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Agile Methoden – und was sie in der Schule bedeuten (können)

Wer „agil“ ist, ist beweglich, emsig, über den Tellerrand schauend – kurz: das Gegenteil von starr. Dementsprechend verfolgen „agile Methoden“ in der Arbeitswelt das Ziel, bestehende Verfahrensweisen aufzubrechen und für komplexe Arbeitsabläufe neue Herangehensweisen zu finden. Was ist dran an dem Modewort – und kann man aus ihm sinnvolle Ansätze für die Schule ableiten?

Präferierte Werte von Organisationen mit Agilität
  • Individuen und Interaktion
  • Produkte und Leistungen
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden
  • Reagieren auf Veränderungen
Präferierte Werte von Organisationen ohne Agilität
  • Prozesse und Werkzeuge
  • Umfassende Dokumentation
  • Vertragsverhandlungen
  • Befolgen eines Plans

Quelle: Wikipedia

Agilität in der Schule

Generell zielt agiles Arbeiten darauf ab, lineare Prozesse aufzulösen und zu öffnen. Statt „Jeder Schülerin schreibt eine Arbeit über Thema xyz“ könnte es also heißen: Die Schülerinnen nähern sich dem Thema in Kleingruppen an, tauschen sich aus und finden ihren eigenen Zugang“. Im Mittelpunkt des Arbeitens stehen also die Interaktion und das kreative Ergebnis. Dabei kann sich das agile Arbeiten auf verschiedene Ebenen erstrecken. Zum einen ist es eine Methode der Unterrichtsgestaltung. Darüber hinaus kann es auch als generelle Lernhaltung verstanden werden, sozusagen als eine Methode, mit der Schülerinnen auch unterrichtsunabhängig lernen.
Auch Lehrkräfte können sich für agile Methoden entscheiden und sich beispielsweise fach- oder stufenbezogen agil austauschen. Überdies kann agiles Arbeiten auch eine generelle schulinterne Arbeitsweise sein oder gar durch die Schulleitung als Führungsinstrument verstanden werden.

Agile Methoden

Folgende Methoden finden unter anderem beim Konzept „agiles Arbeiten“ Anwendung:
Scrum: Scrum bezeichnet ein komplexes Projekt bzw. einen komplexen Auftrag, der aufgeteilt wird in mehrere Blöcke, die sogenannten Sprints
Sprint: Ein Sprint ist ein zeitlich begrenzter Block, innerhalb dessen das Team regelmäßig an dem Arbeitsblock arbeitet. Am Ende eines Sprints erfolgt ein Feedback von Auftraggeberseite, das in die weitere Arbeit einfließt. Wichtig: Am Sprint arbeiten Beteiligte aller Hierarchiestufen.
Review: Alle Beteiligten schauen gemeinsam zurück und betrachten die eigene Arbeit und die der anderen. Im Mittelpunkt steht die Kommunikation und der konstruktive Austausch.

Empfehlungen zum Weiterlesen:

  • Einen umfassenden und praxisnahen Überblick gibt das komplett online einsehbare Buch „Agilität und Bildung. Ein Reiseführer durch die Welt der Agilität“, verfasst von insgesamt 35 unterschiedlichen Akteuren aus der Schul- und Bildungswelt. Es spannt einen Bogen von einzelnen agilen Sequenzen im Unterricht bis hin zur Frage: „Wie müsste die KMK und die Kultusverwaltungen arbeiten, damit agile Formen der Bildung unterstützt werden?“
  • Ein Beispiel einer schulischen Facharbeit ist die Veröffentlichung „Stadt-Workshop: Agiles Arbeiten“, verfasst von der Stadtteilschule Niendorf.
  • Ein weiterer Literaturtipp ist das Buch „Agile Schule – Methoden für den Projektunterricht in der Informatik und darüber hinaus“ von Peter Brichzin, Petra Kastl und Ralf Romeike (erschienen 2019). Es überträgt Konzepte aus der Informatik auf die schulische Projektarbeit. Im Mittelpunkt steht dabei, die Schüler*innen zu selbstorganisiertem Lernen anzuleiten.
  • Der Blog Bildungspunks hat im November 2018 eine Blogparade zum Thema agiles Lernen in der Schule veranstaltet. In diesem Rahmen sind mehrere Artikel und Erfahrungsberichte zur Agilität in der Schule entstanden.
  • Einen guten Einstieg (mit der Möglichkeit, auch tiefer ins Thema einzutauchen) bietet der Artikel „digital und agil – Transformation in Bildung“ auf dem Blog „Lernen Lehren Transformieren“

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