Archiv für September 2022

Unzulässige oder kritische Fragen beim Vorstellungsgespräch

Einige Fragen sind im Bewerbungsgespräch unzulässig, andere kritische Fragen wiederum in gewissen Berufsgruppen durchaus legitim. Und auf manche Fragen dürfen Bewerber*innen gar mit einer Lüge antworten. Ein Überblick.

Unzulässig:
  • Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft
  • Frage nach einer geplanten Schwangerschaft. Diese Frage darf von einer Frau auch bewusst falsch beantwortet werden, ohne dass negative Konsequenzen drohen.
  • Frage nach einer bestehenden oder geplanten Eheschließung
  • Frage nach dem bisherigen Gehalt
  • Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit
  • Frage nach Vorerkrankungen und/oder dem aktuellen Gesundheitszustand
  • Frage nach Erbkrankheiten in der Familie
  • Frage nach einer Behinderung sowie nach einer Einstufung als Schwerbehinderte*r (vgl. Benachteiligungsverbot des § 81 Abs. 2 SGB IX für Schwerbehinderte und Gleichgestellte)
  • Frage nach den Vermögensverhältnissen
  • Frage nach der ethnischen Herkunft und Kultur
In gewissen Berufen erlaubt
  • Bei sogenannten Tendenzbetrieben (z.B. Parteizentralen, parteilichen Medien oder sonstigen politisch untermauerten Betrieben) sowie (im Einzelfall) bei kirchlichen Einrichtungen ist die Frage nach der Gewerkschaftszugehörigkeit nach § 118 BetrVG zulässig.
  • Ebenfalls erlaubt bei Tendenzbetrieben ist die Frage nach der Religions- oder Parteizugehörigkeit.
  • Sofern die künftige Tätigkeit des Bewerbers oder der Bewerberin dies erfordert, darf der Arbeitgeber nach Vorstrafen fragen (z.B. Verkehrsdelikte bei Kraftfahrer*innen). Ist die Vorstrafe nicht (mehr) im Bundeszentralregister eingetragen, darf sich der Bewerber bzw. die Bewerberin als unbestraft bezeichnen
Wie reagieren auf unzulässige Fragen?

Zwar ist es naheliegend, in diesem Fall auf die Unzulässigkeit der Frage zu verweisen und die Antwort zu verweigern. Für den weiteren Verlauf des Gesprächs ist dies jedoch nicht förderlich und sollte daher vermieden werden, zumal es durchaus eine bewusste Provokation seitens des Personalers oder der Personalerin sein könnte. Zu empfehlen ist, im Falle einer unzulässigen Frage freundlich und zugewandt zu bleiben. Als Antwort eignet sich die Äußerung: „Inwieweit ist diese Frage denn relevant für die Besetzung der Stelle?“ Hiermit setzt der/die Kandidat*in das deutliche Signal: Ich weiß, dass ich hierauf nicht antworten muss, bleibe aber dennoch gesprächsbereit.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Programme und Akteure

In Anbetracht von Szenarien wie Klimawandel, Artensterben, Hunger, schwindenden Energieressourcen und rasant wachsender Weltbevölkerung ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Sammelbegriff für sämtliche Bildungs- und Handlungsansätze, die Menschen dazu befähigen, die Welt nachhaltig und gerecht zu gestalten. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung konkreter Kompetenzen, sondern auch die Anleitung zu kritischem Denken. Initiiert wurde das Konzept BNE 2015 von der UNESCO. In Deutschland hat der Nationale Aktionsplan BNE die Aufgabe, BNE-Inhalte in allen Bildungsbereichen zu verankern. Folgende Programme und Akteure vermitteln BNE für Schulen und die Frühkindliche Bildung.

Nationaler Aktionsplan BNE im Wortlaut
BNE-Bericht der Bundesregierung 2021

Programme und Akteure

Eine der umfassendsten Übersichten über BNE-Aktivitäten liefert eine Datenbank auf den Seiten des Bundesbildungsministeriums. Sie listet aktuell (Stand: September 2022) insgesamt 272 BNE-Programme und Akteure auf. Die Datenbank ist durchsuchbar nach Bildungsbereich und Handlungsfeld.

Materialien, Ressourcen und Anlaufstellen für Lehrkräfte

Die KMK hält den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bereit. Das Portal „BNE in der Schule“ bündelt sämtliche Informationen zu Zielen und Möglichkeiten von BNE im Schul- und Unterrichtsrahmen. Die gemeinnützige Initiative Engagement Global informiert, berät Privatpersonen, Kommunen sowie Bildungsträger und schult zu Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsthemen.

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