Archiv für die Kategorie „Infoseiten“

Die Stimme: eines der wichtigsten Arbeitswerkzeuge in Lehrberufen

Eine der größten täglichen Belastungen für Lehrkräfte ist der hohe Lärmpegel im Klassenraum. Denn je mehr Lärm vorherrscht, desto mehr Kraft ist nötig, diesen mithilfe der Stimme zu regulieren bzw. einzudämmen. Dies geht zulasten der eigenen Ressourcen und schließlich der eigenen Gesundheit.

Ein Weg, die Stimme schonend einzusetzen, ist die Anwendung der richtigen Sprechtechnik. Dies beinhaltet unter anderem das Vermeiden von Atemfehlleistungen, zu hoher oder geringer Sprechspannung, Rückverlagerungen oder Nuscheln. Viele Lehrkräfte sprechen zudem zu laut oder zu hoch oder versuchen, die Schülerinnen zu übertönen, wenn der Lärmpegel steigt. Lehrkräfte, die an sich selbst stimmliche Schwächen bemerken, können sich beispielsweise von Stimmtherapeutinnen/-coaches oder professionellen Gesangstherapeut*innen trainieren lassen. Einen Überblick gibt die Suchfunktion auf den Seiten des Deutschen Bundesverbands für Logopädie e.V.

Die eigene Stimme evaluieren

Eine Methode, die Leistungsfähigkeit der eigenen Stimme einzuschätzen, ist die Ermittlung des sogenannten Voice Handicap Index (VHI). Dieser evaluiert auf einer vierstufigen Skala den Schweregrad einer potenziellen Stimmstörung und das Handicap des/der Betroffenen. Ermittelt wird der VHI per Fragebogen. Jedoch ist es unbedingt ratsam, ernsthafte stimmliche Probleme medizinisch abklären zu lassen, etwa von Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen oder Stimmärztinnen (Phoniater*innen).

Tipps zum schonenden Umgang mit der Stimme

  • Lärm im Klassenraum nicht zwangsläufig mit stimmlicher Kraft begegnen, sondern nonverbale Signale zum „Runterkühlen“ einführen. Beruhigende, möglichst vorab als verbindlich eingeführte Gesten können hier helfen, mitunter auch längeres Schweigen vonseiten der Lehrkraft. Oder diese stellt sich demonstrativ in die Nähe im Unterricht besonders lauter Schüler*innen, die dann in der Regel schnell merken, was Sache ist.
  • Bei der Unterrichtsplanung auch Ruhephasen einkalkulieren, in denen die Stimme Zeit zum Regenerieren hat.
  • Vor Beginn eines Unterrichtstages (beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit) „einsprechen“. Das lässt die Stimme warmlaufen und vermeidet den stimmlichen „Kaltstart“.
  • Aneignen von gezielten Atem- und Sprechtechniken, ggf. mit professioneller Hilfe von Sprachtherapeut*innen.
  • Die Stimmlage generell nicht zu hoch ansetzen.
  • Deutlich und klar artikuliert sprechen. Schnelles, undeutliches Sprechen führt zu erhöhter Stimmbelastung.
  • Den Klassenraum regelmäßig lüften.
  • Regelmäßig und ausreichend trinken. Doch Vorsicht: Kaffee und Schwarzer Tee trocknen aus, Milch kann verschleimen.
  • Nach Möglichkeit die Umgebungsgeräusche auf ein Minimum reduzieren.

Termine 2023: Messen, Kongresse, Versammlungen für Lehrkräfte und Erzieher*innen (Stand: Dezember 2022 )

Welche wichtigen Großveranstaltungen im Bildungssektor finden 2023 statt? Welche sind in Präsenz bzw. online geplant? Eine erste Übersicht (ohne Anspruch auf dauerhafte Gültigkeit).

Eduregio
Auf der Eduregio treffen Lehrkräfte und schulische Führungskräfte auf Akteure aus der Bildungsmedienlandschaft. Kern der Veranstaltung ist ein umfangreiches Fortbildungsprogramm. Die Veranstaltung findet 2023 erstmals statt und wurde vom Verband Bildungsmedien e. V. initiiert.
Termin: 10.–11. Februar 2023, Düsseldorf

Bildungsmesse Didacta
Gegliedert in die drei Bereiche Frühe Bildung, Schule und Qualifizierung bietet die didacta den bundesweit größten Einblick in Entwicklungen, Angebote und Medien im Bildungsbereich. Neben der Ausstellung gibt es ein umfassendes Veranstaltungsprogramm. Die Messe ist als Präsenzveranstaltung geplant.
Termin: 07.–11. März 2023, Stuttgart

Leipziger Buchmesse
Für Kinder und Jugendliche, aber auch Pädagog*innen gibt es auf der als Präsenzveranstaltung geplanten Leipziger Buchmesse ein vielseitiges Lesungsprogramm sowie den eigenen Messebereich „Fokus Bildung“. Lehrkräfte haben die Möglichkeit, auf der Messe an Fortbildungen teilzunehmen. Im Zentrum des Programm Bereichs Bildung stehen die Themen Leseförderung und Medienbildung.
Termin: 27.–30. April 2023, Leipzig

Learntec
Die Learntec gilt als größte Veranstaltung für digitale Bildung in Schule, Hochschule und Beruf. Sie ist gegliedert in die drei Fachbereiche Digitales Lernen in der Schule, Digitales Lernen in der Hochschule und Digitales Lernen im Beruf. Im Messezeitraum findet zudem der Learntec Kongress statt.
Termin: 23.–25. Mai 2023, Karlsruhe

Creativa Dortmund
Die größte Kreativmesse Europas wartet mit einer Ausstellung aller erdenklicher Bastel-, Mal-, Zeichen-, Werk- und Gestaltungsutensilien auf. Besonders interessant ist die Messe für Grundschul-Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher. Die Messe ist als Präsenzveranstaltung geplant.
Termin: 15.–19. März 2023, Dortmund

Deutscher Schulleiterkongress 2023
Die nach eigener Aussage „größte Fachveranstaltung für Schulleitungen im gesamten deutschsprachigen Raum“ bietet Workshops, Vorträge von über 60 Top-Speakern, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und eine Ausstellung zu Produkten und Trends.
Termin: 23.–25. November 2023, Düsseldorf

Besoldungstabellen für verbeamtete Lehrkräfte 2022/2023

Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft werden in der Regel in Anlehnung an die
Entgelttabellen des Öffentlichen Dienstes bezahlt (vgl. Verdienstmöglichkeiten und
Tarifverträge für Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft
). In manchen Fällen, beispielsweise bei Funktionsstellen, beim Ausscheiden oder der Beurlaubung vom Beamtenstatus, lohnt es sich, bei Gehaltsverhandlungen mit der Schule bzw. dem Träger auch die Einordnung in die jeweilige Besoldungstabelle für verbeamtete Lehrkräfte zu kennen. Über die unterschiedlich ausfallenden Zulagen, Zuschläge und Prämien für verbeamtete Lehrkräfte informiert das Bundesbesoldungsgesetz (BbesG).

Einordnung von Lehrkräften in Besoldungsgruppen

Im staatlichen Schuldienst fällt die Besoldung verbeamteter Lehrkräfte in die Hoheit der Länder. Die Besoldung erfolgt dementsprechend in der Regel nach verschiedenen Landesbesoldungsordnungen für Beamte. Auch wenn jedes Bundesland eigene, von den unten aufgeführten Besoldungsgrundsätzen abweichende Regelungen hat, lassen sich Lehrkräfte allgemein in folgende Besoldungsgruppen einordnen:

A 12: Lehrkräfte in der Primarstufe oder Sekundarstufe I (an Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen und Gymnasien)

A 12Z: Konrektor*in an Grundschulen oder kleinen Hauptschulen

A 13: Grundschullehrkräfte in einigen Bundesländern, Realschullehrkräfte, Sonderschullehrkräfte oder Lehrkräfte an der Sek. I im 1. Beförderungsamt,
Rektorinnen an Grundschulen oder Konrektorinnen an Hauptschulen (Anmerkung: Seit 2022 sollen Grundschullehrkräfte schrittweise in A13 eingruppiert werden. Zum Stand der Dinge vgl. diese Übersicht: https://www.gew.de/ja13/a13-stand-der-dinge

A 13Z: Lehrkräfte in der Sekundarstufe II (an Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs), Studienrätinnen, Konrektorinnen an größeren Hauptschulen oder Rektor*innen an kleinen Hauptschulen

A 14: Rektorinnen an großen Grund- oder Hauptschulen, Konrektorinnen an Real- oder Sonderschulen, Oberstudienrät*innen, Abteilungsleitende an Gesamtschulen

A 14Z: Funktionsstellen mit Zulage

A 15: Rektorinnen an Real- oder Sonderschulen, Studiendirektorinnen

A 15Z: stellv. Schulleitende an Gymnasien, Berufskollegs oder Gesamtschulen

A 16: Oberstudiendirektorinnen, Schulleiterinnen an Gymnasien, Berufskollegs oder Gesamtschulen

Aktuelle Beamtenbesoldung nach Bundesländern

Beamtenbesoldung Baden-Württemberg 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Baden-Württemberg 2023

Beamtenbesoldung Bayern 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Bayern 2023

Beamtenbesoldung Berlin 2023
gültig ab 01.12.2022
Besoldungsrechner Berlin 2023

Beamtenbesoldung Brandenburg 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Brandenburg 2023

Beamtenbesoldung Bremen 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Bremen 2023

Beamtenbesoldung Hamburg 2021
gültig 01.01.2021 – 30.09.2021
Besoldungsrechner Hamburg 2021

Beamtenbesoldung Hessen 2022/2023
gültig 01.08.2022 – 31.07.2023
Besoldungsrechner Hessen 2022

Beamtenbesoldung Mecklenburg-Vorpommern 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Mecklenburg-Vorpommern 2023

Beamtenbesoldung Niedersachsen 2023
gültig 01.12.2022 – 31.12.2022
Ab 01.01.2023
Besoldungsrechner Niedersachsen 2023
Ab 01.01.2023

Beamtenbesoldung Nordrhein-Westfalen 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Nordrhein-Westfalen 2023

Beamtenbesoldung Rheinland-Pfalz 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Rheinland-Pfalz 2023

Beamtenbesoldung Saarland 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Saarland 2023

Beamtenbesoldung Sachsen 2023
gültig ab 01.12.2022
Besoldungsrechner Sachsen 2023 (Prognose)

Beamtenbesoldung Sachsen-Anhalt 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Sachsen-Anhalt 2023

Beamtenbesoldung Schleswig-Holstein 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Schleswig-Holstein 2023

Beamtenbesoldung Thüringen 2023
gültig 01.12.2022 – 31.12.2022
Ab 01.01.2023
Besoldungsrechner Thüringen 2023 (Prognose)

Weitere Links
Auf dem Portal des Öffentlichen Dienstes befindet sich ein aktuelles, gut besuchtes Forum, verschiedene Gehaltsrechner und eine hilfreiche Linksammlung. Sämtliche Informationen in obigem Artikel stammen, wenn nicht gesondert ausgewiesen, von dieser Quelle. Alle Angaben ohne Gewähr.

Nützliche Apps für Unterricht, Vorbereitung und Selfcare (Stand: November 2022)

Die Bandbreite von Apps für den Einsatz in der Schule ist gewaltig. Neben den Apps renommierter Lehrmedienverlage und Software-Hersteller existieren auch unzählige nicht kommerziell produzierte und vertriebene Anwendungen. Die folgende Aufstellung empfiehlt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit –Blogs und Portale, die verschiedene für Lehrkräfte geeignete Apps einem Praxistest unterzogen haben.

  • Sehr hilfreich ist das Portal von Digitale-Schule.net. Denn es hat die verschiedenen empfohlenen Apps thematisch sortiert – inklusive Suchfunktion.
  • Der Blog Medien | Schule | Unterricht führt verschiedene iPad-Apps auf, die vom Autor tatsächlich im Unterricht auf dem iPad Anwendung finden. Eine kurze Erläuterung verdeutlicht Sinn und Zweck der jeweiligen App.
  • Eine Auflistung eigens getesteter Tools für Planung, Organisation und Zeitmanagement (vor allem auf Schüler*innenseite) liefert Sofatutor.
  • Speziell an User von Android-basierten Geräten richtet sich die (eher kommerziell ausgerichtete) Seite 24Android.com. Sie gibt eine kurze Übersicht über die besten Android Apps für die Schule.
  • Eine riesige Datenbank voller Smartphone Apps bietet www.heise.de. Zudem gibt es hier die Möglichkeit, nach verschiedenen Kriterien bzw. Themen zu filtern.
  • Die App-Auflistung im Forum examtime ist zwar schon einige Jahre alt, sie empfiehlt jedoch noch immer auch einige ungewöhnliche digitale Hilfsmittel, wie beispielsweise die App „Too Noisy“, die die Lautstärke im Klassenraum überwacht und bei zu hohem Geräuschpegel ein Signal aussendet.
  • Das iPad Projekt der Waldschule Hatten versorgt unter dem Menüpunkt „Unsere Apps“ Lehrkräfte mit einer Zusammenstellung hilfreicher digitaler Anwendungen. Allesamt von Schüler*innen erprobt.
  • Die GEW hält eine Seite mit App-Empfehlungen speziell für die Grundschule bereit – sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte.

Energiesparen in der Schule

Wie lässt sich die Heizung regulieren? Welche Leuchtmittel befinden sich in den Lampen? Welche Geräte sind Stromfresser? Mit Fragen des Energieverbrauchs in der Schule werden Lehrkräfte in der Regel eher selten konfrontiert. Denn um die Gebäudetechnik und die Versorgung mit Heizung, Strom und Leuchtmitteln kümmern sich in der Regel die Kommunen. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es dennoch für schulisches Personal, sich in Sachen Energiesparen zu engagieren?

  • Energieberatung beauftragen: Über die Kommune (bzw. den Schulträger) kann ein*e unabhängige*r Energieberater*in beauftragt werden. Er oder sie spürt Energiefresser auf und empfiehlt Handlungsmöglichkeiten.
  • Mit der Heizungsregulierung vertraut machen: Wird die Heizung zentral geregelt oder gibt es in der Schule bzw. in einzelnen Räumen die Möglichkeit, selbst zu regeln? Alle Mitarbeiter*innen der Schule sollten mit der Heizung vertraut gemacht werden.
  • Nur Stoßlüften, keine Kippstellung: Aufgrund von Corona ohnehin ratsam: regelmäßiges Stoßlüften, idealerweise so, dass im ganzen Raum einmal Durchzug entsteht. Danach Fenster wieder schließen. Nicht kippen! Gekippte Fenster liefern nur wenig Lüftwirkung, kühlen aber die Wände stark aus.
  • Heizung früher als sonst herunterfahren: Vor Wochenenden, Ferien oder Feiertagen die Heizung schon eine Weile vor Unterrichtsende ausschalten bzw. drosseln. Selbst nach dem Ausschalten heizt sie noch eine bestimmte Zeit lang nach. Diese Nachwärme sollte noch genutzt werden.
  • Bewegungsmelder einbauen: In Fluren, Toiletten, im Keller oder anderen Räumen muss nicht permanent das Licht brennen. Abhilfe schaffen Bewegungsmelder.
  • Stand-by ausschalten: Geräte, die nicht permanent im Einsatz sind, immer komplett ausschalten. Gibt es keinen Ausschaltknopf: Stecker ziehen.
  • Licht aus nach Verlassen der Klasse: Wird ein Raum zum Unterrichtsschluss, zur Pause oder zum Raumwechsel verlassen: immer das Licht ausschalten.
  • „Energiewächter*innen nominieren: Im wöchentlichen Wechsel können in jeder Klasse zwei Energiewächter*innen ernannt werden, die sich um die Einhaltung der (vorher gemeinsam besprochenen) Energiesparmaßnahmen kümmern.

Energiesparen als Unterrichtsthema

Ob in Physik, Chemie, Wirtschaft oder Ethik: Das Thema Energiesparen lässt sich sehr gut in den Unterricht integrieren. Hier einige Websites mit Anregungen:

Kommerzielle Beratung

Einige Energieberatungen haben sich auf die Belange von öffentlichen Gebäuden und/oder Bildungseinrichtungen spezialisiert. Hier eine Auswahl:

Klassenfahrten – ein Leitfaden für Lehrkräfte (Stand: Oktober 2022)

Ob Abschlussfahrt, Bildungsausflug oder mehrtägige Exkursion: Rein rechtlich gesehen sind Klassenfahrten für Lehrkräfte Dienstreisen. Sie zu organisieren und durchzuführen, gehört zu den dienstlichen Pflichten von Lehrerinnen und Lehrern.
Wohin die Reise geht, welchen Bildungsauftrag sie erfüllen soll und welches Budget sie umfassen darf, wird je nach Schule und Klassenstufe geregelt. Für Lehrkräfte ist, vor allem, wenn sie noch über wenig Erfahrung in Sachen Klassenfahrt verfügen, wichtig zu wissen, wo genau ihre Rechte und Pflichten liegen und in welchen Gesetzesgrundlagen sie relevante Informationen finden.

Teilnahmepflicht an der Klassenfahrt?

Ein häufiger Streitfall bei anstehenden Klassenfahrten ist die Frage, ob eine Schülerin zur Teilnahme verpflichtet ist. Grundsätzlich gilt übereinstimmend in allen länderspezifischen Gesetzen: Die Teilnahme an Klassenfahrten ist Pflicht. Aus besonderen Gründen ist jedoch eine Befreiung von der Pflicht zur Teilnahme möglich. Die Entscheidungsgewalt hierüber liegt bei der Schulleitung. Von der Teilnahmepflicht befreite Schülerinnen oder Schüler haben jedoch während des Zeitraums der Klassenfahrt nicht frei, sondern müssen in einer anderen Klasse am Unterricht teilnehmen.

Aufsichtspflicht der Lehrkräfte

Der Umfang der Aufsichtspflicht richtet sich zunächst nach dem Alter der Schülerinnen und Schüler. Während Grundschulkinder lückenlos beaufsichtigt werden sollten, kann dies für ältere Kinder und in jedem Fall für Jugendliche gelockert werden. Für Unternehmungen minderjähriger Jugendlicher in Kleingruppen „auf eigene Faust“ benötigen Lehrkräfte die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.

Jugendschutzgesetz

In Sachen Alkohol- oder Tabakkonsum auf Klassenfahrten ist für Lehrkräfte das Jugendschutzgesetz bindend. Es beinhaltet darüber hinaus auch gesetzliche Regelungen für den Besuch von Gaststätten/Kneipen, Diskotheken, das Abspielen und Betätigen von Filmen und Computerspielen mit Altersfreigabe sowie die Regelungen zum Thema Glücksspiel.

Unfallschutz

Generell sind Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrten gesetzlich unfallversichert, Lehrkräfte sind auf Klassenfahrten entweder im Rahmen der beamtenrechtlichen Unfallfürsorge oder in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Lehrkräfte haben dafür Sorge zu tragen, dass Schülerinnen und Schüler jederzeit im gruppenverband befinden, oder aber dass sie – nach Genehmigung durch die Lehrkraft – von eigenmächtigen Unternehmungen zur verabredeten Zeit wieder zurück sind. Eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung heranwachsender Schülerinnen und Schüler ist Lehrern jedoch nicht zumutbar, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in einem Merkblatt festhält.

Länderspezifische Richtlinien für Schulfahrten

Baden-Württemberg: Außerunterrichtliche Veranstaltung (AuV)
Bayern: Durchführungshinweise zu Schülerfahrten
Berlin: Ausführungsvorschriften zu Veranstaltungen der Schule (AV Veranstaltungen)
Brandenburg: Verwaltungsvorschriften über schulische Veranstaltungen außerhalb von Schulen (VV-Schulfahrten – VVSchulf)
Bremen: Bremer Schulblatt
Hamburg: Richtlinien für Schulfahrten
Hessen: Hessisches Kultusministerium – Schulwanderungen und Schulfahrten
Mecklenburg-Vorpommern: Lernen am anderen Ort
Niedersachsen: Schulfahrten
Nordrhein-Westfalen: Richtlinien für Schulfahrten
Rheinland-Pfalz: Richtlinien für Schulfahrten
Saarland: Richtlinien über Schulwanderungen, Lehrfahrten, Schullandheimaufenthalte und andere außerunterrichtliche Schulveranstaltungen
Sachsen: Schulfahrten
Sachsen-Anhalt: Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten
Schleswig-Holstein: Lernen am anderen Ort
Thüringen: Verwaltungsvorschrift für die Durchführung von Wandertagen und Klassenfahrten

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Programme und Akteure

In Anbetracht von Szenarien wie Klimawandel, Artensterben, Hunger, schwindenden Energieressourcen und rasant wachsender Weltbevölkerung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Sammelbegriff für sämtliche Bildungs- und Handlungsansätze, die Menschen dazu befähigen, die Welt nachhaltig und gerecht zu gestalten. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung konkreter Kompetenzen, sondern auch die Anleitung zu kritischem Denken. Initiiert wurde das Konzept BNE 2015 von der UNESCO. In Deutschland hat der Nationale Aktionsplan BNE die Aufgabe, BNE-Inhalte in allen Bildungsbereichen zu verankern. Folgende Programme und Akteure vermitteln BNE für Schulen und die Frühkindliche Bildung.

Nationaler Aktionsplan BNE im Wortlaut
BNE-Bericht der Bundesregierung 2021

Programme und Akteure

Eine der umfassendsten Übersichten über BNE-Aktivitäten liefert eine Datenbank auf den Seiten des Bundesbildungsministeriums. Sie listet aktuell (Stand: September 2022) insgesamt 272 BNE-Programme und Akteure auf. Die Datenbank ist durchsuchbar nach Bildungsbereich und Handlungsfeld.

Materialien, Ressourcen und Anlaufstellen für Lehrkräfte

Die KMK hält den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bereit. Das Portal „BNE in der Schule“ bündelt sämtliche Informationen zu Zielen und Möglichkeiten von BNE im Schul- und Unterrichtsrahmen. Die gemeinnützige Initiative Engagement Global informiert, berät Privatpersonen, Kommunen sowie Bildungsträger und schult zu Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsthemen.

Gendern in der Schule

Als einen „Sprachwandel im Zeitraffer“ bezeichnet Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung, den aktuellen Diskurs ums Gendern. Er sieht die teils vehementen Diskussionen rund um die Abschaffung des generischen Maskulins als eine normale Ausprägung des Sprachwandels. Und dieser ist nicht neu. Schon in den 1970er-Jahren gab es erste Bestrebungen, die Sprache geschlechtersensibler zu gestalten. Für Lehrkräfte als auch für Schulen im Allgemeinen stellt sich die Frage: Welche Regelungen sind verbindlich und wer vertritt welche Position? Ein Überblick.

Warum gendern?

Ist „nicht mitgenannt“ wirklich „mitgemeint“? Auch wenn die Verwendung von Begriffen wie Steuerberater, Arzt, Gärtner oder Lehrer prinzipiell Frauen mitmeint: Die Zuhörenden assoziieren mit diesen Begriffen zunächst eine männliche Person. Denn sie blenden das aus, was nicht explizit gesagt wird. Dies belegen diverse psycholinguistische Studien, wie ein Artikel auf der Seite Quarks.de veranschaulicht.

Welche Gender-Formen gibt es?

Derzeit (Stand Juni 2022) sind verschiedene sprachliche Gender-Formen gängig, die unterschiedlich stark in die Sprache eingreifen.

Feminisierung: Zusätzlich zur generisch maskulinen Bezeichnung wird die weibliche Form genannt: „Lehrer und Lehrerinnen“ oder „Schülerinnen und Schüler“.

Feminisierung plus Auslassungszeichen oder Großschreibung: Hier werden die durch die Feminisierung entstehenden, oft sperrigen Begriffe per Bindestrich oder durch ein im Wort eingefügtes „I“ (Großbuchstabe) abgekürzt: „Lehrer/-innen“ und „Schüler/-innen“ bzw. „LehrerInnen“ und „SchülerInnen“.

Neutralisierung: Statt geschlechtsdefinierender Bezeichnungen werden neue, neutrale Begriffe verwendet, etwa „Lehrkraft“ bzw. „Lehrende“ oder „Studierende“. Ist grammatikalisch eine solche Konstruktion nicht möglich, kommen Umschreibungen zum Einsatz: „In der Politik Tätige“ oder „Mensch in der Politik“.

Gender-Zeichen: Hier wird zwischen dem männlichen Wort und der weiblichen Endung ein Sonderzeichen eingefügt, nämlich entweder Sternchen („*“), Unterstrich („_“) oder Doppelpunkt („:“). Diese Form des Genderns schließt ausdrücklich auch Personen ein, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen können.

Welche Leitlinien gelten?

Für Schulen verbindlich sind derzeit die 2016 von der KMK herausgebrachten „Leitlinien zur Sicherung der Chancengleichheit durch geschlechtersensible schulische Bildung und Erziehung“. Sie beziehen sich jedoch nicht nur auf die sprachliche Dimension, sondern auf eine allgemeine, auf Chancengleichheit und Geschlechtersensibilität basierende schulische Bildung. Die Übersichtsseite „Gender und Schule“ liefert hierzu Best-Practice-Beispiele.

Lehrkräftegesundheit: Programme und Projekte (Stand: März 2022)

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich der Befund zur Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer hierzulande gravierend verschlechtert, so das Fazit der DAK-Studie „Stimmungsbild: Lehrergesundheit in der Corona-Pandemie“ aus dem Jahr 2020. Jede vierte Lehrkraft ist demnach Burnout-gefährdet. Zu den weiteren Belastungen von Lehrkräften gehören Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, erhöhte Reizbarkeit bis hin zu massiven psychischen Störungen sowie Depressionen. Die Gesundheit des Lehrpersonals rückt daher immer mehr in den Fokus des Interesses.

Materialien und Anlaufstellen

Die Kultusministerkonferenz hat bereits 2012 umfangreiche „Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule“ herausgegeben. Zudem gibt es diverse länderspezifische Programme – sowohl präventiver als auch therapeutischer Art. Nicht zuletzt haben sich auch einige kommerzielle Anbieter auf die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit von Lehrkräften spezialisiert. Ein Überblick.

Baden-Württemberg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

  • Lehrergesundheit – Betriebliches Gesundheitsmanagement an den öffentlichen Schulen in MV

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Trainings von kommerziellen Anbietern

  • Das Portal Lehrergesundheit.eu wird betrieben von einem interdisziplinären Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, darunter Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Lehrkräfte aus der schulischen Praxis. Das Team bietet verschiedene Trainings, SchilFs, Workshops sowie Coaching an.
  • Die Raabe Akademie bietet sowohl schulinterne als auch Online-Lehrerfortbildungen zu spezifischen Themen rund um die Lehrergesundheit. Dazu gehören beispielsweise Stressbewältigung, Zeitmanagement, Konflikttraining, Mobbing-Prävention.
  • Auf der Website des Cornelsen Verlags widmet sich das Magazin Themen rund um Lehreralltag und Lehrergesundheit. Es gibt Anregungen zur Bewältigung der täglichen Anforderungen, versorgt Lehrkräfte mit Hintergrundinformationen, vermittelt Achtsamkeitsübungen und gibt Literaturtipps.
  • AGIL ist ein wissenschaftlich fundiertes Training zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer. Dabei steht „AGIL“ für „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“.

Ukraine-Krieg: Infos und Materialien für Lehrkräfte

Angesichts des Krieges in der Ukraine sprechen sich pädagogische Verbände dafür aus, die Thematik im Unterricht aufzugreifen. Das Ziel ist, Antworten auf Fragen zu geben, Ängste zu nehmen und eventuelle Missverständnisse auszuräumen. Zahlreiche Anlaufstellen bieten geeignete Materialien für die Verwendung im Unterricht an. Eine Übersicht:

  • Sehr umfangreich und mit zahlreichen praktischen Tipps für die Umsetzung ist die Handreichung der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz
  • Der Hamburger Bildungsserver hat eine Reihe von Materialien für unterschiedlichste Altersklassen zusammengestellt, darunter zahlreiche Links zu kindergeeigneten Nachrichtenportalen
  • Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg stellt wichtige Hintergrundinformationen zum Ukraine-Krieg zur Verfügung.
  • Die Seiten der UNICEF liefern unter anderem einen Überblick über die aktuelle Situation der Kinder in der Ukraine
  • Die Kinder-Nachrichtensendung „logo“ hält – neben der TV-Sendung – auch eine umfangreiche Website mit Filmen und Informationen bereit.
  • Auch HanisauLand, das Kinder-Portal der Bundeszentrale für politische Bildung, geht auf den Krieg ein. Es erläutert darüber hinaus wichtige Begriffe wie Völkerrecht oder Souveränität.
  • Der Betzold Verlag thematisiert auf seiner Seite die Frage, wie Lehrkräfte mit Schülerinnen und Schülern angemessen über den Krieg sprechen können.
  • Die Suchmaschine „Frag Finn“ wendet sich an Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren und hat anlässlich des Krieges Informationen für Kinder als auch Eltern zusammengestellt

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