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Gewalt gegen Lehrkräfte – was können Betroffene tun?

Die Zahl der gewalttätigen Angriffe auf Lehrkräfte hat in den letzten Jahren zugenommen. Ausübende sind dabei nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern vermehrt auch Erziehungsberechtigte. Um die sich mehrenden Meldungen dieser Art mit Zahlen zu untermauern, hat der Verband Bildung und Erziehung e.V. 2017 eine bundesweite Studie in Auftrag gegeben.

Fazit: Von den insgesamt 1.200 befragten Schulleiterinnen und Schulleitern bestätigten 48 Prozent, dass es in den letzten fünf Jahren an ihrer Schule Fälle von psychischer Gewalt gab. Dazu zählen direkte Beschimpfungen, Bedrohungen, Beleidigungen oder Belästigungen. Von gewaltvollen Handlungen über das Internet berichteten 20 Prozent der Schulleitungen.

Doch welche Maßnahmen sind bei derlei tätlichen Angriffen zu ergreifen bzw. wohin können sich betroffene Lehrkräfte und/oder Schulleitungen wenden?

Die Seite „Polizei Dein Partner“ fasst Hintergrundinformationen und Tipps zum Thema Prävention zusammen. Dabei geht das Portal speziell auch auf das Thema Gewalt an der Schule sowie auf die Situation von Lehrerinnen und Lehrern ein.

Der Verein Bundesarbeitsgemeinschaft Lehrer gegen Mobbing besteht seit 1996 und kann mittlerweile durch reichhaltige Erfahrungen Betroffene in aktuellen Problemsituationen professionell beraten und begleiten. Auf der Website des Vereins finden sich neben ersten Anmerkungen zum Thema Mobbing gegen Lehrkräfte wertvolle Hinweise zu Fortbildungen, Links und Medien sowie wichtige Ansprechpartner.

Tresselt.de ist ein Online-Infoportal für Lehrer, Lehramtsanwärter und Schulleiter. In ausführlichen Artikeln berät und informiert es über schulrelevante Themen, unter anderem auch über das Thema Gewalt.

Die kostenlos downloadbare Broschüre „Das Tabu brechen – Gewalt gegen Lehrkräfte, herausgegeben 2017 vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), informiert ganz konkret über die notwendigen Schritte nach einem gewaltvollen Übergriff.

Die Bezirksregierung Münster hat den Ratgeber „Gewalt gegen Lehrkräfte“ herausgegeben. Durch ausgewählte Fallbeispiele sollen Lehrkräfte Anregungen bekommen, welche Reaktionen in bestimmten kritischen Situationen hilfreich sein könnten.

Auf einen Blick: Lehrpläne der Bundesländer (Stand: Februar 2020)

Allgemeinbildende Privatschulen, die den Status einer sogenannten Ersatzschule haben, sind genau wie staatliche Schulen an die jeweils landesgültigen Lehrpläne gebunden. Unter Ersatzschulen versteht man Privatschulen, also Schulen in Freier Trägerschaft, die Bildungsgänge oder Abschlüsse anbieten, die so oder vergleichbar auch an staatlichen Schulen angeboten werden. Sie „ersetzen“ also eine staatliche Schule. Folgende Übersicht liefert die Anlaufstellen für die aktuellen Lehrpläne der jeweiligen Bundesländer.

Übersicht der Lehrpläne der einzelnen Bundesländer

Lehrpläne Baden-Württemberg Herausgeber ist das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL)

Lehrpläne Bayern Herausgeber ist das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

Lehrpläne Berlin Herausgeber ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Lehrpläne Brandenburg Herausgeber ist das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)

Lehrpläne Bremen Herausgeber ist das Landesinstitut für Schule Bremen

Lehrpläne Hamburg Herausgeber ist die die Behörde für Schule und Berufsbildung

Lehrpläne Hessen Herausgeber ist das Hessische Kultusministerium

Lehrpläne Mecklenburg-Vorpommern Herausgeber ist das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Lehrpläne Niedersachsen Herausgeber ist das Niedersächsische Kultusministerium

Lehrpläne Nordrhein-Westfalen Herausgeber ist QUA-LIS NRW (Qualitäts- und Unterstützungsagentur Landesinstitut für Schule)

Lehrpläne Rheinland-Pfalz Herausgeber ist das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland-Pfalz

Lehrpläne Saarland Herausgeber ist das Saarländische Kultusministerium

Lehrpläne Sachsen Herausgeber ist das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung

Lehrpläne Sachsen-Anhalt Herausgeber ist das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA)

Lehrpläne Schleswig-Holstein Herausgeber ist das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

Lehrpläne Thüringen Herausgeber ist das Minsterium für Bildung, Jugend und Sport

Tipp: Über die Lehrplan-Datenbank der KMK besteht die Möglichkeit, zielgenau nach den Suchkriterien Land, Schulart, Bildungsbereich, Fach, Jahrgangsstufe, Lehrplantitel, Einführungsjahr Abfragen durchzuführen.

Quelle: Kultusministerkonferenz https://www.kmk.org/

Steuertipps für Lehrkräfte (Stand: 2020)

Lehrkräfte müssen für die sachgemäße Vor- und Nachbereitung ihres Unterrichts immer wieder Ausgaben tätigen. Diese sogenannten „berufsbedingten Aufwendungen“ werden im Falle von Lehrerinnen und Lehrern zu einem großen Teil als ebensolche anerkannt und können zu deutlichen Steuersenkungen führen. Wichtig ist stets: Der Bezug zur beruflichen Verwendung muss klar erkennbar sein.

Fachliteratur: Unter Fachliteratur fallen bei Lehrkräften pädagogische oder andere Fachzeitschriften, die zur persönlichen beruflichen Weiterbildung dienen. Klar berufsbezogen – und damit steuerlich relevant – sind auch im Unterricht verwendete Lektüren, also beispielsweise Bestseller. Da sich hier jedoch eine Grauzone auftut, ist es sinnvoll, die rein berufliche Verwendung beispielsweise eines Jugendbuchs in der Steuererklärung schriftlich zu begründen. Wichtig: Kaufbelege von Büchern müssen immer den vollen Titel enthalten. Die Angabe „Fachbuch“ auf der Quittung genügt nicht.

Kommunikationsaufwendungen: Hierzu zählen Telefon- und Internetkosten vom heimischen Anschluss. Ein pauschaler Betrag von 20 Euro pro Monat wird dabei meist als Werbungskosten ohne Einzelnachweis anerkannt.

Büromaterialien und Arbeitsmittel: Hierzu gehören sämtliche Schreibutensilien, Druckerpapier, Hefter und Ordner, Druckerpatronen, Kopierkarten, Taschenrechner, beruflich genutzter PC/Laptop/Tablet sowie Aktentaschen bzw. Schultaschen.

Arbeitszimmer und Einrichtung: Hier sind Lehrkräfte gegenüber anderen Berufsgruppen klar im Vorteil: Sofern das häusliche Arbeitszimmer in die Wohnung eingebunden ist und nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird, ist es steuerlich absetzbar. Detaillierte Infos im Blog-Beitrag „So setzen Lehrkräfte das heimische Arbeitszimmer steuerlich ab“.

Fahrtkosten: Für Fahrten zwischen Wohnort und Schule können Lehrkräfte bei der Steuererklärung pro Arbeitstag für jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke 30 Cent Fahrtkosten geltend machen. Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel können – falls diese höher sind – die tatsächlichen Fahrtkosten abgesetzt werden. Hierfür müssen jedoch die entsprechenden Belege (= Fahrkarten) vorgelegt werden.

Fortbildungen und Beiträge: Sowohl die Kosten von Maßnahmen an sich, als auch dafür anfallende Fahrt- und ggf. Übernachtungskosten können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Voraussetzung: Die Maßnahme muss der Lehrtätigkeit dienen (beispielsweise Schulung zu pädagogischen Methoden oder Technikneuerungen). Auch Mitgliedsbeiträge, etwa zu Berufsverbänden, sind steuerlich relevant.

Quellen:

  • http://dlg-lohnsteuer.de/mitgliedschaft/steuertipps/steuertipps-fur-lehrer/
  • https://www.betzold.de/blog/steuer/

Mobbing: 10 Anlaufstellen für Lehrkräfte und Betroffene

Die Bezeichnung „Mobbing“ umfasst alle Formen von Gewalt – sowohl psychischer als auch physischer Art, ausgeübt durch einen oder mehrere Personen, denen das Opfer wiederholt und über längere Zeit ausgesetzt ist. Neben der Arbeitsstelle ist die Schule Hauptschauplatz von Mobbing.

Wie die Dokumentation „Mobbing an Schulen“ des Deutschen Bundestags aus dem Jahr 2018 zeigt, waren zum Umfragezeitpunkt hierzulande rund 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen bereits einmal Opfer von Mobbing oder Cybermobbing. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche wirksame Präventions-Kampagnen, jedoch zeigen Studien auch, dass Betroffene selbst aktiv werden müssen, um den Belastungen standzuhalten bzw. sie abzuwehren. Folgende Anlaufstellen bieten Rat und Hilfe für Betroffene als auch für Lehrkräfte.

  • Mobbing in Schulen: Infoseite zu Mobbing mit Hinweisen zu rechtlichen Grundlagen, Schulkonzepten und pädagogischen Handlungsansätzen
  • Mobbing-Selbsthilfe: Portal einer Mobbing-Selbsthilfegruppe mit Tipps auch zu Hilfestellungen durch Krankenkasse, Berufsgenossenschaft etc.
  • Fachforum Mobbing: Umfangreiches Portal, u.a. mit Verzeichnis regionaler Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen für Betroffene
  • Forum gegen Mobbing: Sehr aktives, stark frequentiertes und moderiertes Online-Forum zu verschiedensten Formen und Schauplätzen von Mobbing.

Digitalisierung – 27 Anlaufstellen für Informationen

Der Digitalpakt Schule stellt finanzielle Mittel für eine digitale Infrastruktur an Schulen bereit. Die Länder hingegen sind zuständig für die administrative Umsetzung des Digitalpakts. Sie stellen sicher, dass die Schulen medienpädagogische Konzepte erstellt haben und prüfen, ob bei den Antragstellern (in der Regel Kommunen als Schulträger und freie Schulträger) Konzepte zur Sicherstellung von Betrieb, Support und Wartung vorliegen. Überdies sind die Länder zuständig für die Qualifizierung von Lehrkräften – von Lehrerbildung über das Referendariat bis hin zur Weiterbildung. Folgende Anlaufstellen informieren und unterstützen bei der Annäherung an das Thema digitale Bildung:

  • Bundesbildungsministerium: Infoseite zum Digitalpakt Schule. Hier finden Schulen, Lehrkräfte und Schulträger Antworten auf Fragen rund um Fördergelder, Weiterbildungsmaßnahmen und die empfohlene Verwendung der Gelder.
  • Bundesverband Digitale Bildung: Der Bundesverband Digitale Bildung e.V. ist ein Netzwerk aus Bildungsinstitutionen, Unternehmen, Wissenschaft und Politik. Er wird getragen von der Vision der Digitalen Transformation.
  • Frankfurt EDU: Frankfurt EDU ist eine internationale Plattform für innovative Konzepte, Inhalte und Technologien der Bildungsbranche. In Kooperation mit der Buchmesse Frankfurt.
  • Netzwerk digitale Bildung: Im Netzwerk digitale Bildung sind Akteure aus Schule, Hochschule und Arbeitswelt miteinander verbunden zum Austausch und Wissenstransfer. Für Lehrkräfte besonders interessant ist das separate Netzwerk für engagierte Lehrkräfte, Schulleitungen und Technikkoordinatoren in Schulen.
  • Initiative D21: Die Initiative D21 ist Deutschlands größtes gemeinnütziges Netzwerk für die Digitale Gesellschaft, bestehend aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das Netzwerk unterhält verschiedene Arbeitsgruppen, organisiert Veranstaltungen und veröffentlicht „Lagebilder für die digitale Gesellschaft“.
  • Gesellschaft für digitale Bildung: Kommerzieller Anbieter von Fortbildungen und Trainings zu Themen rund um die digitale Bildung.  Im Zentrum steht dabei die Implementierung von digitalen Endgeräten im Unterricht. Dafür kooperiert die Gesellschaft für digitale Bildung mit entsprechenden Herstellern.
  • Fobizz – Online-Fortbildungen für Lehrkräfte: Kommerzieller Anbieter von online-basierten Fortbildungen für Lehrkräfte, darunter u.a. Themen wie Einsatz digitaler Medien im Unterricht, Grundlagen des Programmierens, Methoden und didaktische Konzepte.
  • Materialsammlung Monitor Digitale Bildung: Die Materialsammlung Monitor Digitale Bildung gibt – als Resultat einer Studie der Bertelsmann Stiftung – Auskunft über den Ist-Zustand an deutschen Bildungsinstitutionen in Sachen digitale Bildung und visualisiert die dafür angesetzten Befragungs-Parameter.
  • Qualitätsoffensive Lehrerfortbildung: Die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist ein Maßnahmenpaket von Bund und Ländern zur Qualifizierung und Weiterbildung von Lehrkräften in Sachen digitale Bildung. Die  Qualitätsoffensive bezieht auch die Curricula der Hochschulen sowie sämtliche Instanzen der Lehrerausbildung ein.
  • Bündnis für digitale Bildung: Engagierter Zusammenschluss aus Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, mit Unterstützung eines Medienberaters. Liefert Erfahrungsberichte, Tipps sowie Einschätzungen aus der täglichen Schulpraxis.

Anlaufstellen in den Bundesländern

Lehrergesundheit – 25 Programme und Projekte

Obwohl Lehrkräfte im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein insgesamt gesundheitsförderlicheres Verhalten aufweisen, treten einige gesundheitliche Beschwerden in dieser Berufsgruppe doch verstärkt auf, so das Fazit einer Untersuchung, veröffentlicht 2015 im Deutschen Ärzteblatt.

Zu den besonderen Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern gehören demnach vor allem Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, erhöhte Reizbarkeit bis hin zu massiven psychischen Störungen, Burnout und Depressionen. Das Thema Lehrergesundheit rückt daher immer mehr in den Fokus des Interesses.

Die Kultusministerkonferenz hat bereits 2012 umfangreiche „Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule“ herausgegeben.

Zudem gibt es diverse länderspezifische Programme – sowohl präventiver als auch therapeutischer Art. Nicht zuletzt haben sich auch einige kommerzielle Anbieter auf die Gesundheitserhaltung bzw. -wiederherstellung von Lehrkräften spezialisiert. Ein Überblick.

  • Baden-Württemberg: Informationsportal zum Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte in Baden-Württemberg sowie Programm zur Lehrergesundheit des Bildungsservers Baden-Württemberg
  • Bremen: GeSA – Gesund am Arbeitsplatz Schule
  • Mecklenburg-Vorpommern: Lehrergesundheit – Betriebliches Gesundheitsmanagement an den öffentlichen Schulen in MV
  • Sachsen: ZAGS – Kompetenzzentrum für Lehrberufe

Trainings von kommerziellen Anbietern

Das Portal Lehrergesundheit.eu wird unterhalten von einem interdisziplinären Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, darunter Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Lehrkräfte. Das Team bietet verschiedene Trainings, SchilFs, Workshops sowie Coaching an.

Die Raabe Akademie bietet schulinterne Lehrerfortbildungen (SchiLf) zu spezifischen Themen rund um die Lehrergesundheit, wie etwa Stressbewältigung, Konflikttraining, Mobbing-Prävention.

Das Portal Cornelsen scook versorgt Lehrkräfte mit Hintergrundinformationen, Literaturtipps, Achtsamkeitsübungen und Anregungen zur Bewältigung der täglichen Anforderungen.

AGIL ist ein Training zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer. Dabei steht „AGIL“ für „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“.

Freie digitale Unterrichtsmaterialien: Open Educational Resources (Stand: Oktober 2019)

Open Educational Resources (OER) sind kostenlose, online erhältliche und für jeden zugängliche Lehr- und Lernmaterialien, die aufgrund freier Lizenzen verwendet und verändert werden dürfen. Der Sammelbegriff OER umfasst neben Texten auch Bilder, Grafiken, Aufgaben, Videos bis hin zu kompletten Lehrbüchern, Kursen, Programmen oder Techniken. Entstanden ist der Begriff Open Educational Resources durch Überlegungen, wie Schwellen- und Entwicklungsländern Bildungsmedien zugänglich gemacht werden können. Seither findet er sich auch im Sprachgebrauch öffentlicher Institutionen, wie etwa der UNESCO.

Die Bemühungen um einen Zugriff benachteiligter Länder zu Bildungsressourcen wurden schließlich 2012 in der Pariser Deklaration festgehalten. Deren Ziel ist es, die UNESCO-Mitgliedsstaaten aufzufordern, über OER zu informieren und diese zu verbreiten. Eine 2013 erschienene Broschüre der UNESCO informiert ausführlich über Wesen und Funktionsweise der OER.

Eindeutige Rechtslage

Während herkömmliche, im Internet frei (und kostenlos) auffindbare Materialien nicht per se zur weiteren Verwendung gedacht sind, werden OER von den jeweiligen Urhebern unter eine spezielle Lizenz gestellt, die es anderen explizit erlaubt, diese Materialien zu nutzen und nach ihren Bedürfnissen zu verändern. Für Lehrkräfte hat dies den entscheidenden Vorteil, dass sie sich rechtlich auf sicherem Terrain bewegen – und nicht in einer Grauzone. Mit den sogenannten Creative Commons-Lizenzen zeigt ein Urherber jedoch lediglich an, dass seine Materialien frei verwendet werden dürfen. Das Urheberrecht bleibt bestehen.

Unterschiedliche Arten von Lizenzen

Insgesamt werden vier Arten von Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) unterschieden, die jeweils unterschiedliche Rechte einräumen.

  • CC BY: Auf diese Weise gekennzeichnete Materialien können frei verwendet, verändert und wieder veröffentlicht werden. Der ursprüngliche Urheber und die Quelle müssen jedoch genannt werden.
  • CC SA („share alike“): Bei dieser Kennzeichnung müssen veränderte Versionen des Ursprungsmaterials bei erneuter Veröffentlichung wieder mit derselben Lizenz veröffentlicht werden.
  • CC NC („non commercial“): Diese Lizenz verbietet die kommerzielle Nutzung des Materials.
  • CC ND („no derivates“): Material mit dieser Lizenz darf zwar weitergegeben und wieder veröffentlicht werden, Veränderungen sind allerdings nicht erlaubt.

OER suchen und finden

Die bekannteste Adresse für Wissen mit CC-Lizenz ist Wikipedia. Hier ist ausschließlich frei verfügbares Material enthalten. Zudem kann auf der Seite www.oercommons.org/ gezielt nach freien Bildungsmaterialien gesucht werden. Sie enthält jedoch zum Großteil Verweise auf englischsprachige Seiten.

Um per Google Inhalte mit CC-Lizenzen auffinden zu können, ist die Zuhilfenahme der „Erweiterten Suche“ notwendig. Hier können im Abschnitt „Ergebnisse eingrenzen“ die gewünschten Nutzungsrechte ausgewählt werden.

Auch auf YouTube ist die Suche nach Filmen mit CC-Lizenz möglich. Hierfür geben User zunächst einen Suchbegriff ein und aktivieren dann einen entsprechenden Filter (oberhalb des ersten angezeigten Videos).

OER – den Einstieg finden

Einen guten Einstieg ins Thema „OER verwenden in der Schule“ bietet die Seite OER kompakt, federführend verwaltet vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU). Neben einer Materialiensammlung inkl. Suchfunktion gibt es hier auch mehrere Erklärvideos zu OER.

Sehr fundiert, aber mit nicht ganz so engem schulischen Bezug informiert die Seite OERinfo der Informationsstelle Open Educational Resources.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung hält eine umfangreiche Informationsseite über OER parat.

OER zu einzelnen Fachgebieten

Gewaltprävention – zehn Maßnahmen und Projekte

Mit welchen Formen von Gewalt sind Schulen konfrontiert und wie kann sinnvolle Prävention aussehen? Diese Frage erörterten im Herbst 2018 über 50 Experten auf einer Fachtagung im nordrhein-westfälischen Schulministerium. Die Essenz des Kongresses wurde nun in einem 10-Punkte-Präventionsplan zusammengefasst und Mitte Mai in Nordrhein-Westfalen als „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“ vorgestellt.

Die zehn Punkte

  1. Beobachten und evaluieren: Um künftig schneller und effizienter auf Gewaltphänomene reagieren zu können, sollen mittels eines wissenschaftlichen Forschungsauftrags Daten zu Gewaltvorkommen und -ursachen an Schulen erhoben und Präventionsmaßnahmen evaluiert werden.
  2. Aufstockung des Schulpsychologischen Dienstes: Zusätzliche Stellen für Schulpsychologen und -psychologinnen sowie für sozialpädagogische Fachkräfte werden geschaffen.
  3. Rechtssituation klären: Es werden neue, klarere Richtlinien für die Meldepflicht einzelner Straftaten (z.B. antisemitische Straftaten) im schulischen Umfeld erstellt.
  4. Stärkung der Schulleitungen: Das Thema „Gewalt im Umfeld von Schulen“ wird noch stärker als bisher in die Aus- und Fortbildungen von Schulleitungen aufgenommen.
  5. Beratung und Begleitung: Durch neu entstehende schulische Teams sowie durch von Externen durchgeführte Programme (z.B. „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“) werden die Schulen gestärkt.
  6. Themenwoche: Im Frühjahr 2020 und im Frühjahr 2022 ist die Durchführung einer „Woche für Demokratie und Respekt“ geplant.
  7. Weitergabe von Materialien: Schulen erhalten 2020 einen Notfallordner (gedruckt sowie digital) mit Handlungsempfehlungen für Krisen- und Notfallsituationen.
  8. Fortbildung: Lehr- und Fachkräfte werden im Sinne dieses Aktionsplans geschult und weitergebildet.
  9. Beratungstelefon: Lehrerinnen und Lehrern steht künftig das kostenfreie Beratungstelefon „Sprech:ZEIT 24/7“ zur Verfügung.
  10. Austausch und Weiterentwicklung: Der Austausch aller am Schulleben Beteiligten sowie die Weiterentwicklung des Aktionsplans wird gefördert.

Weitere Informationen

Faktenblatt zum „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“
Kurse des Bundesverband Gewaltprävention
Polizeiliche Kriminalprävention zu Gewalt an Schulen

Informationsseiten der Länder

Baden-Württemberg: Gewaltprävention an Schulen
Bayern: Konflikte, Gewalt, Gewaltprävention
Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg
Bremen: Portal „Gewaltprävention“
Hamburg: Beratungsstelle Gewaltprävention
Hessen: Portal „Gewaltprävention“
Mecklenburg-Vorpommern: Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule
Niedersachsen: Portal „Gewaltprävention“
Nordrhein-Westfalen: Gewaltprävention in NRW
Rheinland-Pfalz: Gewalt- und Extremismusprävention
Saarland: Fachgebiet „Prävention und Erziehung
Sachsen: Themenfeld Gewaltprävention
Sachsen-Anhalt: Maßnahmen zur Gewalt- und Suchtprävention
Schleswig-Holstein: Professionelle Gewaltprävention an Schulen in Schleswig-Holstein
Thüringen: Gewaltprävention

Schulen und Stiftungen (Teil 1): So funktioniert das Stiftungswesen

Über 22.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts existieren in Deutschland, davon agieren etwa drei Viertel im Handlungsfeld Bildung, das heißt sie fördern beispielsweise gesellschaftliche Initiativen politischer, sozialer, kultureller oder gesundheitlicher Bildung. Auch allgemeinbildende Schulen – sowohl staatliche als auch private – können mit Stiftungen kooperieren, Projekte gemeinsam gestalten oder für eigene Projekte finanzielle Fördermittel erhalten. Dabei gibt es neben regional tätigen auch einige bundesweit agierende Stiftungen.

 

Was bedeutet das für Schulen?
Erhält eine Schule eine Förderzusage durch eine Stiftung, bedeutet dies, es fließt eine konkrete Summe Geld, beispielsweise um Projekte zu realisieren, die schulische Ausstattung zu verbessern, das Kollegium weiterzubilden oder schulbezogene Schwerpunkte zu verwirklichen. Dabei gilt: Stiftungen sind grundsätzlich neutral, da sie nicht gebunden sind an Politik und/oder Wirtschaft. Dadurch unterscheiden sich Förderungen durch oder Kooperationen mit Stiftungen wesentlich von Partnerschaften beispielsweise mit Unternehmen. Von einer Öffnung hin zu Stiftungen – und damit zur Zivilgesellschaft – können Schulen sehr profitieren, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Die Anregungen und Möglichkeiten, die eine außerschulische Kooperation mit sich bringt, sind wertvolle Impulsgeber.

 

Stiftungen in Deutschland – so funktionieren sie
Grundsätzlich verfolgt jede Stiftung einen bestimmten, in ihrer Satzung festgelegten Stiftungszweck. Dieser ist Grundlage der thematischen Ausrichtung der Stiftungsarbeit sowie Richtlinie für die Auswahl von Förderzusagen. Unterschieden werden zwei Arten von Stiftungen:

Rein fördernde Stiftungen vergeben aus ihrem Stiftungsvermögen konkrete Fördermittel, zum Beispiel Preise und Stipendien an Einzelpersonen oder Fördermittel an beispielsweise Schulen, deren geplantes Projekt dem Stiftungszweck entspricht und für förderungswürdig erachtet wird.
Operativ tätige Stiftungen legen selbst entworfene Programme und Projekte gemäß der eigenen Schwerpunktsetzung auf. Es existieren auch Mischformen aus beiden Arten von Stiftungen.

 

Schulen und Stiftungen – so entsteht eine Zusammenarbeit
Interessiert sich eine Schule für eine Zusammenarbeit mit einer Stiftung, gilt es zunächst, den Förderzweck genau zu umreißen und sich auf die Suche nach einer passenden Stiftung zu begeben. Hierbei hilfreich sind folgende Stiftungs-Suchmaschinen:
Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen
Liste von Förderstiftungen beim Deutschen Stiftungszentrum
Mitglieder des Netzwerkes Stiftungen und Bildung

 

Die Antragstellung
Bei der Beantragung von Leistungen aus einem Stiftungs-Fördertopf gilt es zu unterscheiden zwischen privaten und staatlichen Schulen:
Allgemeinbildende Privatschulen bzw. deren Träger können natürliche oder juristische Personen sein, das heißt also beispielsweise eingetragene Vereine (e.V.), GmbHs, eingetragene Genossenschaften (e.G.) oder aber UGs. Für diese ist es rechtlich möglich, sich direkt bei Stiftungen um eine Förderung zu bewerben.
Staatliche allgemeinbildende Schulen dürfen aufgrund ihres Status in der Regel nicht direkt Mittel empfangen. Möglich ist es jedoch, einen Antrag über einen Förder- oder Elternverein der Schule zu stellen. Verfügt eine Schule nicht über solche, kann im Einzelfall auch die Kommune als Mittelempfänger fungieren. Darüber hinaus agiert auch die Stiftung Bildung bei Bedarf als Stellvertreter für den Mittelempfang. Kurzum: Grundsätzlich ist jede allgemeinbildende Schule in der Lage, Zuwendungen von Stiftungen zu erhalten.

 

Urheberrecht im Schulalltag (Teil 2): Filme zeigen – wie geht das rechtssicher?

Urheberrechtliche Bestimmungen gelten selbstverständlich nicht nur für die Anfertigung von Fotokopien und digitalen Kopien (z.B. Scans) für den schulischen Gebrauch, sondern in besonderem Maße auch für das Abspielen von Filmen im Unterricht.

 

Gesetzesnovelle eröffnet neue Möglichkeiten

Um Lehrkräften eine Einbindung visueller Medien in den Unterricht zu ermöglichen, gilt seit dem 1. März 2018 eine erneuerte Version des Urheberrechts (§ 60a UrhG). Nach dieser dürfen Lehrerinnen und Lehrer Filmausschnitte im Umfang von 15 Prozent der Gesamtdauer des Films ohne Lizenz und ohne Genehmigung im Unterricht zeigen. Voraussetzung ist, dass der Film auf legalem Wege erworben – und nicht etwa unrechtmäßig kopiert wurde. Darüber hinaus dürfen Filme mit einer Gesamtlänge unter fünf Minuten komplett gezeigt, gespeichert und digital verwaltet werden.

Ausgenommen von dieser Regelung sind eigens gekennzeichnete Schulfernsehsendungen, explizite Lehrfilme, die über eine lizensierte Verleihstelle entliehen wurden sowie Filme oder sonstige audiovisuelle Werke, die für eine kostenfreie Nutzung freigegeben wurden („Open Educational Resources“).

 

Abspielen von ganzen Filmen

Das Abspielen von ganzen Filmen – beispielsweise eigenen DVDs der Lehrkraft – vor mehreren Personen bewegt sich nach wie vor in einer rechtlichen Grauzone. Generell gilt die Regelung, dass die Filmvorführung nicht öffentlich stattfinden darf und die Zuschauenden durch eine persönliche Beziehung „miteinander verbunden“ sein müssen, beispielsweise als Familie oder Freundeskreis. Ob auch ein schulischer Zuschauerkreis, etwa eine Klasse, per definitionem als „miteinander verbunden“ anzusehen ist, ist juristisch derzeit strittig. Lehrkräfte sollten daher von schulweiten oder gar öffentlichen Vorführungen ganzer Filme absehen und DVDs maximal im Klassenverband zeigen.

 

Medienverleihstellen für Schulen

Eine weitere Möglichkeit, sich in puncto Filmvorführungen im Unterricht auf rechtssicherem Terrain zu bewegen, ist das Entleihen eines Films bei einem offiziellen Film- bzw. Medienverleih:

 

 

Weitere kompetente Anlaufstellen

 

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