Archiv für die Kategorie „Der Lehrerberuf“

Die Stimme: eines der wichtigsten Arbeitswerkzeuge in Lehrberufen

Eine der größten täglichen Belastungen für Lehrkräfte ist der hohe Lärmpegel im Klassenraum. Denn je mehr Lärm vorherrscht, desto mehr Kraft ist nötig, diesen mithilfe der Stimme zu regulieren bzw. einzudämmen. Dies geht zulasten der eigenen Ressourcen und schließlich der eigenen Gesundheit.

Ein Weg, die Stimme schonend einzusetzen, ist die Anwendung der richtigen Sprechtechnik. Dies beinhaltet unter anderem das Vermeiden von Atemfehlleistungen, zu hoher oder geringer Sprechspannung, Rückverlagerungen oder Nuscheln. Viele Lehrkräfte sprechen zudem zu laut oder zu hoch oder versuchen, die Schülerinnen zu übertönen, wenn der Lärmpegel steigt. Lehrkräfte, die an sich selbst stimmliche Schwächen bemerken, können sich beispielsweise von Stimmtherapeutinnen/-coaches oder professionellen Gesangstherapeut*innen trainieren lassen. Einen Überblick gibt die Suchfunktion auf den Seiten des Deutschen Bundesverbands für Logopädie e.V.

Die eigene Stimme evaluieren

Eine Methode, die Leistungsfähigkeit der eigenen Stimme einzuschätzen, ist die Ermittlung des sogenannten Voice Handicap Index (VHI). Dieser evaluiert auf einer vierstufigen Skala den Schweregrad einer potenziellen Stimmstörung und das Handicap des/der Betroffenen. Ermittelt wird der VHI per Fragebogen. Jedoch ist es unbedingt ratsam, ernsthafte stimmliche Probleme medizinisch abklären zu lassen, etwa von Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen oder Stimmärztinnen (Phoniater*innen).

Tipps zum schonenden Umgang mit der Stimme

  • Lärm im Klassenraum nicht zwangsläufig mit stimmlicher Kraft begegnen, sondern nonverbale Signale zum „Runterkühlen“ einführen. Beruhigende, möglichst vorab als verbindlich eingeführte Gesten können hier helfen, mitunter auch längeres Schweigen vonseiten der Lehrkraft. Oder diese stellt sich demonstrativ in die Nähe im Unterricht besonders lauter Schüler*innen, die dann in der Regel schnell merken, was Sache ist.
  • Bei der Unterrichtsplanung auch Ruhephasen einkalkulieren, in denen die Stimme Zeit zum Regenerieren hat.
  • Vor Beginn eines Unterrichtstages (beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit) „einsprechen“. Das lässt die Stimme warmlaufen und vermeidet den stimmlichen „Kaltstart“.
  • Aneignen von gezielten Atem- und Sprechtechniken, ggf. mit professioneller Hilfe von Sprachtherapeut*innen.
  • Die Stimmlage generell nicht zu hoch ansetzen.
  • Deutlich und klar artikuliert sprechen. Schnelles, undeutliches Sprechen führt zu erhöhter Stimmbelastung.
  • Den Klassenraum regelmäßig lüften.
  • Regelmäßig und ausreichend trinken. Doch Vorsicht: Kaffee und Schwarzer Tee trocknen aus, Milch kann verschleimen.
  • Nach Möglichkeit die Umgebungsgeräusche auf ein Minimum reduzieren.

Feedback einholen als Lehrkraft

Nicht nur junge Lehrkräfte, auch erfahrene Lehrerinnen und Lehrer sind dankbar für Feedback seitens der Schülerinnen – erst recht, wenn sich zum Präsenzunterricht auch immer mehr Online-Einheiten gesellen. Wie wertvoll Schülerinnen-Feedback ist und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen, zeigt ein Artikel im Deutschen Schulportal. Er gibt auch Hinweise für die Durchführung.

  • Einen beispielhaften Fragebogen gibt es auf den Seiten des Bildungsservers Berlin-Brandenburg.
  • Sehr umfangreich ist weiterhin der online einsehbare „Fragebogen Schüler-Lehrer-Feedback“ . Er entstammt dem Buch: Bangert, Carsten: Was gute Lehrerinnen und Lehrer ausmacht, 2020, Beltz Verlag, Weinheim und Basel
  • Darüber hinaus ist es möglich – und mitunter auch wichtig – die Feedbackrunde nicht anonym, sondern als Gespräch anzulegen. Denn auch die Reflexion und das Formulieren der Gedanken an sich ist eine Leistung mit gewissem Lehrwert. Dabei können verschiedene Feedback-Methoden eingesetzt werden.

Kommerzielle Angebote

Auch komplett online sind Feedbackrunden möglich. Die entsprechenden kommerziellen Tools oder Apps sind zwar meist kostenpflichtig, dafür jedoch oft umfangreicher in ihren Funktionalitäten. Hier eine Auswahl.
Die App FeedbackSchule beispielsweise ermöglicht nicht nur klassenweite, sondern auch schulweite Feedbackrunden – und zwar auf Basis von zahlreichen unterschiedlichen Fragenbögen mit jeweils eigener Gewichtung. Zudem wertet die App die Feedbackrunden aus und stellt sie grafisch dar.

Das Umfrage-Tool Edkimo ist neben Schulen auch in der Verwaltung, in der Lehrkräftebildung sowie in NGOs und Vereinen im Einsatz. Eine Suchmaske ermöglicht die bequeme Suche in einer Datenbank nach dem passsenden Fragebogen.

Das Tool Oncoo setzt auf unkomplizierte, schnelle Nutzung. Schüler*innen können durch Scannen eines QR-Codes oder Klicken eines Links direkt zu einer Umfrage gelangen. Zudem enthält Oncoo auch Anwendungen zur Organisation von Gruppenarbeiten.

Das eher minimalistisch angelegte Tool AnswerGarden stellt Schülerinnen und Schülern für Antworten nur eine begrenzte Zeichenzahl zur Verfügung. Antworten werden gesammelt und können dann in Form einer Wortwolke dargestellt werden, bei der häufig genannte Begriffe größer erscheinen als die seltener genannten.

Seiteneinstieg ins Lehramt: Sachlage und Anlaufstellen

Noch vor wenigen Jahren galt der Seiteneinstieg ins Lehramt als „Notnagel“. Denn Pädagogik-Crashkurse, stark verkürzte Referendariate und oft wenig praktischer Bezug zur Schulwelt machen den Wechsel in den Schuldienst nicht einfacher – und die Unterrichtsqualität nicht zwangsläufig besser. Doch mit dem dramatisch angestiegenen Lehrkräftemangel vollzieht sich aktuell ein Wandel: Seiteneinsteiger*innen sind gefragt und bringen durchaus ganz eigene Stärken mit. Detaillierte Ergebnisse hierzu liefert die Studie „Unterschiedliche Wege ins Lehramt – unterschiedliche Kompetenzen?“ aus dem Jahr 2020.

Informieren über einen möglichen Wechsel

Die Voraussetzungen für einen Wechsel in den Schuldienst unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Generell hilfreich ist ein abgeschlossenes Studium zweier schulfachrelevanter Fächer – im Idealfall Mangelfächer. Empfehlenswert für die nähere Recherche und das Evaluieren der eigenen Möglichkeiten ist das Informationsportal „Lehrer*in werden“, das 2022 vom Deutschen Bildungsserver aufgesetzt wurde. Hier gelangen Interessierte mithilfe einer einfach Abfrage direkt zu den für sie relevanten Informationen. Eine Karte zeigt den aktuellen Lehrkräftebedarf je nach Bundesland an.

Anlaufstellen in den Bundesländern

Bayern: Informationen zum Quereinstieg
Baden-Württemberg: Voraussetzungen für den Seiteneinstieg
Berlin: So geht der Quereinstieg in Berlin
Brandenburg: Seiteneinstieg in den Schuldienst
Bremen: Der alternative Weg ins Lehramt
Hamburg: Der Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst
Hessen: Bewerbungsverfahren für den Quereinstieg
Mecklenburg-Vorpommern: Es wird unterschieden zwischen Quereinstieg und Seiteneinstieg
Niedersachsen: Voraussetzungen für den Quereinstieg, direkter Einstieg in den Schuldienst
Nordrhein-Westfalen: Der Seiteneinstieg in NRW
Rheinland-Pfalz: Fachliche Eignung für den Quer- und Seiteneinstieg
Saarland: Quereinstieg nur in geringem Umfang an berufsbildenden Schulen
Sachsen: Zum Seiteneinstieg
Sachsen-Anhalt: Seiteneinstieg in den Lehrerberuf
Schleswig-Holstein: Quer- und Seiteneinstieg
Thüringen: Seiteneinstieg in den Lehrerberuf

Termine 2023: Messen, Kongresse, Versammlungen für Lehrkräfte und Erzieher*innen (Stand: Dezember 2022 )

Welche wichtigen Großveranstaltungen im Bildungssektor finden 2023 statt? Welche sind in Präsenz bzw. online geplant? Eine erste Übersicht (ohne Anspruch auf dauerhafte Gültigkeit).

Eduregio
Auf der Eduregio treffen Lehrkräfte und schulische Führungskräfte auf Akteure aus der Bildungsmedienlandschaft. Kern der Veranstaltung ist ein umfangreiches Fortbildungsprogramm. Die Veranstaltung findet 2023 erstmals statt und wurde vom Verband Bildungsmedien e. V. initiiert.
Termin: 10.–11. Februar 2023, Düsseldorf

Bildungsmesse Didacta
Gegliedert in die drei Bereiche Frühe Bildung, Schule und Qualifizierung bietet die didacta den bundesweit größten Einblick in Entwicklungen, Angebote und Medien im Bildungsbereich. Neben der Ausstellung gibt es ein umfassendes Veranstaltungsprogramm. Die Messe ist als Präsenzveranstaltung geplant.
Termin: 07.–11. März 2023, Stuttgart

Leipziger Buchmesse
Für Kinder und Jugendliche, aber auch Pädagog*innen gibt es auf der als Präsenzveranstaltung geplanten Leipziger Buchmesse ein vielseitiges Lesungsprogramm sowie den eigenen Messebereich „Fokus Bildung“. Lehrkräfte haben die Möglichkeit, auf der Messe an Fortbildungen teilzunehmen. Im Zentrum des Programm Bereichs Bildung stehen die Themen Leseförderung und Medienbildung.
Termin: 27.–30. April 2023, Leipzig

Learntec
Die Learntec gilt als größte Veranstaltung für digitale Bildung in Schule, Hochschule und Beruf. Sie ist gegliedert in die drei Fachbereiche Digitales Lernen in der Schule, Digitales Lernen in der Hochschule und Digitales Lernen im Beruf. Im Messezeitraum findet zudem der Learntec Kongress statt.
Termin: 23.–25. Mai 2023, Karlsruhe

Creativa Dortmund
Die größte Kreativmesse Europas wartet mit einer Ausstellung aller erdenklicher Bastel-, Mal-, Zeichen-, Werk- und Gestaltungsutensilien auf. Besonders interessant ist die Messe für Grundschul-Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher. Die Messe ist als Präsenzveranstaltung geplant.
Termin: 15.–19. März 2023, Dortmund

Deutscher Schulleiterkongress 2023
Die nach eigener Aussage „größte Fachveranstaltung für Schulleitungen im gesamten deutschsprachigen Raum“ bietet Workshops, Vorträge von über 60 Top-Speakern, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und eine Ausstellung zu Produkten und Trends.
Termin: 23.–25. November 2023, Düsseldorf

Besoldungstabellen für verbeamtete Lehrkräfte 2022/2023

Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft werden in der Regel in Anlehnung an die
Entgelttabellen des Öffentlichen Dienstes bezahlt (vgl. Verdienstmöglichkeiten und
Tarifverträge für Lehrkräfte an Schulen in freier Trägerschaft
). In manchen Fällen, beispielsweise bei Funktionsstellen, beim Ausscheiden oder der Beurlaubung vom Beamtenstatus, lohnt es sich, bei Gehaltsverhandlungen mit der Schule bzw. dem Träger auch die Einordnung in die jeweilige Besoldungstabelle für verbeamtete Lehrkräfte zu kennen. Über die unterschiedlich ausfallenden Zulagen, Zuschläge und Prämien für verbeamtete Lehrkräfte informiert das Bundesbesoldungsgesetz (BbesG).

Einordnung von Lehrkräften in Besoldungsgruppen

Im staatlichen Schuldienst fällt die Besoldung verbeamteter Lehrkräfte in die Hoheit der Länder. Die Besoldung erfolgt dementsprechend in der Regel nach verschiedenen Landesbesoldungsordnungen für Beamte. Auch wenn jedes Bundesland eigene, von den unten aufgeführten Besoldungsgrundsätzen abweichende Regelungen hat, lassen sich Lehrkräfte allgemein in folgende Besoldungsgruppen einordnen:

A 12: Lehrkräfte in der Primarstufe oder Sekundarstufe I (an Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen und Gymnasien)

A 12Z: Konrektor*in an Grundschulen oder kleinen Hauptschulen

A 13: Grundschullehrkräfte in einigen Bundesländern, Realschullehrkräfte, Sonderschullehrkräfte oder Lehrkräfte an der Sek. I im 1. Beförderungsamt,
Rektorinnen an Grundschulen oder Konrektorinnen an Hauptschulen (Anmerkung: Seit 2022 sollen Grundschullehrkräfte schrittweise in A13 eingruppiert werden. Zum Stand der Dinge vgl. diese Übersicht: https://www.gew.de/ja13/a13-stand-der-dinge

A 13Z: Lehrkräfte in der Sekundarstufe II (an Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs), Studienrätinnen, Konrektorinnen an größeren Hauptschulen oder Rektor*innen an kleinen Hauptschulen

A 14: Rektorinnen an großen Grund- oder Hauptschulen, Konrektorinnen an Real- oder Sonderschulen, Oberstudienrät*innen, Abteilungsleitende an Gesamtschulen

A 14Z: Funktionsstellen mit Zulage

A 15: Rektorinnen an Real- oder Sonderschulen, Studiendirektorinnen

A 15Z: stellv. Schulleitende an Gymnasien, Berufskollegs oder Gesamtschulen

A 16: Oberstudiendirektorinnen, Schulleiterinnen an Gymnasien, Berufskollegs oder Gesamtschulen

Aktuelle Beamtenbesoldung nach Bundesländern

Beamtenbesoldung Baden-Württemberg 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Baden-Württemberg 2023

Beamtenbesoldung Bayern 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Bayern 2023

Beamtenbesoldung Berlin 2023
gültig ab 01.12.2022
Besoldungsrechner Berlin 2023

Beamtenbesoldung Brandenburg 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Brandenburg 2023

Beamtenbesoldung Bremen 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Bremen 2023

Beamtenbesoldung Hamburg 2021
gültig 01.01.2021 – 30.09.2021
Besoldungsrechner Hamburg 2021

Beamtenbesoldung Hessen 2022/2023
gültig 01.08.2022 – 31.07.2023
Besoldungsrechner Hessen 2022

Beamtenbesoldung Mecklenburg-Vorpommern 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Mecklenburg-Vorpommern 2023

Beamtenbesoldung Niedersachsen 2023
gültig 01.12.2022 – 31.12.2022
Ab 01.01.2023
Besoldungsrechner Niedersachsen 2023
Ab 01.01.2023

Beamtenbesoldung Nordrhein-Westfalen 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Nordrhein-Westfalen 2023

Beamtenbesoldung Rheinland-Pfalz 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Rheinland-Pfalz 2023

Beamtenbesoldung Saarland 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Saarland 2023

Beamtenbesoldung Sachsen 2023
gültig ab 01.12.2022
Besoldungsrechner Sachsen 2023 (Prognose)

Beamtenbesoldung Sachsen-Anhalt 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Sachsen-Anhalt 2023

Beamtenbesoldung Schleswig-Holstein 2023
gültig 01.12.2022 – 30.09.2023
Besoldungsrechner Schleswig-Holstein 2023

Beamtenbesoldung Thüringen 2023
gültig 01.12.2022 – 31.12.2022
Ab 01.01.2023
Besoldungsrechner Thüringen 2023 (Prognose)

Weitere Links
Auf dem Portal des Öffentlichen Dienstes befindet sich ein aktuelles, gut besuchtes Forum, verschiedene Gehaltsrechner und eine hilfreiche Linksammlung. Sämtliche Informationen in obigem Artikel stammen, wenn nicht gesondert ausgewiesen, von dieser Quelle. Alle Angaben ohne Gewähr.

Unzulässige oder kritische Fragen beim Vorstellungsgespräch

Einige Fragen sind im Bewerbungsgespräch unzulässig, andere kritische Fragen wiederum in gewissen Berufsgruppen durchaus legitim. Und auf manche Fragen dürfen Bewerber*innen gar mit einer Lüge antworten. Ein Überblick.

Unzulässig:
  • Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft
  • Frage nach einer geplanten Schwangerschaft. Diese Frage darf von einer Frau auch bewusst falsch beantwortet werden, ohne dass negative Konsequenzen drohen.
  • Frage nach einer bestehenden oder geplanten Eheschließung
  • Frage nach dem bisherigen Gehalt
  • Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit
  • Frage nach Vorerkrankungen und/oder dem aktuellen Gesundheitszustand
  • Frage nach Erbkrankheiten in der Familie
  • Frage nach einer Behinderung sowie nach einer Einstufung als Schwerbehinderte*r (vgl. Benachteiligungsverbot des § 81 Abs. 2 SGB IX für Schwerbehinderte und Gleichgestellte)
  • Frage nach den Vermögensverhältnissen
  • Frage nach der ethnischen Herkunft und Kultur
In gewissen Berufen erlaubt
  • Bei sogenannten Tendenzbetrieben (z.B. Parteizentralen, parteilichen Medien oder sonstigen politisch untermauerten Betrieben) sowie (im Einzelfall) bei kirchlichen Einrichtungen ist die Frage nach der Gewerkschaftszugehörigkeit nach § 118 BetrVG zulässig.
  • Ebenfalls erlaubt bei Tendenzbetrieben ist die Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit.
  • Sofern die künftige Tätigkeit des Bewerbers oder der Bewerberin dies erfordert, darf der Arbeitgeber nach Vorstrafen fragen (z.B. Verkehrsdelikte bei Kraftfahrer*innen). Ist die Vorstrafe nicht (mehr) im Bundeszentralregister eingetragen, darf sich der Bewerber bzw. die Bewerberin als unbestraft bezeichnen
Wie reagieren auf unzulässige Fragen?

Zwar ist es naheliegend, in diesem Fall auf die Unzulässigkeit der Frage zu verweisen und die Antwort zu verweigern. Für den weiteren Verlauf des Gesprächs ist dies jedoch nicht förderlich und sollte daher vermieden werden, zumal es durchaus eine bewusste Provokation seitens des Personalers oder der Personalerin sein könnte. Zu empfehlen ist, im Falle einer unzulässigen Frage freundlich und zugewandt zu bleiben. Als Antwort eignet sich die Äußerung: „Inwieweit ist diese Frage denn relevant für die Besetzung der Stelle?“ Hiermit setzt der/die Kandidat*in das deutliche Signal: Ich weiß, dass ich hierauf nicht antworten muss, bleibe aber dennoch gesprächsbereit.

Soft Skills: So wichtig sind die „weichen Kompetenzen“

Sie sind schwer greifbar, kaum zu überprüfen und oft schwammig formuliert. Dennoch betonen Karriereexperten die stetig zunehmende Bedeutung von Soft Skills in Bewerbungsprozessen. Der Definition nach sind Soft Skills persönliche, soziale und methodische Kompetenzen, die über reines berufsbezogenes Fachwissen hinausgehen.

Warum sind Soft Skills so wichtig?

Soft Skills verleihen dem Bewerber bzw. der Bewerberin eine eigene Note. Während „Hard Skills“ wie Zeugnisse oder Nachweise von erlangten Qualifikationen nur den Erwerb von standardisiertem Wissen bescheinigen, formen Soft Skills die Bewerberpersönlichkeit und geben ihr eine individuelle Note. Auf Pädagog*innen übertragen bedeutet dies beispielsweise: Es genügt nicht, ein fundiertes Fachwissen zu haben. Vielmehr müssen Personen in lehrenden Berufen offen, kontaktfreudig, flexibel sein und einen „Draht“ zu Kindern oder Jugendlichen haben.

Nicht nur darüber reden

Spätestens im Vorstellungsgespräch haben Bewerber*innen dann die Chance, ihre individuellen Kompetenzen zu zeigen. Hier gilt: unbedingt authentisch bleiben. Nichts kann ein Gespräch schneller ruinieren als ein schlechtes Schauspiel. Daher: Zur eigenen Persönlichkeit stehen, die uneingeschränkt positiven Kompetenzen betonen, andere vielleicht geschickt verpacken. So kann beispielsweise eine eher ruhige, weniger durchsetzungsstarke Persönlichkeit über glasklare analytische Fähigkeiten verfügen und Auseinandersetzungen auf diese Weise stets pragmatisch lösen. Entsprechend wären genau diese Fähigkeiten im Gespräch hervorzuheben.

Welche Soft Skills sind gefragt?

Selbstverständlich hängen die für einen Job vorteilhaften Soft Skills entscheidend von der zur Debatte stehenden Stelle ab. Es gibt jedoch Statistiken über die am häufigsten gefragten Kompetenzen für Arbeitnehmer.
Nach der Erfahrung von LehrCare werden folgende Soft Skills am häufigsten nachgefragt:

Kommunikations- und Sozialkompetenz

Reflektionskompentenz

Kritik- und Konfliktfähigkeit

Teamgeist

Empathie

Flexibilität

Engagement

Belastbarkeit

Eigenständige und strukturierte Arbeitsweise

Hohe Eigenverantwortung

Freude an der Arbeit

Offenheit

Kreativität

Motivation

Begeisterungsfähigkeit

Natürliche Autorität

Verlässlichkeit

Nur Leitungskräfte

Führungs- und Steuerungskompetenz

Kommunikationsfähigkeiten

Entwicklungskompetenz

Strategisches und unternehmerisches Denken und Handeln

Überzeugtes Auftreten

Organisationstalent

Tipp: Ein Kompetenztest gibt Aufschluss über die eigenen Stärken.

Bewerbungs-Anschreiben: 8 wissenswerte Fakten

Das Anschreiben gilt als „Visitenkarte“ der Bewerberin bzw. des Bewerbers. Denn es ermöglicht, Persönlichkeit zu zeigen und eigene Vorzüge in den Vordergrund zu rücken. In der freien Wirtschaft jedoch legen Personaler immer weniger Wert auf diesen Bewerbungs-Bestandteil. Denn viele Anschreiben verlieren sich in Floskeln, lesen sich zäh und sind wenig aussagekräftig. Konzerne wie Deutsche Bahn, Henkel und auch Google verzichten daher komplett auf sie. Welchen Stellenwert hat das Anschreiben bei pädagogischen Berufen? Und welche Punkte gilt es zu beachten?

  • Generell gilt: In pädagogischen Berufen ist die Bewerberinnen-Persönlichkeit von großer Bedeutung. Sofern in der Ausschreibung nicht anders erwähnt, sollten Kandidatinnen daher nicht auf ein Anschreiben verzichten und es stattdessen als Chance nutzen, sich angemessen darzustellen.
  • Wiederholungen vermeiden. Was bereits im Lebenslauf steht, muss im Anschreiben nicht wiederholt werden. Vielmehr sollte dieses Ergänzungen zum Lebenslauf liefern und im Idealfall Lust darauf machen, einen näheren Blick auf die Vita zu werfen.
  • Keine Schmeicheleien. Ein Eigentor schießen Kandidat*innen, wenn sie das Unternehmen als Ganzes zu offensiv loben. Stattdessen lieber konkrete Aspekte des potenziellen Arbeitgebers hervorheben: Schwerpunkte der Arbeit, Ausstattung, angestrebte Ziele etc.
  • Motivation muss ersichtlich sein. Egal ob es sich um die erste Stelle nach Studium oder Ausbildung handelt oder sich Bewerbende aus einer noch bestehenden Anstellung heraus bewerben: Personaler wollen erfahren, worin ihre Motivation für einen potenziellen Wechsel liegt. Diese Antwort muss das Anschreiben also liefern.
  • Nicht zu lang. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein.
  • Keine gestelzte Sprache. Die Bemühungen, kompetent und umfassend gebildet zu erscheinen, münden oft in einer unnatürlichen, gestelzten Sprache. Dies wirkt nicht nur aufgesetzt, sondern ermüdet den Leser bzw. die Leserin.
  • Augenmaß bei der Gestaltung. Beim Anschreiben haben viele Kandidat*innen den Wunsch, sich gestalterisch „auszutoben“. Doch Vorsicht: Zum einen muss das Anschreiben optisch zum Rest der Bewerbung passen, zum anderen sind zu viele Schriftarten oder gestalterische Elemente störend beim Lesen und inhaltlichen Erfassen.
  • Eigene Worte verwenden. Bei der intensiven Auseinandersetzung mit einer Stellenausschreibung und einem Unternehmen gehen schnell dessen Begrifflichkeiten in den eigenen Sprachgebrauch über. Vorsicht: Dies wirkt anbiedernd und ermüdend. Daher auf die Wahl eigener Begriffe und Formulierungen achten.

Checkliste: Wissenswertes zum Probearbeitstag an der Schule

Mehr noch als an staatlichen Schulen ist an Privatschulen auch die Bewerber*innen-Persönlichkeit relevant für die Eignung für eine konkrete Stelle. Ist das Vorstellungsgespräch positiv verlaufen, beginnt die nächste Phase des Bewerbungsprozesses. Hierzu bieten viele Schulen in freier Trägerschaft die Möglichkeit eines Probearbeitstages an. Wie ist dieser rechtlich einzuordnen und was gilt es zu beachten?

  • Der Probearbeitstag dient dem näheren Kennenlernen. Er ist eine für beide Seiten unverbindliche Maßnahme.
  • Der Probearbeitstag darf nicht mit der vertraglich geregelten Probezeit verwechselt werden. Diese beginnt erst nach der Vertragsunterzeichnung und nach dem Start des Arbeitsverhältnisses.
  • Je nach Schule kann ein Probetag unterschiedliche Bezeichnungen haben. Gebräuchlich sind u.a. Kennenlerntag, Schnuppertag oder Hospitation.
  • Aus juristischer Sicht handelt es sich beim Probearbeitstag um ein sogenanntes „Einfühlungsverhältnis“. Bei diesem haben die Bewerbungskandidat*innen weder Anspruch auf Versicherungsschutz, noch auf Lohn.
  • Bewerbende sollten sich genau nach den üblichen Modalitäten für die Einfühlungstage erkundigen. Denn es besteht zwischen Schule und hospitierender Lehrkraft die Möglichkeit, einen schriftlichen Vertrag zum Einfühlungsverhältnis abzuschließen. Es empfiehlt sich jedoch, als Kandidat*in nicht auf einen solchen Vertrag zu beharren.
  • Empfehlenswert ist es hingegen, sich beim potenziellen neuen Arbeitgeber nach dessen Vorstellungen zum Probearbeitstag zu erkundigen: In welche Bereiche wird der Kandidat bzw. die Kandidatin reinschnuppern dürfen?
  • Ebenfalls wichtig: Darf bzw. soll der/die Bewerbende etwas vorbereiten? Wird es die Gelegenheit geben, sich „in Aktion“ zu präsentieren und mit Schüler*innen zu arbeiten?
  • Nicht zuletzt sollte schon vorab geklärt werden, wie der weitere Verlauf des Bewerbungsverfahrens nach dem Probearbeitstag ist. Gibt es weitere Hospitationen? Oder einen weiteren Gesprächstermin?

Die hier erwähnten juristischen Hinweise sind allgemeiner Art, nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie für rechtssichere Informationen bitte einen Fachanwalt.

Bewerbungsgespräch: Auf diese Fragen sollten Sie gefasst sein (Stand: Juni 2022)

Es lohnt sich, sich vor einem Vorstellungsgespräch mit den gängigsten Fragen auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt helfen diese auch dabei, eigene Wünsche und Vorstellungen zu sortieren und Erwartungen klarer herauszuarbeiten.

Motivation und Einstellung zum Beruf
• Welche Motivation hatten bzw. haben Sie für die Wahl des Lehrer*innenberufs?
• Haben Sie ein pädagogisches Leitbild?
• Wie würden Sie sich als Lehrkraft charakterisieren?
• Haben Sie bislang besondere Schwerpunkte in Ihrer beruflichen Tätigkeit setzen können?
• Nennen Sie uns die drei prägendsten Erfahrungen im Referendariat.
• Worin sehen Sie die Hauptaufgabe der Klassenleitung?
• Was tragen Sie zu einem guten Zusammenarbeiten im Team bei?
• Wie sieht für Sie gelungene Elternarbeit aus?
• Was erwarten Sie von der Schulleitung?
• Wie würden Sie Eltern in den Unterricht bzw. den Schulalltag einbeziehen?
• Worauf legen Sie als pädagogische/erzieherische Fachkraft besonders wert?
• Was war Ihr Beweggrund für eine Bewerbung auf diese Stelle?

Fragen an Bewerbende an Privatschulen
• Was war Ihr Beweggrund für eine Bewerbung an einer Privatschule?
• Was spricht Sie an unserem Schulprofil besonders an?
• Warum sind Sie, Ihrer Einschätzung nach, an einer Privatschule gut aufgehoben?
• Was sind für Sie die herausragenden Vorteile von Privatschulen?
• Sehen Sie an Privatschulen auch negative Punkte? Welche?
• Wie würden Sie unsere Schule gerne mitgestalten?

Handeln in ausgewählten Situationen
• Wie gehen Sie mit störenden Schülerinnen und Schülern um?
• Hatten Sie bereits einmal mit Aggressionen oder gar Gewalt auf Schüler*innenseite zu tun? Wie haben Sie darauf reagiert?
• Wie schätzen Sie Ihre interkulturelle Kompetenz ein?
• Welche (technischen und pädagogischen) Erfahrungen haben Sie während der Pandemie im Distanzlernen gesammelt?
• Wie reagieren Sie auf Mobbing im Kollegium?
• Wie könnten Sie mit Vertretern anderer Fächern kooperieren?
• Haben Sie Erfahrungen mit „offenen“ Unterrichtsformen?
• Was könnten Sie fachfremd unterrichten?
• Mit welcher AG könnten Sie unsere Schule bereichern?
• Welche Kenntnisse haben Sie in digitalen Medien bzw. im Internet? Wie setzen Sie diese ein?
• Welche Erfahrungen haben Sie mit Inklusion sammeln können?
• Welche Lehrerfortbildung würde Sie interessieren?

Bei Lehrkräften aus dem Fachbereich Sprachen
• Kennen Sie Maßnahmen zur Leseförderung? Welche?
• Wie könnten Sie eine Theater-AG aufbauen?
• Wie fördern Sie Schülerinnen und Schüler mit LRS?
• Wie sieht für Sie eine handlungsorientierte Förderung der (fremdsprachlichen) Sprachkompetenzen aus?
• Haben Sie Erfahrungen mit Kooperationen zu Partnerschulen in anderen Ländern? Wie würden Sie solche Partnerschaften aufbauen?

Bei Lehrkräften aus den MINT-Fächern
• Wie wecken Sie das Interesse an Ihrem Fach bei den Schülerinnen und Schülern?
• In welchem Umfang haben Sie im Unterricht bereits mit Tablets/PCs gearbeitet?
• Haben Sie Erfahrung mit der Nutzung von Whiteboards?
• Binden Sie Apps bzw. das Smartphone in den Unterricht ein? Wie?
• Halten Sie es für notwendig Mädchen in den MINT-Fächern besonders zu fördern? Wenn ja, wie?

Bei Lehrkräften aus den künstlerischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern
• Haben Sie bereits Kunstausstellungen o.Ä. in der Schule organisiert oder einen Chor/ein Orchester geleitet?
• Wo sehen Sie die Relevanz des Fachs Religion in der heutigen Zeit?
• Verfügen Sie über Erfahrungen mit Schulgottesdiensten?
• Welchen Beitrag können Sie mit Ihrem Fach zu unserem pädagogischen Leitbild leisten?
• Wie regen Sie eine Diskussionskultur im Unterricht an?

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