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Lesevorschlag: Junge Muslime in der Schule – Probleme und Lösungsansätze im interkulturellen Dialog

Ibrahim Turhan und Canan Turhan:

Junge Muslime in der Schule – Probleme und Lösungsansätze im interkulturellen Dialog

Buchcover: Junge Muslime in der Schule

Der Islam gehört zu Deutschland. Das sagt nicht nur Bundespräsident Christian Wulff. Das sieht man auch tagtäglich in Deutschlands Klassenzimmern. Vermehrt sehen sich Lehrer einer wachsenden Zahl muslimischer Kinder und Jugendlicher gegenüber. Eine fremde Kultur, eine nur oberflächlich bekannte Religion und ein anderer Erziehungsstil bringen Missverständnisse und Schwierigkeiten mit sich. Canan und Ibrahim Turhan bündeln Erfahrungen von Lehrern, Pädagogen, Eltern und muslimischen Migranten in einer sachlichen Auseinandersetzung über Schwierigkeiten im Schulalltag. Darüber hinaus definieren sie zentrale Begriffe wie Kultur, Religion und Ethnizität und wenden diese auf die Themenfelder Integration, Identität und Erziehung an. Daraus erwachsen Handlungsoptionen und praktische Tipps für den Schulalltag und die interkulturelle Elternarbeit.

Zu den Autoren:

Canan Turhan ist Schulsozialarbeiterin am Berufskolleg Opladen und leitet Seminare für Erzieher, Lehrer und Pädagogen zu interkulturellen Themen.

Der Sozialpädagoge Ibrahim Turhan arbeitet im Projekt Migration und Berufsorientierung mit Handicap an der Gesamtschule Holweide. Er ist Schulcoach und Interkultureller Gesundheitsmediator.

Erschienen im Tectum Verlag 2011

142 Seiten, Paperback

Preis: 19,90 €

ISBN 978-3-8288-2605-2

Nützliche Apps für Lehrerinnen und Lehrer

Für viele Lehrkräfte gehören Smartphone, iPad oder Tablet-PC bereits zum Standard der Arbeitsorganisation und der Unterrichtsvorbereitung. Doch mobile Endgeräte ermöglichen nicht nur das ortsungebundene (Online-)Arbeiten. Durch die Verwendung dezidierter Schul- bzw. Lern-Apps eröffnen sie engagierten Nutzern überdies eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Doch das Angebot ist sehr unübersichtlich. Denn neben den Apps renommierter Lehrmedienverlage und Software-Hersteller existieren auch unzählige nicht kommerziell produzierte und vertriebene Anwendungen. Die folgende Aufstellung nennt Blogs oder Foren, in denen für Lehrkräfte geeignete Apps empfohlen werden. Auf den jeweiligen Seiten befinden sich Kurzbeschreibungen und die Links zu den erwähnten Apps.

 

Schule Apps ist eine Online-Datenbank für Bildungsapps und liefert eine alphabetisch geordnete Übersicht. Großer Vorteil hier: Interessierte Nutzer können per Stichwortsuche gezielt Anwendungen suchen und finden. Zudem können Lehrkräfte bewährte Apps in die Liste eintragen und diese weiterempfehlen.

Das Portal Lehrerzimmer.org informiert auf breiter Ebene über den „digitalen Schulalltag“. Neben Apps empfiehlt es auch Endgeräte, weiterführende Foren sowie Software. Besonders hilfreich ist der Artikel „Apps, die jeder (Lehrer) braucht“.

Der Lehrer-Blog Medien | Schule | Unterricht führt verschiedene iPad-Apps auf, die vom Autor tatsächlich im Unterricht auf dem iPad Anwendung finden. Eine kurze Erläuterung verdeutlicht Sinn und Zweck der jeweiligen App.

Speziell an User von Android-basierten Geräten richtet sich die Seite 24Android.com. Sie gibt eine kurze handverlesene Übersicht über die besten Android Apps für die Schule.

Unter www.heise.de befindet sich eine Datenbank voller Smartphone Apps mit der Möglichkeit, nach verschiedenen Kriterien zu filtern.

Auch das Portal My Mediastore bietet eine gezielt auf Lehrkräfte zugeschnittene Auswahl an schul- und unterrichtsgeeigneten Apps.

Das Forum examtime empfiehlt neben gängigen Apps wie Formelsammlung, Anwesenheitsliste oder Klassenraum-Manager auch ungewöhnliche digitale Hilfsmittel, wie beispielsweise die App „Too Noisy“, die die Lautstärke im Klassenraum überwacht und bei zu hohem Geräuschpegel ein Signal aussendet.

Auch das iPad Projekt der Waldschule Hatten versorgt unter dem Menüpunkt „Unsere Apps“ Lehrkräfte mit einer Zusammenstellung hilfreicher digitaler Anwendungen.

Buchempfehlung: Föhn mich nicht zu (Stefan Serin)

Dieses Buch werden Sie lieben oder hassen. Es gibt nichts dazwischen. Wenn Sie die Verhältnisse an deutschen Schulen eher positiv sehen, werden Sie es ablehnen und in Bausch und Bogen verdammen; wenn Sie sie kritisch sehen, werden Sie sicher im Kern zustimmen. Der Verfasser, Stefan Serin, beschreibt seine Erlebnisse als Referendar an einer Berliner Schule. Glaubt man ihm alles, was er schreibt, wird man kein Lehrer mehr werden wollen. Er bringt für seinen türkischen Schüler, der zufällig sein Nachbar ist, den Müll weg. Damit dieser im Unterricht weniger stört. Er sagt einer Schülerin, von der er denkt, dass sie ihn anhimmelt, er fände sie „total unattraktiv“. Er lästert über Kollegen und solidarisiert sich mit den Störenfrieden. Darf so jemand überhaupt Lehrer sein? Natürlich sind viele Episoden in seinem Buch überspitzt. Sehr überspitzt. Doch ein wahrer Kern steckt dahinter. Wie kann guter Unterricht heutzutage überhaupt noch gelingen? Bei all den Reformen an Schulen hat die Politik anscheinend die Lehrer vergessen, meint das LehrCare-Team. Was meinen Sie, liebe Leser. Schreiben Sie doch mal einen Kommentar.

(Stefan Serin: Föhn mich nicht zu. Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer. – Reinbek bei Hamburg, 2010 – ISBN: 978-3-499-62670-8)

Peter Struck: Lernen lernen. Bildung und Erziehung nach PISA

Der schiefe Turm von Pisa ist wohl nicht umsonst zum (ungewollten) Wahrzeichen für die PISA-Studien und damit für die gesamte deutsche Bildungslandschaft geworden. Die Schieflage ist mehr als bedrohlich und die Reparaturen an der Fassade helfen da auch nicht wirklich weiter. Und während die einen alles schönreden und jeden noch so kleinen Erfolg aufblasen, nörgeln andere nur herum und hätten es gerne wieder so, wie es früher einmal war. Auf der Strecke bleiben bei diesen politischen Diskussionen aber letztlich die, um die es geht: die Schüler und Studierenden, kurz gesagt unsere Jugend.

Umso dankbarer kann man da für konstruktive Beiträge zur Bildungsdiskussion sein, wie sie etwa vom Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck kommen. Er hat nun einige seiner Kolumnen „Lerneffekte“, die er in der Zeitung „Schleswig-Holstein am Sonntag“ veröffentlicht, in einem kleinen Buch unter dem tiefgründigen Titel „Lernen lernen“ zusammengefasst. Wie müssen Bildung und Erziehung nach PISA aussehen? So lautet die zentrale Frage, die letztlich auf eine gute Zukunft für unsere Schüler zielt. Diesen Beitrag weiterlesen »

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