Archiv für September 2010

Die Stiftung Warentest

Produkttests und Qualitätssiegel gibt es in Deutschland zuhauf. Und die Deutschen wollen tatsächlich gerne wissen, was das Objekt der Begierde taugt, bevor sie es kaufen. Ob das nun Bio-Butter, ein neuer Staubsauger oder Software ist. Natürlich schwankt die Qualität der Tests dabei ebenso wie die der Produkte und Dienstleistungen. Vor allem Portale, bei denen Laien Produkte bewerten, werden von Fachseite immer wieder kritisiert, man denke nur an die Amazon-Kundenrezension und ihr Sternchensystem. Tradition und verbriefte Qualität hingegen – und deswegen auch das höchste Ansehen – hat die Stiftung Warentest. Sie wird oft als die bedeutendste Verbraucherschutz-Einrichtung Deutschlands bezeichnet. Ihre Tätigkeit wird sogar von öffentlicher Seite so wichtig eingeschätzt, dass die Bundesregierung das Stiftungskapital bis 2012 um 50 Millionen Euro erhöhen will.

Für Lehrerinnen und Lehrer bietet die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit den Verbraucherschutz-Verbänden mehrere interessante Möglichkeiten, das Thema Konsum, Produktqualität und Verbraucherschutz im Unterricht einfließen zu lassen. Unter www.test.de/schule erhalten Pädagogen eine erste Übersicht.

Jugend testet

Am interessantesten, aber auch am aufwendigsten ist das Projekt Jugend testet. Denn hier sind Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren aufgerufen, selbst aktiv Produkte zu testen. Einzelpersonen, aber auch Gruppen oder ganze Schulklassen sind zugelassen. Die Tester sind in der Gestaltung völlig frei: Sie können Produkte oder Dienstleistung selbst wählen und auch die Kriterien festlegen, die erfüllt werden sollten. Besonders spannend ist die konkrete Testgestaltung und Dokumentation. Hier ist auch die Hilfe z.B. durch begleitende Lehrkräfte erlaubt.

Der folgende Film erklärt das Prinzip von Jugend testet nochmals ausführlich und zeigt einige erfolgreiche Beispiele:

Eine Jury bewertet anschließend die eingesandten Arbeiten nach Originalität des Themas, Nutzwert und Systematik der Untersuchung sowie Verständlichkeit der Präsentation. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise sowie Reisen nach Berlin. Anmelden könnt Ihr Eure Schüler-Gruppen bis zum 15. Dezember 2010 für den laufenden Wettbewerb auf der Webseite Jugend testet. Die Testergebnisse müssen dann bis zum 15. Februar 2011 vorliegen. Aktuelles gibt es auch auf der zugehörigen Facebook-Seite.

Besuch bei den Testern

Insbesondere für Berliner Schulklassen (ab 9. Klassenstufe) ist der Besuch bei den Testern reizvoll. Da es in Berlin am Lützowplatz allerdings leider keine Labore zu besichtigen gibt, handelt es sich (fast nur) um eine Gesprächsveranstaltung. Durch Beteiligung der Schüler, eigene kleine Tests oder Filmsequenzen versuchen die Mitarbeiter der Stiftung jedoch, die Arbeit der Stiftung so anschaulich wie möglich zu machen. Um den Besuch vorzubereiten, erhaltet Ihr als Lehrerinnen und Lehrer vorab Materialien für den Unterricht. Für die Terminabsprache solltet Ihr außerdem einen Vorlauf von vier Wochen einplanen. Zur Anmeldung geht es hier.

Unterrichtsmaterialien und Klassensätze der test

Schließlich stellt Euch die Stiftung Warentest zahlreiche kostenlose Materialien für den Unterricht zum Thema Verbraucherschutz und bewusst-kritischer Einkauf zur Verfügung. Welche Themen und Klassenstufen dabei angesprochen werden und was für Multimedia-Inhalte zum Download bereit stehen, erfahrt Ihr auf der Übersichtsseite. Den speziellen Schülerkalender mit Tipps & Tricks rund um den Verbraucherschutz erhaltet Ihr ebenfalls online als PDF und könnt ihn gegebenenfalls noch als Klassensatz bestellen.

Für die höheren Klassenstufen (ab 10. Klasse) gibt es eigentlich noch das Projekt Jugend + Finanztest. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Jahr lang die Zeitschrift Finanztest, sondern Ihr als Lehrkräfte werdet von den Finanztestern in einem Seminar auch noch richtig auf Euren Job vorbereitet. Nach LehrCare-Informationen kann das Projekt dieses Schuljahr leider nicht durchgeführt werden, soll aber 2011/12 wieder initiiert werden.

Lehrer-Newsletter & Erfahrungsberichte

Wer sofort Bescheid wissen will, wenn es etwas Neues für Lehrerinnen und Lehrer gibt, der kann sich einfach beim Stiftung Warentest-Lehrer-Newsletter anmelden. Und wer immer noch nicht so recht weiß, ob das etwas für ihn oder seine Klasse ist, kann sich einen Film mit Lehrer-Interviews bzw. -Erfahrungsberichten ansehen (etwa bis zur Hälfte der Seite runter-scrollen).

Noch in Hinweis zu guter Letzt: In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift hat die Stiftung Warentest E-Book-Reader unter die Lupe genommen. Lehrerinnen und Lehrer werden dieses Thema in naher Zukunft sicherlich nicht nur im Deutschunterricht ansprechen müssen. Deshalb hier das kurze Test-Fazit, den ausführlichen Test gibt es im Heft oder online (gebührenpflichtig):

Wer seine Bücher elektronisch lesen will, hat die Qual der Wahl. 10 von 15 E-Book-Readern, die die Stiftung Warentest jetzt zum ersten Mal getestet hat, sind „gut“. Am besten abgeschnitten haben die beiden Lesegeräte Bookeen Cybook Opus für 222 Euro und Iriver Story für 261 Euro. Der günstigste „gute“ Reader ist der Sony Reader Pocket Edition für 172 Euro. Der Kindle DX von Amazon war in der Untersuchung nur „befriedigend“. 1

Das LehrCare-Fazit

Ein gesundes Verhältnis zu Konsum und Werbung kann Schülerinnen und Schülern schon früh beigebracht werden. Die Stiftung Warentest hat dies mittlerweile erkannt und bietet Lehrerinnen und Lehrern sehr gute Unterstützung für den Job im Klassenzimmer. Je nach Zeitbudget können mehr oder weniger aktive Projekte zum Thema Verbraucherschutz behandelt werden. In jedem Fall wird das Engagement bei Schülerinnen und Schülern gefordert.

Die Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) ist den meisten Lehrerinnen und Lehrern noch aus der eigenen Schulzeit bekannt, vor allem von den sogenannten Informationen zur politischen Bildung-Heften. Doch die BpB bietet über diese Handreichung für den Sachkunde- bzw. Politikunterricht hinaus viele interessante und moderner wirkende Hilfen für den Unterricht. On- und Offline-Materialen ermöglichen es Lehrkräften, ihre Schulstunden abwechslungsreicher zu gestalten. Da die Themen professionell und grafisch ansprechend aufbereitet sind, finden nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die oft schon sehr an (verkürzte) Darstellungen im Internet gewöhnte Schülerschaft einen schnellen Zugang. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schüler heute – die 16. Shell Jugendstudie 2010

Kürzlich wollten wir von Euch wissen, was Ihr als Lehrerinnen und Lehrer über die sogenannte „Kevin-Studie“ denkt, die Grundschulpädagogen ungerechte bzw. subjektive Benotung vorhält. Heute geht es um die andere Seite im Klassenzimmer, um die Schüler. Die Shell Jugendstudie ist hier seit vielen Jahren eine der wichtigsten Quellen in Deutschland. 2010 wurde sie zum 16. Mal herausgegeben.

Wir würden nun gerne von Euch wissen, ob Ihr die Ergebnisse aus Eurer praktischen Erfahrung bestätigen könnt? Trifft die Shell Jugendstudie auf den Nerv oder sind Eure Schülerinnen und Schüler ganz anders gestrickt? Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie ungerecht sind Lehrer? Eine Studie sucht Antworten

Im Sommer 2009 geisterte eine Lehrer-Studie durch die deutsche Bildungslandschaft. Sie besagte, dass Grundschullehrerinnen und -lehrer Kinder mit bestimmten Vornamen als verhaltensauffällig einschätzen. Motiviert durch die Empörung in der Lehrerschaft, zeigt nun eine Nachfolge-Studie, dass diese Vorurteile auch zu unterschiedlicher Benotung führen.

Die „Kevin-Studie“

„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“, titelte Der Spiegel im September vergangenen Jahres. Für die Studie, eine Masterarbeit an der Universität Oldenburg, befragte die Autorin 2.000 Grundschulpädagogen zu ihren Namens-Vorlieben und zu Assoziationen wie Verhaltensauffälligkeit, etc. Außerdem sollten die Lehrerinnen und Lehrer eine Liste mit vorgegebenen Namen bewerten. Von den 500 Pädagogen, deren Antworten ausgewertet wurden, stellte sich ein Großteil als vorurteilsbelastet heraus: So waren sehr viele der Befragten der Meinung, aus eigener Erfahrung heraus sagen zu können, dass Kinder mit bestimmten Namen eher aus sozialen Unterschichten kommen, weniger Leistung erbringen können und häufiger verhaltensauffällig sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

Lehrer-Link-Tipps September 2010

Wie jeden Monat kommen heute unsere Lehrer-Link-Tipps. Wieder haben wir versucht, interessante Webseiten und Aktionen zu finden, die nützlich oder unterhaltsam sind, zum Engagement einladen oder gesellschaftliche Entwicklungen der Bildungslandschaft beleuchten. Weitere Hinweise von Euch gerne als Kommentar… Diesen Beitrag weiterlesen »

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