Archiv für die Kategorie „Karrieremöglichkeiten und -wege“

Statusfeststellungsverfahren für Honorarkräfte an Privatschulen

Generell ermittelt ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren, ob eine erwerbstätige Person, deren Art der Erwerbstätigkeit nicht genau klassifiziert werden kann, selbstständig tätig oder abhängig beschäftigt ist. Des Weiteren wird daraus gefolgert, ob aufgrund der Beschäftigungsart Sozialversicherungspflicht besteht und ob dadurch Beitrags(nach)forderungen der Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung existieren. Durchgeführt wird die Statusfeststellung von der Deutschen Rentenversicherung mithilfe eines Statusfeststellungsantrags.

 

Warum eine Statusprüfung?

Wenn man sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und einen Antrag auf Leistung an die Sozialversicherungsträger stellt (z.B. Arbeitslosengeld, Erwerbsminderungsrente), kommt es nicht selten vor, dass diese ihre Leistungen verweigern, da sie der Meinung sind, dass kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt bzw. vorlag.

 

Statusabgrenzung bei Lehrkräften

Für Lehrkräfte gibt es mehrere mögliche Arten der Beschäftigung. Neben einem regulären Anstellungsverhältnis existieren befristete Verträge als auch Beschäftigungen auf Honorarbasis.

 

Kriterien zur Abgrenzung der Beschäftigungsarten

Merkmale, die für die Annahme einer Angestelltentätigkeit sprechen (Auswahl):

  • Kontrolle bzw. Einflussnahme durch den Schulträger auf Unterrichtsinhalte und -gestaltung
  • Durchführung von Klassenarbeiten und anderen Leistungsüberprüfungen
  • Recht des Schulträgers, die Lehrkraft zu außerunterrichtlichen Arbeiten (z.B. Teilnahme an Konferenzen, Abhalten von Sprechstunden, Pausenaufsicht) zu verpflichten
  • Verbindliche und für einen längeren Zeitraum festgelegte Stundenpläne
  • Urlaubszeiten bzw. freie Tage sind an die Schulferien gebunden
  • Verpflichtung der Lehrkraft, eigene Verhinderungen der Schulleitung zu melden
  • Verpflichtung der Lehrkraft, ausgefallene Lehrkräfte zu vertreten
  • Arbeitsplatz im Lehrerzimmer unterscheidet sich nicht von dem der anderen angestellten Lehrkräfte

Merkmale, die gegen die Annahme einer Angestelltentätigkeit sprechen (Auswahl):

  • Der Unterricht zielt nicht auf die Erlangung eines bestimmten Abschlusses bzw. einer konkreten Bildungsreife ab.
  • Bei der Unterrichtserteilung müssen weder Gesetze, noch Verordnungen oder sonstige staatliche Vorschriften beachtet werden.
  • Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen regeln nicht im Einzelnen die Unterrichtsinhalte.
  • Die Lehrkraft unterliegt keiner Weisung hinsichtlich Methodik oder Didaktik.
  • Es besteht keine Pflicht zu Leistungskontrollen, wie etwa Klassenarbeiten oder Tests.
  • Die Lehrkraft übernimmt keine Erziehungsaufgaben.
  • Die Lehrkraft kann nicht zum Abhalten von Vertretungsstunden herangezogen werden.
  • Die Teilnahme der Lehrkraft an Konferenzen erfolgt gegen Zahlung eines zusätzlichen Honorars.

 

Konsequenzen bei Beschäftigung unter „falschem“ Status

Wird eine Lehrkraft an einer Lehranstalt als Honorarkraft geführt, obwohl per o.a. Definitionen ein Anstellungsverhältnis vorliegt, hat die Schule bzw. die Lehranstalt die entsprechenden Konsequenzen zu tragen:

Im Falle eines (auch stillschweigend gegründeten) Arbeitsverhältnisses

  • greift das Arbeitsrecht mit all seinen Schutzgesetzen (Kündigungsschutz, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall)
  • sind vom Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

 

Bewerben an Privatschulen (Teil 4): Hintergrundwissen zur Personalentwicklung an Privatschulen

Im Gegensatz zu staatlichen Schulen sind Schulen in freier Trägerschaft Arbeitgeber mit der Verpflichtung, sich selbst um die Personalentwicklung zu kümmern. Gleichwohl sind Privatschulen nur teilweise vergleichbar mit „normalen“ Wirtschaftsunternehmen, denn auch wenn sie dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb unterstehen und Budgetverantwortung haben, stehen sie doch in einem besonderen Bezug zu den staatlichen bzw. landesspezifischen Vorgaben der Bildungsministerien. Damit bewegen sich Privatschulen in einem besonderen Spannungsfeld zwischen Autonomie und Gebundenheit.

 

Personalentwicklung ist Qualitätsentwicklung

Personellen Entwicklungsprozessen kommt gerade an Privatschulen eine besondere Bedeutung zu, denn noch mehr als in staatlichen Einrichtungen sind dort Lehrpersonen dazu aufgerufen, sich mitsamt ihrer gesamten Persönlichkeit in das Schulleben einzubringen. Dazu können besondere (außerschulische) Fertigkeiten ebenso gehören wie spezifische pädagogische Ansätze oder aber ethische und/oder religiöse Grundeinstellungen. Und mehr noch: Wie aktuelle Erkenntnisse der Bildungsforschung, beispielsweise die Hattie-Studie, zeigen, sind in erster Linie die Lehrkräfte für Lernerfolge der Schüler – und damit für ein entscheidendes Qualitätsmerkmal der Schule – verantwortlich. Um jedoch als Lehrkraft optimale Arbeit leisten zu können, ist eine intakte, gut organisierte Arbeitsumgebung zwingend notwendig. Folglich gibt es an Schulen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Personal- und Qualitätsentwicklung.

 

Instrumente der Personalentwicklung

Wer sich in einem Bewerbungsverfahren für eine Stelle an einer Privatschule befindet (oder dies plant), sollte sich als Vorbereitung auf die Bewerbung einen Überblick über die Personalentwicklung an der jeweiligen Schule verschaffen. Auch im Vorstellungsgespräch zeugt es von Interesse und Kompetenz, in punkto Personalplanung konkrete Fragen zu stellen.

 

  • Eng zusammen mit der personellen Entwicklung einer Schule hängt die Schulentwicklungsplanung, der „Fahrplan“ für die nächsten Jahre: Welche Schülerzahlen sind zu erwarten? Will sich die Schule vergrößern? Ist eine Verlagerung/Vertiefung von Schwerpunkten vorgesehen? Und vor allem: Welche bildungspolitischen Entwicklungen erfordern personelle Konsequenzen (z.B. Ganztag, Inklusion)?

 

  • Eine weitere entscheidende Rolle spielt in der schulischen Personalentwicklung das Schulprogramm. Stehen strukturelle Veränderungen an, muss die Schule hierfür in punkto Personal rechtzeitig die Weichen stellen.

 

  • Auch die Fortbildungsplanung ist eng verknüpft mit personellen Fragen, sowohl inhaltlich („Welche Fortbildungsmaßnahmen sind nötig?“) als auch zeitlich („Wann muss welche Fortbildung abgeschlossen sein, um mit dem neu erworbenen Wissen arbeiten zu können?“).

 

Die Frage der Befristung

Eine Vielzahl der Anstellungen in Privatschulen beginnen zunächst als befristete Arbeitsverhältnisse – mit der Option, die Befristung in eine Entfristung umzuwandeln. Im Bewerbungsgespräch sollten Bewerberinnen und Bewerber das Thema Befristung offen ansprechen und sich nach den Aussichten für eine Entfristung erkundigen. Nicht zu vergessen: Ein Grund für befristete Arbeitsverhältnisse ist auf Arbeitgeberseite oft der Wunsch, dadurch eine „verlängerte Probezeit“ zu erlangen. Von einer solchen ausgedehnten Erprobungsphase profitieren nicht zuletzt auch beide Seiten.

Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland

Die Möglichkeit, an einer deutschen Schule, Hochschule oder sonstigen Bildungseinrichtung im Ausland zu unterrichten ist für viele Lehrkräfte eine wertvolle und unersetzliche Bereicherung  persönlicher als auch fachlicher Art. Die Chancen auf eine Stelle im Ausland hängen stark von persönlichen Faktoren der Bewerber ab. Dazu gehören neben der Qualifikation vor allem auch die Fächerkombination, der Status und zu einem entscheidenden Teil die persönliche Flexibilität. Nicht zuletzt spielen auch finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Denn das Gehalt kann je nach Art des Einsatzes erheblich variieren.

 

Viele Wege führen ins Ausland

Grundsätzlich haben Lehrkräfte mit Zweitem Staatsexamen und bereits absolvierter Lehrerfahrung gute Chancen bei der Bewerbung um eine Stelle im Ausland. Prinzipiell steht jedoch nicht nur examinierten Lehrerinnen und Lehrern eine Anstellung an Auslandschulen offen. Die Art der zu besetzenden Stelle wird jeweils in der Stellenausschreibung genannt. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt sich eine kurze Nachfrage bei der ausschreibenden Schule.

Unterschieden werden generell folgende Lehrmöglichkeiten:

  • Auslandsdienstlehrkraft (ADLK): Diese Lehrkräfte müssen im innerdeutschen Schuldienst fest verbeamtet oder unbefristet angestellt sein und mindestens zwei Jahre Lehrerfahrung nachweisen. Wie auch in Deutschland sind im Ausland derzeit besonders die MINT-Fächer nachgefragt. Auch Lehrkräfte, die Fachunterricht in einer Fremdsprache (beispielsweise englischsprachiger Erdkundeunterricht) unterrichten, haben gute Karten bei Auslandsbewerbungen. Generell zählt überdies die Zusatzausbildung Deutsch als Fremdsprache (DaF) als gute Voraussetzung für eine Auslandstätigkeit. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Landesprogrammlehrkraft (LPLK): Wer als LPLK eine Auslandsstelle antreten will, ist normalerweise im Landesschuldienst angestellt oder verbeamtet und wird für die Auslandstätigkeit freigestellt. Die Anzahl der LPLK-Stellen ist jedoch weitaus geringer als die der BPLK- und ADLK-Stellen.
  • Bundesprogrammlehrkraft (BPLK): Voraussetzung ist ein erfolgreich abgelegtes 2. Staatsexamen oder ein gleichwertiger Abschluss, bei verbeamteten und unbefristet angestellten Lehrkräften Gewährleistungs- bzw. Freistellungszusage des Dienstherrn bzw. Arbeitgebers. Im Gegensatz zu ADLK ist hier keine aktuelle Anstellung nötig. Bewerber können daher beispielsweise auch schon direkt nach dem Referendariat eine Stelle als BPLK antreten. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Ortslehrkraft oder Ortskraft (OLK oder OK): Prinzipiell können sich alle Lehrerinnen und Lehrer als OLK bewerben, das Zweite Staatsexamen wird aber nicht immer zwingend vorausgesetzt. OLK werden nach Landesrecht angestellt – und zwar entweder als Lehrkräfte oder als Erzieher/-innen, Sozialpädagog/-innen bzw. Mitarbeiter/-innen für den außerschulischen Bereich. Entsprechende Bewerber schließen also direkt mit der ausländischen Schule einen Arbeitsvertrag ab und verhandeln auch das Gehalt selbst. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) veröffentlicht auf ihrer Website Stellenangebote auch für OLK/OK, übernimmt jedoch nicht die Vermittlung. Auch LehrCare veröffentlicht regelmäßig Stellenangebote deutscher Schulen im Ausland.

 

Weiterführende Informationen erhalten interessierte Lehrkräfte, Referendare und sonstige pädagogische Fachkräfte bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sowie auf den Seiten der Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und -lehrer (AGAL).

Eine sehr hilfreiche Anlaufstelle ist auch der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLIA). Er verfügt über umfangreiche Informationen zum Auslandsaufenthalt und zu rechtlichen sowie organisatorischen Fragen und unterhält mehrere Regionalgruppen, in denen Mitglieder Unterstützung erfahren und sich austauschen können.

Weiterbildungen für Lehrkräfte

Die Möglichkeiten zur Weiterbildung für Lehrkräfte sind sehr vielfältig und reichen von methodischen oder unterrichtsbezogenen Inhalten über rein pädagogische Bildungsangebote bis hin zu Aufbaustudiengängen, die für schulische Führungspositionen qualifizieren. Überdies unterhalten die Träger mancher Privatschulen eigene Weiterbildungsprogramme, wie beispielsweise der Bund der Freien Waldorfschulen.

Gerade für Lehrkräfte an Privatschulen ist es wichtig, sich in Sachen Weiterbildung auf dem Laufenden zu halten und sowohl Anbieter als auch Maßnahmen zu kennen. Denn zum einen schärfen Fortbildungen das Profil von Lehrkräften und qualifizieren sie für verschiedenste Stellen und Tätigkeiten. Zum anderen können bereits absolvierte oder aber für die Zukunft gewünschte Fortbildungen ein entscheidender Punkt bei einem Bewerbungsgespräch sein.

 

 

Wo finde ich die passende Fortbildung?

Auf der Suche nach der geeigneten Fortbildung empfiehlt sich als erstes ein Blick auf die Fortbildungsangebote der Länder bzw. der zugehörigen Landesinstitute für Lehrerbildung. Manche Bundesländer unterhalten mittlerweile Suchmaschinen, um das Auffinden von einzelnen Angeboten zu vereinfachen. Es lohnt sich, sich zunächst intensiv mit den relevanten Seiten der Länder zu beschäftigen, da sie wiederum auf zahlreiche weiterführende Seiten verweisen.

Auch Stiftungen mit Schwerpunkt Bildung und Bildungsförderung bieten empfehlenswerte Fortbildungen für Lehrkräfte an. Bei der Suche nach Stiftungen hilft eine Online-Datenbank mit mehr als 10.000 Stiftungseinträgen. Noch ausführlicher ist das Verzeichnis Deutscher Stiftungen, das über 20.000 Stiftungen listet (überarbeitete Auflage erscheint im Herbst 2014).

Wer sich in Sachen schulische Führungspositionen, Schulmanagement und Schulentwicklung weiterbilden möchte oder gezielt eine Fortbildung zur Tätigkeit als Schulleitung anstrebt, findet entsprechende Fortbildungsangebote unter anderem auch an Universitäten oder Fach(hoch)schulen.

 

 

Neue Möglichkeiten dank digitaler Medien

Eine gut handhabbare Weiterbildungsmethode sind Online-Weiterbildungen bzw. Maßnahmen auf E-Learning-Basis. Denn hierbei sind die Teilnehmer flexibel in der zeitlichen Planung und können die Maßnahme im eigenen Tempo – und damit gut auch neben der Berufstätigkeit – absolvieren.

 

 

Entscheidungshilfe in Sachen Fortbildung

Doch welche Fortbildungsmaßnahmen sind nachhaltig sinnvoll? Welche neuen Trends sind in den nächsten Jahren zu erwarten? Und wo können Lehrkräfte sich eingehender in Sachen Lehrerfortbildungen informieren? Ein wichtiger Wegweiser ist der Deutsche Verein zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung (DVLfB). Als länderübergreifende Instanz ermöglicht er zum einen die Kooperation der verschiedensten Fortbildungsanbieter und behält deren Professionalisierung im Auge. Darüber hinaus identifiziert er künftig relevante Fortbildungsbereiche, setzt sich mit neuen medialen Möglichkeiten auseinander und kommuniziert mit Behörden. Überdies unterhält der DVLfB eine umfassende Datenbank mit Links zu Fortbildungsanbietern  und gibt die Zeitschrift forum Lehrerfortbildung heraus, die über Innovationen im Fortbildungssektor informiert.

Bewerben an Privatschulen: Das Vorstellungsgespräch (Teil 3)

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste große Hürde im Bewerbungsverfahren an einer privaten Schule genommen. Nun gilt es, sich bestmöglich auf das Job-Interview vorzubereiten. Im Gegensatz zur Bewerbung bei einer staatlichen Schule bedeutet die Bewerbung bei einer privaten Schule, sich bei einem (auch) wirtschaftlich denkenden Arbeitgeber vorzustellen. Zwar spielen auch dort Fächerkombination und Notendurchschnitt bei der Entscheidung für oder gegen einen Bewerber eine Rolle, jedoch haben andere Faktoren mitunter mehr Gewicht. Dazu zählen neben der Aussagekraft der Bewerbungsunterlagen beispielsweise die konkreten Kompetenzen, die Berufserfahrung, die pädagogischen Grundeinstellungen sowie das Auftreten im persönlichen Gespräch. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Schule in freier Trägerschaft ist somit schärfer auf die Persönlichkeit der sich bewerbenden Person fokussiert und darauf, ob diese zur Schule passt oder nicht.

 

Ablauf und Reihenfolge

Je nachdem wo und wie breit gestreut eine Schule die Stelle ausschreibt, ist davon auszugehen, dass sie mehrere Bewerbungen erhält und diese systematisch auswertet. Wer zu einem Gespräch eingeladen wird, hat grundsätzlich schon einmal das Interesse des Arbeitgebers geweckt. Verläuft das Gespräch zur beidseitigen Zufriedenheit, wird entweder ein weiteres Gespräch anberaumt, oder aber eine Hospitation vereinbart. Bietet die Schule zunächst keine Hospitation an, sollten Bewerber dennoch danach fragen. Denn nur so erhalten sie die Chance, den Alltag in der Schule kennenzulernen.

 

Grundsätzlich gilt: Viel stärker als staatliche Schulen identifizieren sich Schulen in freier Trägerschaft mit ihrem Profil – sei es pädagogischer, inhaltlicher oder aber konfessioneller Art. Bewerber sollten sich daher sehr gut über das Profil informieren und schon im Vorhinein abwägen, ob sie tatsächlich zu diesem passen. In jedem Fall wird das Schulprofil auch im Vorstellungsgespräch eine große Rolle spielen.

Da Bewerbungsverfahren an Schulen in freier Trägerschaft – anders als an öffentlichen Schulen – keinen strengen Reglementierungen unterworfen sind, lässt sich der Verlauf eines Vorstellungsgesprächs nicht im Detail vorhersagen. Bewerber können sich daher an allgemeinen Empfehlungen für Vorstellungsgespräche orientieren. Hierfür ist es sinnvoll, einen Katalog potenzieller Fragen zusammenzustellen und für sich selbst zu beantworten:

 

Fragen zu Motivation und Beweggründen

Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?

Warum möchten Sie an einer Privatschule tätig werden?

Was erwarten Sie von Kolleginnen und Kollegen bzw. von der Schulleitung?

Was waren Ihre Beweggründe für die Wahl des Lehrerberufs?

Welche Bestandteile unseres Schulprogramms/pädagogischen Konzepts sprechen Sie an? Welche nicht?

Wie haben Sie sich über unsere Schule informiert?

 

Fachliche Fragen

Was waren die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit?

Was war in beruflicher Hinsicht Ihr größter Erfolg bzw. Misserfolg?

Wie beziehen Sie Eltern in die Unterrichtsarbeit und in das Schulgeschehen ein?

Wie reagieren Sie auf regelmäßig störende Schülerinnen und Schüler?

Wie gehen Sie mit sich prügelnden oder verbal attackierenden Schülerinnen und Schülern um?

Wie sieht für Sie die optimale Förderung für ausländische Mitschüler aus?

Wie können Sie mit Vertretern anderer Fächer kooperieren?

Welche Unterrichtsformen bevorzugen Sie?

Durch welche AGs oder außerschulische Aktivitäten könnten Sie unsere Schule bereichern?

Wie stellen Sie eine funktionierende Kommunikation mit den Eltern her?

 

Fragen zur persönlichen Einstellung

Wie würden Sie sich als Lehrer/-in charakterisieren?

Welche Persönlichkeitsmerkmale einer Lehrperson sind Ihrer Ansicht nach besonders wichtig?

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Worauf legen Sie in Ihrer Funktion als Erzieher/-in besonders wert?

Wie reagieren Sie auf Mobbing-Situationen?

Wie stehen Sie zu Lehrerfortbildungen? An welcher Maßnahme würden Sie gerne teilnehmen?

 

Auch Wünsche und Forderungen artikulieren

Ein Vorstellungsgespräch an einer privaten Schule ist kein einseitiges „Unter-die-Lupe-nehmen“. Auch Bewerber können (und sollten!) in einem Gespräch ihre Wünsche und Forderungen klar äußern. Neben der Thematisierung des Gehalts sollte beispielsweise auch über Urlaubstage, eventuelle Sondervergütungen, Aufstiegsmöglichkeiten, die Ausstattung des Fachbereiches oder aber die Arbeitsplätze im Schulgebäude gesprochen werden. Sehr wahrscheinlich werden einige dieser Punkte bereits in der Stellenausschreibung erwähnt. Nehmen Sie diese Angaben dann als Grundlage und wägen Sie vor dem Gespräch ab, über welche Punkte Sie mit der Schule noch verhandeln möchten.

Bewerben an Privatschulen: Bewerbungsunterlagen (Teil 2)

Bevor Bewerbungsunterlagen angefertigt werden, ist es unabdingbar, sich umfassend über die potenzielle neue Arbeitsstätte zu informieren.

Standardmäßig gehören zu einer Bewerbung

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Examens- bzw. Ausbildungszeugnisse
  • Arbeitszeugnisse
  • weitere Qualifikationsnachweise wie z.B. Fortbildungen
  • ggf. Qualifikationsprofil
  • ggf. Arbeitsproben

 

Bewerben per E-Mail oder per Post?

Gibt der Ausschreibungstext vor, auf welchem Wege die Bewerbung erwünscht ist, müssen sich Bewerber unbedingt an diese Vorgabe halten. Ist keine Präferenz angegeben, liegt die Entscheidung im Ermessen des Bewerbers. Im Zweifelsfall gilt: Diejenige Form wählen, für die man bei der Erstellung eher eine sichere Hand hat.

 

Bewerbungen per Post müssen nicht nur einwandfrei aufbereitet, sondern auch schlüssig gegliedert und gut handhabbar sein. Ungünstige Heftungen oder fehlende Unterteilungen der einzelnen Bestandteile erschweren die Begutachtung. Zu bedenken ist auch, dass schriftliche Unterlagen aus Kostengründen meist nicht zurückgesandt werden.

 

Bei Bewerbungen per E-Mail gilt: Keinesfalls einzelne Dokumente oder gar einzelne Seiten schicken. Im Idealfall werden alle Bestandteile der Bewerbung in einem Dokument (z.B. pdf) zusammengefasst. Möglich ist auch, zunächst Anschreiben und/oder Lebenslauf zu senden (da Personalverantwortliche sich dies zuerst ansehen) und dann Examens- und Arbeitszeugnisse in einem weiteren Dokument zusammenzufügen. Unabdingbar ist eine eindeutige Benennung der

Dokumente (z.B. „S. Müller_Bewerbung“ oder „S. Müller_Arbeitszeugnisse“). Doch bedenken Sie stets: Die Datenmenge sollte nur so groß sein, dass der Empfänger sie problemlos empfangen und handhaben kann.

 

Das Anschreiben

Ein Anschreiben darf nicht länger als eine Seite sein und muss auf die in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen eingehen, ohne diese zu wiederholen. Stattdessen gilt es, konkret zu werden: „Als Lehrerin mit langjähriger Berufserfahrung insbesondere in der Sek. II bin ich es gewohnt, selbstständig zu arbeiten. Da wir an unserer Schule die Unterrichtsreihen für die Oberstufe stets gemeinsam mit den Fachkollegen planen, habe ich auch die Arbeit in einem gut funktionierenden Team kennen- und schätzen gelernt.“

Aus dem Anschreiben muss in jedem Fall hervorgehen, warum Sie sich gerade auf diese Stelle bei diesem konkreten Arbeitgeber bewerben. Was reizt Sie an der Position? Was gefällt Ihnen am Schulprofil? Warum können gerade Sie diese Aufgabe am besten erfüllen? Ihre persönliche Lebenssituation, z.B. dass Sie sowieso gerade in die betreffende Stadt ziehen, interessiert dagegen zunächst nicht. Falls verlangt, sollten Sie eine Angabe zu Ihrem gewünschten Gehalt machen.

 

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte maximal drei Seiten lang sein. Unabdingbar ist eine klare Gliederung, etwa nach Ausbildung und Berufserfahrung, sowie Lückenlosigkeit. Bewerber, die beispielsweise seit sechs Monaten arbeitssuchend sind, können diese Phase etwa „berufliche Neuorientierung“ nennen. Ein Foto ist mittlerweile keine Pflicht mehr, wird von vielen Arbeitgebern jedoch noch sehr geschätzt. Wenn Sie sich für die Beigabe eines Fotos entscheiden, muss dieses jedoch professionell aufgenommen und gut platziert sein. Besonders wichtig ist die Erwähnung derjenigen Fakten, die für die Position relevant sind, wie z. B. Auslandserfahrung, Praktika oder das exakte Niveau Ihrer Sprachkenntnisse. Umfasst der Lebenslauf bereits mehrere Stationen, kann bei den weniger relevanten Tätigkeiten (z.B. den nebenberuflichen Tätigkeiten während des Studiums) gekürzt werden. Nicht bestandene oder abgebrochene Stationen sollten erwähnt werden, ggf. mit dem Zusatz „abgebrochen“.

Neuester Standard für die zeitliche Gliederung eines Lebenslaufs ist:

 

„2000 – 2003 Lehrkraft Heinrich-Heine-Schule Wiesbaden

Klassenleitung 3., 4. und 6. Klasse, Fachbereichsleitung Erdkunde (seit 2002)“

 

Nicht aber:

 

„08/2000 – 07/2003 Lehrkraft Heinrich-Heine-Schule Wiesbaden“

 

 

Arbeitszeugnisse

Sofern vorhanden, sind Arbeitszeugnisse unabdingbar. In der Regel genügen die Zeugnisse der letzten drei Arbeitgeber. Sind Bewerber noch nicht im Besitz qualifizierter Arbeitszeugnisse (beispielsweise nach dem Referendariat), sollten dienstliche Beurteilungen aus der Ausbildungszeit oder Praktikumszeugnisse bzw. Zeugnisse aus nebenberuflichen Tätigkeiten beigelegt werden. Durch diese kann der potenzielle Arbeitgeber sehen, wie einzelne Leistungen beurteilt wurden.

Da dies gerade im öffentlichen Dienst oft nicht üblich ist, verfügen viele Lehrerinnen und Lehrer nicht über Arbeitszeugnisse. Ausgestellte Dienstzeugnisse weichen zudem oftmals von der üblichen Zeugnissprache ab. Trotzdem empfiehlt es sich, auch nachträglich noch ein Zeugnis zu beantragen. Ist dennoch keines zur Hand, so bietet es sich nach US-amerikanischem Muster an, Referenzen zu nennen. Das sind namentlich und mit Adresse (E-Mail-Adresse, Telefonnummer) genannte ehemalige Arbeitgeber, die Sie zuvor autorisiert haben, über Sie auf Anfrage Auskunft zu geben. Doch Vorsicht: Bei öffentlichen Arbeitgebern kann es hier rechtliche Bedenken geben.

 

Fortbildungen

Fortbildungsbereitschaft sollte ggf. schon im Anschreiben erwähnt werden, insbesondere dann, wenn diese Bereitschaft in der Ausschreibung ausdrücklich gewünscht wird. Unter Umständen – und im Hinblick auf ein möglicherweise folgendes Vorstellungsgespräch – ist es sinnvoll, sich bereits über geeignete Fortbildungen zu informieren. Ansonsten gehört eine Auflistung der relevanten Fortbildungen in den Lebenslauf. Das Einreichen von Belegen ist nur dann sinnvoll, wenn es nicht zu viele sind.

 

Qualifikationsprofil

Diese Seite könnte auch heißen: „Was Sie sonst noch über mich wissen sollten“ und dient dazu, sich über eine zusätzliche Darstellung der Kompetenzen nochmals zu profilieren. Doch Vorsicht: Die genannten Punkte dürfen nicht bereits in Lebenslauf oder Anschreiben Gesagtes wiederholen.

 

Arbeitsproben

Auch hier muss ein eindeutiger Bezug zur Stellenausschreibung oder Stelle vorhanden sein. Ein Beispiel für eine sinnvolle Arbeitsprobe ist etwa ein Zeitungsartikel, in dem über ein Unterrichtsprojekt von Ihnen berichtet wird. Doch Achtung: Die Erwähnung von akademischen, kulturellen oder anderweitigen Erfolgen ist nicht zwangsläufig auch für die angestrebte Stelle relevant. Hier gilt es, den Nutzen gut abzuwägen.

Bewerben an Privatschulen: Vorbereiten und Informieren (Teil 1)

Anschreiben, Lebenslauf, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse sind obligatorische Bestandteile einer Bewerbung. Doch bis diese optimal verfasst, gestaltet und auf den potenziellen Arbeitgeber in spe zugeschnitten sind, bedarf es einiger vorbereitender Schritte und Entscheidungen. Dazu gehört neben einem exakten Interpretieren der Stellenausschreibung vor allem auch die Informationsbeschaffung über die potenzielle Arbeitsstätte.

 

Voraussetzungen für die Arbeit an Privatschulen

Generell gilt: Lehrkräfte können sich an Schulen in freier Trägerschaft bewerben, wenn sie über eine fachliche und pädagogische Eignung verfügen. Eine volle staatliche Lehrerausbildung ist nicht verpflichtend, jedoch gern gesehen. Denn nach Artikel 7 Absatz 4 des Grundgesetzes darf die wissenschaftliche Ausbildung der Lehrkräfte an Privatschulen nicht hinter denen an öffentlichen Schulen zurückstehen. Je nach Art der Schule in freier Trägerschaft benötigen potenzielle Lehrkräfte jedoch bestimmte Zusatzausbildungen, wie beispielsweise eine Waldorflehrer-Ausbildung. Daher ist es in einem ersten Schritt unerlässlich, sich genau über die Anforderungen der Schule zu informieren.

 

Die Stellenausschreibung

Entscheidende Informationen über die Anforderungen an potenzielle Bewerber sollte zunächst bereits die Stellenausschreibung enthalten. Diese ist daher genau zu lesen und mit den eigenen Qualifikationen abzugleichen. Umgekehrt müssen auch die vom potenziellen Arbeitgeber genannten Angebote kritisch hinterfragt werden: „Ist es wirklich das, was ich suche und leisten kann?“

 

Informieren über den möglichen Arbeitgeber

Selbstverständlich gehört zur Vorbereitung einer Bewerbung das Studieren der Homepage der entsprechenden Schule. Ist die Schule in einem Verband oder einer Trägervereinigung organisiert, sollten Bewerber auch deren Websites intensiv betrachten und sich innerhalb des pädagogischen Konzepts selbst „verorten“: „Welche Bestandteile des Konzeptes passen besonders/gar nicht zu mir?“ und „Verfüge ich in dieser speziellen pädagogischen Richtung schon über Erfahrungen?“ Sehr wertvoll sind, sofern verfügbar, auch Meinungen und Erfahrungen Dritter.

 

Allgemeine Informationen über Vorteile und Eigenschaften von Privatschulen gibt auch der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). Da gerade Schulen in freier Trägerschaft über ein fundiertes Schulprogramm verfügen und oft bestens vernetzt sind, ist es ratsam, sich auch über die Region und eventuelle Kooperationen zu informieren. Wichtig: Wie alle Arbeitgeber möchten auch Schulen gerne hören, warum man gerade bei ihnen arbeiten möchte. Es ist daher wichtig, hierfür Argumente zu finden. Und nicht zuletzt: Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird das Thema Gehalt thematisiert werden. Es kann nur von Vorteil sein, sich hiermit bereits in der Bewerbungsphase auseinanderzusetzen.

 

Das Telefonat vorab

Eine Möglichkeit, sich zusätzlich vorzubereiten bzw. sich bei dem potenziellen Arbeitgeber bereits „einen Namen zu machen“, ist ein Telefonat vorab. Ziel eines solchen Gespräches ist, etwas zu erfahren, das man als Bewerber im späteren Anschreiben verwerten kann, z. B. indem man über ein Telefonat den konkreten Ansprechpartner herausfindet, oder erfährt, worauf dieser in punkto Qualifikation besonderen Wert legt. Gelingt dies, hebt man sich als Bewerber in jedem Fall positiv von Mitbewerbern ab.

Privatschulen vs staatliche Schulen: Wo liegen die Vorteile?

Privatschulen erfreuen sich bundesweit zunehmender Beliebtheit. So gab es im Schuljahr 2012/13 insgesamt 5.651 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland. Dies ist laut Statistischem Bundesamt eine Steigerung von 74,8 % im Vergleich zum Schuljahr 1992/93. Der Anteil der Privatschulen an allen Schulen beträgt somit aktuell 11,1 %. Bundesweit besuchte 2012 jeder elfte Schüler eine Privatschule. Der starke Zulauf liegt in verschiedenen Qualitätsmerkmalen begründet:

 

Hohes Innovationspotenzial: Viele Privatschulen – insbesondere diejenigen mit reformpädagogischem Ansatz  – galten in der Bildungswelt lange als Exoten. In den letzten Jahren jedoch haben manche von Privatschulen erdachte Konzepte sogar Einzug in das staatliche Schulwesen gehalten. Hierzu gehören beispielsweise die Ganztagsschule oder Unterrichtsformen wir Frei- und Projektarbeit. Auch weitere originär von Privatschulen stammende Ideen, wie etwa die Abschaffung des Sitzenbleibens und der Verzicht auf Noten, werden mittlerweile öffentlich diskutiert.

 

Hohe Identifikation mit der Schule: Privatschulen zeichnen sich durch ausgefeilte Profile und Schulprogramme aus, die teils auch über den Unterricht hinausgehen. Dies führt aufseiten der Schülerinnen und Schüler zu einem hohen Maß an Identifikation mit der Schule. Überdies binden die meisten Privatschulen Eltern stärker mit ins Schulgeschehen ein und erleichtern so auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten.

 

Größere Gestaltungsfreiheit: Sowohl die Schulen selbst, als auch die Lehrkräfte an Privatschulen haben mehr Freiräume. Zwar sind auch Schulen in freier Trägerschaft an den Lehrplan gebunden, doch dient er ihnen eher als ein roter Faden. Denn in den Methoden, die letztlich zum Schulabschluss führen, sind Schulen in freier Trägerschaft im Vergleich zu staatlichen Schulen frei.

 

Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung: Viele Privatschulen (z.B. Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Jenaplan-Schulen) erachten die Entfaltung der Persönlichkeit als ebenso wichtig wie das Erlangen von Wissen und kognitiven Fähigkeiten.Diese Wertschätzung der Persönlichkeit stellt einen Gegenentwurf zu den primär auf Leistung ausgerichteten staatlichen Schulen dar, den immer mehr Eltern als wohltuend und angemessen empfinden.

 

Individuelles Lernen: Je nach pädagogischer Ausrichtung der Privatschule ist die individuelle Förderung jeder Schülerin bzw. jedes Schülers eines der Hauptanliegen des Lehrkonzepts. Dies gilt beispielsweise für Montessori-Schulen. Auf Schülerinnen und Schüler, die an staatlichen Schulen schlechte Leistungen erbringen, kann an Privatschulen ganz anders eingegangen werden – ohne stigmatisierende Förderbedarf-Attestierung. Umgekehrt haben auch Hochbegabte durch den individuellen Zugang an Privatschulen beste Entfaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht gar dezidierte Hochbegabtenschulen in freier Trägerschaft besuchen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte: Gerade junge, hochmotivierte Lehrkräfte mit starkem Verwirklichungsdrang scheitern an staatlichen Schulen oft an starren Verordnungen. Privatschulen hingegen lassen Lehrkräften mehr Möglichkeiten zur Umsetzung von Ideen und Überzeugungen oder aber von ethischen oder theologischen Überzeugungen. Dieses höhere Maß an Gestaltungsfreiheit sorgt für Zufriedenheit im Beruf.

 

Angenehmes Arbeitsklima: Nicht nur in pädagogischer, auch in organisatorischer Hinsicht bieten Privatschulen für Lehrkräfte gute Arbeitsbedingungen. So verfügen die Schulen meist über einen guten bis sehr guten Personalschlüssel, sowohl des Lehrerkollegiums, als auch des Verwaltungs- und Betreuungspersonals sowie externer Fachkräfte, wie etwa Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen etc. Dies entlastet Lehrkräfte spürbar.

 

Eine Übersicht über verschiedene Arten von Privatschulen bzw. unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte finden Sie hier.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 8: Konfessionelle Schulen (katholisch)

Konfessionelle Schulen zeichnen sich durch ihre enge Anlehnung an eine Glaubensrichtung aus – in Deutschland also hauptsächlich an die katholische oder die evangelische Konfession. 2011 besuchten hierzulande etwa 442.000 Schülerinnen und Schüler eine konfessionelle Schule, von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien. Auf katholische Schulen entfielen hierbei rund 327.000 Schülerinnen und Schüler, auf evangelische ca. 115.000.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Je nach Träger der spezifischen Schule können die Anforderungen an Lehrkräfte katholischer Schulen stark variieren. So haben beispielsweise Ordensschulen andere Anforderungen als Schulen in Trägerschaft von Stiftungen. Unabdingbar ist neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation eine ausgeprägte Identifizierung mit der katholischen Ausrichtung.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da sich Katholische Schulen eng am staatlich vorgegebenen Lehrplan orientieren, bewegen sich die Möglichkeiten der inhaltlichen Unterrichtsgestaltung innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. Jedoch gibt es für Lehrkräfte umso mehr Möglichkeiten, sich pädagogisch bzw. gestalterisch einzubringen. Einen Überblick über den Erziehungsauftrag Katholischer Schulen gibt ein Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Viele freie Katholische Schulen verfügen darüber hinaus über ein dezidiertes Schulprofil, für dessen Erarbeitung bzw. Umsetzung sich Lehrkräfte engagieren können.

 

Entstehung

Etwa anderthalb Jahrtausende lang waren in Mitteleuropa Kirchen und andere Religionsgemeinschaften die einzigen Träger von Bildungseinrichtungen. Erst in den letzten Jahrhunderten verbreiteten sich staatliche Schulen in größerem Maße. Heute sind in Deutschland konfessionelle Schulen gegenüber staatlichen Schulen in der Minderzahl. 2009 waren insgesamt 325.000 Schüler an katholischen und 2007 rund 115.000 Schüler an evangelischen Schulen eingeschrieben. Unter den Schulen in freier Trägerschaft stellen die katholischen Schulen damit den größten Anteil dar. Eine Ausnahmeregelung gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind konfessionelle Schulen als staatliche Schulen in der Trägerschaft von politischen Gemeinden.

 

Umsetzung in die Praxis

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Qualitätskriterien für Katholische Schulen festgelegt, in denen unter anderem Empfehlungen für die Punkte Erziehungsauftrag, Unterrichtsgestaltung, Lehrkräfte und Elternarbeit ausgesprochen werden. Diese können als Grundlage für die Praxis Katholischer Schulen gesehen werden. Das Papier verdeutlicht darüber hinaus, dass Katholische Schulen einen hohen Anspruch an die Schulqualität haben, dass jedoch die Palette möglicher Ausgestaltungsformen sehr breit ist. Dies liegt nicht zuletzt auch an regionalen bzw. länderspezifischen Eigenarten.

 

Status

Katholische Schulen in freier Trägerschaft sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und vermitteln als solche die Inhalte der Bildungspläne der öffentlichen Schulen. Sie ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern staatlich anerkannte Abschlüsse, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft erhalten katholische Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Bei den Elternbeiträgen achten konfessionelle Schulen in besonderem Maße auf die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. So gibt es an vielen Schulen reduzierte Schulgelder. Eine zusätzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden.

 

Weitere Informationen

Der Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS) informiert auf seiner Website über katholische Schulen in Deutschland. Katholische Religionslehrer/-innen und sonstige Lehrkräfte, die sich für eine Tätigkeit in einer katholischen Schule interessieren, finden zahlreiche weiterführende Informationen und Materialien auf dem Religionspädagogischen Portal der katholischen Kirche in Deutschland.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 7: Konfessionelle Schulen (evangelisch)

Konfessionelle Schulen zeichnen sich durch ihre enge Anlehnung an eine Glaubensrichtung aus – in Deutschland also hauptsächlich an die katholische oder die evangelische Konfession. 2011 besuchten hierzulande etwa 442.000 Schülerinnen und Schüler eine konfessionelle Schule, von Grundschulen über Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien. Auf evangelische Schulen entfielen hierbei rund 115.000, auf katholische circa 327.000 Schülerinnen und Schüler. Größter und bedeutendster Träger der evangelischen Schulen in Deutschland sind die Landeskirchen, gefolgt von Trägerstiftungen/Trägergemeinschaften, Schulverbänden und Förderstiftungen.

Evangelische Schulen sind jedoch nicht zu verwechseln mit den sogenannten Bekenntnisschulen. Hinter diesem Begriff verbergen sich evangelikal orientierte Schulen. Sie sind organisiert im Verband Evangelischer Bekenntnisschulen e.V.  (VEBS). Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen informiert in einem Statement über deren Ziele und Weltanschauungen und distanziert sich explizit von Bekenntnisschulen.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation ist für eine Tätigkeit an einer evangelischen Schule die Identifizierung mit der konfessionellen Ausrichtung unabdingbar. Generell sind Lehrkräfte an freien konfessionellen Schulen auch als „Persönlichkeitserzieher“ gefragt, die ihren Schülern den christlichen Wertekanon vermitteln sollen. Eine deutliche Nähe zum christlichen Weltbild bzw. Erfahrung in der christlich geprägten Kinder- und Jugendarbeit sind daher Voraussetzung. Jedoch variiert die Rolle der Konfession – und damit auch die Anforderungen an potenzielle Lehrkräfte – von Schule zu Schule.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da sich freie konfessionelle Schulen eng am staatlich vorgegebenen Lehrplan orientieren, bewegen sich die Möglichkeiten der inhaltlichen Unterrichtsgestaltung größtenteils innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. Jedoch gibt es für Lehrkräfte umso mehr Möglichkeiten, sich pädagogisch bzw. gestalterisch einzubringen. Viele freie evangelische Schulen verfügen darüber hinaus über ein dezidiertes Schulprofil, für dessen Erarbeitung bzw. Umsetzung sich Lehrkräfte engagieren können.

 

Entstehung

Etwa anderthalb Jahrtausende lang waren in Mitteleuropa Kirchen und andere Religionsgemeinschaften die einzigen Träger von Bildungseinrichtungen. Erst in den letzten Jahrhunderten verbreiteten sich staatliche Schulen in größerem Maße. Heute sind in Deutschland konfessionelle Schulen gegenüber staatlichen Schulen in der Minderzahl. 2007 waren insgesamt 115.000 Schüler an evangelischen und 2009 rund 325.000 Schüler an katholischen Schulen eingeschrieben. Eine Ausnahmeregelung gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind konfessionelle Schulen als staatliche Schulen in der Trägerschaft von politischen Gemeinden.

 

Umsetzung in die Praxis

In heutigen evangelischen freien Schulen bleibt der vermittelte Stoff von den konfessionellen Lehrinhalten meist unangetastet. So wird im Biologieunterricht natürlich die Evolutionstheorie und nicht die Schöpfungsgeschichte gelehrt. Eines der Hauptziele evangelischer Schulen ist es, die Persönlichkeit der Kinder ausbilden zu helfen und Gemeinschaftsgeist zu entwickeln – nach den Leitbildern der konfessionellen Ausrichtung. Zudem ermöglichen sie Kindern, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Zum Schulalltag gehören neben morgendlichen Gebeten auch regelmäßige Schulgottesdienste. Der Besuch des Religionsunterrichts ist obligatorisch. Darüber hinaus engagieren sich die Schülerinnen und Schüler oft auch in karitativen Einrichtungen oder helfen schwächeren Mitschülern. Meistens gehören die Kinder der Konfession an, die den Schwerpunkt der pädagogischen Einrichtung bildet, dies ist in evangelischen freien Schulen jedoch nicht Pflicht.

 

Status

Evangelische konfessionelle Schulen sind staatlich anerkannte Ersatzschulen und vermitteln als solche die Inhalte der Bildungspläne der öffentlichen Schulen. Sie ermöglichen ihren Schülerinnen und Schülern staatlich anerkannte Abschlüsse, sofern nicht ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt besteht, der dies einschränkt.

 

Finanzierung

Wie alle Schulen in freier Trägerschaft erhalten evangelische konfessionelle Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Bei den Elternbeiträgen achten konfessionelle Schulen in besonderem Maße auf die finanziellen Möglichkeiten der Eltern. So gibt es an vielen Schulen reduzierte Schulgelder. Eine zusätzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden.

 

Weitere Informationen

Das Portal Evangelische Schulen in Deutschland gibt Auskunft über Organisation und Struktur evangelischer Schulen in freier Trägerschaft. Unterhalten wird es vom Arbeitskreis Evangelische Schule und von der Wissenschaftlichen Arbeitsstelle Evangelische Schule.

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