Archiv für die Kategorie „Schulbuchverlage“

Digitales Lehren und Lernen: „Quo vadis, Schulbuch?“

Online-Medien, E-Books, Apps, Wikis und andere digitale Lösungen halten immer mehr Einzug in den Schüler- und Lehrer-Alltag. Doch können sie gedruckte Schulbücher eines Tages ersetzen? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile gedruckter und digitaler Medien? Welche elektronischen Angebote sind beispielsweise für die Unterrichtsvorbereitung hilfreich? Und welche Lösungen wären in Zukunft wünschenswert? Um diesen und verwandten Fragen nachzugehen, hat die Universität Augsburg 2013 im Rahmen des Forschungsprojektes „Bildungsmedien online“ eine bundesweite Umfrage unter rund 900 Lehrkräften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte nutzt Online-Inhalte, um das in gedruckten Schulbüchern enthaltene Wissen um aktuelle Fakten, Zahlen, Grafiken, Abbildungen oder Videos zu ergänzen. Schulbücher sind zwar nach wie vor hoch anerkannt und werden gegenüber Online-Materialien als höherwertig angesehen. Doch dienen sie mittlerweile vielen Lehrkräften eher als ein roter Faden durch die Vorgaben des Lehrplans als ein Medium, das alle Unterrichtsinhalte abdeckt.

 

Bücher liefern „geprüfte Qualität“

Die Suche im Internet hat ihre Tücken: Eine Recherche nach für den Unterricht verwertbaren Online-Inhalten geschieht bislang zumeist nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Anders gesagt: Von einer systematischen Nutzung kann noch keine Rede sein. Dies liegt zum einen daran, dass es eine schier unübersehbare Fülle an geeigneten Materialien gibt, die jedoch permanent neu entstehen – und wieder verschwinden können. Zudem existiert kein zentrales Portal, das fach- und jahrgangsübergreifend Materialien für Lehrkräfte bündelt. Auch ein Austausch der Pädagogen untereinander kann so nicht stattfinden.

Zwischen dem Endverbraucher-Wunsch nach aktuellen, den Unterricht bereichernden Materialien und der Realität in punkto Online-Lernmedien klafft somit eine große Lücke. Dies belegen auch die Bildungszahlen 2014, herausgegeben vom Verband Bildungsmedien: 2011 wünschten sich demnach 70 % der Deutschen die schnelle Einführung digitaler Schulbücher. Im Jahr 2013 jedoch hatten sich nur 0,06 % der Deutschen einen (kostenlosen und anonymen) Account zum Ausprobieren digitaler Schulbücher zugelegt.

Dies zeigt: Auch wenn Online-Bildungsmedien zahlreiche Vorteile haben, ist die Schwellenangst offenbar hoch. Ein Grund mag die Undurchschaubarkeit der Anbieter sein. Endverbraucher denken hier – verständlicherweise – noch in alten Kategorien: Lerninhalte die in Buchform erscheinen, haben einen langen Entstehungsprozess durchlaufen, denn sie sind mindestens durch Autoren- und Verlagsredaktionshände gegangen. Renommierte Verlagsnamen tun ihr Übriges, Büchern zu Seriosität und Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Anders ist es jedoch bei online publizierten Inhalten. Hier gibt es nicht automatisch eine „Kontrollinstanz“ und in vielen Fällen auch keinen Verlag, der mit seinem Namen für die Qualität der Inhalte bürgt.

 

„Selbst ist der Lehrer“

Wie sehr sich viele Lehrkräfte an der zeitaufwendigen Suche nach Materialien im Internet stören, zeigt eine Initiative zweier Pädagogen in Berlin. Frustriert von der immer wieder notwendigen Suche nach aktuellen Materialien für den Biologieunterricht kamen sie auf die Idee, eine lehrplankonforme zentrale Plattform, ein „digitales Schulbuch“ für Unterrichtsmaterialien zu gründen. Nach dem Vorbild der Online-Enzyklopädie Wikipedia sollte es frei zugänglich, umsonst und für jeden nutzbar sein. Die beiden Lehrer sammelten also Materialien im Netz, schrieben einige Artikel selbst, vernetzten und machten auf ihr Projekt aufmerksam. Das Ergebnis war bahnbrechend: Als der „Schulbuch-O-Mat“ online ging, konnte er bereits in der ersten Woche über 1.300 Downloads verzeichnen. Auf die Frage, was der Nachteil von Schulbüchern im Vergleich zu digitalem Lehr- und Lernmaterial sei, antworten die beiden Pädagogen im ZEIT-Interview: „Da werden die alten Strukturen überhaupt nicht losgelassen, es ist der immer gleiche Saft, immer wieder aufgefrischt.“ Zudem seien die Herstellungskosten für Bücher hoch und ressourcenintensiv – bei einer relativ kurzen Halbwertszeit des gedruckten Buches. Der Schulbuch-O-Mat hingegen lebt von der Interaktion vieler Nutzer, die die Inhalte selbst auch editieren, ergänzen oder aktualisieren können.

 

Quo vadis?

Bleibt die Frage nach der Zukunft des Schulbuchs: Wie die Augsburger Studie zeigt, ist der Wunsch nach digitalen Medien und Inhalten ohne Zweifel vorhanden. Dennoch ist der Schritt zu einem rein digitalen Schulbuch bei einem Großteil der Lehrerschaft mit Schwellenängsten behaftet. Zum Teil ist dies sicher auch einer Hemmung vor technischen Innovationen geschuldet. Eine der diesbezüglich spannendsten Fragen der nächsten Jahre wird daher sein, ob es den renommierten Schulbuchverlagen gelingt, ihre gute Reputation dazu zu nutzen, auch bei Online-Inhalten zu überzeugen.

 

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Schulbuchverlage in Deutschland

Ein Schulbuchverlag ist ein auf Schulbücher und weitere Bildungsmedien spezialisierter Verlag.

In Deutschland gibt es eine fast unüberschaubare Vielzahl von Schulbüchern für die verschiedenen Fächer, Jahrgänge und Schulformen. Darüber hinaus werden Schulbücher für die 16 verschiedenen Bundesländer, in denen jeweils unterschiedliche Rahmenlehrpläne gelten, herausgegeben.

Die drei großen Schulbuchverlage in Deutschland – der Cornelsen Verlag (Berlin), der Ernst Klett Verlag (Stuttgart) und der Westermann Verlag (Braunschweig) – teilen 90 % des gesamten Schulbuchmarktes unter sich auf. Die restlichen 10% des Schulbuchmarktes bestehen aus zirka 70 unabhängigen Schulbuchverlagen, wie zum Beispiel dem Stark Verlag (Hallbergmoos), dem Mildenberger Verlag (Offenburg), dem Schneider Verlag (Hohengehren) oder dem Wochenschau Verlag (Schwalbach/Ts.). Eine Übersicht aller Schulbuchverlage und Anbieter von Bildungsmedien findet sich auf den Seiten des Deutschen Bildungsservers. Die meisten Verlage bieten auf ihren Homepages verschiedenes Material und Arbeitsblätter für den Unterricht zum kostenlosen Download an.

Schulbücher für den Unterricht in staatlichen Schulen müssen in Deutschland durch das Kultusministerium genehmigt werden. Diese führen auch Schulbuchverzeichnisse der jeweils im Bundesland zugelassenen Schulbücher. Innerhalb dieser Verzeichnisse sind die Schulen frei in der Auswahl ihrer Schulbücher. Eine Übersicht der in den Ländern zugelassenen Schulbücher und Lernmittel findet sich ebenfalls auf den Seiten des Deutschen Bildungsservers.

Zuständig für die Erforschung historisch, politisch und geographisch bedeutsamer Darstellungen in Schulbüchern und anderen schulrelevanten Bildungsmedien ist das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Seine Forschungs- und Transferaktivitäten reflektieren den vielschichtigen Charakter von Schulbüchern ebenso wie soziale und politische Kontexte. Die Erforschung von historischen und modernen Schulbüchern ist laut dem Georg-Eckert-Institut insofern interessant, als dass sie nicht nur „legitimes Wissen“ und wünschenswerte Kompetenzen definieren, sondern auch staatlich bzw. gesellschaftlich gewünschte Identitätsangebote vermitteln. „Sie sind deshalb immer auch ein Politikum und verweisen auf die Kontexte, in denen sie hergestellt, genutzt und verhandelt werden. Schulbücher können ethnische, kulturelle, religiöse oder politische Konflikte auslösen oder abbilden, zugleich aber auch als Instrument der Konfliktbewältigung und Verständigung dienen.“ (Vgl. http://www.gei.de/das-institut.html)

Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung betreibt außerdem das Portal „edumeres- Educational Media Research“, ein internationales Informations- und Kommunikationsportal für wissenschaftliche Forschungsinhalte und -methoden sowie innovativer Wissensgenerierung und -dokumentation zu schulrelevanten Bildungsmedien. Hier kann man beispielsweise im Online-Katalog des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung nach allen Schulbüchern Europas suchen.

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