Archiv für die Kategorie „Weiterbildung für Lehrkräfte“

Digitalisierung – 27 Anlaufstellen für Informationen

Der Digitalpakt Schule stellt finanzielle Mittel für eine digitale Infrastruktur an Schulen bereit. Die Länder hingegen sind zuständig für die administrative Umsetzung des Digitalpakts. Sie stellen sicher, dass die Schulen medienpädagogische Konzepte erstellt haben und prüfen, ob bei den Antragstellern (in der Regel Kommunen als Schulträger und freie Schulträger) Konzepte zur Sicherstellung von Betrieb, Support und Wartung vorliegen. Überdies sind die Länder zuständig für die Qualifizierung von Lehrkräften – von Lehrerbildung über das Referendariat bis hin zur Weiterbildung. Folgende Anlaufstellen informieren und unterstützen bei der Annäherung an das Thema digitale Bildung:

  • Bundesbildungsministerium: Infoseite zum Digitalpakt Schule. Hier finden Schulen, Lehrkräfte und Schulträger Antworten auf Fragen rund um Fördergelder, Weiterbildungsmaßnahmen und die empfohlene Verwendung der Gelder.
  • Bundesverband Digitale Bildung: Der Bundesverband Digitale Bildung e.V. ist ein Netzwerk aus Bildungsinstitutionen, Unternehmen, Wissenschaft und Politik. Er wird getragen von der Vision der Digitalen Transformation.
  • Frankfurt EDU: Frankfurt EDU ist eine internationale Plattform für innovative Konzepte, Inhalte und Technologien der Bildungsbranche. In Kooperation mit der Buchmesse Frankfurt.
  • Netzwerk digitale Bildung: Im Netzwerk digitale Bildung sind Akteure aus Schule, Hochschule und Arbeitswelt miteinander verbunden zum Austausch und Wissenstransfer. Für Lehrkräfte besonders interessant ist das separate Netzwerk für engagierte Lehrkräfte, Schulleitungen und Technikkoordinatoren in Schulen.
  • Initiative D21: Die Initiative D21 ist Deutschlands größtes gemeinnütziges Netzwerk für die Digitale Gesellschaft, bestehend aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das Netzwerk unterhält verschiedene Arbeitsgruppen, organisiert Veranstaltungen und veröffentlicht „Lagebilder für die digitale Gesellschaft“.
  • Gesellschaft für digitale Bildung: Kommerzieller Anbieter von Fortbildungen und Trainings zu Themen rund um die digitale Bildung.  Im Zentrum steht dabei die Implementierung von digitalen Endgeräten im Unterricht. Dafür kooperiert die Gesellschaft für digitale Bildung mit entsprechenden Herstellern.
  • Fobizz – Online-Fortbildungen für Lehrkräfte: Kommerzieller Anbieter von online-basierten Fortbildungen für Lehrkräfte, darunter u.a. Themen wie Einsatz digitaler Medien im Unterricht, Grundlagen des Programmierens, Methoden und didaktische Konzepte.
  • Materialsammlung Monitor Digitale Bildung: Die Materialsammlung Monitor Digitale Bildung gibt – als Resultat einer Studie der Bertelsmann Stiftung – Auskunft über den Ist-Zustand an deutschen Bildungsinstitutionen in Sachen digitale Bildung und visualisiert die dafür angesetzten Befragungs-Parameter.
  • Qualitätsoffensive Lehrerfortbildung: Die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist ein Maßnahmenpaket von Bund und Ländern zur Qualifizierung und Weiterbildung von Lehrkräften in Sachen digitale Bildung. Die  Qualitätsoffensive bezieht auch die Curricula der Hochschulen sowie sämtliche Instanzen der Lehrerausbildung ein.
  • Bündnis für digitale Bildung: Engagierter Zusammenschluss aus Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, mit Unterstützung eines Medienberaters. Liefert Erfahrungsberichte, Tipps sowie Einschätzungen aus der täglichen Schulpraxis.

Anlaufstellen in den Bundesländern

Lehrergesundheit – 25 Programme und Projekte

Obwohl Lehrkräfte im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein insgesamt gesundheitsförderlicheres Verhalten aufweisen, treten einige gesundheitliche Beschwerden in dieser Berufsgruppe doch verstärkt auf, so das Fazit einer Untersuchung, veröffentlicht 2015 im Deutschen Ärzteblatt.

Zu den besonderen Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern gehören demnach vor allem Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, erhöhte Reizbarkeit bis hin zu massiven psychischen Störungen, Burnout und Depressionen. Das Thema Lehrergesundheit rückt daher immer mehr in den Fokus des Interesses.

Die Kultusministerkonferenz hat bereits 2012 umfangreiche „Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule“ herausgegeben.

Zudem gibt es diverse länderspezifische Programme – sowohl präventiver als auch therapeutischer Art. Nicht zuletzt haben sich auch einige kommerzielle Anbieter auf die Gesundheitserhaltung bzw. -wiederherstellung von Lehrkräften spezialisiert. Ein Überblick.

  • Baden-Württemberg: Informationsportal zum Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte in Baden-Württemberg sowie Programm zur Lehrergesundheit des Bildungsservers Baden-Württemberg
  • Bremen: GeSA – Gesund am Arbeitsplatz Schule
  • Mecklenburg-Vorpommern: Lehrergesundheit – Betriebliches Gesundheitsmanagement an den öffentlichen Schulen in MV
  • Sachsen: ZAGS – Kompetenzzentrum für Lehrberufe

Trainings von kommerziellen Anbietern

Das Portal Lehrergesundheit.eu wird unterhalten von einem interdisziplinären Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, darunter Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Lehrkräfte. Das Team bietet verschiedene Trainings, SchilFs, Workshops sowie Coaching an.

Die Raabe Akademie bietet schulinterne Lehrerfortbildungen (SchiLf) zu spezifischen Themen rund um die Lehrergesundheit, wie etwa Stressbewältigung, Konflikttraining, Mobbing-Prävention.

Das Portal Cornelsen scook versorgt Lehrkräfte mit Hintergrundinformationen, Literaturtipps, Achtsamkeitsübungen und Anregungen zur Bewältigung der täglichen Anforderungen.

AGIL ist ein Training zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer. Dabei steht „AGIL“ für „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“.

Freie digitale Unterrichtsmaterialien: Open Educational Resources (Stand: Oktober 2019)

Open Educational Resources (OER) sind kostenlose, online erhältliche und für jeden zugängliche Lehr- und Lernmaterialien, die aufgrund freier Lizenzen verwendet und verändert werden dürfen. Der Sammelbegriff OER umfasst neben Texten auch Bilder, Grafiken, Aufgaben, Videos bis hin zu kompletten Lehrbüchern, Kursen, Programmen oder Techniken. Entstanden ist der Begriff Open Educational Resources durch Überlegungen, wie Schwellen- und Entwicklungsländern Bildungsmedien zugänglich gemacht werden können. Seither findet er sich auch im Sprachgebrauch öffentlicher Institutionen, wie etwa der UNESCO.

Die Bemühungen um einen Zugriff benachteiligter Länder zu Bildungsressourcen wurden schließlich 2012 in der Pariser Deklaration festgehalten. Deren Ziel ist es, die UNESCO-Mitgliedsstaaten aufzufordern, über OER zu informieren und diese zu verbreiten. Eine 2013 erschienene Broschüre der UNESCO informiert ausführlich über Wesen und Funktionsweise der OER.

Eindeutige Rechtslage

Während herkömmliche, im Internet frei (und kostenlos) auffindbare Materialien nicht per se zur weiteren Verwendung gedacht sind, werden OER von den jeweiligen Urhebern unter eine spezielle Lizenz gestellt, die es anderen explizit erlaubt, diese Materialien zu nutzen und nach ihren Bedürfnissen zu verändern. Für Lehrkräfte hat dies den entscheidenden Vorteil, dass sie sich rechtlich auf sicherem Terrain bewegen – und nicht in einer Grauzone. Mit den sogenannten Creative Commons-Lizenzen zeigt ein Urherber jedoch lediglich an, dass seine Materialien frei verwendet werden dürfen. Das Urheberrecht bleibt bestehen.

Unterschiedliche Arten von Lizenzen

Insgesamt werden vier Arten von Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) unterschieden, die jeweils unterschiedliche Rechte einräumen.

  • CC BY: Auf diese Weise gekennzeichnete Materialien können frei verwendet, verändert und wieder veröffentlicht werden. Der ursprüngliche Urheber und die Quelle müssen jedoch genannt werden.
  • CC SA („share alike“): Bei dieser Kennzeichnung müssen veränderte Versionen des Ursprungsmaterials bei erneuter Veröffentlichung wieder mit derselben Lizenz veröffentlicht werden.
  • CC NC („non commercial“): Diese Lizenz verbietet die kommerzielle Nutzung des Materials.
  • CC ND („no derivates“): Material mit dieser Lizenz darf zwar weitergegeben und wieder veröffentlicht werden, Veränderungen sind allerdings nicht erlaubt.

OER suchen und finden

Die bekannteste Adresse für Wissen mit CC-Lizenz ist Wikipedia. Hier ist ausschließlich frei verfügbares Material enthalten. Zudem kann auf der Seite www.oercommons.org/ gezielt nach freien Bildungsmaterialien gesucht werden. Sie enthält jedoch zum Großteil Verweise auf englischsprachige Seiten.

Um per Google Inhalte mit CC-Lizenzen auffinden zu können, ist die Zuhilfenahme der „Erweiterten Suche“ notwendig. Hier können im Abschnitt „Ergebnisse eingrenzen“ die gewünschten Nutzungsrechte ausgewählt werden.

Auch auf YouTube ist die Suche nach Filmen mit CC-Lizenz möglich. Hierfür geben User zunächst einen Suchbegriff ein und aktivieren dann einen entsprechenden Filter (oberhalb des ersten angezeigten Videos).

OER – den Einstieg finden

Einen guten Einstieg ins Thema „OER verwenden in der Schule“ bietet die Seite OER kompakt, federführend verwaltet vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU). Neben einer Materialiensammlung inkl. Suchfunktion gibt es hier auch mehrere Erklärvideos zu OER.

Sehr fundiert, aber mit nicht ganz so engem schulischen Bezug informiert die Seite OERinfo der Informationsstelle Open Educational Resources.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung hält eine umfangreiche Informationsseite über OER parat.

OER zu einzelnen Fachgebieten

Lehrer-Fortbildungen (Teil 2): Private Anbieter

Die Frage der Bildungsqualität ist ein „heißes Eisen“. Gerade auch aus diesem Grund wünschen sich die meisten Lehrerinnen und Lehrer eine konstante Fort- und Weiterbildung – und zwar sowohl fachlich, pädagogisch, didaktisch-methodisch als auch persönlichkeitsbezogen. Dabei ist die Palette der Fortbildungs-Anbieter unüberschaubar groß und Lehrkräfte sollten Aufwand und Nutzen genau abwägen. Zudem gilt es, zu prüfen, ob etwa bei privaten Anbietern nicht primär kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen.

Tipp daher: Den eigenen Bildungsbedarf so konkret wie möglich formulieren, das Vorhaben mit der Schulleitung besprechen und dann Anbieter vergleichen. Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte, findet hilfreiche Informationen in der Studie „Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen“
Weiterführende Informationen zum Thema Lehrer-Fortbildung erteilt auch der länderübergreifend arbeitende Deutsche Verein zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung e.V.

 

Private bzw. kommunale (= nichtstaatliche) Fortbildungsanbieter (Auswahl)
Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Comenius Institut – Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft e.V.
Deutsche Olympische Akademie
Erziehungswissenschaftliches Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz (EFWI)
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Goethe Institut – Fortbildungsangebot für Deutschlehrende
ILF Mainz
ILF Saarbrücken
Institut für Lehrerfortbildung Mülheim
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
School Education Gateway
Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Verband Bildungsmedien

 

Lehrer-Fortbildungen: Die richtige Anlaufstelle in meinem Bundesland finden

Laut einer Vodafone-Studie aus dem Jahr 2016 erachtet der überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer lebenslanges Lernen als entscheidenden Baustein ihrer täglichen Arbeit. Jedoch beklagen Lehrkräfte auch die mangelnden zeitlichen Ressourcen für derlei Maßnahmen. Zudem sei es oft schwierig, die passende Fortbildungsmaßnahme zu finden.

Was bieten die Bildungsportale der Länder?
Die Vorgaben für den Besuch von Lehrerfortbildungen variieren von Bundesland zu Bundesland. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen schulinternen und externen Fortbildungen. Schulinterne Weiterbildungsmaßnahmen sind zumeist verpflichtend für alle an einer Schule tätigen Lehrkräfte. Sie haben das vorrangige Ziel, das Kollegium auf den gleichen Wissensstand zu bringen.

Externe Bildungsmaßnahmen gestalten sich sehr vielfältig, denn das Angebot ist breit gefächert und nur schwer überschaubar. Zudem gilt es, bei der Wahl des Bildungsanbieters dessen Eignung genau unter die Lupe zu nehmen. Zahlreiche private bzw. kommerzielle Anbieter – etwa Software-Entwickler, Schulbuchverlage, freie Institute oder Forschungszentren – zielen primär darauf ab, eigene Produkte zu verkaufen und lassen mitunter eine Anlehnung an Lehrpläne vermissen.

Empfehlenswert ist daher, zuerst die landesspezifischen Angebote der jeweiligen Bildungs- oder Schulministerien zu durchsuchen. Oft halten diese bereits eine breite Palette an Maßnahmen und Bildungsträgern bereit. Parallel dazu sollten weiterbildungswillige Lehrkräfte in einem Gespräch die Haltung der Schulleitung erfragen, denn Fortbildungen müssen von dieser genehmigt werden.

Baden-Württemberg: Bildungsserver Baden-Württemberg Lehrer*innenfortbildung

Bayern: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg

Bremen: Landesinstitut für Schule Bremen

Hamburg: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung

Hessen: Hessisches Kultusministerium – Fortbildungskataloge

Mecklenburg-Vorpommern: Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen: Niedersächsischer Bildungsserver – Fortbildungen

Nordrhein-Westfalen: Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz: Veranstaltungskatalog des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz

Saarland: Landesinstitut für Pädagogik und Medien

Sachsen: Freistaat Sachsen – Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Sachsen-Anhalt: Bildungsserver Sachsen-Anhalt – Lehrerfort- und Weiterbildung

Schleswig Holstein: Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen

Thüringen: Thüringer Schulportal

 

Radikalisierung von Jugendlichen: Nicht vorverurteilen, aber wachsam sein

Wo hört streng konservative Religionsausübung auf – und fängt eine extreme bis radikale Haltung an? Gibt es überhaupt „sichere“ Anzeichen für eine beginnende Radikalisierung von Jugendlichen? Oder kann sich diese auch völlig im Verborgenen vollziehen? Und welche Positionen müssen Schule und Kollegium hier einnehmen? Die Handreichung „Integration fördern, Radikalisierung erkennen“ gibt hilfreiche Tipps abseits gängiger Klischees. Herausgegeben wurde die Schrift von der NGO European Foundation for Democracy (EFD).

 

Im Gespräch bleiben

Ein Fazit der Broschüre vorweg: Gespräche allein sind keine ausreichende präventive Maßnahme. Doch ohne Gespräche kann Prävention nicht zielgerichtet ablaufen. Dabei geht es bei den Gesprächen weniger darum, als Lehrkraft unmittelbar über sensible Themen, wie etwa Religionsausübung, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Auslegung des Koran etc. zu sprechen, sondern mittels Kommunikation einen Zugang zur Lebenswelt der Jugendlichen zu erhalten und zu konsolidieren: Welche Freundschaften und Freizeitbeschäftigungen pflegt der/die Jugendliche? Welche Position hat er oder sie innerhalb der Klasse? Wie sieht der familiäre Background aus? Gibt es Anzeichen, dass sich der/die Jugendliche von Freunden, der Familie oder vertrauten Beschäftigungen abwendet?

 

Typische Konflikte im Schulalltag

Ein Schlüssel für die Bewältigung von Alltagskonflikten in der Schule sehen die Verfasser der Broschüre in klärenden Gesprächen mit den Eltern. Dabei kann unter anderem auch in Erfahrung gebracht werden, ob beispielsweise eine strenge religiöse Haltung direkt vom Elternhaus ausgeht oder ob der bzw. die Jugendliche sich ggf. selbst eine strenge Auslegung angeeignet hat – etwa, um daraus Stärke zu generieren oder sich abzugrenzen. Vielfach können Kompromisse geschlossen werden.

 

Was tun im Extremfall?

Verdichten sich Anzeichen einer tatsächlichen Radikalisierung oder befürwortet ein Schüler/eine Schülerin offen Gewalt und Terror, ist entschlossenes, aber besonnenes Handeln gefragt. Der Ratgeber listet im Anhang zahlreiche Beratungs- und Kriseninterventionsstellen auf, an die sich Lehrkräfte oder die Schulleitung wenden können.

 

Demokratieerziehung an Schulen

Der aus der Reformpädagogik stammende Begriff der „Demokratiepädagogik“ erlebt im deutschen Bildungssystem derzeit eine Renaissance. Denn er verheißt, diejenigen Werte zu vermitteln, auf die es in einer zunehmend von Diversität geprägten Gesellschaft ankommt: Toleranz, Solidarität, aber auch der Wille, die Stimme zu erheben und Verantwortung zu übernehmen für sich und die Gesellschaft.

Was für einen Staat gilt, gilt in verkleinerter Form auch für den Mikrokosmos Schule. In erster Instanz bemüht sich die schulische Demokratiepädagogik daher darum, Strukturen zu etablieren, die Mitsprache und Partizipation ermöglichen. Ihr Ziel ist es, die Erfahrung zu vermitteln, mit Kraft der eigenen Stimme gewaltfrei für sich einstehen und etwas bewirken zu können. Denn, wie Andrej Priboschek in seinem Artikel „Was wir jetzt brauchen: Eine Bildungs-Offensive gegen die Hass-Kultur!“  sagt, kann der „Verlust an demokratischer Kultur zu einer beispiellosen Hetze- und Hasswelle führen.“

 

Demokratische Strukturen etablieren – und pflegen

Wichtig wie nie zuvor ist in Schulen daher die Vermittlung von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (Selbstwirksamkeit) sowie der Erfahrung, aus eigener Kraft etwas bewirken zu können, kurz: demokratischer Grundwerte.

Eine Möglichkeit zur Umsetzung ist die Etablierung demokratischer Strukturen in der Schule. Dazu gehören beispielsweise Klassenrat, Schülerparlament, Beteiligung an der Schulentwicklung, aber auch die Durchführung von Mediationen und eine wirksame Elternbeteiligung.

Einen guten Überblick über Bausteine der Demokratiepädagogik gibt die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik  in ihrem „ABC zur Demokratiepädagogik“.

Des Weiteren hat die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik ein Positionspapier zur „Demokratiepädagogik in der Einwanderungsgesellschaft“ veröffentlicht und empfiehlt mehrere Fachbücher zur weitergehenden Lektüre.

 

Professionalisierung von Schulleitung – Tipps und Ansprechpartner

 

Die Zahl der unbesetzten Schulleitungs-Stellen ist brisant. Allein in den Schulen in NRW sind derzeit fast 2.000 Chefsessel unbesetzt. Über 300 davon an Grundschulen. Um den Notstand zu beheben, sind verschiedene Maßnahmen angebracht: vor allem bessere Bezahlung und mehr Zeit für reine Leitungs- und Verwaltungsaufgaben.

 

Den Nachwuchs in den Blick nehmen

Die meisten Positionen als schulische Führungskraft sind derzeit deshalb nicht besetzt, weil geeignete Bewerber fehlen. Die jeweiligen Schulleiterverbände der Länder und deren Dachorganisation, die Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands (ASD) fordern, dass dem immer komplexer werdenden Berufsbild auf Bundesebene durch eine professionelle Aus- und Weiterbildung Rechnung getragen wird. Derzeit existieren im Bereich Schulmanagement und in der Qualifizierung von schulischem Führungskräftenachwuchs zahlreiche Fortbildungs- oder Studienangebote. Eine Auswahl:

 

„Schulentwicklung und Qualitätssicherung“ (FU Berlin)

Der berufsbegleitende Master-Studiengang richtet sich an Schulleitungen, Steuergruppenmitglieder, Seminarleitungen und Lehrkräfte. Er legt den Schwerpunkt auf die Initiierung und Überprüfung von Qualitätsentwicklungsprozessen in Schulen und vermittelt anwendungsorientierte und forschungsbasierte Kompetenzen.

 

„Schulmanagement“ (WiB/Uni Potsdam)

Der Studiengang „Schulmanagement“ ist als postgraduales, berufsbegleitendes Studium konzipiert. Er richtet sich an alle Studieninteressierte, insbesondere aber an Lehrkräfte, die sich für Führungsposition in Schulen qualifizieren möchten. Das Studium besteht aus den Bausteinen „Ordnung und Gestaltung des Bildungswesens“, „Bildungs- und Qualitätsmanagement“, „Ressourcen- und Personalmanagement“ sowie dem großen Themenblock „Führung“.

 

„Schulmanagement“ (TU Kaiserslautern)

Der zweijährige Master-Fernstudiengang richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung im schulischen Bereich. Insbesondere wendet sich dieses Studium an Personen, die bereits in der Schulleitung tätig sind sowie an Lehrer und pädagogisches Personal, die eine Funktionsstelle an einer Schule, Schulverwaltung oder einer anderen Bildungsinstitution anstreben.

 

„Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“ (Uni Kiel)

Das vier Semester umfassende, berufsbegleitend konzipierte Weiterbildungsstudium mit Master-Abschluss vermittelt wissenschaftliche Grundlagen für eine pädagogische Führungstätigkeit. Es bezieht dabei relevante Methoden und Ergebnisse der empirischen Schul- und Unterrichtsforschung mit ein und schärft die Kompetenzen in Qualitätsmanagement, Personalführung und Kommunikation.

 

Masterstudiengang „Führung und Management in Bildungseinrichtungen“ (DAPF, Dortmund)

Das berufsbegleitende Studium an der Deutschen Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF) besteht aus drei Studiensemestern sowie einem abschließenden Semester zur Verfassen der Masterarbeit. Formale Voraussetzungen für die Teilnahme am Masterstudiengang ist ein erfolgreich absolviertes Lehramtsstudium und/oder ein vergleichbarer Studienabschluss sowie eine mindestens dreijährige Berufserfahrung. Die DAPF ist eine gemeinsame Einrichtung des Zentrums für HochschulBildung (ZHB), Bereich Weiterbildung, und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und sieht ihre Hauptaufgabe in der Förderung und Qualifizierung von Führungskräften in allen schulischen Bereichen und Ebenen.

 

Aktuelle Stellenangebote – unter anderem auch für Schulleiterinnen und Schulleiter – finden Sie übrigens auch auf der Website von LehrCare.

 

Social Media & Co: Medienkompetenz für Lehrkräfte

Der souveräne Umgang von Schulen mit digitalen Medien ist eines der bildungspolitischen Ziele für die kommenden Jahrzehnte. So steht es unter anderem auch in der Digitalen Agenda,  die die Bundesregierung im August 2014 verabschiedet hat.

Für den Umgang pädagogischer Fachkräfte mit dem Thema Social Media gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen bzw. Empfehlungen. Sie reichen von eher restriktiven Vorgaben bis hin zu weitgehend liberalen Handhabungen. Unabhängig von bundeslandspezifischen Regelungen gilt jedoch, dass Lehrkräfte Medienkompetenz und einen korrekten Umgang mit sozialen Netzwerken nicht nur lehren, sondern auch selbst erlernen müssen. Hierzu gibt es im Netz verschiedenste Materialien und Anlaufstellen:

 

  • Klicksafe.de: Klicksafe.de, die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, bietet medienpädagogische Materialien für Eltern, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte. Außerdem hält das Portal Hintergrundinfos, Materialien und eine ausführliche Linksammlung bereit. Vor allem das klicksafe-Lehrerhandbuch liefert sinnvolle Hilfestellungen und praxisbezogene Tipps für den Unterricht, basierend auf dem Konzept und den Erfahrungen der klicksafe-Lehrerfortbildungen.
  • Deutscher Bildungsserver: Linksammlung Medienkompetenz: Die auf dem Deutschen Bildungsserver zusammengestellten Hinweise sind insbesondere für die schulische Medienbildung von Bedeutung. Sie zielen darauf ab, die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften zu fördern. Neben verschiedenen Materialien sind auch Anlaufstellen der einzelnen Bundesländer verlinkt.
  • Social-Media-Empfehlungen und -Guidelines für Schulleitungen und Lehrkräfte: Auf diesem Blog gibt Philippe Wampfler, Lehrer und Betreiber der Seite schulesocialmedia.com, Empfehlungen und Guidelines für Schulleitungen und Lehrkräfte, die helfen, sich im Dickicht der sozialen Medien zu orientieren. Zudem liefert er praktische Tipps für Schulen und Lehrkräfte und bietet Vorträge, Beratungen und Schulungen zu diesem Thema an.
  • Leitfaden Social Media: Dieser kostenlos im Netz downloadbare Leitfaden (Stand: 2013) entstand in Zusammenarbeit deutscher, österreichischer und Schweizer Lehrerverbände. Neben einer ausführlichen Erläuterung der Funktionsweise von Facebook enthält er auch Hinweise zum Umgang mit Themen wie Cybermobbing und Datenschutz.

 

Messen, Kongresse, Versammlungen: Wichtige Termine für Lehrerinnen und Lehrer

Ob Weiterbildung, Spezialisierung, Netzwerken oder Erfahrungsaustausch: Auf diesen alljährlich stattfindenden und überregional bedeutenden Veranstaltungen treffen sich Lehrerinnen und Lehrer, Referendare, schulische Führungskräfte und sonstige Akteure in Sachen Schule und Bildung.

 

Learntec Karlsruhe: Schon seit über 20 Jahren ist die Learntec eine feste Größe in Sachen Lehren und Lernen mit IT. Neben den Trendthemen E-Learning und digitale Medien werden hier auch Themen wie Datensicherheit und schulische Netzwerke visualisiert. Für Lehrkräfte sowie alle anderen schulischen Akteure gibt es eine eigene Sonderschau. Nächster Termin: 27. – 29. Januar 2015 in Karlsruhe.

 

Bildungsmedien-Kongress: Der Kongress, veranstaltet vomVerband Bildungsmedien e.V., informiert Lehrkräfte, Bildungsträger und schulische Führungskräfte auf kompakte Weise über Trends in Sachen Bildungsmedienentwicklung. Neben Vorträgen und Workshops gibt es eine umfassende Ausstellung. Nächster Termin: 31. Januar 2015 in Köln

 

Didacta: Die Bildungsmesse didacta ist seit vielen Jahren die größte Ausstellung in Sachen Schule und Bildung. Sie findet alljährlich Ende Februar statt, abwechselnd in den Städten Hannover, Köln und Stuttgart. Gegliedert ist die Messe in die Ausstellungsbereiche Kita, Schule/Hochschule, Neue Technologie, Berufliche Qualifizierung und Ministerien/Institutionen/Organisationen. Nächster Termin: 24. – 28. Februar 2015 in Hannover.

 

Deutscher Schulleiterkongress: Der alljährlich im Düsseldorfer Kongresszentrum stattfindende DSLK hat sich als wichtiges Forum für Schulleitungen und schulische Führungskräfte etabliert. Geboten werden Vorträge, Workshops und Praxisforen sowie eine Ausstellung. Nächster Termin: 12.–14. März 2015 in Düsseldorf.

 

Deutscher Lehrertag: Zum zweiten Mal findet 2015 der Deutsche Lehrertag im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Veranstalter sind der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie der Verband Bildungsmedien e.V. Auf dem Programm des Deutschen Lehrertags stehen Vorträge zu aktuellen Themen der Schul- und Bildungspolitik sowie praxisbezogene Workshops. Nächster Termin: 12. März 2015 in Leipzig.

 

fraMediale: Die Medienmesse und Fachtagung fraMediale findet alle anderthalb Jahre an der Frankfurt University of Applied Sciences statt. Sie versteht sich als Brücke zwischen medienpädagogischer Forschung und der Medienbildungspraxis in Schulen und Hochschulen. Ihr Ziel ist die sinnvolle und lernförderliche Integration digitaler Medien in Bildungseinrichtungen. Nächster Termin: 16. September 2015 in Frankfurt am Main.

 

Online Educa: Die Online Educa Berlin bezeichnet sich selbst als internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung. Sie gilt als weltweit größtes Event für E-Learning und -Training. Nächster Termin: 2. – 4. Dezember 2015 in Berlin.

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