Archiv für die Kategorie „Ausbildung und Referendariat“

Praktikum – so holen Sie das Beste raus

Egal ob vor, während oder nach dem Studium: Sinn und Zweck eines Praktikums ist es, einen repräsentativen Einblick in den Alltag einer Arbeitsumgebung zu bekommen. Im günstigen Fall ergänzt das Praktikum das bereits theoretisch erworbene Wissen.

Besonders bei angehenden Lehrkräften sind Praxiseinheiten wichtig, tragen sie doch dazu bei, den viel zitierten Praxisschock zu minimieren. Auch kann ein Praktikum durchaus dazu dienen, sich kritisch zu hinterfragen: Ist die Berufswahl Lehrer/Lehrerin für mich wirklich die Richtige?

Um von einem Praktikum an einer Schule tatsächlich zu profitieren, sollten Praktikanten selbst Initiative ergreifen und das Beste aus der Praxiserfahrung herausholen. Beispielsweise durch gezielte und qualifizierte Fragen.

 

Fragen rund ums Praktikum

  • Was erwarten Sie von einem guten Praktikanten – und konkret: Was erwarten Sie von mir?
  • Wer sind meine Ansprechpartner während des Praktikums?
  • Welche Aufgaben darf ich übernehmen?
  • Womit kann ich Ihre Schule entlasten, während ich bei Ihnen tätig bin?
  • Welche Tätigkeitsbereiche der Schule/des Unternehmens sollte ich Ihrer Meinung nach kennenlernen?

Fragen zum Angestelltenverhältnis im Praktikumsbetrieb

  • Welches sind entscheidende Kriterien, um bei Ihnen angestellt tätig zu sein?
  • Welche Qualitäten sollten Angestellte bei Ihnen vorweisen?
  • Wie schätzen Sie Ihren Personalbedarf in den nächsten Jahren ein?
  • Welche Werte vertritt die Schule?
  • Wie ist der Ablauf des Bewerbungs- bzw. Einstellungsverfahrens?
  • Wie ist die Haltung der Schule zum Thema Weiterbildung?
  • Wie sehen Sie die Chancen einer Einstellung nach dem Studium?

Fragen zum beruflichen Werdegang des Ansprechpartners

  • Seit wann sind Sie im Unternehmen/in der Schule tätig und wie ist Ihr Werdegang?
  • Warum haben Sie sich für diesen Arbeitgeber entschieden?
  • Bei welchem vorhergehenden Arbeitsverhältnis waren Sie unzufrieden?
  • Welche Schwerpunkte haben Sie in punkto Weiterbildung?
  • Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

 

Wegweiser durch die Krankenversicherung im Referendariat

Das Lehramtsstudium ist beendet, das Referendariat steht vor der Tür. Mit dem neuen Lebensabschnitt beginnt für Referendare auch ein neues Kapitel in punkto Krankenversicherung. Welche Versicherung hat nun zu folgen? Was ist zu Beginn des Referendariats in Sachen Krankenversicherung zu unternehmen? Wie unterschieden sich Gesetzliche (GKV) und Private Krankenversicherung (PKV)? Inwiefern verändert sich der Status als Versicherungsnehmer?

 

Veränderter Status

Referendare, oder Lehramtsanwärter, sind per definitionem Beamte auf Widerruf, da das Beamtenverhältnis jederzeit durch den Dienstherrn, also das Land, widerrufbar ist. Der Status „Beamte auf Widerruf“ endet mit dem erfolgreichen Ablegen (oder endgültigen Nicht-Bestehen) des Zweiten Staatsexamens.

Je nach Art der darauf folgenden Beschäftigung geht er dann entweder über in den Status Beamte/r auf Probe (bei Stellen, die auf eine Verbeamtung auf Lebenszeit hinführen), oder aber es folgt eine temporäre oder dauerhafte Tätigkeit als angestellter Lehrer.

 

Beihilfe – wie funktioniert sie?

Während des Referendariats sind angehende Lehrkräfte beihilfeberechtigt. Dies bedeutet, dass der Dienstherr – anders als der Arbeitgeber bei einem Angestelltenverhältnis – zwar keinen monatlichen Zuschuss zur Krankenversicherung zahlt, dass er aber entstandene Krankheitskosten durch die Beihilfe erstattet. Dieser Anteil des Dienstherrn heißt Beihilfebemessungssatz. Die Beihilfe deckt je nach familiärer Situation jedoch nur einen Teil der Krankheitskosten ab: Für Referendare ohne Kinder beträgt er in der Regel 50 % der entstandenen beihilfefähigen Krankheitskosten.

 

Die „Lücke“ versichern

Die verbleibende Versorgungslücke müssen die angehenden Lehrkräfte ab dem ersten Tag ihres Referendariats selbst durch eine beihilfekonforme Krankenversicherung schließen. Zusätzlich ist eine Pflegepflichtversicherung nachzuweisen.

 

Welche Krankenversicherung?

Grundsätzlich bleiben Referendaren bei der Wahl der Krankenversicherung zwei Optionen: Die GKV und die PKV. Wer vor Beginn des Referendariats bereits als Pflichtversicherter Mitglied in der GKV war, kann bzw. muss seinen Status dann in eine freiwillige Mitgliedschaft ändern. Freiwilliges Mitglied einer GKV kann prinzipiell werden, wer aufgrund einer Statusänderung aus der Pflichtversicherung ausscheidet, aber alle Voraussetzungen zur freiwilligen Mitgliedschaft erfüllt.

In der Praxis gestaltet sich die Mitgliedschaft in der PKV für Referendare zumeist kostengünstiger, da das Land als Arbeitgeber eben nicht den bei Angestellten üblichen Arbeitgeberanteil zahlt. Der Markt der Privaten Krankenversicherungen ist jedoch nahezu unüberschaubar. Es empfiehlt sich der Vergleich mehrer Anbieter und Tarife. Hilfreich ist die Verwendung eines unabhängigen Tarifrechners, wie beispielsweise tarifcheck24.com oder das Beamten Infoportal.

Übersicht Vor- und Nachteile GKV

Übersicht Vor- und Nachteile PKV

 

Wie geht es nach dem Referendariat weiter?

Nach Beendigung des Referendariats und Ablegen des Zweiten Staatsexamens entscheidet unter anderem die Art der nun folgenden Beschäftigung über die Art der Krankenversicherung. Folgt ein Angestelltenverhältnis, ist für die angestellten Lehrkräfte wieder die GKV zuständig. Folgt eine Verbeamtung, verbleiben die entsprechenden Lehrkräfte in der PKV – müssen jedoch den Tarif anpassen.

 

 

Lehrkräfte-Nachwuchs: Es geht um die Attraktivität eines Berufes

Es ist eines der kniffligsten Ergebnisse der internationalen Bildungsrankings und bestätigt einen Zusammenhang, der – darin sind sich Bildungsforscher einig – in Deutschland bislang zu wenig Beachtung fand: In all jenen Ländern, die in PISA & Co. Spitzenplätze belegen, genießt der Lehrerberuf höchstes Ansehen. In Deutschland hingegen ist seine Reputation in den letzten Jahrzehnten beträchtlich gesunken. Meldungen von Überforderung, Burnout und stressbedingten Krankheiten unter Lehrkräften tun ein Übriges. Dabei zeigen Analysen, zuletzt die viel beachtete Hattie-Studie, dass den Lehrkräften bei der Vermittlung von Wissen die entscheidende Rolle zukommt. Viel mehr noch als schulische Rahmenbedingungen zu ändern und das System durch ständige Reformen zu destabilisieren, sollte alle Energie darin investiert werden, gute angehende Lehrkräfte zu finden und auszubilden. Dieses Engagement setzt bereits in einem sehr frühen Stadium ein, nämlich bei der Zulassung potenzieller Kandidaten zum Lehramtsstudium.

 

Beratung statt Praxisschock

Wer kommt für den Lehrberuf in Frage? Welche Kriterien müssen geeignete Kandidaten erfüllen? Und wie können sie gefunden werden? Diese drei zentralen Fragen stellt die Studie „Strategisches Recruitment von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern – sinnvoll und machbar?!“. Veröffentlicht wurde diese nun auf dem Portal www.monitor-lehrerbildung.de, einer Kooperation von Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Das Fazit in knappen Worten: Eine systematische Anwerbung, Beratung und Begleitung von geeigneten Kandidaten für den Lehramtsberuf ist in Deutschland bislang fast nicht existent, weder auf Universitäts- noch auf Länderebene. Dabei ist es wichtiger denn je, genügend angehende Lehrkräfte auszubilden. Denn der Bedarf an Nachwuchs ist hoch und die Überforderung vieler Junglehrer im Alltagseinsatz groß.

Eine elementare Voraussetzung, erfolgreich Kandidaten für einen Beruf anzuwerben, so ein weiteres Ergebnis der Studie, ist dessen Attraktivität. Dass der Lehrerberuf hierzulande nicht das beste Image hat, wird sich nicht ad hoc ändern lassen. Wohl aber die Wertschätzung, die Lehramtskandidaten entgegengebracht wird. Hierfür sollten Hochschulen Lehramts-Studierende willkommen heißen und ihnen ein klar strukturiertes Studienangebot mit zahlreichen Beratungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus wäre auch innerhalb des Studiums eine gewisse Flexibilität wünschenswert. Beispielsweise sollte es Lehramts-Studierenden möglich sein, hinsichtlich der angestrebten Schulform zu wechseln, oder aber auch, falls sich eine entsprechende Entwicklung abzeichnet, sich für einen anderen Berufsweg zu entscheiden.

 

Die Realität an deutschen Hochschulen

Vier Maßnahmen hat die auf Monitor Lehrerbildung veröffentlichte Studie als wirksam für ein strategisches Recruiting von Lehrkräften identifiziert:

– Projekte/Programme zur Rekrutierung von Lehramtsstudierenden

– Beratungsgespräche als Zulassungsvoraussetzung

– verpflichtende Eignungspraktika

– Eignungstests als Zulassungsvoraussetzung

Die Befragung von insgesamt 65 lehrerbildenden Hochschulen in Deutschland ergab: Keine Bildungseinrichtung führt alle vier Maßnahmen durch. Nur 17 von 65 Hochschulen (26 %) praktizieren mindestens drei der vier genannten Maßnahmen. Lediglich die Hälfte der befragten Einrichtungen verlangt vor Studienbeginn einen obligatorischen Eignungstest und nur 3 % der Hochschulen sehen ein verpflichtendes Eignungspraktikum vor. Lehramtsspezifische Auswahlgespräche oder Assessment-Center hingegen sind bislang kaum zu finden.

 

Vorreiter in Sachen Studienbegleitung

Als eine der wenigen deutschen Unis lässt beispielsweise die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität interessierte Bewerber nicht „ohne Weiteres“ auf Lehramt studieren. Stattdessen bietet sie vor und während des Studiums wiederkehrende Beratungen und Überprüfungen an. Einige von ihnen sind obligatorisch. Jedem Lehramtsstudium ist zunächst ein Orientierungsmodul vorgeschaltet, das den angehenden Studierenden erste Infos zum Studium gibt. Im Anschluss empfiehlt die Uni, das Seminar „Lehrer werden – was kommt auf mich zu?“ zu belegen. Hier werden die persönlichen Beweggründe für die Studienwahl noch einmal unter die Lupe genommen. Im Laufe des Studiums können Studierende schließlich weitere Seminare zum Thema „Eignung für den Lehrerberuf“ sowie verschiedene Studien- und Eignungsberatungen in Anspruch nehmen. Zentraler Tenor hierbei: „Sind Sie sich im Klaren darüber, welche Belastungen und Anforderungen der Lehrerberuf mit sich bringt?“.

 

Was zählt?

Doch welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind schlussendlich entscheidend für Erfolg in Sachen Lehramtsstudium? Müssen sich Schulabgänger, die sich für den Lehramtsberuf interessieren, vor harten Auswahlmaßnahmen fürchten? Und wie sehen die Kriterien aus? Manfred Prenzel, Dekan der Lehrerbildungsfakultät der Technischen Universität München drückt es im Interview mit dem didacta magazin so aus: „Grundsätzlich wollen wir jedem die Chance geben, sich im Studium zu erproben.“ Er räumt ein, dass nur in sehr seltenen Fällen Empfehlungen für eine andere Studien- und Berufswahl ausgesprochen werden. Vielmehr helfen die universitären Beratungsgespräche den Studierenden dabei, sich über die Arbeitsmodalitäten an Schulen klarzuwerden und den einen oder anderen Aspekt der Lehramts-Ausbildung zu vertiefen. Dies können kommunikative Fähigkeiten ebenso sein wie Zeitmanagement, ein selbstsicheres Auftreten oder Selbstmotivation. Auch an den immer wieder nötigen intensiven Blick in die Praxis, beispielsweise durch studienbegleitende Praktika, erinnern die Berater. Denn nur so lässt sich dauerhaft der Praxisschock vermeiden.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 6: Montessori-Schulen

Rund 1.000 Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland arbeiten nach der reformpädagogischen Montessori-Lehre, davon etwa 600 Kitas, auch „Kinderhäuser“ genannt. Zu den 400 Montessori-Schulen (etwa 300 Primarschulen und 100 weiterführende Schulen) zählen sowohl Schulen in freier Trägerschaft, als auch staatliche Schulen mit Montessori-Zweigen. Bei den freien Trägerschaften handelt es sich in der Regel um kirchliche Trägerschaften oder um Elterninitiativen. Die Verteilung der weiterführenden Montessori-Schulen auf Schulformen stellt sich wie folgt dar: Gymnasien 40 %, Gesamtschulen 25 %, Hauptschulen 20 %, Realschulen 15 %. Zusammengefasst werden die Prinzipien der Montessori-Pädagogik in dem Satz: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Hiernach sollen Kinder und Jugendliche sich möglichst frei entfalten und für sich selbst die passenden Lernwege finden. Sie erhalten dabei zwar Unterstützung durch Erzieher bzw. Lehrkräfte, erfahren aber durch eigenständiges Erarbeiten eine Stärkung ihrer Persönlichkeit.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Pädagogen, die an Montessori-Schulen tätig werden möchten, benötigen eine dezidierte Montessori-Ausbildung, die in der Regel nach der staatlichen Lehramts- bzw. Erzieher-Ausbildung in Montessori-Ausbildungsorganisationen absolviert wird. Unabhängig von der Ausbildung sollten an Montessori-Schulen interessierte Lehrkräfte über fundierte Beobachtungs- und Problemlösungsfähigkeiten verfügen, da diese für den pädagogischen Alltag unverzichtbar sind. Eine wohlwollende Haltung gegenüber der Montessori-Pädagogik wird vorausgesetzt.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Da die Zahl der Montessori-Schulen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist, stellen Montessori-Schulen immer mehr ein Betätigungsfeld mit Zukunft dar.

 

Entstehung

Die Montessori-Pädagogik fußt auf dem Gedankengut der Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870 – 1952), die ab Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Lehren in sogenannten Montessori-Ausbildungskursen weitergab. In Deutschland fanden diese großen Anklang und es entstanden schon vor 1920 mehrere Montessori-Kinderhäuser und -Schulen. 1925 wurde die Deutsche Montessori Gesellschaft gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten alle Montessori-Einrichtungen geschlossen werden, erlebten aber nach 1945 eine rasche Renaissance. Seit den 1980er-Jahren erfreuen sich Montessori-Einrichtungen ungebrochen wachsender Beliebtheit. Gerade die Anzahl von Schulen in freier Trägerschaft ist in den letzten 20 Jahren rasant angestiegen. So waren beispielsweise im Montessori Landesverband Bayern bei seiner Gründung 1985 fünf Montessori-Schulträger organisiert, heute sind es 80.

 

Umsetzung in die Praxis

Ein entscheidendes Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit, die neben dem Fachunterricht gleichberechtigter Teil des Stundenplans ist. Die Freiarbeit gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich denjenigen Lerninhalten zuzuwenden, für die sie sich am meisten interessieren. Auch beim Fachunterricht können die Kinder und Jugendlichen in gewissem Maße entsprechend ihrer Interessen wählen. Feste Lehrpläne, Noten oder Klausuren gibt es an Montessori-Schulen nicht. Die meisten Montessori-Schulen sind Ganztagsschulen, sodass überdies auch das gemeinsame Mittagessen und die Nachmittagsbetreuung fester Bestandteil des Tagesablaufs sind.

 

Status

Private Montessori-Grundschulen sind generell staatlich genehmigte Ersatzschulen. Bei den weiterführenden Montessori-Schulen ist der Status unterschiedlich: Teils sind es Ergänzungsschulen, an denen kein staatlich anerkannter Abschluss abgelegt werden kann. Neben diesen entstehen jedoch immer mehr Montessori-Oberschulen (MOS), an denen Schülerinnen und Schüler auch das Abitur ablegen können.

 

Finanzierung

Die Finanzierung des Besuchs einer Montessori-Schule hängt eng mit deren Status (s.o.) zusammen. Staatliche Schulen mit Montessori-Zweig sind anderen staatlichen Schulen gleichgestellt. Der Montessori-Fokus ist bei diesen lediglich ein pädagogischer, nicht aber ein konzeptioneller Schwerpunkt.

Montessori-Schulen mit dem Status „staatlich genehmigte Ersatzschule“ erhalten wie alle freien Schulen staatliche Zuschüsse, deren Höhe je nach Bundesland variiert. Sie decken zwischen 50 und 60 % der schulbetrieblichen Kosten. Der restliche Kostenteil stammt aus Elternbeiträgen und Eigenmitteln. Weitere Informationen zum Status und zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft gibt eine entsprechende Broschüre des Verbands deutscher Privatschulverbände (VDP).

 

 

Weitere Informationen

Der Montessori-Dachverband Deutschland (MDD) informiert über Inhalte der Montessori-Pädagogik sowie über Montessori-Einrichtungen.

Privatschulen mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten Teil 2: Waldorfschulen

Die Anthroposophie, das Leitbild der Waldorfschulen, geht von der Dreigliedrigkeit des Menschen aus. Deshalb fördern Waldorfschulen die intellektuell-kognitiven („Denken“), die künstlerisch-kreativen („Fühlen“) und die handwerklich-praktischen („Wollen“) Fähigkeiten ihrer Schüler. Dazu bieten sie zahlreiche handwerklich-künstlerische Fächer an und der Unterricht enthält viele künstlerische Elemente. Rein optisch zeigt sich der anthroposophische Geist der Waldorfschulen in der Gestaltung der Schulgebäude. Hier herrschen Naturfarben und runde, geschwungene Formen vor und die architektonischen Elemente sind in besonderer Weise ausgerichtet.

 

Entstehung

Die erste Waldorfschule entstand vor nunmehr fast einem Jahrhundert. Sie wurde 1919 in Stuttgart von dem Reformpädagogen Rudolf Steiner begründet. Leitbild ist die anthroposophische Geisteswissenschaft Steiners, die anthropologische und spirituelle Inhalte beinhaltet. Steiners Motivation für die Neugründung einer Schule war, das vorherrschende „Prinzip der Auslese“ durch eine „Pädagogik der Förderung“ zu ersetzen.

 

Anforderungen an Lehrkräfte

Neben der fachlichen und pädagogischen Qualifikation wird von Lehrkräften eine Identifizierung mit den Grundprinzipien von Waldorfschulen erwartet. Ein „klassisches“ Lehramts-Studium ist nicht zwingend notwendig, wohl aber eine fundierte Ausbildung in einem für Waldorfschulen relevanten Beruf. Dies kann z.B. auch eine künstlerische oder handwerkliche Ausbildung sein. Unabdingbar ist zudem eine spezielle waldorfpädagogische (Zusatz)-Ausbildung, die Interessierte in Deutschland an einem der elf Waldorfpädagogik-Seminare absolvieren können. Mehr zur Waldorf-Ausbildung können Interessierte in einer Broschüre des Bundes der Freien Waldorfschulen erfahren.

 

Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte

Im Rahmen der Waldorfpädagogik können Lehrkräfte ihren Unterricht sehr individuell gestalten und vor allem auch eigene Begabungen und Interessen einbringen. Die besondere Herausforderung: Lehrkräfte sind nicht an den staatlich vorgegebenen Lehrplan gebunden. Es liegt in ihrem Ermessen und innerhalb der Entscheidungsfreiheit jeder einzelnen Schule, wie stark sie anthroposophische Lehren in ihren Unterricht mit einbeziehen. Neben dem eigentlichen Lehrstoff sollen die Pädagogen den Kindern grundsätzlich alles beibringen, was für die Persönlichkeitsbildung wichtig ist. Klassenlehrer/-innen haben an Waldorfschulen eine besonders enge Bindung an ihre Klassen, da sie diese über viele Jahre begleiten.

 

Umsetzung in die Praxis

Waldorfschulen arbeiten nach dem Prinzip der rhythmischen Gliederung oder Ritualisierung von Unterrichts-, Tages-, Wochen- und Jahresverlauf. Dies ist ein wesentlicher Inhalt der anthroposophischen Lehre. Zudem sind sie geprägt durch den starken Klassenverband. Das soziale Miteinander hat einen großen Stellenwert, weshalb die Schülerinnen und Schüler vom ersten bis zum letzten Schuljahr in einer Klasse zusammenbleiben. Die Kinder sollen intellektuell, künstlerisch und handwerklich in gleichem Maß ausgebildet werden, deshalb finden sich praktische und kreative Elemente in nahezu allen Unterrichtsfächern. Sitzenbleiben ist nicht möglich, denn alle Schüler sollen im Unterricht mitkommen und auf die Schwächeren wird große Rücksicht genommen bzw. sie werden bei Bedarf besonders intensiv gefördert. Noten werden lediglich in der Phase vor der Erlangung der Abschlüsse vergeben.

 

Status

In Deutschland sind Waldorfschulen staatlich anerkannte Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Abschlüsse an Waldorfschulen sind in der Regel staatlich anerkannt. Jedoch müssen die Kinder die Schule jeweils rund ein Jahr länger besuchen: So erreichen sie den Hauptschulabschluss erst nach zehn Jahren, die mittlere Reife (abhängig von Schule und Bundesland) nach elf oder zwölf Jahren und das Abitur nach 13 Jahren.

 

Finanzierung

Waldorfschulen erheben Schulgebühren, die sich unter anderem aus dem Einkommen der Eltern errechnen. Allerdings gilt das Grundprinzip, kein Kind aufgrund der finanziellen Lage seiner Eltern vom Besuch einer Waldorfschule auszuschließen. Wie andere freie Schulen auch, erhalten Waldorfschulen staatliche Zuschüsse, die jedoch je nach Bundesland und politischen Mehrheitsverhältnissen variieren.

 

Weitere Informationen

Der Bund der Freien Waldorfschulen informiert über das pädagogische Prinzip, die Organisation und den Status von Waldorfschulen. Weiterhin schildert er ausführlich, wie die Ausbildung zum Waldorf-Lehrer verläuft. Für konkrete Informationen zu einzelnen Waldorfschulen empfiehlt sich der Blick auf deren Homepage.

Lehrergesundheit: Den Blick auf die Gesunderhaltung richten!

Mit PISA-Schock, G 8, Ganztagsdebatte und Inklusion sind nur einige der gesamtgesellschaftlich bekannten Faktoren genannt, die den Lehrerberuf derzeit vor immense neue Herausforderungen stellen. Gleichzeitig ist die Zahl der Frühpensionierungen sowie der Burnout-Fälle unter Lehrkräften in den letzten Jahren in ungeahnte Höhen geklettert. Doch es liegt auf der Hand, dass gerade jetzt leistungsfähige und nicht etwa überforderte Lehrer nötig sind, um die Umwälzungen in Sachen Schule mitzutragen. Bildungsforscher treibt daher immer mehr die Frage um, inwiefern diese beiden Entwicklungen zusammenhängen. Abzulesen ist dies auch an der steigenden Zahl der Studien, die sich mit Wohl und Wehe des Lehrerberufs auseinandersetzen. Sie alle ranken sich um die zentrale Frage: „Welche Faktoren sind es, die Lehrer besonders belasten?“

 

Eine Studie erweitert den Blickwinkel

Ob ihrer Vielschichtigkeit von herausragender Bedeutung ist insbesondere die Studie „Was hält Lehrer und Lehrerinnen gesund – die Bedeutung von Ressourcen, subjektiver Bewertung und Verarbeitung von Belastung für die Gesundheit von Lehrern und Lehrerinnen“ (Elke Döring-Seipel / Heinrich Dauber, 2010). Denn als eine der ersten wissenschaftlichen Analysen überhaupt nähert sie sich dem Thema Lehrerbelastung auf drei Ebenen und fragt:

  1. Welche Faktoren tragen am meisten zur Belastung von Lehrern bei?
  2. Gibt es subjektive Unterschiede beim Empfinden von Belastungen und welche sind die hierfür verantwortlichen Parameter?
  3. Welche Faktoren tragen zur Gesunderhaltung bei?

Für neue Erkenntnisse und Aufsehen in der Fachwelt sorgte die Analyse besonders aufgrund der dritten Betrachtungsebene. Denn anders als viele der vorhergegangenen Studien fokussiert sie nicht auf die defizitorientierte Frage „Was macht krank?“, sondern richtet den Blick auf die Erforschung derjenigen Faktoren, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten – und zwar auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen.

Als wissenschaftlicher Unterbau diente den Autoren hierfür der salutogenetische Ansatz nach Aaron Antonovsky. Im Gegensatz zur Pathogenese, der Entstehung von Krankheiten, erforscht die Salutogenese die Entstehung bzw. Erhaltung von Gesundheit. Unabdingbar für Gesundheit ist nach Antonovsky dabei das sogenannte Kohärenzgefühl, das eine „stimmige Verbundenheit“ sowohl im Inneren, als auch im sozialen Gefüge beinhaltet. Übertragen auf den Lehrerberuf bedeutet dies, dass eine Lehrkraft in ihrem Wirken nur dann auf Dauer gesund und leistungsfähig bleiben kann, wenn eine Reihe von salutogenen Faktoren erfüllt werden. Hierzu gehört beispielsweise Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte, ausreichende Kommunikation, das Erkennen von Sinn im täglichen Tun sowie ein Mindestmaß an Entscheidungsfreiheit. Eine im salutogenen Sinne gesunde Person sollte in der Lage sein, eventuelle Defizite zu erkennen – und zu beheben.

 

Was können Lehrkräfte daraus folgern?

Doch wie können Lehrerinnen und Lehrer Defizite selbst beheben? Schließlich lässt sich das Erkennen von Sinn im eigenen Handeln oder das Angenommensein im Kollegenkreis nicht per Knopfdruck herstellen.

Die Studie kommt hier zu einem entscheidenden, wenn auch nicht gänzlich überraschenden Fazit: Unter Berücksichtigung aller vorhandenen belastenden Faktoren attestiert sie dem Lehrerberuf zwar ein „gewisses gesundheitliches Gefährdungspotenzial“, weist jedoch Annahmen zurück, Lehrkräfte seien diesem schutzlos ausgeliefert. Denn die Schädigung durch belastende Faktoren nimmt, so die Studie, in dem Maße ab, in dem eine Lehrkraft über individuelle Ressourcen und Kompetenzen verfügt, mit eben jenen Belastungen umzugehen. Überspitzt ausgedrückt: Nicht jede Person ist tatsächlich für den Lehrerberuf geeignet.

Die Konsequenz hieraus gibt gleichzeitig eine Marschrichtung vor, in die sich künftige Bemühungen entwickeln sollten: Es mangelt vor allem an sachgemäßer Aufklärung und Information. Lehramts-Studierende wissen oft zu wenig über den Beruf, den sie ansteuern. Mitunter haben sie auch eine enorme Menge an Idealen verinnerlicht, die sie in ihrem späteren beruflichen Tun verwirklichen wollen. Der Praxisschock beim ersten „Schuleinsatz“ ist so vorprogrammiert. Daher sollten künftige Bemühungen verstärkt über den schulischen Alltag aufklären und auch nicht ausblenden, dass ein hohes Maß an salutogener Handlungsweisen nötig ist, um langfristig in dem Beruf glücklich zu werden.

 

Tipp zum Weiterlesen: Studie „Auf unsere Lehrerinnen und Lehrer kommt es an“, 2012 herausgegeben vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen.

Elternarbeit erfolgreich gestalten

Der Widerspruch ist gravierend: Spitzenreiter unter den vielfältigen Belastungsfaktoren von Lehrkräften ist, so berichten Lehrerinnen und Lehrer immer wieder, die Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Doch paradoxerweise ist schulische Elternarbeit gleichzeitig eines der Themen, die weder in Studium noch weiterführender Lehrer-Ausbildung jemals gezielt vermittelt werden. Der Spiegel-Artikel „Kampfplatz Schule“ spricht gar von dem „am meisten vernachlässigten Thema des Bildungswesens“ und bescheinigt angehenden Lehrkräften einen regelmäßigen Praxisschock, wenn es an Auseinandersetzungen mit Eltern geht. Es ist folglich nicht verwunderlich, dass das Zusammentreffen mit Eltern für viele Lehrerinnen und Lehrer zu einem der am schwierigsten zu bewältigenden Themen des Schulalltags gehört. Erschwert wird die Kommunikation bzw. die Zusammenarbeit mit Eltern/Erziehungsberechtigten zusätzlich immer mehr durch die Aufweichung „klassischer“ Familienkonstellationen.

Dieser Mangel an Routine im Umgang mit Erziehungsberechtigten, gepaart mit dem ohnehin vollgepackten „To-do-Pensum“ vor allem junger Lehrkräfte, bringt eine logische Konsequenz mit sich: Der Kontakt mit Eltern bleibt auf ein Minimum beschränkt – und findet somit oftmals hauptsächlich anlässlich negativer Umstände oder Vorkommnisse statt. Eine Tatsache, die die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert, aus Sicht der Lehrkräfte jedoch mehr als verständlich ist.

 

Elternarbeit – warum überhaupt?

Befragt man Lehrkräfte zur Häufigkeit von Elternkontakten, wiederholt sich eine Aussage konstant: Zu Eltern leistungsstarker Schülerinnen und Schüler besteht durchweg ein quantitativ und qualitativ besserer „Draht“ als zu Eltern von Schülerinnen und Schülern mit schulischen Problemen. Der Grund ist so banal wie naheliegend: Ausnahmslos alle Eltern hören über die Leistungen ihres Kindes lieber Lob, statt Beschwerden. Ebenso zeigen sich auch eher solche Eltern bereit, sich für die Schule und das außerschulische Leben zu engagieren, deren Kinder problemlos „mitschwimmen“. Und so treten diejenigen Eltern, deren Kinder in der Schule eher als „schwierig“ oder „problematisch“ gelten, schnell in eine Rückzugsspirale. Sie als Lehrkraft zu erreichen, wird immer schwieriger.

Einer der Hauptgründe, Elternarbeit systematisch zu betreiben, und nicht nur auf dringende Besprechungen wegen akuter Notfälle zu beschränken, ist daher, dieses Missverhältnis auszugleichen. Denn natürlich sollten gerade diejenigen Eltern möglichst nahe am Schulleben ihres Kindes teilhaben, deren Sprösslinge es in der Schule nicht immer leicht haben. Nur auf diese Weise kann es Schule gelingen, sich Eltern von „schwierigen“ Schülern auch einmal positiv, entgegenkommend und einladend zu nähern. Doch wie kann der Kontakt solide und für alle Seiten gewinnbringend gestaltet werden?

 

Elternarbeit: Ja, aber systematisch!

Auch wenn sich mittlerweile zahlreiche Lehrkräfte ihrer Aufgabe, Eltern gezielt einzubinden, mehr als bewusst sind, so fehlt es in der Praxis doch an Anleitungen über eine gelingende Umsetzung. Denn mit einer baldigen Aufnahme des Themas Elternarbeit in die Curricula der Lehramtsausbildung ist derzeit nicht zu rechnen. Hervorzuheben ist vor diesem Hintergrund eine jüngst erschienene Ausarbeitung der Vodafone Stiftung Deutschland. In dem Papier „Qualitätsmerkmale schulischer Elternarbeit – Ein Kompass für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus“, erarbeitet von einem Team aus Lehrkräften, Wissenschaftlern und Bildungspolitikern, wird deutlich gemacht, wie vor allem die offene und Willkommen heißende Haltung der Schule dazu beiträgt, Eltern zur Zusammenarbeit zu gewinnen. Das Papier steht im Netz kostenlos zum Download bereit.

Wege aus dem Tunnelblick: Coaching für Lehrkräfte

Ob Coaching, Training oder Supervision: Die Anforderungen in der Berufswelt werden immer komplexer – und so wächst auch die Bandbreite professioneller Beratungsformen. Richteten sich Beratungs-Dienstleistungen noch vor gut einem Jahrzehnt nahezu ausschließlich an sogenannte High Potentials, also Personen in führenden Management-Positionen, hat sich mittlerweile einiges getan in der Berater-Szene. Coaches und Trainer gibt es für fast alle Berufsformen und ebenso für private Belange. Doch während Berater in der freien Wirtschaft nach wie vor primär die Optimierung des unternehmerischen Gewinns im Blick haben, kümmern sich Coaches und Trainer um die psychosozialen Bedürfnisse und Nöte von Berufstätigen.

Auch in Schulen bzw. für in Schulen Tätige übernehmen immer mehr hochqualifizierte Personen beratende Funktionen. Hauptzielgruppen dort sind einerseits schulische Führungskräfte, andererseits Referendare vor wichtigen Unterrichtsbesuchen, in der Vorbereitungsphase für das zweite Staatsexamen oder „fertige“ Lehrkräfte am Anfang ihrer schulischen Tätigkeit. Immer mehr suchen jedoch auch „gestandene“ Lehrkräfte professionellen Rat, beispielsweise wenn sie sich in Mobbing- oder sonstigen Krisensituationen befinden und für die Lösung ihres Problems keinen Ausweg sehen.

Bevor jedoch externer Rat hinzugezogen werden kann, stellen sich die Fragen „Wie?“, „Woher?“ und „Welche Art von Beratung?“ Eine gesunde Portion Vorsicht ist hier normal – und auch angebracht. Denn am Markt tummeln sich neben vielen sehr kompetenten und exzellent ausgebildeten Beratern auch zahlreiche „Hau-Ruck-Coaches“, die ihre Profession in Wochenendkursen oder im Selbststudium erlernt haben. Um also einschätzen zu können, welche Form von externer Beratung angebracht und wo entsprechende Hilfe zu finden ist, ist einiges Vorwissen von Vorteil.

 

Die passende Beratung finden

Für Lehrkräfte und schulische Führungskräfte ist es ratsam, sich zunächst an eine schulpsychologische Beratungsstelle zu wenden. Diese gibt Hilfestellung bei der Inanspruchnahme von Beratungs-Dienstleistungen. Einen guten Überblick liefert eine Karte aller bundesweiten schulpsychologischen Beratungsstellen. Darüber hinaus sollten sich Ratsuchende damit auseinandersetzen, welche Art von Beratung oder Hilfe sie überhaupt suchen. Folgende Begrifflichkeiten werden unterschieden:

Supervision hat ihren Ursprung im sozialen Bereich, denn gerade Krankenschwestern, Altenpfleger oder Sozialarbeiter – kurzum Berufe mit hoher menschlicher Anteilnahme und Idealismus – neigen dazu, sich zu verausgaben. All dies trifft auch auf Lehrkräfte zu. Die Supervision, durchgeführt von Supervisoren mit umfangreicher sozialpädagogischer, psychologischer oder pädagogischer Ausbildung, sorgt in erster Linie für emotionale Entlastung und bietet eine Plattform für das Reflektieren beruflicher Probleme. Ihr Ziel: Stärkung von Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit und Burnout-Prävention.

Coaching ist eine lösungsorientierte Form der Beratung und als solche stets an einer konkreten beruflichen Situation ausgerichtet. Hier stehen weniger sozial-emotionale, als organisatorisch-strukturelle Aspekte im Vordergrund. Führungskräfte nehmen Coaching in Anspruch, um beispielsweise ihre Führungskompetenzen zu vertiefen und strukturelle Abläufe in der Organisation zu verbessern. Berufseinsteiger können vom Coaching profitieren, indem sie für sich Arbeitsweisen neu entwickeln, Routinen festklopfen und Anfangsbelastungen abpuffern. Charakteristisch für Coaching ist, dass Coaching-Klienten (auch Coachees genannt) einen für sie passenden Lösungsansatz selbst erarbeiten – unter Anleitung eines Coachs.

Beim Training geht es darum, bestimmte Verhaltensweisen und Fertigkeiten durch Übung und Wiederholung einzustudieren – eben zu trainieren. Der Trainer fungiert hier also eher als Anleiter, weniger als Wegweiser. Typische Trainings sind beispielsweise Rhetoriktraining, Sprech- und Stimmtraining, Moderationstraining, Gedächtnistraining oder Motivationstraining.

 

Wie finde ich einen guten Coach?

Vor der Kontaktaufnahme zu einem/einer Coach empfiehlt sich stets zunächst das Umhören im Kollegenkreis: Hat jemand bereits Coaching-Erfahrungen gemacht und kann einen Rat geben? Kommt dann ein/eine Coach in die nähere Auswahl, empfiehlt es sich, ein unverbindliches Vorgespräch zu vereinbaren. Denn für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmen.

 

Weiterhin gelten folgende Tipps zur Suche nach dem passenden Coach:

– Ausbildung prüfen: Wo hat der/die Coach seine Ausbildung absolviert?

– Gibt es Referenzen über erfolgreich abgeschlossene Coachings?

– Ist der/die Coach Mitglied in einem Berufsverband?

– Liegt eine Spezialisierung vor?

– Gibt es seitens des/der Coachs Auswahlkriterien?

– Ist er/sie in der Lage, seine Methoden schlüssig zu erklären?

Professionalisierung von Schulleitung – Tipps und Ansprechpartner

Das Berufsbild von Schulleitungen unterliegt, wie alle Personalbereiche in Schule und Bildung, einem stetigen Wandel. Schulleiterverbände und deren Dachorganisation, die ASD (Arbeitsgemeinschaft der Schulleiterverbände Deutschlands – Verband deutscher Schulleitungen e.V.) fordern schon seit einiger Zeit, dass mit Blick auf den Wandel im Berufsbild des/der Schulleiters/-in dem eigenständigen Beruf Schulleitung auf Bundesebene durch eine professionelle Aus- und Weiterbildung, u. a. durch Einrichtung einer Akademie für pädagogische Führungskräfte, Rechnung getragen wird. In seinem Presseorgan „b:sl-Beruf: Schulleitung“ wird dieses Thema zur Zeit sehr aktiv diskutiert und beworben.

Viele Schulleitungspositionen sind derzeit außerdem nicht besetzt, da geeignete Bewerber/-innen fehlen.

In diesem Magazinbeitrag wollen wir deshalb die wichtigsten Ansprechpartner und Fortbildungs- oder Studienangebote im Bereich Schulmanagement und Qualifizierung von Führungskräftenachwuchs in Schule vorstellen.

„Schulentwicklung und Qualitätssicherung“ (FU Berlin)

Der Master-Studiengang vermittelt anwendungsorientiert und forschungsbasiert Kompetenzen der Initiierung und Überprüfung von Qualitätsentwicklungsprozessen in Schulen. Der berufsbegleitende Studiengang wird seit dem Wintersemester 2006/07 angeboten und richtet sich an Schulleitungen, Steuergruppenmitglieder, Seminarleitungen und Lehrkräfte. Er kostet ca. 4.000 Euro und dauert mindestens zwei Semester.

„Schulmanagement“ (WiB/Uni Potsdam)

Das Studium im Studiengang „Schulmanagement“ richtet sich an alle Studieninteressierte, die eine Management- und Führungsposition im Schulsystem anstreben oder aber die bereits eine solche Funktion innehaben und sich wissenschaftlich weiterqualifizieren möchten. Das Studium verbindet wissenschaftliche Grundlagen von Bildungsmanagement und Führung mit praktischem Handlungswissen für schulische Institutionen. Es kostet pro Studienhalbjahr 1.000 Euro, dauert mindestens drei Studienhalbjahre und schließt mit einem Master ab.

„Schulmanagement“ (TU Kaiserslautern)

Der zweijährige, akkreditierte Master-Fernstudiengang „Schulmanagement“ richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung im schulischen Bereich. Insbesondere wendet sich dieses Studium an Personen, die bereits in der Schulleitung tätig sind sowie an Lehrer und pädagogisches Personal, die eine Funktionsstelle an einer Schule, Schulverwaltung oder einer anderen Bildungsinstitution anstreben. Das Studium kostet ca. 3.500 Euro und dauert mindestens vier Semester.

„Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“ (Uni Kiel)

Das vier Semester umfassende Weiterbildungsstudium beinhaltet die Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen für pädagogische Führungstätigkeit, relevanter Methoden und Ergebnisse der empirischen Schul- und Unterrichtsforschung, professioneller Kompetenzen in den Bereichen Qualitätsmanagement, Personalführung und
Kommunikation. Das Studium ist berufsbegleitend konzipiert, so dass eine enge Verzahnung von Theorie
und Praxis erfolgen kann. Die Kosten bei diesem Studium belaufen sich auf ca. 2.500 Euro und schließen mit einem Master ab.

Fortbildungsprogramm der Dortmunder Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF)

Die DAPF ist eine gemeinsame Einrichtung des Zentrums für HochschulBildung (ZHB), Bereich Weiterbildung, und des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und sieht ihre Hauptaufgabe in der Förderung und Qualifizierung von Führungskräften in allen schulischen Bereichen und Ebenen. Eine weitere Aufgabe ist die enge Kopplung der Schulleitungsforschung mit der Praxis. Zur Zielgruppe der DAPF gehören (stellvertretende) Schulleiter/-innen, Abteilungs-, Stufen-, didaktische Leiter/-innen, Fachkonferenzvorsitzende, aber auch Mitglieder der Schulverwaltung und Schulaufsicht, und alle, die sich für solche Rollen qualifizieren wollen. Hierfür arbeitet die DAPF bundesweit mit hochqualifizierten Dozenten/-innen, zum Beispiel Schulleiter/-innen, Professor/-innen und freiberuflichen Trainer/-innen, aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die aktuellen Fortbildungsangebote können auf der Website der DAPF finden.

Literaturempfehlungen für pädagogische Führungskräfte

Eine Vielzahl von Einzelpublikationen für Schulleitungen gibt es bspw. beim Wolters Kluwer Verlag. Beim Carl-Link-Verlag, einer Tochter von Wolters Kluwer, finden Sie eine große Auswahl verschiedenster Fachzeitschriften für Schulleitungen. Der Carl-Link-Verlag betreibt darüber hinaus ein vielversprechendes Online-Portal für Schulleitungen. Schulleiter.de – ein weiteres Portal für Schulleiter/-innen – betreibt der Verlag PRO Schule.

Aktuelle Stellenangebote für Schulleiter/-innen finden Sie übrigens auch auf der Website von LehrCare.

Das Lehramtsstudium in Deutschland – viele Wege ins Klassenzimmer!

Das Lehramtsstudium in Deutschland ist in jedem Bundesland und an jeder Universität unterschiedlich geregelt. Der folgende Beitrag stellt diejenigen Informationsportale vor, die einen guten Überblick über die so genannte „erste Phase der Lehrer/-innenbildung“ geben und wertvolle Links zur weiterführenden Recherche bereithalten.

Online-Plattform: Monitor Lehrerbildung

Der „Monitor Lehrerbildung“ stellt die Vielfalt des Lehramtsstudiums in Deutschland übersichtlich dar. Er bietet allen Interessierten kostenlose, aktuelle Informationen für faktenbasierte Diskussionen und Entscheidungen. Der Zugang zu den Daten kann über neun relevante Themen, über die Übersichten der landesweiten Regelungen oder die hochschulspezifische Ausgestaltung der Lehramtsstudiengänge erfolgen. Damit die Heterogenität der Lehrerbildung handhabbar gemacht wird, strukturiert diese Website die vorliegenden Daten in mehreren Zugängen. So sollen möglichst viele Interessen bedient und Einstiege in dieses komplexe Thema geboten werden.

Info-Portal: „Lehrer werden

Das Portal des Deutschen Bildungsservers zur Lehrerausbildung stellt unterschiedlichste Info-Quellen und Links zur Verfügung. Interessierte finden dort eine Übersicht über alle Lehrämter in der Bundesrepublik Deutschland, eine ausführliche Linksammlung zu den Lehrerausbildungsportalen der einzelnen Bundesländer und weiterführende Informationsquellen zur Reform der Lehrerbildung. Außerdem halten die Rubriken „Berufswunsch Lehrer/in“, „Lehramtsstudium“, „Vorbereitungsdienst“, „Berufsstart“ und „Lehrer/in im Beruf“ eine Vielzahl nützlicher Infos und Links bereit. Darüber hinaus gibt es eine Liste aller Ansprechpartner zur Lehrerausbildung in den Ländern.

Weblog: Lehrer werden – Fragen und Antworten zur Lehrerausbildung

Das ebenfalls vom Deutschen Bildungsserver betriebene Forum gibt Antworten auf Fragen rund um das Thema Lehrerausbildung. Sowohl Administratoren/-innen als auch Nutzer/-innen sind sehr aktiv und antworten in der Regel zeitnah auf spezielle Fragen zu Themen wie Lehramtsstudium, Anerkennung von Abschlüssen, Fächerwahl, Quereinstieg und Referendariat.

Info-Seiten der Kultusministerkonferenz

Auch die KMK hält Informationen zum Thema Lehrerausbildung bereit. Interessierte finden hier Material über die Ausbildung in den Bundesländern, aber auch Lehrerbedarfsprognosen und Beschlüsse über Standards und Anforderungen der Lehrerbildung, die möglicherweise eine Entscheidung über das Lehramtsstudium erleichtern können.

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