Archiv für die Kategorie „Bewerbungstipps“

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 3: Jenaplan-Schulen

Jenaplan-Schulen basieren auf den Gedanken und Überzeugungen des Reformpädagogen Peter Petersen. Sie setzen „normalen“ Schulen, in denen oft Frontalunterricht die Regel ist, ein harmonisches, gemeinschaftliches Lernklima entgegen. Nicht nur Inhalte sollen die Schüler pauken, sondern auch „Soft skills“ entwickeln. Unterricht in der althergebrachten Form gibt es hier nicht, ebensowenig Zensuren. Die Ausgestaltung von Jenaplan-Schulen fußt auf den Basisprinzipien der Jenaplan-Pädagogik.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Für Lehrkräfte an Jenaplan-Schulen gibt es kein einheitliches Anforderungsprofil. Für Interessierte an einer Tätigkeit im Jenaplan-Konzept ist zunächst die Identifizierung mit den Prinzipien von Jenaplan-Schulen eine Grundvoraussetzung. Des Weiteren sollten potenzielle Bewerber eine ausgeprägte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern auf „Augenhöhe“ haben. Für die explizite fachliche und pädagogische Qualifikation empfiehlt sich der Blick auf eine konkrete Stellenausschreibung.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Im Rahmen des Jenaplan-Konzepts haben Lehrkräfte große pädagogische Freiheiten. Sie können jedes Kind individuell fördern, wozu sie besonders durch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern in der Lage sind. Allerdings setzt die fehlende Möglichkeit, Leistungen zu zensieren, eine große pädagogische Überzeugungskraft voraus. Denn durch Druck lassen sich die Kinder hier nicht motivieren.

 

Entstehung

Peter Petersen (1884 – 1952) war Professor für Erziehungswissenschaften in Jena. Schon 1927 gründete er eine erste, nach seinen Ideen gestaltete Schule. Er sah sie als Gegenentwurf zu den staatlichen Lehranstalten, in denen der Gebrauch des Rohrstocks gängig war. Leitgedanke war die Schaffung eines harmonischen Lernklimas, in dem die Kinder gemäß ihrer individuellen Neigungen und Stärken gedeihen konnten. Nach der Machtübernahme der Nazis konnte Petersen sein Konzept zunächst nicht weiter verfolgen, die entsprechenden Schulen wurden geschlossen. Erst nach Kriegsende ging es deshalb mit den nach ihrem Entstehungsort Jena genannten Lehranstalten weiter.

 

Umsetzung in die Praxis

Im Jenaplan-Konzept verstehen sich die Lehrer als Bindeglied zwischen Schülern und Eltern. Gemeinschaftlich planen sie mit ihnen die Wissensvermittlung, alle Entscheidungsprozesse sind basisdemokratisch angelegt. Statt altersdifferenzierten Klassen gibt es jahrgangsübergreifende Lerngruppen, genannt „Stammgruppen“. Klassenräume heißen „Schulwohnstuben“, denn die Schüler gestalten die Räume selbst, damit sie sich wohlfühlen und dort gerne ihre Zeit verbringen. Die Schüler lernen in sogenannten „rhythmischen Wochenplänen“, gestaltet nach den „vier Formen der Bildung – Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier“. Ihr Wissen erarbeiten sie sich fast ausschließlich in Gruppen, anhand von oft interdisziplinär angelegten Projekten. Individuelle Förderung erhalten die Kinder in zusätzlichen Fachunterrichtseinheiten, für die jeweils passende Gruppen zusammengestellt werden. Feste Klassen sind im Petersen-Konzept nicht vorgesehen. Statt eines Zeugnisses mit Noten gibt es einen ausführlichen Arbeits- und Leistungsbericht.

 

Status

Abschlüsse können nur in einem externen Verfahren, das heißt an öffentlichen Schulen, abgelegt werden. Die Vorbereitungen hierzu finden außerhalb des normalen Schulbetriebs statt. Da es an Jenaplan-Schulen keine Zensuren gibt, müssen die Schüler beim Wechsel auf eine öffentliche weiterführende Schule unabhängig von der Jahrgangsstufe erfolgreich eine Aufnahmeprüfung ablegen.

 

Finanzierung

Als staatlich genehmigte Ersatzschulen erhalten Jenaplan-Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

Weitere Informationen

Die Gesellschaft für Jenaplan-Pädagogik informiert über alle Fragen rund um Jenaplan-Schulen. Einen Einblick in den Alltag von Jenaplan-Schulen gibt der Artikel „Jenaplan-Erfüllung“, ZEIT-Online, 1998.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 2: Waldorfschulen

Die Anthroposophie, das Leitbild der Waldorfschulen, geht von der Dreigliedrigkeit des Menschen aus. Deshalb fördern Waldorfschulen die intellektuell-kognitiven („Denken“), die künstlerisch-kreativen („Fühlen“) und die handwerklich-praktischen („Wollen“) Fähigkeiten ihrer Schüler. Dazu bieten sie zahlreiche handwerklich-künstlerische Fächer an und der Unterricht enthält viele künstlerische Elemente. Rein optisch zeigt sich der anthroposophische Geist der Waldorfschulen in der Gestaltung der Schulgebäude. Hier herrschen Naturfarben und runde, geschwungene Formen vor und die architektonischen Elemente sind in besonderer Weise ausgerichtet.

 

Entstehung

Die erste Waldorfschule entstand vor nunmehr fast einem Jahrhundert. Sie wurde 1919 in Stuttgart von dem Reformpädagogen Rudolf Steiner begründet. Leitbild ist die anthroposophische Geisteswissenschaft Steiners, die anthropologische und spirituelle Inhalte beinhaltet. Steiners Motivation für die Neugründung einer Schule war, das vorherrschende „Prinzip der Auslese“ durch eine „Pädagogik der Förderung“ zu ersetzen.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation wird von Lehrkräften eine Identifizierung mit den Grundprinzipien von Waldorfschulen erwartet. Ein „klassisches“ Lehramts-Studium ist nicht zwingend notwendig, wohl aber eine fundierte Ausbildung in einem für Waldorfschulen relevanten Beruf. Dies kann z.B. auch eine künstlerische oder handwerkliche Ausbildung sein. Unabdingbar ist zudem eine spezielle waldorfpädagogische (Zusatz)-Ausbildung, die Interessierte in Deutschland an einem der elf Waldorfpädagogik-Seminare absolvieren können. Mehr zur Waldorf-Ausbildung können Interessierte in einer Broschüre des Bundes der Freien Waldorfschulen erfahren.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Im Rahmen der Waldorfpädagogik können Lehrkräfte ihren Unterricht sehr individuell gestalten und vor allem auch eigene Begabungen und Interessen einbringen. Die besondere Herausforderung: Lehrkräfte sind nicht an den staatlich vorgegebenen Lehrplan gebunden. Es liegt in ihrem Ermessen und innerhalb der Entscheidungsfreiheit jeder einzelnen Schule, wie stark sie anthroposophische Lehren in ihren Unterricht mit einbeziehen. Neben dem eigentlichen Lehrstoff sollen die Pädagogen den Kindern grundsätzlich alles beibringen, was für die Persönlichkeitsbildung wichtig ist. Klassenlehrer/-innen haben an Waldorfschulen eine besonders enge Bindung an ihre Klassen, da sie diese über viele Jahre begleiten.

 

Umsetzung in die Praxis

Waldorfschulen arbeiten nach dem Prinzip der rhythmischen Gliederung oder Ritualisierung von Unterrichts-, Tages-, Wochen- und Jahresverlauf. Dies ist ein wesentlicher Inhalt der anthroposophischen Lehre. Zudem sind sie geprägt durch den starken Klassenverband. Das soziale Miteinander hat einen großen Stellenwert, weshalb die Schülerinnen und Schüler vom ersten bis zum letzten Schuljahr in einer Klasse zusammenbleiben. Die Kinder sollen intellektuell, künstlerisch und handwerklich in gleichem Maß ausgebildet werden, deshalb finden sich praktische und kreative Elemente in nahezu allen Unterrichtsfächern. Sitzenbleiben ist nicht möglich, denn alle Schüler sollen im Unterricht mitkommen und auf die Schwächeren wird große Rücksicht genommen bzw. sie werden bei Bedarf besonders intensiv gefördert. Noten werden lediglich in der Phase vor der Erlangung der Abschlüsse vergeben.

 

Status

In Deutschland sind Waldorfschulen staatlich anerkannte Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Abschlüsse an Waldorfschulen sind in der Regel staatlich anerkannt. Jedoch müssen die Kinder die Schule jeweils rund ein Jahr länger besuchen: So erreichen sie den Hauptschulabschluss erst nach zehn Jahren, die mittlere Reife (abhängig von Schule und Bundesland) nach elf oder zwölf Jahren und das Abitur nach 13 Jahren.

 

Finanzierung

Waldorfschulen erheben Schulgebühren, die sich unter anderem aus dem Einkommen der Eltern errechnen. Allerdings gilt das Grundprinzip, kein Kind aufgrund der finanziellen Lage seiner Eltern vom Besuch einer Waldorfschule auszuschließen. Wie andere freie Schulen auch, erhalten Waldorfschulen staatliche Zuschüsse, die jedoch je nach Bundesland und politischen Mehrheitsverhältnissen variieren.

 

Weitere Informationen

Der Bund der Freien Waldorfschulen informiert über das pädagogische Prinzip, die Organisation und den Status von Waldorfschulen. Weiterhin schildert er ausführlich, wie die Ausbildung zum Waldorf-Lehrer verläuft. Für konkrete Informationen zu einzelnen Waldorfschulen empfiehlt sich der Blick auf deren Homepage.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 1: Demokratische Schulen/Sudbury-Schulen

Aus der demokratischen Grundidee, der „Herrschaft des Volkes“, machen Demokratische Schulen eine „Herrschaft der Schülerinnen und Schüler“. Denn die Kinder und Jugendlichen haben hier die gleichen Rechte wie die Lehrkräfte. Dies beinhaltet auch ein gleichberechtigtes Stimmrecht. Da naturgemäß die Zahl der Schülerinnen und Schüler gegenüber den Lehrkräften überwiegt, können die Schützlinge so grundlegende Entscheidungen mit treffen. Dazu gehören auch Neueinstellungen von Lehrkräften, die Aufnahme neuer Schulmitglieder sowie andere grundsätzliche Fragen zum Schulbetrieb. Hauptanliegen Demokratischer Schulen ist die Erziehung zur Eigenständigkeit und Verantwortungsübernahme. Hierbei baut die Schule auf den natürlichen Entdeckungs- und Gestaltungstrieb von Kindern und Jugendlichen. Weiterhin will die Schule Kindern eine weitestgehend freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten ermöglichen.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Einen größeren Stellenwert als anerkannte pädagogische bzw. Lehramts-Abschlüsse hat für eine Tätigkeit an Demokratischen Schulen eine entsprechende pädagogische Grundeinstellung. Verpflichtend für potenzielle Lehrkräfte ist ein nicht-direktiver Zugang zu Erziehung und Pädagogik sowie eine Identifizierung mit den Grundprinzipien Demokratischer Schulen. Lehrkräften, die sich für das Prinzip Demokratische Schule interessieren, wird empfohlen, sich direkt mit einer Schule in Verbindung zu setzen und die Anforderungen zu erfragen.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Demokratische Schulen lassen Lehrkräften innerhalb der demokratischen Grundhaltung größtmöglichen Handlungsspielraum. Durch die weitgehende Loslösung von Lehrplänen können sie so individuell auf jede Schülerin/jeden Schüler eingehen. Darüber hinaus ermöglichen Demokratische Schulen den Lehrkräften ein maximales Einbringen eigener Talente, seien es musische, technische, kommunikative oder anderweitige Begabungen. Nicht zuletzt sind die Strukturen Demokratischer Schulen so angelegt, dass Lehrkräfte über die Weiterentwicklung der Schule mitbestimmen und diese mitgestalten können.

 

Entstehung

In ihren Grundzügen geht die reformpädagogische Idee der Demokratischen Schulen zurück auf die britische Summerhill Schule, 1921 gegründet vom Pädagogen A.S. Neill. Entscheidende Prägungen kamen 1968 durch die Sudbury Valley School in Massachusetts/USA auf, weswegen sich zahlreiche der heute existierenden Demokratischen Schulen auch Sudbury-Schulen nennen.

 

Umsetzung in die Praxis

Demokratische oder Sudbury-Schulen sind zumeist als Gemeinschaftsschulen angelegt und werden daher von Schülerinnen und Schülern zwischen 5 und 18 Jahren besucht. Allerdings ist beim Lernen eine Altersdurchmischung beabsichtigt. Es gibt weder feste Stundenpläne noch Klassenverbände oder fest zugeordnete Räume. Stattdessen entscheiden die Kinder und Jugendlichen täglich, an welchem Lernangebot sie teilnehmen – losgelöst vom Lehrplan. Dies kann durch Lesen, Kommunizieren, künstlerisches Betätigen, Experimentieren, Bewegen oder Organisieren eines Projekts geschehen. Lehrkräfte bieten an, Sachverhalte zu erklären oder bei Projekten zu unterstützen, die Teilnahme ist jedoch freiwillig. Auch Prüfungen und (schriftliche) Bewertungen der Schülerleistungen finden auf freiwilliger Basis statt, Noten werden generell nicht vergeben. In wöchentlichen Schulversammlungen wird basisdemokratisch über anstehende schulische Entscheidungen abgestimmt. Eine jährliche Vollversammlung legt die übergeordneten Regeln für die Schule fest. Hier haben dann auch Eltern Stimmrecht.

 

Status

In Deutschland sind Demokratische bzw. Sudbury-Schulen staatlich genehmigt, die Abschlüsse aber nicht anerkannt. Diese müssen extern an einer anderen Lehranstalt erworben werden. Es gibt eine wachsende Zahl von Initiativen zur Neugründung von Demokratischen Schulen. Sie sind meist als offene Ganztagsschulen, mitunter mit Hortbetrieb angelegt.

 

Finanzierung

Das Schulgeld hängt stark vom Alter des Kindes/Jugendlichen und vom Einkommen der Eltern ab und kann sich, je nachdem ob eine Hortbetreuung hinzukommt, zwischen monatlich 100 und 550 Euro bewegen. Manche Schulen erheben zusätzlich eine Aufnahmegebühr sowie Essensgeld. Da jede Lehranstalt in der Ausgestaltung ihrer Organisationsstruktur frei ist, empfiehlt sich der Blick auf die Websites der einzelnen Schulen.

 

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zu Demokratischen Schulen/Sudbury Schulen liefert die Seite Sudbury Schulen in Deutschland. Auf europäischer Ebene engagiert sich auch die European Democratic Education Community (Eudec) für die Etablierung demokratischer Bildung.

Stipendien für angehende Lehrkräfte mit Migrationshintergrund

Die steigende  Zahl von Schülern/-innen mit sprachlich und kulturell unterschiedlicher Herkunft (rund 33% der Schüler/-innen) schlägt sich in der Heterogenität der Herkünfte von Lehrkräften in Deutschland (ca. 5% aller Lehrkräfte) bisher nicht nieder. Laut dem Forscherteam um Prof. Dr. Viola B. Georgi von der Freien Universität Berlin legen Studien aus klassischen Einwanderungsländern nahe, „dass Lehrende mit Migrationshintergrund zur Gestaltung von interkulturell orientierten Bildungsprozessen beitragen können und überdies als Rollenvorbilder dienen. Eine Erhöhung des Anteils an Lehrenden mit Migrationshintergrund erscheint als ein Schlüssel für mehr Integration, Teilhabe und Schulerfolg von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund, weshalb die Rolle dieser Lehrkräfte in der politischen Debatte zunehmend wichtig wird.“

In der Studie „Lehrende mit Migrationshintergrund in Deutschland: Eine empirische Untersuchung zu Bildungsbiographien, professionellem Selbstverständnis und schulischer Integration“ wurden diese  Erwartungen aufgegriffen und einer qualitativen und quantitativen empirischen Überprüfung unterzogen. „Die Ergebnisse“, resümiert Viola B. Georgi, „zeigen, dass Lehrende mit Migrationshintergrund ein Schlüssel zur interkulturellen Schulentwicklung in Deutschland sind, aber nicht zum Allheilmittel gesellschaftlicher Integration taugen. Neben der gezielten Werbung und Rekrutierung von Lehrenden mit Zuwanderungsbiographie bedarf es flankierender Maßnahmen, etwa in der Lehreraus- und Weiterbildung, die Schule und ihre Akteure angemessen auf den Umgang mit Heterogenität vorzubereiten.“

Im Gegensatz zu bloßen Lippenbekenntnissen der Bildungspolitik haben zwei Stiftungen auf diese Forderungen reagiert und ein Stipendienprogramm bzw. einen Schülercampus für angehende Lehrer/-innen mit Migrationshintergrund aufgelegt.

Das Horizonte-Stipendienprogramm der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

Mit der Einrichtung des Stipendienprogramms für Lehramtsstudierende und künftige Lehrkräfte mit Migrationshintergrund möchte die Gemeinnützige Hertie-Stiftung die gesellschaftliche Realität verstärkt auch in den Lehrerzimmern abbilden und Vorbilder schaffen. Durch finanzielle und ideelle Unterstützung fördert die Hertie-Stiftung deshalb besonders engagierte künftige Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in ihrer Ausbildung und will begabte Abiturienten/-innen mit Migrationshintergrund gezielt für den Lehrer/-innenberuf gewinnen.

Das Stipendienprogramm  startet mit dem Wintersemester 2012/2013 in die nächste Runde. Zu Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und dem Ruhrgebiet kommt als sechster Standort Niedersachsen hinzu. Interessierte können sich ab sofort im Bewerberportal online registrieren. Bewerbungsschluss ist für Studierende der 3. August 2012 und für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst der 15. August 2012. Ausführliche Informationen zum Stipendien-Programm findet man in der Info-Broschüre und auf der Horizonte-Website. Hier erfahren Schüler/-innen, Studierende und Referendare/-innen mir Mitgrationshintergrund alles über die Fördermöglichkeiten und die Voraussetzungen zur Förderung. Außerdem kann man unterschiedliche Erfahrungsberichte und Videos ehemaliger Stipendiaten/-innen lesen und anschauen.


Der Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Unter dem Motto „Deutschlands Schulen brauchen mehr Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte.“ gibt der viertägige Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrer/-innenberufs. Die Teilnehmer/-innen informieren sich über die Fähigkeiten und Voraussetzungen für das Lehramtsstudium. Sie hospitieren in Schulen und diskutieren mit Hochschullehrern/-innen und Lehrern/-innen die Erfordernisse dieses Berufes. So können sie eine überlegte Studienfachwahl treffen.

Bewerben können sich Schüler/-innen mit Einwanderungsgeschichte, die durch die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife die Berechtigung zu einem Hochschulstudium erwerben. Die Teilnahmegebühr beträgt 45,- € pro Person. Enthalten sind drei Übernachtungen, Verpflegung sowie die Teilnahme an allen Veranstaltungen und dem Freizeitprogramm. Außerdem werden Begleitmaterialien zur Verfügung gestellt. Ein Antrag auf Kostenerstattung ist möglich. Die Veranstaltungsorte des Schülercampus und alle Bewerbungsunterlagen kann man auf den Seiten des Schülercampus herunter laden. Außerdem finden sich dort auf verschiedene Audio- und Videodaten vergangener Campus-Veranstaltungen.

Einordnung von Sprachzertifikaten in den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER)

Für einige Lehrer/-innenjobs, gerade auch an bilingualen und internationalen Schulen, sind Sprachkenntnisse auf unterschiedlich hohen Niveaus von Vorteil oder sogar zwingend notwendig. Um die unterschiedlichen Zertifikate der europäischen Sprachen einordnen zu können, wurde 2001 vom Europarat der „Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen: Lernen, lehren, beurteilen“ (GER) eingeführt. Mit ihm ist es möglich, den Stand der Sprachkenntnisse transparent und vergleichbar zu machen. Der GER teilt sämtliche bekannten europäischen Sprachzertifikate in sechs bzw. sieben Schwierigkeitsstufen ein.

In der folgenden Tabelle finden Sie die Einordnung der sechs häufigsten europäischen Sprachen in den GER. Sollten Sie eines der genannten Sprachzertifikate erworben haben, empfiehlt es sich bei Bewerbungen immer, das GER-Niveau (z. B. im Lebenslauf) anzugeben.

Auf der Info-Seite von Sprachzertifikat.org finden Sie weiterführende Informationen und die Einordnung vieler weiterer Sprachen in der GER. Der vollständige Text des GER lässt sich beispielsweise auf den Seiten des Goethe-Institutes nachlesen.

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen (GER) für Sprachzertifikate

Niveau Beschreibung Sprachzertifikat
A 1 Sie verstehen vertraute, alltägliche Ausdrücke und können ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse ausgerichtet sind. Ebenfalls können Sie sich vorstellen, wo Sie wohnen, was Ihre Hobbies sind – somit die elementaren Dinge in der jeweiligen Fremdsprache zum Ausdruck bringen. Englisch: TELC A1, SEFIC, YLE, FELSA, BULATS, TOEFL, TOEIC, EFB, PBE, JET

Französisch: DELF A1, TELC

Spanisch: TELC A1

Italienisch: DELI (Diplom der AIL), PLIDA, CILS, TELC

Deutsch: Start Deutsch 1 – Goethe-Institut / telc GmbH; Fit in Deutsch 1 – Alter 10-15 – Goethe-Institut; Kompetenz in Deutsch 1 – Alter 10-14 – ÖSD

Russisch: TEU, TELC

A 2 Sie können an Gesprächen zu alltäglichen Themen teilnehmen, allgemeinsprachlich können Sie Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen. Ebenso können Sie sich vor allem in routineüblichen Alltagssituationen verständigen. Englisch: Cambridge KET, TELC A2, TELC A2 school, EFB, SEFIC, EFC, YLE, WEFT level 1, FELSA, BULATS, TOEFL, TOEIC, PBE, JET

Französisch: DELF A2, TELC, TELC école

Spanisch: TELC A2, TELC escuela

Italienisch: DELI (Diplom der AIL), PLIDA, CELI, CILS, TELC

Deutsch: Start Deutsch 2 – Goethe-Institut / telc GmbH / ÖSD, DTZ, Fit in Deutsch 2 – Alter 10-15 – Goethe-Institut, Kompetenz in Deutsch 1 – Alter 10-14 – ÖSD, DSD der KMK – Jugendliche, WiDaF

Russisch: TEU/TBU, TELC

B 1 Generell können Sie mühelos und fehlerfrei alltäglichen Konversationen folgen sowie diesbezüglich Texte schreiben. Vom Verständnis können Sie der Alltagssprache gut folgen, sofern keine verfälschenden Akzente verwendet werden. Englisch: Cambridge PET, PET for schools, TELC B1, TELC B1 Business, TELC B1 Hotel and Restaurant, TELC B1 school, EFB, SEFIC, EFC, Cambridge BEC Preliminary , TOEIC, IELTS, TOEFL, TKT, JET/SET, BULATS, WEFT level 1, ELSA, SET

Französisch: DELF B1, TELC, TELC école, TELC pour la profession

Spanisch: TELC B1, TELC escuela, DELE Inicial, EC

Italienisch: DILI (Diplom der AIL), DILC (Diplom der AIL), PLIDA, CELI, CIC, CILS, TELC

Deutsch: Zertifikat Deutsch – Goethe-Institut / telc GmbH / ÖSD, DTZ, ZDJ – Jugendliche – Alter 12-15 / 12-16 – Goethe-Institut / ÖSD, DSD der KMK – Jugendliche, WiDaF

Russisch: TBU/TRKI-1, TELC

B 2 Ihre sprachlichen Fähigkeiten sind gut ausgebildet: Sie können nahezu mühelos sowie fehlerfrei alltäglichen Konversationen folgen sowie alltagsbezogene Texte verfassen. Auch komplexere Texte zu konkreten als auch eher abstrakten Themenbereichen können Sie vom Verständnis folgen, sodass Sie sich auch mit Muttersprachlern durchaus verständigen können. Englisch: Cambridge FCE, TELC B2, TELC B2 Business, TELC B2 Technical , EFB, SEFIC, EFC, BEC Vantage, TOEIC, IELTS, TOEFL, WEFT level 2, ILEC, ICFE, ICELT, JET/SET, CELTA, BULATS, ELSA, SET

Französisch: DELF B2, TELC

Spanisch: DELE Intermedio, CBEN, CBET

Italienisch: DILI (Diplom der AIL), PLIDA, CELI, CILS, TELC

Deutsch: Zertifikat Deutsch – Goethe-Institut / telc GmbH / ÖSD, Zertifkat Deutsch für den Beruf – Goethe-Institut / telc GmbH, TestDaF, DSH, WiDaF

Russisch: TRKI-1/TRKI-2, TELC

C 1 Sie haben sehr ausgeprägte, tiefgehende Kenntnisse der jeweiligen Fremdsprache: einheimische Literatur bereitet Ihnen keine Probleme, bei anspruchsvoller, längerer Literatur verstehen Sie auch die impliziten Zusammenhänge. Redewendungen sowie auch ausgefallenere Phrasen gehören ebenfalls zu Ihrem aktiven Wortschatz. Englisch: Cambridge CAE, TELC C1, EFB, SEFIC, EFC, BEC Higher, TOEIC, IELTS, TOEFL, ILEC, ICFE, CELTA, ICELT, DELTA, BULATS, ELSA, FTBE

Französisch: DALF C1

Spanisch: DEC, CSEN, CSE

Italienisch: DALI (Diplom der AIL), DALC (Diplom der AIL), PLIDA, CELI, CIC, CILS

Deutsch: Zertifikat Deutsch – Goethe-Institut / telc GmbH / ÖSD, DSD der KMK – Jugendliche, TestDaF, DSH, Prüfung Wirtschaftsdeutsch des Goethe-Instituts – PWD, WiDaF

Russisch: TRKI-2/TRKI-3

C 2 Sie sind nahezu perfekt in der jeweiligen Fremdsprache: Sie unterhalten sich mit Muttersprachlern auf nahezu gleichem Niveau, können fachlich komplexen Texten folgen und diese auch selbst verfassen. Diskussionen auch zu sehr speziellen Themen können Sie zumindest sprachlich nicht aus der Ruhe bringen. Englisch: Cambridge CPE, EFB, SEFIC, TOEIC, IELTS, TOEFL, EFC, ICELT, DELTA, IDLTM, BULATS, FTBE

Französisch: DALF C2

Spanisch: DELE Superior, DEN

Italienisch: DALI (Diplom der AIL), DALC (Diplom der AIL), PLIDA, CELI, CILS

Deutsch: Zentrale Oberstufenprüfung des Goethe-Instituts – ZOP, Kleines Deutsches Sprachdiplom des Goethe-Instituts – KDS, Wirtschaftssprache Deutsch – ÖSD, WiDaF

Russisch: TRKI-4

C 2 + Sie verfügen über Sprachkenntnisse oberhalb der Kategorie C 2. Als Nicht-Muttersprachler können Sie auf diesem Niveau zum Beispiel in einem anderen Land an einer Schule als Lehrer arbeiten. Deutsch: Großes Deutsches Sprachdiplom des Goethe-Instituts – GDS, Prüfung Wirtschaftsdeutsch International PWD – Goethe-Institut / DIHK / Carl Duisberg Centren (CDC)
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