Archiv für April 2011

Freie Schulen in England – eine neue Idee

Bildung ist auch in Großbritannien Dauerthema. Neben massiven Sparmaßnahmen gibt es jedoch kaum Neuerungen – außer den „free schools“ (freie Schulen), einem neuen Konzept. Es handelt sich dabei um staatliche Schulen, die von privaten Trägern gegründet und geführt werden. Staatliche Schulen in freier Trägerschaft sozusagen. Diese Schulen sollen höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden, aber auch Kindern aus sozial schwächeren Bevölkerungskreisen zugänglich sein. Drei Kerngedanken begleiten das Schulkonzept: eine strenge Disziplin, das konsequente Tragen von Schuluniformen und mehr Raum für die klassische Erziehungsarbeit. Kann das ein Modell für Deutschland sein? Was meinen Sie, liebe Blogleser und Blogleserinnen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Lässt Brandenburg die Privatschulen hängen?

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg meinte es sicher gut, als sie mehr und besser bezahlte Erzieher und Lehrer versprach. Die Kassen sind jedoch auch in Brandenburg leer. Nun sind Einsparungen im Bereich der Privatschulen geplant. Nicht zum ersten Mal. Von Einschnitten bis zu 20 Prozent ist die Rede. Das bedeutet für so manche Schule oder Kindertagesstätte in freier Trägerschaft, aber auch für allerhand Gründungsinitiativen das (vorzeitige) Ende. Hennig Schluss, Leiter des evangelischen Schulvereins Oranienburg, meinte angesichts dieser Dramatik sogar, Brandenburg werde in der Bildungspolitik zu einer Art „kleinen DDR„. Das Bildungsministerium des Landes ist allerdings SPD-geführt.

Stuttgarter Privatschulen wachsen weiter

Was bundesweit zu vermerken ist, zeigt sich auch in Stuttgart. Immer mehr Eltern versuchen der Bildungsmisere an staatlichen Schulen zu entfliehen, indem sie ihre Kinder an Privatschulen schicken. Ihnen ist wert, womit der Staat zögert, sie investieren in die Bildung ihrer Kinder. An Stuttgarter Schulen in freier Trägerschaft lernen in diesem Schuljahr 17,2 Prozent der Schüler in Baden-Württembergs Landeshauptstadt. Im Vorjahr waren es 16,8 Prozent. Immer öfter gibt es auch sogenannte „Quereinsteiger“, die in der fünften, sechsten oder siebten Klasse von einer öffentlichen auf eine private Schule wechseln wollen.

Lernerfolg und Disziplin stimmen – Kleine Privatschulen in Südafrika

Staatliche Schulen in Südafrika haben einen schlechten Ruf; renommierte Privatschulen sind meistens teuer. Immer öfter drängen Eltern daher die Lehrer, eine kleine eigene Schule zu eröffnen. Sie sollen die Lücke schließen zwischen den schlechten Staatsschulen und den unbezahlbaren privaten. Über hundert solche Schulen soll es in den Armenvierteln Johannesburgs und im Osten Südafrikas inzwischen geben. Natürlich sind diese wiederum nicht gerade bestens ausgestattet. Sie können nicht auf tolle Sportanlagen und neueste technische Ausstattung verweisen. Aber – und das scheint Eltern auch in Südafrika wichtig zu sein – Lernerfolg und Disziplin stimmen. Zu dem mitunter um die Hälfte geringeren Gehalt sagt Sonja Kruger (ehemals Sekretärin, inzwischen Lehrerin an einer solchen kleinen Privatschule): „Ich würde sagen, dass jeder einzelne Lehrer hier mit Leidenschaft dabei ist. Und das muss er auch, denn niemand macht es des Geldes wegen.

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