Archiv für Juli 2012

Stipendien für angehende Lehrkräfte mit Migrationshintergrund

Die steigende  Zahl von Schülern/-innen mit sprachlich und kulturell unterschiedlicher Herkunft (rund 33% der Schüler/-innen) schlägt sich in der Heterogenität der Herkünfte von Lehrkräften in Deutschland (ca. 5% aller Lehrkräfte) bisher nicht nieder. Laut dem Forscherteam um Prof. Dr. Viola B. Georgi von der Freien Universität Berlin legen Studien aus klassischen Einwanderungsländern nahe, „dass Lehrende mit Migrationshintergrund zur Gestaltung von interkulturell orientierten Bildungsprozessen beitragen können und überdies als Rollenvorbilder dienen. Eine Erhöhung des Anteils an Lehrenden mit Migrationshintergrund erscheint als ein Schlüssel für mehr Integration, Teilhabe und Schulerfolg von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund, weshalb die Rolle dieser Lehrkräfte in der politischen Debatte zunehmend wichtig wird.“

In der Studie „Lehrende mit Migrationshintergrund in Deutschland: Eine empirische Untersuchung zu Bildungsbiographien, professionellem Selbstverständnis und schulischer Integration“ wurden diese  Erwartungen aufgegriffen und einer qualitativen und quantitativen empirischen Überprüfung unterzogen. „Die Ergebnisse“, resümiert Viola B. Georgi, „zeigen, dass Lehrende mit Migrationshintergrund ein Schlüssel zur interkulturellen Schulentwicklung in Deutschland sind, aber nicht zum Allheilmittel gesellschaftlicher Integration taugen. Neben der gezielten Werbung und Rekrutierung von Lehrenden mit Zuwanderungsbiographie bedarf es flankierender Maßnahmen, etwa in der Lehreraus- und Weiterbildung, die Schule und ihre Akteure angemessen auf den Umgang mit Heterogenität vorzubereiten.“

Im Gegensatz zu bloßen Lippenbekenntnissen der Bildungspolitik haben zwei Stiftungen auf diese Forderungen reagiert und ein Stipendienprogramm bzw. einen Schülercampus für angehende Lehrer/-innen mit Migrationshintergrund aufgelegt.

Das Horizonte-Stipendienprogramm der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

Mit der Einrichtung des Stipendienprogramms für Lehramtsstudierende und künftige Lehrkräfte mit Migrationshintergrund möchte die Gemeinnützige Hertie-Stiftung die gesellschaftliche Realität verstärkt auch in den Lehrerzimmern abbilden und Vorbilder schaffen. Durch finanzielle und ideelle Unterstützung fördert die Hertie-Stiftung deshalb besonders engagierte künftige Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in ihrer Ausbildung und will begabte Abiturienten/-innen mit Migrationshintergrund gezielt für den Lehrer/-innenberuf gewinnen.

Das Stipendienprogramm  startet mit dem Wintersemester 2012/2013 in die nächste Runde. Zu Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und dem Ruhrgebiet kommt als sechster Standort Niedersachsen hinzu. Interessierte können sich ab sofort im Bewerberportal online registrieren. Bewerbungsschluss ist für Studierende der 3. August 2012 und für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst der 15. August 2012. Ausführliche Informationen zum Stipendien-Programm findet man in der Info-Broschüre und auf der Horizonte-Website. Hier erfahren Schüler/-innen, Studierende und Referendare/-innen mir Mitgrationshintergrund alles über die Fördermöglichkeiten und die Voraussetzungen zur Förderung. Außerdem kann man unterschiedliche Erfahrungsberichte und Videos ehemaliger Stipendiaten/-innen lesen und anschauen.


Der Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Unter dem Motto „Deutschlands Schulen brauchen mehr Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte.“ gibt der viertägige Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrer/-innenberufs. Die Teilnehmer/-innen informieren sich über die Fähigkeiten und Voraussetzungen für das Lehramtsstudium. Sie hospitieren in Schulen und diskutieren mit Hochschullehrern/-innen und Lehrern/-innen die Erfordernisse dieses Berufes. So können sie eine überlegte Studienfachwahl treffen.

Bewerben können sich Schüler/-innen mit Einwanderungsgeschichte, die durch die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife die Berechtigung zu einem Hochschulstudium erwerben. Die Teilnahmegebühr beträgt 45,- € pro Person. Enthalten sind drei Übernachtungen, Verpflegung sowie die Teilnahme an allen Veranstaltungen und dem Freizeitprogramm. Außerdem werden Begleitmaterialien zur Verfügung gestellt. Ein Antrag auf Kostenerstattung ist möglich. Die Veranstaltungsorte des Schülercampus und alle Bewerbungsunterlagen kann man auf den Seiten des Schülercampus herunter laden. Außerdem finden sich dort auf verschiedene Audio- und Videodaten vergangener Campus-Veranstaltungen.

Nützliche Apps für Lehrerinnen und Lehrer

Für viele Lehrkräfte gehören Smartphone, iPad oder Tablet-PC bereits zum Standard der Arbeitsorganisation und der Unterrichtsvorbereitung. Doch mobile Endgeräte ermöglichen nicht nur das ortsungebundene (Online-)Arbeiten. Durch die Verwendung dezidierter Schul- bzw. Lern-Apps eröffnen sie engagierten Nutzern überdies eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Doch das Angebot ist sehr unübersichtlich. Denn neben den Apps renommierter Lehrmedienverlage und Software-Hersteller existieren auch unzählige nicht kommerziell produzierte und vertriebene Anwendungen. Die folgende Aufstellung nennt Blogs oder Foren, in denen für Lehrkräfte geeignete Apps empfohlen werden. Auf den jeweiligen Seiten befinden sich Kurzbeschreibungen und die Links zu den erwähnten Apps.

 

Schule Apps ist eine Online-Datenbank für Bildungsapps und liefert eine alphabetisch geordnete Übersicht. Großer Vorteil hier: Interessierte Nutzer können per Stichwortsuche gezielt Anwendungen suchen und finden. Zudem können Lehrkräfte bewährte Apps in die Liste eintragen und diese weiterempfehlen.

Das Portal Lehrerzimmer.org informiert auf breiter Ebene über den „digitalen Schulalltag“. Neben Apps empfiehlt es auch Endgeräte, weiterführende Foren sowie Software. Besonders hilfreich ist der Artikel „Apps, die jeder (Lehrer) braucht“.

Der Lehrer-Blog Medien | Schule | Unterricht führt verschiedene iPad-Apps auf, die vom Autor tatsächlich im Unterricht auf dem iPad Anwendung finden. Eine kurze Erläuterung verdeutlicht Sinn und Zweck der jeweiligen App.

Speziell an User von Android-basierten Geräten richtet sich die Seite 24Android.com. Sie gibt eine kurze handverlesene Übersicht über die besten Android Apps für die Schule.

Unter www.heise.de befindet sich eine Datenbank voller Smartphone Apps mit der Möglichkeit, nach verschiedenen Kriterien zu filtern.

Auch das Portal My Mediastore bietet eine gezielt auf Lehrkräfte zugeschnittene Auswahl an schul- und unterrichtsgeeigneten Apps.

Das Forum examtime empfiehlt neben gängigen Apps wie Formelsammlung, Anwesenheitsliste oder Klassenraum-Manager auch ungewöhnliche digitale Hilfsmittel, wie beispielsweise die App „Too Noisy“, die die Lautstärke im Klassenraum überwacht und bei zu hohem Geräuschpegel ein Signal aussendet.

Auch das iPad Projekt der Waldschule Hatten versorgt unter dem Menüpunkt „Unsere Apps“ Lehrkräfte mit einer Zusammenstellung hilfreicher digitaler Anwendungen.

„Dem Lernen Flügel verleihen!“ – Deutscher Schulpreis 2013

Unter dem Motto „Dem Lernen Flügel verleihen!“ haben die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung, begleitet von den Medienpartnern stern und ARD,  im Jahr 2006 den Deutschen Schulpreis ins Leben gerufen haben.

Mit dem Preis wollen die Initiatoren pädagogische Leistung würdigen und für die Schulentwicklung in Deutschland insgesamt nutzbar machen. Grundlage des Wettbewerbs ist ein umfassendes Bildungsverständnis, das in den sechs Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommt: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Schulen, die sich um den Deutschen Schulpreis bewerben, müssen in allen Bereichen gut und in einem Bereich weit überdurchschnittlich sein.

Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro ausgestattet, vier weitere Schulen erhalten Preise in Höhe von jeweils 25.000 Euro. Darüber hinaus wird der „Preis der Jury“ in Höhe von ebenfalls 25.000 Euro verliehen. Der „Preis der Jury“ geht an eine Schule, die unter ungewöhnlichen, häufig ungünstigen Bedingungen hervorragende Leistung erbringt und damit beispielgebend wirkt.

Um möglichst viele Schulen mit der guten Praxis der Preisträger zu erreichen und zu Entwicklungsprozessen anzuregen, wurde im Jahr 2007 die Akademie des Deutschen Schulpreises ins Leben gerufen. Unter ihrem Dach können sich Preisträger, Bewerber und interessierte Schulen vernetzen, Erfahrungen austauschen und im Rahmen unterschiedlicher Angebote an Fragen der Schulpraxis arbeiten. Kurz gesagt: In der Akademie lernen Schulen voneinander und miteinander.

Der Deutsche Schulpreis 2013 möchte Schulen für ihre Leistungen würdigen und ihren Ideen und Konzepten öffentlich und bundesweit Aufmerksamkeit schenken, damit sie Vorbilder für Schulentwicklung in Deutschland sein können. Beteiligen können sich alle allgemeinbildenden staatlichen und freien Schulen aus Deutschland. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro ausgestattet. Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2012.

Die Evangelische Schule Neuruppin, eine Schule in freier Trägerschaft, ist die Schule des Jahres 2012. Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2012 in Berlin erhielt die Evangelische Schule Neuruppin den diesjährigen Hauptpreis, der mit 100.000 Euro dotiert ist. Den Preis überreichte Bundespräsident a.D. Professor Dr. Roman Herzog. Fünf weitere Schulen wurden beim Deutschen Schulpreis 2012 ausgezeichnet. Hier erfahren Sie mehr über die Preisträger des Jahres 2012.

Kategorien