Konfessionsschulen in freier Trägerschaft

Konfessionelle Privatschulen sind Schulen, in denen Schüler/innen des gleichen religiösen Bekenntnisses unterrichtet werden. Die in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Privatschulen in Deutschland sind fest in die Bildungslandschaft Deutschlands etabliert und stellen die größte Gruppe der Privatschulen. Inzwischen müssen die Schüler/innen keine Mitglieder der jeweiligen Kirche sein, allerdings Offenheit gegenüber den jeweils religiösen Werten und dem Konzept der Schulen haben.  In der Regel verlangen Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft ein geringes oder gar kein Schulgeld und erfreuen sich deshalb steigender Beliebtheit.

Zur Zeit werden ca. 475.000 Schüler/innen an verschiedenen Konfessionsschulen in unterschiedlichen Schulformen unterrichtet. Dabei machen den größten Teil Konfessionsschulen kirchlicher Träger aus: 674 katholische Schulen mit ca. 327.000 Schüler/innen. Ca. 115.000 Schüler/innen werden an einer der 541 evangelischen Bekenntnisschulen unterrichtet. Die restlichen 92 Bekenntnisschulen in freier Trägerschaft hatten 2011 etwa 33.000 Schüler/innen.

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft stehen auch die Konfessionsschulen unter staatlicher Aufsicht, richten sich nach den Bildungsplänen der öffentlichen Schulen und führen ihre Schüler/innen zu in Deutschland anerkannten Bildungsabschlüssen. 50-60% der Kosten decken die Konfessionsschulen in freier Trägerschaft über die staatliche Förderung des jeweiligen Bundeslandes. Üblicherweise wird das anfallende Schulgeld nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt erhoben. Weitere Finanzierung erhalten die Schulen durch die kirchlichen Träger und Spenden.

Katholische Privatschulen

Ca. 350 verschiedene Schulträger (Diözesen, kirchliche Schulwerke oder -stiftungen, Ordensgemeinschaften und Caritasverbände) unterhalten katholische Schulen in Deutschland. Der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) betreibt ein gutes Informationsportal, auf dem sich Lehrer/innen und Interessierte über katholische Schule in Deutschland und deren Träger informieren kann. Natürlich sind die Schulen sehr unterschiedlich und haben verschiedene Konzepte, allerdings gibt es grundsätzliche Gemeinsamkeiten, die für alle katholischen Schulen gelten. Zu nennen sind hier die Grundüberzeugung von der personalen Würde des Kindes und Jugendlichen, die Durchdringung von Glaube, Kultur und Leben und die Schule als Erziehungsgemeinschaft.

Evangelische Privatschulen

Die größten Träger von evangelischen Privatschulen sind in Deutschland die evangelischen Landeskirchen. Der überwiegende Teil dieser Träger hat sich im Verband evangelischer Bekenntnisschulen zusammengeschlossen. Auch bei diesen Schulen gibt es unterschiedlichste Profile und Konzepte. Gemeinsam ist jedoch allen evangelischen Schulen in freier Trägerschaft, dass sie Sinn und Orientierung und der Fähigkeit zur selbständigen Auseinandersetzung mit anderen Deutungssystemen vermitteln wollen. Durch eine Charakterschulung und Stärkung der Persönlichkeit durch eine am biblischen Menschenbild ausgerichtete Pädagogik soll Erfahrungen sowohl von Anerkennung und Geborgenheit als auch von Grenzen und Anforderungen gemacht werden. Dadurch erhoffen sich die Schulen eine hohe Motivation, Leistungsbereitschaft und Selbstverantwortung der Schüler/innen.

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