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Online-Bewerbungsgespräche meistern

Schulen und Kindergärten führen derzeit pandemiebedingt ihre Erstgespräche mit interessierten Kandidat*innen vermehrt online. Und vermutlich wird dies auch noch eine ganze Weile so bleiben. Es lohnt sich daher, sich frühzeitig mit dem Thema Online-Bewerbungsgespräche vertraut zu machen. Hilfreiche Tipps dazu gibt Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare.

Werden Neueinstellungen vorgenommen, bei denen das Kennenlernen ausschließlich online erfolgte?
Interviews per Skype, Zoom oder andere Anbieter sind insbesondere pandemiebedingt mittlerweile absolut üblich. Neben dem Schutz der eigenen Gesundheit hat das durchaus Vorteile. Als Kandidatin zeigt man sich technisch affin und up-to-date und beide Seiten sparen sich zunächst eine Menge Zeit und auch Kosten, vor allem wenn man dann feststellt, dass man doch nicht zueinander passen sollte.
Medial geführte Interviews ersetzen aber auch in Pandemiezeiten in der Regel nicht das persönliche Kennenlernen, das dann als Zweitgespräch, sobald es geht, unter entsprechenden Vorkehrungen doch vor Ort stattfinden sollte. Bei deutschen Auslandsschulen ist es zwar schon länger üblich, Jobinterviews auch ausschließlich online zu führen und danach Einstellungen vorzunehmen, ohne dass man sich vorab persönlich kennengelernt hat. In Deutschland bleibt dies trotz der Pandemie wohl eher eine Ausnahme. Nicht nur den Arbeitgeber*innen, auch interessierten Bewerber*innen sollte es wichtig sein, sich ihrem/ihrer künftigen Arbeitgeber*in letztlich auch persönlich vorzustellen und, etwa über eine Hospitation, einen ersten persönlichen Eindruck von der Einrichtung und den Kolleg*innen zu erhalten, bevor sie eine Beschäftigungszusage erteilen.

Wie sieht die Vorbereitung aus?
Bei medial geführten Interviews sollte man sich vorab genauso gut informieren, wie bei persönlichen Vorstellungsgesprächen und sich auf relevante Fragen beiderseits vorbereiten. Es gilt zu bedenken, dass ein Interview per Skype oder Zoom ein Präsenzinterview derzeit oft ersetzt. Es ist daher nicht weniger wert und genauso ernst zu nehmen wie jenes. Auch bei einem medial geführten Interview entscheidet auf beiden Seiten oft bereits der erste Eindruck.
Deshalb gilt für beide Interviewformen: Wenn es vorab nicht ohnehin mitgeteilt wird, ist es immer ratsam, gut vorbereitet zu sein, d.h. sich danach zu erkundigen, wer die Gesprächspartner*innen sein werden, welche Funktion sie bekleiden und auch, worum es im Gespräch voraussichtlich gehen wird. Handelt es sich um ein erstes Kennenlernen, um sich einen persönlichen Eindruck voneinander zu verschaffen oder geht es bereits um konkrete Fragen, z.B. zur Einrichtung, den Voraussetzungen für die Position, den Anforderungen und Aufgaben etc.?

Welche technischen Vorkehrungen sind zu treffen?
Auch wenn Online-Gespräche ein sehr „zweidimensionales“ Bild der Bewerber*innen vermitteln, ist auch hier der Gesamtauftritt wichtig. Dazu gehört neben angemessener Kleidung, aufrechter Haltung und einer störungsfreien Umgebung beispielsweise der Bildschirmhintergrund. Am Schreibtisch zu sitzen, mit einem Bücherregal im Rücken, ist sicher ansprechender für den künftigen Arbeitgeber als der Blick in die Küche. Auch sollte Licht, das durch ein Fenster kommt oder eine dahinterstehende Lampe nicht blenden. Ideal ist natürliches Tageslicht, das von vorne kommt, also mit dem Gesicht einem Fenster zugewandt. Einen Tontest kann man vorab am verwendeten PC durchführen. Klingt die Stimme „blechern“ oder undeutlich, ist es ratsam, ein externes Mikrofon zu verwenden. Während des Gesprächs gilt: Nach Möglichkeit immer in die Kamera schauen (und nicht auf das Bild des Gegenübers auf dem Monitor). Hilfreich kann es hierfür sein, eine entsprechende Gedankenstütze neben die Kameralinse zu kleben. Nicht zuletzt können Kandidaten sich bei Online-Interviews „Spickzettel“ parat legen – etwa mit Hintergrundinfos zum Arbeitgeber o.Ä. Dies kann im Gespräch für mehr Sicherheit und Gewandtheit sorgen.

Kinderseiten im Netz: Wo finde ich Empfehlungen?

Im riesigen, undurchschaubaren Angebot von Internetseiten für Kinder ist es schwierig, einen Überblick zu behalten und auf die Schnelle pädagogisch wertvolle Seiten zu identifizieren. Es gibt daher mehrere fachkundige Dienste und Portale, die Online-Angebote auf ihre Eignung für Kinder überprüfen und Empfehlungen aussprechen.

Eine gute erste Anlaufstelle für empfehlenswerte Kinderseiten ist das Online-Portal Seitenstark, ein Zusammenschluss von kindergeeigneten Webseiten und digitalen Angeboten. Empfohlen werden hier rund 60 geprüfte Online-Angebote für Kinder zu den verschiedensten Themen.

Die Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ setzt sich für einen altersgerechten Zugang zu digitalen Medien sowie die Stärkung der Medienkompetenz ein. In der Datenbank für Kindermedien können Lehrkräfte und Eltern nach geeigneten digitalen Angeboten für verschiedenen Altersklassen suchen.

Blinde Kuh e.V. ist eine Suchmaschine für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Alle in der Suchmaschine aufgenommenen Einträge wurden redaktionell auf ihre kindgerechte Beschaffenheit geprüft.

Unter #medienvielfalt hat die Stiftung Lesen speziell für Kita-Fachkräfte eine Fülle von Online-Angeboten, Fortbildungen, Vorlesetipps und sonstigen Hilfen rund ums Lesen und Vorlesen zusammengestellt.

Der jährlich am 21. Oktober stattfindende „Tag der Kinderseiten“ hat das Ziel, die zahlreichen empfehlenswerten Online-Seiten für Kinder und Jugendliche bekannter zu machen und Erziehungsberechtigte als auch pädagogische Fachkräfte zu informieren.

Auch der Deutsche Bildungsserver hat eine umfangreiche thematisch sortierte Sammlung von Kinderseiten-Empfehlungen zusammengestellt.

Lehrergesundheit in herausfordernden Zeiten: 30 Programme und Projekte (Stand: Januar 2021)

Welche Anlaufstellen gibt es für Lehrerinnen und Lehrer in Sachen Gesundheit – sowohl für präventiven als auch akuten Bedarf? Einen ersten Überblick vermitteln die von der Kultusministerkonferenz 2012 herausgegebenen „Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule“. Zudem gibt es diverse länderspezifische Programme als auch kommerzielle Anbieter, die sich auf die Gesundheit von Lehrkräften spezialisiert haben. Ein Überblick.

Spezielle Angebote für Lehrkräfte in Zeiten von Corona

Länderspezifische Programme

Baden-Württemberg
Bayern
Brandenburg
Bremen

Hamburg

Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Trainings von kommerziellen Anbietern

  • Das Portal Lehrergesundheit.eu wird unterhalten von einem interdisziplinären Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, darunter Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Lehrkräfte aus der schulischen Praxis. Das Team bietet verschiedene Trainings, SchilFs, Workshops sowie Coaching an.
  • Die Raabe Akademie bietet schulinterne Lehrerfortbildungen (SchiLf) zu spezifischen Themen rund um die Lehrergesundheit, wie etwa Stressbewältigung, Konflikttraining, Mobbing-Prävention.
  • Das Portal Cornelsen scook versorgt Lehrkräfte mit Hintergrundinformationen, Literaturtipps, Achtsamkeitsübungen und Anregungen zur Bewältigung der täglichen Anforderungen.
  • AGIL ist ein Training zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer. Dabei steht „AGIL“ für „Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf“.

Termine 2021: Messen, Kongresse, Versammlungen für Lehrerinnen und Lehrer (Stand: 06. Januar 2021)

Welche der wichtigen Veranstaltungen im Bildungssektor finden 2021 statt? Welche sind online geplant, welche verschoben oder abgesagt? Eine erste Übersicht (ohne Anspruch auf dauerhafte Gültigkeit).

Learntec Karlsruhe
Learntec, die Internationale Fachmesse für technologiegestütztes Lernen, plant für 2021 eine hybride Veranstaltungsform und verschiebt die Veranstaltung daher vom Jahresanfang auf den Sommer. Neben der Vor-Ort-Durchführung mit zertifiziertem Hygienekonzept sind auch digitale Formate und digitale Interaktionen geplant.
Termin: 22. – 24. Juni 2021 in Karlsruhe

Bildungsmesse Didacta
Nachdem die Bildungsmesse im letzten Jahr aufgrund von Corona ausfallen musste, ist für die diesjährige didacta eine Vor-Ort-Durchführung in Stuttgart fest geplant. Der ursprünglich angedachte Termin im März wurde jedoch coronabedingt gestrichen. Aktuell prüfen die Veranstalter, ob eine Durchführung im Mai 2021 machbar ist. Gegliedert ist die Messe wie immer in die Ausstellungsbereiche Frühe Bildung, Schule/Hochschule, Berufliche Bildung/Qualifizierung und Didacta Digital. Zudem gibt es rund 1.500 Vortragsangebote.
Termin: Mai 2021 (geplant) in Stuttgart

Fokus Bildung auf der Leipziger Buchmesse
Der Programmbereich Fokus Bildung der Leipziger Buchmesse richtet sich speziell an Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher. Neben einer Ausstellung von Lehr- und Lernmedien gilt ein Schwerpunkt den Themen Leseförderung und Medienbildung. Die Messe hat für die Vor-Ort-Durchführung ein Hygienekonzept erarbeitet und genehmigen lassen.
Termin: 27. – 30. Mai 2021 in Leipzig

Deutscher Lehrertag auf der Leipziger Buchmesse
Unter dem Motto „Gute Bildung mitgestalten“ ist die Leipziger Buchmesse Gastgeber des Deutschen Lehrertags 2021. Angeboten wird eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung der Lehrkräfte. Die Messe hat für die Vor-Ort-Durchführung ein Hygienekonzept erarbeitet und genehmigen lassen.
Termin: 29. Mai 2021 in Leipzig

Creativa Dortmund
Die Kreativmesse wartet mit einer Ausstellung aller erdenklicher Bastel-, Mal-, Zeichen-, Werk- und Gestaltungsutensilien auf. Für Lehrkräfte und Erzieherinnen bzw. Erzieher gibt es zahlreiche Workshops und Vorträge. Aufgrund der Corona-Entwicklungen wurde die sonst im Frühjahr stattfindende Messe nun in die zweite Jahreshälfte verschoben.
Termin: 25. – 29. August 2021 in Dortmund

Konferenz Bildung Digitalisierung 2021
Die zweitägige Konferenz bezeichnet sich selbst als die „Leitkonferenz für gute Schule in der digitalen Welt“ und wird veranstaltet vom Forum Bildung Digitalisierung. Sie ermöglicht fachlichen Austausch und Vernetzung der Akteure im Bereich Digitalisierung und schulische Bildung.
Termin: 11./12. November 2021 (online)

Deutscher Schulleiterkongress 2021
Die nach eigener Aussage „größte Fachveranstaltung für Schulleitungen im gesamten deutschsprachigen Raum“ findet normalerweise im Frühjahr statt. Mit der Verlegung des Termins ans Jahresende erhöhen sich die Chancen auf eine tatsächliche Vor-Ort-Durchführung. Der Kongress bietet Workshops, Vorträge von Top-Speakern, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und eine Ausstellung zu Produkten und Trends.
Termin: 25. – 27. November 2021 in Düsseldorf

Extremismus und Radikalisierung – Wissenswertes für Lehrkräfte

Der Mikrokosmos Schule kann in verschiedenster Form mit religiös motiviertem Extremismus konfrontiert werden. Lehrerinnen und Lehrer sollten daher zum einen wissen, wie sie potenziell konfliktträchtige Themen im Unterricht behandeln können und zum anderen, welche Haltung sie selbst einnehmen sollten. Darüber hinaus gilt es, mögliche Radikalisierungstendenzen in der Schülerschaft bzw. bei einzelnen Schülerinnen und Schülern zu erkennen und angemessen zu handeln. Folgende Quellen und Anlaufstellen helfen Lehrkräften dabei, sich zu informieren.

Beratungsstellen

Beratungsstelle Radikalisierung im BAMF
Die im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angesiedelte Beratungsstelle kann mittels telefonischer Beratung helfen, abzuklären, ob und inwiefern sich eine Person aus dem Umfeld der/des Ratsuchenden radikalisiert.

Beratungsnetzwerk Grenzgänger
Die Informations- und Beratungsstelle Grenzgänger unterstützt Familien, Institutionen und Akteure (Lehrkräfte, Fachkräfte der Sozialen Arbeit), die mit dem Thema des religiös begründeten Extremismus konfrontiert sind.

Regional ansässige Beratungsstellen
Eine umfangreiche Seite der Bundeszentrale für politische Bildung listet auch regional tätige Anlaufstellen auf.

Weiterführende Literatur

Eine sehr gute, fundierte Einführung in das Thema gibt die Publikation „Herausforderung Salafismus – Schule und religiös begründeter Extremismus“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Heft kann online bestellt werden.

Der Sammelband „Radikaler Islam im Jugendalter“, herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut, beinhaltet Aufsätze zu Erscheinungsformen, Ursachen und Kontexten. Die Publikation ist online als PDF erhältlich.

Die wohl umfangreichste Literatursammlung, auch zu begleitenden Themen wie Prävention oder sicherheitsbehördlichen Aspekten, liefert die „Literaturliste Gewaltorientierter Islamismus“, herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut.

Nicht zuletzt umfassen auch die Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtextremismus sowie zur Gewaltprävention einige Ansätze, die sich auf Extremismus übertragen lassen.

Zielvereinbarungen: 7 Punkte, die es zu beachten gilt

Die Begriffe Mitarbeitergespräch, Zielvereinbarungsgespräch, Jahresgespräch – oder eine andere, ähnliche Wortschöpfung, werden oft synonym verwendet. Sie alle verbindet das gleiche Ziel: Das jährliche Vier-Augen-Gespräch zwischen Führungsperson und Mitarbeiter*in soll ein Feedback zu erbrachten Leistungen beinhalten und künftige Marschrichtungen feststecken. Folgende Punkte gilt es zu beachten, damit das Gespräch für alle Beteiligten zufriedenstellend verläuft:

  1. Konkret werden: Bei der Formulierung der Ziele nicht in Allgemeinplätze rutschen, sondern konkret formulieren.
  2. Messbare Ziele einbauen: Eine ausgewogene Mischung aus qualitativen und quantitativen Zielen anstreben, denn quantitative, also messbare Ziele wirken motivierender.
  3. Zuständigkeiten abstecken: Besonders bei neuen Aufgabenbereichen gilt es, Verantwortlichkeiten und Freiräume anzusprechen. Unnötige Rücksprachen mit der Führungsperson sind eine große Motivationsbremse.
  4. Dokumentation abklären: Wie sollen die besprochenen Leistungsschritte der Zielvereinbarung dokumentiert un d zur Wiedervorlage aufbereitet werden?
  5. Individuelle Stärken einbringen: Mitarbeiter*innengespräche sind eine gute Gelegenheit, eigene Stärken und Erfahrungen, die bislang vielleicht nicht relevant waren, hervorzuheben. Im Idealfall sind diese tragend für neue Zielvereinbarungen.
  6. Realistisch bleiben: Bei zu ehrgeizigen Zielen sollten Mitarbeiter*innen nicht davor zurückschrecken, Bedenken zu äußern. Überzeugend vorgetragen, ist dies nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von Sachverstand und Realitätssinn.
  7. Persönliche Entwicklung thematisieren: In welche Richtung möchte sich der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin weiterentwickeln? Ist eine Spezialisierung und/oder gezielte Fortbildung angedacht? Das Mitarbeitergespräch ist DER Zeitpunkt, dies anzusprechen.

Anlaufstellen zur Gewaltprävention (Stand: November 2020)

Gewaltprävention ist eine Maßnahme, die im gesamten öffentlichen Raum – und in besonderem Maße in Schulen – über einen langen Zeitraum implementiert werden muss. Dazu gehört insbesondere auch das Erlernen konfliktlösender Verhaltensweisen. Neben Informationsseiten der Bundesländer gibt es auch bundesweite Anlaufstellen, wie beispielsweise die polizeiliche Kriminalprävention. Ein Überblick.

Informationsseiten der Länder

Weitere Informationen

Die eigene Gehaltsvorstellung formulieren

Das gewünschte Gehalt zu beziffern, fällt den meisten Bewerberinnen und Bewerbern schwer. Recruiting-Experte Dr. Jörg Köbke, Geschäftsführer der Personalberatung LehrCare, zeigt auf, wie sich Lehrkräfte auf Stellensuche Schritt für Schritt an ihren eigenen tragfähigen Gehaltswunsch annähern können.

Wo finden Lehrkräfte Anhaltspunkte über realistische Gehaltsvorstellungen?
Schulen in Freier Trägerschaft orientieren sich in der Regel am TVL, auch wenn dieser für jene nicht bindend ist. Das heißt, Bewerbende sollten sich gemäß ihrer Qualifikation und einschlägigen Berufserfahrung selbst entsprechend einstufen. Manche Schulen orientieren sich auch am TVöD oder an Tarifen, die für den Träger in anderen Bereichen gelten, wie zum Beispiel AVR Caritas. Diese Tarife wiederum orientieren sich auch häufig am TVL. Man hat dann eine realistische Einschätzung seines Gehalts. Der Rest ist Verhandlungssache. Relevant ist natürlich auch, ob 12 oder 13 Monatsgehälter gezahlt werden und ob es vom Träger sonstige Leistungen gibt, wie beispielsweise Fahrkostenzuschüsse, Boni oder Ähnliches. Beamte, die sich auf eine Planstelle bei einer freien Schule bewerben oder über eine Beurlaubung dort arbeiten möchten, sollten darauf achten, ob es eine Ausgleichszahlung für ihre Pensionsansprüche und die Beihilfe zur privaten KV gibt.

Welche Argumente (z.B. Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen) untermauern Gehaltswünsche?
Alle relevanten. Bewirbt man sich zum Beispiel mit 2. Staatsexamen für das Grundschul-Lehramt an einer Montessori-Grundschule und verfügt bereits über ein Montessori-Diplom, hat man ein gutes Argument. Unterrichtet man Mangelfächer, etwa Mathematik und Physik, kann man, auch wenn man aufgrund der Berufserfahrung vielleicht analog TVL 13, Stufe 2 eingestuft werden würde, gegebenenfalls die 3 fordern. Soll man an der Schule zusätzliche Funktionen übernehmen, sollte sich dies im Gehalt oder durch Ermäßigungsstunden bemerkbar machen. Kandidat*innen, die zum Beispiel schon über Erfahrung als Fachbereichsleitung verfügen, haben ein gutes Argument, ihre Forderungen durchzusetzen. Gibt es mehrere Jobangebote, können Bewerbende auch offen ansprechen, dass sie bei Schule X in eine höhere Stufe eingestuft werden würden, aber lieber bei der Schule, mit der sie gerade sprechen, arbeiten möchten und fragen, was bzw. ob man da was machen kann.

Was ist von online verfügbaren Gehaltsrechnern oder dem Entgeltatlas der Arbeitsagentur zu halten?
Ich würde prinzipiell immer einen Online-Tarifrechner zu Rate ziehen, auch wegen der Sonderzahlungen. Bei TVL sollte zum Beispiel das 13. Monatsgehalt in Höhe von 60/100 Berücksichtigung finden. Diese Tarifrechner gibt es auch im Internet.

Können sich Kandidat*innen versehentlich selbst „aus dem Rennen schießen“, wenn sie beim Gehaltswunsch dramatisch danebenliegen?
Natürlich können sie das. Zunächst einmal würde ich auf keinen Fall selbst das Thema aufs Tapet bringen, zumindest nicht beim ersten Kennenlernen. Das erweckt den Eindruck, dass alles andere nicht so wichtig ist und es einem nur ums Geld geht. Wird man dann gefragt oder kommt das Thema auf, empfehle ich ansonsten, sich maximal eine Stufe höher einzuschätzen als Qualifikation und Erfahrung dies zulassen. Ferner ist es empfehlenswert, sich selbst eine Untergrenze zu setzen, die man mindestens erreichen will, die man dem künftigen Arbeitgeber aber nicht mitteilt. Einigt man sich dann mindestens auf diese, obwohl man mehr gefordert hat, ist das Ziel erreicht, ohne dass man groß ins Diskutieren oder Verhandeln kommt. Das kann schnell unangenehm werden. Wir selbst haben für die über uns ausgeschriebenen Vakanzen in der Regel übrigens Gehaltsangaben des Trägers vorliegen und können daher hinsichtlich einer realistischen Einschätzung im konkreten Fall beraten. So manchem/r der/die zu niedrig lag, haben wir so schon zu einer besseren Vergütung geholfen.

Welche sonstigen Tipps geben Sie zum Thema Gehaltsverhandlung? Sich im Kolleginnenkreis umzuhören, kann nie schaden. Des Weiteren rate ich dazu, beim Gehalt nie eine Marge anzugeben, z. B. „zwischen 3.500 und 4.000 Euro Monatsbrutto“, denn dann fangen die Verhandlungen bei 3.500 an. Stattdessen sollten Bewerber*innen immer sagen, „round about“ oder VHB und eine konkrete Summe angeben und ein wenig pokern, aber eben nicht zu viel, also z. B. 3.750 Euro zu fordern, wenn man mindestens 3.500 haben möchte. Auch empfehle ich, das Bruttojahresgehalt anzugeben und nicht das Monatsgehalt, damit auch das ggf. gezahlte 13. Monatsgehalt, freiwillige Boni etc. berücksichtigt sind. Was gar nicht geht: Nettobeträge angeben oder sagen: „Ich brauche so und so viel zum Leben.“ Stattdessen immer von der Qualifikation und Berufserfahrung ausgehen und, wenn nötig, die Vorstellungen mit Fach- und Sachargumenten begründen. Erreicht man sein Zielgehalt beim Einstieg in den neuen Job übrigens nicht, möchte oder muss die Stelle aber trotzdem antreten, empfehle ich zu versuchen, das Gehalt unter der Bedingung zu akzeptieren, dass nach der Probezeit bzw. nach dem ersten Beschäftigungsjahr die Gehaltsanpassung nach oben erfolgt oder doch zumindest nochmals offen darüber gesprochen wird. Im positiven Fall kann man dann auf das Erreichte verweisen und hat damit ein gutes Argument für eine Gehaltserhöhung.

12 nützliche Schul- und Lern-Apps (Stand: September 2020)

Die Bandbreite der für Schule und Unterricht geeigneten Apps ist riesig und wächst coronabedingt nahezu täglich. Stellvertretend für alle auf dem Markt existierenden Apps sind hier einige der bekanntesten Online-Tools genannt. Für weiterführende Tipps empfiehlt sich ein Blick auf eine der folgenden Übersichtsseiten:

Medien in die Schule

Chip.de

Medien in Schule

Gestaltung, Kreativität
Canva
Poster, Karten, Flyer, Infografiken, Broschüren und Schaubilder selbst erstellen. Canva bietet viele Gestaltungs- und Layout-Möglichkeiten samt großer Vorlagen-Auswahl und der Möglichkeit, Entwürfe zu teilen. Für Android-Geräte sowie für IPhone/I-Pad.

Explain Everything
Mit der Whiteboard-App „explaineverything.com“ lassen sich digitale Präsentationen und „Folien“ sowie kurze Lehrvideos visuell ansprechend aufbereiten. Für Android-Geräte, für Iphone/I-Pad sowie als Web-App.

Organisation, Planung
Trello
Ursprünglich erdacht als Projektmanagement-Tool, können mit dieser App Abläufe organisiert, Listen erstellt und komplexe Projekte gemanagt werden. In Schulen vor allem bewährt bei Teams.

Evernote
Evernote speichert alles, was man bislang in ein Notizbuch oder auf lose Zettel notiert hat – vom Einkaufszettel über Urlaubsplanung bis hin zu Fotoalben. Verknüpfte Endgeräte können in Echtzeit synchronisiert werden. Für Android-Geräte, für Iphone/I-Pad sowie als Web-App.

Microsoft To Do
Microsoft To Do hilft dabei, Arbeit und Freizeit perfekt zu organisieren. Ob Notizen, Listen, Planungen, Termine, Adressen, Dokumente: Die App speichert tägliche Checklisten und erinnert auf Wunsch an anstehende To Dos. Erhältlich für Android, Windows und Apple.

Notenbox
Die „Notenbox“ speichert und verwaltet Noten und erspart Lehrerinnen und Lehrern am Ende eines Halbjahres das mühsame Zusammenrechnen von Einzelnoten. Erhältlich für Android, Windows und Apple.

Unterrichts-Helfer

Too Noisy
Steigt der Lautstärkepegel im Klassenraum über ein bestimmtes Level, zeigt die App dies an – und erspart Lehrkräften kräftezehrendes Ermahnen. Erhältlich für Android und Apple.

Cam Scanner
Diese App, ausgelegt für Android-Geräte sowie für Iphone/I-Pad, ermöglicht das Einscannen von Dokumenten, Bildern etc., das Umwandeln in pdfs sowie das anschließende Teilen bzw. Versenden.

Edkimo
Edkimo hilft Lehrkräften dabei, auf strukturierte Weise Feedback von Schülerinnen und Schülern, Eltern, dem Kollegium oder Kooperationspartnern einzuholen. Erhältlich für Android und Apple.

Quizlet
Quizlet macht Lernen zum Spiel. Ob Vokabeln, Formeln oder Geschichtsdaten: Mit der App lassen sich digital Karteikarten zu individuellen Themen erstellen. Zudem gibt es zahlreiche Anregungen für die Verwendung im Unterricht. Erhältlich für Android und Apple.

Tapucate
Diese App dient der allgemeinen Verwaltung von Schülerdaten wie etwa Noten, Fehlzeiten, Hausaufgaben, Adressen und sonstigen verwaltungsbezogenen Informationen. Besonderes Plus: Als Gedächtnisstütze kann für jeden Schüler/jede Schülerin ein Foto hinterlegt werden.

Brainyoo
Mit Brainyoo können Schülerinnen und Schüler Karteikarten selbst erstellen, sich eigene Eselsbrücken bauen und Wissen abfragen und vertiefen. Erhältlich für Android und Apple sowie für Windows als Web-Version.

Hinweis: Einige der genannten Apps speichern personenbezogene und mitunter sensible Daten. Vor der Verwendung der Apps sind Lehrkräfte angehalten, sich mit den datenschutzrechtlichen Bestimmungen ihres jeweiligen Bundeslandes vertraut zu machen.

Podcasts für Lehrer (Stand: September 2020)

Während der Corona-Schulschließungen haben Podcasts – egal ob zur fachlichen Weiterbildung, aus privatem Interesse oder zur Einbindung in den Unterricht – einen ordentlichen Schub bekommen. Neben von Lehrkräften produzierten Podcasts, beispielsweise über eigene Schulerlebnisse oder methodische Erfahrungen, kann die Produktion eines Podcasts auch Bestandteil des Unterrichts sein. Nicht zuletzt dienen Podcasts vielen Lehrkräften auch als Fort- und Weiterbildungsmedium.

Podcasts von Lehrkräften (Auswahl)

Homeschooling hautnah: In diesem Podcast kommen unterschiedliche Menschen und deren jeweils eigene Perspektiven auf die coronabedingten Schulschließungen zu Wort. Die Bandbreite reicht von verschiedenen Lehrkräften über angehende Pädagog*innen bis hin zu Schüler*innen.

Lauschcafé: Hier führt Podcast-Macher Tim mit unterschiedlichsten Menschen „Gespräche über Bildung in der digitalisierten Welt. Oft kommen angehende Lehrkräfte und Referendare zu Wort. Vermittelt wird ein positiver, neugierig machender Zugang zur Bereicherung des Unterrichts mit digitalen Mitteln.

Lehrermomente Podcast: Ob Unterrichtsstörungen, Schuljahresplanung, ein Blick in die Lehrertasche oder Interviews mit Fachleuten rund um die Schule: Dieser Podcast, produziert von einer Lehrerin, enthält zahlreiche Erfahrungen und Tipps direkt aus dem Schulalltag.

Schulsprecher: Weniger der Unterhaltung als vielmehr der fundierten fachlichen Information dient der Podcast „Schulsprecher“. Er behandelt in jeweils recht ausführlichen Episoden grundlegende – und aktuell diskutierte – Fragen der Lehrertätigkeit: Was ist vom Konzept der „Kompetenzen“ zu halten? Wie kann die Arbeitszeit von Lehrkräften gemessen werden? Wie funktioniert Leistungsbewertung?

Netzlehrer: Ursprünglich gestartet unter dem Namen „Referendarsflüsterer“ als ein Podcast für Referendare und Lehramtsstudierende, widmet sich dieser Podcast mittlerweile einem neuen Schwerpunkt: digitale Transformation und Digitalkultur im Bereich Schule. Selbstverständlich sollen noch immer auch angehende Lehrkräfte angesprochen werden.

Locker Lehrer: Dieser Podcast beschreibt sich als ‚Lehrercoaching mit Herz‘ und gibt hilfreiche Tipps, Anregungen und Informationen, um besser mit den täglichen schulischen Herausforderungen zurechtkommen zu können. Ein Fokus liegt dabei auf Themen wie: Kraft tanken, Selbstbewusstsein stärken, bewusst abgrenzen oder Ruheinseln schaffen inmitten stressiger Phasen.

Unterrichtsfreie Zeit: Dieser Podcast (und auch der gleichnamige Blog) wird betrieben von Lehrerin Jenny, die sich selbst als „Organisationsfreak“ bezeichnet. Schwerpunkt hier daher: Zeitmanagement, Selbst- und Unterrichtsorganisation – auch (und gerade) in der sogenannten unterrichtsfreien Zeit.

Podcasts über Schule, Bildung, Bildungspolitik

KüchenTalk – der Podcast für Bildungsaktivist*innen: Zeitgemäßes, zukunftsorientiertes Lernen kann nur vernetztes Lernen sein. Denn nur so stärkt es jene Kompetenzen und Haltungen, die die Grundlage für das Zusammenleben in einer offenen, demokratischen und von Nachhaltigkeit geprägten Gesellschaft bilden. Um Bildung diese Impulse zu geben, lädt KüchenTalk wechselnde Gesprächspartner ein, darunter u.a. eine Bürgermeisterin, ein Lehrer und D64-Vorstand, Personen aus der universitären Lehrerbildung, ein Medienpädagoge und ein Inklusionsaktivist.

Hochbegabung in der Schule: Wie äußert sich Hochbegabung und wie wird sie diagnostiziert? Gibt es verschiedene Arten von Hochbegabung? Welche Rolle spielen Lehrkräfte dabei? Und was müssen vor allem angehende Lehrkräfte über das Thema wissen?

Frau Bachmayer packt aus! Frau Bachmayer und Herr Krautmann sind zwar fiktive Namen, die dahinterstehenden Lehrkräfte existieren jedoch real – und sie reden Tacheles über all das, was sonst nur hinter den verschlossenen Türen der Lehrerzimmer diskutiert wird. Ein Podcast von Antenne Niedersachsen.

Vorbild-Schule: In Interviews lässt dieser Podcast engagierte Lehrerinnen und Lehrer zur Sprache kommen, die aus ihrer Schule eine Vorbildschule machen möchten. Jede Episode widmet sich einem Interviewpartner und dessen Ansätzen.

Perlen von den Säuen: In unregelmäßigen Abständen reflektiert dieser Podcast aktuelle Themen aus der Bildungs- und Schulpolitik – meist in lockerer Gesprächsform, als „Bildungstalk“ mit mehreren teilnehmenden Lehrkräften.

Für die gezielte Suche nach Podcasts – auch nach Themenbereichen und Stichworten – empfiehlt sich das Portal https://www.podcast.de/. Es liefert auch einen Einblick in die Funktionsweise von Podcasts. Überdies geben die meisten Rundfunkanstalten, TV-Sender sowie Magazine und Zeitungen mittlerweile eigene Podcast-Reihen heraus.

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