Archiv für die Kategorie „Berufsbild Lehrer/in“

Lehrergesundheit – 25 Programme und Projekte

Obwohl Lehrkräfte im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein insgesamt gesundheitsförderlicheres Verhalten aufweisen, treten einige gesundheitliche Beschwerden in dieser Berufsgruppe doch verstärkt auf, so das Fazit einer Untersuchung, veröffentlicht 2015 im Deutschen Ärzteblatt.

Zu den besonderen Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern gehören demnach vor allem Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, erhöhte Reizbarkeit bis hin zu massiven psychischen Störungen, Burnout und Depressionen. Das Thema Lehrergesundheit rückt daher immer mehr in den Fokus des Interesses.

Die Kultusministerkonferenz hat bereits 2012 umfangreiche „Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule“ herausgegeben.

Zudem gibt es diverse länderspezifische Programme – sowohl präventiver als auch therapeutischer Art. Nicht zuletzt haben sich auch einige kommerzielle Anbieter auf die Gesundheitserhaltung bzw. -wiederherstellung von Lehrkräften spezialisiert. Ein Überblick.

  • Baden-Württemberg: Informationsportal zum Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte in Baden-Württemberg sowie Programm zur Lehrergesundheit des Bildungsservers Baden-Württemberg
  • Bremen: GeSA – Gesund am Arbeitsplatz Schule
  • Mecklenburg-Vorpommern: Lehrergesundheit – Betriebliches Gesundheitsmanagement an den öffentlichen Schulen in MV
  • Sachsen: ZAGS – Kompetenzzentrum für Lehrberufe

Trainings von kommerziellen Anbietern

Das Portal Lehrergesundheit.eu wird unterhalten von einem interdisziplinären Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, darunter Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Lehrkräfte. Das Team bietet verschiedene Trainings, SchilFs, Workshops sowie Coaching an.

Die Raabe Akademie bietet schulinterne Lehrerfortbildungen (SchiLf) zu spezifischen Themen rund um die Lehrergesundheit, wie etwa Stressbewältigung, Konflikttraining, Mobbing-Prävention.

Das Portal Cornelsen scook versorgt Lehrkräfte mit Hintergrundinformationen, Literaturtipps, Achtsamkeitsübungen und Anregungen zur Bewältigung der täglichen Anforderungen.

AGIL ist ein Training zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer. Dabei steht „AGIL“ für „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“.

15 Blogs von und für Lehrkräfte (Stand 2018)

Dass viele Lehrkräfte für ihren Beruf brennen, sich engagieren – und einiges mit sehr viel Humor nehmen, beweisen die zahlreichen deutschsprachigen Lehrerblogs. Folgende Blogs sind derzeit aktuell und erfreuen sich großer Beliebtheit – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Tipp: Für weitere Blog-Empfehlungen die Blogrolls der hier erwähnten Blogs besuchen.

 

Aus dem Schulalltag

Halbtagsblog: Schon seit zehn Jahren bloggt der Lehrer Martin Klinge über Begebenheiten aus seinem „Halbtagsjob“. Dabei blickt er immer wieder über den Tellerrand der Schule – insbesondere in Richtung Technik, Digitalisierung, Medien. 2017 wurde der Blogger mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.

 

Herrn Rau’s Lehrerzimmer: Der Lehrerblog von Thomas Rau bietet einen Einblick in den Alltag eines Lehrers der Unterricht macht, in Konferenzen sitzt und mit seinen Schülerinnen und Schülern ins Theater geht. In den Kommentaren werden oft schul- und bildungsrelevante Themen diskutiert.

 

Jochen Lüders – Englisch & Sport am Gymnasium: Jochen Lüders ist seit 30 Jahren Englisch- und Sportlehrer an einem Münchner Gymnasium. 2009 wurde sein Blog zu einem der drei besten deutschsprachigen Blogs ernannt. Humorvoll, scharfzüngig und wohltuend bissig berichtet er über den Schul- und Lehreralltag.

 

„Dem Herrn Weese sein Blog“ ist nach eigenem Bekunden ein „Blog eines Deutschlehrers an einem fränkischen Gymnasium.“ Neben dem humorvollen Auseinanderpflücken von Phänomenen der deutschen Sprache gibt es hier allerhand persönliche Ein- und Ansichten.

 

Herr Larbig: Diesen Blog betreibt Torsten Larbig, Lehrer für die Fächer Deutsch und katholische Religion. Es gibt viele Fotos, Videos, Ausführungen über Bildungsthemen und Lernen mit Web 2.0 – und zwischendurch auch mal die Interpretation eines mittelhochdeutschen Gedichts.

 

Kreide fressen: Dieser scharfzüngige Blog mit dem Untertitel „Momentaufnahmen eines Lehrers aus Bielefeld“ entstand schon zu den Studienzeiten des Betreibers und geht auch ausführlich auf das Referendariat und die Lehrerausbildung mit all ihren Kurven ein.

 

riecken.de: Intelligenter und reflektierter Blog aus dem Schul- und Unterrichtsalltag eines Lehrers für Deutsch und Chemie. Untertitel: „Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule“. Es geht um Unterrichtsinhalte, Methoden, Bildungspolitik, Web 2.0 – und vieles mehr. Eine Fundgrube.

 

Materialien Grundschule

Kuschelpädagogik: Dieser humorvolle (und bissige) Blog wird betrieben von Frau Weh, einer „Grundschullehrerin aus Freude”. Sie schildert ihre persönlichen Erfahrungen im und um den Lebensraum Schule und teilt allerhand „Lehrkram“.

 

Ideenreise: Kreative Materialien für den Grundschulunterricht mit sehr großem Archiv.

 

Zaubereinmaleins: Großer Fundus an Grundschul-Unterrichtsmaterialien, zusammengestellt von einer Grundschullehrerin.

 

Referendariat/Berufseinstieg

Frau Ella wird Lehrerin: In diesem Blog erhalten Leser sehr ehrliche, teils humorvolle Einblicke in den Arbeitsalltag von Referendaren – auch wenn die Betreiberin mittlerweile schon einige Zeit aus dem Referendariat raus ist.

 

Einestageslehrerin: Dieser Blog (inzwischen beendet, aber noch immer lesenswert) spannt einen Bogen vom Berufswunsch Lehrerin zu Lehramtsstudium und Schulpraktika – mit allen Höhen und Tiefen, die der Berufswunsch mit sich bringt. Vor allem jedoch aber mit viel Idealismus und positiver Energie.

 

 

Computer/Internet/Technik/Neue Medien

Lehrerrundmail: Dieser sehr breit gefächerte und fundierte Blog versorgt Lehrkräfte mit „Tipps & Infos rund um Unterricht mit Computer & Internet“.

 

Matthias Heil: Der Blogger Matthias Heil, Lehrer für Katholische Religion und Englisch, bemüht sich um die Integration technischer Neuerungen in seinen Unterricht: Ob Blogs, Podcasts, OER oder mobile Geräte: die didaktisch und pädagogisch sinnvolle Einbindung in Lehr- und Lernprozesse interessiert ihn nach eigenen Angaben besonders

 

Der Appendix-Blog, betrieben von Lehrer, Dozent, Redakteur und Germanist Richard Heinen, widmet sich in den Kategorien „Schulwelt“, „Hochschulwelt“, „Netzwelt“ und „Bilderwelt“ aktuellen Themen aus der Bildungspolitik.

 

Eine Art „Best of“ aktueller Blog-Beiträge rund um den Mikrokosmos Schule liefert die Seite LehrerLinks.

 

Teamarbeit unter Lehrkräften (Teil 2): Teams sinnvoll bilden

Teamarbeit im Kollegium kann viele Vorteile mit sich bringen: Neben kurzen Kommunikationswegen, Erfahrungsaustausch, Teilen von Informationen oder Materialien schont eine Arbeitsaufteilung die individuellen Ressourcen der Lehrkräfte. Zudem ermöglicht der direkte, ggf. fächerübergreifende Austausch, ein detaillierteres Bild über einzelne Schülerinnen und Schüler zu erhalten. Gerade im Zuge der individuellen Förderung ist ein solch differenzierter Blick wichtig.

 

Teams sinnvoll bilden

Entscheidend für die Effizienz eines schulischen Teams ist die Größe, die Arbeitsweise und die Zusammensetzung seiner Mitglieder. Einige Team-Konstellationen entstehen an Schulen quasi naturgegeben, etwa Fachteams, Stufen- oder Jahrgangszusammenschlüsse sowie Projektteams. Die Teilnahme an den Treffen dieser sich formell konstituierenden Teams ist zumeist obligatorisch – wenn auch nicht immer effizient und nicht immer beliebt. Darüber hinaus lohnt jedoch das Nachdenken über eher informell motivierte, fach-, stufen- und projektübergreifende Teams.

 

Besonderheit: multiprofessionelle Teams

Steht der Lehrerin bzw. dem Lehrer für bestimmte Fächer oder Unterrichtsabschnitte eine schulferne Fachkraft zur Seite, die ihr spezifisches Fachwissen einbringt und die Lehrkraft so entlastet, kann ein multiprofessionelles Team gebildet werden. Die Kombination Lehrkraft + sonderpädagogische Fachkraft ist im Rahmen der Inklusion bereits ein zahlreichen Schulen Realität. Darüber hinaus denkbar und je nach Schule sinnvoll sind beispielsweise Teambildungen mit IT-Fachkräften, Bibliothekaren, Vertretern technischer, medizinischer oder handwerklicher Berufe o.Ä.

 

Als Team finden – und binden

Kein Team kann auf Knopfdruck durchstarten, sondern bedarf zunächst einer kurzen Findungsphase. Zu klären ist dann unter anderem: Was ist unsere Aufgabe bzw. unser Ziel als Team? Wer gehört dazu? Wer bringt welche Fähigkeiten mit ein?

Eine bewährte Teambuilding-Methode ist das Verfassen eines Team-Vertrags. Dieser kann unter anderem folgende Fragestellungen beantworten:

  • Welche Maßnahmen sollen zum Erreichen des Ziels durchgeführt werden?
  • Wer arbeitet mit wem zusammen?
  • Gibt es feste Teamzeiten und einen festen Treffpunkt?
  • Wie kommuniziert das Team nach innen?
  • Wie verläuft die Kommunikation nach außen?
  • Wie kommuniziert das Team mit der Schulleitung?
  • Gibt es Meilensteine, die auf dem Weg hin zur Vollendung des Ziels erreicht werden sollen?
  • Wie sieht der zeitliche Rahmen für die Erlangung des Ziels aus?
  • Wann und auf welche Weise erfolgt die Zielkontrolle?

Teamarbeit unter Lehrkräften (Teil 1): Darum ist Kooperation wichtig

Auch wenn jede Lehrkraft im Klassenraum de facto ein „Einzelkämpfer“ ist, kann kollegiale Zusammenarbeit bzw. Teamarbeit sowohl den Unterricht als auch die Arbeitszufriedenheit positiv beeinflussen. Viele Schulen in Freier Trägerschaft zeichnen sich gerade durch Strukturen aus, die diese Kollegialität ermöglichen und fördern.

 

Kooperation höchst erwünscht

Rund 97 Prozent der Lehrkräfte halten es für wichtig, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und zu beraten. Immerhin 87 Prozent der Lehrkräfte erachten diesen Aufwand als lohnend. Allerdings beschränkt sich diese Kooperation oft auf die Weitergabe von Informationen oder die Empfehlung von Methoden und Materialien (77 Prozent der befragten Lehrkräfte). Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Lehrerkooperation in Deutschland“, durchgeführt 2016 von der Bertelsmann Stiftung nach einer repräsentativen Umfrage unter 1.015 Lehrkräften. Nur selten findet demnach eine komplexe Zusammenarbeit in Form von gemeinsamer Erarbeitung von Inhalten oder Methoden statt (25 Prozent). Dies liegt unter anderem auch darin begründet, dass dies zeitlich und organisatorisch nicht im Schulalltag verankert ist.

 

Als Voraussetzungen für funktionierende Teams identifiziert die Studie:

  1. Durch das Einräumen fester Team-Arbeitszeiten bekommt die Teamarbeit einen entsprechenden Stellenwert im Stunden- bzw. Arbeitsplan.
  2. Grundsätzlich kooperieren jene Lehrkräfte häufiger, bei denen eine gemeinsame Anwesenheit in der Schule auch außerhalb der Unterrichtszeiten gegeben ist.
  3. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten, kann auch die Schulleitung Einfluss auf das Maß der Kooperation der Lehrkräfte haben. Das Mittragen des Kooperationsgedankens durch die Schulleitung ist daher essentiell.
  4. Um Zuständigkeiten und Ansprechpartner zu kennen, bedarf es festgelegter Strukturen für jahrgangs- oder fachbezogene Abstimmungen.
  5. Nicht zuletzt: Auch ausreichende räumliche Kapazitäten für Team-Besprechungen sind von grundlegender Bedeutung.

 

In einigen Schulen in Freier Trägerschaft ist die kollegiale Kooperation fest im Schulprogramm verankert. Gelegentlich wird sie überdies gestützt durch institutionalisiertes gegenseitiges Hospitieren im Unterricht und/oder kollegiale Fallberatung.

 

Als Honorarkraft im Schuldienst

In Deutschland arbeiten zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer als freiberufliche, also nicht angestellte Lehrkräfte. Betätigungsfelder für sie sind jedoch nicht nur Volkshochschulen, Sprach- oder Musikschulen, Integrationsmaßnahmen, Berufsbildungseinrichtungen, Hochschulen oder Nachhilfeinstitute. Auch allgemeinbildende Schulen – darunter auch Ersatzschulen in freier Trägerschaft – stocken ihr Kollegium mitunter durch freie Kräfte auf. Sie können so flexibel auf Personalengpässe reagieren, Fächer mit geringer Unterrichtsverpflichtung anbieten oder aber Unterrichtsangebote abdecken, die über den Rahmenlehrplan hinausgehen.

Auch wenn LehrCare seit zehn Jahren zu über 90 % in feste Anstellungsverhältnisse vermittelt – die restlichen 10 % sind Vertretungen, z.B. in Krankheitsfällen – bevorzugen einige Lehrerinnen oder Lehrer in einzelnen Lebensphasen durchaus die Freiberuflichkeit. Im Folgenden einige relevante Infos.

 

Status muss deutlich sein

Kommt es zu einer längerfristigen und kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen einer Bildungseinrichtung und einer freiberuflichen Lehrkraft, kann das Beschäftigungsverhältnis schnell Züge einer angestellten Tätigkeit annehmen, allerdings ohne Sozialversicherungsabgaben seitens des Arbeitgebers. Um einer solchen – mutwilligen oder fahrlässigen – Umgehung von Sozialversicherungsabgaben vorzubeugen, führen Sozialversicherungsträger ein Statusfeststellungsverfahren durch.

 

Selbstständigkeit als Sprungbrett

Deutlich mehr noch als angestellte Lehrkräfte müssen sich freiberufliche Lehrerinnen und Lehrer über ihre Ziele im Klaren sein und diese konsequent verfolgen. Statt in der lähmenden Warteschleife auf die Festanstellung zu verharren, können sich Kandidatinnen und Kandidaten folgende Fragen stellen: Strebe ich derzeit eine Festanstellung an? Oder gibt es Möglichkeiten, mich (vorübergehend) auch freiberuflich weiterzuentwickeln? Welche Lehreinrichtungen kommen für mein Profil in Frage? In welche Richtung möchte ich mich fachlich weiterentwickeln und wie ist dies mit dem Arbeitsmarkt vereinbar? Wo kann ich Erfahrungen sammeln, die mich in meiner beruflichen Entwicklung weiterbringen? Welche in der Freiberuflichkeit entwickelten Soft Skills kann ich vorweisen (Organisationsvermögen, Stressresistenz, Networking)?

Denn es gilt im Hinterkopf zu behalten: Ein wesentlicher Trumpf in der Hand von freiberuflichen Lehrkräften kann ihre breite Praxiserfahrung sein, sofern diese Erfahrungen klug gesammelt und präsentiert werden.

 

Weiterführende Informationen:

Broschüre „Richtig selbstständig? Ratgeber für freie Lehrkräfte“. Kostenlos zum Download.

 

 

Sabbatjahr für Lehrkräfte

Genau wie andere Berufsgruppen, können auch Lehrerinnen und Lehrer eine berufliche Auszeit, ein Sabbatjahr nehmen. Neben dem Wunsch nach Regeneration bzw. Burnout-Prävention oder einer langen Reise sind die Triebfedern dabei häufig auch konkrete Weiterbildungsmaßnahmen oder die Verwirklichung persönlicher Vorhaben, wie etwa einer intensiven Familienphase, ehrenamtlichem Engagement oder einem Hausbau.

 

Frühe Planung – das A & O

Details einer beruflichen Auszeit sind für Lehrkräfte – ob angestellt oder verbeamtet – länderspezifisch geregelt. Prinzipiell funktioniert ein Sabbatjahr jedoch meist nach einem einfachen Modell: Während der sogenannten Anspar- oder Arbeitsphase, deren Dauer individuell geregelt wird, verzichtet die auszeitwillige Person auf einen Teil des Einkommens und geht im Anschluss dann in die Freistellungsphase, während der sie die gleichen Bezüge weiter erhält.

Da sich die Ansparphase je nach Bundesland auf einen Zeitraum von zwei bis sieben Jahren erstrecken kann, ist eine frühe Planung und Verhandlung mit dem Dienstherrn bzw. Arbeitgeber unerlässlich. Dieser zeitlich begrenzte Lohnverzicht ist das gängigste Modell und in einigen Bundesländern für Lehrer zugleich das einzig mögliche. Folgende Sabbatjahr-Modelle sind darüber hinaus in manchen Ländern bzw. Beschäftigungsverhältnissen möglich:

 

Teilzeit

Arbeitnehmer und Lehrer schließen einen Teilzeitvertrag mit entsprechend reduziertem Gehalt. Die Lehrkraft arbeitet jedoch Vollzeit weiter und sammelt so Überstunden auf einem Arbeitszeitkonto. In der Freistellungsphase arbeitet die Lehrkraft dann nicht mehr, erhält aber weiter die gleichen Bezüge.

 

Fondsparmodell

Dieses Modell ist nur für Angestellte möglich. Sie sammeln auf einem Arbeitszeitkonto Urlaub, Überstunden und/oder Teile des Gehalts an. Das angesparte Geld wird vom Arbeitgeber in Fonds angelegt, aus denen die Lehrkraft während der Freistellungsphase dann ihre Bezüge erhält.

 

Vorgezogener Ruhestand

Hier nutzt die Lehrkraft das angesparte Zeitguthaben dazu, kurz vor dem Ruhestand entweder Stunden zu reduzieren oder gänzlich vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln.

 

Unbezahltes Sabbatjahr

Nach Absprache mit dem Arbeitgeber ist es auch möglich, einen längeren unbezahlten Urlaub zu nehmen, um anschließend in den Unterricht zurückzukehren.

 

 

Umfassende Recherche wichtig

Die Regelungen zum Sabbatjahr befinden sich in den einzelnen Ländern teils in ständigem Wandel. Es empfiehlt sich, die entsprechenden Vorschriften zeitnah zum eigenen Vorhaben zu recherchieren. Da jedoch generell die Beliebtheit von Sabbatjahren steigt, ist damit zu rechnen, dass Regelungen zunehmend einfacher zugänglich werden.

Sind die wesentlichen Recherchen abgeschlossen, sollten Auszeitwillige sich mit der vertraglichen Regelung auseinandersetzen. Diese muss enthalten:

  • Zeitraum der Anspar- und der Freistellungsphase bzw. eventuelle Befristung einer Arbeitszeitreduzierung
  • Regelung zur Rückkehr und zum Wiedereinstieg
  • Krankheitsregelungen
  • Kündigungsregelungen

 

Zum Weiterlesen

 

 

Praktikum – so holen Sie das Beste raus

Egal ob vor, während oder nach dem Studium: Sinn und Zweck eines Praktikums ist es, einen repräsentativen Einblick in den Alltag einer Arbeitsumgebung zu bekommen. Im günstigen Fall ergänzt das Praktikum das bereits theoretisch erworbene Wissen.

Besonders bei angehenden Lehrkräften sind Praxiseinheiten wichtig, tragen sie doch dazu bei, den viel zitierten Praxisschock zu minimieren. Auch kann ein Praktikum durchaus dazu dienen, sich kritisch zu hinterfragen: Ist die Berufswahl Lehrer/Lehrerin für mich wirklich die Richtige?

Um von einem Praktikum an einer Schule tatsächlich zu profitieren, sollten Praktikanten selbst Initiative ergreifen und das Beste aus der Praxiserfahrung herausholen. Beispielsweise durch gezielte und qualifizierte Fragen.

 

Fragen rund ums Praktikum

  • Was erwarten Sie von einem guten Praktikanten – und konkret: Was erwarten Sie von mir?
  • Wer sind meine Ansprechpartner während des Praktikums?
  • Welche Aufgaben darf ich übernehmen?
  • Womit kann ich Ihre Schule entlasten, während ich bei Ihnen tätig bin?
  • Welche Tätigkeitsbereiche der Schule/des Unternehmens sollte ich Ihrer Meinung nach kennenlernen?

Fragen zum Angestelltenverhältnis im Praktikumsbetrieb

  • Welches sind entscheidende Kriterien, um bei Ihnen angestellt tätig zu sein?
  • Welche Qualitäten sollten Angestellte bei Ihnen vorweisen?
  • Wie schätzen Sie Ihren Personalbedarf in den nächsten Jahren ein?
  • Welche Werte vertritt die Schule?
  • Wie ist der Ablauf des Bewerbungs- bzw. Einstellungsverfahrens?
  • Wie ist die Haltung der Schule zum Thema Weiterbildung?
  • Wie sehen Sie die Chancen einer Einstellung nach dem Studium?

Fragen zum beruflichen Werdegang des Ansprechpartners

  • Seit wann sind Sie im Unternehmen/in der Schule tätig und wie ist Ihr Werdegang?
  • Warum haben Sie sich für diesen Arbeitgeber entschieden?
  • Bei welchem vorhergehenden Arbeitsverhältnis waren Sie unzufrieden?
  • Welche Schwerpunkte haben Sie in punkto Weiterbildung?
  • Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

 

Arbeitswerkzeug Stimme

 

Der hohe Lärmpegel im Klassenraum ist für die meisten Lehrkräfte eine der größten täglichen Belastungen. Mit dem Lärm steigt auch die Anforderung, diesen mit stimmlicher Kraft zu regulieren bzw. einzudämmen. Doch wer seine Stimme täglich bis zur Belastungsgrenze beansprucht, verspürt nicht nur schnelle Erschöpfung, sondern riskiert auch langfristige Einschränkungen der stimmlichen Fähigkeiten.

Oft mangelt es auch an der richtigen Sprechtechnik. Das führt zu falschen Verhaltensmustern wie Atemfehlleistungen, zu hoher oder geringer Sprechspannung, Rückverlagerungen, Nuscheln. Viele Lehrkräfte sprechen zudem zu laut, zu hoch oder versuchen, ihre Schüler zu übertönen, wenn der Lärmpegel steigt. Eine Möglichkeit, derlei Störungen zu beheben, ist, die Sprechtechnik unter fachgerechter Anleitung zu trainieren.

Permanente stimmliche Beschwerden führen zwangsläufig zu Ausfallzeiten. Die Folge: Der Lehrstoff wird nicht bewältigt, die Lehrkraft gerät immer mehr unter Druck. Zusammengefasst: Wirkungsvolles Sprechen erleichtert das Verstehen, wirkt sich positiv auf die Lernatmosphäre aus und motiviert und aktiviert die Schüler.

 

Die eigene Stimme evaluieren

Eine gängige Methode, die Leistungsfähigkeit der eigenen Stimme zu bestimmen, ist die Ermittlung des sogenannten Voice Handicap Index (VHI). Dieser ordnet auf einer vierstufigen Skala den Schweregrad einer potenziellen Stimmstörung und das Handicap des Betroffenen ein. Ermittelt wird der VHI per Fragebogen. Jedoch ist es unbedingt ratsam, bei ernsthaften stimmlichen Problemen einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen Stimmarzt (Phoniater) zu konsultieren.

  • VHI-Bereich 0-14 – kein Handicap
  • VHI-Bereich 15-28 – geringes Handicap
  • VHI-Bereich 29-50 – mittelgradiges Handicap
  • VHI-Bereich 50-120 – hochgradiges Handicap

Tipps zum schonenden Umgang mit der Stimme

– Lärm im Klassenraum nicht zwangsläufig mit stimmlicher Kraft begegnen, sondern nonverbale Signale zum „Runterkühlen“ einführen.

– Bei der Unterrichtsplanung auch Ruhephasen einkalkulieren, in denen die Stimme Zeit zum Regenerieren hat.

– Vor Beginn eines Unterrichtstages (beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit) „einsprechen“. Das lässt die Stimme warmlaufen und vermeidet den stimmlichen „Kaltstart“.

– Aneignen von gezielten Atem- und Sprechtechniken, ggf. mit professioneller Hilfe von Sprachtherapeuten oder Gesangslehrern.

– Die Stimmlage generell nicht zu hoch ansetzen.

– Deutlich und klar artikuliert sprechen. Schnelles, undeutliches Sprechen führt zu erhöhter Stimmbelastung

– Den Klassenraum regelmäßig lüften.

– Regelmäßig und ausreichend trinken. Doch Vorsicht: Kaffee und Schwarzer Tee trocknen aus, Milch kann verschleimen.

– Nach Möglichkeit die Umgebungsgeräusche auf ein Minimum reduzieren.

 

Verbeamtete Lehrkräfte an Privatschulen: Rechtslage und Wissenswertes

Beamte behalten bei einer Tätigkeit an Privatschulen ihren Beamtenstatus bei, wenn sie der Privatschule zugewiesen wurden. Diese Regelung fußt auf § 20 des Beamtenstatusgesetzes (BeamtStG), einem Bundesgesetz, das die beamtenrechtliche Stellung der Beamten der Länder und Kommunen regelt.

 

Welche Rechtsquellen sind relevant?

Als Rechtsquellen relevant sind die jeweiligen Beamtenstatus-/Besoldungs- und Schulgesetze des betreffenden Bundeslandes:

  • Landesversorgungsgesetze bei Fragen zur Anerkennung bei der Pension
  • Landesbeamtengesetze bei Fragen zu Abordnungen und Beurlaubungen
  • Privatschulgesetze für privatschulspezifische Fragen

Für manche Privatschultypen (z.B. Katholische Schulen in freier Trägerschaft in NRW oder Baden-Württemberg) existieren spezifische Regelungen, zu erfragen bei den jeweiligen Trägern. Ebenso gibt es für Waldorfschulen zum Teil im Laufe der Jahre gewachsene Besonderheiten. Genaueres teilt der Bund der Freien Waldorfschulen mit.

 

Ist eine dauerhafte Zuweisung möglich?

Zwar ist eine dauerhafte Zuweisung nicht möglich, wohl aber die Verlängerung der Zuweisung.

 

Gibt es die Möglichkeit, unter Beibehaltung der Bezüge eine Planstelle an einer Privatschule zu besetzen?

Prinzipiell ist ein solches Vorgehen nicht vorgesehen. Jedoch existiert in den meisten Bundesländern ein Vertrag zwischen Kultusministerium und Privatschulen, in dem geregelt ist, dass das Geld weiter vom Land kommt, die Privatschulen aber die Besoldung, einen Teil des Ruhegehaltes und ggf. Sonderzahlungen an das Kultusministerium zahlen. Auf diese Weise behält der Beamte seine Bezüge, aber die Privatschule zahlt an den Staat.

 

Was geschieht mit bereits erworbenen Pensionsansprüchen?

Bleibt der Beamtenstatus über eine Beurlaubungslösung gewahrt, gilt dies auch für die Versorgungsansprüche. Falls für den Privatschuldienst ein Ausscheiden aus dem Beamtendienst erfolgt oder erforderlich wird, findet eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung statt. Hierbei werden dann Beträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nachgezahlt und zwar in der Form, als sei der Versicherte schon seit jeher Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung gewesen. Weitere Auskünfte hierzu erteilt u. a. die Deutsche Rentenversicherung.

 

Was geschieht mit der Beihilfe zur Krankenkasse?

Beihilfe zu einer Krankenkasse kann nicht gewährt werden, denn Beihilfe ist immer an beamtenrechtliche Dienstbezüge gekoppelt, also: Beamtenstatus = Beihilfe. Im Angestelltenverhältnis gibt es ggf. einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung, abhängig von der Einkommenshöhe. Unter Umständen sind Krankenkostenübernahmen bzw. -zuschüsse auch für Angestellte möglich. Dies fällt dann jedoch unter privatrechtliche Vereinbarungen und hat nichts mit Beamtenrecht zu tun.

 

Wie kommt eine Lehrkraft bzw. ein Schulleiter wieder zurück in die öffentliche Schule?

Sie muss sich bei einer öffentlichen Schule wieder bewerben bzw. die Zuweisung auslaufen lassen.

 

Wer erteilt weiterführende Informationen?

Auskunft geben die landesspezifischen Schulämter oder Kultusministerien. Gewerkschaftsmitglieder können sich an die Landesverbände ihrer jeweiligen Fachgewerkschaft wenden.

 

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland

Die Möglichkeit, an einer deutschen Schule, Hochschule oder sonstigen Bildungseinrichtung im Ausland zu unterrichten ist für viele Lehrkräfte eine wertvolle und unersetzliche Bereicherung  persönlicher als auch fachlicher Art. Die Chancen auf eine Stelle im Ausland hängen stark von persönlichen Faktoren der Bewerber ab. Dazu gehören neben der Qualifikation vor allem auch die Fächerkombination, der Status und zu einem entscheidenden Teil die persönliche Flexibilität. Nicht zuletzt spielen auch finanzielle Aspekte eine wichtige Rolle. Denn das Gehalt kann je nach Art des Einsatzes erheblich variieren.

 

Viele Wege führen ins Ausland

Grundsätzlich haben Lehrkräfte mit Zweitem Staatsexamen und bereits absolvierter Lehrerfahrung gute Chancen bei der Bewerbung um eine Stelle im Ausland. Prinzipiell steht jedoch nicht nur examinierten Lehrerinnen und Lehrern eine Anstellung an Auslandschulen offen. Die Art der zu besetzenden Stelle wird jeweils in der Stellenausschreibung genannt. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt sich eine kurze Nachfrage bei der ausschreibenden Schule.

Unterschieden werden generell folgende Lehrmöglichkeiten:

  • Auslandsdienstlehrkraft (ADLK): Diese Lehrkräfte müssen im innerdeutschen Schuldienst fest verbeamtet oder unbefristet angestellt sein und mindestens zwei Jahre Lehrerfahrung nachweisen. Wie auch in Deutschland sind im Ausland derzeit besonders die MINT-Fächer nachgefragt. Auch Lehrkräfte, die Fachunterricht in einer Fremdsprache (beispielsweise englischsprachiger Erdkundeunterricht) unterrichten, haben gute Karten bei Auslandsbewerbungen. Generell zählt überdies die Zusatzausbildung Deutsch als Fremdsprache (DaF) als gute Voraussetzung für eine Auslandstätigkeit. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Landesprogrammlehrkraft (LPLK): Wer als LPLK eine Auslandsstelle antreten will, ist normalerweise im Landesschuldienst angestellt oder verbeamtet und wird für die Auslandstätigkeit freigestellt. Die Anzahl der LPLK-Stellen ist jedoch weitaus geringer als die der BPLK- und ADLK-Stellen.
  • Bundesprogrammlehrkraft (BPLK): Voraussetzung ist ein erfolgreich abgelegtes 2. Staatsexamen oder ein gleichwertiger Abschluss, bei verbeamteten und unbefristet angestellten Lehrkräften Gewährleistungs- bzw. Freistellungszusage des Dienstherrn bzw. Arbeitgebers. Im Gegensatz zu ADLK ist hier keine aktuelle Anstellung nötig. Bewerber können daher beispielsweise auch schon direkt nach dem Referendariat eine Stelle als BPLK antreten. Die Bewerbung erfolgt auf dem Dienstweg.
  • Ortslehrkraft oder Ortskraft (OLK oder OK): Prinzipiell können sich alle Lehrerinnen und Lehrer als OLK bewerben, das Zweite Staatsexamen wird aber nicht immer zwingend vorausgesetzt. OLK werden nach Landesrecht angestellt – und zwar entweder als Lehrkräfte oder als Erzieher/-innen, Sozialpädagog/-innen bzw. Mitarbeiter/-innen für den außerschulischen Bereich. Entsprechende Bewerber schließen also direkt mit der ausländischen Schule einen Arbeitsvertrag ab und verhandeln auch das Gehalt selbst. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) veröffentlicht auf ihrer Website Stellenangebote auch für OLK/OK, übernimmt jedoch nicht die Vermittlung. Auch LehrCare veröffentlicht regelmäßig Stellenangebote deutscher Schulen im Ausland.

 

Weiterführende Informationen erhalten interessierte Lehrkräfte, Referendare und sonstige pädagogische Fachkräfte bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sowie auf den Seiten der Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und -lehrer (AGAL).

Eine sehr hilfreiche Anlaufstelle ist auch der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLIA). Er verfügt über umfangreiche Informationen zum Auslandsaufenthalt und zu rechtlichen sowie organisatorischen Fragen und unterhält mehrere Regionalgruppen, in denen Mitglieder Unterstützung erfahren und sich austauschen können.

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