Archiv für die Kategorie „Karrieremöglichkeiten und -wege“

Corona: Bewerben in der Krise

Frisch examinierte Lehrkräfte oder auch erfahrene Lehrerinnen und Lehrer, die sich aktuell auf Jobsuche befinden, sind derzeit häufig verunsichert: Finden momentan überhaupt Bewerbungsverfahren statt? Und wenn ja, auf welche Besonderheiten muss ich mich gegebenenfalls einstellen? Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare, gibt Auskunft.

1. Finden Schulen momentan überhaupt Zeit, sich um Bewerber und eingehende Bewerbungen zu kümmern?

Die derzeitige Situation ist aufgrund von Corona für Bildungsträger und wechselbereites Pädagog*innen nicht ganz leicht. Da die Schulen und Kitas ihren Betrieb noch nicht bzw. noch nicht ganz wiederaufgenommen haben und ggf. eine zweite Welle droht, sollte man im Zweifelsfall auf Nummer sicher gehen und bleiben, wo man ist. Auch haben wir erlebt, dass es bei einigen Schulträgern letzthin zur Verzögerung im Bewerbungsprozess kam. Dort, wo derzeit aber Stellen ausgeschrieben sind, besteht eine gute Chance, dass diese auch wie geplant besetzt werden. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, die Stelle zu wechseln oder derzeit eine sucht, weil er keine hat, sollte sich wie üblich bewerben.

2. Finden derzeit überhaupt Vorstellungsgespräche statt oder werden diese online durchgeführt?

Die ganz harten Zeiten sind vorbei. Vorstellungsgespräche fanden kurzzeitig entweder gar nicht oder verstärkt online statt. Mittlerweile aber geht alles vielfach wieder seinen gewohnten Gang, da auch die Träger künftige Mitarbeiter lieber persönlich kennenlernen möchten.

3. Sollen sich Bewerber ganz normal bewerben oder gilt es, Besonderheiten zu beachten?

Ich würde als Bewerber*in auf jeden Fall immer eine Skype-Adresse angeben bzw. vorab eine einrichten und auch mit einem Freund oder einer Freundin einmal ein Probegespräch führen, damit die Technik im Fall der Fälle auch funktioniert. Gibt es Online-Jobinterviews mit mehreren Beteiligten, erfahren Kandidat*innen meist vom künftigen Arbeitgeber, wie das funktioniert. Bei Zoom zum Beispiel kann man sich als Kandidat*in dazuschalten, ohne Zoom selbst installieren zu müssen.

4. Was raten Sie Bewerbern, die nach erfolgtem Gespräch nichts vom potenziellen Arbeitgeber hören?

Das hat ja mit der Krise nichts zu tun und kommt immer mal vor. Hat man sich postalisch oder online beworben oder schon ein Gespräch gehabt, egal ob online oder vor Ort, sollte man, auch wenn nichts Weiterführendes vereinbart wurde, immer nachhaken, wenn es zu lange dauert. Dabei sollte man natürlich freundlich bleiben und sich auf einmalige Nachfrage beschränken. In Kita und Schule tauchen immer kurzfristige Herausforderungen auf, die zu Verzögerungen im Bewerbungsprozess führen, selbst wenn der Träger das nicht möchte. Nachzuhaken zeugt von Interesse an der ausgeschriebenen Position.

Zielvereinbarungsgespräche an Schulen

Ob Mitarbeitergespräch, Zielvereinbarungsgespräch, Jahresgespräch, Entwicklungsgespräch – für das jährliche Vier-Augen-Gespräch, das in den meisten Unternehmen – und immer mehr auch in Schulen – stattfindet, gibt es unterschiedliche Namen. Ziel der Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Unterredung ist es, den Status quo eines jeden Mitarbeiters/Mitarbeiterin herauszuarbeiten, dessen bzw. deren Entwicklung zu dokumentieren, eventuelle Missstände aufzudecken, die Arbeitsqualität zu sichern und Ziele zu vereinbaren. Das übergeordnete Ziel ist die langfristige Mitarbeiterbindung.

Chance für Weichenstellungen

Auch wenn viele Angestellte einem Zielvereinbarungsgespräch durchaus mit Skepsis begegnen, so sollten sie sich die Möglichkeiten der Unterredung bewusst machen:

  • Gerade jüngere Lehrkräfte erhalten in einem Mitarbeitergespräch wertvolles Feedback zu ihrer Arbeit und haben die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen.
  • Ein Vier-Augen-Gespräch mit der Schulleitung ist ein idealer Rahmen, um eine mögliche Beförderung oder eine Gehaltserhöhung anzusprechen.
  • Die Vorbereitung auf ein Mitarbeitergespräch ist für Angestellte eine gute Möglichkeit, im Vorfeld die eigene Position in der Schule zu reflektieren und persönliche Ziele herauszuarbeiten.

Mögliche Fragen der Schulleitung

Natürlich können Umfang und Atmosphäre – und damit auch die gestellten Fragen innerhalb eines Mitarbeitergesprächs von Schule zu Schule stark variieren. Umso sinnvoller ist es, sich vorab ein wenig auf ein anstehendes Gespräch vorzubereiten. Folgende Fragen sind klassische Bestandteile von Entwicklungsgesprächen:

  • Welche Projekte/Aufgaben sind Ihnen im vergangenen Jahr besonders gut/weniger gut geglückt?
  • An welche konkrete Situation denken Sie gerne zurück? Welche Situation bereitet Ihnen rückblickend Unbehagen?
  • Haben Sie für sich selbst gesteckte Ziele erreicht?
  • Woran erkennen Sie, dass Sie Ziele erreicht haben?
  • Wo sehen Sie Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen?
  • Wie sehen Sie Ihre Position innerhalb des Kollegiums?
  • Wie sehen andere Ihre Position innerhalb des Kollegiums?
  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer derzeitigen Position an unserer Schule?
  • Was nehmen Sie als Ihre größten Belastungen wahr?
  • Was müsste sich ändern, damit Sie mit Ihrer derzeitigen Position zufrieden(er) sind?
  • Welche Herausforderungen sehen Sie, wenn Sie in die nähere Zukunft blicken?
  • Welche Entwicklungen würden Sie in näherer Zukunft gerne anstreben?
  • Wo sehen Sie sich in einem, in fünf und in zehn Jahren?

Weitere Informationen:

Lehrkräfte ins Ausland: Internationalisierung der Lehramtsausbildung

Interkulturelle Kompetenz, Auslandserfahrungen und Weltgewandtheit werden zunehmend von Bewerberinnen und Bewerbern gefordert und sollen möglichst bereits in der Ausbildung erworben werden. Dem entgegen steht jedoch die Tatsache, dass gerade Lehrkräfte hierzulande häufig in nur geringem Maße Auslandserfahrungen sammeln – erstrecht im Rahmen der Ausbildung. Dabei sind diese ein wichtiger Motor auch für die Persönlichkeitsentwicklung von Lehrkräften. Nicht zuletzt sind Auslandserfahrungen wichtige Voraussetzungen, um als Lehrkraft der zunehmenden kulturellen, religiösen und sprachlichen Diversität souverän zu begegnen und dies an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Neues Programm ebnet Wege ins Ausland

Auslandsaufenthalte sind in Deutschland bislang nicht Bestandteil der Curricula der Lehramtsausbildung. Um angehenden Lehrkräften die Möglichkeit für Auslandserfahrungen zu eröffnen, hat der DAAD das Programm Lehramt.International aufgesetzt. Es richtet sich sowohl an Lehramtsstudierende als auch an Absolventen vor dem Übergang zum Referendariat.

Programm für Lehramtsstudierende

Bewerben können sich an deutschen Hochschulen Studierende aller Fächerkombinationen und aller Schulformen ab dem 1. Fachsemester eines Lehramtsstudiengangs (Bachelor, Staatsexamen) sowie Studierende im Masterstudiengang. Die Teilnehmenden am Programm erhalten ein Stipendium für selbstorganisierte Praktika an schulischen und Hochschuleinrichtungen im Ausland. Die Dauer der Förderung beträgt 1 bis 6 Monate. Das Stipendium umfasst:

  • Monatliche Stipendienrate (Höhe je nach Gastland)
  • Reisekostenzuschuss
  • Leistungen zur Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung

Programm für Absolventen vor dem Übergang zum Referendariat

Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen von Lehramtsstudiengängen (Master oder Staatsexamen) aller Fächerkombinationen und aller Schulformen, die vor dem Referendariat bzw. zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen stehen. Die Dauer der Förderung beträgt 6 bis 12 Monate. Das Stipendium umfasst:

  • Monatliche Stipendienrate (Höhe je nach Gastland)
  • Reisekostenzuschuss
  • Leistungen zur Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung

Als Lehrkraft an einer deutschen Auslandsschule arbeiten

Auch für bereits erfahrene Lehrkräfte kann eine Tätigkeit im Ausland äußerst bereichernd sein. Weiterführende Informationen zum Thema liefern die Artikel „Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland“ sowie „Bewerbung und Vorbereitung: Als deutsche Lehrkraft ins Ausland“.

Hier finden Sie überdies aktuelle LehrCare-Stellenausschreibungen im Ausland.

Lehrer-Fortbildungen: Die richtige Anlaufstelle in meinem Bundesland finden

Laut einer Vodafone-Studie aus dem Jahr 2016 erachtet der überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer lebenslanges Lernen als entscheidenden Baustein ihrer täglichen Arbeit. Jedoch beklagen Lehrkräfte auch die mangelnden zeitlichen Ressourcen für derlei Maßnahmen. Zudem sei es oft schwierig, die passende Fortbildungsmaßnahme zu finden.

Was bieten die Bildungsportale der Länder?
Die Vorgaben für den Besuch von Lehrerfortbildungen variieren von Bundesland zu Bundesland. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen schulinternen und externen Fortbildungen. Schulinterne Weiterbildungsmaßnahmen sind zumeist verpflichtend für alle an einer Schule tätigen Lehrkräfte. Sie haben das vorrangige Ziel, das Kollegium auf den gleichen Wissensstand zu bringen.

Externe Bildungsmaßnahmen gestalten sich sehr vielfältig, denn das Angebot ist breit gefächert und nur schwer überschaubar. Zudem gilt es, bei der Wahl des Bildungsanbieters dessen Eignung genau unter die Lupe zu nehmen. Zahlreiche private bzw. kommerzielle Anbieter – etwa Software-Entwickler, Schulbuchverlage, freie Institute oder Forschungszentren – zielen primär darauf ab, eigene Produkte zu verkaufen und lassen mitunter eine Anlehnung an Lehrpläne vermissen.

Empfehlenswert ist daher, zuerst die landesspezifischen Angebote der jeweiligen Bildungs- oder Schulministerien zu durchsuchen. Oft halten diese bereits eine breite Palette an Maßnahmen und Bildungsträgern bereit. Parallel dazu sollten weiterbildungswillige Lehrkräfte in einem Gespräch die Haltung der Schulleitung erfragen, denn Fortbildungen müssen von dieser genehmigt werden.

Baden-Württemberg: Bildungsserver Baden-Württemberg Lehrer*innenfortbildung

Bayern: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg

Bremen: Landesinstitut für Schule Bremen

Hamburg: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung

Hessen: Hessisches Kultusministerium – Fortbildungskataloge

Mecklenburg-Vorpommern: Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen: Niedersächsischer Bildungsserver – Fortbildungen

Nordrhein-Westfalen: Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz: Veranstaltungskatalog des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz

Saarland: Landesinstitut für Pädagogik und Medien

Sachsen: Freistaat Sachsen – Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Sachsen-Anhalt: Bildungsserver Sachsen-Anhalt – Lehrerfort- und Weiterbildung

Schleswig Holstein: Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen

Thüringen: Thüringer Schulportal

 

Als Honorarkraft im Schuldienst

In Deutschland arbeiten zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer als freiberufliche, also nicht angestellte Lehrkräfte. Betätigungsfelder für sie sind jedoch nicht nur Volkshochschulen, Sprach- oder Musikschulen, Integrationsmaßnahmen, Berufsbildungseinrichtungen, Hochschulen oder Nachhilfeinstitute. Auch allgemeinbildende Schulen – darunter auch Ersatzschulen in freier Trägerschaft – stocken ihr Kollegium mitunter durch freie Kräfte auf. Sie können so flexibel auf Personalengpässe reagieren, Fächer mit geringer Unterrichtsverpflichtung anbieten oder aber Unterrichtsangebote abdecken, die über den Rahmenlehrplan hinausgehen.

Auch wenn LehrCare seit zehn Jahren zu über 90 % in feste Anstellungsverhältnisse vermittelt – die restlichen 10 % sind Vertretungen, z.B. in Krankheitsfällen – bevorzugen einige Lehrerinnen oder Lehrer in einzelnen Lebensphasen durchaus die Freiberuflichkeit. Im Folgenden einige relevante Infos.

 

Status muss deutlich sein

Kommt es zu einer längerfristigen und kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen einer Bildungseinrichtung und einer freiberuflichen Lehrkraft, kann das Beschäftigungsverhältnis schnell Züge einer angestellten Tätigkeit annehmen, allerdings ohne Sozialversicherungsabgaben seitens des Arbeitgebers. Um einer solchen – mutwilligen oder fahrlässigen – Umgehung von Sozialversicherungsabgaben vorzubeugen, führen Sozialversicherungsträger ein Statusfeststellungsverfahren durch.

 

Selbstständigkeit als Sprungbrett

Deutlich mehr noch als angestellte Lehrkräfte müssen sich freiberufliche Lehrerinnen und Lehrer über ihre Ziele im Klaren sein und diese konsequent verfolgen. Statt in der lähmenden Warteschleife auf die Festanstellung zu verharren, können sich Kandidatinnen und Kandidaten folgende Fragen stellen: Strebe ich derzeit eine Festanstellung an? Oder gibt es Möglichkeiten, mich (vorübergehend) auch freiberuflich weiterzuentwickeln? Welche Lehreinrichtungen kommen für mein Profil in Frage? In welche Richtung möchte ich mich fachlich weiterentwickeln und wie ist dies mit dem Arbeitsmarkt vereinbar? Wo kann ich Erfahrungen sammeln, die mich in meiner beruflichen Entwicklung weiterbringen? Welche in der Freiberuflichkeit entwickelten Soft Skills kann ich vorweisen (Organisationsvermögen, Stressresistenz, Networking)?

Denn es gilt im Hinterkopf zu behalten: Ein wesentlicher Trumpf in der Hand von freiberuflichen Lehrkräften kann ihre breite Praxiserfahrung sein, sofern diese Erfahrungen klug gesammelt und präsentiert werden.

 

Weiterführende Informationen:

Broschüre „Richtig selbstständig? Ratgeber für freie Lehrkräfte“. Kostenlos zum Download.

 

 

Bewerben an Privatschulen (Teil 6): Prüfen des Arbeitsvertrags

Sind Bewerbung und Vorstellungsgespräch an einer Schule in Freier Trägerschaft erfolgreich verlaufen, trifft schon bald der Arbeitsvertrag ein. Bei aller Freude über die neue Stelle gilt es nun, noch einmal alles genau unter die Lupe zu nehmen. Gibt es Unklarheiten oder wurden mündlich besprochene Vereinbarungen nicht in den Vertrag übernommen, ist die Personalabteilung der richtige Ansprechpartner.

Ebenfalls sollten Privatschulangestellte in spe sich darüber informieren, welche Besonderheiten die Rechtsform der Schule in punkto Vertragsgestaltung ggf. birgt. Neben Einzelunternehmen gibt es auch Personengesellschaften, Sozialwerke, Vereine u.Ä., die mitunter eigene vertragliche Besonderheiten mit sich bringen, nach denen sich die Bewerbungskandidaten erkundigen sollten.

 

Obligatorische Vertragsbestandteile

Gleich welche Profession oder welcher Arbeitgeber: Arbeitsverhältnisse, die länger als einen Monat andauern, bedürfen eines Vertrages in Schriftform, der vom Arbeitgeber unterzeichnet und an den Arbeitnehmer ausgehändigt werden muss. Im Vertrag enthalten sein müssen:

  • Namen und Anschriften der Vertragsparteien
  • Beschäftigungsbeginn (bei Befristung auch -ende)
  • Arbeitsort
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Höhe des Arbeitsentgeltes
  • vereinbarte Arbeitszeit
  • Urlaubsregelungen
  • Kündigungsfristen
  • ein Hinweis auf für das Arbeitsverhältnis geltende Tarifverträge.

Die rechtliche Grundlage für Arbeitsverträge bildet das sogenannte Nachweisgesetz (NachwG). Es gibt an, welche Vertragsbestandteile obligatorisch sind.

 

Befristungen

Befristete Arbeitsverträge von Lehrkräften sind in vielen Bundesländern gang und gäbe – sowohl bei Schulen in Freier Trägerschaft, als auch an staatlichen Schulen. Auch eine Aneinanderreihung mehrerer befristeter Verträge, eine sogenannte Kettenbefristung, ist nicht unüblich. Handelt es sich um eine Befristung aufgrund von Elternzeit- oder Krankheitsvertretung, kann dies mit der angedachten Rückkehr der/des ursprünglichen Stellenbesitzers/-besitzerin begründet werden.

Liegt jedoch kein solcher Grund vor, besteht durchaus Verhandlungsspielraum und Bewerber sollten in jedem Fall versuchen, eine Entfristung zu erwirken – etwa, wenn sich die Arbeitskraft bewährt und beide Seiten zufrieden mit der Entwicklung des Arbeitsverhältnisses sind. Schließlich liegt es auch im Interesse der Schule, der Schülerinnen und Schüler sowie der Elternschaft, Personal langfristig zu binden.

Es ist ratsam, sich in Sachen Entfristungsvorhaben von einem Anwalt oder aber (bei Mitgliedschaft) kostenfrei von der GEW beraten zu lassen – idealerweise noch vor der Vertragsunterzeichnung.

 

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

 

Sabbatjahr für Lehrkräfte

Genau wie andere Berufsgruppen, können auch Lehrerinnen und Lehrer eine berufliche Auszeit, ein Sabbatjahr nehmen. Neben dem Wunsch nach Regeneration bzw. Burnout-Prävention oder einer langen Reise sind die Triebfedern dabei häufig auch konkrete Weiterbildungsmaßnahmen oder die Verwirklichung persönlicher Vorhaben, wie etwa einer intensiven Familienphase, ehrenamtlichem Engagement oder einem Hausbau.

 

Frühe Planung – das A & O

Details einer beruflichen Auszeit sind für Lehrkräfte – ob angestellt oder verbeamtet – länderspezifisch geregelt. Prinzipiell funktioniert ein Sabbatjahr jedoch meist nach einem einfachen Modell: Während der sogenannten Anspar- oder Arbeitsphase, deren Dauer individuell geregelt wird, verzichtet die auszeitwillige Person auf einen Teil des Einkommens und geht im Anschluss dann in die Freistellungsphase, während der sie die gleichen Bezüge weiter erhält.

Da sich die Ansparphase je nach Bundesland auf einen Zeitraum von zwei bis sieben Jahren erstrecken kann, ist eine frühe Planung und Verhandlung mit dem Dienstherrn bzw. Arbeitgeber unerlässlich. Dieser zeitlich begrenzte Lohnverzicht ist das gängigste Modell und in einigen Bundesländern für Lehrer zugleich das einzig mögliche. Folgende Sabbatjahr-Modelle sind darüber hinaus in manchen Ländern bzw. Beschäftigungsverhältnissen möglich:

 

Teilzeit

Arbeitnehmer und Lehrer schließen einen Teilzeitvertrag mit entsprechend reduziertem Gehalt. Die Lehrkraft arbeitet jedoch Vollzeit weiter und sammelt so Überstunden auf einem Arbeitszeitkonto. In der Freistellungsphase arbeitet die Lehrkraft dann nicht mehr, erhält aber weiter die gleichen Bezüge.

 

Fondsparmodell

Dieses Modell ist nur für Angestellte möglich. Sie sammeln auf einem Arbeitszeitkonto Urlaub, Überstunden und/oder Teile des Gehalts an. Das angesparte Geld wird vom Arbeitgeber in Fonds angelegt, aus denen die Lehrkraft während der Freistellungsphase dann ihre Bezüge erhält.

 

Vorgezogener Ruhestand

Hier nutzt die Lehrkraft das angesparte Zeitguthaben dazu, kurz vor dem Ruhestand entweder Stunden zu reduzieren oder gänzlich vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln.

 

Unbezahltes Sabbatjahr

Nach Absprache mit dem Arbeitgeber ist es auch möglich, einen längeren unbezahlten Urlaub zu nehmen, um anschließend in den Unterricht zurückzukehren.

 

 

Umfassende Recherche wichtig

Die Regelungen zum Sabbatjahr befinden sich in den einzelnen Ländern teils in ständigem Wandel. Es empfiehlt sich, die entsprechenden Vorschriften zeitnah zum eigenen Vorhaben zu recherchieren. Da jedoch generell die Beliebtheit von Sabbatjahren steigt, ist damit zu rechnen, dass Regelungen zunehmend einfacher zugänglich werden.

Sind die wesentlichen Recherchen abgeschlossen, sollten Auszeitwillige sich mit der vertraglichen Regelung auseinandersetzen. Diese muss enthalten:

  • Zeitraum der Anspar- und der Freistellungsphase bzw. eventuelle Befristung einer Arbeitszeitreduzierung
  • Regelung zur Rückkehr und zum Wiedereinstieg
  • Krankheitsregelungen
  • Kündigungsregelungen

 

Zum Weiterlesen

 

 

Praktikum – so holen Sie das Beste raus

Egal ob vor, während oder nach dem Studium: Sinn und Zweck eines Praktikums ist es, einen repräsentativen Einblick in den Alltag einer Arbeitsumgebung zu bekommen. Im günstigen Fall ergänzt das Praktikum das bereits theoretisch erworbene Wissen.

Besonders bei angehenden Lehrkräften sind Praxiseinheiten wichtig, tragen sie doch dazu bei, den viel zitierten Praxisschock zu minimieren. Auch kann ein Praktikum durchaus dazu dienen, sich kritisch zu hinterfragen: Ist die Berufswahl Lehrer/Lehrerin für mich wirklich die Richtige?

Um von einem Praktikum an einer Schule tatsächlich zu profitieren, sollten Praktikanten selbst Initiative ergreifen und das Beste aus der Praxiserfahrung herausholen. Beispielsweise durch gezielte und qualifizierte Fragen.

 

Fragen rund ums Praktikum

  • Was erwarten Sie von einem guten Praktikanten – und konkret: Was erwarten Sie von mir?
  • Wer sind meine Ansprechpartner während des Praktikums?
  • Welche Aufgaben darf ich übernehmen?
  • Womit kann ich Ihre Schule entlasten, während ich bei Ihnen tätig bin?
  • Welche Tätigkeitsbereiche der Schule/des Unternehmens sollte ich Ihrer Meinung nach kennenlernen?

Fragen zum Angestelltenverhältnis im Praktikumsbetrieb

  • Welches sind entscheidende Kriterien, um bei Ihnen angestellt tätig zu sein?
  • Welche Qualitäten sollten Angestellte bei Ihnen vorweisen?
  • Wie schätzen Sie Ihren Personalbedarf in den nächsten Jahren ein?
  • Welche Werte vertritt die Schule?
  • Wie ist der Ablauf des Bewerbungs- bzw. Einstellungsverfahrens?
  • Wie ist die Haltung der Schule zum Thema Weiterbildung?
  • Wie sehen Sie die Chancen einer Einstellung nach dem Studium?

Fragen zum beruflichen Werdegang des Ansprechpartners

  • Seit wann sind Sie im Unternehmen/in der Schule tätig und wie ist Ihr Werdegang?
  • Warum haben Sie sich für diesen Arbeitgeber entschieden?
  • Bei welchem vorhergehenden Arbeitsverhältnis waren Sie unzufrieden?
  • Welche Schwerpunkte haben Sie in punkto Weiterbildung?
  • Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

 

Die Berufseingangsphase bei Lehrkräften: Begleitende Programme und Wegweiser

Nach geregelter Betreuung im Referendariat und Durchlaufen der starren Regularien des 2. Staatsexamens sind junge Lehrkräfte in der Berufseingangsphase (BEP), also den ersten beiden Jahren im Schuldienst, erstmals auf sich gestellt. Wie gestaltet sich diese erste Zeit im Beruf? Welche besonderen Anforderungen treten während dieser Phase auf? Und welche Unterstützungen gibt es in den einzelnen Bundesländern?

 

Baden-Württemberg: Es existiert eine Fortbildungsreihe mit dem Titel „Begleitung in der Berufseingangsphase – Erfolgreich und gesund starten in den Lehrerberuf“. Die Teilnahme an der Maßnahme ist freiwillig. Sie wird durchgeführt von der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.

 

Bayern: In Bayern sind derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase vorgesehen. Auf dem Online-Auftritt des Bayerischen Kultusministeriums können sich frisch ausgebildete Lehrkräfte über allgemeine Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte informieren.

 

Berlin: Berlin bietet Neu-Lehrkräften ein einjähriges begleitendes Programm an, bei dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in moderierten Kleingruppen zu Themen wie Selbstmanagement, Stressbewältigung, Kommunikation mit Eltern und Kollegen oder auch unterrichtsrelevanten Fragen austauschen können.

 

Brandenburg: Brandenburg sieht eine Begleitung junger Lehrkräfte durch eigens geschulte BEP-Beraterinnen und -Berater vor. Eine Informationsveranstaltung informiert die frisch examinierten Lehrkräfte über das begleitende Angebot, das u.a. kollegiale Fallberatung, Fortbildungen, Austausch in Gruppen und ggf. Supervision/Coaching umfasst.

 

Bremen: Unter dem Sammelbegriff „Startsprung“ bietet das Bremer Landesinstitut für Schule frisch examinierten Lehrkräften diverse Auftakt- und Einführungsveranstaltungen für die Berufseingangsphase an.

 

Hamburg: Neben einer verpflichtenden Begrüßungsveranstaltung nehmen neue Lehrkräfte in Hamburg optional an sogenannten BEP-Gruppen teil. Für die Teilnahme an dem halb- oder einjährigen Programm erhalten die Lehrkräfte entsprechende Entlastungsstunden an den Schulen. Zuständig ist das Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

 

Hessen: Das Land Hessen bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Über allgemeine Fortbildungen informieren die Hessische Lehrkräfteakademie sowie der Hessische Bildungsserver auf seiner Fortbildungsdatenbank.

 

Mecklenburg-Vorpommern: Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Weiterführende Informationen für angehende Lehrkräfte hält der Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern bereit.

 

Niedersachsen: Ansprechpartner für die BEP sind in Niedersachsen in den ersten drei Berufsjahren die Kompetenzzentren für regionale Lehrerfortbildung. Sie bieten verschiedene Maßnahmen für die BEP an.

 

Nordrhein-Westfalen: In NRW gibt es derzeit keine landesweit einheitlichen begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der BEP. Jedoch bieten einzelne Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung durchaus entsprechende Maßnahmen an. Eine weitere Anlaufstelle für Lehrkräfte in der BEP ist in NRW das Portal Career Counseling for Teachers (CCT).

 

Rheinland-Pfalz: Die strukturierte Einarbeitung und Begleitung von Lehrkräften in der BEP ist seit Ende November 2015 im „Landesgesetz zur Stärkung der inklusiven Kompetenz und der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“ verankert. Über die konkrete Umsetzung macht das Gesetz keine Angaben.

 

Saarland: 2009 startete (zunächst als Pilotprojekt) die „Begleitete Berufseingangsphase an Grundschulen“. Über weitere Bildungsmaßnahmen für Lehrkräfte am Beginn ihrer Schullaufbahn informiert das Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland.

 

Sachsen: In Sachsen begleitet das Programm „Begleitete Berufseinstiegsphase“ (bBEPh)  junge Lehrkräfte in den ersten beiden Berufsjahren. Neben den Themen Selbst- und Zeitmanagement thematisiert das Programm klassische Herausforderungen im Unterrichtsalltag.

 

Sachsen-Anhalt: Für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt hält das Portal des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA) weiterführende Informationen bereit. Einen umfassenden Überblick über aktuelle Fortbildungsveranstaltungen für Berufseinsteiger im Lehramt gibt der Bildungsserver Sachsen-Anhalt.

 

Schleswig-Holstein: Das Land Schleswig-Holstein bietet derzeit keine begleitenden Maßnahmen für Lehrkräfte in der Berufseingangsphase an. Weiterführende Auskünfte erhalten junge Lehrkräfte auf den Info-Seiten des Portals „Lehrer in Schleswig Holstein“.

 

Thüringen: In Thüringen ist die BEP als dritte Ausbildungsphase fester Bestandteil der Lehrerbildung. Weiterführende Informationen über begleitende Maßnahmen während der BEP gibt das Thüringer Schulportal.

 

Professionalisierung von Schulleitung – Tipps und Ansprechpartner

 

Die Zahl der unbesetzten Schulleitungs-Stellen ist brisant. Allein in den Schulen in NRW sind derzeit fast 2.000 Chefsessel unbesetzt. Über 300 davon an Grundschulen. Um den Notstand zu beheben, sind verschiedene Maßnahmen angebracht: vor allem bessere Bezahlung und mehr Zeit für reine Leitungs- und Verwaltungsaufgaben.

 

Den Nachwuchs in den Blick nehmen

Die meisten Positionen als schulische Führungskraft sind derzeit deshalb nicht besetzt, weil geeignete Bewerber fehlen. Die jeweiligen Schulleiterverbände der Länder und deren Dachorganisation, die Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands (ASD) fordern, dass dem immer komplexer werdenden Berufsbild auf Bundesebene durch eine professionelle Aus- und Weiterbildung Rechnung getragen wird. Derzeit existieren im Bereich Schulmanagement und in der Qualifizierung von schulischem Führungskräftenachwuchs zahlreiche Fortbildungs- oder Studienangebote. Eine Auswahl:

 

„Schulentwicklung und Qualitätssicherung“ (FU Berlin)

Der berufsbegleitende Master-Studiengang richtet sich an Schulleitungen, Steuergruppenmitglieder, Seminarleitungen und Lehrkräfte. Er legt den Schwerpunkt auf die Initiierung und Überprüfung von Qualitätsentwicklungsprozessen in Schulen und vermittelt anwendungsorientierte und forschungsbasierte Kompetenzen.

 

„Schulmanagement“ (WiB/Uni Potsdam)

Der Studiengang „Schulmanagement“ ist als postgraduales, berufsbegleitendes Studium konzipiert. Er richtet sich an alle Studieninteressierte, insbesondere aber an Lehrkräfte, die sich für Führungsposition in Schulen qualifizieren möchten. Das Studium besteht aus den Bausteinen „Ordnung und Gestaltung des Bildungswesens“, „Bildungs- und Qualitätsmanagement“, „Ressourcen- und Personalmanagement“ sowie dem großen Themenblock „Führung“.

 

„Schulmanagement“ (TU Kaiserslautern)

Der zweijährige Master-Fernstudiengang richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung im schulischen Bereich. Insbesondere wendet sich dieses Studium an Personen, die bereits in der Schulleitung tätig sind sowie an Lehrer und pädagogisches Personal, die eine Funktionsstelle an einer Schule, Schulverwaltung oder einer anderen Bildungsinstitution anstreben.

 

„Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“ (Uni Kiel)

Das vier Semester umfassende, berufsbegleitend konzipierte Weiterbildungsstudium mit Master-Abschluss vermittelt wissenschaftliche Grundlagen für eine pädagogische Führungstätigkeit. Es bezieht dabei relevante Methoden und Ergebnisse der empirischen Schul- und Unterrichtsforschung mit ein und schärft die Kompetenzen in Qualitätsmanagement, Personalführung und Kommunikation.

 

Masterstudiengang „Führung und Management in Bildungseinrichtungen“ (DAPF, Dortmund)

Das berufsbegleitende Studium an der Deutschen Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF) besteht aus drei Studiensemestern sowie einem abschließenden Semester zur Verfassen der Masterarbeit. Formale Voraussetzungen für die Teilnahme am Masterstudiengang ist ein erfolgreich absolviertes Lehramtsstudium und/oder ein vergleichbarer Studienabschluss sowie eine mindestens dreijährige Berufserfahrung. Die DAPF ist eine gemeinsame Einrichtung des Zentrums für HochschulBildung (ZHB), Bereich Weiterbildung, und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und sieht ihre Hauptaufgabe in der Förderung und Qualifizierung von Führungskräften in allen schulischen Bereichen und Ebenen.

 

Aktuelle Stellenangebote – unter anderem auch für Schulleiterinnen und Schulleiter – finden Sie übrigens auch auf der Website von LehrCare.

 

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