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Gehaltswunsch formulieren in der Bewerbung – so geht‘s

Wird in einer Stellenausschreibung explizit die Angabe eines Gehaltswunsches verlangt, so ist dies nicht nur als eine Empfehlung, sondern als unverzichtbarer Bestandteil der Bewerbung zu verstehen. Nicht selten werden Bewerbungen ohne eine solche Angabe schlichtweg aussortiert. Zudem gilt: Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen Gehaltswünsche ohnehin auf den Tisch.

Lohnende Auseinandersetzung mit dem eigenen Marktwert

Besonders für Berufseinsteiger*innen kann die Bestimmung der eigenen Gehaltsvorstellung ein lehrreicher Prozess sein. Denn es gilt, ein erstes Fazit zu ziehen: Wo stehe ich in meiner Laufbahn? Über welche Erfahrungen verfüge ich bereits? Welche zusätzlichen Qualifikationen kann ich in die Waagschale werfen? Und wie sieht meine Bewerberpersönlichkeit im Vergleich zu anderen aus? Hier ist Recherche gefragt. Folgende Anlaufstellen helfen bei einer Einschätzung:

Jobportale: Einige Jobportale liefern Durchschnittswerte zu Gehältern auf Basis von Informationen, die registrierte Nutzer*innen angegeben haben. Diese geben erste Anhaltspunkte für eine Gehaltsspanne. Besonders empfehlenswert ist beispielsweise die aktuelle Gehaltsstudie des Karrierenetzwerkes XING.

Bundesagentur für Arbeit: Auch die Bundesagentur für Arbeit stellt eine Online-Gehaltsdatenbank, den sogenannten Entgeltatlas, zur Verfügung. Abhängig von Bundesland, Altersgruppe und Geschlecht finden Bewerberinnen und Bewerber hier vor allem die Einkommensdaten der klassischen Berufe.

Verbände und Tarife: Je nach Beruf können entsprechende Verbände ergiebige Anlaufstellen in Sachen Gehaltsauskunft sein. Fällt die anvisierte Stelle in einen Tarifbereich, ist selbstverständlich die Auseinandersetzung mit den gültigen Tarifen sowie wie mit Fragen wie Eingruppierung unumgänglich. Für angestellte Lehrkräfte empfiehlt sich ein Blick auf die Gehaltsrechner für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst.

Rat von Kollegen und Freunden einholen

Haben Sie sich einer potenziellen Gehaltsmarke angenähert, sollten Sie nach Möglichkeit einmal Rücksprache mit Freunden, Bekannten oder ehemaligen Studienkolleg*innen halten. Diese befinden sich möglicherweise gerade in einer ähnlichen Situation oder verfügen gar über ähnliche Ausbildungswege und Qualifikationen.

Was genau umfasst mein Gehaltswunsch?

Üblicherweise geben Stellensuchende in ihrem Gehaltswunsch die angestrebte Jahres-Brutto-Summe an. Hinter dieser können sich auch Posten wie beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien oder vermögenswirksame Leistungen verbergen. Diese werden in der Gehaltswunschangabe zwar nicht explizit benannt, sollten aber in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Wo kommt der Gehaltswunsch hin?

Der richtige Patz für die Angabe des Gehaltswunsches ist im Bewerbungsschreiben ganz am Schluss, als vorletzten Satz, also direkt vor dem Schlusssatz. Denn selbstverständlich müssen zuvor Motivation und Qualifikationen genannt werden. Formuliert werden sollte der Gehaltswunsch kurz und knapp, in etwa: „Meine Gehaltsvorstellung beträgt…“

Verhandelt wird erst im Vorstellungsgespräch

Natürlich ist mit Angabe des eigenen Gehaltswunsches noch nicht das letzte Wort gesprochen. Denn verhandelt wird im Vorstellungsgespräch. Hier kommen dann auch noch eventuelle Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder individuelle Absprachen aufs Tapet. Mitunter gleichen diese ja auch ein eher niedrigeres Gehalt aus. Wichtig ist daher, sich bereits im Vorfeld zu überlegen, welche Zusatzleistungen interessant sein könnten. Dies ermöglicht dann auch ein schlagfertiges Reagieren, wenn der zukünftige Chef das Gehalt drücken möchte.

Arbeitgeberleistungen: Verhandelbare „Benefits“ bei der Stellensuche

Die Frage nach potenziellen zusätzlichen Arbeitgeberleistungen gewinnt bei der Stellensuche immer mehr an Bedeutung. Gemeint sind damit nicht nur Lohnzusatzleistungen wie Zuschüsse zu Gesundheitsmaßnahmen oder Waren- und Benzingutscheine, sondern auch immaterielle Leistungen, wie etwa flexible Arbeitszeitmodelle oder Kinderbetreuung. Die Palette möglicher Benefits ist breit und variiert je nach Branche und Position. Es ist daher ratsam, sich mit prinzipiell möglichen Zusatzleistungen auseinanderzusetzen, um abzuwägen und gegebenenfalls eigene Vorschläge zu generieren.

Mögliche Benefits (je nach Branche und Position)

  • Gibt es flexible Arbeitszeitmodelle – eventuell mit einer Kernarbeitszeit?
  • Wie werden Überstunden abgegolten?
  • Gibt es Möglichkeiten zu Homeoffice-Zeiten?
  • Bietet der Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an?
  • Werden vermögenswirksame Leistungen gezahlt?
  • Werden agile Arbeitsmethoden angewandt, also Methoden, die zum einen eine hohe Flexibilität und Eigenverantwortung der Angestellten voraussetzen, dafür aber auch eine große Anpassungsfähigkeit des Arbeitgebers ermöglichen.
  • Wird die Mitarbeiterbeteiligung (z.B. Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen) unterstützt?
  • Wie oft/in welchem Umfang werden Weiterbildungen gewährt? Wer zahlt diese?
  • Sind Weiterbildungsmaßnahmen (nach Absprache) frei wählbar oder kommen nur interne Angebote in Frage?
  • Erhalten die Arbeitnehmer ein Diensthandy/-laptop?
  • Gibt es Mitarbeiter-/Teambuilding-Events?
  • Gibt es Supervision?
  • Gibt es Mediation?
  • Wird (externes) Coaching unterstützt?
  • Gibt es Teambuilding-Maßnahmen?
  • Gewährt der Arbeitgeber Zuschüsse zur Kinderbetreuung oder bietet er selbst eine Betreuungsmöglichkeit an? (ggf. in trägereigenen Kitas)
  • Gibt es Zuschüsse zu Sportangeboten, Fitnessstudios oder -kursen?
  • Gibt es eine Vereinbarung über Fahrradleasing/Jobrad?
  • Wie ist die Haltung zu Sabbaticals?
  • Wie steht es um die Barrierefreiheit?
  • Wird in ergonomische Arbeitsplätze investiert?
  • Gibt es ein Jobticket?
  • Gibt es kostenfreie Parkplätze?
  • Stellt der Arbeitgeber Getränke, Obst, ein bezuschusstes Mittagessen oder Ähnliches zur Verfügung?
  • Gibt es einen Pausen- oder Aufenthaltsraum?
  • Gibt es Präsenzzeiten in den Ferien?
  • Bei Teilzeit: Wie ist die Anwesenheit/Mitarbeit bei Teambesprechungen oder Konferenzen etc. geregelt?
  • Für Pädagog*innen auch wichtig: Wer zahlt Klassenfahrten u.Ä.? Werden die Kosten ganz übernommen?

Online-Bewerbungsgespräche meistern

Schulen und Kindergärten führen derzeit pandemiebedingt ihre Erstgespräche mit interessierten Kandidat*innen vermehrt online. Und vermutlich wird dies auch noch eine ganze Weile so bleiben. Es lohnt sich daher, sich frühzeitig mit dem Thema Online-Bewerbungsgespräche vertraut zu machen. Hilfreiche Tipps dazu gibt Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare.

Werden Neueinstellungen vorgenommen, bei denen das Kennenlernen ausschließlich online erfolgte?
Interviews per Skype, Zoom oder andere Anbieter sind insbesondere pandemiebedingt mittlerweile absolut üblich. Neben dem Schutz der eigenen Gesundheit hat das durchaus Vorteile. Als Kandidatin zeigt man sich technisch affin und up-to-date und beide Seiten sparen sich zunächst eine Menge Zeit und auch Kosten, vor allem wenn man dann feststellt, dass man doch nicht zueinander passen sollte.
Medial geführte Interviews ersetzen aber auch in Pandemiezeiten in der Regel nicht das persönliche Kennenlernen, das dann als Zweitgespräch, sobald es geht, unter entsprechenden Vorkehrungen doch vor Ort stattfinden sollte. Bei deutschen Auslandsschulen ist es zwar schon länger üblich, Jobinterviews auch ausschließlich online zu führen und danach Einstellungen vorzunehmen, ohne dass man sich vorab persönlich kennengelernt hat. In Deutschland bleibt dies trotz der Pandemie wohl eher eine Ausnahme. Nicht nur den Arbeitgeber*innen, auch interessierten Bewerber*innen sollte es wichtig sein, sich ihrem/ihrer künftigen Arbeitgeber*in letztlich auch persönlich vorzustellen und, etwa über eine Hospitation, einen ersten persönlichen Eindruck von der Einrichtung und den Kolleg*innen zu erhalten, bevor sie eine Beschäftigungszusage erteilen.

Wie sieht die Vorbereitung aus?
Bei medial geführten Interviews sollte man sich vorab genauso gut informieren, wie bei persönlichen Vorstellungsgesprächen und sich auf relevante Fragen beiderseits vorbereiten. Es gilt zu bedenken, dass ein Interview per Skype oder Zoom ein Präsenzinterview derzeit oft ersetzt. Es ist daher nicht weniger wert und genauso ernst zu nehmen wie jenes. Auch bei einem medial geführten Interview entscheidet auf beiden Seiten oft bereits der erste Eindruck.
Deshalb gilt für beide Interviewformen: Wenn es vorab nicht ohnehin mitgeteilt wird, ist es immer ratsam, gut vorbereitet zu sein, d.h. sich danach zu erkundigen, wer die Gesprächspartner*innen sein werden, welche Funktion sie bekleiden und auch, worum es im Gespräch voraussichtlich gehen wird. Handelt es sich um ein erstes Kennenlernen, um sich einen persönlichen Eindruck voneinander zu verschaffen oder geht es bereits um konkrete Fragen, z.B. zur Einrichtung, den Voraussetzungen für die Position, den Anforderungen und Aufgaben etc.?

Welche technischen Vorkehrungen sind zu treffen?
Auch wenn Online-Gespräche ein sehr „zweidimensionales“ Bild der Bewerber*innen vermitteln, ist auch hier der Gesamtauftritt wichtig. Dazu gehört neben angemessener Kleidung, aufrechter Haltung und einer störungsfreien Umgebung beispielsweise der Bildschirmhintergrund. Am Schreibtisch zu sitzen, mit einem Bücherregal im Rücken, ist sicher ansprechender für den künftigen Arbeitgeber als der Blick in die Küche. Auch sollte Licht, das durch ein Fenster kommt oder eine dahinterstehende Lampe nicht blenden. Ideal ist natürliches Tageslicht, das von vorne kommt, also mit dem Gesicht einem Fenster zugewandt. Einen Tontest kann man vorab am verwendeten PC durchführen. Klingt die Stimme „blechern“ oder undeutlich, ist es ratsam, ein externes Mikrofon zu verwenden. Während des Gesprächs gilt: Nach Möglichkeit immer in die Kamera schauen (und nicht auf das Bild des Gegenübers auf dem Monitor). Hilfreich kann es hierfür sein, eine entsprechende Gedankenstütze neben die Kameralinse zu kleben. Nicht zuletzt können Kandidaten sich bei Online-Interviews „Spickzettel“ parat legen – etwa mit Hintergrundinfos zum Arbeitgeber o.Ä. Dies kann im Gespräch für mehr Sicherheit und Gewandtheit sorgen.

Corona: Bewerben in der Krise

Frisch examinierte Lehrkräfte oder auch erfahrene Lehrerinnen und Lehrer, die sich aktuell auf Jobsuche befinden, sind derzeit häufig verunsichert: Finden momentan überhaupt Bewerbungsverfahren statt? Und wenn ja, auf welche Besonderheiten muss ich mich gegebenenfalls einstellen? Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare, gibt Auskunft.

1. Finden Schulen momentan überhaupt Zeit, sich um Bewerber und eingehende Bewerbungen zu kümmern?

Die derzeitige Situation ist aufgrund von Corona für Bildungsträger und wechselbereites Pädagog*innen nicht ganz leicht. Da die Schulen und Kitas ihren Betrieb noch nicht bzw. noch nicht ganz wiederaufgenommen haben und ggf. eine zweite Welle droht, sollte man im Zweifelsfall auf Nummer sicher gehen und bleiben, wo man ist. Auch haben wir erlebt, dass es bei einigen Schulträgern letzthin zur Verzögerung im Bewerbungsprozess kam. Dort, wo derzeit aber Stellen ausgeschrieben sind, besteht eine gute Chance, dass diese auch wie geplant besetzt werden. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, die Stelle zu wechseln oder derzeit eine sucht, weil er keine hat, sollte sich wie üblich bewerben.

2. Finden derzeit überhaupt Vorstellungsgespräche statt oder werden diese online durchgeführt?

Die ganz harten Zeiten sind vorbei. Vorstellungsgespräche fanden kurzzeitig entweder gar nicht oder verstärkt online statt. Mittlerweile aber geht alles vielfach wieder seinen gewohnten Gang, da auch die Träger künftige Mitarbeiter lieber persönlich kennenlernen möchten.

3. Sollen sich Bewerber ganz normal bewerben oder gilt es, Besonderheiten zu beachten?

Ich würde als Bewerber*in auf jeden Fall immer eine Skype-Adresse angeben bzw. vorab eine einrichten und auch mit einem Freund oder einer Freundin einmal ein Probegespräch führen, damit die Technik im Fall der Fälle auch funktioniert. Gibt es Online-Jobinterviews mit mehreren Beteiligten, erfahren Kandidat*innen meist vom künftigen Arbeitgeber, wie das funktioniert. Bei Zoom zum Beispiel kann man sich als Kandidat*in dazuschalten, ohne Zoom selbst installieren zu müssen.

4. Was raten Sie Bewerbern, die nach erfolgtem Gespräch nichts vom potenziellen Arbeitgeber hören?

Das hat ja mit der Krise nichts zu tun und kommt immer mal vor. Hat man sich postalisch oder online beworben oder schon ein Gespräch gehabt, egal ob online oder vor Ort, sollte man, auch wenn nichts Weiterführendes vereinbart wurde, immer nachhaken, wenn es zu lange dauert. Dabei sollte man natürlich freundlich bleiben und sich auf einmalige Nachfrage beschränken. In Kita und Schule tauchen immer kurzfristige Herausforderungen auf, die zu Verzögerungen im Bewerbungsprozess führen, selbst wenn der Träger das nicht möchte. Nachzuhaken zeugt von Interesse an der ausgeschriebenen Position.

Die Probezeit meistern: Wissenswertes zum Einstieg in ein neues Arbeitsverhältnis

Im Gegensatz zu staatlichen Schulen sind private Schulträger, auch wenn sie gemeinnützig sind, ganz normale Arbeitgeber. Damit sind sie auch gebunden an arbeitsrechtliche Bestimmungen zur Probezeit. In der Regel beträgt diese sechs Monate. In Ausnahmefällen – und dies auch nur bei Kandidaten mit Berufserfahrung – kann die Probezeit nach vorheriger Verhandlung verkürzt werden. Eine Verlängerung ist weniger üblich, jedoch mit Einverständnis des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin prinzipiell möglich.

Kündigung in der Probezeit

Während der Probezeit können beide Seiten – Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer – jederzeit und ohne Angabe von Gründen schriftlich kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Wochen. Liegt ein Tarifvertrag zugrunde, der längere Kündigungsfristen in der Probezeit vorgibt, so gelten diese. Daher: Bei Vertragsunterzeichnung prüfen, ob die normale gesetzliche oder eine abweichende Kündigungsfrist gilt.

Urlaub und Krankheit

Ein Urlaubsanspruch besteht rein rechtlich erst nach Ablauf der Probezeit. Angestelltenverhältnisse von Lehrkräften bilden hier aufgrund der vorgegebenen Ferienzeiten natürlich eine Ausnahme. Tritt während der Probezeit eine Krankheit ein, benötigt der/die Angestellte von Tag 1 an eine ärztliche Bescheinigung. Wichtig jedoch: Im Krankheitsfall während der Probezeit beginnt die Lohnfortzahlung erst in der fünften Woche der Krankschreibung.

Arbeitgeber-Feedback

Nach etwa zwei Monaten sollten Angestellte in Probezeit den Arbeitgeber um ein Feedbackgespräch bitten, sofern nicht ohnehin regelmäßige Feedbackrunden Teil der Schulkultur sind. In diesem gilt es zu besprechen, ob die bisherigen Leistungen den Vorstellungen des Arbeitgebers entsprechen oder ob es noch Verbesserungsbedarf gibt. Nicht immer sind solche Gespräche üblich, jedoch zeugt es von Engagement und Leistungsbereitschaft, sie anzufragen. Ist die Probezeit erfolgreich verlaufen, geht das Arbeitsverhältnis „auf Probe“ über in ein reguläres Arbeitsverhältnis mit den normalen gesetzlichen Bestimmungen zum Kündigungsschutz.

Weitere Informationen

Bewerbungskosten steuerlich absetzen

Bewerbungskosten können als sogenannte Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Zeitpunkt der stattgefundenen Bewerbung – ob aus einem Arbeitsverhältnis heraus, während einer Phase der Arbeitslosigkeit oder direkt nach Ausbildungs- bzw. Studienabschluss – spielt dabei keine Rolle. Ebenso ist steuerlich nicht ausschlaggebend, ob eine Bewerbung erfolgreich war oder nicht.

Neu: Seit dem 1.1.2019 haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit für das Einreichen ihrer Steuererklärung beim Finanzamt. Statt dem 31.5. gilt nun der Stichtag 31.7.

Folgende Bewerbungskosten sind absetzbar:

Materialien & Zubehör

  • Bewerbungsmappen
  • Kopien
  • Papier, Briefumschläge, Klarsichthüllen, Klebestifte
  • Druckerpatronen
  • Briefmarken
  • Telefonkosten (anteilig, mit Einzelnachweis und Nummernnachweis)
  • Bewerbungsratgeber (Buch)

Dienstleistungen & Reisekosten

  • Bewerbungsfotos
  • Teilnahme an Kursen (z.B. Bewerbungstraining)
  • Beglaubigungen von Zeugnissen
  • Grafische Gestaltung (z.B. von Online-Bewerbungen)
  • Dreh eines Bewerbungsvideos
  • Erstellen einer eigenen Bewerbungswebseite
  • Schalten einer Stellengesuch-Anzeige
  • Ggf. Übersetzungskosten
  • Anreise zum Vorstellungsgespräch (Bahn, Auto, ggf. Taxi)
  • Parkgebühren
  • Ggf. Übernachtungskosten und Verpflegung

Nachweis der Bewerbungen und der Kosten

Die größten Chancen auf eine wohlwollende Reaktion des Finanzamts haben Bewerber, wenn sie eine lückenlose, detaillierte Tabelle ihrer Bewerbungsaktivitäten einreichen. Darin enthalten sollten sein: Name und Ansprechpartner des Unternehmens, Datum der Bewerbung, Art der Bewerbung (Papier/online), erfolgte Reaktionen des Unternehmens (Eingangsbestätigung, Gesprächseinladung, Absage o.Ä.). Auf Wunsch können Kopien dieser Schreiben dem Finanzamt nachgereicht werden.

Wichtig: Belege für den Kauf von beispielsweise Büromaterialien oder Ratgebern müssen die genaue Artikelbezeichnung bzw. den Buchtitel enthalten, um die tatsächliche Verwendung für den Bewerbungszweck nachweisen zu können.

Bewerbungskosten pauschal geltend machen

Eine weitere Möglichkeit der Erstattung ist das Pauschalverfahren. Jedoch gibt es hierfür keine verbindliche Rechtsgrundlage und demnach keinen Rechtsanspruch. Vielmehr liegt die Entscheidung im Ermessen eines jeden Finanzamts bzw. Sachbearbeiters. Die Höchstgrenze fürs pauschale Geltendmachen von Bewerbungskosten liegt bei 1.000 Euro.

Eine grobe Richtlinie liefert ein Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004 (Az.: 7 K 932/03, FG Köln vom 7.7.2004). Demnach sind für schriftliche Bewerbungen Kosten in Höhe von 8,50 Euro und für Online-Bewerbungen in Höhe von 2,50 Euro angemessen.

11 Tipps für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen

Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare: „Die Gehaltsverhandlung ist vielfach ein heikler Punkt, denn ist in der Stellenausschreibung die Angabe einer Gehaltsvorstellung erwünscht, müssen Bewerberinnen und Bewerber hierauf eingehen! Doch wer sich gut vorbereitet und die eigenen Standpunkte verinnerlicht hat, kann diese Verhandlung sachlich und ruhig angehen. Folgende Punkte gilt es zu beachten:

 

1. Vorab informieren: Vor der Gehaltsverhandlung mit dem TV-L (für Lehrkräfte) bzw. mit dem TV-ÖD (für Erzieherinnen und Erzieher) auseinandersetzen. Dies sind die Tarifverträge, an denen sich die meisten pädagogischen Einrichtungen orientieren. Vergütet der Arbeitgeber anhand anderer Tarifwerke, zum Beispiel nach speziellen Haustarifen oder kirchlichen Tarifen, sollten sich Kandidaten selbstverständlich mit diesen auseinandersetzen.

2. Argumente bereithalten: Wer ein höheres Gehalt aushandeln will, braucht schlüssige Argumente, die den eigenen „Wert“ belegen: relevante Zusatzqualifikationen, einschlägige Erfahrungen, hohe Flexibilität etc. Diese daher vor dem Gespräch bereits verinnerlichen und bei der Verhandlung in die Waagschale werfen.

3. Kein Alleingang: Das Thema Gehalt sollten Kandidaten im Gesprächsverlauf nicht von sich aus ansprechen, sondern warten, bis dies das Gegenüber tut – mitunter wohlmöglich auch erst im zweiten Gespräch.

4. Konkret werden: Bei der Angabe des Gehaltswunschs besser eine konkrete Zahl nennen, statt einer Marge. Konkrete Zahlen wirken entschlossener und eröffnen weniger Angriffsfläche für Verhandlungen „nach unten“.

5. Puffer einbauen: Auf die tatsächlich gewünschte Summe prinzipiell immer noch einen Puffer aufschlagen und gleichzeitig die gewünschte Mindestsumme immer im Hinterkopf behalten.

6. Gesamtpaket im Auge behalten: Bietet der Arbeitgeber geldwerte Vorteile, wie etwa Jobticket, Dienstwagen, Betreuungsplätze für eigene Kinder o.Ä. an? Wirken sich diese auf das Gehalt aus?

7. Gehaltsstaffelung erfragen: Wie gliedert sich ein ggf. schon im Raum stehendes Jahreseinkommen? Umfasst es 12 oder 13 Monatsgehälter?

8. Auf Wortwahl achten: Zu vermeiden sind Formulierungen wie „Ich brauche die Summe xyz“ oder „Ich hatte bisher…“

9. Gehaltsentwicklung erfragen: Wie gestaltet der Arbeitgeber die Gehaltsprogression? Ist diese Entwicklung beispielsweise unter- oder überdurchschnittlich gut, wirkt sich das unter Umständen auf die Bereitschaft zu Zugeständnissen aus.

10. Nachverhandlungen ansprechen: Sind in dem Arbeitsverhältnis Nachverhandlungen in puncto Gehalt vorgesehen, etwa nach erfolgreich absolvierter Probezeit? Wenn ja, diese genau erfragen und auch vertraglich festhalten.

11. Wenn nicht übers Gehalt gesprochen wird: In manchen Fällen unterbreiten Arbeitgeber Kandidaten ein Angebot, statt das Gehalt zu verhandeln. Ein solches Angebot sollten Bewerberinnen und Bewerber von einem Anwalt prüfen lassen und ggf. um ein Telefonat bitten, um Weiteres mit dem Arbeitgeber zu klären.

 

Bewerbung: Nachhaken nach dem Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist absolviert und nach dem verabschiedenden Händeschütteln folgt der berühmte Satz: „Wir melden uns bei Ihnen“. Nun beginnt für viele Stellensuchende das große Hoffen und Bangen – und die Frage: Soll ich mich selbst bei dem Unternehmen/der Schule nach dem Stand der Dinge erkundigen? Und wenn ja, wann? Folgende Schritte sollten Bewerberinnen und Bewerber einhalten:

 

1. Schritt: Für das Gespräch bedanken

Möglichst unmittelbar nach dem Gespräch, idealerweise am gleichen Tag, beim Gesprächspartner per E-Mail für das Job Interview bedanken. Dies signalisiert gute Umgangsformen und (sofern vorhanden) Interesse an der Stelle. Wichtig dabei: Möglichst den Tonfall und das Level an Vertraulichkeit beibehalten, das auch im Gespräch angeschlagen wurde.

2. Schritt: Ausharren

Nun gilt es abzuwarten, ob darauf eine Antwort vonseiten der anvisierten Stelle erfolgt. Ist dies nicht der Fall, muss das durchaus nichts Schlechtes bedeuten. Möglicherweise ist ein derartiges Kommunikationsmuster schlicht der persönliche Stil der/des Personalverantwortlichen.

3. Schritt: Eigene Situation ausloten

Wurden im Gespräch bereits potenzielle Eintrittstermine oder zeitliche Eckdaten für einen möglichen Arbeitsbeginn angesprochen und sind mehrere Wochen ohne ein Signal des angepeilten Arbeitgebers verstrichen, gilt es abzugleichen, ob die besprochenen Zeitmarken noch zu halten wären: Hat sich die eigene Situation verändert? Gelten noch die gleichen Prämissen wie am Tag des Gesprächs? Oder hat der/die Bewerbende mittlerweile andere Pläne und Optionen?

4. Schritt: Nachhaken

Besteht nach einer Prüfung der eigenen Position weiterhin Interesse an der Stelle und gab es nach mehreren Wochen keinerlei Reaktion seitens des anvisierten Arbeitsgebers, ist ein Nachhaken per E-Mail angebracht. Erfolgt erneut keine Antwort, kann noch eine zweite Nachfrage erfolgen. Wird auch dieses nicht positiv erwidert, sollten Bewerbende dies als eine abschlägige Antwort werten.

 

Acht Tipps für das (Vorab-)Job-Interview am Telefon

Im Lehrer/-innenberuf wird ein Job-Interview am Telefon oder via Skype nie das persönliche Vorstellungsgespräch ersetzen können. Zu sehr kommt es in der Schule auf den selbstsicheren Auftritt, Ausstrahlung und Souveränität an – Faktoren, die ein Telefonat nur eingeschränkt abfragen kann.

Um sich jedoch einen konkreteren Eindruck zu verschaffen, der die bereits vorliegenden Bewerbungsunterlagen ergänzt, greifen Schulen durchaus zum Telefon oder nutzen Skype, um in einem ersten Gespräch auszuloten, ob die Chemie grundsätzlich stimmt. Darauf sollten Bewerberinnen und Bewerber vorbereitet sein. Folgende acht Tipps helfen beim souveränen Auftritt am Telefon:

 

  • Während des gesamten Gesprächsverlaufs Zuversicht und eine positive Grundhaltung ausstrahlen und deutlich sowie mit fester Stimme sprechen. Beim Skype-Interview ggf. wie zum Bewerbungsgespräch gekleidet erscheinen.
  • Sich und seine Vita kennen, um auf Fragen antworten zu können. D.h. auch Kopien der versendeten Bewerbung (inkl. Versendedatum), insbesondere den Lebenslauf, bereithalten, denn möglicherweise nimmt die Schule Bezug darauf oder stellt Rückfragen.
  • Nebengeräusche abstellen, Musik/Fernseher und Handy (!) lautlos schalten, nötigenfalls in ein ruhige(re)s Zimmer wechseln und darauf achten, dass während des Gesprächs niemand hereinplatzt. Also alle Mitbewohner informieren, dass man nicht gestört werden möchte.
  • Sich auf den Gesprächspartner vorbereiten, also sich die Website der Schule anschauen und das Wesentliche zum Schulprofil vorab notieren.
  • Möglichst eigene Fragen bereithalten, wenn diese wirklich relevant sind. Ein Telefonat ist ein idealer Zeitpunkt, sich selbst ein genaueres Bild zu verschaffen. Zudem signalisieren Rückfragen, dass eine Beschäftigung mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber stattgefunden hat.
  • Sich im Klaren sein über eigene Möglichkeiten und Wünsche: möglicher Eintrittstermin, konkrete Gehaltsvorstellungen, gewünschten Arbeitsumgang, zu unterrichtende Klassenstufen etc. Details werden in der Regel zwar erst im persönlichen Gespräch erörtert, jedoch ist es taktisch gut, beim Telefonat schon etwaige Vorstellungen zu haben, falls das Gegenüber von den üblichen Gepflogenheiten abweicht.
  • Freundlich und höflich, aber nicht zu eilfertig reagieren. Durch ein Telefonat wird noch nichts in Stein gemeißelt. Bei Unsicherheit nachfragen oder sich Bedenkzeit ausbitten.
  • Sich zum Abschluss gerne nach den weiteren Schritten des Bewerbungsverfahrens erkundigen, ggf. Termine vereinbaren und sich für das Gespräch bedanken.

 

Drei Strategien zum Bewerben nach Burnout

Rund 30 % aller Pädagogen leiden unter Burnout und Erschöpfungszuständen (Stand 2014), so das Fazit einer Studie des Aktionsrat Bildung. Dank Aufklärung und einer wachsenden Zahl von Beratungs- bzw. Therapieangeboten gelingt es jedoch einem großen Teil der Betroffenen, nach einer angemessenen Zeit der Rekonvaleszenz inklusive entsprechender Therapiemaßnahmen wieder in den Beruf einzusteigen. Doch wie können Bewerberinnen und Bewerber eine Genesungs-Auszeit in einer Bewerbung “verpacken“?

Burnout überwunden – und nun?

Grundsätzlich gilt natürlich: Eine Bewerbung darf keine Falschaussagen enthalten. Bewerbungswillige mit bewältigtem Burnout sollten sich vor jeder Bewerbungsaktivität zwei Fragen ehrlich beantworten:
1. Bin ich schon wieder bereit für die Belastungen eines Anstellungsverhältnisses?
2. Fühle ich mich dem Bewerbungsprozess gewachsen?
Denn weist der Lebenslauf aufgrund der Erkrankung Lücken oder Ungereimtheiten auf, werden sich Personaler nach den Hintergründen erkundigen. Dieser Belastung müssen die Kandidaten standhalten können. Vor der Bewerbung sollten sich Bewerberinnen und Bewerber daher für eine Strategie zum Umgang mit der Erkrankung entscheiden.

 

Variante 1: Bedeckt halten

Hat die Erkrankung nur eine relativ kurze berufliche Auszeit erfordert oder möchte der Bewerber/die Bewerberin unter keinen Umständen Näheres preisgeben, empfiehlt sich eine neutrale Formulierung, wie etwa: „Berufliche Auszeit aus privaten Gründen“. Nachteil jedoch: Es ist davon auszugehen, dass Personaler genauer nachhaken und Hintergründe zur Auszeit erfragen werden.

 

Variante 2: Erwähnung einer Krankheit

Einen offeneren Umgang mit dem Thema transportiert die Formulierung: „Berufliche Auszeit aufgrund von Krankheit und Genesung.“ Denn die Erwähnung der Genesungszeit impliziert, dass der Bewerber bzw. die Bewerberin sich Zeit zur Rekonvaleszenz genommen und sich mit der Erkrankung auseinandergesetzt hat. Der aktive Wiedereintritt in den Beruf wird so als eine bewusste, tragfähige Entscheidung untermauert. Möglich ist allerdings auch hier eine Rückfrage nach den Umständen und der Art der Krankheit seitens des Arbeitgebers.

 

Variante 3: Der offensive Umgang

Je nach Persönlichkeit und momentaner psychischer Verfassung können Bewerberinnen und Bewerber auch mit gänzlich offenen Karten spielen und die (bewältigte) Burnout-Erkrankung explizit erwähnen. Eine solche Vorgehensweise signalisiert Stärke und Mut, macht jedoch auch angreifbar.
Generell gilt: Die Faktoren, die zu einer Burnout-Erkrankung führen, sind vielfältig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Genauso kann auch die Bewältigung der Krankheit je nach Individuum variieren.

 

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