der Austausch aller am Schulleben Beteiligten sowie die Weiterentwicklung des Aktionsplans wird gefördert.

Weitere Informationen

Faktenblatt zum „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“
Kurse des Bundesverband Gewaltprävention
Polizeiliche Kriminalprävention zu Gewalt an Schulen

Informationsseiten der Länder

Baden-Württemberg: Gewaltprävention an Schulen
Bayern: Konflikte, Gewalt, Gewaltprävention
Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg
Bremen: Portal „Gewaltprävention“
Hamburg: Beratungsstelle Gewaltprävention
Hessen: Portal „Gewaltprävention“
Mecklenburg-Vorpommern: Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule
Niedersachsen: Portal „Gewaltprävention“
Nordrhein-Westfalen: Gewaltprävention in NRW
Rheinland-Pfalz: Gewalt- und Extremismusprävention
Saarland: Fachgebiet „Prävention und Erziehung
Sachsen: Themenfeld Gewaltprävention
Sachsen-Anhalt: Maßnahmen zur Gewalt- und Suchtprävention
Schleswig-Holstein: Professionelle Gewaltprävention an Schulen in Schleswig-Holstein
Thüringen: Gewaltprävention

Teamarbeit unter Lehrkräften (Teil 3): Kollegiale Fallberatung

Nicht nur für unterrichts- oder planungsbezogene Fragen, sondern auch zur Konfliktlösung oder Erörterung von komplexen Problemstellungen sind schulische Teams geeignet. Bewährt hat sich hierbei die Kollegiale Fallberatung (KFB). Bei dieser erörtert und löst ein Team – etwa bestehend aus Lehrkräften – gemeinsam konkrete Problemfälle. Oft werden Fälle gebündelt und dann in einer Sitzung besprochen. Das Besondere an der Kollegialen Fallberatung sind die unterschiedlichen Rollen, die die Teilnehmenden innerhalb der Gruppe einnehmen. Es sind dies

  • der oder die Fallschildernde
  • der oder die Moderierende
  • der oder die Beratende

 

Ablauf der Beratung

Zunächst wird die Rolle des Moderators besetzt. Er oder sie benennt anschließend den oder die Fallschildernde – also diejenige Person, die für ein konkretes Anliegen Lösungsansätze sucht. Zudem benennt er oder sie einen Sekretär/eine Sekretärin, der oder die die genannten Lösungsansätze notiert und ggf. den/die Fallschildernde unterstützt.

Anschließend hört die Gruppe sich das Problem an. Nach etwa 10 Minuten spontaner Schilderung durch den/die Fallschildernde und ggf. klärenden Rückfragen durch den Moderator, sollte sich eine Schlüsselfrage herauskristallisiert haben.

Nun kommen die Berater zum Zug. Mittels verschiedener Techniken erörtern sie nun den Fall. Möglich sind beispielsweise Diskussion, Rollenspiel, Mindmap, Brainstorming oder andere Methoden. In einem Zwischen-Resümee werden Schwerpunkte genannt und Lösungstendenzen festgehalten. Anschließend sucht die Gruppe gemeinsam nach einer Lösung. Die Beratungsrunde endet mit einem Feedback des/der Fallschildernden.

Je häufiger ein Team diese Art der Problemerörterung durchführt, desto geläufiger wird das Verfahren. Es bietet sich daher an, eine regelmäßige Kollegiale Fallberatungsrunde einzuführen – und diese nicht nur im Bedarfsfall tagen zu lassen. Von Vorteil kann überdies eine möglichst heterogene Zusammensetzung, beispielsweise unterschiedliche Lehrerfahrung, Dienstgrade oder variierende persönliche Nähe bzw. Distanz der Gruppenmitglieder sein.

 

Weiterführende Informationen

  • Erläuterung der Kollegialen Fallberatung mit Hinweisen speziell für Referendarinnen und Referendare
  • DVD Kollegiale Fallberatung der LMU: Die Pädagogische Fakultät der Ludwig Maximilians Universität München hat im Rahmen der Reihe „Unterricht Mitschau“ eine DVD zur KFB herausgebracht. Diese demonstriert die Methode anhand eines konkreten nachgestellten Beispiels.
  • Bastian, Johannes, Combe, Arno & Langer, Roman: „Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen“. Beltz Verlag, 2003
  • Bennewitz, Hedda & Daneshmand, Nasim: „Kollegiale Fallberatung – wie geht das? Praxisbegleitende Kleingruppenarbeit fördert pädagogische Kompetenz“, Friedrich Jahresheft 2010 (Lehrerarbeit – Lehrer sein). S. 65-67

 

Rechtsextremismus – 20 Anlauf- und Informationsstellen für Lehrkräfte

Bundesweit gibt es eine Vielzahl von Stellen, die sich mit Aufarbeitung, Thematisierung und Prävention von Rechtsextremismus beschäftigen. Schulen oder einzelne Lehrkräfte sowie auch Schülerinnen und Schüler können sich jederzeit an folgende Initiativen wenden:

 

Beratungsstellen der Länder

Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR)

Mobiles Beratungsteam für Gemeinwesenberatung

Demokratiezentrum Bremen

Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus

Beratungsnetzwerk Hessen

Regionalzentren für demokratische Kultur Mecklenburg Vorpommern

Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) Niedersachsen

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW

Kompetenznetzwerk Demokratie leben Rheinland Pfalz

Adolf-Bender-Zentrum Saarland

Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V

Kulturbüro Sachsen e.V.

Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Schleswig Holstein

Mobile Beratung in Thüringen

 

Länderübergreifende Anlaufstellen

 

Online-Beratung gegen Rechtsextremismus

Per E-Mail vermittelt ein Team von Beratern sowohl konkrete Tipps als auch Anlaufstellen oder Initiativen in räumlicher Nähe zu den Ratsuchenden.

 

Amadeu-Antonio-Stiftung – Initiativen für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur

Organisiert unter anderem die Initiative „Soziale Netzwerke gegen Nazis“, in der rund 20 soziale Netzwerke vernetzt sind.

 

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Große, auf Bundes- und Länderebene agierende Initiative. Sie unterstützt ausdrücklich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch pädagogische Kräfte.

 

Netzwerk für Demokratie und Courage

Das Netzwerk verfolgt das Ziel, durch die Ausbildung junger Menschen zu Multiplikator/-innen Grundwerte der Demokratie und Toleranz zu verbreiten und zu verfestigen.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe)

Die DeGeDe bietet fundierte Informationen zu demokratiepädagogischen Fragen und Vorhaben

 

 

Lehrkräfte-Nachwuchs: Es geht um die Attraktivität eines Berufes

Es ist eines der kniffligsten Ergebnisse der internationalen Bildungsrankings und bestätigt einen Zusammenhang, der – darin sind sich Bildungsforscher einig – in Deutschland bislang zu wenig Beachtung fand: In all jenen Ländern, die in PISA & Co. Spitzenplätze belegen, genießt der Lehrerberuf höchstes Ansehen. In Deutschland hingegen ist seine Reputation in den letzten Jahrzehnten beträchtlich gesunken. Meldungen von Überforderung, Burnout und stressbedingten Krankheiten unter Lehrkräften tun ein Übriges. Dabei zeigen Analysen, zuletzt die viel beachtete Hattie-Studie, dass den Lehrkräften bei der Vermittlung von Wissen die entscheidende Rolle zukommt. Viel mehr noch als schulische Rahmenbedingungen zu ändern und das System durch ständige Reformen zu destabilisieren, sollte alle Energie darin investiert werden, gute angehende Lehrkräfte zu finden und auszubilden. Dieses Engagement setzt bereits in einem sehr frühen Stadium ein, nämlich bei der Zulassung potenzieller Kandidaten zum Lehramtsstudium.

 

Beratung statt Praxisschock

Wer kommt für den Lehrberuf in Frage? Welche Kriterien müssen geeignete Kandidaten erfüllen? Und wie können sie gefunden werden? Diese drei zentralen Fragen stellt die Studie „Strategisches Recruitment von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern – sinnvoll und machbar?!“. Veröffentlicht wurde diese nun auf dem Portal www.monitor-lehrerbildung.de, einer Kooperation von Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Das Fazit in knappen Worten: Eine systematische Anwerbung, Beratung und Begleitung von geeigneten Kandidaten für den Lehramtsberuf ist in Deutschland bislang fast nicht existent, weder auf Universitäts- noch auf Länderebene. Dabei ist es wichtiger denn je, genügend angehende Lehrkräfte auszubilden. Denn der Bedarf an Nachwuchs ist hoch und die Überforderung vieler Junglehrer im Alltagseinsatz groß.

Eine elementare Voraussetzung, erfolgreich Kandidaten für einen Beruf anzuwerben, so ein weiteres Ergebnis der Studie, ist dessen Attraktivität. Dass der Lehrerberuf hierzulande nicht das beste Image hat, wird sich nicht ad hoc ändern lassen. Wohl aber die Wertschätzung, die Lehramtskandidaten entgegengebracht wird. Hierfür sollten Hochschulen Lehramts-Studierende willkommen heißen und ihnen ein klar strukturiertes Studienangebot mit zahlreichen Beratungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus wäre auch innerhalb des Studiums eine gewisse Flexibilität wünschenswert. Beispielsweise sollte es Lehramts-Studierenden möglich sein, hinsichtlich der angestrebten Schulform zu wechseln, oder aber auch, falls sich eine entsprechende Entwicklung abzeichnet, sich für einen anderen Berufsweg zu entscheiden.

 

Die Realität an deutschen Hochschulen

Vier Maßnahmen hat die auf Monitor Lehrerbildung veröffentlichte Studie als wirksam für ein strategisches Recruiting von Lehrkräften identifiziert:

– Projekte/Programme zur Rekrutierung von Lehramtsstudierenden

– Beratungsgespräche als Zulassungsvoraussetzung

– verpflichtende Eignungspraktika

– Eignungstests als Zulassungsvoraussetzung

Die Befragung von insgesamt 65 lehrerbildenden Hochschulen in Deutschland ergab: Keine Bildungseinrichtung führt alle vier Maßnahmen durch. Nur 17 von 65 Hochschulen (26 %) praktizieren mindestens drei der vier genannten Maßnahmen. Lediglich die Hälfte der befragten Einrichtungen verlangt vor Studienbeginn einen obligatorischen Eignungstest und nur 3 % der Hochschulen sehen ein verpflichtendes Eignungspraktikum vor. Lehramtsspezifische Auswahlgespräche oder Assessment-Center hingegen sind bislang kaum zu finden.

 

Vorreiter in Sachen Studienbegleitung

Als eine der wenigen deutschen Unis lässt beispielsweise die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität interessierte Bewerber nicht „ohne Weiteres“ auf Lehramt studieren. Stattdessen bietet sie vor und während des Studiums wiederkehrende Beratungen und Überprüfungen an. Einige von ihnen sind obligatorisch. Jedem Lehramtsstudium ist zunächst ein Orientierungsmodul vorgeschaltet, das den angehenden Studierenden erste Infos zum Studium gibt. Im Anschluss empfiehlt die Uni, das Seminar „Lehrer werden – was kommt auf mich zu?“ zu belegen. Hier werden die persönlichen Beweggründe für die Studienwahl noch einmal unter die Lupe genommen. Im Laufe des Studiums können Studierende schließlich weitere Seminare zum Thema „Eignung für den Lehrerberuf“ sowie verschiedene Studien- und Eignungsberatungen in Anspruch nehmen. Zentraler Tenor hierbei: „Sind Sie sich im Klaren darüber, welche Belastungen und Anforderungen der Lehrerberuf mit sich bringt?“.

 

Was zählt?

Doch welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind schlussendlich entscheidend für Erfolg in Sachen Lehramtsstudium? Müssen sich Schulabgänger, die sich für den Lehramtsberuf interessieren, vor harten Auswahlmaßnahmen fürchten? Und wie sehen die Kriterien aus? Manfred Prenzel, Dekan der Lehrerbildungsfakultät der Technischen Universität München drückt es im Interview mit dem didacta magazin so aus: „Grundsätzlich wollen wir jedem die Chance geben, sich im Studium zu erproben.“ Er räumt ein, dass nur in sehr seltenen Fällen Empfehlungen für eine andere Studien- und Berufswahl ausgesprochen werden. Vielmehr helfen die universitären Beratungsgespräche den Studierenden dabei, sich über die Arbeitsmodalitäten an Schulen klarzuwerden und den einen oder anderen Aspekt der Lehramts-Ausbildung zu vertiefen. Dies können kommunikative Fähigkeiten ebenso sein wie Zeitmanagement, ein selbstsicheres Auftreten oder Selbstmotivation. Auch an den immer wieder nötigen intensiven Blick in die Praxis, beispielsweise durch studienbegleitende Praktika, erinnern die Berater. Denn nur so lässt sich dauerhaft der Praxisschock vermeiden.

Wege aus dem Tunnelblick: Coaching für Lehrkräfte

Ob Coaching, Training oder Supervision: Die Anforderungen in der Berufswelt werden immer komplexer – und so wächst auch die Bandbreite professioneller Beratungsformen. Richteten sich Beratungs-Dienstleistungen noch vor gut einem Jahrzehnt nahezu ausschließlich an sogenannte High Potentials, also Personen in führenden Management-Positionen, hat sich mittlerweile einiges getan in der Berater-Szene. Coaches und Trainer gibt es für fast alle Berufsformen und ebenso für private Belange. Doch während Berater in der freien Wirtschaft nach wie vor primär die Optimierung des unternehmerischen Gewinns im Blick haben, kümmern sich Coaches und Trainer um die psychosozialen Bedürfnisse und Nöte von Berufstätigen.

Auch in Schulen bzw. für in Schulen Tätige übernehmen immer mehr hochqualifizierte Personen beratende Funktionen. Hauptzielgruppen dort sind einerseits schulische Führungskräfte, andererseits Referendare vor wichtigen Unterrichtsbesuchen, in der Vorbereitungsphase für das zweite Staatsexamen oder „fertige“ Lehrkräfte am Anfang ihrer schulischen Tätigkeit. Immer mehr suchen jedoch auch „gestandene“ Lehrkräfte professionellen Rat, beispielsweise wenn sie sich in Mobbing- oder sonstigen Krisensituationen befinden und für die Lösung ihres Problems keinen Ausweg sehen.

Bevor jedoch externer Rat hinzugezogen werden kann, stellen sich die Fragen „Wie?“, „Woher?“ und „Welche Art von Beratung?“ Eine gesunde Portion Vorsicht ist hier normal – und auch angebracht. Denn am Markt tummeln sich neben vielen sehr kompetenten und exzellent ausgebildeten Beratern auch zahlreiche „Hau-Ruck-Coaches“, die ihre Profession in Wochenendkursen oder im Selbststudium erlernt haben. Um also einschätzen zu können, welche Form von externer Beratung angebracht und wo entsprechende Hilfe zu finden ist, ist einiges Vorwissen von Vorteil.

 

Die passende Beratung finden

Für Lehrkräfte und schulische Führungskräfte ist es ratsam, sich zunächst an eine schulpsychologische Beratungsstelle zu wenden. Diese gibt Hilfestellung bei der Inanspruchnahme von Beratungs-Dienstleistungen. Einen guten Überblick liefert eine Karte aller bundesweiten schulpsychologischen Beratungsstellen. Darüber hinaus sollten sich Ratsuchende damit auseinandersetzen, welche Art von Beratung oder Hilfe sie überhaupt suchen. Folgende Begrifflichkeiten werden unterschieden:

Supervision hat ihren Ursprung im sozialen Bereich, denn gerade Krankenschwestern, Altenpfleger oder Sozialarbeiter – kurzum Berufe mit hoher menschlicher Anteilnahme und Idealismus – neigen dazu, sich zu verausgaben. All dies trifft auch auf Lehrkräfte zu. Die Supervision, durchgeführt von Supervisoren mit umfangreicher sozialpädagogischer, psychologischer oder pädagogischer Ausbildung, sorgt in erster Linie für emotionale Entlastung und bietet eine Plattform für das Reflektieren beruflicher Probleme. Ihr Ziel: Stärkung von Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit und Burnout-Prävention.

Coaching ist eine lösungsorientierte Form der Beratung und als solche stets an einer konkreten beruflichen Situation ausgerichtet. Hier stehen weniger sozial-emotionale, als organisatorisch-strukturelle Aspekte im Vordergrund. Führungskräfte nehmen Coaching in Anspruch, um beispielsweise ihre Führungskompetenzen zu vertiefen und strukturelle Abläufe in der Organisation zu verbessern. Berufseinsteiger können vom Coaching profitieren, indem sie für sich Arbeitsweisen neu entwickeln, Routinen festklopfen und Anfangsbelastungen abpuffern. Charakteristisch für Coaching ist, dass Coaching-Klienten (auch Coachees genannt) einen für sie passenden Lösungsansatz selbst erarbeiten – unter Anleitung eines Coachs.

Beim Training geht es darum, bestimmte Verhaltensweisen und Fertigkeiten durch Übung und Wiederholung einzustudieren – eben zu trainieren. Der Trainer fungiert hier also eher als Anleiter, weniger als Wegweiser. Typische Trainings sind beispielsweise Rhetoriktraining, Sprech- und Stimmtraining, Moderationstraining, Gedächtnistraining oder Motivationstraining.

 

Wie finde ich einen guten Coach?

Vor der Kontaktaufnahme zu einem/einer Coach empfiehlt sich stets zunächst das Umhören im Kollegenkreis: Hat jemand bereits Coaching-Erfahrungen gemacht und kann einen Rat geben? Kommt dann ein/eine Coach in die nähere Auswahl, empfiehlt es sich, ein unverbindliches Vorgespräch zu vereinbaren. Denn für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmen.

 

Weiterhin gelten folgende Tipps zur Suche nach dem passenden Coach:

– Ausbildung prüfen: Wo hat der/die Coach seine Ausbildung absolviert?

– Gibt es Referenzen über erfolgreich abgeschlossene Coachings?

– Ist der/die Coach Mitglied in einem Berufsverband?

– Liegt eine Spezialisierung vor?

– Gibt es seitens des/der Coachs Auswahlkriterien?

– Ist er/sie in der Lage, seine Methoden schlüssig zu erklären?

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