Archiv für August 2012

Komplikationen im Schulalltag: Eltern gegen Lehrer/-innen?

Eltern haben hohe Ansprüche an die Schule und die Lehrer/-innen ihres Kindes und empfinden Pädagogen/-innen oft als streng und ungerecht. Lehrer/-innen hingegen sehen Eltern zuweilen als Versager/-innen in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder oder übermotivierte Anwälte ihrer Kinder.

In allen Schulen, ob staatlich oder in freier Trägerschaft, ist eine gute und erfolgreiche Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern/-innen entscheidend für das Schulklima und den Erfolg der Schule und der Schüler/-innen. In diesem Magazinbeitrag widmen wir uns deshalb dem Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer/-innen. Im Folgenden geben wir eine Auswahl aktueller Beiträge, Interviews, Artikel und Literaturtipps weiter, die Sie als Elternteil oder Lehrer/-in nutzen können, um sich über das Lehrer-Eltern-Verhältnis und erprobte positive Kommunikationswege zu informieren.

»Das ist nicht machbar« – »Doch!«: Ein Streitgespräch zwischen einer Mutter und einem Schulleiter (ZEIT ONLINE)

Eltern nörgeln. Lehrer nerven. Und jeder weiß besser, wie Schule funktionieren sollte. Lesen Sie in diesem Streitgespräch zwischen Isabell Zacharias, ehemalige Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, und Josef Kraus, Schulleiter und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, welche Ansprüche und Missverständnisse zwischen Eltern und Lehrer/-innen aufeinander prallen und wie Lösungswege in der Zusammenarbeit gefunden werden können.

Raushalten und Mitmischen. Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was vernünftige Eltern und gute Lehrer ausmacht (ZEIT ONLINE)

In diesem Artikel erfahren Sie,  mit welchen Fragen sich Schulforscher im Hinblick auf das Lehrer-Eltern-Verhältnis beschäftigen. Laut Jan-Martin Wiarda sind sich alle einig: “ Es ist etwas in Gang gekommen in den letzten Jahren, die Rollenmuster verändern sich. Was früher von einem Lehrer erwartet wurde, gilt nicht mehr; und was einst normales Elternverhalten war, wird von heutigen Pädagogen misstrauisch beäugt.“ Der Artikel zeigt, wie Wissenschaftler/-innen nun versuchen herauszufinden, welche Stärken und Fähigkeiten ein/-e gute/-r Lehrer/-in braucht und was wiederum gute Eltern ausmacht.

Wenn Eltern Ärger mit Lehrern haben, gehen sie zum Elternsprechtag. Oder zu einem Anwalt. (ZEIT ONLINE)

Eltern, die gegen Lehrer/-innen vor Gericht ziehen,  sind kein Massenphänomen, aber doch entdecken immer mehr Anwälte diese Zielgruppe für sich. Warum nach Meinungsverschiedenheiten und halbherzigen Schlichtungsversuchen ein Anwalt eingeschaltet wird und ob dies zu den erwarteten Erfolgen führt, zeigt ein Artikel von Linda Tutmann über den Eltern-Anwalt Alexander Münch. Dass die Kommunikation zwischen Lehrern/-innen und Eltern immer öfter in juristischen Auseinandersetzungen gipfelt, hat Eva Hampl bereits 2010 festgestellt. Sie fragt in ihrem Beitrag, ob die Eltern zu sensibel, im Recht oder überkritisch sind.

Elternabend – Tipps und Links zur Durchführung und Vorbereitung (Lehrerfreund.de)

In dem ausführlichen Artikel des Portals Lehrerfreund.de finden Sie nicht nur Tipps und Checklisten zur Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden, sondern wertvolle Links zu Materialien und Methoden, wie Sie mit Eltern ins Gespräch kommen können.

Elternsprechtag: Was Lehrer/-innen von Eltern erwarten (Elternwissen.com)

Lesen Sie in diesem Beitrag von Annette Holl, was Lehrer/-innen beim Elternsprechtag von Eltern erwarten. So können Sie beim nächsten Elternsprechtag Missverständnisse von vornherein vermeiden und das Lehrergespräch erfolgreich gestalten. Am Ende des Artikels finden Sie eine wertvolle Check-Liste für Lehrergespräche.

Eltern-Lehrer-Gespräch und Elternabend (prof-kurt-singer.de)

Wie Sie den Lehrer-Eltern-Kontakt gut pflegen, lesen Sie in einem Vortrag inkl. Checklisten von Prof. Kurt Singer.

Studie: Erwartungen an Lehrer/-innen aus der Sicht von Eltern (ifd-allensbach.de)

Unter dem Titel: „Schul- und Bildungspolitik in Deutschland 2011. Ein aktuelles Stimmungsbild der Bevölkerung und der Lehrer.“ verbirgt sich eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach über Erwartungen und Selbsteinschätzungen von Eltern und Lehrern/-innen, die oft deckungsgleich sind, bei manchen Themen aber stark auseinander gehen.

Professionell Gespräche mit Eltern führen

Dr. Wolfgang Hissnauer hat einen Leitfaden zur Kommunikation mit Eltern für Lehrerinnen und Lehrer zusammengestellt, der aufzeigt, wie Elterngespräche gelingen, vom Anspruch beider Seiten her gesehen zielgerichtet, konstruktiv, von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein können, zum Wohle der Schülerinnen und Schüler verlaufen und ein nachhaltig gutes Verhältnis zu Eltern aufgebaut werden kann.

Lesevorschlag: Junge Muslime in der Schule – Probleme und Lösungsansätze im interkulturellen Dialog

Ibrahim Turhan und Canan Turhan:

Junge Muslime in der Schule – Probleme und Lösungsansätze im interkulturellen Dialog

Buchcover: Junge Muslime in der Schule

Der Islam gehört zu Deutschland. Das sagt nicht nur Bundespräsident Christian Wulff. Das sieht man auch tagtäglich in Deutschlands Klassenzimmern. Vermehrt sehen sich Lehrer einer wachsenden Zahl muslimischer Kinder und Jugendlicher gegenüber. Eine fremde Kultur, eine nur oberflächlich bekannte Religion und ein anderer Erziehungsstil bringen Missverständnisse und Schwierigkeiten mit sich. Canan und Ibrahim Turhan bündeln Erfahrungen von Lehrern, Pädagogen, Eltern und muslimischen Migranten in einer sachlichen Auseinandersetzung über Schwierigkeiten im Schulalltag. Darüber hinaus definieren sie zentrale Begriffe wie Kultur, Religion und Ethnizität und wenden diese auf die Themenfelder Integration, Identität und Erziehung an. Daraus erwachsen Handlungsoptionen und praktische Tipps für den Schulalltag und die interkulturelle Elternarbeit.

Zu den Autoren:

Canan Turhan ist Schulsozialarbeiterin am Berufskolleg Opladen und leitet Seminare für Erzieher, Lehrer und Pädagogen zu interkulturellen Themen.

Der Sozialpädagoge Ibrahim Turhan arbeitet im Projekt Migration und Berufsorientierung mit Handicap an der Gesamtschule Holweide. Er ist Schulcoach und Interkultureller Gesundheitsmediator.

Erschienen im Tectum Verlag 2011

142 Seiten, Paperback

Preis: 19,90 €

ISBN 978-3-8288-2605-2

Sachsen stellt sich dem Problem des Lehrkräftemangels!

QUER – Qualifikationsprogramm für Akademiker zum Einstieg in den Lehrerberuf

Die TU Dresden plant zum Sommersemester 2013 ein postgraduales Qualifizierungsprogramm für den Einstieg von Akademikern in den Lehrberuf. Ziel des QUER Projektes ist es Akademikern mit einem fachwissenschaftlichen Hochschulabschluss (Diplom, Master, Magister) vorzugsweise mit Mangelfächern, wie z.B. Physik oder Mathe, einen Einstieg in den Lehrerberuf zu ermöglichen und die für eine erfolgreiche Lehrtätigkeit erforderlichen pädagogischen, didaktischen und unterrichtsmethodischen Kompetenzen zu vermitteln.

Die Zusatzqualifikationen für das Grundschul-, Mittelschul- oder Gymnasiallehramt  sollen sich an den Lehramtsstudiengängen der TU Dresden orientieren. Nach dem einjährigen Vollzeitstudium bekommen die Teilnehmer/-innen ein Zertifikat, das den Einstieg in den einjährigen Vorbereitungsdienst an sächsischen Schulen ermöglicht.  Dieses wird sich allerdings zunächst auf nur ein Unterrichtsfach beschränken (Diplom Physikerin -> Physik). Der spätere berufsbegleitende Erwerb der Lehrbefähigung in einem zweiten Fach ist geplant.

Das Qualifikationsprogramm befindet sich noch in der Probephase und wird durch das ZLSB der  TU Dresden (Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung) wissenschaftlich begleitet. Weitere Informationen erhält man unter folgender Email-Adresse:  quer@mailbox.tu-dresden.de oder direkt auf der Homepage des ZLSB.

Das Programm wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen.

Praxis-Check von meinUnterricht.de durch Lehrer/-innen

Online-Unterrichtsvorbereitung leicht gemacht!

Die neue Online-Plattform meinUnterricht.de erleichtert Lehrern/-innen und jenen, die sich noch im Referendariat befinden, jetzt die Unterrichtsvorbereitung. Mit meinUnterricht.de finden Sie qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien der renommierten Fachverlage Auer, AOL, Friedrich, Persen/Bergedorfer und Raabe schnell, einfach und treffsicher. Dabei ermöglicht meinUnterricht.de nicht nur die übersichtliche Organisation der gefundenen Materialien auf einem virtuellen Schreibtisch sondern auch die Bearbeitung dieser Materialien mit einem Editor sowie die anschließende Planung einer kompletten Unterrichtsstunde. Die Materialien können mobil und von jedem Rechner aus gespeichert, organisiert, bearbeitet und ständig aktualisiert werden – ob von zu Hause aus, auf dem Weg zur Arbeit oder kurz vor Beginn der Schulstunde.

Jetzt Mitglied werden und meinUnterricht.de 3 Monate lang kostenlos testen

Die Macher/-innen von meinUnterricht.de laden jetzt alle interessierten Lehrer/-innen ein, Teil des Qualitäts-Gremiums von meinUnterricht.de zu werden. Als Mitglied des Gremiums können Sie bei den Praxis-Checks mit Ihrem Feedback die innovative Online-Plattform in der Anfangsphase testen und somit meinUnterricht.de gestalten, verbessern und weiterentwickeln. Die ersten zehn Lehrer/-innen, die sich für den Praxis-Check anmelden, erhalten sogar ein 3-monatiges kostenloses Testabo für meinUnterricht.de sowie einen Amazon-Gutschein über 50 Euro.

Wenn Sie sich für den Praxis-Check anmelden wollen, schreiben Sie einfach eine E-Mail an stefan.appelhans[at]klab-berlin.com. Geben Sie einfach den Betreff „Qualitäts-Gremium“ ein und Sie erhalten alle weiteren Informationen.

Aus- und Weiterbildung zum/zur Lehrer/-in an Waldorfschulen

An den über 200 Waldorfschulen in Deutschland werden qualifizierte Waldorflehrer/-innen dringend gesucht. Das Lehrerseminar für Waldorfpädagogik Kassel bildet seit 1983 in enger Zusammenarbeit mit der Freien Waldorfschule Kassel und anderen Waldorf schulen sowie der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen Lehrer/-innen in Postgraduierten-Kursen aus. Kennzeichnend für die Arbeit ist eine enge Anbindung an die Praxis und die Bedürfnisse der Schulen. Alle verantwortlichen Dozenten/-innen sind gleich zeitig tätige Lehrer/-innen.

Der Vollzeitkurs zur Weiterbildung als Oberstufenlehrer/in (Dauer: ein Schuljahr, von September bis Juni) wird neben ausgebildeten Lehrern/-innen, die eine Stelle suchen, auch für Lehramtsstudenten/-innen interessant sein, die nach dem 1. Staatsexamen keine Stelle für das Referendariat bekommen haben, eine Wartezeit überbrücken und sich auch gern in dieser Zeit inhaltlich weiterbilden möchten. Da dieser Studiengang von Anfang an sehr viele Praxisphasen an Schulen hat, kann man sehr schnell einen guten Einblick in diese Form der Pädagogik bekommen. Dies ist auch für Quereinsteiger mit anderen Studienabschlüssen (Diplom, Master) eine interessante Möglichkeit, um den Lehrer/-innenberuf kennenzulernen und herauszufinden, ob er zu einem passen könnte. Da es eine Probezeit gibt, kann eine solche Ausbildung auch ohne Angabe von Gründen in dieser Zeit beendet werden. Durch eine Kooperation mit der Alanus Hochschule Alfter können Lehrveranstaltungen in die Module eines Masterstudiengangs mit Abschluss Master of Arts in Pädagogik integriert werden.

Das Blockstudium für Oberstufenlehrer/innen erstreckt sich über 2,5 Jahre (im Februar und November je ein zweiwöchiger Intensivkurs und einige Wochenendseminare), das berufsbegleitend besucht werden kann. Diese Form des Studiums (Dauer: 3 Jahre; zweimal jährlich jeweils drei Wochen) gibt es auch für die Ausbildung zur/zum Klassenlehrer/in und zur/zum Handarbeitslehrer/in (textiles Gestalten). Auch hier gibt es die Möglichkeit, durch den Besuch einer der Blockveranstaltungen zunächst einen Einblick in diese Form der Pädagogik und Ausbildung zu bekommen, bevor man sich für den gesamten Ausbildungsgang entscheidet.

Aktuell ist eine Informations- und Einführungsveranstaltung für den 28./29. September 2012 geplant. Weitere Informationen, auch über Neuerscheinungen im Bereich Bücher und Lehrmittel, über Neuigkeiten im Bereich Pädagogische Forschung und über weitere Seminartermine und -inhalte, bekommen Sie über das Kontaktformular.

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