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Gewaltprävention – zehn Maßnahmen und Projekte

Mit welchen Formen von Gewalt sind Schulen konfrontiert und wie kann sinnvolle Prävention aussehen? Diese Frage erörterten im Herbst 2018 über 50 Experten auf einer Fachtagung im nordrhein-westfälischen Schulministerium. Die Essenz des Kongresses wurde nun in einem 10-Punkte-Präventionsplan zusammengefasst und Mitte Mai in Nordrhein-Westfalen als „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“ vorgestellt.

Die zehn Punkte

  1. Beobachten und evaluieren: Um künftig schneller und effizienter auf Gewaltphänomene reagieren zu können, sollen mittels eines wissenschaftlichen Forschungsauftrags Daten zu Gewaltvorkommen und -ursachen an Schulen erhoben und Präventionsmaßnahmen evaluiert werden.
  2. Aufstockung des Schulpsychologischen Dienstes: Zusätzliche Stellen für Schulpsychologen und -psychologinnen sowie für sozialpädagogische Fachkräfte werden geschaffen.
  3. Rechtssituation klären: Es werden neue, klarere Richtlinien für die Meldepflicht einzelner Straftaten (z.B. antisemitische Straftaten) im schulischen Umfeld erstellt.
  4. Stärkung der Schulleitungen: Das Thema „Gewalt im Umfeld von Schulen“ wird noch stärker als bisher in die Aus- und Fortbildungen von Schulleitungen aufgenommen.
  5. Beratung und Begleitung: Durch neu entstehende schulische Teams sowie durch von Externen durchgeführte Programme (z.B. „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“) werden die Schulen gestärkt.
  6. Themenwoche: Im Frühjahr 2020 und im Frühjahr 2022 ist die Durchführung einer „Woche für Demokratie und Respekt“ geplant.
  7. Weitergabe von Materialien: Schulen erhalten 2020 einen Notfallordner (gedruckt sowie digital) mit Handlungsempfehlungen für Krisen- und Notfallsituationen.
  8. Fortbildung: Lehr- und Fachkräfte werden im Sinne dieses Aktionsplans geschult und weitergebildet.
  9. Beratungstelefon: Lehrerinnen und Lehrern steht künftig das kostenfreie Beratungstelefon „Sprech:ZEIT 24/7“ zur Verfügung.
  10. Austausch und Weiterentwicklung: Der Austausch aller am Schulleben Beteiligten sowie die Weiterentwicklung des Aktionsplans wird gefördert.

Weitere Informationen

Faktenblatt zum „Aktionsplan gegen Diskriminierung und Gewalt an Schulen“
Kurse des Bundesverband Gewaltprävention
Polizeiliche Kriminalprävention zu Gewalt an Schulen

Informationsseiten der Länder

Baden-Württemberg: Gewaltprävention an Schulen
Bayern: Konflikte, Gewalt, Gewaltprävention
Berlin/Brandenburg: Bildungsserver Berlin/Brandenburg
Bremen: Portal „Gewaltprävention“
Hamburg: Beratungsstelle Gewaltprävention
Hessen: Portal „Gewaltprävention“
Mecklenburg-Vorpommern: Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule
Niedersachsen: Portal „Gewaltprävention“
Nordrhein-Westfalen: Gewaltprävention in NRW
Rheinland-Pfalz: Gewalt- und Extremismusprävention
Saarland: Fachgebiet „Prävention und Erziehung
Sachsen: Themenfeld Gewaltprävention
Sachsen-Anhalt: Maßnahmen zur Gewalt- und Suchtprävention
Schleswig-Holstein: Professionelle Gewaltprävention an Schulen in Schleswig-Holstein
Thüringen: Gewaltprävention

Podcasts für Lehrer (Stand: Juli 2019)

Ob zur fachlichen Weiterbildung, aus privatem Interesse oder zur Vorbereitung und Einbindung in den Unterricht: Podcasts, also fortlaufende, abonnierbare und auf dem Smartphone abspielbare Audio-Beiträge, beweisen sich auch im schulischen Umfeld als praktische Form der Mediennutzung.

Zum einen existieren mittlerweile zahlreiche von Lehrkräften produzierte Podcasts, zum anderen kann die Produktion auch Bestandteil des Unterrichts sein. Nicht zuletzt dienen Podcasts vielen Lehrkräften auch als Medium der Fort- und Weiterbildung.

Podcasts von Lehrkräften (Auswahl)

Lehrermomente Podcast: Ob Unterrichtsstörungen, Schuljahresplanung, ein Blick in die Lehrertasche oder Interviews mit Fachleuten rund um die Schule: Dieser Podcast, produziert von einer Lehrerin, enthält zahlreiche Erfahrungen und Tipps direkt aus dem Schulalltag.

Schulsprecher: Weniger der Unterhaltung, als vielmehr der fundierten fachlichen Information dient der Podcast „Schulsprecher“. Er behandelt in jeweils recht ausführlichen Episoden grundlegende – und aktuell diskutierte – Fragen der Lehrertätigkeit: Was ist vom Konzept der „Kompetenzen“ zu halten? Wie kann die Arbeitszeit von Lehrkräften gemessen werden? Wie funktioniert Leistungsbewertung?

Der Referendarsflüsterer: Der Name lässt es vermuten: Dieser Podcast richtet sich an Lehramtsstudierende, Referendare und junge Lehrkräfte. Neben Tipps für den Schulalltag gibt es immer wieder auch Expertengespräche zu bildungs- und schulrelevanten Themen.

Locker Lehrer: Dieser Podcast, auch beschrieben als ‚Lehrercoaching mit Herz‘, gibt hilfreiche Tipps, Anregungen und Informationen, um besser mit den täglichen schulischen Herausforderungen zurechtkommen zu können. Ein Fokus liegt dabei auf Themen wie: Kraft tanken, Selbstbewusstsein stärken, bewusst abgrenzen oder Ruheinseln schaffen inmitten stressiger Phasen.

Unterrichtsfreie Zeit: Dieser Podcast (und auch der gleichnamige Blog) wird betrieben von Lehrerin Jenny, die sich selbst als „Organisationsfreak“ bezeichnet. Schwerpunkt hier daher: Zeitmanagement, Selbst- und Unterrichtsorganisation – auch (und gerade) in der sogenannten unterrichtsfreien Zeit.

Frau Bachmayer packt aus!: Frau Bachmayer und Herr Krautmann sind zwar fiktive Namen, die dahinterstehenden Lehrkräfte existieren jedoch real – und sie reden Tacheles über all das, was sonst nur hinter den verschlossenen Türen der Lehrerzimmer diskutiert wird. Ein Podcast von Antenne Niedersachsen.

Vorbild-Schule: In Interviews lässt dieser Podcast engagierte Lehrerinnen und Lehrer zur Sprache kommen, die aus ihrer Schule eine Vorbildschule machen möchten. Jede Episode widmet sich einem Interviewpartner und dessen Ansätzen.

Perlen von den Säuen: In unregelmäßigen Abständen reflektiert dieser Podcast aktuelle Themen aus der Bildungs- und Schulpolitik – meist in lockerer Gesprächsform, als „Bildungstalk“ mit mehreren teilnehmenden Lehrkräften.

Bildungsshaker: Dieser Podcast dreht sich um das Thema Open Educational Resources (OER) und deren praktischer Einsatz in der Bildung. Konkret berichtet der Bildungsshaker von aktuellen Entwicklungen der OERlabs, in denen (Lehramts)-Studierende gemeinsam für OER ausgebildet werden.

Für die gezielte Suche nach Podcasts – auch nach Themenbereichen und Stichworten – empfiehlt sich das Portal https://www.podcast.de. Es liefert zudem einen Einblick in die Funktionsweise von Podcasts. Überdies geben die meisten Rundfunkanstalten, TV-Sender sowie Magazine und Zeitungen mittlerweile eigene Podcast-Reihen heraus.

19 Blogs von und für Lehrkräfte (Stand 2019)

Lehrer-Blogs haben sich in den letzten Jahren zu beliebten Plattformen entwickelt. Neben humoristisch angelegten, eher anekdotisch erzählenden Blogs gibt es auch immer mehr von Lehrkräften betriebene Blogs mit Unterrichts- und Materialien-Empfehlungen. Die hier vorgestellten Blogs stellen nur einen Auszug dar. Es lohnt sich, sich näher mit dem Thema zu befassen – oder für weitere Empfehlungen die jeweiligen Blogrolls zu besuchen.

Materialien Grundschule

Unter www.grundschulblogs.de findet sich eine Auflistung von Materialiensammlungen, Blogs und weiterer besuchenswerter Seiten im Netz.

Materialwiese: Hier bloggt Grundschullehrerin Kerstin Breuer. Ihr Blog umfasst eine riesige Materialiensammlung – auch zu sonst eher weniger gängigen Themen wie beispielsweise „Schullandheim“. Da die Blog-Betreiberin selbst auch als Autorin für Lehrwerke tätig ist, hat sie einen sehr dezidierten und umfassenden Blick auf geeignete Grundschul-Materialien.

Primarblog: Dieser Blog wird betrieben von einer „Mutter, Lehrerin & Fachleiterin – und das jeden Tag“. Neben Materialien zu einzelnen Fächern gibt es eine eigene Rubrik „Klassenleitungskram“ sowie tolle Fotos der Blog-Betreiberin.

Zaubereinmaleins: Riesiger Fundus an kostenlosen Grundschul-Unterrichtsmaterialien – von Ausmal-Vorlagen über Poster, Schilder, Kärtchen, Texte und und und… Zusammengestellt von einer Grundschullehrerin.

Referendariat/Berufseinstieg

Einestageslehrerin: Dieser Blog (inzwischen beendet, aber noch immer lesenswert) spannt einen Bogen vom Berufswunsch Lehrerin zu Lehramtsstudium und Schulpraktika – mit allen Höhen und Tiefen, die der Berufswunsch mit sich bringt. Vor allem jedoch aber mit viel Idealismus und positiver Energie.

Computer/Internet/Technik/Neue Medien

Lehrerrundmail: Dieser sehr breit gefächerte und fundierte Blog versorgt Lehrkräfte mit „Tipps & Infos rund um Unterricht mit Computer & Internet“.

Matthias Heil: Der Blogger Matthias Heil, Lehrer für Katholische Religion und Englisch, bemüht sich um die Integration technischer Neuerungen in seinen Unterricht: Ob Blogs, Podcasts, OER oder mobile Geräte: die didaktisch und pädagogisch sinnvolle Einbindung in Lehr- und Lernprozesse interessiert ihn nach eigenen Angaben besonders.

Montessori-Pädagogik

Eltern vom Mars: Eine Mutter (und Lehrerin) berichtet auf sehr persönliche Weise von ihrem Weg zu und mit der Montessori-Pädagogik. Mit zahlreichen Anregungen für Lern- und Lehrsituationen sowie fürs Familienleben nach Montessori.

Die Wunderwerkstatt bietet eine umfangreiche Sammlung von bloggenden Familien mit Erfahrungen in Sachen Montessori-Pädagogik. Neben Tipps und Anregungen gibt es zahlreiche persönliche Geschichten, Schönes, Trauriges und Nachdenklich-Stimmendes.

Malen, Basteln, Werken

Lernbasar: Schwerpunkt dieses „Kunstportals für Lehrer, Referendare und alle, die Spaß am Malen haben“, sind Anregungen für den Kunstunterricht, einschließlich Werken, Basteln und textiles Gestalten. Zu finden sind vielfältigste kostenlose Anregungen – teilweise thematisch sortiert.

Better Teaching Resources: Arbeitsblätter, Ausmalvorlagen, Cliparts, Wallpapers – hier dreht sich alles um die schöne Gestaltung von Arbeits- und Unterrichtsmaterialien. Es gibt zahlreiche Freebies zum Download sowie einen umfangreichen Shop. Zielgruppe: Grundschule, Sekundarstufe und Erwachsenenbildung.

Aus dem Schulalltag

Halbtagsblog: Jan Martin Klinge und sein „Halbtagsjob“ als Lehrer, verarbeitet im „Halbtagsblog“, haben mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erlangt, denn 2017 wurde der Blogger mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet. Klinge blickt immer wieder über den Tellerrand der Schule – insbesondere in Richtung Technik, Digitalisierung, Medien.

Lehrerzimmer: Thomas Rau unterrichtet Deutsch, Informatik und Englisch und lässt die Leser seines Blogs an seinen vielfältigen Interessen teilhaben. Neben Erfahrungen aus dem Schulalltag geht es um Spiele, Fundstücke im Netz, Informatik-Gadgets und vieles mehr.

Jochen Lüders – Englisch & Sport am Gymnasium…und ein bisschen Tango: Jochen Lüders unterrichtet seit 30 Jahren Englisch und Sport an einem Münchner Gymnasium. Sein Blog spiegelt persönliche Erfahrungen – gerne auch humorvolle – und Ereignisse aus seinem Schulalltag wieder. Und jede Menge Tango-Input gibt es noch dazu.

„Dem Herrn Weese sein Blog“ ist nach eigenem Bekunden ein „Blog eines Deutschlehrers an einem fränkischen Gymnasium.“ Neben dem humorvollen Auseinanderpflücken von Phänomenen der deutschen Sprache gibt es hier allerhand persönliche Ein- und Ansichten.

Herr Larbig:  Torsten Larbig, Betreiber dieses Blogs, ist Lehrer für die Fächer Deutsch und katholische Religion und hat einen Hang zu Technik und digitalen Medien. Daneben ist er ein aufmerksamer Beobachter des deutschen Bildungswesens und hält diesbezügliche Standpunkte, Hintergrundinformationen und Außenansichten fest.

Kreide fressen: Scharfzüngiger Blog mit dem Untertitel „Momentaufnahmen eines Lehrers aus Bielefeld“. Schon während seiner Studienzeit hielt der Betreiber hier seine Gedanken und Erfahrungen fest – und geht daher auch ausführlich auf das Referendariat und die Lehrerausbildung mit all ihren Kurven ein.

riecken.de: Neben Unterrichtsinhalten, Methoden, Bildungspolitik, Web 2.0 bloggt Maik Riecken hier über den Schul- und Unterrichtsalltag eines Lehrers für Deutsch und Chemie. Besonders erwähnenswert: Riesige Sammlung an Gruppenspielen für Schulklassen, Jugendgruppen etc.

Und noch viel mehr Blog-Empfehlungen gibt es hier

Das Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“

Bis zu 190.000 ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher werden bundesweit bis zum Jahr 2025 fehlen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Dabei entscheidet nachweislich gerade die frühe Bildung maßgeblich darüber, wie gut die Weichen für den weiteren Bildungsweg von Kindern gestellt sind. Mit dem Ziel, den Nachwuchs im Erzieherinnen-Beruf zu sichern, hat das Bundesfamilienministerium daher am 26. März dieses Jahres das „Bundesprogramm ‚Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher‘“ gestartet.

An wen richtet sich das Programm?

Das Programm richtet sich an Träger von Kindertageseinrichtungen. Mit einer Förderung von 37.440 Euro sollen diese in die Lage versetzt werden, eine praxisintegrierte vergütete Ausbildung im Beruf Erzieher/Erzieherin anzubieten. Bedingung ist, dass sich die Ausbildungskapazität der Einrichtung durch Teilnahme an dem Programm erhöht. Die Ausbildung erfolgt in der Einrichtung sowie in einer kooperierenden Fachschule bzw. Fachakademie.

Neben der Förderung der praxisintegrierten vergüteten Ausbildung umfasst das Programm darüber hinaus noch zwei weitere Förderungsbereiche. Es sind dies

  • eine Förderung der Praxisanleitung (pro anzuleitender Fachschüler/-in erfolgt eine Bezuschussung in Höhe von 25 Euro pro Stunde, wobei die Anleitung mindestens zwei Anleitungsstunden pro Woche umfassen sollte).
  • ein Aufstiegsbonus für pädagogische Fachkräfte nach einer Weiterqualifikation, die eine Höhergruppierung mit sich bringt.

Antragsverfahren

Interessierte Einrichtungsträger bekunden zunächst ihr Interesse im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens.

Nach vorher definierten Kriterien werden in einem nächsten Schritt dann geeignete Einrichtungen zur Antragstellung aufgefordert. Die Auswahl wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter Einbeziehung der Länder getroffen.

Weiterführende Informationen:

Info-Seite des Bundesfamilienministeriums zum Bundesprogramm Fachkräfteoffensive

Kurz-Information zum Bundesprogramm Fachkräfteoffensive

Das Gute-Kita-Gesetz

Informationen zum Fachkräftebedarf in Kitas

Berufliche Netzwerke für Lehrkräfte

Im Hinblick auf die steigende Zahl von Privatschulen und deren unterschiedliche Schwerpunkte, ist bei manchen Lehrerinnen und Lehrern eine zunehmende Spezialisierung feststellbar. Diese kann, muss aber nicht mit der jeweiligen Fächerkombination einhergehen. Stattdessen kann Spezialwissen durchaus auch fachfremd sein. So sind etwa Fremdsprachen-Lehrkräfte mit einem Faible für digitale Medien, MINT-Lehrkräfte mit vertieftem Wissen in Sachen Mobbing-Prävention oder Sportlehrerinnen und -lehrer mit besonderen Kompetenzen in Sachen Inklusion keine Seltenheit.

Spezialwissen und Erfahrungen, die über die reinen Lehrplan-Inhalte hinausgehen, sind im Lehralltag eine wertvolle Ressource und Lehrkräfte beklagen zu Recht die im Schulalltag mangelnden Gelegenheiten, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen bzw. zusammenzuarbeiten.

Ansprechpartner finden, Wissen teilen

Eine Möglichkeit, auf unkomplizierte – und persönliche – Art Kolleginnen und Kollegen zu finden, die über gesuchtes Spezialwissen verfügen, sind berufliche Netzwerke. Was in der freien Wirtschaft bereits eine lange Tradition hat, hält nun auch immer mehr Einzug in den Lehrerberuf. Hier eine Auswahl lehrerbezogener beruflicher Netzwerke:

Darüber hinaus gibt es neben zahllosen regional bzw. länderspezifisch bezogenen Netzwerken auch parteibezogene Netzwerke, kirchen- oder gewerkschaftsnahe Netzwerke, wissenschaftliche Netzwerke, Hochschul-Alumni sowie Frauennetzwerke. Der Deutsche Frauenrat beispielsweise vereint als Dachverband über 60 Frauennetzwerke unter seinem Namen.

First give, then take!

Entgegen mancher Vorurteile sind die Beweggründe vieler überzeugter Netzwerkerinnen und Netzwerker keinesfalls egoistischer Natur. Denn auf Dauer wird in einem Netzwerk nur heimisch werden, wem das Geben mindestens genauso viel Freude bereitet wie das Nehmen. Regeln also, wie sie auch bei einer guten Freundschaft gelten sollten. Und das bedarf am Anfang durchaus ein wenig Arbeit. Essentielle Verhaltensweisen beim Eintritt in ein Netzwerk sind daher: Interesse bekunden, Hilfsbereitschaft signalisieren, an den vorherrschenden Umgangston halten, sich konstruktiv einbringen.

Die Probezeit meistern: Wissenswertes zum Einstieg in ein neues Arbeitsverhältnis

Im Gegensatz zu staatlichen Schulen sind private Schulträger, auch wenn sie gemeinnützig sind, ganz normale Arbeitgeber. Damit sind sie auch gebunden an arbeitsrechtliche Bestimmungen zur Probezeit. In der Regel beträgt diese sechs Monate. In Ausnahmefällen – und dies auch nur bei Kandidaten mit Berufserfahrung – kann die Probezeit nach vorheriger Verhandlung verkürzt werden. Eine Verlängerung ist weniger üblich, jedoch mit Einverständnis des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin prinzipiell möglich.

Kündigung in der Probezeit

Während der Probezeit können beide Seiten – Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer – jederzeit und ohne Angabe von Gründen schriftlich kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Wochen. Liegt ein Tarifvertrag zugrunde, der längere Kündigungsfristen in der Probezeit vorgibt, so gelten diese. Daher: Bei Vertragsunterzeichnung prüfen, ob die normale gesetzliche oder eine abweichende Kündigungsfrist gilt.

Urlaub und Krankheit

Ein Urlaubsanspruch besteht rein rechtlich erst nach Ablauf der Probezeit. Angestelltenverhältnisse von Lehrkräften bilden hier aufgrund der vorgegebenen Ferienzeiten natürlich eine Ausnahme. Tritt während der Probezeit eine Krankheit ein, benötigt der/die Angestellte von Tag 1 an eine ärztliche Bescheinigung. Wichtig jedoch: Im Krankheitsfall während der Probezeit beginnt die Lohnfortzahlung erst in der fünften Woche der Krankschreibung.

Arbeitgeber-Feedback

Nach etwa zwei Monaten sollten Angestellte in Probezeit den Arbeitgeber um ein Feedbackgespräch bitten, sofern nicht ohnehin regelmäßige Feedbackrunden Teil der Schulkultur sind. In diesem gilt es zu besprechen, ob die bisherigen Leistungen den Vorstellungen des Arbeitgebers entsprechen oder ob es noch Verbesserungsbedarf gibt. Nicht immer sind solche Gespräche üblich, jedoch zeugt es von Engagement und Leistungsbereitschaft, sie anzufragen. Ist die Probezeit erfolgreich verlaufen, geht das Arbeitsverhältnis „auf Probe“ über in ein reguläres Arbeitsverhältnis mit den normalen gesetzlichen Bestimmungen zum Kündigungsschutz.

Weitere Informationen

Lehrkräfte ins Ausland: Internationalisierung der Lehramtsausbildung

Interkulturelle Kompetenz, Auslandserfahrungen und Weltgewandtheit werden zunehmend von Bewerberinnen und Bewerbern gefordert und sollen möglichst bereits in der Ausbildung erworben werden. Dem entgegen steht jedoch die Tatsache, dass gerade Lehrkräfte hierzulande häufig in nur geringem Maße Auslandserfahrungen sammeln – erstrecht im Rahmen der Ausbildung. Dabei sind diese ein wichtiger Motor auch für die Persönlichkeitsentwicklung von Lehrkräften. Nicht zuletzt sind Auslandserfahrungen wichtige Voraussetzungen, um als Lehrkraft der zunehmenden kulturellen, religiösen und sprachlichen Diversität souverän zu begegnen und dies an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Neues Programm ebnet Wege ins Ausland

Auslandsaufenthalte sind in Deutschland bislang nicht Bestandteil der Curricula der Lehramtsausbildung. Um angehenden Lehrkräften die Möglichkeit für Auslandserfahrungen zu eröffnen, hat der DAAD das Programm Lehramt.International aufgesetzt. Es richtet sich sowohl an Lehramtsstudierende als auch an Absolventen vor dem Übergang zum Referendariat.

Programm für Lehramtsstudierende

Bewerben können sich an deutschen Hochschulen Studierende aller Fächerkombinationen und aller Schulformen ab dem 1. Fachsemester eines Lehramtsstudiengangs (Bachelor, Staatsexamen) sowie Studierende im Masterstudiengang. Die Teilnehmenden am Programm erhalten ein Stipendium für selbstorganisierte Praktika an schulischen und Hochschuleinrichtungen im Ausland. Die Dauer der Förderung beträgt 1 bis 6 Monate. Das Stipendium umfasst:

  • Monatliche Stipendienrate (Höhe je nach Gastland)
  • Reisekostenzuschuss
  • Leistungen zur Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung

Programm für Absolventen vor dem Übergang zum Referendariat

Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen von Lehramtsstudiengängen (Master oder Staatsexamen) aller Fächerkombinationen und aller Schulformen, die vor dem Referendariat bzw. zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen stehen. Die Dauer der Förderung beträgt 6 bis 12 Monate. Das Stipendium umfasst:

  • Monatliche Stipendienrate (Höhe je nach Gastland)
  • Reisekostenzuschuss
  • Leistungen zur Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung

Als Lehrkraft an einer deutschen Auslandsschule arbeiten

Auch für bereits erfahrene Lehrkräfte kann eine Tätigkeit im Ausland äußerst bereichernd sein. Weiterführende Informationen zum Thema liefern die Artikel „Lehrmöglichkeiten an deutschen Schulen im Ausland“ sowie „Bewerbung und Vorbereitung: Als deutsche Lehrkraft ins Ausland“.

Hier finden Sie überdies aktuelle LehrCare-Stellenausschreibungen im Ausland.

Bewerbungskosten steuerlich absetzen

Bewerbungskosten können als sogenannte Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Zeitpunkt der stattgefundenen Bewerbung – ob aus einem Arbeitsverhältnis heraus, während einer Phase der Arbeitslosigkeit oder direkt nach Ausbildungs- bzw. Studienabschluss – spielt dabei keine Rolle. Ebenso ist steuerlich nicht ausschlaggebend, ob eine Bewerbung erfolgreich war oder nicht.

Neu: Seit dem 1.1.2019 haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit für das Einreichen ihrer Steuererklärung beim Finanzamt. Statt dem 31.5. gilt nun der Stichtag 31.7.

Folgende Bewerbungskosten sind absetzbar:

Materialien & Zubehör

  • Bewerbungsmappen
  • Kopien
  • Papier, Briefumschläge, Klarsichthüllen, Klebestifte
  • Druckerpatronen
  • Briefmarken
  • Telefonkosten (anteilig, mit Einzelnachweis und Nummernnachweis)
  • Bewerbungsratgeber (Buch)

Dienstleistungen & Reisekosten

  • Bewerbungsfotos
  • Teilnahme an Kursen (z.B. Bewerbungstraining)
  • Beglaubigungen von Zeugnissen
  • Grafische Gestaltung (z.B. von Online-Bewerbungen)
  • Dreh eines Bewerbungsvideos
  • Erstellen einer eigenen Bewerbungswebseite
  • Schalten einer Stellengesuch-Anzeige
  • Ggf. Übersetzungskosten
  • Anreise zum Vorstellungsgespräch (Bahn, Auto, ggf. Taxi)
  • Parkgebühren
  • Ggf. Übernachtungskosten und Verpflegung

Nachweis der Bewerbungen und der Kosten

Die größten Chancen auf eine wohlwollende Reaktion des Finanzamts haben Bewerber, wenn sie eine lückenlose, detaillierte Tabelle ihrer Bewerbungsaktivitäten einreichen. Darin enthalten sollten sein: Name und Ansprechpartner des Unternehmens, Datum der Bewerbung, Art der Bewerbung (Papier/online), erfolgte Reaktionen des Unternehmens (Eingangsbestätigung, Gesprächseinladung, Absage o.Ä.). Auf Wunsch können Kopien dieser Schreiben dem Finanzamt nachgereicht werden.

Wichtig: Belege für den Kauf von beispielsweise Büromaterialien oder Ratgebern müssen die genaue Artikelbezeichnung bzw. den Buchtitel enthalten, um die tatsächliche Verwendung für den Bewerbungszweck nachweisen zu können.

Bewerbungskosten pauschal geltend machen

Eine weitere Möglichkeit der Erstattung ist das Pauschalverfahren. Jedoch gibt es hierfür keine verbindliche Rechtsgrundlage und demnach keinen Rechtsanspruch. Vielmehr liegt die Entscheidung im Ermessen eines jeden Finanzamts bzw. Sachbearbeiters. Die Höchstgrenze fürs pauschale Geltendmachen von Bewerbungskosten liegt bei 1.000 Euro.

Eine grobe Richtlinie liefert ein Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2004 (Az.: 7 K 932/03, FG Köln vom 7.7.2004). Demnach sind für schriftliche Bewerbungen Kosten in Höhe von 8,50 Euro und für Online-Bewerbungen in Höhe von 2,50 Euro angemessen.

Schulen und Stiftungen (Teil 2): Stiftungs-Förderprogramme für Schulen

Die Förderung von einzelnen Schulen – meist vor Ort durch Stiftungen mit vorwiegend regionalem Bezug – ist eine gängige Praxis, die sich bereits vielfach bewährt hat und auch in der Zukunft Bestand haben wird. Immer mehr Stiftungen legen darüber hinaus mittlerweile auch überregional wirksam werdende Förderungen auf, für die sich Schulen (ggf. auch mehrere) aus dem gesamten Bundesgebiet bewerben können. Dazu gehören beispielsweise:

Überregional agierende Stiftungen

Stiftungs-Suchmaschinen

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Programmen, die beispielsweise direkt Schülerinnen und Schüler fördern, oder aber mit Zuwendungen Lehrkräfte oder Eltern unterstützen. Nicht zuletzt gibt es zahlreiche konkret thematisch zugeschnittene Programme, etwa für die Fördergebiete Umwelt, Inklusion, MINT oder Ähnliches. Hierfür empfiehlt sich eine Recherche bei den Stiftungs-Suchmaschinen:

Schulen und Stiftungen (Teil 1): So funktioniert das Stiftungswesen

Über 22.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts existieren in Deutschland, davon agieren etwa drei Viertel im Handlungsfeld Bildung, das heißt sie fördern beispielsweise gesellschaftliche Initiativen politischer, sozialer, kultureller oder gesundheitlicher Bildung. Auch allgemeinbildende Schulen – sowohl staatliche als auch private – können mit Stiftungen kooperieren, Projekte gemeinsam gestalten oder für eigene Projekte finanzielle Fördermittel erhalten. Dabei gibt es neben regional tätigen auch einige bundesweit agierende Stiftungen.

 

Was bedeutet das für Schulen?
Erhält eine Schule eine Förderzusage durch eine Stiftung, bedeutet dies, es fließt eine konkrete Summe Geld, beispielsweise um Projekte zu realisieren, die schulische Ausstattung zu verbessern, das Kollegium weiterzubilden oder schulbezogene Schwerpunkte zu verwirklichen. Dabei gilt: Stiftungen sind grundsätzlich neutral, da sie nicht gebunden sind an Politik und/oder Wirtschaft. Dadurch unterscheiden sich Förderungen durch oder Kooperationen mit Stiftungen wesentlich von Partnerschaften beispielsweise mit Unternehmen. Von einer Öffnung hin zu Stiftungen – und damit zur Zivilgesellschaft – können Schulen sehr profitieren, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Die Anregungen und Möglichkeiten, die eine außerschulische Kooperation mit sich bringt, sind wertvolle Impulsgeber.

 

Stiftungen in Deutschland – so funktionieren sie
Grundsätzlich verfolgt jede Stiftung einen bestimmten, in ihrer Satzung festgelegten Stiftungszweck. Dieser ist Grundlage der thematischen Ausrichtung der Stiftungsarbeit sowie Richtlinie für die Auswahl von Förderzusagen. Unterschieden werden zwei Arten von Stiftungen:

Rein fördernde Stiftungen vergeben aus ihrem Stiftungsvermögen konkrete Fördermittel, zum Beispiel Preise und Stipendien an Einzelpersonen oder Fördermittel an beispielsweise Schulen, deren geplantes Projekt dem Stiftungszweck entspricht und für förderungswürdig erachtet wird.
Operativ tätige Stiftungen legen selbst entworfene Programme und Projekte gemäß der eigenen Schwerpunktsetzung auf. Es existieren auch Mischformen aus beiden Arten von Stiftungen.

 

Schulen und Stiftungen – so entsteht eine Zusammenarbeit
Interessiert sich eine Schule für eine Zusammenarbeit mit einer Stiftung, gilt es zunächst, den Förderzweck genau zu umreißen und sich auf die Suche nach einer passenden Stiftung zu begeben. Hierbei hilfreich sind folgende Stiftungs-Suchmaschinen:
Stiftungssuche des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen
Liste von Förderstiftungen beim Deutschen Stiftungszentrum
Mitglieder des Netzwerkes Stiftungen und Bildung

 

Die Antragstellung
Bei der Beantragung von Leistungen aus einem Stiftungs-Fördertopf gilt es zu unterscheiden zwischen privaten und staatlichen Schulen:
Allgemeinbildende Privatschulen bzw. deren Träger können natürliche oder juristische Personen sein, das heißt also beispielsweise eingetragene Vereine (e.V.), GmbHs, eingetragene Genossenschaften (e.G.) oder aber UGs. Für diese ist es rechtlich möglich, sich direkt bei Stiftungen um eine Förderung zu bewerben.
Staatliche allgemeinbildende Schulen dürfen aufgrund ihres Status in der Regel nicht direkt Mittel empfangen. Möglich ist es jedoch, einen Antrag über einen Förder- oder Elternverein der Schule zu stellen. Verfügt eine Schule nicht über solche, kann im Einzelfall auch die Kommune als Mittelempfänger fungieren. Darüber hinaus agiert auch die Stiftung Bildung bei Bedarf als Stellvertreter für den Mittelempfang. Kurzum: Grundsätzlich ist jede allgemeinbildende Schule in der Lage, Zuwendungen von Stiftungen zu erhalten.

 

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